157. Jahrgang
Zweites Matt
Nr. 221
Erscheint täglich mit Ausnahme des SonnuigS.
General-Anzeiger für Gberheffen
1000
etwa
glich war, entstanden jenseits uno an den Bergen neue
an allen Ecken und Enden rächt. Es war daher nur natur-1 unt) ganz richtig, daß, Stu-^euLfchußj
Einwohner alten Stadt-
den letzten 1884 zählte
Straßenzüge mit offener Bebauung.
Nun hätte man ja diese Straßenzüge, namentlich die im Tale, dem alten Stadtcharakter anpassen können. Man hätte
gebietes eine Ausdehnung unmö der alten Stadttore im Tale
Die „tikfienet 5amilienb!31ter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daü „Krcisbtatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchenUtch. Derhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Wohnhäuser. Jetzt sind es über 21000 und über 1500 Wohnhäuser. Da innerhalb^ des
— Zum Kapitel „Städtebau". Die Stadtverordneten von Barmen haben die Anstellung eines Architekten zur künstlerischen Beratung der Baulustigen und insbesondere zur Prüfung der Fassaden beschloßen, nachdem sich der Architekten-Verein dort, den man gutachtlich gehört hatte, für die Anstellung ausgesprochen hatte. Durch die Neuschaffung der Stelle hofft man, das architektonische; Bild " der Stadt wesentlich verbessern zu können.
Ans SlaöL nnd LcrnS.
Gießen, 20. September 1907.
** Zum Flügeladjutanten S. K. H. des Groß- Herzogs wurde, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:?-^ 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
Aus Warburg.
Alt-Marburg hat sich bekanntlich in Jahrzehnten tüchtig entwickelt. Im Jahre die Stadt 11000 Einwohner und hatte
des Kaisers, nach Becuoigung seiner Stuo^n in Griechenland nach Berlin zum weiteren Stadium zu schicke.:. Der Kronprinz hat den Antrag des Kaisers freudig angenommen und ihm seinen wärmsien Dank ausgesprochen.
Freitag 20. September 12)07
Rotationsdruck und Verlag der Bröhl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Heer rind LloLLe.
Berlin, 19. Sept. In der Marine sind folgende Beförderungen erfolgt: Vizeadmiral Fischel i)b zum Admiral, Kontreadmiral Götz znm Vizeadmiral befördert. Admiral von Arnim hat den Abschied erhalten.
— Der Kronprinz wird jetzt wieder beim 1. Garde- Regiment Dienst tun, bei dem er wahrscheinlich schon vom nächsten Monat ab die Führung des 1. Bataillons, das auch Mitte der 80 er Jahre sein kaiserlicher Vater befehligte, übernimmt.
Athen, 19. Sept. Kaiser Wilhelm hat seinem Schwager, dem Kronprinzen Constantin von Griechenland den Vorschlag gemacht, dessen Sohn Georg, den Neffen _ ■ - -- - - i in _ ■— _ ■ LI j. wni .* ih 1 Jin~-T13L .[LT.
gerade in einer Unwersckätsstadt so viel historischen Sinn und so viel Geschmack haben können, um einzusehen, daß die Erhaltung eines Städtebildes von dem ungewöhnlichen Reize, den nun einmal Marburg nicht allein infolge seiner außerordentlich bevorzugten landschaftlichen Lage, sondern auch infolge seiner malerischen Architektur besitzt, eine Pflicht der Pietät sowohl wie der Vernunft ist. Denn alles, was dazu beiträgt, diese Schönheiten der Stadt zu beeinträchtigen, macht den Teil der Bewohnerschaft, der sich dorthin gezogen fühlte gerade infolge dieser Reize, mißmutig, hält neuen Zuzug von Leuten mtt Geschmack ab und schwächt so die Steuerkraft. Die -riesigen, nach heute glücklicherweise schon veraltendem Geschmacke mit protzrgem Stückwerk ungegliedert errichteten Mietskasernen im Tale, wie ein paar merkwürdig plumpe und stillose öffentliche Gebäude drunten im einst so lieblichen Wiesentale nahmen diesem viel von seinem Zauber. Statt daß man hier dem ländlichen Grün angepaßte Häuschen im oberhessischen Land- hansstile hersetzte, und den öffentlichen Gebäuden einen ähnlichen Charakter gab, zog man es also vor, so gründlich gegen die eigensten Interessen zu verstoßen, in voller Nichtachtung des neu erblühten Sinnes für reizvolle deutsche Städtearchitektur. In Marburg fehll eben, wie auch noch in mancher anderen Stadt, ein von künstlerischen Grundsätzen sich leiten lassender Stadtbaurat, ein Mangel, der sich
erbürgermeister und' den Regie-1 Die im Laufe der letzten Jahre hier ausgesührten Neu- | bauten seien nicht so beschaffen, daß man von einer Verschändung *' - - - - sprechen rönne. Eine Einwirkung auf den Geschmack der
folgende Eingabe an den Ob rungspräsidenten richtete:
„Die Marburger Studentenschaft ist auf das Höchste beunruhigt durch die zunehmende Verschändung der ehrwürdigen Schönheit ihrer akademischen Heimat, wie sie durch die Ausführung des neuen Stadtbebauungsplanes am Fuße der Stadt geschieht. Sie spricht den zuständigen Stellen, insbesondere aber der Marburger Bürgerschaft gegenüber, den dringenden Wunsch aus, es möchten Bemühungen einfetzen, von dem landschaftlichen Zauber der alten Stadt, der so viele junge und alte Akademiker in seinen Bannkreis gezogen hat und noch ziehen soll, zu retten, was noch zu retten ift."
Am Mittwoch beschäftigte sich nun die Stadtverordnetenversammlung mit dieser für Marburg so unangenehmen Angelegenheit. Aber es kam, was voraus' > sehen war. Keiner der Stadtväter zeigte soviel Einficht und Geschmack, daß er diese Klagen als berechtigt anerkannt hätte. Den Herren ist eben innerhalb' ihrer Mauern das Verständnis für die Schönheit der Architektur ihrer Altstadt nicht erwacht, wie ja auch der Bayer bekanntlich die Schönheit seiner Berge nicht zu würdigen versteht. Es liegt nun einmal im germanischen Volkscharakter, daß die meisten unter uns das Eigene nicht zu bewerten vormögen, doch auch dem Fremden und Neuen stehen sie mit höchstem Mißtrauen gegenüber. Hat dieses aber den Lauf von Jahrzehnten überdauert und ist es selber bereits längst wieder veraltet und längst überholt, durch vieles Neue längst abgelöft worden, dann erst beginnt es sich in weiteren Kreisen einzubürgern und allgemeine Anerkennung zu finden. Ein greiser Stadtverordneter (seinem Berufe nach ist er ein pensionierter Richter) nannte die Eingabe des Sludenten- äusschusses und den „offenen Brief" eines Referendars, der diese ganze Bewegung zu Gunsten des allen Stadtbildes her- vorgerusen hat, mit wenig Sinn und viel Behagen „albernes Geschwätz." Dian ging darüber zur Tagesordnung über. Verglich der Eingabe der Studentenschaft wurde dem Regierungspräsidenten, der Rückäußerung gewünscht hatte, u. a. folgendes mitgeteilt:
Es sei hier nicht bekannt, worin der Studentenausschuß eine „Verschändung" der ehrwürdigen Schönheck chrer akademischenHei- maj äu trüben ßlaidae.
einzelnen Bauherren fei nicht zulässig. Die neuere Straßen verdeckten nicht die Aussicht aus die Lllt-tadt von den: bewaldeten Anhöhen auf dem linken Lahnufer. Die Einzelheiten verschwänden dann vollständig im Gesanrtbild.
Man sieht, die Herren haben die ganze Bewegung voll- kommen mißverstanden. Diese richtet sich ja keineswegs da-- geaen, daß etwa die Aussicht von den Bergen auf die Altstadt „verdeckt" werde. Die neuen Mietskasernen Verdeckeft die Altstadt nicht, aber sie geben dem landschaftlichen Bilde etwas höchst Unruhiges, rauben, wie gesagt, der Gegend die ganze ländliche Anmut, stören in ihrer kompakten Unförmlichkeit den Genuß des nach wie vor natürlich ungemein reizvollen Bildes auf die Altstadt. Die Behauptung, daß eine „Einwirkung auf den Geschmack der einzelnen Bauherren nicht zulässig sei, ist unrichtig. Das neue preuß, Gesetz betreffend Len Denkmalschutz sieht im Gegenteil gerade diese Einwirkung vor! Und übten denn etwa ohne diese Einwirkung Nürnberg und äioteuvurg und andere deutsche Städte, die pietätvoll ihren ursprüng- lichen Baucharakter bewahren, eine so außerordentliche Anziehung aus auf jeden Kunstbegeisterten, wenn diese Einwirkung unterbliebe? Das Beispiel, das der junge Landrap von Biedenkopf gibt, der zur Bewahrung der alten Bcm- weise im Hinterlaude auffordert, sollte auch in Marburg Beachtung finden und iroch in mancher anderen hessischen» Stadt.
<^1? tu o.
London, 19. Sept. Aus Tanger wird gemeldet, daß deutsche, englische und französische Kuriere von Alkazar, drei Stunden von Tanger en^rnt, von Leuten Raisulis angegriffen und ausgeplündert und die Briefe vernichtet wurden. — Drei Gesandte werden nach Rabat gehen, um den Sultan Abdul Asis fcci seiner Ankunft namens des diplomatischen Korps zu begrüßen.
Das Reutersche Bureau meldet aus Mogador vom 11. September: Die fremden Konsuln sind der Ansicht, daß die französischen Schisse nicht genügen, um die Europäer zu beschützen und sie Haben daher eigene Maßnahmen znn! Schutze ihrer Kolonien getroffen. Eine jede hat jetzt genügend Waffen und Munition empfangen, die in Bereitschaft gehalten werden sollen. Die fremden Staatsa:: gehörigen erhielten die Aufforderung, bei den ersten Anzeichen von Feindseligkeiten von feiten der Eingeborenen sich in ihre Konsulate zu begeben, wo sie sich verteidigen werden. Die Stämme sind mit der Unentschlossenheit Muley Hasids hinsichtlich seines Vordringens nach dkorden dermaßen unzufrieden, daß selbst diejenigen, die ihn zum Sultan ausgerufen haben, jetzt zögern, ihm weitere Unterstützung zu gewähren, Muley Hafid sandte 50 auserwählte Anhänger mit Wesier nach Tanger, die wichtige Depeschen für die Vertreter der europäischen Mächte überbringen und seine Proklamation zum Sultan mitteilen sollen; Muley Hafid fordert, daß die europäischen Mächte aufhören, in Casablanca Anlaß zu Unruhen zu geben und daß die französischen Truppen zurückgezogen werden, dagegen würde er die Bestrafung des Schauja-Stammes übernehmen, und Mit der französischen Regierung Frieden schließen.
Paris, 19. Sept. Der „Temps" meldet aus Fes: Bei dem zweiten Halteplatz auf seiner Reise nach Rabat erteilte der Sultan Abdul Asis dem Großwesier G h a r i t den Abschied; an seine Stelle tritt Ben Sliman. El Metri, der Delegierte aus der Konferenz in Algeciras tritt an Stelle Ben Slim ans als Minister des Auswärtigen.
— „Matin" meldet aus Madrid, dort eingetroffenen Meldungen zufolge, begiot sich der Inspekteur der marokkanischen Polizei, O b e r st M ü l l e r, in den ersten Tagen des Oktober nach Tanger. Madrider Blättern zufolge soll der französische Gesandte Regn ault nach Rabat gehen, um dem Sultan das Anerbieten zu machen, sich unter französisches Protektorat zu stellen.
— Wie gemeldet, wurden vor einigen Tagen vier, Scheits in Udschda feftgenonunen, die dort eine gegen die Franzosen feindliche Agitation getrieben hatten. Nun versuchte in der vorgestrigen Nacht ein Marokkaner auf den Regimentsarzt Foubert einen Mordanschlag, indem er einen Schuß auf ihn abgab. Die Kugel verfehlte aber 'ihr Ziel, und gestern gelang es, den Marokkaner in einer Moschee, wohin er sich geflüchtet hatte, sestzunehmen.
— Während im Ministerium des Auswärtigen versichert wird, daß die in San Sebastian begonnenen und in Paris seit der Rückkehr des Botschafters Delmuni fortgesetzten französisch-spanischen Verhandlungen zur Feststellung der Kontingente für Tanger und die übrigen Häsen e inen günstigen Verlauf nehmen, erfährt der Eclair, daß sehr bedeutsame Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen bestehen. Spanien beharrt dabei, in Tanger dieselbe dominierende Rolle spielen zu wollen, wie Frankreich in Casablanca, also nicht bloß den Chef des Sicherheitskorps zu stellen, welches zum weitaus überwiegenden Teile spanisch fein soll, sondern auch die Führung bei etwa erforderlichen Unternehmungen zu erhalten. „Eclair" fügt hinzu, daß
AnsLEd.
London, 19. Sept. Lord Br assey hielt vor dem Verband der Handelskammern in Liverpool eine bemerkenswerte Rede, worin er bemerkte, Großbritannien st ehe am Vorabend der Verstaatlichung der Eisenbahnen. Im Parlament und in der Preise werde gefordert, daß die Eisenbahn zum Vorteil des Publikums, nicht der Meionäre verwaltet werde. Der Staat könne mit dem Ankauf der irischen Bahn anfangen.
— In der heutigen Gemeinderatssitzung, in der der Lorv- mayor den Vorsitz führte, wurde einstimmig der Vorschlag angenommen, gelegentlich des Besuchesdes deutschen Kaisers in England diesen seitens der StadtLePerscyaft zu bitten, eine Begrüßungsadresse in einem goldenen Kasten in der Guildhall annehmen zu wollen. Außerdem wurde beschlossen, die Straßen, durch die das Kaiserpaar zur Guildhall fahren wird, festlich auszuschmücken. Du den Empfang in der Guildhall soll sich ein Frühstück unter dem Vorsitz dos neuen Lordmayors an- sc()licfjcn- ...........
DaS englisch-russische Abkommen.
Petersburg, 19. Sept. „Retsch" erfährt, daH der englisch-russische Vertrag am 23. Sept, ratifiziert und am 20. veröffentlicht werden wird. Das Blatt glaubt zu wissen, daß Rußlaild sich durch den Vertrag volle Bewegungsfreiheit in Nordpersien, England aber in Südpersien östlich von der Abos gesichert habe. Afghanistan werde endgültig dem englischen Einfluß überlassen. Rußland verpflichte sich, etwaige diplomatische Beziehungen zur Regierung fron Afghanistan ausschließlich durch Vermittlung Englands zu unterhalten, und verzichte auf selbständige Vertretung in Afghanistan. Die Souveränität des Emirs von Afghanistan werde jedoch in dem Vertrag bestätigt werden. England verpflichte sich zugleich, Afghanistan nicht als Stützpunkt zum Vorgehen gegen mittelasiatische Besitzungen Rußlands zu benutzen. In Tibet endlich versprechen die vertragschließenden Mächte, die Souveränität Chinas aufrecht zu erhalten und keine eigenen Vertretungen und keine Konzessionen beaw sprachen zu wollen. Von russischen und englischen Untertanen weroen nur zu religiösen Zwecken wallfayrende Bud-- disten nach Tibet zugelassen weroen. England behält sich indes das Recht vor, einige Täler Tibets besetzt zu hallen, bis die tibetanische Regierung die aus den englischen Tibet-- Expeditionen stammenven Entschädigungsanipruche Eng-^ lands b eglichen haben wird.
Nutzland.
Stockholm, 19. Sept. Das Svenska Telegrammbyran meldet aus Helfingstrsl: Die Kaiser Yacht „Standard" wurde heute nachmcktag 21/2 Uhr flott gemacht und in die Scheeren einbugsiert, um weiter gedichtet zu werden. Der Kaiser war nicht zugegen. Er beobachtete heute früh den ersten Flott- machungsversuch. Das Kaiserpaar hält sich irocg immer in Rilcch in den Scheeren auf.
Petersburg, 19. Sept. Die in den nächsten Wochen bevorstehende Ankunft des amerikanifchen Kriegs,ekretars Tafu in Petersburg wird von verschckdenen Seiteir mit dem bevorstehenden 2lb f chlu ß eines russisch-amerikanischen Uebe re in kommens und dem Plan der Er-> richtung einer amerikanischen Flottenftation ire Wladiwoslok in Zusammenhang gebracht, zumal Tast über Wladiwostok nach Pet.rs^urg kommt.
— Unter Den 600 bei den nun bendeten Wahlen der Vertraiaensmänner int Go uv ernement Moskau Gewähllep befinden sich drei von der Partei wahrhaft russischer Leute und 24 Sozialdemokraten; von den übrigen zählen sich zu den Monarchisten 28, zur Rechten 63, zu dm Gemüßigten 341, zur Linken 96 und zur extremen Liniere vier. Von den Gewähltere waren 165 bereits bei den Wahlen zur zweckett Duma als 'Ver- trauenSmänner gewählt worden.
Befinden des Großherzogs von Baden.
Karlsruhe, 19. Sept. Ueber das Befinden des Großherzogs von Baden wird von der Mainau, wo das Großherzogliche Paar zurzeit weilt, folgendes Bulletin ausgegeoen: „Die Krankheit Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs besteht in einer anfangs schmerzhaften und filLerbegleitcnden Entzündung des Darmes (colitis). Der Zustand des Großherzogs hat sich bis heute n o ch n i ch t w e s c n t l i ch gebessert. Das subjektive Befinden ist wechselnd. Die Nachtruhe erleidet häufig Unterbrechungen. Der Puls ist im Verhältnis zur Körpertemperatur sehr beschleunigt und unregelmäßig.
gez. Dr. Fleiner und Dr. Dreßler.
Revision des Warenverzeichnisses zum ZottLaris.
Dem Vernehmen nach wird ebenso wie das amtliche auch das statistische Warenverzeichnis zum Zolltarif einer Revision auf Grund der seit dem 1. März 1906 gemachten Erfahrungen unterzogen. Die Entscheidung über die auf diesem Gebiete zu treffenden Neuerungen hat der Bundesrat. Die Vorarbeiten werden vom Kaiserlich Statistischen Amte geleistet. Wie die Berliner Morgenblätter hören, kommt bei dieser in Aussicht genommenen Revision auch die Frage in Betracht, ob angesichts der günstigen Erfahrungen, die mit der Vorschrift der Wertangabe für die Ausfuhr verschiedener Warengattungen gemacht worden sind, es nicht angezeigt ist, diese Vorschrift auch auf weitere Warengattungen auszudehnen. Des ferneren wird angestrebt, Positionen, deren Trennung nach den inzwischen gemachten tatsächlichen Ersahrnngep nicht nötig war, zusammenzulegen, andere neu zu schaffen, sowie sonstige Ver- besserungen einzuführen.
dieser Zwiespalt die alleinige Ursache der ausfälligen Verzögerung der Truppensendungen aus Oran und Algeciras nach den Häsen sei. Deutschland verhalte sich ebenso wie England in dieser Angelegenheit vollkommen indifferent.
Casablanca, 19. Sept. Muley Amin, ein Onkel des Sultans, stattete dem französischen Gesandten Reg- nault einen Besuch ab und sagte ihm seine Mithilfe zu. Das Konsularkorps drückte Regnault die Hoffnung aus baldige Wiederherstellung der Ordnung aus. Aus Fez werden seit der Abreise von Abdul Asis keine Ruhestörungen gemeldet. Die Lage in den Häfen ist befriedigend.
Paris, 19. Sept. (Agence Havas.) Die Zeitungen dementieren die Nachricht, daß Deutschland Unterhandlungen mit der französischen Regierung anzubahnen versucht habe, um in Marokko seine wirtschaftliche Interessensphäre zu erhalten.__
DeuSZctzes
Berlin, 19. September. Wie gemeldet wird, wurden auch der Abg. Dr. Rösicke und Frhr. v. Wangenheim- Klctnspicgel zum Fürsten Bülow nach Norderney eingeladen. Die beiden Herren sind bereits dorthin abgereist. Auch ein namhaftes nationallwerales Mitglied des Abgeordnetenhauses soll eine Einladung erhalten haben.
Breslau, 19. Sept. Gemäß der „Schles. Ztg." schweben Unterhandlungen, die dem Grafen Karl v. Strachwitz gehörige Herrschaft Kaminietz, Kreis Tosl- Gleiwitz, die zwei Millionen Mark Wert hat, durch einen deutschen Mittelsmann für drei Millionen an die polnische Hand a b z u treten.
Essen, 19. Sept. Der englische ArbeitsMinister Burns reiste heute nach Duisburg weiter und kehrt von dort liach Englaitd zurück.____________________________________________


