Ausgabe 
17.10.1907 Zweites Blatt
 
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157. Jahrgang

e.444

Zweites Blatt

Ichewl Mich mit Ausnahme be§ Sonntag^

General-Anzeiger für Gberhesfen

,e ..«tetzener Famiiienbialter" werden bem lnzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das [retsblott für den Kreis Gietzen" zweimal jchentilch. Derhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion: ergA 112. Tel.-Adr^ AnzeigerGießen.

Donnerstag 17. Oktober 1907

Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Univerfitäts - Birch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

i?o!itifche Tcrgsrfchan.

Das ausgcbliebene Kaisertelegramm.

Auf das Begrüßungstelegramm des nationalliberalen ^grertLNtages an den Kaiser ist auffallenderweise eine ivort ausgeblieben. Hierzu schreibt dieMagdeburg.

Sollte es nicht angemessener sein, wenn solche teiversamnrlungen sich iii Zutunft damit begnügten, übliche Hoch auf den Kaiser auszubringen? Besondere rüßungstelegramme abzusenden was doch immerhin n gewissen vertraulichen Charakter an sich trägt in früheren Zeiten gar nicht gebräuchlich gewesen, che Annäherungen können ja dem Kaiser politisch un- icm werden. Daß alle NationalgesinnLen jeder Partei- -ung immer sür Kaiser und Nein) eintreten, versteht ganz von selbst; sie brauchen das nicht besonders zu uern; man möge die Begrüßungstelegramme also ge- bcn Ultramontanen überlassen. Die haben's nötig." nz unsere Meinung" fügt der nationalliberale Hann, c. lakonisch hinzu.

*

Die Feuerbestattung in Preußen.

Während ein großer Teil der deutschen Bundesstaate:: Einführung der Leichenverbrennung gestattet hat, steht t in Preußen noch immer auf einem schroff ablehnenden ndpunkt. Die Gründe waren allerdings recht schwacher ur; insbesondere berief man sich darauf, daß die henverbrennung den Geboten der Religion widerspreche daß juristische Gründe vorlägen, die der gewünschten sührung entgegenständen. Was nur: das erstere an- jt, so haben zahlreiche Geistliche ausdrücklich erklärt, die Feuerbestattung in keiner Weise zu den Lehren christlichen Kirche in Widerspruch stände und daß eine erbestattung unter genau denselben religiösen Formen ffich sei, wie bei einem Begräbnis. Andererseits sind c auch die von der Regierung meist vorgebrachten stischen Momente oft genug von Männern der Wissen- ft widerlegt worden, insbesondere der Gesichtspunkt, durch die Leichenverbrennung die Verfolgung von italverbrechen unter Umständen erschwert werden könne, t dürfte aber vielleicht eine ähnliche Entscheidung wie Sachsen erfolgen; bekanntlich ist in Hagen i. W. mit aubnis der Polizei ein Krematorium errichtet worden, en Gebrauch jedoch von derselben Polizei verboten wurde, mufhin ist die Angelegenheit durch alle Instanzen ver- worden, da sich die Gemeinde bei dem ersten Urteil ärlicherweise nicht beruhigte, und die Sache schwebt enblicklich noch vor dem Oberverwaltungsgericht. Mit , em Interesse muß man dessen Entscheidung entgegen- n, da hiervon die weitere Entwicklung der Feuerbestat- gsfrage in Preußen abhüngt. Sollte aber, was all- ; in wenig verstanden würde, das Urteil in einem der dt Hagen i. W. ungünstigem Sinne ausfallen, so wäre

Giefzenerk Stadttheater.

Cyprienne.

Lustspiel von Sardou und N a j a c.

Ob wohl die zahlreichen Frauentagungen der letzten chen, in Frankfurt und in Kassel und in Hamburg und ß Gott wo noch selbst ein Zeitungsmann vermag sic t allesamt zu übersehen die Direktion veranlaßt en mag, aus dieses amüsante Stücklcin von anno 1880 äckzugreisen? Und ob die tiefsinnigen und mit surcht- em Ernst auf diesen Tagungen vorgetragenen Erörte- gen über die Ehe und deren Scheidung ein ganz klein lig und in liebenswürdiger Fornr verspottet werden ten? Jedenfalls besitzt in Deutschland zurzeit das alte izösische Lustspiel so etwas wie Aktualität, wenn man . auch nachsagen muß, daß es ungeheuer ernste Dinge geradezu aberwitziger Oberflächlichkeit und Nonchalance andelt.

Oder wollte man dem schönen Frl. Sylva einmal Ge­scheit geben, in einer großen Rolle sich zu betätigen? hrfcheinlich. Demnach galt also wohl ihr in erster Linie er Abend. Frl. S. wußte stellernveise ganz vortrefflich kapriziösen Eigenheiten der Cyprienne zu gestalten. Sie andelt den leichten Plauderton mit Schick und hat die nieren einer Dame von Welt. Kokettieren, schmeicheln, kern und vor allem sehr nett eifersüchtig sein kann Frl.

Und ihre eleganten Toiletten versteht sie mit Anmut tragen. Nur eines übersah Frl. S. Diese scheidungs- ige junge Frau ist Vis in die Fingerspitzen mit Elektrizität ibeu. Sie ist pikant, prickelnd. Sie sprüht und glüht, htet und funkelt, vergießt, gleich' darauf die bittersten molltränen. Kurz, es treiben ein Dutzend Champagner- selchcn in diesem Persönchen ihr Wesen. Die Darstellerin s; also sein voll überjprudelnder Laune, voll schalk- len Humors. Der aber scheint der Individualität des . S. nicht besonders zu liegen. Ihre Begabung dürste mit der Zeil mehr auf das Gebiet der Salonschlaugen weisen.

Uno Herr Goll trifft noch weniger den rechten Ton. ist als Prunelles zu kleinbürgerlich und behäbig, zu :r, dabei aber nicht einmal ganz natürlich sondern gesucht :r. Auch in der Sprache; ja er sächselt zuweilen sogar ein lig. Herr Goll har eine starke komische Ader und er ist h immer einer unserer liebenswürdigsten Darsteller, wenn )t der liebenswürdigste. Slber er liebt es gar zu sehr, gcl)en zu lassen, und er liebt auch die Sprünge in jene fton.n, in denen die feinere Komik aushört und der Ulk cingt

Das Publikum war in bester Laune und nahm die iße oeS Ehepaares auf der Bührre mit dankoarer Freude , denn Leistung und Wirkung waren spontan. Fragt n sich aber, was von dem geistreichen französischen Lust- -l französisch war, so kommt man zu einem negativen uitat. u£iel mehr noch Herrn Goll als Frl. Sylva fehlt fraiizösische Leichtblütigleit, die Grazie in Koiwersation ;, Spiel. Beide taten tühles deutsches Wasser in. den >erer Sardous.

auch dann vielleicht gerade für die Regierung der Anlaß gegeben, endlich die Frage genau zu prüfen und auf gesetzlichem Wege zu regeln. Es kann doch als ausgeschlossen gelten, daß eine Einrichtung, die ohne irgendwelche Be­unruhigung der religiösen Gefühle der Bevölkerung mit ausdrücklicher Erlaubnis der einzelnen bundesstaatlichen Regierungen ftmktioniert, nicht auch in Preußen unter denselben Umständen möglich sein sollte, zumal es überdies sich nicht um die zwangsweise Einführung der Leichen­verbrennung handelt, sondern deren Anhänger nur die fakultative Feuerbestattung wünschen, um nicht entgegen­stehende Anschauungen zu verletzen. Bei dem kürzlich in Berlin stattgehabten Delegiertentag der Feuerbestattungs- Vereine war zum erstenmal auch die Regierung in ihren verschiedenen in Frage kommenden Ressorts vertreten und man darf hieraus vielleicht den Schluß ziehen, daß die Regierung zu einer wohlwollenderen Prüfung der Frage übergehen will.

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Protefikundgebungen gegen Rosa Luxemburg.

Eine Protestkundgebung gegen Rosa Luxemburg hat der jüdisch-sozialistische Arbeiterbund in Russisch-Polen in verschiedenen Städten veranstaltet-. Rosa Luxemburg wurde aufs schärfste angegriffen und beschuldigt, sich eigenmächtig zurOberkontrolleurin" der polnischen wie jüdischen Ar­beiterbewegung aufgeworfen und sie durch ihre ungebetene Einmischung nur geschädigt zu haben. Auf ihreangeblich sachverständigen, in Wahrheit aber direkt unwahren Gut­achten" hin seien die Zionisten zum Internationalen So­zialistenkongreß als sozialistische Gruppe zugelassen worden. Möge 3kosa Luxemburg, heißt es in der Protestresolution, wenn sie Lust hat, künftig die Zionisten mit ihrer Führer­schaft beglücken, wenn sie nur die polnischen Sozialisten und Bundisten in Ruhe läßt. Die Resolution wurde an­genommen. In der Diskussion bezeichnete ein Redner Rosa Luxemburg als ein übergeschnapptes Frauenzimmer.

Deutsches Aeieh.

Berlin, 16. Okt. An Stelle der am 12. Dez. 1883 zwischen Deutschland und Belgien abgeschlossenen Üebereinkunft zum Schutze an Werken der Literatur und Kunst ist heute ein neues deutsch- belgisches Literaturabkommen durch den deutschen Gesandten und den belgischen Bevollmächtigten in Brüssel unter­zeichnet worden.

Der nunmehr dem Bundesrat zugegangene Ent­wurf über das Vereins- und Vers a m m l u n g s - recht bestimmt in Bezug auf die Verhandlungs­sprache kurz und bündig, daß in öffentlichen Versamm­lungen die Verhandlungen in deutscher Sprache zu

Denschönen" Ao he mar hatte Herr v. o. Becke nicht so, wie die meisten Darsteller dieser Rolle, in der Maske vergriffen. In seiner Darstellung gab der Vetter bei allem Mangel an Geist doch immer noch eine Persönlichkeit ab, deren Wirkung auf schwache Frauenherzen einigermaßen begreiflich erscheinen kann. Der Darsteller des Adhemar muß sich seine Rolle aus den Augen Cypriennes heraus konstruieren, wenn er seine Stellung in dem ehelichen Bunde glaubhaft machen will, und darin hatte Herr v. d. B. sein möglichstes getan, ohne zu übertreiben.

Von den Vertretern der Salonstaffage ist Herr Gsell, der den Clavignae mit schicklicher .Haltung repräsentierte, mit Anerkennung zu nennen, auch Herr Cornelli, wäh­rend von den Damen die eine ihren Text nicht recht be­herrschte, die andere die gesellschaftlichen Formen miß­achtete und die dritte eine Possenfigur bieten zu sollen meinte.

Eine äußerst flotte Charge schuf wieder einmal Herr Reimer-Schlegel, der auch für die Regie verantwort­lich zeichnete und sich als solcher dr,ch nicht ganz wenig verzeichnete. Drastisch war der Auf- und Abmarsch des 'Kellnertrios.

Ludwig Thomas kleine BauernkomödieDie Me­daille" fchloß den Llbend. Diese köstliche Burleske ist uns von wiederholten Aufführungen, auch einer solchen der Schlierseer, bekannt. Wohl fühlt man, daß eigentlich nur die Bauerngestalten in ihrer lebensvollen Jndividuali- ierung Fleisch und Blut besitzen, bei bfcn Stad-tleuten die chablonenhafte schematische Karikatur des Witzblattes Her- Halten muß, das Thoma redigiert, desSimpltcissimus", der übrigens textlich seit einigen Monaten in geradezu erbärmlicher Minderwertigkeit und Geschmacklosigkeit sich zu geben pflegt. In ihrer innerlichen Gesundheit und packenden Draftik bleibt aberdie Medaille" von um so originellerer und lebenswahrerer echter Kunst. Das nur leider allzu breit ausgemalte^Sittenbild machte den tz>aupt- darstellern, namentlich den Herren Bakof, Goll, v. d. Becke und Reimer-Schlegel (wie hatten sich die letzten drei verändert!) sichtlich selber Vergnügen, und Frl. Schu­mann und die Herren Gsell und Roden fügicn sich ergebungsvoll in das bäuerliche Milieu. Das verspätete Fallen des Vorhangs zerstörte allerdings den Schlußessekt.

Ier

Kießener Lonzeriverein im neuen Aereinsjahre.

Man klagt, wohl nicht mit Unrecht, daß das Atusik- leben unserer Tage gar zu sehr in die Breite gehe und dabei an Tiefe verliere. An den Komponisten und an den aus­übenden Künstlern liegt die Schuld natürlich nicht. Es wird aber wohl an der Art uno Weife liegen, wie man heutzutage Musik treibt und Vcusik hört. Auf keinem an­deren Gebiete der Kunst macht sich der Dilettantismus so breit wie gerade auf dem der Musik. Das ist an und für sich natürlich noch rein Unglück, aber zu beklagen ist es,, daß dieser Dilettantismus im allgemeinen noch immer

führen sind, und daß Ausnahmen davon der Genehmigung der Landesregierung bedürfen.

DemVorwärts" zufolge ließ der Oberreichsanwalt dem Rechtsanwalt Liebknecht die Weisung zugehen, seine Strafe am 24. Oktober in der Festung Glatz anzutreten.

Am Freitag, 18. d. M., werden die vereinigten Ausschüsse des Bundesrats für Handel und Ver­kehr und für Justizwesen über den Entwurf einer No­velle zum Börsengesetz beraten. Die Berichterstat­tung der Ausschüsse an das Plenum des Bundesrats dürste sich in kurzer Zeit anschließen.

Hamburg, 16. Okt. Die Polizeibehörde unter­sagte den Säulenanschlag von Plakaten, die den Vortrag von Adele Schreiber im Bund für Mutterschutz, betiteltSittlichkeit und Kinderrecht", ankün­digen.

München, 16. Okt. In der bayerischen Ab­geordnetenkammer betonte Finanzminister v. Pfaff die Notwendigkeit, neue Einnahmequellen für das Reich zu erschließen.

Straßburg i. E., 16. Okt. Heute ist in Münster bei Kolmar eine Konferenz der Rheinuferstaaten zusammengetreten, um über Spezialfragen der Rhein- regulierung und über die Frage der Schiffahrts­abgaben zu beraten. Die elsaß-lothringische Landes­regierung ist durch Ministerialdirektor Traut vertreten. Die Kon ।erenz wird wahrscheinlich morgen zu Ende gehen.

Ans StaSt itieO Land.

Gießen, 17. Ott. 1907.

** E i n hübsches Wort unseres Groß­herzogs. Zu S. K. H. dem Großherzog kam dieser Tage ein Frankfurter Automobilverkäufer, der eine bekannte aus­ländische Fabrik vertritt. Er ft'chrte dem Großherzog einen sehr hübsch ausgestatteten Vierzylinder-Wagen vor, zeigte dem sportliebenden Fürsten die einzelnen Teile des Motors und schilderte in beredten Worten die Vorzüge dieses aus­ländischen Erzeugnisses. Der Großherzog hörte aufmerk­sam zu und sagte dann:Was Sie da ausführen, ist alles richtig, der Wagen ist wunderschön und ich würde ihn gerne kaufen, aber ich bin der Großherzog von Hessen und weiß ganz genau, was ich als deutscher Fürst zu tun hab c." Der Händler verstand den Änn der Worte^ dankte dem Großherzog für die Aufmerksamkeit, die er ihm geschenkt, und fuhr mit seinem ausländischen Auto­mobil davon.

** Kanalgebührenordnung. Der Vorstand des Vereins der Hausbesitzer hat gegen den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung beim Ministerium Be­schwerde geführt. Wie wir hören, hält der Verein dem­nächst eine Versammlung ab, in der die Angelegenheit des weiteren besprochen wird.

recht wahllos Musik macht. Man klimpert Beethoven, man klimpert Lehar und verliert dabei Lust und Freude an wirklich guter Musik und verlernt vor allem das Zu- hörenkönnen. Es wird zu viel Musik gemacht zu viel schlechte Musik.

Wer sich diese Misere vor Augen hält, wird unwill­kürlich mit einigem Bangen ein neues Konzertprogramm zur Hand nehmen, denn vielfach wird leider auch von Konzertleitern dem Zeitgeschmack gar zu viel Rechnung getragen. Anstatt die Führung zu übernehmen, läßt man sich treiben. Man will allen etwas bieten, und bieteb darum schließlich keinem etwas rechtes.

Von diesem Fehler mancher anderer Städte hält unser Gießener Konzertverein sich erfreulicherweise fern, und mit aufrichtiger Freude wird wohl jeder Musikfreund das Kon­zertprogramm der bevorstehenden Saison durchstudiert haben. " Es ist, nach den bisherigen kurzen Angaben zu urteilen, ein ganz auserlesenes Programm. Es setzt vor allem ein ernstes Künstpublikum voraus, ein Publikum, das gute Musik zu hören und zu würdigen versteht.

Schon der erste Solistenabend am 27. Oktober ver­spricht den Gießener Musikfreunden einen ganz besonderen Genuß. Der junge französische Violinist H e n r i M a r t e a u, der an diesem Abend spielen soll, gilt als einer der be­deutendsten Geigenkünstler der Gegenwart. Man rühmt an seinem Spiel die sinnliche Schönheit des Tons und die seltene Abgeklärtheit, sowie das tiefe Verständnis für die Eigenart eines jeden Ateisters. Henri Martean wurde im Jahre 1874 in Reims geboren. Sein Vater war ein fran­zösischer Offizier, seine Mutter die Tochter eines deutschen Offiziers. Nach Beendigung seiner Studien am Pariser Konservatorium unternahm er weite Konzertreisen. Seit einigen Jahren wirkte Martean als Professor am Genfer Konservatorium und als Leiter eines Streichquartetts.

Auch die beiden übrigen Solistenabende des nächsten Vereinsjahres versprechen viel Interessantes und Schönes. SociSte des concerts dinstrmnents anciens, Casadcus und Genossen aus Paris (Alte Kammermusik) und den vor­trefflichen Liedersänger Dr. Wüllncr.

Die beiden in Aussicht genommenen Orchesterabende werden klassische und moderne Musik bringen und die Namen der Solisten dieser beiden Konzerte, Fr. Hedwig Schacko (Gesang) und Wilhelm Backhaus (Klavier) bürgen dafür, daß man viel Schönes zu hören bekommen wird. Backhaus, der gegenwärtig in London lebt, gilt als einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart.

Besonders erfreulich ist es, daß der Gießener Konzert­verein auch diesesmal wieder, wie es scheint, besonderes Gewicht auf die Pflege der Kammermusik legt. Es sind nicht weniger als Drei KammermusikäbenDe vorgesehen.

Ter erste Chorabend wird u. a. eines der schönsten Werke der neueren Musik, das Triumphlied von Brahms, bringen.

Der Gießener Konzertverein steht nun schon im 117. Vereinsjahre und sein neues Programm zeigt, wie ernst er nach wie vor bestrebt ist, seine hohe Aufgabe zu erfüllen. Atöge seinen edlen Bejtreoungeu auch in diesem Vereinsjahre der Erfolg nie versagt bleiben.