Ausgabe 
21.6.1907 Zweites Blatt
 
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Nr. 148

Erschein! ILgNch mit Ausnahme des Sonntag».

General-Anzeiger für Oberhessen

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TieGlehener Samillenblötter werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatt für den Kzds Liehen" zweimal wöchentlich. Der.hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Anm.^ Tie iq Klammern gejetzren Ziffern geben an, rote viel der Todessälle in der betreffenden Krankheit auk do» auSwärt» nach (Ließen gebrachte Kranke kommen.

Vorsitzenden angerrglen ru-schluß eiik-3 VrrgllichiS leimte derl Privatkläger ab, da der Vorwurf für ihn, den jrichrrcn Gou­verneur und jetzigen Vertreter derKöln. Ztg." in Berlin, außer­ordentlich schwer beleidigend sei. Tie Nichtbestrafung E^bergkrS müßte iu einer Verrohung deS politischen Tones ohnegleichen führen. Lrzberger wurde zu c in erWoche Gefängnis und zur Tragung der Kosten vertirteill. Bennigsen wurde bie PublikationSbcingnis zugcsprochcn: der leUtcre wurde von der Gegenflagc sreigeivrochen.

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Herziehler Brustfellentzündung Schlagfluß Basedow-Krankh. Bauchfellentzündung Nierenschrumpfung Krebs

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angenonnnen zn 30 000 linkt. 1600 "Hann Militär). Sterblichkeitsziffer: 29,96 %e,

Abzug von 28 Ortsiremden: 15,86 Voo.

Kinder

Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Märkte.

)( Marburg, 20. Juni. Ter heutige Schweine markt stand wieder unter dem Zeichen großen Angebots und niedriger Preise. Es kosteten kleine Ferkel 20 bis 25 ML, Läufer 40 biss 50 Mk. uitb größere Einlegschweine 100 bis 120 Mk. das Paar. Zugefahren waren 1170 Stück.

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kadmetts und Generaladjutanten des Kaisers, Generalleutnant Grafen v. Hülsen-Häseler, dem Kaiser über die Angelegenheit Vortrag zu halten. Graf Hülsen-Häseler lehnte aber ab. AuS diesem Anlaß machte der Kronprinz seinem Vater von der Unterhaltung der beiden Potsdamer Offiziere Mitteilung. Daraufhin befahl der Kaiser dem Chef des Mtlitärkabinetts Grafen Hülsen-Häseler und dem Minister deS Innern v. Beth- mann-Hollweg, ihm Vortrag über diese Dinge zu halten. Letzterer erbat sich eine Frist, um sich noch näher zu in­formieren.

* Eine Elefantenjagd sand dieser Tage in Mann­heim statt. Die vier großen Elefanten deS dort gastierenden Zirkus Sidoli wurden von ihren Wärtern Brose und Brambach nach der oberhalb der Neckar-Brücke liegenden Wiese spazieren geführt. Auf bisher unaufgeklärte Weise wurden die Tiere plötz­lich wild und rannten in rasender Flucht den Weg zurück. Der Dresseur Brose erhielt von einem weiblichen Elefanten einen Schlag mit dem Rüssel ins Gesicht, wurde zur Erde geschleudert und das Tier ftürmte dann über ihn hinweg. Der Wärter Brambach, der selbst zweimal zu Boden geschleudert worden war, hielt die rasenden Tiere in der Nähe des Lokalbahnhoss fest und brachte sie in den Stall. Weit nützlicher hat sich ein Elefant aus dem Hagenbeckschen Tierpark gemacht. In einer Kurve in» er Kaiser Friedrichstraße in Stellingen entgleiste ein Wagen der Hamburger Straßenbahn und fuhr aus das Straßenpflaster. Alle Bemühungen der Bahnoeamten, den Wagen wieder in das Gleis zu bringen, blieben erfolglos, und bei dem regen Verkehr, der auf der Linie herrscht, sammelte sich in kurzer Zeit eine lange Reihe von Straßenbahnwagen an. Da in der entlegenen Gegend keine Hilfskräfte zu erlangen waren, wandte man sich a-n Hagenbeck, der sofort einen seiner großen Arbeitselefanten zur Verfügung stellte, mit dessen Hilfe der Wagen bald in das Gleis gebracht werden konnte.

* Kleine Tageschronik. In Dresden stürzte im Zirkus Henry ein Elefant in den Zuschauerraunr. Mehrere Personen wurden verletzt. Es entstand eine allgemeine Panik. Graf Pückler pus Klein-Tschirne, der zu Gefängnisstrafen von insgesamt 4 Monaten verurteilt wurde, hatte nach Verbüßung eines kleinen Teiles seiner Strafe Urlaub zur Bewirtschaftung seines Gutes erhalten. Tort hat er sich längere Zeit aufgehalten. Sein gegenwärtiger Aufenthaltsort ist urrbekannt. In Berlin hat sich hm Neubau des neuen Operetten-Theater« ein schweres Unglück ereignet. Ein eisernes Gerüst stürzte quer über die Straße nach vorn, sodaß die Verbindungs-Eisenstangen bis in die Spree hinabreichten. Ein Droschkenkutscher, der dort seinen Standplatz hatte, wurde schlver am Kopfe verletzt. Ebenso wurde sein Pferd schwer verletzt und der Wagen demoliert. Sechs Ariieiter wurden nach der Eharilee gebracht. Zwei Arbeiter sollen in die Spree hinabgeschleudert worden sein, ohne daß es gelungen wäre, sie aufzufinden. Am 12. Juni wurde auf der Chaussee bei PeiSkretschäm (Schlesien) ein Brautpaar von RowdieS überfallen. Ter Bräutigam wurde furchtbar zugerichtet und ist seinen Verletzungen erlegen. Eine Ueberschwemmung bei Trirota (Griechenhand) hat mehr als hundert Opfer ge­fordert. In Kiel unternahm ein Arbeiter Namens Kutscher einen Mordversuch auf seine frühere Braut, als sie eine Aussöhnung ablehnte. Als Hilfe kam, erschoß Kutscher sich selbst. Bei einem Eisenbahnunfall bei Bebra ist ein bel­gischer Offizier verletzt worden. Er erlitt einen Schlüsselbruch. Die Ursache des Unfalles ist falsche Weichenstellung. Die Schuld tragen zwei Weichensteller, die zu gleicher Zeit den bestehenden Vorschriften zuwider handelten. Bei Nürnberg stürzten vom einem Sandzug 4 Wagen den Bahndamm hinunter. Ein Arbeiter geriet unter einen Wagen und war sofort tot; ein anderer ist leicht verletzt. Ter seit mehreren Tagen ver­schwundene Rentner Peter Bray aus Straßburg wurde jen­seits der Grenze bei Deutsch-Och ermordet aufgefunden. Die Leiche trug eine klaffende Wunde am Kopf und war ausgeraubt. In Berlin schoß der 19jährige Töpfergeselle Wllly Jung auf seine ebenso alte Geliebte. Ter Schuß ging fehl. Darauf verletzte sich Jung durch zwei Schüsse in die Brust tödlich. Er starb, ehe der Arzt erschienen war. Das Motiv ist Eifersucht. Der Untersuchungsrichter am Landgericht München I ist mit einer neuen W u ch eraffüre beschäftigt, in der es 67 Beschuldigte geben soll. Es handelt sich meist um Geschäfte mit wertlosen Aktien, zum Teil auch um Warenwucher. Da die Opfer zumeist auswärts wohnen, zieht die Untersuchung sich in die Länge. In Eisenberg (Pfalz) wurde ein Fabrikarbeiter so brutal aus einer Wirtschaft hinausgeworfen, daß er einen Schädelbruch erlitt, der seinen sofortigen Tod zur Folge hatte.

ii Stiamenjirafje 12. otcUjctbeu. eilige Etien erf. WAO« Surbctf, Krosdüchr Stt.lL.

Gerichtssaat.

R.B. Darmstadt, 20. Juni. Das Kriegsgericht der 25. Division verurteilte den Sergeant Wilhelm Nase­rn an n von der 2. Batterie des 5. Badischen Feldartillerie-Regts. Nr. 76 wegen fortgesetzter Unterschlagung und Tiebstahls, sowie wegen vorsätzlicher falscher Abstattung einer dienstlichen Meldung, veÄunden mit einfacher Fälschung einer Privaturkunde, zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis, Tegradation und Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes. Ter An­geklagte harte als Kasino-Unteroffizier Gelder im Betrage von ca. 900 Mk. unterschlagen, diverse Wellie den Beständen ent­nommen und für sich verwendet, und den Diebstahl durch falsche Buchung zu verdecken gesucht. , ~

)( Marburg, 20. Juni. Ter Stadtschreiber und Spar- kassen-Kontrolleur Job. Christoph Kern aus Welter hatte sich heute vor dem Schwurgericht wegen Unterschlagung im Amt zu verantworten. Äußer einigen kleineren Beruntteu- ungen wurde ihm zur Last gelegt, in den Jahren 1902 bis 1907 in einer ganzen Reihe von Fällen Sparkaisengelder im Betrage von zusammen etwa 9000 Mk. angenommen, aber nicht in die Sparkasse getan zu haben. Im Großen und Ganzen gestand Kern seine Schuld ein, er habe das Geld auf seinen Namen anderen Leuten gegen Handscheine ausgeliehen. Er wurde zu 1 Jahr und 8 Monaten Gefängnis verurteilt.

Der ReichStagsabg. Erzberger zu Gefängnis verurteilt.

Berlin, 20. Juni. Vor dem Schöffengericht des Amts­gerichts Mitte Berlin wurde heute die Prioatklage des Gouver­neurs a. T. von Bennigsen gegen den ReichStagsabg. Erz­berger und die von dem letzteren erhobene Gegenklage ver­handelt. Bennigsen erblickt in einem Passus der von Erzberger während des Wahlkampfes l^audgcgebenen Broschüre:Warum ist der Reichstag aufgelöst.-^ den Vorwurf, seine amtliche Stellung als Mitglied des Kvlomairates mißbraucht zu haben, um sich zu bereichern. Erzberger fühtt sich durch mehrere Artikel in derWin. Ztg." die von dem Privatkläger herrühren sollen, beleidigt. In der Verhandlung betonte Ben­nigsen, er sei niemals Mitglied des Kolon.alrates gewesen. Erz­berger erklärte, er habe nicht in dem fraglichen Passus gesagt, daß Bennigsen sich um Landkonzessionen in den Kolonien beworben oder solche erhalten habe. Als er hörte, daß sich Bennigsen beleidigt fühlte, habe er sofort in einer, in etwa 60 Blänern erschienenen Erklärung ausgesprochen, daß er gar nicht habe behaupten rvotten, rv^rs Seiuügieu aus der Bro>chüre herausgelesen habe; cx habe seine Ehre nicht angretsen wollen. Den vom

politifcbe Tagesschau.

Vom neuen Nalional-Derein.

Man schreibt dem nat.-lib. ,Lpz. TagebM aus München: »Die Nationalztg.- veröffentlichte einen AngrUs aui >en neuen Natwnalverein, in dem der Vorwurf erhoben wird, daß dieser die nationalliberale Partei bekämpfe und den alten Na­tion a l f o j i a l 15 in u S unter neuer Flagge wieder aufleben laßen wolle. Dieser Angriff zeugt von völliger La chunkennlnis. Man braucht nur darauf ymzuweisen, daß unter den (acht) Herren des geschästSiuhrenden Ausschußes des Nationalvereins 4 Nattonallibe- rale sitzen, und daß der letzten Münchener Versammlung der natwnalltberale ReichstagSabg. Wölzl präsidierte. Ter National- verelnhat so Diele Anhänger im nationnllibc- r a l e n Lager, daß es geradezu unmöglich sein dürfte, in diesem Organ, das der Einigung des GesamtliberaliSmuS dienen will, gegen die stärkste liberale Partei vorzugehen."

Diese Zuschrift hätte auch darauf Hinweisen können, daß, wie die Haltung der .Hilfe* und des Generalsekretariats des liberalen Wahlvereins zu der Gründung deS Nationalvercins bewies, gerade in den Kreisen vieler ehemaliger National» sozialen, die sich der Freisinnigen Bereinigung angeschlossen haben, durchaus keine warme Zustimmung vorhanden war bezw. ist. Trotzdem stellte die ,Nationalztg.^ die Sache so dar, als wollten hier Nationalsoziale unter falscher Flagge ihre Geschäfte machen.

DaS Generalsekretariat deS Nationalvereins schreibt unS:

Im Programm der Tagung vom 22.-24. Juni sind einige kleine Aenderungen eingetreten. Die Verhandlungen werden tn iolgrnder Reihenfolge abgehalten werden: Samstag den 22.: AorstandSsitzung, geschlossenePtitgliederversammlung, Volksversamm­lung mit der Tagesordnung .Die Zukunft des Liberalismus und der neue Nationaloerein'. Nach einer Eröffnungsansprache von Pros. G ü n t h e r-München werden sprechen : Pros. G o t h e t n - Heidelberg über die allgemeinen Grundlagen des Liberalismus, und Prof. Siegle r-Straßburg über Liberalismus und Erziehungt- fvagen. In der Diskussion werden der Reihe nach hervorragende Führer der verschiedenen liberalen Richtungen daS Wort ergreifen. Sonntag vormittag '/,9 Uhr wird die ge­schloffene Mugliederversammlung fortgesetzt. Um 11 Uhr wird in öffentlicher Versammlung über die Arbeiterfrage verhandelt, titeierate haben übernommen : Arbeitersekretär Erkelenz-Düffeldorf, Fabrikant Kopp-PirmasenS und Landgerichtsrat Kulemann-Brernen. Im übrigen bleibt das Programm wie bereits mitgeteilt.

Ferner wird unS aus München geschrieben:

TaS Herannahen der Heidelberger Tagung des National- oereinS hat die Diskussion über diesen kürzlich gegründeten Verein aufs neue belebt. Die Gegner deS Liberalismus versuche», mit einigen höhnischen Worten ihre Furcht vor der Möglichkeit der Erstarkung deS Liberalismus zu verbergen, sofern sie es nicht vm-ziehen, die ganze Angelegenheit totzuschweigen. In den einzelnen Lagern deS Liberalismus ist die Zahl derer, die sich anschließen unb die Heidelberger Tagung beschicken werden, in ständigem Wachsen begriffen. ES ist aber nicht zu verkennen, daß eine große Zahl von denen, die durchaus auf dem Boden der liberalen Eini­gung stehen, eine zuwartende Stellung oorzuziehen scheinen. Man will vielfach abroarten, was aus der Sache wird in der Befürchtung, daß möglicherweise trotz allen guten Willens eine einseitige Richtung die Führung erhalten könne. Diese Stellungnahme ist aber sachlich falsch. Wenn man will, daß die Eüiigung nicht ohne Berücksichtigung der oder jener Richtung erfolge, so darf man nicht abwartend draußen bleiben, ob dieser Wunsch sich erfülle oder nicht. Man muß viel­mehr hineingehen und dafür eintreten, daß der Geist der Einigung ein echt liberaler fei. Wer draußen bleibt, kann nicht verlangen, daß feine Richtung von Einfluß auf den Gang der Tinge werde. Dariim muß jeder liberale Politiker für den Anschluß seiner Freunde an den Nationalverem tätig sein.

Saatenftand in Preustea.

Mitte Juni 1907, wenn 2 gut, 3 mittel, 4 gering bedeutet: Winterweizen 3,2 (Vormonat 3,3), Sommerweizen 2,5 (2,6), Winteripelz 2,6 (2,8), Winterroggen 2,8 (3,3), Sommerroggen 2,7 (2,8), Sommergerste 2,4 (2,5), yafer 2,4 (2,5), Erbsen 2,5 (2,6), Ackerbohnen 2,5 (2,5), Wicken 2,5 (2,6), Kartoffeln 2,6 (2,7), Zuckerrüben 2,6 (2,6), Winterraps und Rübsen 3,5 (3,6), Flachs 2,7 (2,7), Klee 3,4 (3,3), Luzerne 3,1 (3,1), Rieselwiescn 2,7 (2,6), andere Wiesen 3,1 (3,0).

Sellen wird die Befruchtung als nicht hinreichend bezeichnet, lieber das Vorkommen schädlicher Pflanzen und Tiere wird von den meisten Vertrauensmännern berichtet, über nachweisbare Schäden durch sie aber nur ganz vereinzelt. Vom Wiiucrweizen, der bekanntlich in bedeutendem Maße durch Winterschaden ver­nichtet wurde, hätte, so wird vielfach betont, noch mehr als geschehen, umgeackert werden müssen, weil sich, wider Erwarten, wenig Pflanzen wiedergefundcn haben. Ter ziemlich allgemein lückige Bestand jeder stehengelassenen- Zieste soll aber kräftige, wenn auch fur&c Halme haben und in einigen westlichen Landes­teilen trotz des langen Winters bereits in der Aechreubildung begriffen sein. Wegen jn dünnen Bestandes ist eine zifsermäßige Begutachtung stcllenwclle unterblieben. Der in Preußen wenig gebaute Winterspelz hat sich besser erholt, der Winterroggen hat sich mit wenigen Ausnahmen zufriedenstellend entwickelt, auch an ihm werden die Halme vielfach als kräftig, wenn auch nicht lang, und nicht selten recht gute Aehren gerühntt. Ganz vereinzelt neigt er zum Lagern. Seine Blüte, die in nordöstlichen Gegenden eben erst begonnen hat, geht meist gut von statten und ivird demnächst beenbet sein. Selten ist sie durch Regengüsse und Nacht- ftöfte gestört worden. Allerdings hat auch der Winterroggen in man eben Gegenden etwas dünnen Bestand erhalten. Als recht nachhaltig haben sich die Winterschäden noch an den Oelfrüchten, | Winterraps und -Rübsen, erwiesen, mhem auch bei diesen eine merkliche Erholung vergeblich erwartet wuxde. Die Sommer­halme und die Hülsenfrüchte haben sich zufriedenstellend ent­wickelt und sind fast durchweg als über dem Mütcl stehend be- gutachtet worden.

MarkeFürst ßismimf' sciiistc 10 Pfg. Zigarre empf. G.C. Volk, Bismarcksrr. 16, Ecte Ludmigstr. NeichhalligesLager nur aneri. ersMassiger Zigarren- und Zigaretten-Fabritare. 4üi

Arveiterveweguns.

B er lin, 20. Ium. Ter elswoeyige DachdeckerauS- stand wurde heute durch Einigung vor dem Gewerbegericht beendet. Vereinbart rourbe 8'/,siünbiger Arbeitstag und fünf Jahre gültiger Lohntarif unter Zugrundelegung eines Mmimal- stundenlohns von 80 Pfennig, steigend während der Tarifdauer auf 85. Die Arbeit wird umgehend ausgenommen.

Hamburg, 20. Juni. Ter Streik der Seeleute ver­läuft im Sonde. Die Zahl der Seeleute, bie entgegen den Ver­sammlungs-Beschlüssen wicöcr Schifisdienst nehmen, wächst täglich. Deshalb beabsichtigt man, in einer für jrcitag einberufen 18ev- sammllmg über das Ende des Streiks abzusummen.

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Aus Stadt und Land.

Abdruck unserer durch Äorrespoudeuzzcicheu keuutlllh ge- machteu Lrgiiralartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Anz.) gestattet.

Gießen, den 21. Juni.

* Audienzen. S. K. H. der Großherzog empfina ant Mittwoch in besonoerer Audienz den Priilzen Friedrich von Sachs en-Meiningen, Herzog zu Sachsen, Komman­deur des 5. Badischen Fcldartillerie-Regts. Nr. 76, unb ben Kais. Russischen Ministerrcsidenten v. To üben s ky; ferner Professor K öiiig , Oberbürgermeister Mecum, Kommerzienrat Gail unb (wie schon mitgcteilt wurde) Professor Trt. Fromme aus Gießen.

** Ernannt würbe ber Schulamlsaspirant Friebr. Klee aus Bab-Nauffrim zum Lehrer an ber Taubstummenanstalt zu Friebberg, uiitcc Belassung in bei Kategorie ber Volksschullchrer.

** Erledigt ist bie Stelle eines HauptsteueramtS- assistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz.

ä. Hungen, 20. Juni. In seiner Wohnung er­hängt hat sich heute vormittag der in den 5Oec Jahren stehende Arbeiter D. von hier. D. war schon längere Jahre leidend und dürste dieZ der Grund zu der unseligen Tat sein. Er war verheiratet und hinterläßt eine Frau und sechs Kinder. Ende voriger Woche wurde hier ein Uhr- macherlehrling verhaftet, der sich verschiedene Ver- untreuungen zu Schulden kommen ließ, indem er Waren aus dem Laden seines Lehrherrn entwendete und wahrschein­lich für geringes Geld veräußerte. Ter ungeratene Junge, der aus achtbarer Familie stammt, dürste exemplarisch be­straft werden.

[] Marburg, 20. Juni. Heute mittag brach im Dach­stuhl de§ Schenk'schen Damenpensionats Feuer aus, das jedoch durch die Feuerwehr bald gelöscht wurde.

sd. Darmstadt, 20. Juni. Wie Bürgermeister Dr. Glässing in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten- versamnilung mitteilte, hat der Schulvorstand beschlossen, die .Ferien der Volksschulen denen der häheren Schulen glcichzu lcge ».

Vernrisctztes.

Zur Eulenburg-Afsäre wird uns aus Berlin geschrieben: Wie der Kaiser von den häßlichen Dingen der Liebenberger Tafelrunde Kenntnis erhielt, geschah auf folgende Weise: Eines Tages unterhielten sich m Potsdam zwei Offiziere des Gardekorps über die von der ,Zukunft^ an­gedeuteten Dinge. Der Kronprinz, der sich zufällig in der Nähe befand, Härte einen Teil des Gespräches und er­suchte die Offiziere, ihm nähere Mitteilung zu machen. 2lm folgenden Tage ersuchte der Kronprinz den Ches deS Ntilitär-

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Cvangelische Gemeinde.

Sonntag den 23. Juni, 4. Sonntag nach Trinitatis: chotlesdieail.

In ver Stadtkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre für die Neukonsirmierten au5 der MarkuS- gemeinde.

Vormittags 9'/, Uhr: Professor D. Stamm.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Atatthäusgemeinde.

Pfarrassistent Steiner.

In der JohauueSkirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euter.

Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der LukaS- gemeuibe.

Vormittags 91/? Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Beichte unb heil. Abendmahl für dieLukas-undJohanneS- gemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Ge­meinde erbeten.

Vormittags llx/4 Uhr: Kinderkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer A u s f e l d. .

Abends 8 Uhr int Konsirmandensaal: Versammlung unb1 Bibelbesprechung.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 22. Juni 1907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 23. Juni, u. Sonntag nach Pfingsten:

VonnittagS von 6L Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Konununion.

, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.

um 9V, Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachinutaqs um 2 Uhr: 6 brticnlebre; daran) Andacht.

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23. Woche. Vorn 2. bis 8. Juni 1907.

Zweites Blatt 157. Jahrgang Frettag 21. Jm»i 1907

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