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19/10/1907 Zweites Blatt
 
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ifo. 5546 Zweite ttr1<6«nt IStzllH mtt AuSnakim« des SomudgJ. Die«kSrtsa $amilknb!Stt«~ werden dem .»njt.qer* viermal wöchentlich beigelegt das Krcbbletl fäj den Kreis Siezen" zweimal wSchenlluh. Der »hesUche tanbroirt" erscheint monatlich etnrnaL

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ag LL-. Oktober 1907

Rotationsdruck und Verlag der VrühNchen UnwersitätS - Buch- und btetndruckeret.

R. Lange, Gieße«.

Redaktion, Expedition und Druckerei: bchul- straße 7. Expedltwn und Verlag: 5L

Redaktion: 112. Tel.-Ad ruAnzetgerGreßen.

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Lie 5soutmunerr als Geschüftskoukurrenten.

DieLudwesrdeutsche Korrespondenz" schreibt:

Unser modernes Volksleben mit all seinen wirtschast- chen Neuerungen hrrt in logischer Konsequenz seiner Ent- ickelung neben unv-erkennbaren wohltätigen sozialpoliti-

^^unsienlÄnsten auch Mißstände verschiedener Art 'Zeitigt. Ein solcher ist z. B. das Bestreben der Gemeinde- -rwaltungen, den sog. Zwischenhanoel aus der Erwerbs- asse bcv Volkes auszuschalten, woraus sich lediglich eine onkurrenzrernng seitens der Kommunen ergibt und er- ,bcn muß, denn der Zwischenhandel läßt sich nun ein- aV ax}; unserem Wirtj cha ftsl-ebeu nicht em facha.us- tyauen ; dura) das Eingreisen der Kommunen erhält er ur eme andere Form, anstatt individuell wird er kom- cunal. Zilgegeben soll werden, daß die Gemeindeverwal- rngen sich bei ihrem Vorgehen auf diesem Gebiete von uten Motiven leiten lassen: sie wollen an Konkurrenten es Hanvcis (dieser kommt ja hierbei vornehmlich in Be- :acht), oer Industrie und der Gewerbe preisregulierend irken, ihren Angehörigen billige Ernkaussgelegenheit ver­fassen.und, last not lec.»,t, sich eine ergiebige Einnahme- uciie sichern, um den Gemeindehaus halt ordentlich führen r können. Im großen und ganzen bleiben diese kommu- alen Unternehmen jedoch nur soziale Experimente mit achteiligen Folgen. Es ist hierbei wohl zu berücksichtigen, dcu konununalen Verwaltungen bei ihren Konkurrenz- trieben in den meisten Fällen die praktische Erfahrimg und ie technische Fertigkeit mangelt, und daß aus diesen Grün- ?n große Verluste durch Verderben von Waren entstehen innen und auch tatsächlich schon entstanden sind. An cispielen fehlt es nicht, daß kommunale Schlachtereien, äaereien, Verkaufs hallen für Lebensmittel mib Masseu- onsumartitel, wie bohlen, Holz, Petroleum u. dgb mit hr schlechten Resultaten abschlo^sen, und dabei hatten sre och obendrein auf den ortsansässigen Handel und das okalgelverbe durch die Preisdrückerei recht nachteilig einge- irkt, ohne daß die Konsumenten irgendwelchen nennens- crten Vorteil davon hatten, weil ja die Kommunalver- allungen bei dem Verkauf nicht unter die Preismittel- uie herur.tergehen konnten, falls sie nicht mit effektivem grinst arbeiten wollten. Durch die Ringbildungen und ie Trusts ist eben auch den Kommunen ein Preislimite ']teilt, das rrescntliche Einlaufsvorteile nicht zuläßt. Auch noch die Institutionen dar Konsum vereine, Einkaufs- und ^erraufsgenojsenschaften, sowie durch die Rabattsparmarken- ereine ist gegen eine willkürliche Preissteigerung ein sehr ickjames Gegenmittel geschaffen. Aber einmal ganz abge­hen davon: vom reineu.volkswirtschaftlichen Standpunkt Llcin schon ist es entschieden zu verurteilen, daß dem seß- ajten Handel und Gewerbe von den Kommunalverwaltun- en eine ^tonkurrenz gemacht lvird, durch die man jenen -eruf^- und Erwerbszweigen, die sozusagen das Rckickgrat es Bürgertums bilden, die Existenz ganz außerordentlich .-schwer: oder gar unmöglich macht. Daß unter solchen rnststuden die Steuerkraft der genannten Erwerbsklassen ebentiich geschwächt jverdeu muß, ist einleuchtend. Die -teuerkcaft der Ortsangehörigen ist aber doch das Funda­ment eines reellen Haushalts in oen Gemeinden. Endlich t es unbillig, zu verlangen, daß die von der kommunalen onkurrenz mitunter hart bedrückten Berussklassen auch noch x den Kosten für Einrichtungen beitragen sollen, durch die e bedroht und faktisch benachteiligt werden. Die Kom- runen sollten u. E. ihre sozialpolitische Aufgabe darin er- lickeu und betätigen, daß sie Einrichtungen charitativeu Cha- ackerd, hygienischer Natur treffen, Volksküchen errichten, llterSvcr;orgungs§asseu gründen oder auch Fonds zur Unter» rchung von unverschuldeter Arbeitslosigkeit ustv. schaffen, ^immernwhr aber kann es ihre Aufgabe sein, denen die :xistenz zu erschweren, die verpflichtet find, zur Existenz der .ommunen sechst mit beizutragen. Eine derartige Kommu- alpolitit ist nicht dazu angetan, den Mittelstand zu halten nd zu fördern, wie es die Aufgabe unserer Zeit ist und sein ruß.

SHjung öer Stadtv crov-netsn.

Gießen, 18. Oktober.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beig. Curschmann nd Heyligenftaedt; die Stadtverordneten Brück, Eichenauer, tmmelius, Euler, Haubach, Helfrich, Huhn, Jann, Jughardt, krumm, Leid, Lover, Loos, Orbig, Petri,-afßtaedt, Wallerrfels, Dt. Wimmenauer.

MilLeilnngen.

Ter Vorsitzende teilt mit, daß die Stadt den Prozeß, en zwei Gcrbereibefitzer wegen des durch die Kanalisation in chrtsaä gelom-uemn Wassers aus der Stadtbach angestrengt hatten, n allen drei Instanzen geroonnen hat. (Hierüber wurde im ^ieß. Anz. schon berichtet.) t r = _rc.

Die Stadt hat ein Grundstück in der Stephansmark von oob Ituadratmeter Größe, das an städtischen Grunobesrtz u 12 Mk. für den Quadratmeter erworben. Aus Ansrage des ötadtv. Huhu bestätigt der Vorsitzende, daß hiermit die -vnrch- ührung der Bismarck- und Goethestraße möglich ist.

Bangesuche.

Bruno Büttner will bei seinem Fabrikgebäude in der Zrantiurl.r Straße einen kleinen Anbau eiligen, ^er Dt-Pens, »er erjordcrltch ist, weil das Gebäude außerhalb des Bebauungs- 'ÄS?.?««!. L« ßaus am tbcarktplatz einen kleinen Umbau vornehmen will, wird, rotzdem da-) Haus gegen die FluchUmie vorsteht, genehmigt, veil c'r W'ri des Hauses dadurch keine Erhöhung erfahrt.

BÄr '" Ül o s er will, außerhalb des Bebauungsplans am Wieseck^c Weg bezw. an dem Weg nach dem Furstenbrunnen,

''"°LKliokT^K°ssti1-Ät Genehmigung nach, -«stelle d«

Einblick in den Garten nicht b-mtt-chttgt.

r MLe Bebauungs-

>tcc seinerzeit von < riebt die erforderliche Geneh-

»lan jüc die Schwarzlach hat ^'drinisterimn hat eine Skizze mguiia erha len xctS Ansicht des Mini-

welchen

Bürgermeisterei übergeben. Tie sonst in solchen Fällen übliche gemeinsame Besprechung fand bis jetzt nicht statt, da aber eine Anfrage des Ministeriums wegen des Standes der Angelegenheit vor liegt, muß die Sache jetzt entschieden werden.

Wie der Vorsitzende aussührt, ist der vom Ministerium stammerwe Entwurf nicht als eine Verbesserung des ursprünglich beschlossenen Bebauungsplans anzuseheii und zwar aus fotgeuoen Gründen: Ter Asterweg, der die einzige Verbinduugsstraße des Bauquartiers mit der inneren Stadt ist, ist auf dem Entw"rf nicht durchgeführt; es ist keine Rücksiä)t auf Anschluß an den bestehenden Bebauungsplan für die Marburger Straße genomn.en. Die längs der Bahn vorgesehene Straße ist zu schmal, um eine später ev. notwendige Verbreiterung des Bahnoammes zu er­möglichen. Eine direkte Verbindung des Wiesecker Wegs mit Eifenbahndurchgang fehlt. Ferner ist eine Anzahl Straßen mit nur acht Vceter Breite und ohne Vorgarten vorgesehen, so daß zu wenig Luft und Licht Zutritt bekommt. Auch die beiden von der Stadt vorgesehenen Kinderspielplä^e sind germajen, dagegen smd die Baublöcke zum Teil zu groß und zu lang (bis 180 Meter). Auch der schöne Blick auf den Gleiberg, den der besch'ojfene Plan vorsah, ist nach dem Plan verschwunden.

Stadw. Leib fragt an, was das Ministerium zu einer der­artigen weitgehenden Abänderung des Bebauunugsplanes ver­anlaßt habe. Ter Vorsitzende erwidert, daß ein stichhaltiger Grund nicht voczüliegen scheine.

Staotv. L ö b e r hält die Schaffung größerer Baublöcke im Interesse der Ansiedlung größerer Jndustrieunternehmungen für recht wünschenswert, zumal in jener Gegend das Gelände noch nicht so teuer sei. Auch für kleinere Leute wäre es recht gut, wenn dort industrielle Anlagen entständen, da sie bann in der Nähe ihrer Arbeitsstätten wohnen könnten.

Der Vorsitzende weist darauf hin, daß die kleineren Baublöcke früher von der Versammlung beschlossen worden seien. Zur An­lage kleinerer industrieller Anlagen seien die Baublöcke groß genug, größere Anlagen könnten sich am Schisseuberger Weg niederlassen, wo genügend Platz vorhanden sei.

Stadtv. E m m e l i u s spricht sich im Sinn der Aussüh'rungm des Oberbürgermeisters Mecum aus. Tie Verhältnisse seien hier besser zu übersehen, wie am Ministerium. Tie Aiöglichkeit einer Verbreiterung des Bahndammes müsse unbedingt erhalten bleiben, schon mit Iiücksicht auf die ev. Einführung der Fuldaer Bahn an dieser Stelle.

Stadtv. Krumm hält ebenfalls den von der Versammlung früher beschlossenen Bebauungsplan für richtig und zweckmäßig. Er halte überhaupt das von der Negierung ausgeübte Aufsichts- recht für zu weitgehend. Für derartige Eingriffe in die Selbst­verwaltung dürften nicht die Liebhabereien einzelner Beamten, sondern nur zwingende Gründe maßgebend sein.

Nach kurzer weiterer Tebatte, an der sich die Stadtvv. Wallenfeld, Schaff st aedt und Löb er beteiligen, be­schließt die Versammlung, von den vom Ministerium angeregten Abänderungeu absehen zu wollen.

Eine Eisenbahndebatte.

Stadtv. Haubach bringt nochmals das Kleebachtal-Bahn­projekt zur Sprache, das für die Stadt Gießen von großem Wert sei und auch yvn den Gemeinden des Kleebachtales gewünscht werde. Mit dem Bescheid, daß Preußen die Vornahme der Vor­arbeiten nicht genehmige, dürfe man sich nicht zufrieden geben. Man solle energische Schritte tun, damit diese Entscheidung, die vielleicht von einer untergeordneten Behörde, einem Landrat, getroffen worden sei, zurückgenommen werde. Gießen sei zweifellos durch verschiedene in letzter Zeit entstandene Bahnen in Ober­hessen geschädigt worden. Tagegen sei nichts zu machen, denn auch die kleinen Städte verlangten mit Recht Verücksichtigiing ihrer Interessen. Aber das könne Gießen verlangen, daß es nicht Verkehrsverbindungen vorenthalten bekomme, die ihm , einer ^age nach gehörten und die von allen Beteiligten gewünscht würden, bloß weil Preußen die Bahn der preußischen Stadt Wetzlar zuführen wolle. Er stehe durchaus nicht auf dem Standpunkt, daß man gleiches mit gleichem vergelten und z..,B. Praßen die Erlaubnis zur Vornahme der Vorarbeiten für ine Lime ButzbachWetzlar rächt geben solle, aber man solle sich an die Negierung, an unseren Landtagsabgeordneten, sowie an den Reichstagsabgeordrieten wenden, damit diese Schritte zur Aufgaoe dieses preußisch-partikularistischen Standpunktes unternehmen.

Ter Vorsitzende führt den ablehnenden Belcheid darauf zurück, daß die Kleebachtalbahn den Gießener Güterbahnhoi ent- ^^^StadG.' Haubach hält dieses Argument für keinen aus­reichenden Grund, Gießen eine Bahn nicht zu geben, auf ine e§ berechtigten Anspruch habe. . . ,

Stadtv. Krumm unterstützt die Forderung, des Stadtv. Haubach durchaus. Er macht ferner darauf ausmeryam, daß die Marburger Kreisbahn bis Mücke verlängert werden solle, was abermals einen Verlust für Gießen bedeuten werde. Auch solle man die frühere Absicht, die Bieoertalbahn bis Hattenrod zu verlängern, wieder ernstlich aufnehmen, ^zm Gegensatz zu Stadrv. Haubach ist er der Ansicht, daß Hessen auch^ Preutzen so lange die Genehmigung für die Vornahme von Voraroeiten auf hessifck^m Gebiet versagen solle, als dies umgekehrt so verfayrc. ^re Behauptung, daß der Gießener Bahnhof zur Ausnahme neuer Linien zu klein sei, könne unmöglich richtig lein; es sei noch ge­nügend Platz zur Erweiterung vorhanden und anderwärts^, z B. in Friedberg, habe man Bahn auf Bahn iN ebenfalls angeblich unzureicheiäu: Bahnhöfe eingeführt. . . ,

Stadtv. Eichenauer führt aus, nach seiner Kenntnis bei Ni>rbältnisse sei es richüg, daß die Genehmigung lediglich zu kunstin Wetzlais nicht e^ilt werde. Tee Handelskmumer habe seinerzeit lange auf eine Antwort warten muhen und diele sei erst gekommem nachdem Preußen die GenelMigung zu Vorarbeiten für Öbie Linie WetzlarButzbach gehabt haoe ^oas Kleebachtal wolle seinen Anschluß nach Gießen haben und man socke nichts unversucht lassen, um die Baon zu bekommen. Auch die Handels­kammer werde gewiß gern sich an den ernennen Bemühungen

bete$CTns$orfi6enbe sagt zu, die ersorderlichen Schritte zu tun, womit der Gegenstand erledigt ist.

Verschiedenes.

Ter Feldbereinigungskommissär hat angefragt, ob und unter "ben Bedingungen die Stadt die Unterh altun g de

Dränagen im Feldbereinigungsgebiet rechts der ckabn unternehmen werde. Tas Tiefbauamt hat berechnet daß die Feldbereinigungsgesellschast der Stadt ein Kapital von 40 000 Mk dafür zahlen müsse, da die Trünagegraben leicht verichlammen und verwachsen Es wird aber vorgesastagen,, ganz davon ,ab- ^sehen In diesem Falle sieht das Ge,etz die Bildung einer tz'Är iT ist ebenfalls für Nichtannahmc des An- gebots, hält aber die Berechnung..für, su hoch ^griffen.

J Der Vorschlag der Bürgermeilterei findet Annahme. ,

Die beantragte Ueb ein ahme der U n t e r h altun 9 öw^er Erbbegräbnisse wird gutgeheißen. Für das eine, das x/t. Adolf Mettenheimer gehört, sind 570 Mk. und für das andere, das der Witwe Gg. Noll gehört, sind 905 Mk. zu zahlen

H. Bruchhäuser ersucht in einer Eingabe um eines Bürgersteiges in der $3 o I f ft r a 6 e. Axtä ujttb abgelehnt, da die Atrast^ Mb des BebauuugÄpllmes

liegt und deshalb die Anlieger für die Gangbarkeit zu sorgen haben. Ter Bürgersteig auf der anderen Seile wurde lediglich im Interesse der Spaziergänger nach dem Philosophemvald an­gelegt.

Tie Mollkestraße wird gegenwärtig bis zur Roonstraße befeftigt. Es hat sich als zweckmävlg herausgestellt, das Stück bis zur Kalser-Allee gleich mit herzustellen. Tie dasür enorderlichen GOUO meiden Lewllltgt.

Eine früher für 30 M. jälTrlich verpachtete Wiese zwischen dem Hohleichweg und der Lahn Hal in den letzten beiden Jahren nur 3u At. für das Gras erbracht. Sie soll nunmehr wieder ver­pachtet lucvbcn. Es liegen 2 Angebote vor, von denen das von Gebr. Kahl angenommen wird, »veil diese dort die Baggerberechtigung habeti. Der Pachtzins beträgt 30 At.

Tie Liewrung von Fassonstücken für die Abortanlage des Schulhat-ses an der Schillerstraße, die für 765 M. freihändig an die Firma Hosmattn in Frankfurt erfolgt ist, wird nachträglich genehmigt.

Eme Anzahl Recklmngen finden sodann Genebniigung.

Tie Andreas-Löberstiitiing für 1906,07 schließt mit 3164,56 M. Et>niahine und 2655,37 Ai. älusgabe ab. Das Vermögen betrugt 53352, 66 M. Tie Rechnung und der Voranschlag für 1907/63, der in Einnahme und Ausgabe 2721 M. vorsteht, werben gntgeheißeu. Ai ich für das neue Jahr sind wieder 2050 2JL für ote Unterhaltung von 8 Pfründnern vorgesehen.

Kabelleguiigen solleri erfolgen für Liebigstraße von Nr. 65 bis 97 (Kostenaiifchla.t 2200 Ai. und zwischen Francknrter Straße bis zum Riegelpfad (900 M.). für die Bleichsiraße zwischen Süd- Anlage und Löberstr. und für die obere Lndwigsstraße üoh der Wilhel inst raße bis zum 5iosfel'fcheti Hails. So tueit erforderlich, garantieren die Besitzer der neu anzufchließenden Häufer auf 10 Jahre eine entsprechende Stromabnahme.

Die Stadtv. Krumm, Haubach und Löber befürworten aligesichts der jetzigen niedrigen Kupferpreise die Besteltimg eines größeren Kabelvorrats. Sie soll erfolgen, wenn die Kabelwerke dem Sinken des Kupferpreises gefolgt sind.

3ur Taktangabe :c. bei Bewegungsübungen ist für die Turn­halle der höheren Alädchenschtile eine Klavter erforderlich. Die freihändige Anschaffung eines Jnstrirments wird beschlosien und hierfür ein Kredit von 650 Ast bewilligt.

Dem Eisverein soll auch in diesem Winter die Eisbahn zu den seitherigen Bedniguiigen überladen werden.

Tie beantragte Niederschlaguug von 77,01 Ast Kranken­kaffenbeiträgen, die von deii betr. Arbeitern (meist Kulturarbeitern) nicht mehr beigetrieben werden können, wird genehniigt.

Stadtv. Jughardt bringt zur Sprache, daß ein von Ober* bürgenneifter Ai ecu m mit Herrn Weidig abgeschlossener Kauf­vertrag über das kleine Häuscheii desselbeii in der S onnenstraße, das 45uu M. kosten soll, Nicht die Genehinigung der Baudeputation erhalten habe. Aach seiner Ansicht sei aus verschiedenen Grüiiden der Ankauf empfehlenswert.

Nach längerer Debatte hierüber, arider sich der Vorsitzende sowie die Stadtv. Loder, Wallenfels, Huhn und L'lrumm beteiligen, wird beschlossen, daß die Baudeputatlon die Angelegenheit noch mals prüfen und event. zum Anlauf schreiten soll.

Folgende W i r t s ch a f t s k o n z e s s i o n s g e s u ch e finden Befürtvortung: Bon Ltidwig Haas für Sonnenstraße 13 fZum i/airbgrai), Gottfried Abel für Wolfstraße 9 (Vergrößerung)^ Wckh. Werke für Landgraf Philipp-Platz 10, für das Gewerk­schaft s h a u s, voti Karl K t nk el hier, Ecke der Lölveii- und Kathariilcngaffe tind Karl Schwab für das Stad tt Heater,

Stadtv. Löber fragt an, wie es mit der Fertigstellimg der' Wes erstraße stehe, wo jetzt unhaltbare Zustände heiTscht^is und regt dann die Verbreiterung der Dammstraße an. Tort sei es, wenn -einige Fuhrwerke darm verkehrten, für die vielen die Straße passterendeii Schulkinder geradezu lebensgefährlich. Man solle mit der Verbreiterung nicht warten, bis erst ein Unglück geschehen fei.

Ter Vorsitzende erwidert, die Herstelliing der Weserstraße- könne er ft erfolgen, wenn einige der Anlieger für die Gelände- ftliefe, die für die Straße erforderlich seien, von den jetzigen un­vernünftigen Fordermigeti abließen. Die Verbreiterung der Tamm- straße werde ebenfalls zu teuer, da hierfür einige Häuser erworben werben müßten. Auch hier seien die geforderten Preise außer- gewöhtckich hoch, namentlich für das hauptsächlich m Frage kommende Hofmann'sche Haus. Von dem Schulleiter, der doch m erster Linie dazu berufen sei, sei übrigens noch, keine Mitteilung erfolgt, daß die Paffage für die Kinder lebensgefährlich fei.

Stadtv. Huhn regt an, zunächst die Hoimann'sche Hosraite niederzulegen, da hiermit die fchlimmste stelle beseitigt werbe. Dies werbe 34000 Mk. erforbern, was bie Sache wohl wert sei.

Ter Vorsitzenbe bemerkt, bamit sei bie Sache nicht ge­tan, die Verbretterung werde wohl 100 000 Akk. erfordern und so­viel sei die Sache nicht wert

Stadtv. K r u m m ist ebenfalls der Ansicht, daß man beide Gegenstände so lange nicht weiter betreiben solle, als die Belcher nicht von ihren unverhältnismäßig hohen Forderungen ablie»;en.

Stadtv. Löber tritt nochmals für baldige Erledigung beider Gegenstände ein und betont, daß die Stadt auch den Mietern von der Weserstraße Rechnung tragen müsse. Hierauf wird Der Gegen­stand verlassen. r

Stadtv. Jann fragt, wie es mit der Besetzung der erledigteu Stelle an der höheren Mädchenschule stehe. Die Zustände seien unl>allbar, die 3. Klasse habe z. Zt. keinen Unterricht m Geographie und Geschichte und nur eine Stunde deutschen L-prach- Unterricht. , , , . . ~ , r

Der Vorsitzende hat sich wiederholt in der Sache be-, müht und die Zusicheruiig erhalten, daß die Stelle besetzt werbe sobald Leute kei seien. c c

Stadtv. Jann bittet nochmals dringend, für Abhilfe zu so^Stadtv. Krumm regt an, den Lehrplan zu ändern und die ausfallenden Stunden auf mehrere Klassen zu verteilen, wahrend Stadtv. Emm el ins die Einstellung eurer Aiishilfe befürwortet.

V

In der nichtöffentlichen Sitzung wurde an Stelle von Pfarrer Euler Pfarrer Schwabe als Atitglied der 'Jlvmenbepu* i a t i o ii gewählt.

- STaOt unO Land.

Gießen, 19. Oft. 1907.

- Vom Großherzoglichen Hofe. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog begaben sich, nach Der .Darmst. Ztgck', am Donnerstag nachmittag im Auto zur JagD nach Viern­heim. Der Prinz iinD Die Prinzessin Franz Joseph von Battenberg waren am Donnerstag zum -i,ee nach ^agegähloß WolfLgarten geladen. Die Prinzessin Heinrich von Preußen begab sich am Freitag vormittag mit Gefolge nach Karls­ruhe und kehrte im Lause des Nachmittags wieder nach. Jagdschloß Wolfsgarten zurück.

** Folgendes Dankschreiben des General­kommandos des 18. A r m e e k o r p s ist dem Großh. Staats­ministerium zugegangen:

Dem Groß!). StaatSministerimn verfehle ich nicht, nach Abschluß der Herbsmbungen und Eingang der bezüglichen