Ausgabe 
13.12.1907 Zweites Blatt
 
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Nr. 2S3 Zweites Blatt LS7. Jahrgang

Freitag 13. Dezember 1907

Erscheint Egitch «Ü A»>nahme be6 SomNagS.

DirGietzener ZamMendlLtter- werden dem ^ntnyr* viermal wöchentlich beige! egt, daS ^LreirbUM Itt de« Kreis Hkeßeu" zweimal «tchvuUch» Der ^hesstsche Landwirt- erscheint Mmmtlich einmal.

RolattonSdruck und Verlag der Br Ührchen UnwersttätS - Buch- und Grrmbruckerei.

R. L a v - e. Siegelt

Redaktiort, ErvebtNon unt Druckerei Schul* stratz« 1. (erveöttton und Verlag feo» 6L J^«öa!tton: fecö 112. £cl-8lbu '21 nzeiger^S te^cn*

Urlaubs. Der Vorsitzende hat ihnen mitgeteilt, daß das Gas­werk schvn früher zum Bericht ouigeforbeit und neuerdings hieran erinnert wurde. Auf die Erinnerung hin habe das Gaswerk die Verzögerung durch zaylreick>e sonst vorliegende drin­gende Dienstgefchäfte entschuldigt und bestimntt in Aussicht gestellt, daß die Angelegenheit von ignt in 10 bis 12 Tagen ocr Bürger­meisterei int ter breitet werde.

Stadtv. Lobe r erkennt die Gründe der Verzögerung an, und hofft, daß die Sache baldigst zur Zufriäxncheit der be­teiligten Lateruenwärter erledigt werde.

Die elektrischen 3nfto3aiionen.

Die BVrsammluug hat cun 7. November beschloffen, bezüglich der Behauptungen der Installateure, daß die Installation der Notbeleuchtung beim Stadttheater unrichtig auSgesührt sei, eine Aeußerung von Geheimerat Prof. Dr. Kittler in Darmstadt einzuholen. Geheimerat Dr. Mittler hat nunmehr erklärt, daß die vom Elektrizitätswerk vorgenommene Installation der elsk- trifchen Notbeleuchtung unzweifelhaft die zweckmäßigste Losung der Frage sei. Die Notbeleuchtung entspreche in ihrer Anlage nicht ganz den Verbandsvorschriften, aber durch die Anoro- nung der Hauptbcleuchtung in Verbindung mit der NotbÄeaLchtuug besitze das Theater ein« völlig ausreichende Sicherheit. Neben dieser Acnßerung von Geheimerat Dr. Mittler habe man noch die Ansicht von 40 Elektrizitätswerken eingeholt. Einige davon hätten kerne Antwort gegeben, einige andere mangels genügen­der Kenuttuis der örtlichen Verhältnisse davon obgeseheu, die verbleibenden 30 Werke hätten übereinstimmend erPirt, daß die vom Elektrizitätswerk gewählte Losung zweckentsprechend und jeder anderen vorzuziehen fei.

Beig. Geo r g i hält das Material für viel zu umfang­reich, um es durch Vorlesen zur Kenntnis der Versammlung bringen zu können. Er schlügt deshalb Drucklegung vor. Nach kirrzer Debatte, die sich um die Frage dreht, ob Drucklegung oder Ermöglichung der Einsichtnahme des Materials auf der Bürger­meisterei im Interesse der Klarstellung vorzuziehen sei, wird beschlossen, die Fragestellung an Geheimerat Dr. Kittler und dessen Aeußerung für die Smdwerordneten und sonstigen Jn- terefientai drucken zu lassen.

Gelänselostea dn Dahn Lo^?-8sadorf.

Der Vorsitzende erinnert daran, daß im Frühjahr 1906 eine Anfrage vom Kreisamt an die Stadt gerichtet worden sei wegen eines Zuschusses zu den Kosten der Geländestellung für die Bahn Lollar-Londorf. Die Versamnrlung habe damals ab- gelehnt, einen Zuschuß zu leisten, da die Bahn für Gießen keine wirtschaftlichen Vorteile gebracht habe. Nachdem seinerzeit die Bahn beschlossen toorben sei, habe der damalige Oberbürger­meister Gnauth eine Eingabe an die Regierung gerichtet, in der gegen die vorgeschlagene Linienführung Stellung genommen wurde, da die Führung der Bahn über Lollar Gießen direkt schädige. Man habe damals eine Linienführung über Allen- Buseck und^Wieseck und die Einmündung Der BÄn am Nord­ende der Stadt in die Main-Weserbahn vorgeschlagen und auch mit großen Kosten ein Projekt ausarbeiten lassen, aber keinen Erfolg damit gehabt. Vor etwa 14 Tagen habe er eine Vorladung vor den Kreisausschuß in Friedberg erholten, wo die Kosterroerteilung auf die iicterejfieiten Gemeinden stattfinden sollte. Nachdem er sich mit Stadtv. Dr. Gutfleisch über die Sache ins Benehmen gesetzt habe, sei er am Samstag zu dem Termin gegangen. Hier sei ihm eröffnet worden, daß die Stadt Gießen von ben 207 000 Mk. betragenden GelänbeeLwerbs- kosten 85 000 Mk. übernehmen solle. Das habe er selbstverständlich abgelehnt unter der Begründung, daß der Stadt irgend ein Vorteil aus der Bahn nicht erwachsen sei. Soweit sie über­haupt in Betracht komme, handle c5 sich lediglich um eine Verschiebung des Verkehrs unter den einzelnen Stadtteilen. Die Gegend am Wattior, insbesondere die Walltorstraße selbst, habe sogar direkten Schaden durch die Dahn, insbesondere die Li­nienführung über Lollar gehabt. Der Kreisausschuß habe die Sache vertagt, um zunächst eine Beweiserhebung vorzunehmen, wie sich mit der Eröffnung der Bahn der Verkehr von Lollar aus nach Gießen, Marburg und Wetzlar entwickelt habe und wie die Gewerbesteuer in Gießen angewachsen sei. Demgegen­über halte er daran fest, daß die Stadt von der Bahn keinen Vorteil, sondern nur Nachteil habe. Außer der Verödung des Walltors, dessen frühere geschäftliche Bedeutung durch die Bahn geradezu lahmgelegt worden sei, wolle er nur darauf Hinweisen, daß die Omniöussahrt nach Londorf früher 60 Pfg. gekostet habe, während die Eisenbahn karte 75 Pfg. koste. Um entsprechendes Material zu erhalten, beabsichtige er, nach Weihnachten Zir­kulare an alle Geschäftsleute und Gewerbetreibenden zu ver­senden, nm über die Vorteile unb Nachteile der Bahn für Gießen Klarheit zu erhalten. Es liege im eigenen Interesse der Steuerzahler, daß die Anfragen sämtlich ausgefüllt zurück­kommen.

Beig. Georgi kann nicht verstehen, daß eine solche An- förberung überhaupt gestellt werden konnte. Daß die Gewerbe­steuer seit 1902 in ihren Erträgen gestiegen sei, sei ja richtig, aber diese Steigerung sei sicher nicht eine Folge der Londoner Bahn, sondern sie liege in ganz anderen Ursachen. Auch er sei der Ansicht, daß die Bahn Gießen nur Schaden, ab ec - keinen Nutzen gebrecht habe. Tie Ausführungen des Vorsitzenden über die Haltung des damaligen Oberbürgermeisters könne er ^be­stätigen, für das leider nicht zur Ausführung gekommene Pro­jekt, das den Interessen Gießens unb insbes. seines nördlichen Stadtteils gerecht geworden sei, habe die Stadt an Projektierungs­kosten die hohe Summe von 5000 Mk. aufgewendet. In­teressant sei, von wem diese Zumutung an die Stadt eigenllich ausgegangen sei.

Der Vorsitzende meint, daß wohl die Grunderwerbs' kommifsion die Sache angeregt und auch die Unterstützung des Kreisamts gefunden habe. Das ganze fei nichts als ein Ver­such, die Losten von den betreffenSen Orten abzuwälzen.

Auch Stadtv. Löb er bestätigt die Schädigung des Walltors und die Besuche, eine andere Linienführung zu erreichen. Für die Einmündung in Lollar habe man geltend gemacht, daß durch das Eisenwerk und dessen Transporte Die Rentabilität der Bahn gesichert sei.

Im ähnlichen Sinne sprachen sich die Stadtvv. Wallen­fels, Leib und Emmelius über die Schädigung des Wall­tors aus. Letzterer meint u. a., anstatt von Gießen etwas zu verlangen, solle man für das. Walltor unb seine schwere Schä­digung Entschädigung verlangen.

Der Vorsitzen de bemerkt noch, daß die von Gießen ver­langte Summe an Zinsen und Amortisation jährlich 3400 Mk. erfordere. Wie viel Geld rnüßten die Leute aus dem Lumda­tal fetzt mehr nach Gießen bringen als früher, bis der Ver­dienst der Geschäftsleute so sehr steige, daß daraus eine Steucr- Mepreinnahmc von 3400 Mk. entstünde. Er ersucht sodann um Zustimmung, baß bei den künftigen Terminen Geh. Justizrat Dr. Gutflestch und Rechtsanwalt Em gisch mit ihm die Stadt ver­treten.

Stadtv. Eichenauer inriitr, wenn man solche Zumutungen an die Stadt stelle, Hütte man ihr auch Gelegenheit geben sollen, an den Verhandlungen vorher trilzimehmen. Hierauf wirb ber Gegenstand verlassen.

Steuer-Erklärungen.

Der Vorsitzende teilt mit, baß seit einigen Jahren Frage­bogen cur bie Arbeitgeber üerfanbi würden, um bas Eiutommen der bei ihnen beschäftigten Leute festzustetlerr. Dies geschehe zum Zweck der ridjtigeu Steuerveranlagung, damit nicht bie

StlMmangsvUd aus dem Zierchs^ags.

Berlin, 12. Dez.

Es gi§t Blockpefsmiisteu unb wohl noch mehr Oprst- rrfften un Arrriblock-Lagt^ dre Früchte der konj-orva- kiven Paarung jetzt nocy sttt geMrdet hstten- atet <) iner toeber bitjter tn die ZirÄULp zu büdfen genügt ist, noch rerurteili ist. int Trügen zu fachen, rmrß yi geben, daß jte nur unter ^chlveran Wehen ins Leben tretest. Beim Rei ch s- verernsgesetz zieht ber ominöse Sprachenparaar«-ph sogar des Unken Mrgsls des Blocks ©ine siharfe

3in:e; aber rrjxu darf in der Kommission eütc Verftävdignng i o ch e r w a r te n. Die zweite Blockstmchl ein Hauptgeswrnk beS Kanzlers an die Liberalen, wurde hertte in dem Ent­wurf ber Börsenreform behandelt. Es stellte sich her­aus, daß die Gegensätze zwischen links unb reck)hs die tedjte Biockhälste-e5inat in engem Bündnis Nit dem Zentrum, noch schärser find, als es aus den Pr^'ßäitßerungen der letzten Wochen yt vemmiten war; imb doch darf man auch hier auf eine Lüsung ini weiteren Ser lau ,e der Verhau binnen rechnen, die werngftens die dringendsten Ansprüche der linken Soj^' beftüebigt.

Ein bedauerlicher Zwischenfall tat der sach­lichen Au.seinanderfetzung zwischen Freunben unb Gegnern der BörfLnreforrn Abbruch. Graf Kanitz, den sein ex­tremer Standpunkt in wirtschaftlichen Fragen an der Er­kenntnis aktueller Gefahren und unhaltbarer Zustände nicht hindert, und der im Jal)re 1891 vorurteilslos genug war, selbst die -L-uspensimt ber Getreidezölle zu beantragen, hätte ber zur Eröriorung stehenden Frage doch wohl noch andere Seiten abgewonnen, als die Sprecher der ßieichspartei und des Zentrums, aus deren langen Roden die anderen nur das Eem hörten. Wenige Worte hatte Gras Kanitz gesprochen, eis man ihn sich berfärben unb mühsam nach demäiedner­füll tasten sah. Seine herbeieilenden Freunde geleiteten chn aus dem Saale, unb bie Bestürzung, in die ber Unfall des auf allen Seiten des Hauses beliebten Kollegen bie An­wesenden versetzte, wich erst, als man erfuhr, daß sein Zu­stand sich bereits zu bessern beginne und es sich lediglich uan einen durch Uebecanftreugung hervorgerufeuen schwäche an fall harckrele.

Der preußische Handelsminister De l b-r ü ck, der in Ver­tretung des in diese Materie noch nicht eingearbeitetvn Staatsselretärs v. Bethmann-Hollweg bie Beratung ein- rleitete, hatte keine leichte Ausgabe: er mußte allgemein Vrianntes wiederholen und den Versuch machen, auf der Rechten und auf der Linken einer Vorlage Freunde zu ge­winnen, bie, wie er wußte, keinen recht befriedigen konnte. Immerhin yanb er bei den Freifinnigen unb ^ationalliberalen verstaiwnisvolle Würdigung der Schwie­rigkeiten, mit denen die Regierung bei den wirtschaftlich- Düuinciralen Gegensätzen im Block zu kämpfen hat. Die Ausführungen des Dr. Seniler, der als Hamburger An­walt aus reicher Erfahrung fprechen konnte", wie insbeson­dere die Beleuchtung unserer Börsen- unb Gelbäerhältnisse iriircl) den Prüf identen des deutschen 5^anbelstags Kampf iLnb den Leiter eines großen Bankhauses, Mommsen, lteßen erkennen, daß es nicht an ber linken Seite dos Blocks liegen wirb, weim es wider Erwarten doch nicht gelingen sollte, den die Wirtschaft unb das Ansehen oes 2eutsa)en Reichs so schwer schädigenden Zustand der Existenz einesBörsengesetzes ohne Börse" zu beseitigen.

^uslatiO*

Stockholm, 13. Tez. Die Heberführung d-er Leiche König Oskars über den Schwßhos nach ber Schloßkirche, wo bie feierliche Aufbahrung erfolgte, sand geifern abend 8^/z Uhr unter Fackeldeleuchtung statt» Die Prinzen des Hofes wie die Dienerschaft begteiieren den Zug.

Athen, 12. Dez. Unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung fand heute bie kirchliche Trauung des Prinzen Georg von Griechenland mit ber Prrn- zeffin Marie Bonaparte statt.

New York, 12. Dez. Roose beit erklärte besinlliv, vc werbe keine weitere Präsibentschaftskaud-i- d atur annehmen. _______________ ______ _______

Sitzung 6er Sta6tv er ordnete«.

Gießen, ben 12. Dezember 1907.

Anwestno: Ottröürgerrneister Mecum; BeigLvrbnete Keller, Georgi; Stadtverordnete Brück, Eicheuauer, Emmelius, Suter, Faber, Hrichelheim, Helfrich, Helm, Iann, Jughardt, Leib, Löber, Orbig, Petri, Schafsstaedt, Wallenfels, Dr. Wimmenauer.

Mitteilungen.

Der Vorsitzende teilt mit, daß stadtv. Haubach infolge Trkranluug sich wiederum große Befchräniung im Besuch von Schungeu ufw. auferlegen niü)]e, weshalb er für bie nächste & an beit Beratungen nicht teilnchmen könne.

Stabtbaumeister Braubach hat von ber Lüderitzbucht einen Postiartengruß an bie Versammlung geriditet.

Die Virhtranvporte.

Die vor kurzem von einigen Bürgern an die Stadtver­waltung gerichtete Eingabe wegen ber äußerst lästigen Vieh- transrorte in ber Bahnhofstraße, namentlich an Sonntagen, wurde an die Eisenbahndircktion weitergegeben, bie ininmetjr darauf geantwortet hat. In ber Antwort heißt es, baß die Direktion zu ihrem Bebauern aus Betriebsrückfichten bie gestellte» Anttäge nicht berücksichtigen könne. Bei starkem Viehverkehr seien bie vor­handenen vier Viehrampen sämtlich zum Ent- unb Belaben not- toaiDig G- müsse beshalb, wenn der gesamte Viehverkehr im Güteroahnhos abgewickelt werden solle, eine große Viehrampe timgebaiü werden, die 60 000 Mk. kosten würde. Es liege für die Eisenbahnverwallung feine Veranlassung vor, eine solche Auf­wendung zu machen. Aber selbst wenn, die Interessenten die Summe aufweuden wollten, bliebe ber Mitzstaub bestehen, daß die Biehtransporre die Gleise Gießen-Frankfurt und Gießen-Metzlar überschreiten müßten. Für ctlva daraus entstehende Unglückv- falle könne bie Verwaltung die Verantwortung iiicht ubn:nehmen. Cs sei deshalb zu erwägen, ob nicht durch polizeiliche 'Maß­nahmen die behaupteten Wttßsiänbe beseitigt werden keinen Der Vorsitzende ist der Ansicyt, daß sich, die Marttkom- mission nunmehr mit der Sache beichaitigen solle. Vielleicht tinnc man eie Verlegung des Marktes aus einen anderen Wochen- , tca beschließen, damit wenigstens die ^omrtags-Viehtransporte unterblieb en Auch sei zu erwägen, ob man nicht das treiben

Vieb"s in ber Stadt verbieten unb dafür Wagentransport vorschreiben könne. Die Versammlung stimmt ber Ueberwepung am bie Marttkommisfion zu.

Die Laiernenwürler

erinnern in einer Eingabe an ihre in einer früheren Ein­wabe geäußerten Wünsche wegwr einer LohnerhöMum und bie U einer weiteren Eingabe erbcrciu Gewährung eines ^oarmei»

3MB.,jJiMi.gworngn-inr mi jii tl

zu gering Emgefchätztcn auf Kosten d-r übrigen Steuerzahler zu gut bei ber Veranlagung weg kamen. Leider würden die Frage­bogen vielfach nicht zurückgAchickt, im letzten Jahre seien z. B. von 410 mre 134 Lusgesiült zurückgÄomuiLN. DaS sei unifo mehr zu bedauern, atS cs durch die erhaltenen Eingaben vielfach möglich getanen sei, geradezu grttjfe Fälle von zu niedrigerer Beranla-gung richtig zu steKen. Er richte an die befragten Go- schäftslcute dos Ersuchen, die verlangte Ausllmft zu geben, damit bie Steuern gerecht verteilt werden könnten.

Beig. Georgi hält es für cche^ttümlich, daß die Geschäfts­leute Auskunft geben fügten, was ihre Leute verdienen. Er halte cs für vvkllvnrinen berechtigt, von dem Einkommen unter 2609 Mk. evensakts Deklaration zu verlangen. Wenn Die Ver­anlagung jetzt viel sack; mangelhaft sei, so liege es an dem Gesetz.

Stadtv. Leib verspricht sich von bem jetzchen System nur dann etwas, wenn bie AiiÄrursrSerieilung unter Zwang ge­stellt wirb. Daß bie Gesthä?Zerrte nicht gern solche SteuernuS- riinfte geben, finde er begreiflich.

Stadtv. Wallenfels glaubt, daß bie Untcrlaffrng der Aus­kunft mehr aus Bequemlickicrit geschehe, während Stadtverord- ncter Heichelheim den Wunsch ausspricht, daß auch die zweite Steuerklasse beuatle-rat solle.

Stadtv. Petre füwet nichts boi der DuSkunft5crteilung, so lange sie wanichcirögemäH erfokgt unb Siobto. Jua Hardt betont, daß bie Einschätzrmgsüammiffwn bet zloeiten Kliffe überall da Milde walten läßt, wo fie angebracht ist.

Stadtv. Schaf fstaedt meint, man solle die Arbeiter selbst nach il/rem Einkommen fragen, während Stadtv. Löber an der Auskunftsemholuug nichts bebenllichcs finden kann.

Laugesvch:.

Die Firma Winn u. Co. will in der Bahnhofstraße, zn- nack)st der Wiessck, einen Neubau errichten, ber so, wie er beab­sichtigt ist, in mehrfacher Hinsicht nicht mit ben bestehenden Bestimmungen im Einklang steht. Um ber Firma für die des­halb erforderliche Neubearbeitung des Plcuns die Richtschnur zu geben, inwieweit bte erforderliche Dispeniation ev. erteilt wirb, witi) ausgesührt, baß dies bezüglich ber Größe des Hofes nicht geschehen Ewrm. Dagegen stclst ber Dispensoefuruwrtung hm- sichtlich ber Gebäude höhe nach der Wieseck zu mrd ber Aus­ladung des Hauptgesillvses nichts im Wege.

Eine frühere DispenSbeiurwoi-tung iu.r bm von Frau Sea* ael ün Hause Ecke ber Bahnhof- und Schanzenstraße öcrgcft-bcnai Veraudaaubau hat nicht bie erforderliche ministerielle Geneh­migung gesunden. Die Versammlmiü beschließt abermals, die erforberlid)H Dispense zu befürworten.

Ein Tispensgesuch von L. Eifosser für die Marktstraße wegen erires geschlossenen Ausbaues aus das Dach wirb abgelehnt, ba damit die dort zulässige Gebäubehöhe überschritten würde.

Dagegen findet ein Dispeusgesuch ioegen der Errichtung einer Pförtner Wohnung beim Justizgebäude nach kurzer Debatte Befürwortung.

StrabeuangeleLenheitell.

Mehrere Anwohner Der Marburger Straße oberhalb deS Wiesccker Weges wollen dort einen gepflasterten Slraßenübcrgong angelegt Hoven und einer davon (Herr Kitz) hat sich bereit er#* klärt, die erforderlichen Mäterialsuhren unentgeltlich zu leisten. Es wird trotzdem ALlehnuug beschossen, da früher grund- chtzlich beschlossen wurde, nur noch da gepflasterte Uebcrgänge anzulegen, wo es sich um bie Berbindimg zweier Straßen handelt.

Stadtv. Wallenfels spricht sich für die Genehmigung des Gesuchs aus, wüho.md Stadtv. Emmelius die baldige' Pflasterung des Straßeickreuzes^ auv Wiesecker Weg vvrschlügt. Stadtv. Löber regt Wecker die Herstellung des Bürgersteiges auf Der linken Seite bet Marburger Straße an. Ter Vorsitzende will hierüber einen Kostenanschlag aufstollen lassen. Stadtv. I u n n unterstützt bie Anregung bes Stubtv. Eirrmelius. Dos üorlicgenbe Gesuch wird daraus ab gelehnt.

Die, Spar kasse möchte, falls die JvhanneSstraße nicht bald befestigt ist, im Jntereife ihrer Besucher dort einen ge­pflasterten Uebergang angelegt haben und ist bereit, die Her-f. stellunHskvsie« zu tragen. Nach einiger Debatte wird dem zu-«^ gestimmt.

Stadtv. Eichenauer ersucht um <?ine baldige Vorlage, ich welcher Weise die chaussierten Stcaßrn nach unb muh passicrbas gemacht toerixu Gnuten, insbes. spotte ber Zustanb bei Lud-, wigstriche und der Süd-Auiage jeder Beschreibung. Auch müsse der Schmutz intensiver entfernt werden, als cs jetzt geschehe.

Ter Vorsitzende stellt eine Vorlage für Mitte Januar in Aussicht, welche Straßen int nächsten Jahr hergestellt werden, sollen.

Stadtv. Schaffstaedt pkaidi-erc für Instandsetzrnrg der Wege int Phllosophonwald, was Stadtv. Löber zu der Be­merkung veranlaßt, daß seit einigen Tagen dort aLed in Orb»« nmtg fei.

Auf Anregung des Stadtv. Emmelius sagt der Vorsitzeudch frühzeitige Ausschreibung der rrächstfährigen Straßail-herstelling^ arbeiten zu.

Beig. Gcorai gibt zu bedcuirir, daß nicht alles auf ein* mal gemacht werden Wime mrd rät zu einer gewissen Beschrän­kung. Da, wo es nötig sei, könne man ja noch llevergängc pflastern.

Stadtv. Löber er inner t an die Herstellung der Weserstra^, bte> durchaus notwendig sei. -i

Verschiedenes.

Dem Verkauf von ztvci Grabenparzekken von 55 und 12,2 QuadrLtmeler an der Frankfurter Straße nach Klein- Linden zu an die Eisenbahnverwaltimg wird sugeftimmt. Ter Preis beträgt 1 Mk. für den Quadratmeter.

Eine 60007000 Quadratmeter grvste Licker fläche an bet Kläranlage, bie zunächst nicht gebraucht wirb, wirb an Oekonom Preiß verpachtet- Da die Bestellung des Landes zunächst große Kosten verursacht, wirb ber Puchtprcis für bas erste Jahr auf 10 Mk. festgesetzt. Außerdem verpflia-ttt sich der Pächter, mit Dem ihm umsonst gelieferten Dungftoff der Kläranlage zu billigen.

Tie Sandgrube an ber Hochwarte wirb auf weitere brci> Jahre an den seitherigen Pächter Hch. Kessler von Slunerob' verpachtet. Ter Pachtpreis beträgt wie seither jährlich 250 Mk.

Ein Antrag, daß bie Stadt 6000 Mk. Volksbabaktien, bie dem Thecuerbauverem geschenkt wurden, ankaufen soll, wird nach kurzer Erörterung genehmigt.

Der Frau, die die Reinigung des Polizeiamts be-> sorgt, ivirb die dafür bezahlte Vergütung auf Ersuchen um 50 Mk. erhöbt.

Auf eine Zuschrift des Lehrersängerchor-Vorsitzenden Lehrer Vst M ü Her übernimmt die Stadt in Llnbetracht des gemeinnützigen- unb wohltätigen mit der Eichendoriseier verfolgten Zrvecks die für Saalhelznng unb Beleuchtung usw. zu zahlende Summe von 35 Mk. auf die Sladckasse.

Ter Druck der At a r k t p l a k a t e wird der Gießener Ver- lagLdrnckcrei zu den seitherlgen Bedingungen (1100 Stück zu 97 Pik.), Übertragen.

Stadtv. EmmeliuS regt noch an, im Lause des Winters die Nord-Antage in Ordnung zn bringen unb die Wisseckboschung an der Alicestraße nnzupstanzen, da hierdurch manche beschäNi- gnnqelose Leute in den ^uuevinonaten Verdienst finden könnten.

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In ber nichtöffentlichen Sitzung wurde u. cl der 9drchl- folger für ben verstorbenen Polizeifekretär Roth bestimmt. Die, Wahi fiel auf einen Herrn Bilo aus Waiirz, der Mher i am dortigen Polizeiamt beschäftigt toar^ -