Nr. 43 Erstes Blatt
157. Jahrgang
Mittwoch 20. Februar 1907
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesfen
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Jle heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. MB»—-- ---- ----— --
$>ie Eröffnung des Aeichslags.
. Berlin, 19. Februar.
Während für die katholischen Abgeordneten GotteSdiensi in der HedwigSkirche um IO* 1 2/, Uhr ftattfand, versammelten sich von 9*/t Uhr ab in der Schloßkapelle die evangelischen Abgeordneten, bie hohen Militär- und Beamten; ferner ver« sainmeilen sich hier sämtliche Minister, Staatssekretäre und Mltglteder des Bundesrats, an ihrer Spitze der Reichs» kanzler. Am Altar stand die Hofgeistlichkeit. Während eines Gesanges des DomchorS zog der Hof ein, der Kaiser in der Uniform der Garde du CorpS mit dem Adlerheim und dem Band des Schwarzen AdlerordenS. Gr nahm vor dem Altar Platz, neben »hm der Kronprinz und Prinz Ettel Frtedrtch, denen sich recht» und link» die übrigen Prinzen ic. anschloffen. Nach dem Gesang der Gemeinde predigte General - Superintendent Faber über das Wort Iesaia^ ,Fürcht« dich nicht, denn ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein*. Den Schluß des GolteSdienste» bildete daS niederländische Dankgedet. Im Wellen Saale stellten sich von 10*/* Uhr ab die Reichstagsmitglieder gegenüber dem Thron auf. In der großen Loge nahm die Kaiserin, mit ihr di« Kronprinzessin und die anwesenden Prinzessinnen Platz. Der Weiße Saal war fest- ilch erleuchtet. Der Throndaldachin war mit schwarz-weiß- roten Straußfederbüschen geschmückt.
Die Generalität, die Obersten und Regimentskommandeure traten an die Schmalwand des Weißen SaaleS; die Minister und di« Wirklichen Geheimen Räte nahmen gegenüber Aufstellung, die Mitglieder des BundeSralS links vom Thron, vor demselben Reichskanzler Fürst Bülow, der kurz vorher noch eifrig mit den Adgg. o. Kröcher, Bassermann unb Dr. Paasch« geplaudert hatte.
Während deS Gottesdienste» waren die Reichsinsignien mach der Bildergalene geleitet worden. Nach Ordnung der Versammlung im Weißen Saale machte dem Kaiser der Reichskanzler davon Meldung. Unter lautloser Stille naht« von der Bildergalerie nunmehr der feierliche Zug, voran die Schloßgardekompagnie, dann zwei adelige Herolde, dann die Person de- großen Vortritts, dann die ReichSmsignicn, nämlich i da» Reich-siegel, getragen vom Generaladjutanten von Moltke, Lhef deS Generalstabes, daS entblößte ReichSschwert, getragen vom Kriegsminister von Einem, rechts davon der Reichsapfel, getragen vom Generaloberst von Lmdequist, das Zepter, getragen vom Generalfeldmarschall Grafen o. Haeseler, recht» davon die Krone, getrogen vom Generalfeldmarschall v. Höhnte, daS ReichSpanier, getragen vom General v. Kessel, welchen die Generalleutnants Loewenfcld und von Hoepfnrr begleiteten. Dann folgte der Kaiser, hinter ihm der Kronprinz, dann die Prinzen deS Königlichen Hause«, die Prinzen au- souveränen allfürstlichen Häusern, die Generaladjutanten usw. Dekan Lender brachte als Aeltester der anwesenden Abgeordneten daS Kaiserhoch auS.
Der Kaiser nahm auf dem Throne Platz, der Kron- prinz trat recht» auf die unterste Stufe deS Thrones, bie Prinzen rechts bavon. Nachdem die Träger der Rcichtz- insignien u. s. w. ihre Plätze eingenommen hatten, nahm btr Kaiser au» den Händen deS Reichskanzlers das Manuskript der Thronrede entgegen und verlas diese bedeckten Hauptes mit ruhiger Stimme. Die Abgeordneten begleiteten die Rede mit Bravorufen, besonders bei Erwähnung der Tapferkeit unserer südwestafrikanlschen Kämpfer, ebenso bei dem Passus, der sich gegen die Sozialdemokratie richtet, bei dec Ankün- digung dec Fortsetzung der sozialpolitischen Gesetzgebung und am Schluß.
Ter Reichskanzler erklärte den Reichstag für er- öffnet. Graf v. Lerchenfeld brachte ein zweites Kaiserhoch au». Der Kaiser verließ mit den Prinzen den Saal in gleichem feierlichen Zuge.
Aie Thronrede und ihre Ausnaöme in der grtITe.
Zm Großen und Ganzen klingt die Rede trotz des an einzelnen Stellen bemerkbaren Schwunges etwas nüchlern, wo man das Gefühl stolzer Genugtuung und den durch das Resultat gegebenen Anreiz zu frohem Schaffen hätte erwarten sollen. Ein gewlffeS Gefühl der Genugtuung blickt ja durch die Zeilen hindurch und den nationalen Wählern wird auch Anerkennung gezollt, daß sie diesmal kleinlichen Parieigeifl beiseite gelaffen haben, aber auf der anderen Seite soll doch eine Thronrede eine Art Programm der künftigen Politik entwickeln, und wenn dies je am Platze war, so war es biesmal. Indessen nach dieser Hinsicht versagt die Thron- ttbe säst gänzlich und wieder einmal tritt die leidige Ge- eoohnheit Bülows hervor, sich auch in dec inneren Politik alfl Diplomat aufzuspielen, der dem alten Satze Talleycands lulbigt, daß bie Sprache dazu da sei, die Gedanken zu verbergen. Es wird freilich erklärt, daß der Kaiser alle ver- ffffsungsmäßigen Rechte und Befugniffe gewissenhaft zu achten gewillt sei, ebenso auch wird angekündigt, daß bie Sozial- goliti* fortgeführt werden soll, in der Hoffnung, auf diese Weise dec Sozialdemokratie das Feld abzugraben, aber hatte wirklich jemand ernstlich an alledem gezweifelt? Welchen SiurS aber nu übrigen bad Reichsschiff steuern wird, davon
chweigt des Sängers Höflichkeit. Eine Reihe von Borlagcn wird angekündigt, wie der ReichShauShalt und die NachtcagS- etatS, abermalige Forderung deS Kolonialamtes, der Bei- hülfen für die Ansiedler, Reform deS NlajestätSdeletdigungS- Paragraphen re., aber all daS ist nichts neues. Am meisten Aufsehen aber muß eS erregen, daß der Gegnerschaft der Sozialdemokratie gegenüber der RegierungSpoliltk gedacht wird, dagegen aber deS Zentrums, gegen welches doch m erster Lime ursprünglich der Kampf gerichtet war, mit keinem Worte, nicht einmal mit einer kleinen Andeutung Erwähnung geschieht. Dadurch wird der Eindruck erweckt, al» roenn Fürst Bülow alle» wieder beim Alten delaffen wolle, trotzdem er erklärt hatte, gern M't der bürgerlichen Linien zusammen- arbeiten zu wollen. Auf diese ist bie Relchsregierung aber tatsächlich in gewiffen Fragen burchauS angewiesen, ba nach dem Vorangegangenen ba» Zentrum in ber schärfsten Oppo- ilion verharren wirb.
ES ließ sich nicht erwarten, daß die Thronrede bet den Organen Derjenigen Parteien Beifall finden uxtix, gegen die sich Die Auflösung des Parlaments richtete. Der sozialdem. „Bor- ivärtS" wird erst noch die kahernche Kundgebung m der herkömmlichen und bekannten Weise kritisch »ttpiUdcn. Wendet sich ik)d) die Thronrede in nrarkanten Worten gegen die Sozialdemokratie, von der sie sagt, die angeblich wahre Vertreterin der Arbeiterinteressen habe nichts für die wirtscyastlich Schrvachen und für den nultuTiortftbtdi geleistet. Die Verrcn vom „Bor- wärts" werben deut gegenüber vermutlich behaupten, datz die euizige kulturfordernde Partei die sojialdemolratische sei.
Die „Germania" scheint glücklich darüber, daß in der Thronrede vom Zentrum nicht die Rede ist. Bielleiart dür>e man aus dem Schioeigen der Thronrede s^liegen, da» die Kriegs- erklarung gegen das Zentrum doch nicht überall al» klug und icgverheißend angesehen würbe, oder bay nach den Wahlen bereit- wieder die I5rtenntni4 9lau gegrusen habe, daß man ohne das Zentrum auf bie Dauer schwerlich aus kommen werde. Wenn ich die „Germania" nur nicht tauscht über die Stimmung! DaS Zentrumsorgan versucht einen Gegensatz zu konstruieren zwischen den Anschauungen des Kaiser» und deS Fürsten Bülow. GS glaubt, was cs wünscht: daß nach einer kleinen Säpnollzeit der Kanzler aus höheren Befehl mit dem Zentrum in aller Form Frieden schlieven und schließlich herzlich iroh darüber sein iverde, diese Mitarbeiter wiederzugewinnen. AuS der Bemerkung der „Germania" unb noch manujen anderen Anzeichen gehl hervor, daß das Zentrum sich in seiner ungenannten Opiwsiliousiiellung keineswegs behaglich suhlt uno viel darum gäbe, wenn es wieder in die alte Position als „Derlrauensparlei" der Regierung zurück, gelangen könnte. Das Beste aber ist, daß die „Germania" ertlärt, lit stimme m den Dank der Thronrede an unsere wackeren Truppen aus vollem verzen ein und sie teile ebenso die Befriedigung über bie Riebcriage der Sozialbcmokrotie. Tie wackeren Truppen in Südwest konnten doch nur mit Bitterkeit darüber erfüllt werden, daß ihre Sache von der Reichstagsmehrhest des 13. Dezember m Stich getanen wurde! 91och sonderbarer mutet die Befriedigung über bie Niederlage der Soziaioemokraue an, nachdem das Zentrum notorisch in zwölf Wahlkreisen der äußersten Suiten zum Siege verhalfen hatte.
Die Organe der neuen nationalen Reichstagsmehrheit heben übereinstimmend bie Frische, bie Herzlichkeit des Tones der Thronrede hervor. Zn wärmeren Worten als sonst in Thronreden üblich ist, so schreibt die „Voss. Ztg.", wird dem deutschen Volk Anerkennung gezollt, daß es sich über kleinlichen Parteigeist hinweggesetzt habe. 'Mit Vertrauen wird der Zukunft dos Vaterlandes entgegengesehen. ,
Die agrarische „Tagesztg." hat die Empfindung — die wohl von vielen geteilt wirs — als seien Fürst und Volk em- ander näher geruckt. , yz _
In ähnlichem Sinne bemerkt bie „National ztg. : so hat der deutsche Kaiser schon lange nicht mehr zu den Erwählten feines Volles gesprochen. .
Auf die Genugtuung über den Wahlausgang führt bie konier- vative „Kreuz ztg." ben zuversichtlichen und freudigen Grund- lon der Thronrede zurück. Tas Blatt kann aber zur Fortsetzung der Soziatresvrm den Wunsch nicht unterdrücken, daß man die llebergril^c des io-ialbenwkrauschen Terrorismu» in bie periönliche Freiheit tkr Arbetter durch Gesetze verhindere. Immer dasselbe X!icb: Tas Mittel wurde nur dazu aeeignet sein, bie neue Mehrheit des Reichstags zu sprengen und der Sozialdemokratie willkommene Gelegenheit zu geben, gegen eine Ausnahmegejetzgebung ju tämpfen
Die „P o fM äußert auch ihre Zufriedenbeü, fügt aber gleichfalls hinsichllkch der Sozialpolitik folgende Mahnungen an: Wenn betont ist, daß bie Sozialpolitik sich in bem Geifte Kaiser Wilhelms L fortbewegen soll, so ist zu hoffen, daß es auch dabei bleibt, und man sich nicht durch heißspornige Wettläufer mtt der Sozialdemokratie in atavistische Bahnen drängen läßt
Tie „T ägl. Rund s ch a u" bemerkt: Die Thronrede begnügt sich damü, ben kleinlichen Parteigeist und bie nationale Ehr- unb Pflickuvergessenheit des Zentrums festzunageln, ohne es birett ju nennen: eine Schonung, die auffallen müßte, wenn nicht Fürst Bülow noch unmittelbar vor dem ParlamentSbeginn durch die Prägung des scharfen Wortes von der „antinationalen Arroganz" die Zweifel an dem ehrlichen Willen der Regierung, eine antiklerikale Politik zu treiben, erneut zerstreut hätte.
„Tas „L. T." benierkt: Was das Volk will, das ist eine von "freiheitlichem und sozialem Geiste getragene Politik. Lier liegt bie eigentliche Ausgabe der Zukunft. Des ewigen Zickzacks, des bänglichen Schwankens, der kutturellen Rückständigkeit, der „absolutistischen Veilletäten" ist das Volk aründlich müde. Tie Thronrede bekennt keine Farbe: diese Unterlassungssünde hat ber Reichskanzler gut zu machen, so schnell wie möglich und so gründlich wie möglich
Dir erste A-ichstagssthung.
R. Berlin, 19. Febr.
Wie in ben denkwürdigen Dezembertagen, als bet Ko- (oniallonfliit zur Aufloi'ungskatallrophe führte, umdränglen auch heute zahlreiche Schaulustige daS ReichstagSgebäube, auf bein bie breifarbigen Fahnen im Winde flatterten. Nicht niinber reges Leben herrschte drinnen, auf den Tribunen des Sitzungssaales. Mit bem öffentlichen Interesse für jein erstes Erjcheuien kann der neue ReichLlag also zufrieden fern. Es
waren noch nicht alle Eiwählten zur Stelle, einige bü Herren fehlten in ber Eröffnungssitzung, benn ber 9lamen6anfruf ergab die Anwesenheit von 36Ö Abgeordneten. Immerhin eine stattliche Präsenz. Aeußerlich flach das Bild von bem altgewohnten anffallenb ab. Es hat sich in ber Verteilung ber Plätze em Ruck nach links vollzogen. Die Fraktion ber Sozialdemokraten ist ganz an die Wand ber linken BunbeSratS- eitrabe zurückgediängt, einen Teil ihrer bisherigen Platze hat die bürgerliche Linke in Besitz genommen. Anbererseilö greifen die Parteien ber Rechten infolge ihres Manbat-gewinneS biS auf bie Bankrechen deS Zentrum- hinüber, bas sich roieber mehr nach link» auSbehnt. Nicht jeber fanb heute ohne weiteres den ihm jugemieienen Platz, bie »neuen IDtänner' zumal mußten sich von kundigen Kollegen informieren lassen. Im übrigen gab bie weiße Weste bem Bilb das Gepräge, em Reflex bes feierlichen EcüffnungSakteS im Königlichen Schloß. Arn Regierungstisch saß einsam unb roürbeooU Staatssekretär Graf PosadowSky, biS ihn im Lauf ber kurzen Sitzung bi« Abgg. Gamp (Rp.) unb Graf Stolberg (Kons.) zu einem Gespiäch aussuchlen.
Die Unterhaltung im Saal war lebhaft, man besprach bie Thronrebe, erging sich in politischen Kombinationen, aber über bem Ganzen lag eine gewisse, burch bie Neuheit ber Situation gebotene Reserve. Beengt unb beklommen fühlte sich offenbar bie arg zusanimengeschmolzene, für bie Mehr- heitsbilbimg au-gefchaltete Fraktion Bebel. Nichts weniger als guter Dinge schienen auch bie Herren vom Zentrum. Dr. Spahn roanbert m nachbenklichem Ernst umher, zuweilen mit einem allen Kampsgenossen em Wort wechselnb. '21 bg. Erzberger faß ziemlich resigniert, von wenigen beachtet, auf semen, Platz. Roeren hielt sich ganz im Hinter- grunbe. Von Sieges st immung war jebensalls in ber Fraktion ber Mitte nicht viel zu spüren. Zunächst auch noch nichts von einer Annäherung zwischen Liberalen unb Konservativen. Die neuen Karlell- männcr waren einstweilen mit sich unb mit ihren politischen Freunden beschäftigt. Auf ber Linken siel bie markante Persönlichkeit beS Abg. Naumann sofort inS Auge. Er würbe von Dielen Seiten aufs freunblichfte begrüßt. Rechts bemerkte man bie schlanke Gestalt beS Erbprinzen zu Hohenlohe, ben feingeschnittenen Kopf beS Fürsten Ha tzfelbt unb ben Führer deS ReichSverbandeS gegen bie Sozialdemokratie, General v. Liebert, sowie bie Lanbbündler Dr. Hahn unb Dr. Noesicke. Die heutige Sitzung leitete in erfreulicher Rüstigkeit ber AlterSprasibent Abg. v. Winter- felbt-Menkm (kons.), morgen wirb bie Wahl ber brei Prästbenteu vollzogen werben. Ueber baß wahrscheinliche Ergebnis hörte man auch heute noch verschiebens QJlut» maljungen, unb eine bestimmte Auskunft barüber, wie daß Zentrum es mit ber Nominierung eines PräsibentichaftS- tanbibaten halten werbe, war von iDlitgltcbern dieser Fraktion biS zum Schluß der Sitzung nicht zu erlangen.
Eine BerufsstatistU der Mitglieder de» Reichstages, sowett sie nach den bisher vorliegenden Angaben ausgemacht werden kann, ergibt folgendes Bild, das je nach der Auifassung der Zugehbrigkett der Abgeordneten zu einer Berufslategorie bezw. zu einer Partei kleinere Verschiebungen erfahren kann. In den Reichsiag sind gewähtl 8 Fürsten und Prinzen, 10 Grasen, Z'j Rittergiusbesitzer, 36 Guts-, Bofbesitzer unb Landwirte, 11 Amtmänner, Ccloiumiietute, Landwirtiuiasisräte usw., 4 Landrate ^auch solche a. T.), 4 frühere Müllars, 13 Regierungs- unb Geheimräte, 34 Gerichtsbeamte, 38 Rechtsanwälte, Zustizräte, 'Jlotatc, Syndici usw., 6 Aerzte, 6 Prioatveamte und andere Beamte, mit Ausnahme derjenigen in Kirche unb Schule, 45 Beamte an äircyen und llnterrichtsanstalten, 23 Kommunalbeamte, Bürgermeister, Siadträte, Senator usw., 33 Schriftsteller und Redakteure, 38 Gewerbetreibende und Aausleute, 7 Kommerzienräte und Kommissionsräte, 8 Remner und Privatiers, 24 Direktoren, Generalsekretäre, Verbandsoorsitzenoe und Arbeiter- sekretüre, 12 Abgeordnete ohne Berussangabe. Laßt man die naturgemäß auftretenden Schwankungen in der Zahlung außer Betracht aond -tcht die Grenzen für die verschiedenen Beruss- kategorien und Erwerbststände etwas weiter — beispielsweise unter Hinzurechnung der Prinzen, Fürsten und Grasen zu der Klasse der in der Landwirtschaft tätigen Abgeordneten oder der Abgeordntten „ohne Beruf" zu der Klasse der Schriftsteller und Redakteure, was in den meisten Fällen zutreffen wird — Jo zeigt sich, daß die Landwirtschaft mit 94, Industrie unb Lande! mit 89 (einschließlich 8 Privatiers), mtH- iärische Kreise mit 4, der Bearntenstand mit 56, Kirche unb Schule mit 45, ber Anwaltsta nd mit 38, ber Aerztestanb mit 6, der S chr ift ste tlerh eruI mit 45, bie Kommunen mit 23 Abgeordneten vertreten sind. *
Luch bie berufliche Zusammensetzung ber einzelnen Parteien ist nicht ohne Interesse. Tie konservative Partei stelll 17 Ritterguts- und 11 Gutsbesitzer usw., 5 Amtmänner, Lekonomie- räte usw., 3 Gerichtsoeamte, 2 Anwälte, 3 Gewerbetreibende,
1 Militär, 1 Kommerzienrat, 1 Landrat, 7 Fürsten, Grasen und Eble, 5 Regierungs- und Geheimcätt, 1 Rentner, 2 Tirektoren, Generalsekretäre usw., 1 Bürgermeister. Ter Reichs Partei gehören an 1 Ritterguts- uno 5 Gutsbesitzer, 1 Amtsvorsteher, 1 Beamter, 3 Gerichtsbeamte, 3 Kirchen- und Schulbeamte, 1 Gewerbetreibende, 1 Militär, 1 Arzt, 1 Kommerzienrat,^! Fürit,
2 Regierungsräte, 1 Bürgermeister, 1 ohne Beruf. Tie Re- formvartei. Deutschsoziale und E h r i st l i ch s o z i a l e setzen sich zusammen aus 1 Gutsbckitzer, 2 Gerichts beamten, 1 ^x.e» diger, 2 Gewerbetreibenden, 1 Kaufmann, 3 Schriftstellern, 3 Parteisekretären. 1 Bürgermeister, 3 ohne Beruf Tie wirtschaftliche Bereinigung sendet 6 Guts-, -- '.&ec unb Landwirte, 2 Anwälte, 1 Tircktor, 1 Beamten und 1 beamten ut den Reichstag. D^rn Zentrum geboren an 2 Ritterguts-, 11 Gutsbesitzer und Lane wirre, 2 Amununn« u,w., 23 Kirchen- unb Tchulbeamte (einschr'.-ß-ich des Kaplans unb Buchdrucker erb es itzers Dasbach), 10 Gew erb ureib ende, 1 SRiluät, 1 Arzt,


