Ausgabe 
18.10.1907 Zweites Blatt
 
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Der M a r c o n i - D i e n st z w r s ch-e n Am e ri ka u n d E n g- rt 71 b hat für Prost-Telegramme begonnen. Ttor Preis beträgt 0 Pfg. für jedes Wort.

Ein Telegraphist der Marconistativn fn Wellfleet mr er Stifte non Amerika wurde neben dem Apparat tot aufge- mben. Die Aerzte konnten die Ursache seines 'Mebens nicht s<stellen. Man hat die Theorie ausgestellt, der Strom sei so ark gewesen, dast er ohne Kontakt tötete.

DerDaily Telegraph" meldet aus Newyort, dast großes ; feilt) unter der Bevölkerung von Fon tauet herrscht. Es nirhcn Zelte aufgestellt, um den leidenden Opfern der Katastrophe uierkunft zu gewähren. Viele Leichen nrustten aus Gesundheits- acksichtcn verbrannt werden. Da bereits Plünderungen vor- inten, wurde das Standrecht prvklanriert.

Pater Lesbro teilt in eiirem Briefe aus Uganda mit, daß ic Schlafkrankheit ungeheuere Verheerungen anrichte. Zn inem DoN'e, welches früher 1200 Einwohner zählte, sind z. Zt. irr noch 105 am Leben.

Die Entwicklung

der Landkranken-, Hans- und Wochenbettpflege ehandelte in einem Vortrage auf der Hauptversammlung des toten Kreuzes zu Wiesbaden Obermedizinalrat Dr. Hauser aus Karlsruhe.

Der Redner untersuchte, ob und inwieweit die vor acht Jahren ür die Entwicklung der Krankenpflege auf dem Lande gehegten Öffnungen sich erfüllt Ritten, und was, falls diese Frage sich chahen ließe, für die weitere Entwicklung und Förderung der Uten Sache für die Landbevölkerung zu geschehen habe.

Die erste Frage glaubte der Redner mit Ja beantworten it dürfen. Außerhalb des Vaterl. Frauenvereins dom Roten ireuz habe der über ganz Deutschland verbreitete Charitasver- rnb um die Versorgung des Platten Landes mit Krankenpflege ich Verdienste erworben; weitere Versuche, das Land, im Gegen- 115 zur Stadt, mit K'ranstnrpflege zu versehen, seien bereits ruher im Kreise Gießen und ferner in Württemberg ge­rächt worden, ferner, außerhalb des Vaterländischen Frauen- ereius, von kirchlicher Seite in Hannover; aus all diesem folge, inmal daß die Notwendigkeit, das öffentliche Bedürfnis, auch cm Lande das ihm gebührende Maß von Krankenpflege zu- ommen zu lassen, allgemein empfunden werde, daß wir zwar m letzten Jahrzehnt in diesem Streben nach Abhilfe fragelos inen guten Schritt vorwärts g(kommen seien, aber noch lange icht genug, um die Frage und Aufgabe als gelöst zu betrachten; 5 müsse also weiter an der Lösung gearbeitet werden und die lrt und Form dieser Lösung nach Lage der gegebenen Verhält- isse und nach Lage der hierzu vorhandenen Mittel vor allem «sucht werden, indem man sich nicht auf eine einzige Form fest- eae, sondern hei reichlichen Mitteln den Landorten die beruf- id)e Krankenpflege, unstreitig die vollkommenste Form, zuge- ehe, bei geringen Mitteln aber die Landkrankenpflege nach -em Muster der badischen Landkrankenpflege einzurichten fuche.

GerichtssaaL.

R.-B. Darmstadt, 17. Okt. Das Kriesgericht der 5. Division hatte sich heute mit vier Etraffällen zu beschäl- gen. Ter Unteroffizier Gustav Barck aus Rodenberg (Kreis ;mtehi) vom 117. Jnsanterie-Negiment wurde am 30. Sept. d. I. us dem akliven Dienst entlassen, resp. nicht mehr mit ihm kapi- iilrert, weil er sich in den letzten Jahren schlecht geführt hatte, lus Aerger darüber benahm sich der Angeklagte besonders seinem >auptmann gegenüber äußerst widerspenstig. Er war kommandiert, ie Post abzuholen, unterließ dies aber, und als der Kompaniechef )m zweimal befahl, zii ihm aus die Kompaniestilbe zu kommen, mg er nicht hin. Inzwischen hatte sich auch herausgestellt, daß er Angeklagte bei früheren Postabholungen resp. Bestellungen nebrere Beträge von 10, 5, 3 Mk. re., im ganzen 57 Wik., für lluneradeii mid Untergebene unterschlagen hat; das Geld at er größtenteils in Weiberkneipen und in schlechter Gesellschaft erpraßt. Barck wurde wegen Ungehorsam imb Unterschlaguiig i drei erwiesenen Zullen zii 6 Wochen Mittelarrest, Degradation ud Dersetzimg m die zweite Klasse des Soldatenstandes verurteilt. - Ter ehemalige Grenadier Adolf Begemann, gebürtig aus ^iraßburg i. E., war entlasten uiid dem Landwehrbezirk Fried- e rg unlerstellt worden. Er hat sich seit Juni seiner militärischen Meldepflichten entzogen. Endlich wurde er in Wiesbaden entdeckt ;nb festgenommen. Der Angeklagte erhiell wegen unerlaubter rmfcrnung von seinem Triippenteil 7 Wochen Gefängnis. Ferner am eine Anklage wegen. Unterschlagung gegen den 1887 zu wttenrod geborenen siUn5fetier Heinrich Hämel von der 8. Kom- aine des 116. Infanterie-Regiments zur Verhandlung. Hämel var in Gießen seit längerer Zeit mit der Dienstmagd Diehl ekaiint, die ihm im Jiini d. I. 9 Mk. 30 Pf. mit dem Ersuchen >vergab, die 9 Mk. an ihre Eltern in Gedern zu schicken. Aus die viedeiholte Frage des Dtädchens und später auch dessen Vaters, wo r das Geld gelaßen habe, blieb er dabei, daß er das Geld auf der Soft eingezahlt, aber feine Postquittung erhalten habe, sondern einen Namen unterschreiben mußte, was natürlich erlogen war. 'US dann Anzeige gegen ihn erstattet worden ivar, kam er mit 'er neuen Lüge, daß er das Geld der Postordonnanz übergeben iabe. Trotz aller Ermahnung des Vorsitzeiiden blieb der Angeklagte -ei seiner Luge, auch danii noch, als durch Vernehmung der Zeugen estgeslellt ivorden war, daß der von ihm angeblich beauftragte lamerad Kunz niemals Postordonnanz gewesen ist. Ter Aiigeklagte vurde tn Rücksicht auf fein Leugnen und die Ehrlosigkeit feiner Ge- wnmng zu 4 Wochen Gefängnis und Versetzung in die zwecke Klasse >es Soldatenstcrudes verurteilt.

Was kaiin man gegen eine polizeiliche Ver- ü g u n g tun? Auch die Polizeibehörden tonnen sich infolge un­tätiger Anzeigen ihrer Unterorgane irren und an Privatpersonen mberechtigte Ansprüche stellen. Es ist deshalb für jedermann nichtig, sich darüber im Klaren zu sein, wie er sich derartigen For° »erungen gegenüber zu verhallen hat. Er muß iiisbes. wissen, velche Rechtsbehelfe ihm zur Seite stehen. Aus diesem Grunde ft es mit Freuden zu begriißen, daß eine Aiitorität auf dem gen. Gebiete, OberverivaltiUigSgerichtsrat B. v. Kamptz, die Frage in )em neuesten Hefte der Zeitschrift für allgemeine Rechtstunde Gesetz und Recht" ausführlich erläutert uiid beantwortet. .Penda bespricht Dr. K. Weymauu, Regierungsrat int Reichs- -ersicherungsarnt, die vielfach schwankende ^Veistcherungspflicht iebenher geleisteter Arbeit von Auswärterinnen, Stundenfrauen i. s. w.", und Dr. jur. S. Schultzenstein schildert in launiger Dar- lellnng den Juristen als Sprachsluider. Staatsanwalt Dr. Wulsten regimü mit seiner größeren Abhandlung ^Der Strafprozeß em uinstwerk der Zukuml", die diese Reformfrage unter neuen, eigen­artigen Gcsichlspunkten betrachtet. Aus der Rechtsprechimg der n ihrer Bedeutung für daS tägliche Leben noch nicht nach Gebühr gewürdigten Verwalmngsgerichte werben zahlreiche Wcktteilungen gemacht. So bietet die gut ausgestattete Halbmonatsschrift Nicht inr dem Juristen eine anregende und nützliche Lektüre, sondern sie ft auch geeignet, Kenntnis und Verständiiis unseres Rechts in deii gebildeten Kreisen zii verbreiten.Gesetz Mid Recht" hat soeben einen 9. Jahrgang begonnen und ist für 2 Alk. vierteljährlich zu beziehen. Em Probeheft versendet auf Verlangen der Verlag Alfred Zano.cwoi't in Breslau unberechnet.

Frankfurt a. M., 17. Okt. Tie Strafkammer ver- irteilte heute die beiden Brüder Hans und Fritz Klees, die )ier ein Automobilgeschäft betrieben, wegen einfachen Banke- ; o 11 § zu 750 Mart Geldstrafe. Die Forderungen belaufen ich auf 280 000 Mark, woran die Mutter der beiden Brüder nit 150 000 Mark beteiligt ist. Aus der Masse dürften nur j Proz. herauskommen.

Flach smann als Erzieher. Wegen U r ku nd e n - Fälschung in drei Fällen hatte sich, wie von uns angekündigt, >er srühere Lehrer Paul Behm aus Pasewalk vor dem Schwür- ^richt in Güstrow zu verantworten. Behm wurde rm Jahre IjOd ruf Grund seiner vorzüglichen Zeugnisse, unter denen sich auch ei7'. olcl)cs über die angeblich in Berlin bestandene Rektoratsprusung Defaitb, an die lateinlose Realschule in Teterow berufen Bald nach Antritt seiner Amtstätigkeit fiel dem Leiter der Anstall die völlig angenügende Kenntnis des neuen Lehrers rm oranzopschen aus; wurden insgeheim Nachforschungen, Mer das Vorleben Behms

angcstellt, wobei sich herausstellte, daß dieser seine sämtlichen Zeugnisse in äußerst geschickter Weise gefälscht hatte. B, der gegcnwärtign im 28. Lebensjahre steht und unverheiratet ist, war in allen Punkten geständig. Das Urteil lautete auf zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis und drei Jahre Ehr- ^^^Wien, 17. Okt. Die Ratskammer des hiesigen Land­gerichts beschloß, dem Verlangen Italiens ftattzugeben unb die Gräfin Tarnowska, Rechtsanwalt Prilukow und die Kammer­zofe Perier wegen bes Verdachts der Mitschuld an der Er­mordung des Grafen Kamarowski a u s z u l i e f e r n. Die Rechts­anwälte der Beschuldigten erlwben hiergegen Beschwerde.

Vor dem Karlsruher Hau-Prozeß hatte der Ver­treter der Anklage, Staatsanwalt Bleicher, auf einen Vor­bericht des Journalisten Paul Sch weder hin in der Presse erklärt. Hau sei geständig und die Angelegenheit gar nicht so mysteriös, wie der Schwedersche Vorbericht sie dargestellt habe. Tie Sache ist am Samstag bei den Leipziger Revisionsverhand­lungen zur Sprache gekommen und der Reichsanwall hat das Verfahrendes Staatsanwalts Tr. Bleicher alseinen ungehörigen Schritt" bezeichnet,der besser unterblieben wäre". Journalist Schweder hatte in der Folge den Vorfall, der in der Verhandlung selbst uoch zu dem bekannten scharfen Zusammenstoß zwischen ihm und den Staatsanwalt führte, zum Gegenstand einer Straf­anzeige gegen den Staatsanwalt Dr. Bleicher wegen Vergehens gegen § 17 des Preßgesetzes gemacht, mit der Begründung, daß die von dem Staatsanwalt gegen vinen Bor­bericht vorgebrachten Angaben Teile der Anklageschrift gegen Han gewesen seien, deren Veröffentlichung das Preßgesetz bekanntlich verbietet. Wie er jetzt selbst mitteilt, ist seine Anzeige a b g e l e h n t worden, weil die Vorschrift des § 17 des Preßgesetzes sich nach den Motiven des Gesetzes nur auf außeramtliche Veröffentlichungen beziehe.

Kandel.

** Konkurse in H e f f_e n. lieber das Vermögen des August Walk, Schreinermeister zu Mühlheim a. M., In­haber der Firma gleichen Namens, wurde am 27. September, vorm. 101/2 Uhr, das Konkursverfahren e rössnet. Rechts anwalt Buß zu Offenbach a. M. wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssordeiungen sind bis zum 14. November bei dem Amts­gericht Offenbach a. M. anzumelden. lieber das Vermögen des Jakob B e ck e r VI. von Rüsselsheim wurde am 9. Oktober das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Neur 0 th in Groß-Gerau wurde zum Konkursverwalter ernannt. Kon­kursforderungen sind bis zum 27. November bei dem Amtsgericht Groß-Gerau anzumelden. lieber das Vermögen des Händlers Adolf Hofmann zu Egelsbach wurde am 11. Oktober das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Rothschild zu Langen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 31. Oktober bei dem Amtsgericht Langen anzumelden. lieber das Vermögen des Schreinermeisters Joseph C. H e r - le r t in Ko st h e i m wurde a m 12. Oktober das Konkursverfahren eröffnet. Notariatsgehilfe Philipp L 0 r e n tz in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 5. November bei dem Amtsgericht Mainz Llnzumelden.

Zum bevorstehenden Reichsbank-Ausweis. Ter neueste Ausweis ist noch nicht erschienen und weder an der Börse noch sonstwo hat man eine ungefähre Uebersicht über diesen Ausfall. Von sonst gut informierter Seite wird versichert, daß wenn das Ergebnis ettoa gegen das Vorjahr resp. die Rückflüsse, in den Kaffen geringer sein sollten, würden die Reichsban'krirektoren doch von (einer Diskonterhöhung absehen. Es bestehe bei der Reichsbank die Neigung, Industrie, Handel und Landwirtschaft nicht die Last einer Tiskonterhöhung aufzubürden, wenn nicht die Veranlassung hierzu äußerst dringend sei. Bekanntlich ist eine Goldausfuhr nach Holland in den letzten Tagen ein getreten. Sollte diese noch einen größeren Umfang annehmen, so wäre das Reichsbankdirektorium .aber doch gezwungen, in Erwägung zu treten, ob als Schutzmaßregel hiergegen nicht eine Heraufsetzung des Diskonts vorzunehmen sei. Hoffentlich kommt die Geschäfts­welt über diese Schwierigkeit hinweg.

Brauerei Binding, Akt.-Ges. Frankfurt a. M. Ter Absatz für das am 31. August ds. Js. zu Ende ge­gangene Geschäftsjahr stellt sich aus 296,938 Hektol. gegen 311,796 Hektol. des Vorjahres. Tie dem Auffichtsral vorgelegte Bilanz ergibt inkl. 34 937 Mark Vortrag (i. V. 136 553 Mark) einen Gewinn von 1005 406 Mark (1 209 315 Mark). , Ter auf den 7. November einberufenen Generalversammlung wird die gleiche Dividende wie i. V., nämlich 13 Proz., vorgeschlagen.

Orientalische Eisenbahnen. Tie Aktien dieser Ge­sellschaft lagen an der Montagsbörse fester unb gingen bis 122V1 Proz. auf die erste im laufenden Monat stattfindende Tagung des Schiedsgerichts hin, dessen Votunr die Gesellschaft nach ben bisherigen Rücklagen in keinem Falle überraschen,, scmdern ihr nur nützen Eönnc. Auch wird angenommen, daß eine Mehrein- nahme für das Gesamtjahr zu erwarten ist, selbst für den Fall, daß die Ausweise des 2.^Semefters wiederum eine Mindereinnahme bringen würden.

Zur Börsenlage. Die rückgängige Ktirsbewegung, die sich am Samstag wieder bemerkbar machte, ist nicht allein auf die andauernd ungünstige Verfassung des Netvyorker Platzes, sondern auch auf die internationale Geld Marktlage zurückzuführen, die nicht zu hallen scheint, was man sich jüngst noch von ihr vin- sprach. Es verstimmte besonders das Anziehen des Prtvatdis- konts in London auf 4 V2 Proz., sowie die fortgesetzt beträchtlichen Goldexporte, die in Berlin unb Frankfurt zur Abhebung von ausländischen Guthaben und zur Versteifung der Devisenkurse geführt haben. Infolgedessen gingen mrch am Samstag die deuffchen Reichsanleihen sowie die preußischen Konsols etwas zurück unb die Errvartungen hinsichtlich des Rückganges der Zinssätze am offenen Markt haben sich vorerst nicht verwirk­licht. Trotzdem ist jedoch im allgemeinen die Börse noch recht widarstandsfähig und die Baissiers wagen es nur sehr vorsichtig, vorzugehen. Dies zeigte sich selbst bei den Hütteniverten, wo der Baisse doch manche Anhaltspunkte gegeben sind. So bewegten sich z. B. am Samstag Phönix wie folgt: 180.25 bis 180.75 bis 181., bis 180 5/8; Bochumer 205.10205 V2205.30; Deutsch- Luxemburger verloren 3/i Proz., hingegen konnten sich Rheinische Stahlwerke von 171.90 bis 172.50 erhöhen.

Amerikanische Baumwollernte. Zur diesmaligen Baumwollernte wird neuerdings berichtet, daß die eingetretene Verschlechterung hauptsächlich auf die Dürre zurückzuführen ist, über welche alle Baumwollstaaten klagen. Texas und in beschränk­tem Maß Louisiana melden auch beunruhigend starkes Auftreten des Boll weevil, welcher gefährliche Banmwollschädling in Texas einen Rückgang um 11,06 Points verursacht. Von anderen wich­tigen Baumwollstaaten zeigt Georgia den Abfall von 6,7, Süd- carolina um 6,8 unb Louisiana um 2,9 Points. Immerhin ist es ein günstiges Moment, daß bisher 22,7 Proz. der Ernte berells hereingebracht ist gegen 21,7 Proz. zu demselben Zeitpunkt des letzten Jahres, ein Umstand, der sich durch seit einigen, Wochen herrschende warme, dem Pflücken günstige Witterung erklärt. Die gewohnten Klagen über Mangel an Arbeitshändcn traten dies­mal weniger stark auf.

LLrrttft und

Paul Heyse widmete Ernst v. Wildenbruch, bem Dichter derRabensteinerin", folgendes Sonett:

j. Wer eines Regentags einsame Stunden Uns traulich kürzt durch freundlichen Besuch, Sei's in Person, sei's durch ein neues Buch, Ter hat wohl immer dankbar uns gefunden.

Du hast zu größerm Danke mich verbunden, Ta du Mir zeigtest, teurer Wildenbruch, Noch sei, trotz der Modernen Widerspruch, Ter Bühne große Kunst 'nicht ganz verschwunden.

Tein edles Kind, bie Nabensteinerin, So herb und hold, sv rührenden Geschickes, Wie nahm im Fluge sie so ganz mich hin Mit" allem1 Zauber ihres keuschen Blickes!

So warb der graue Tag mir zum Gewinn.

.Gruß dir. ntch Aunk,, Md jmi pich dunes^GlüchH

Geborene: Herrn Apotheker Speth nnb Frau in Butzbach ein Sohn. Herrn Wilhelm Schulze und Frau in Wetzlar em Sohn.

Verlobte: Fräulein Karoline Maisenhälder (Wimpien) mit Herrn Philipp Leis (Büoingen). Fräulein Reni Löwenstein (Eisenach) mit Herrn Salmar Frank (Marbura).

WLereoroliZgtfLrre Deovucyrnugett der Station Gieße«.

Oktober

1907

Barometer am 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

Windstärke

Wett«

17.

2"

736.4

13,0

9,1

81

W

4

Bed. Himmel

17.

S"

739,0

7.3

7,2

94

WSW

2

Bew. ,

18.

7n

741,0

8,2

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Höchste Tempe Niedriasie

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17.

17.

Oktober

* 4 - 4

13,1 C. - 7,0 * C.

drr ToLkk-Mr in Srr Stadt tzietzm

39. Woche. Vom 22. bis 28. September 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 24,26 %0, nach Abzug von 7 Ortsfremden: 12,13 D/oo.

Kinder

Es starben an:

Zusammen: Erwachsene:

NN vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Schwindsucht

2(1)

2(1)

-

Herzfehler

2

1

1

Schlagfluß

2

2

Geisteskrankheit Blmddarnr-

2(2)

2(2)

1(1)

entzündung

Bösartiger Neu-

1(1)

2(1)

bUbiing

2(1)

'

Verunglückung

KD

1 (1)

Lebensschwäche

2 (1)

2 (1)

Summa: 14 (7)

11 (6)

3(1) -

Anm.: Tie m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswartr naeh Gießen gebrachte Kranke kommen.

LUr-eh liehe Nachrichten,

Evangelische Gemeinde.

Sonntag den 20. Oktober, 21. Sonntag nachTrinitatiZP Holtesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9*/2 Uhr: Festgottesdienst zur Feier des 20. Jahres- festes des Evangel. Jünglings- una Männer-Vereins. Pfarrer Adolf.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe.

Nachmittags 2'/- Uhr: Festfeier in dem Gemeindehaus, Kirche st raße 9.

Nachmittags 5 Uhr: Siehe Johanneskirche.

9)H 1110 0 d) den 23. Oktober, abends 8 Uhr: Vereinigtmg der. konfirmierten Mädchen der Mallusgemeinde. .

Donnerstag den 24. Oktober, abends 8 Uhr, im MarUts-l faale: B i b e l st u n d e. (1. Petr.-Brf., Kap. 1.)

Pfarrer Schwabe.

In der Johanneskirche.

Vormittags 9V2 Uhr: Pfarrassistent Becker.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Äckasgemeinde. Pfarrassistent Becker.

Nachmittags 5 Uhr: Jahresfest des evangel. Zlrbeitervereins^ Pfarrer A u s f e l d. i

Montag den 21. Oktober, abends 8 Uhr, im Konfirmanden^ faale; Bibel stunde Pfarrer Ausfeld. ,J

Katholische Gemeinde. r

Samstag den 19. Oktober 1 907:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit- zur heil. Beichte.

Sonntag den 20. Oktober 1907,

2 2. Sonntag nach Pfingsten:

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. <

B um 7 Uhr: Die erste heil.Ntesse, vor unb in derselbeni Austeilung der heil. Kommunion.

r um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9V2 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 51/, Uhr: Christenlehre; daraus Rosenkranz-Andacht mit Segen.

An den Werktagen ist täglich des abends um 61/, Uhr Rosen*

kranz-Andacht mit Segen.

Teiefomsche Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 18. Oktober. 1.15 Uhr.

314% Reichsanleihe . . 94.00

3% do. ... 84.30

31^% Konsols . . . . 94.30

3% do. .... -84.30 3>£% Hessen .... 92.95 3)4% Oberhessen . . . 92.50

4% Oesterr. Goldrente . 97.40 4% % Oesterr. Silberrente 97.90 4% Ungar. Goldrente . . 92 65 4% Italien. Rente . . 101.OU

3% Portugiesen Serie I < 64.30 3% Portugiesen 111 65.30

4%% russ.Staatsanl. 1903 92.30 4>£% japan. Staatsanleihe 89.45 4% Conv.Türken von 1903 92.80 Türkenlose 143.60 Griech. Monopol-Aul. . 47.30

4 % äussere Argentinier 84 80 3% Mexikaner ... 63.00 4jü% Chinesen .... 95.00

Aktien:

Bochum Guss 203.10

Buderus E. W. .... 117,20

Elektriz. Lahmeyer . . . 119.30 Elektriz. Schuckert . . . 105.00 Eschweiler Bergwerk . . 212.90] Gelsenkirchen Bergwerk . 196.60^ Hamburg-Amerik. PaketL 126.40/ Harpener Bergwerk. . 202.25 Laurahütte .... . 224.00 Nordd. Lloyd 112.50 Obeischles. Eisen-Industrie 102.00 Berliner Haudelsges. . . 154.30 Darmstädter Bank ... 127.70, Deutsche Bank .... 228.8OJ Deutsch-Asiat Bank . 139.00 Diskonto-Kommandit. . . 171.70 Dresdner Bank ... 141.501 Kreditaktien .... 198.70/ Baltimore- und Ohio-

Eiseulahn .... 87.50 Gottbardbahu., Lombard. Eisenbahn . . 28.80, Oesterr. Staats bahn . . . 140.30 Prince-Henri-Eisenbahn . 127.00

Tendenz: befestigt.

fiterliuer Üörse, 18. Oktober. Anfangskurse.

Canada E. B. . . . . . 157.20 Darmstädter Bank . . . 127.60 Deutsche Bank .... 229.10 Dortmunder-Union G. . . 62.60 Dresdner Bank .... 141,30

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

. 202.70 . 224.75!

. 28.90

. 112.40

. 143.80

Tendenz: fest.

Sie wMerrwissen,wie ich's mache, daß Erkältungen bei mir nie recht zum Ausbruch kommen?' ff | Nichts einfacher: ich gebrauche seit 20 Jahren immer Fays 8 H ächte Sodener Mineral-Pastillen, und zwar nicht nur, wenn Og H idj wirklich nicht in Ordnung bin, sondern auch bei völliger, w B Gesundheit. Fays ächte Sodener beugen brillant vor: kleine I W H Verstimmungen, eine Verschleimung nach dem Rmrche^ g v | eine leichte Heiserkeit kommt immer einmal vor und da lind 8 &\ H mir meine heben Fays ächte Sodener unentbehrlich. Ver- ä [J suchen Sie's nur einmal damit die Schachtel kostet nur

. | 85 Pfennig, überall zu haben. Dtan hüte sich aber vor;

frm« Nachahmungen und verlange stetsFayS ächte Sodener"