Ausgabe 
16.3.1907 Viertes Blatt
 
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^anOwirtldjattgtjß.

Berlin, 15. Mär,

fd nittlub 0,81 Tro;., was cmc SchmlDcntilgung von 181877,77 M. iür Lao erste Jahr uu»mad;t. Der regelmäßige Say war la Proz.

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Nr. 53.

S'ta arz, mit Etui, per Stück 1L1-70- r. 58. Dasselbe, Ohl, p. St & >3.70

Samstag 1«. März 1907

157. Jahrgang

Viertes Blatt

Skr. 64

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckeret. R. Lange, Gießen.

Die «ichener Zamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblott für den Kreis Siehen" zweimal wöchen,' Derhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag : 51.

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Mrchliche Nachrichten

Die Verenngung Der lonfirmierlen iveiblid)e» Jugend der Markusgememde, findet nicht Dienstag den 19., joitDcm Donners­tag den 21. ds. Mts. Abends 8 Uhr slall.

Siebener Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhesien

Berlin,

Generalsekretär Tr. G e e v k e n s-Oldenburg sprad) über die Feststellung der in öffentlichen Zuchtregistern eingetragenen Pi er de, Rinder und Schweine. Der Redner schilderte die Bedeutung und den Wert der genossenschaftlichen Zuchtbc- sirebungen und verlangte die Mithülfe der Reichsstatigik bet der Feststellung der in Zuchtregiftern eingetragenen Tiere bet Ge­legenheit der Viehzählung, da dies ein Moment jei, qualüatibe Lastungen und Fortschritte der Landwirtichast durch die Statistik zum Ausdruck zu bringen. Der Antrag wurde abgelehnt. Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf Maßnahmen gegen den

ttontraktbruch landwirtschaftlicher Arbeiter.

Geh. Oekonomierat Steiger -Loutewitz legte dazu folgen­den Antrag vor:Ter deutsche Landwirtschaftsrat erklärt: 1. Es wird als unbedingt notwendig erachtet, daß Maßnahmen ge­troffen werden, welche geeignet sind, den Kontraktbruch a u s - ländischer Saisonarbeiter zu verhindern. Tie Einführung von Jnlandspässen und zwar seitens aller Bundesstaaten für ausländische landwirtschaftliche Saisonarbeiter wird hierzu als dringend iwtwendige Einrichtung angesehen. 2. Es sind alle Bestrebungen zu unterstützen und zu fördern, welche den Zweck haben, den landwirMaftlichen Arbfiterstand zu heben; ebenso ist aber auch allen Bestrebungen entgegenzutreten, welche aus die Schmälerung der laUdwirtichastlick-en Erträgnisse hm- ,steten und damit die Möglichkeit einer besseren Löhnung der land­wirtschaftlichen Arbeiter verhindern." Der Redner legt£ dazu unter anderem dar, daß der Kontraktbrud) ausländischer S-aisoir- arbeiter zu einer wahren Kalamität geworden fei. Man denke nicht daran, durch die vorstehenden Forderungen den Arbeiter wieder in einem Hörigkeitsverhältnis zu bringen, nur die schwere Sorge um die Erhaltung der deutschen Landwirtschaft zwinge zu den Maßnahmen, die er hier in Vorschlag gebrpdjt habe. Er füge hinzu, daß sich der Kgl. sächs. Landeskulturrat bereits int Sinne der obigen Forderungen geäußert habe.

Der Korreferent von Stockhausen -Abgunst empfahl fol­gende detaillierte Maßnahmen: 1. die Einführung eines Jnland- nachweises zunächst für alle aus den östlichen und südwestlichen Cänbern einwandernden Arbeiter auf Grund dessen der betreffende Inhaber als Arbeiter für eine bestimmt bezeichnete Arbeitsstelle zugelassen ist; 2. Ausländer, die auf Grund eines derartigen Nach­weises im deutschen Reich als Arbeiter zugelassen sind, einer steten Kontrolle zu unterziehen, im Falle eines Kontraktbruchs dieselben sofort auszuweisen und bei Mittellosigkeit auf Kosten des Reiches Über die Grenzen zurückzubefördern; 3. über Arbeit­geber, welche derartige Arbeiter, die nicht im Besitz dieses Jn- landausweises sind, befduftigen, eine angemessene Polizeistrafe zu verhängen. In der Debatte wurde u. a. geltend gemacht, daß die Forderung nach Ausweisung kontraktbrüchiger Arbeiter eine Aenderung Der Reichsversassung bedeuten würde. Auch sonst gingen die von dem Referenten aufgestellten Forderungen viel­fach zu weit. Es wurde noch betont, daß man die ausländischen Arbeiter nickst zu scharf anfaffen dürfe, da sie angesichts der be­stehenden Seutenot ganz unentbehrlich für die deutsche Land­wirtschaft feien. Schon voriges Jahr habe man an ausländischen Arbeitern Mangel- gelitten, nach Einführung der Jnlandpässe würden sic vielleicht ganz ausbleiben.

Geheimerat v. Falkenhaufen vorn. Preußischen Land- wirtfchaftsministerium erklärte zu dieser Angelegenheit, daß Preußen niemals den Legitimationszwang ausschließlich für aus­ländische Landarbeiter einführen werde, denn die Folge würde ein­fach sein, daß die kontraktbrüchigen Arbeiter in die Industrie ab­strömen würden.

Geh. Rat Rettig-Rostock, Herr v. Blödau und Major a. T. von Endell-Posen warnten ebenfalls vor Annahme eines Beschlusses zu dieser Angelegenheit. Denn die ausländischen Arbeiter würden immer weniger zur Landwirtschaft kommen, es fei nur noch eine Frage der Zeit, daß die Landwirtschaft sich wieder mit einheimischen Arbeitskräften behelfen müsse. (Sehr rich­tig.) Tie Beschlußfassung über die Anträge der Referenten wurde schließlich bis zur nächstjährigen Hauptversammlung des deutschen Landwirtschpftsrats vertagt.

Schöffengericht Gießen.

Gießen, 15. Marz. Tie Brandmauer.

Tie beiden Eigentümer eines Hauses in der Walttorstraß' hier waren im Jat-rc 1903 um Die Erteilung Der Genehmigung zur Teilung des Gebäudes in zwei Halsten eingenommen. Si'. wurde ihnen erteilt u,ntcr Der Auflage, Die zwei Gebäudeteile Durch Aus­führung einer Brandmauer zu trennen. Die Eigentümer kamen dieser Mwröuung nickst Nach, sondern veräußerten Die Hofreite an zwei Andere, die jetzigen Eigentümer, von den'n jeder eine Hälfte erwarb, weiter. Es wurde Dabei Dafür garantiert, daß das Gebäude in baupolizeilicher Hinsicht allen Anforderungen genüge. Tie neuen Eigentümer erhielten nun von der hiesigen Bürgermeisterei gern. Art. '56 Der* Städte-Lrdnung je einen Polizeibefehl, in dem ünter Androhung einer Geldstrafe bis zu 90 Mk. ihnen auigegeben wurde. Die Brandmauer bis zum 1. Juli 1905 zu errichten. Obschon Die Frist bis zum 1. August 1905 verlängert wurDe, geschah Dies nicht. Ta sie Der in Dem Polizei­befehl enthaltenen Aufforderung nicht nachkamen, wurDen sie durch Strafbefehl in Geldstrafen von je 50 Mk. genommen. Auf ihren Einspruch kam es &ur heutigen Hauptverhandlung. Begründet wurde Derselbe Damit, daß die ^angewandten Art. 47, 49 und 80 Der Bauordnung hier nicht tu Frage kommen könnten. Da die Eigen­tümer nickst alsBauherren" anzusehen seien. Dann seien sie zur Errichtung der Brandmauer nicht verpflichtet, sondern die früheren Eigentümer, weshalb sie auch nicht in Strafe genommen werden könnten. Im übrigen wurden die tatsächlichen Behaup­tungen Der Anklage yricht bestritten. Das Gericht beschloß, Die Entscheidung auszusetzen.

Strafbarer Müßiggang und Bedrohung.

Ein hiesiger Arbeiter K. hatte sich, seitdem er seine feste Stelle in einem städtifchen Betriebe verloren hatte, Dem Müßig­gang und Der Trunkenheit ergeben. Wenn er auch gelegentlich aushilfsweise etwas .arbeitete, so vertrank er doch sofort Den ganzen Verdienst. Die Folge Davon tolar, daß seine Frau, ttotz- Dem sie Dem .Erwerbe als Waschfvan nachging, sich und ihre Drei Kinder nickst ernähren konnte und Armenunterfttltzung in Anspruch nehmen mußte. Die Armenverwaltung erhob daraufhin Anzeige aem. § 361 Ziff. 5 Stt.-G.-B. Der Angeklagte, der seit zwei Monaten sich von hier fern gehalten und in tiefn Fremde herum­getrieben hat, wurde wegen Der genannten llebertretung zu einer Haftstrafe von vierzehn Tagen verurteilt. Weiter hat er in seiner Trunkenheit seine Frau, wenn sie ihm loeglen seines Lebenswandels Vorwürfe machte, mit einem Meß er in Der Hand mit Totstechen bedroht. Das Gericht tarn jedoch mit Rücksicht darauf, daß .anzunehmen ist, daß Die Frau des Angeklagten, die in Der heutigen Sitzung das Zeugnis verweigerte, mitunter gegen diesen tätlich wurde, zu einer milden Auffassung und verurteilte den Angklagten wegen Bedrohung im Sinne des § 241 Str.-G.-B. zu 10 Tagen Gefängnis.

Sachbeschädigung.

Zwei Arbeiter suchten in angetrunkenem Zustande in einer hiesigen Wirtschaft mit den anderen Gästen Streit anzu­fangen. Sie wurden deshalb aus dem Lokal hinausbefördert. Aus Aerger hierüber schlugen sie dem Wirte mehrere Fenster ein. Zu ihrer Verteidigung führten sie an, sie hätten dies nur ge­tan, um ihren i'n Der Wirtschaft verbliebenen Kollegen, Die nut anderen Streitigkeiten hatten, zu Hülfe kommen zu können. Tas Gericht schenkte ihren Angaben keinen Glauben und verurteilte wegen Sachbeschädigung Den «einen zu 10 Mk. und Den anDercn zu 6 Mk. G e l d st r a f e, event. 3, bezw. 2 Tagen Gefängnis.

Hessische Landes-Hypothekenbank.

Nach dem Geschäftsbericht Der Hessischen Landes-Hypo­thekenbank in Tarmstadt hat Diese im Jahre 1906 sich erftenlich Wetter entwickelt.

Ter Gesamtbestand an unkündbaren Amortisations- Darlehen hat sich auf nahezu 5000 Stück mAj 69 669 804,67 Mk. gesteigert, so daß ein Zuwachs von rund 19 600 000 Mk., verteilt auf 1320 Darlehen, zu verzeichnen ist. Davon entfallen fast 14 000 000 Mk. auf die Hypotheken und etwas über 6V2 Millionen Mk. auf Die Kommunal-« Darlehen (jür die Obligationen-Deckung treten u. a. noch kurz­fristige Vorschüsse an mehrere Städte mit etwa 1 Million hinzu). Der Umlauf an Pfandbriefen und Kvmmunal-Obliga- tionen hat sich auf 70 606 400 Mk. erhöht, so idaß sich für Das vergangene Jahr ein Zuwachs von nahezu 27 000 000 Mk. er-

Aus dem Reingewinn von 407000 Mk. werben u. a. 50000 Mk. Dem ordentlichen Reservefonds und 20 000 Mk. einem neu geschaffenen Pensionsfonds zugewiesen, sowie eine Dividende von 31,20/0 auf Das Aktienkapital von 9 Millionen Mark verteilt.

Die Bank hat es trotz Der während des Mnzen Jahres sich stets verstärkenden Geldteuerung doch bis zum 1. Oktober niüghd) machen können, sich die zur Ausleihung erforderlichen Mittel durch Ausgabe von Z^-Prvz. Papieren zu beschftffen, zuletzt allerdings mit nicht unerheblichen Unkosten. Ter Zinssatz konnte demgemäß bis zu diesem Zeitpunkt auf der gleichen Höhe wie in Den ersten Drei Geschäftsjahren gehalten werden, also auf 33/4 Proz. für Hypotheken und 3,70 Proz. für Kvinmunal-Darlehen, Daneben hatten die Anleiher Die einmaligen Geldbeschaffungs- toften zu ersetzen, regelmäßig in Der Form, daß die Tilgungs­beiträge Der ersten Jahre hieraus verrechnet wurden.

Im letzten Quartal mußte die Bank zur Emission 4prozentiger Papiere übergehen und demgemäß den Tarlehenszinsfuß für neu einlaufende Anträge um \2 Proz. erhöhen (Der Zinsfuß Der früheren Darlehen bleibt unverändert). Es wirb jedoch den Anleihern urkundlich eine Ermäßigung auf 33/4 bezw. 3,70 Proz. zugesichert für den Zeitpunkt, am dem die 4 proz. Obligationen auf 3i/2 Proz. konvertiert sind und diese Herabsetzung für die Jahres­rechnung der Bank voll wirksam geworden ist. In den ersten 8 Jahren ist allerdings diese Ermäßigung infolge der Unkündbar­keit Der PfanDbriese nickst zu erwarten; ist sie laber einmal Durch­geführt, so bleibt sie dauernd bestehen. Tie Berechnung von Geld- beschasfungs°Sosten war infolge des Aaios der 4 proz. Pfand­briefe bei Darlehen nach den neuen Bedingungen nicht erforder­lich, im Gegensatz zu Den früheren Darlehen.

Nach Den Angaben des Geschäftsberichts httt das PuliknM die neuen Darlehensbedingungen günstig aufgenommen. Die Vor­züge Der Unkündbar reit des Amortisationsdarlehens seilens der Bank und des unbedingten Schutzes des Schuldners gegen die Gefahr einer Zinssteigerung lernt es gerade jetzt in der Zeit Der allgemeinen starken Geldspannung besonders schätzen.

Tie Bank hat luieDerum ausschließlich Amortisationsdarlehen gewährt. Der neben Den Zinsen jährlich zu entrichtende Tilgungs­beitrag beträgt für Die Darlehen des vergangenen Jahres durch-

Say war 13 Proz.: ui ja Qu.iiu I iroc 'jusiiuym»ivvi|i. uui - t roz. für Die Tauer des erhöhten Zinsfußes herabgegangen. In den 4 Jahren des Bestehens Der Bank wurden allein auf die Hypotheken im Wege Der plan mäßigen Tilgung rund 1-> Million und in Gestalt von außer. orb;i'''idm Rückzahlungen großenteils neben Der regelmäßigen Alt. ab icrragen. Vyn den Tanern entfällt ein großer Teil auf Rheinyesien, doch wird die Bank aum von Ober Hessen und Starkenburg in steigendem Maße in Anspruch genommen.

Ter Durchschnitt Der Hypotheken aus 1906 beziffert fich auf runD 11700 M7. Im Verhältnis .zu Den ortsgerichtlichen Schätzungen ergibt sich ein durchschnittlicher Prozentsatz der Be­leihungen von nickst ganz 54 Proz. Mehr als Die Hälfte aller Hypotheken kommt auf Beiträge bis zu 5000 Mk und über 3A auf solche bis zu 15 000 M. Es sind also die Vorteile des Tilgungssystems wiederum vorab Den weniger bemittelten Bolksklassen zu gute gekommen. Diese Wahrnehmung wird bestätigt, wenn man Stand unD Gewerbe der Anleiher bettachtet. Tanach waren 515 Anleiher Handwerker und sonstige Gewerbe­treibende, 313 Landwirte, 224 Arbeiter und nur 46 Beamte re., 50 Kaufleute uiü> 94 Angehörige sonstiger Berufsarten.

Zur Förderung des Kl e in wo hnun g s w c s e ns Dienten runD 500000 Mk. Der von Der Bank gewährten Hypotheken.

Was Die VerwenDung Der Darlehen anlangt, so haben von Den Hypotheken ca. l(J3/4 Millionen = 732 Proz. zur Rückzahlung alter SchulDcn gebient. Tie Neuv erschulDung belief sich auf etwas über 3-/4 Millionen = 26V2 Proz. Für Kommunal- Tarlehen betragen Die entsprechenden Ziffern »/» Millwii = 3i/4 Proz und 7'- Millionen = 96-/4 Proz. Auch Diesmal war Der größte Teil Der von anderer Seite auf Die Bank übergegangenen Hypotheken wiederum Kapitalanlage von Privatpersonen gewesen, ivogegen die Uebernahme von Sparkassenforderungen wieder einen ziemlichen Rückgang ausweist. Wur 53/* Proz. Der gesamten Darlehen Des Jahres 1906 Dienten zur Konversion von Anlagen Der öffent­lichen Sparkassen, was nur V- Proz. des gesamten Besitzstandes derselben Daran ausmacht. Ter bisherige Durchschnittszinsfutz be­trug für Die abgelösten Hypotheken 4,44 Proz., was eine jährliche Zinsersparnis von über 71000 Mk., also noch mehr »usmackst, ivie Die ost freiwillig erhöhte jährliche Tilgung für Den gleichen Betrag. Die Zinsenlast Der SchulDner hat mithin Durch Die Konversion eine Ermäßigung um nahezu 15 Proz., also um mehr als 1/7 erfahren.

Von den neu auf genommenen Kommun al- Darlehen wurDen 550 000 Mk. für Bahnbauten, 2 300 000 Mk. für Wasser­leitungen, 2 800 000 Mk. zu Beleuchtungsanlagen, 400 000 Mk. zu Sttaßenbauten, 650 000 Mk. zu Schulhaus- unD sonstigen GemeinDebauten unD 830 000 Mk. zu anDcren Zwecken verwendet.

Als GeldanSgl eichungssteile für die hessischen öffentlichen Sparkassen ist Die Bank auch 1906 in zu­nehmendem Maße in Anspruch genommen worden. Der Umsatz belief sich im Eingang auf fast 12 Millionen, im Ausgang auf etwas über 11 Millionen. An Vorschüssen auf Grund von Wechseln mürben nahe 4^4 Millionen bei einem DurchschmttsdlsPontsatz von 4,18 Proz. beschafft.

Die nach- AQTi74a sind Sonntag;, den 17. Harz von stehenden ÄV 1 L 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutrell'en. I.D/a

I>r. Geyer, Seltersweg 64. JDr. Klein, Ost-Anlage 37. l>r. Zinsser, Goethestr. 10.

Gerichtssaaü.

Mainz, 14. März. Der 32 jährige Privatmann und frühere Kellner Jean Clan ter aus Monzernheini, der am Nachmittag des 29. Juli hier seine frühere Braut, die 23jährige Marie Hoffmann durcy drei Schüsse getötet hatte, wurde heute abend vom Schwurgericht des Totschlages für schuldig befunden, und wurden ihm mildernde Umstände zugcbilligt. Das Gericht ver­urteilte Den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. Nach Dem Gutachten der Irrenärzte steht Elauler an Der Grenze Der Unzurechnungsfähigkeit. Er hatte n. D. Frkf. Ztg. wieDerholt Anfälle von Geistesstörung.

Breslau, 14. Marz. In dem vor Dem Oberlandesgericht verhanDelten Prozeß Des Seniors der gräflichen Familie Ehamare, Grafen FelixEhamare, gegen die W i t w e d e S G r a f e n P i u s Ehamare, geborene Wanda B l a u st e i n ans Wien wurde heule das Urteil verkündet. Im Gegensatz zum Urteil des Landgerichts in Glatz war das Oberlandesgericht der Ansicht, daß fiel) Graf Pius Ehamare, der am 22. Oktober 1903 mit seinem Automobil verunglückte, und der sich am 10. November 1903, zwei Tage vor seinem Tode, mit der aus Breslau ftammenben Schauspielerin Wanda Blaustem, trauen ließ, in einem seine freie Willensbestiminnng ausschließenden Zustand krank­hafter Störung befunden hohe. Tie E h e ist deshalb für nichtig eiflart werden.

Märkte.

Gießen, 16. März.Marktbencht. Auf heutigem Wockenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 0.951.00 Mk., Hühnereier 1 St. 78 Vfg., 2 Stck. 0000 Pfg., Ganseeier 0000 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käss ur. Stck. 68 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Psg., Erbsen p. Pfd. 18-24Pfg., Linsen p. Pfd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80-1,00Mk., Hühner pr.St. ] 001 60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Enten pr. Stück /SO2,20 Alk., Gänse pr. Pfd. 00-00 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 8288 Pfq., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 8082 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 7080 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8084 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 6484 Pfg. Welsche per PfundKartossein pr. 100 Kg. 7 508, Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Pik., Milch per Liter 20 Pfa. Aepfel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Kötben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.200.25, per Ztr. 915 Mk., Weißkraut per Stück 15-30 Psg., per Zentner Pik. 0.000.00. Marktzeit 82 Uhr.

X Nidda, 13. Marz. Bei vollkommenstem Winterwetter wurde heute hier unser F r Ü h j a h r s - S ch w er n e ma r k t abge­halten. Trotzdem für fette Schweine auf Dem Lande zur Zett höchstens 40 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht und 5356 Pfa. Schlachtgewicht bezahlt werden, wurden für gute Ferkel doch recht schöne Preise erzielt, 40-48 Pik. das Paar, Einleger entsprechend höher. Bei den hohen Kartoffelpressen (6V, 7"/. Mk. für das Malter) hatten unsere Landwirte mit dem Mästen von Schweinen zurück, trotzdem die niedrigen Preise für fette Tiere sicherlich nur eme vorübergehende Erscheinung sind.

je. Fr a nk f un a. M., 15. Mürz. H e u- u n d S t r 0 h- m a r k t. Man notierte: Heu Pik. 3.00 bis 3.40, Stroh Pik. 2.80 bis Mk. 3.. Alles für 50 Kilo. Tendenz fest.

ic. Frankfurt a. Pi., 15. Piärz. Mrig.-Telegr. deSGieß. Anz.") V i e b m a r f t. Zum Verkarste standen 00 Kalber, 00 Schafe u. Hammel, 439 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 5960 Pf., Lebendgewicht 4700.00 Pf., 2. Qual. 5800 Pi., Lebendgewicht 46 00-00 Pfg., 3. Qual. 5254 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf., Lebendgeivicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität 0000 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft bet Schweinen: Gut, Ueberftanb unbedeutend.

MM tiii0 Mu MiutßEöauiiüngiptru Orr SIM (Srttßtu. Geborene.

März, 5. Dem Former Georg Heller eine Tochter, Frieda Marie Luise; Dem Instrumentenmacher Ferdinand Bauer ein Sohn, Adolf Adam. 7. Dem Lehrer Ludwig Becker eine Tochter, Gertrude Antonie Piathilte Margarete; dem Dampiwaschanstalts- besitzer Konrad Friedrich Philipp Wörner ein Sohn. 8. Dem Studenten der Piedizin Nehemias Epstein eme Tochter, Rahel. 9 Dem Schausteller Ludwig Haubeil eine Tochter, Anna Sibylla. 10. Dem Schlosser Max Hugo 9iitzsche eine Tochter, Eleonore Elisabeth. 12. Dem Lokomotwhülfsheizer Wilhelm Wolf em Sohn. 11. Dem Lokomotivhüifsheizer Friedrich Groß ein Sohn, Friedrich Magnus. 14. Dein Schlosser Wilhelm Rau eine Tochter, Elisabeths Emilie.

Gestorbene.

März, 9. Moritz Flett, 65 Jahre alt, Lokoniotivführer \. P., Weserstraße 4; Anna Katharine Seipp, geb. Schneider, 86 Jahre alt, Westanlage 20. 10. Heinrich Müller, 27 Jahre alt, Hetzer, Ebelstraße 9. 13. Dorothea Ohr, geb. Schomber, 74 Jahre alt, Sandqasse 26. 14. Adolf Engert, 1 Jahr alt, Brandgaße 7; Max. garete Scheid, geb. Becker, 69 Jahre alt, Schiffenbergerweg 19; Wolf, (noch ohne Vorname) 2 Tage alt, Hammstratze 13.

Aufgebote. . .

März, 7. Ludwig Mantel, Feilenhauer in Lollar, mit Mane Benner in Allendors a. d. Lda.; Karl Ludwig Werner, Sattler u. Polsterer in Gladenbach, mit Elisabeths Reeb m Staufenberg. 9. Richard Möller, Gejchirrhalter in Pennewitz^ mit Ida Krautze, geb. Sommer, dahier. 11. Johannes Finger, oergeam dahier mit Anna Kohlstädt in Buchenau; 6ranz ^Utlan Wilhelm Voigt, Gerber in Seligenstadt, mit Linse Broßner dahier. 13. Wilhelm Heinrich Geis, Hülssheizer dahier, mit Lina Hofmann m Sinn.

Eheschließungen. . .

ftebr 28. Jakob Hohmann, Vizewachtmeister m Babenhau,est mit Elisabeth Kaiser, geb. Funk dahier. März, 9. Hermann Flach, Dr. med. Oberarzt, mit Johanna Stade, beide dahier.

c h -1» l u D b ix d), la. März. ~a Die 2uo Weber der Gladbacher Wollindustrie ihre Kündigung nicht zuruckuahmeii, tritt nn seitens des Vereins der TextilmdustrieUen die angekündigte llgememe Sperre über 10 0 ü 0 Arbeiter in Kraft.

Nürnberg, 15. März. Im Baugewerbe wurde ein bis 1910 gültiger Tarifvertrag abgeschlossen, der den Ptaureni, Zimmerleuten und Steinhauern eine jährlich fortschreitende L 0 l> n- erhöhung bringt. Tie gewünschte Verkürzung der Ar­beit s z e i t erreichten die Arbeitnehmer nicht. Der Verband der bayr. Metallindustriellen lehnte ebenfalls die verlangte Verkürzung dec Arbciiszett ab.

Arbeiterbewegung.

B e r l i n, 15. Piärz. Tie Entscheidung nn Kampf der Schnei­der ist gefallen. Von der (£e»traüeitung des Unlernehmerverbandes für das Schneidergewerbe ist aus Piünchen heute an den Ober- meister der hiesigen Schneiderinnung folgendes Telegramm gelangt: 16. d. Pits, müssen alle in Lohnbewegung befindlichen Ortsgruppen a u s s p e r r e n. Alle V e r h a n d l u n g e n sind a b z u l e h n e n. Wer verhandeln will, ist nach München zu venveifen." Durch den Aussperruiigsbeschluß werden einstwellen gegen dreißig deutsche Städte in Mitleidenschaft gezogen.

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