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19.10.1907 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Annahm« e»* Anzeigen

pie Heutige Kummer umfaßt!6 Seiten

senden. So wurde der englische Plan sang- und klanglos Z.vecker.s. In dem teile! ixrPost" un u Grabe getragen. Aehnlich erging es dem Vorschlaq Zütmlgsottckeln , tritt der Gedanke hervor, 01 us Einführung des obligatorischen Schiedsgerichts. Hier M geg-Er^<§e"ich^mich»

»3« « der deutsche Delegierte Freiherr von Marschall, bes«°n, Ä iäjartbSuniÄau ec ftch nrrt aller Entschiedenheit gegen den Antrag wandte, Delcasses Sturz und dem Zusammentritt b' !] 9eU damit absolut nichts erreicht würde, denn im Ernstfälle "beside, in welchem Herr v. TschirschL .P.!. " i - - r r y v ~ _ ' ' f n>Z>A f*Vi i\ 1 r K'M , 11t t t Kni* S01 r t1 rVv}tt S? «

In bem Arril'e! derPost" und in vielen anderen

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157. Jahrgang

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, daß die amtliche inn des Herrn v. Tschirschky §e- i gegenüber möchte ich mich heute auf den Hinweis

ton und ,Bermi$rf)te§< H äöittfo; für »Stadt tl Land" undDenchks-

^ .istrde sich schließlich keine Großmacht an diese Institution Mehren, sodaß es überflüssig wäre, eine derartige Einrichtung u schassen, die doch bloß auf dem Papiere stehen würde. N -er Antrag wurde zwar angenommen, aber eine Reihe un Staaten schloß sich mit Deutschland davon aus, so daß 1 er Beschluß völlig illusorisch ist.

Nr. 246

Erscheint tügllch oufeei Sonntags.

Dem Gretzener Anzeiger werben im Wechsel mit Vern hessischen Landwirt die Lietzener FamMrn- blätter viermal in der Woche beigelegt und Äivcimal wöchentlich das Kuisbiatt ffit den Kreis Sieben. Femsprech-An- s chlutz L b. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 61 ilbrefle tür Depeichenr «nzetgrr Bieste«.

Samstag LR. Oktober 1907

fX Ve-agSpretSr

monatlich 75 viertel- k fKfK jährlich DU. 2,20: durch

-X W , R k zv , ) vib.',oit AmetgDeÜSs

O M 1*^ <v monatlich 65 Pf.; durch

r W M3 M Vie Post Mk.2. viertel-

1

Brief "besi^e, in welchem Herr v. Tschirschky mir sein rückhalt- loses Einverstätldms mit der deutschen Behandlung oer Marvbw-

Die Antwort des Kaisers.

Auf den Huldigungsgruß des 10. allgemeinen Vertreter­tages der natwnallideralen Partei ist zu Händen des Geh. Regierungsrats Prof.Dr. Paasche folgende Antwort ergangen:

Seine Majestät der Kaiser und König lassen den zum 10. Vertretertag tu Wiesbaden anwesend gewesenen Atitgliedern der nationalen Partei für den freundlichen Huldigungsgruß bestens danken.

Auf Allerhöchsten Befehl

der Geh. Kabinettsrat:

I. V.

gez. v. Eisenhart Rothe."

Das Telegramni ist bereits am 7. Oktober abgegangen; durch eine Reise des Herrn Dr. Paasche aber bedauerlicher­weise erst verspätet in die Hände des Adressaten gelangt.

beschränken,daß ich aus dem Juni 190Ö, aus der Zeit zwischen Sturz und dem Zusammentritt der Konferenz, einen

und doch war der eine so wenig wie der andere nach der Ver­fassung befugt, von sich aus in wichtigen Fragen der auswärtigen Politik zu entscheiden. Die allein vcrantwvttckche Instanz, der Netchsran'ler, als Auswärtiger Minister des Deutschen Reiches, wird manchmal nebenbei erwähnt, manchmal ganz beiseite ge­lassen. Sehr unverdientermaßen. Denn während bc& ganzen Verlaufes der Maroklo-Verhandlungen ich rann natürlich nur von dem Bereich und der Zeit meiner Tätigkeit reden hat der ^^L^vzler die Leitung in der Hand behalten. Ich verrate kein Staatsgeheimnis, sondern bestätige nur eine Tatsache, die sich eigentlich von selbst versteht, wenn ich sage, daß bis Ende Fe­bruar 1906, wo .meine Marokko-Tätigkeit aufhörte, alle wich­tigeren unter den von mir veranlaßten Direktiven nicht nur die Unterschrift des Reichskanzlers trugen, sondern meistens auch vorher eingehend mit ihm erörtert worden waren. Ich hatte, wenn der Reichskanzler in Berlin war, der Regel nach einmal in der Woche Vortrag, welcher stets eine bis zwei Stunden dauerte. Es bedarf kaum der Erwähnung, daß dabei der Reichskanzler als gewandter Debatter und überdies Vorgesetzter feinen Stand­punkt immer reichlich zur Geltung brachte, wenn auch in ver- bmdlichitrr Form. Von diesen Vorträgen einschließlich des letzten, der icnn 26. oder 27. Februar 1903 statt fand, und bei dem, -noch eine wichtige Arbeit erledigt wurde habe ich allemal die Ueb rzeugung mitgenommen, mit den Intentionen des Reichs-. kanzlers in Einklang zu sein. Ais das nicht mehr der Fall war (das hecht: nach'dem am 12. März eingetretenen Umschwünge), hatte ich mijber Marokko-Arbeit keinen Anteil mehr.

Dieser Sachverhalt berechtigt mich, die Behauptung, daß ich in . irgend einer Phase der Maroklofrage andere als die vom Reichskanzler bezeiclme^n Ziele verfolgt oder andere ms die von ihm genehmigten Mittel angewandt habe, für freie Erfindung, für gänzlich unwahr zu erklären.

jährl. ausjchl. Beftellg. sfw ZeÜenwcnS: lokal 16Pf^ auswärts 20 Pfennig.

Verantwortlich

Krr den politischen Teil:

E. Anderson; f. Feuille»

frage ausspricht.

Drittens. Ter törichten Insinuation, daß Herr v. Tschirschky mein angeblich elftes in Wirklichkeit war es im Lauf langer, wechselvoller Dienstjahre das vierte Abschiedsgesuchwider Er­warten" während der Krankheit des Reichskanzlers in den Ge­schäftsgang gegeben und mir dadurch eine unangenehme Ueber- raschuug bereitet habe, erweise ich vielleicht durch eine Berich­tigung unverdiente Ehre. Aber ich möchte, zur Vervollständigung meines im August 1907 an Sie (Harden) gerichteten Briefes, doch aussprechen, daß ich selber cs gewesen war, der die Sache in den Geschäftsgang gegeben hatte. Am zweiten April nberrcichte ich dem Reichskanster Las Abschiedsgesuch imo am folgenden Tage sandte ich ein Duplikat an das Auswärtige Amt. Gleichzeitig be- nachrichtig le ich den Reichskanzler hiervon brieflich und schrieb ihm, ich habe diesen Schritt getan, weil es für meine Würde und seine Ruhe das Beste sei, ein Ende zu inncheu. Dies alles ge­schah, wie gesagt, am dritten April, noch vor des Reichstänzlers Erkrankung.

Mußte die Konferenz, wie vorauszusehen war, in dieser - > uptsrage versagen, so sind doch eine Reihe zwar minder- edeulender, trotzdem aber in ihren Wirkungserscheinungen . 'ra-reicher Maßnahmen beschlossen worden, die allgemein ; - ii.i kultureller Fortschritt ausgenommen werden dürsten. - o es dazu allerdings einer mehrmonatigen, großen, inter- anonalen Konferenz mit ersten Diplomaten als Delegierte c euöckgte, ist eine andere Suche, aber wie dem auch sei, ian kann sich über das tatsächlich Erreichte freuen, wenn -I s auch nicht im Einklang zu der großen Aufmachung steht.

Namentlich in einer Hinsicht kann der Verlauf der Kon- ,'Ierenz ungemein befriedigen. Mit großer Besorgnis hatte q ran im Hinblick auf die internationale Spannung, ins- efondere das wenig freundliche Verhältnis zwischen Deutsch- 6* rnd und England, der Entwickelung der Dinge im Haag gj ntgegengesehen und befürchtet, daß es bei dieser Gelegen- eit zu einem Rededuell kommen würde, das leicht zu einem wirklichen und blutigen Duell zwischen beiden Mächten ihren könnte, glücklicherweise ist es anders gekommen, .rfprilnglich hatte man wohl jenseits des Kanals die Ab- cht, Deutschland auch auf der Konferenz zu isolieren, x'' der John Bull hatte wohl allzu früh, in der sicheren Er- 61 mrtnng seines Erfolges, die Karten aufgedeckt und die

............. GeKE-AMMr ist OLechessen

für bie tage«nummer ..-x M .... V f I u. Land" und ^Der.,chks-

bi« vormittags 10 Uhr. norcmon§druck und Verlag der vruhl schen Uns V-Vnch- und Zteindnrckerei. 8. Lange. RedMion, Lrvediiisn und DniSerei: Schulstrafir r. E. öeßi jur oen c u Anzeigenteil H. BecL.

Are Kaager Konferenz.

Das Spiel ist aus, der ^Vorhang fallt und befriedigt verlassen dre Akteurs den Schauplatz chrer Tätigkeit. Man hat vielfach die zweite Haager Friedenskonferenz eine Ko­mödie genannt; mag dieses Urteil im ganzen genommen 'twas zu jchars sein, so hat es doch im Laufe der mehr- nonatigen Verhandlungen vielfach Fragen gegeben, deren Zehandlung nichts anderes als eine und zum Teil auch cecht schlecht gespielte Komödie darstellten. Dies gilt gerade

Si >on dem Punkte, der ursprünglich, wenigstens nach der -- :lbjicht der englischen Regierung den Hauptgegenstand der cörterungen bilden sollte, nämliche die Abrüstungsfrage. Man entsinnt sich, mit welchem großen Apparat die Jn- zenierung des englischen Projektes erfolgte, schwere Kon- likte drohten und ein furchtbarer Sturm schien loszubrechen. Bas ist aber aus diesem Sturm geworden? Nicht einmal inen Theatersturm, kaum ein leises Säuseln hat man ver- tommen; der große Antrag schrumpfte zu einer nichts­agenden Resolution zusammen, der sämtliche Mächte, ein- chließlich Deutschland, das bekanntlich erklärt hatte, den tummel nicht mitmachen zu wollen, zustimmen konnten, oeil darin nichts weiter ausgesprochen war, als dem Stu- ftum der Abrüstungsfrage lebhaftes Augenmerk zuzu-

samkeit von sozialen Fragen abzulenken und Zwietracht zwischen russischen und nichtrussischen Mgeordnetetl zu säen. So wird z. B. in einem der ersten Sitzungstage die Frage der Trennrmg einiger Bezirke des Gouvernements Lubftn vom Königreich Polen auf die Tagcsordmmg gesetzt werden. Diese Bezirke, aus denen ein besonderes Gouvernement Ehelm gebildet werden soll, fiiih zum Teck von orthodoxen Kteinrujsen bewohnt. Deshalb sollen sie als rein russi­sches La'nd vom Königreich Polen losgelöst werden und eine eigene Verwaltung erhalten, was natürlich zu einer nacko- nat.en Debatte führen wird. Auch nationale Fragen der Ostseeprovinzen und des Kaukasus werden zur Sprache gebracht werden n.it Betonung, des Grundsatzes:Rußland für die Russen."

Ventjchss Reictz.

Berlin, 18. Ott. Der Kaiser begab sich heute morgen im Automobil nach Potsdam, um im Mausoleum einen Kranz am Sarge Kaiser Friedrichs niederzulegen.

Heute vormittag 11 Uhr sand in der Schloßtapekle­in Gegenwart des Hosts die feierliche (sin egnung des Prinzen Joachim statt.

Dortmund, 18. Okt. De.n hier neu gegründeten Verband der freien preußischen Krieger-Ver­ein e wurde das Recht der F a h n e n f ü h r u n g unter­sagt. Dem Verbände sind 91 aus dem preußischen Laudcs- rrieger-Verbande ausgeschlossene Kriegervereine beigetreten.

DasBert. Tgbl." melde: aus Karlsruhe: Die Genossen Kolb und Dr. Frank werden sich schon heute vor einem Parteigerichtshof, bestehend aus der sozialdemokratischen Landtags.raktion, dem La.idesoorsta-.ro und den Vertretern der beiden badischen Parteiblätter tvegen ihrer Teilnahme an der Beisetzuugs- f ei er des Großherzogs zu rechtfertigen haben.

Tilsit, 18. Okt. D.e mit einem Kostenauswande von etwa 2 Piillionen Marr unweit der Stelle, wo 1807 der Til­siter Friede geschlossen wurde, neu erbaute Königin Luise-Brücte wurde heute mittag dem öffentlichen Ver­kehr übergeben. Zu dem feierlichen Akte war Prinz Fried­rich Wilhelm von Preußen als Vertreter des Kaisers erschienen. Ferner waren anwesend der Minister der ösjent- lichen Arbeiten Breitenbach, cknterstaatssekretär Dr. Frhr. Coels von der Brügghen, Oberprüsident von Wind- heim, andere hohe Staatsbeamte und zahlreiche Ehrengäste.

Wien, 18. Okt. In der gestrigen Sitzung des Polenklubs erbat sich der Abgeordnete Stohandel die Ermächtigung zur Einbringung einer Interpellation betreffend dieBehandlungderpolnischenA rbeiter aus Galizien in Preußen. Auf Antrag des Abge­ordneten Dr. Buzek wurde öffentlich verhandelt, worauf Stohandel seinen Antrag ausführlich begründete und eine Reihe von Tatsachen an führte, die das Vorgehen der preu-< ßischen Regierung beleuchten und beweisen sollen, daß der in Kraft stehende deutsch-österreichische Handelsvertrag von Preußen verletzt werde. Der Abgeordnete Stohandel und das Klubpräsidium wurden, hierauf mit der Redigierung der Interpellation betraut.

Haag, 19. Okt. Die zweite Haager Friedens^ K o n f e r e n z ist gestern nach Unterzeichnung der Schlußakte durch den Präsidenten Nelidow geschlossen worden. Freiherr von Marschall ist bereits gestern Abend vom Haag abgereist.

Odessa, 18. Okt. Der englische General French ist hier ein getroffen und wird von hier nach den Balkau-f

H brcgen Mächte sahen sich nicht bemüßigt, England bei iesem Vaöanque-Spiel zu unterstützen. Das Resultat war, j nicht Deutschland, sondern England isoliert wurde, mie es denn überhaupt auf der Konferenz gar sehr in den intergruud rückte, während Deutschland in erster Reihe M and und das ehrliche Bestreben unserer Delegierten, wirk- ij ch brauchbare Beschlüsse zustande, zu bringen, allgemein st nverhohlene Anerkennung fand. In dieser Beziehung <.j lfo hat die Friedenskonferenz ihren Titel mit Recht geführt, nd da inzwischen die internationale Spannung nachgelassen at, darf man an ne hm en, daß der Zeitpunkt noch in recht eiter Ferne stehen möge, wo die Konferenzbeschlüsse ihre I nwendung finden müssen.

Kerr v. Ko.-tci» und die Ma^okkoaffäre.

In der ricueften Nummer derZukunft" vom 19. Oktober ird cüt Schreiben des Geheirnirats von Dolstein veröffentlicht, is zunächst den Dank Holsteins an ben Herausgeber derZu­nft" bringt, daß er den Verdächtigungeil seiner Marokko-Tärig- 1.3 it enlgegengetreten sei.Vom Auswärtigen Amt, wo der fj iiilictje Verlauf der Marokko-Sache bekannt, ist, geschieht nichts, vl u der Wahrheit zu ihxem Rechte zu verhelfen.",

!.s Dann wendet sich Herr v. Holstein gegen einen Artikel der Post" und bemerk: dazu *): .

).-!Erstens. In dem Postartikel ist gesagt,daß die Zuspitzung .-r Dinge in der Marokko-Affäre wesentlich zurückzusühren war ;,1 if gewisse Maßnahmen des Herrn v. Holstein" (dem dann durch l.ll errn von Tschirschky das Handwerk gelegt wurde), ^zn diewm, >,< ie in anderen Artikeln von Blättern, bereit Verbindungen sie f,! ohl zu besseren Informationen berechtigten, ist immer nur li m Tschirschky und Holstein und Holstein und Tswtrschch die Rede; j *) DieZukunft" fügt aus eigenem bei: Nicht notweiidig Mut Herrn von Holstein, mit Recht, bie Berichtigung der An- d . 5c, er sei jetzt wieder im Dienst und habe sogar im Kunzler- ü us ein eigenes Bureau. Dieses Mndermarä)cn erzählt ein sti ecr Lucien Wolfs, der mit den englischen Journalisten m Bert tu '3 ic und behaupicie, im Preßbureau des Answiwtigen Llmtes m.ipsaugen und inspiriert worden zu sein, frucht man demt Dinier noch Sünderiböcke? 'tis very stränge.

Das preußische Lehrerbesvldurrgsgesetz.

Das L e hr er b e s o l d un g s ges etz wird bestimmt Ende dieser Landtags-Session kommen. Von selten des Kul­tusministeriums werden, wie dasVerl. Tagebl." von maß­gebender Seite erfährt, die Verhandlungen mit dem größten Nachdruck betrieben. Schon jetzt kann bestätigt werden, daß die Besoldungs-Vorlage den Volksschullehrern ein erheb­lich größeres Mindesteinkommen gewährt als bis­her. Dies dürste schon aus der Tatsache hervorgehen, daß von feiten des Staates als Zuschuß zu den von ben^ Ge­meinden gezahlten Lehrergehältern die Summe von 30 Mill, vorgesehen fein soll. Ferner sind Bestimmungen über eine Mietsentschädigung an bestimmte Lehrer-Kategorien in dem Gesetzentwurf enthalten.

Der Stuvtsche Brems-Erlaß.

Die Erhebungen über ule Wirkung des Studt - schen Brems-Erlasses, die Minister Holle gleich nach- seinem Amtsantritt anoronete, sind jetzt abgeschlossen. Dar­nach sind die von den Gemeinden beschlossenen Erhöhungen der Lehrergehälter nur in 16 Fällen von der Regierung nicht bestätigt worden, in rund 800 Fällen dagegen hat die staatliche Aufsichtsbehörde die Beschlüsse der Kvrnmunen ge­nehmigt. Der Brems-Erlaß soll nicht außer Kraft treten, da er, wie lyan au maßgebender Stelle meint, lediglich das verfassungsmäßige Aufsichtsrecht des Staates in allerdings etwas scharser Form ausspricht. Der Brems-Erlaß soll nur in Fällen größter Notwendigkeit und mit äußerster Milde gehaubhabt werden. Den Gemeinden soll künftig auch die Entscheidung der Regierung stets unter Angabe von Gründen mit geteilt werden.

i>ivide et izupera.

In einem geheimen russischen Ministerrat ist dieser Tage beschlossen worden, in der Duma gleich zu Beginn der Verhandlungen nationale Streitfragen in den Vordergrund zu stellen, um den russi­schen Chauvinismus zu eurzünden, die allgemeine Ausmerk-

stauten und nach Persien reifen.

Konstantinopel, 18. Okt. Ein Zwischenfall zwischen der griechischen Gesandtschast und der Pforte wurde dadurch hervorgerufen, daß gestern ein griechischer Kawaß von der türkischen Polizei verhaftet^ angeblich mißhandelt und vier Stunden sestgehalten wurde, weil er einen Revolver des griechischen Militär-AttacheeS einem hiesigen Wafsengeschäft zum Putzen überbrachte.

Söul, 18. Ott. Der Kaiser gab heute ein Früh­stück zu Ehren des japanischen Kronprinzen. Der r'aiserliche Besuch sah den Kronprinzen von Korea am Llbend bei sich. Es wurde beschlossen, daß der korea­nische Kronprinznach Japan gehen soll, um dort z u st u biete n.

Ans St«-t unö LanS.

Gießen, 18. Okt. 1907.

** Historische Kommission. Se. Königl. Hoheit bec Groß Herzog hat zu Mitgliedern der historischen Kommission für bas Großherzogtum Hessen weiter ernannt: Pfarrer D. Dr. Wilh. Diehl zu Darmstadt, den ordentl. Professor an der Landesuniversität Geh. Kuchenrat D. Dr. Krüger zu Gäben, den Oberlandesgerichtspräsidenlen Dr. Adolf Lippold zu Darmstadt, den ordentl. Professor an der Landesuniversität Dr. Felix Nachfahl zu Gießen, Oberlehrer Prof. Dr. Hch. Schrohe z:i Mainz und Prof. Weckerling zu Worms.

** Zur Stabtverordnetenwahl. Wie uns von unterrichteter Stelle mitgeteitt wird, ist die gestrige Mit­teilung, wonach die Wählerlisten für die Stadtverordneten- wählen zum Druck fertiggestellt seien, nicht ganz zutreffend. Die Listen sind noch in Arbeit und müssen auq noch durch das Steuerwmmijsariut geprüft werden, ob die gejetzlichen Befttmmungen in Bezug auf die Steuerpfiicht der in die Liste eingetragenen Wahlberechtigten erfüllt sind. Dann erst kann der Druck der Wählerliste erfolgen uni) eine Angabe