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13/12/1907 Erstes Blatt
 
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157. Jahrgang

Erstes Blatt

Die Heutige Wummer umfaßt 14 Seiten

Hbrefie tüt Depe^enr AazctHr» Girtze«,

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bte Post Dck. 1 viertel jährt. Lusjchl. G-stellg. ZeilenvrriS: lokal IbVf«, auSiodrlS 20 Vrnnig Lerantrvoctlich

für den oolltijch«n Teil: v Anderson; t iyeutQe» ton and ,93ermikt)te§* V- äBittfo füt ,®tabt

,eiin sei verwarnt worden. In der rg des Geschäftsführenden Ausschusses des Landesverbandes deS Deutschen

jährlich ML 2J0, durch f IV-^ole- il Zweigstellen monatlich 65 Pt.i durch

Freitag 13. Dezember 1907

Ä Beza -OpretSr

HW monatlich 76 iriettet*

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Hrjch<« at «Lgltch auver Sonntag».

Dem Greßene' Anzeiger rveuben im Wechsel mit Dem hessischen Landwirt Die L»fetter gamiiien. Hiatlrr oiermal in bei Woche beiqeleßt und

»ivetmal wöchentlich das Detrblatt füi den Knis Lietzen. Fer.,wrech-An- icd'ußl d Redaktion 112 feerlüg u. Lxpedttwn 51

Flottenvereins, welche von sämtlichen Mitgliedern besucht war, haben der Gesaw.cvorftand und der Gejchäjts- ührende Ausschuß einstimmig beschlossen, aus den-- elben Gründen wie Prinz Rupprecht das Amt nieder- zulegen unter einstimmiger Annahme derselben Erklä­rung, die sich gegen den General Keim richtet. Ter Aus- chuß fuhrt die Geschäfte nur noch formell weiter bis zum Zusammentritt einer außerordentlichen Telegiertenver- saurnrlung des bayerischen Landesverbandes, die auj den 29. Dezember einberusen worden ist.

General Keim äußerte s-ch zur Krise im Flotten­verein folgendermaßen: Was die Erklärung des Prinzen Rupprecht betrifft, sc bemerke ich, daß ich dessen Rücktritt aufs lebhafteste bedauere, umsomehr, als ich, wie allen- mäßig nachgewiesen werden kann, bestrebt bin, mit dem bayerischen Landesverband im besteu Einvernehmen zu eben, wobei ich jedoch stets seinerseits aus das Kriegsbeil gestoßen bin. Es ist Mir unbegreiflich, wie man in Bayern solche Angriffe gegen die Agitation des Deutschen FlottenvereinS im übrigen Deutschland unter­nehmen konnte, da gerade den Bayern ihre Agitation frei steht. Man kann nicht zugeben, daß die Bayern als Entgelt für die ihnen zustehenden Rechte sich anmaßen wollen, die Agitation im übrigen Deutschland nach ihrem Muster umzuändern. Das Verhalten der Anti-Blockpresse hat mich in meiner Auffassung bestärkt, daß der wahre Grund des Rücktrittes des Prinzen Rupprecht allein darin zu suchen sei, daß gewisse .Herren des bayerischen Zentrums im bayerischen Landesverband ihren Einfluß auf den Prinzen geltend machten. Der Prinz wurde auf diese Weise einseitigund subjektivunterrichtet, denn es ist mir nicht bekannt, daß er Gelegenheit genommen hätte, sich auf der anderen Serie über die Differenzen objektiv unterrichten zu lassen. General Keim gedenkt keineswegs freiwillig den Rückzug anzutreten, sondern wird, wie es einem General ziemt, aus seinem Posten stehen und fallen. Seine Stelle ist auch, das muß betont werden, ein unbezahltes Ehrenamt, das er seit Jahren unter Auf­bietung aller Kräfte ausgefüllt hat. Reichskanzler Fürst Bülow hat sich mehrere Ma>e geäußert, daß General Keim seinen Posten selbstlos verwaltet hat.

Are Aerse des Kaisers.

Kaiser Wilhelm, der gestern an Bord derHoh«r- zollern" Sheerneß verlassen, hat zu seiner Umgebung den Wunsch nach dauernderFreundschaftzwischen Deutschland und England geäußert.Es müsse Friede zwischen beiden Ländern herrschen und das englische Volk wird mich als seinen besten Freund erkennen, Den es je gehabt hat. Wir können es uns nicht leisten, zu streiten. Ich hoffe, Jahr für Jahr wieder hier­her zu kommen. Es wird nicht meine Schuld sein, wenn ich jetzt nicht alljährlich nach -Lew-Forest oder einem anderen ebenso reizvollen Platz in der Nähe komme, wo ich hoffe, ein willkommener Besucher zu sein."

Tie englischen Zeitungen haben dem Kaiser sehr herz­liche Abschiedsgrüße gewidmet.

TieWestminster Gazette" rührt anläßlich der Ab­reise des Kaisers aus: Es wird eine überall freubig auf- genommene Nachricht sein, daß sich 'die Gesundheit des Kaisers durch seinen Aufenthalt in Englund sehr gebessert hat. Wir glauben, daß sein Besuch wesentlich dazu beigerraaen hat, den Nebel des Miß verstehe ns zu vertreiben, her eine Atmosphäre darstellte, in der gegenseitiger Argwohn besser gedieh als freundlich^ Beziehungen. Es ift erfreulich, die Lurch den deutschen Botschafter bekannt gegebene Abschicdsovt- Idxu't des Kaisers zu lesen. Wir alle sind durch den Kaiser in warmherziger Weise begrüßt worden. Tie herzliche Gesinnung, fcie er am den Tag legte, hat ihn persönlich sehr populär gc> macht. Es roöre das beste Resulrat, das dem Besuch ent- Ipringnr könnte, wenn er einen Wendepunkt in der Ge­schichte und in den Beziehungen der beioen Län­der bilden würde. DiePall Mall Gazette" gibt eben­falls ihrer Befriedigung über die Besserung des Befindens d.s Kaisers Ausdruck und schreibt: Ter Kaiser tat sein Bestes, nm bessere Beziehnngm zwischen Deutschland und England ins Leben zu rufen. Wir können für die liebenswürdige Art und Weise, in b.r sich der Kaiser die Erreichung dieses Zieles hat angelegen sein lassen. Zeugnis aviegen und geben uns der ausrichtigen Hoffnung hin, daß die Zeit den Erfolg dartun wird. Es wird nicht der Fehler des englischen Volkes sein, trenn die Bemühungen des Kvisers itidM den Erfolg haben, den 'ie verdienen.

Tie holländischen Zeitungen bringen anläßlich des be* vorstehenden Besuches des deutschen Kaisers Be- grüßungSartikel, in denen sie b efonders dem Kaiser als Friedensfürsten huldigen und die zwi­schen Deutschland und den Niederlanden bestehende gute Nachbarschaft betonen.

lieber die Ankunft des Kaisers in Imuiden wird ge- meldet: Gegen i/?5 Uhr meldeten die Signallichrer gestern die Ankunft der Hohenzollern. Als diese an dem hollän­dischen Kriegsschiff Friesland vorbeifuhr, wurden auf diesem die Trommeln gerührt und die Schiffs-Kapelle spielte Heil Dir im Siegerkranz". Trotz einsetzenden Regens hatte sich am User eine große Menschenmenge einge- junden. Als die Hohenzollern, aus der sämtliche Kajüten­fenster erleuchtet" waren, die Schleusenkammer passiert hatte, legte sie hinter letzterer fest. Die Königsberg und Sleipner folgten in Abständen. Der Kaiser bewahrt sein Inkognito bis zur Ankunft in Amsterdam. Deshalb sind auch keine Salven vom Fort und der Friesland abgegeben worden. Um 8 Uhr begann an Bord der Hohen- zollern die Tafel, bei der Gesandter v. Schlöz'er zur Rechten des Kaisers saß. Vorher hatte der Kommandant der Friesland seine Aufwartung gemacht. Der Kaiser be­findet sich bei bester Gesundheit. Heute morgen 3 Uhr wird die Reise nach Amsterdam fortgesetzt.

Kejfische Zwnte Kummer.

R. B. Darmstadt, 12. Dez.

Die 2. Kammer nahm heute vormittag ihre Beratungen wieder auf. Den Vorsitz führte der 2. Vizepräsident Justiz­rat Dr. Schmitt. Das Haus ist gut besetzt. Am Mi- nistertisch haben Platz genommen: Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Ministerialräte Lor - bacher, Dr. Süssert und Dr. Becker.

Die Versammlung tritt sosort in die Tagesordnung ein und verweist sämtlichezur vorläufigen Beratung" gestelllen 25 Positionen, Anträge von Mitgliedern des Hauses oder Vorstellungen um Gehalts- resp. Pensions- Verbesserungen, an die zuständigen Ausschüsse.

Die zur definitiven Beratung stehende Vorstellung des Heinrich Keller in Darmstadt um Anrechnung seiner pensionsfühigen Dienstzeit wird nach mündlichem Bericht oes Abg. Best für erledigt erklärt und die Ziückcmßernng der L Kammer über die Vorstellung des Gastwirts Wilh. K n i a r a | f) aus Kreuznach der Regierung zur nochmaligen ] Prüfung überwiesen.

Wener Mzeiger

Seneral-Anzeiger für Vberhessen

tüt tagesnummet »otationrdnlS ttitb Verlag d« vrShl'fchen Unlv.-Vuch. >«» Steknvnrckrrel. H. Lange. Hebattion, Lxpebition and vru<krrei- SchMratz« r. Bet'

bK Dormtftagd 10 Uhr. 3 ___ __________i

ledigt.

Die Beratung des Antrags Ulrich u. Gen., betr. die Vereins -und Versammlungsfreiheit, wird auj Antrag des Abg. Orb bis zur Beratung der Interpellation Dr. Schmitt und der RegiernuAsantwort daraus zurück-, gestellt.

Eine längere Debatte ruft die Vorstellung der Schacht t e I m a cf) e r der Gemeinde Klein-Zimmern hervor. Der Ausschuß beantragt, die Regierung zu ersuchen, den Sckach-» telmachern alle Hilfe angedeihen zu lassen, die zur Erleicy^ terung der durch das Phosphor verbot hervorgerufenen Not^ läge erforderlich ist und namentlich die Ueberleitung zu einem anderen ErwerbLziveige ermöglicht.

Abg. Ueöel (Zentr.) Beuagt, daß die Unterstützung der Regierung für die Petenten zu gering sei und Beantragt#, fämrlichen 12 Geschädigten eine Unterstützung von je 300 ML zu gewähren.

Abg. Berthold ist mit letzterem Antrag einverstandenf mtd beklagt, daß die Unterstützungen nur an die Minderbv- bürfügen gegeben worden seien.

Nachdem Dcinifter Brann bargeiegt hat, daß sich drs Unterstützungen nach den früheren Iahreseinkünsten gc* richtet und zwischen 60 und 300 ML bewegt, auch weitere Geschädigte, als die von Klein-Zimnuwn, sich nicht gemeldet hätten, wird die Angelegenheit noch einmal an den Ausschuß zurückverwiesen. -

Zn dem Antrag des Mg. Dr. Frenay, betr.

Errichtung einer MunitioNsanstalt am Fort Hardenberg bei Gonsenheim, der dahin geht,die Regierung zu er­suchen, mit der Militärbehörde dahin zu verharrdeln, daß von Errichtung der Muniticn5anstalt am Fort Hardenberg Abstand genommen und hierfür eine andere Stelle gewähll wird", wird ein Aus schuß antrag angenommen,die Re-> gierung möge darauf bedacyt fein, daß die dernnächst am Fort Harderibera zu errichtende 2)?rrnitionsLnstalt, wie seither, nur als Laboratorium zur Fertigstellung von Patronen' erhalten wird und daß, wie seither, die Verarbeitung und Herstellung gefährlicher Stoffe und Fabrikate ausgeschlossen bleibt.

Die Kammer beschließt ferner, den Antrag Hauck, betr. die Remontierung der Pferdebest an de zn Armeez^vecken, dem Ausschnßairtrag entsprechend, für erledigt zu erklären.

Eine längere Debatte eiüioann sich dann über die Bor-- stellung des Bürgervereins Äudenheün, betr. die Port-^ land-Zementwerks Manrrher,m-Heidesarg in Budenheim.

Nachdem Abg. Dr. Davrp dw Besthwerde näher

p»liti$d)6 Laserdcharr.

Sarasow ermordet.

Der bekannte bulgarische Bcnrdensührer Boris Sara- fow, die Seele der jahrelangen revolutionären Umtriebe auf dem Balkan, ist ermordet worden. Aus Sofia wird hierüber unter dem 12. Dez. gemeldet: In der vergangenen Nacht wurden die Führer der Revolutionäre Boris Sarafow und Garwanow durch Revolver­schüsse getötet. Sarafow begleitete gerade den bei ihm weilenden Garwanow zur Tür, als ein Mazedonier von der Gasse herbeieilte und beide erschoß. Der Mörder Sa- rajows und Garwanows ist ein Band euch es und heißt Panitza. Er scheint den Mord aus persönlichen Mo­tiven verübt zu haben, wiewohl auch angenommen wird, er sei von türkischer Seite zu dem Morde gedungen worden. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen.

Deutdctzes Ncictz.

Potsdam, 12. Dez. Die Taufe des jüngst ge­borenen Prinzen findet am 2L Dezember iin Marmor- palais statt.

Berlin, 13. Dez. Wie dieNational-Zeitung" be­richtet, sind zurzeit noch alle Meldungen über den defini­tiven Abschluß eines Kompromisses in der Polen frage verfrüht, da die für heute morgen ange­setzte Kommissions-Sitzung, in der die zweite Lefung des Entwurfes auf Gründ des Kompromisses stattsiilden soll, um eine Stunde verschoben worden ist, weil eine Einigung bisher nicht zustande kommen konnte.

DerReichsanzeiger" verössenllicht eine Bekannt­machung des Staatssekretärs des Reichspostamts, wonach der Feldpost verkehr mit Deutsch-Sudwest- afrika ab 1. Januar 1202 wieder aufgehoben wird.

Dresden, 12. Dez. In dem Befinden der verwit­weten Königin Carola tret eine Verschlimme­rung ein. Die Nacht war unruhig. Nach Beh-rbnng des Schwacheanfalles fühlte sich die Königin wieder Wohler. 5)ente früh empfing sie den Besuch der Prinzessin 3^aun Georg. '

Die Anfrage oeo Abg. Dr. Osann, betr. den TiSpositiouLsonds für Ztviipensionwe

unter Kap. 115 des HcmptvoranjchUrgs für 1007 beantwortet StaatSmtnlster Ewald dahin, daß ein Dispositionsfonds von 50 000 M vorhanden war, aus dem an die Hmter- blieben en solcher Beamten Unterstützungen gegeben wurden, die ein Einkommen bis zu 2000 ML hatten. Bon den dann noch übrig gebliebenem 25OU Mk. seien dann aiuh Hculer- bliebcne von Beamten mit mehr als 2000 ML. unterstützt worden. . t .

Auf Antrag des Abg. Reinüart toirb tne Bcfprechung der Sache vertagt, da der Interpellant wegen der Reichs» tagsverhandlnug nicht ^itgegcn sein konnte.

Die Anfrage des Abg. Dr. S cy m i 11

Was gcoenu Grovh- Regierung zu tun, um unfern. Lande gcgcnüber der gcptanten reichsgefetzlichen Rege­lung die

DereivS- rrnb VerfammlnnL?fteihert

ungeschmälert zrr erhallen'?"

beantwortet Slaatsminiüer Ewald urie felgt: Für die Regierung hätte an und für sich kein Bedürfnis zn einer Acndermrg der »andesgesetzllchen Bestilmnultgen vor­gelegen. Nachdem aber von der Reichsregterung eine reichs- gesetzliche Regelung der Materie eingeleüet loorden ist, mußte es die Regierung für ihre Pflicht erachten, an der einheitlichen Regelung des Vereins- und Versamm­lungsrechts für das Reich m i t z u a r b e i t e n. Sie konnte nicht mit dem Bemerken antworten, daß im Großherzog­tum ein Wunsch nach Veränderung der Beltirnmut'.gen nicht bestehe. Dce Mitarbeit der Regierung ist darauf gerichtet gewesen, im Sinne der seit Jahrzehnten in Hessen be- währten Bestimmungen zu wirken und aus eine liberale Ausgestaltung des RarchsgeschenlwMrfS hinzuarbciten. Auf weitere Einzelheiten in dreser Frage jetzt einzugehen^ dürste sich um so weniger empfehlen, als der Reichstag bereits in oie Beratung oeS Gefetzcnctwurfs eürgetreten ist.

Aus Antrag dcS Abg. Molt Han wird besa-lossen, die Besprechung der Angelegenheit bis zur Drucklegung der Negierungsantwort zu vertagen.

Die Regierungsvorlagen, betr. die Nachweisung eL über die Staatseinnahmen und Ausgaben int Etatsjahr 1901/02 und die summarische Uebersicht der Ein­nahmen und Ausgaberr der Landeskreditkasse in der Fd> .an^percode 1901/02 werden ohne Debatte genehmigt.

Dre NegiernngsvorLage, betr. die Vereinigung der Landgemeinde Bürgel mit der Stadt Offen­bar wird mit ihren 6 einzelnen Artikeln angenommen, nachoem Minister Brann einen Druckfehler der Vorlage berichtigt hatte. Abg. Orb wies dabei noch auf eine Be^ schwer de von Einwohnern ans Bürgel gegen die Vereinig gung hin, die aber nicht mehr berüccjichrigt werden könne, weit sie erst nach Abschluß des Vertrages einaereicht wurde.

Minister Braun konstatiert, daß der Regierung eine solche Beschwerde bisher nicht Vorgelegen habe.

Die Vorstellung des Rhe in-Ma in-Ga st wirten Verbandes um Aushebung der

Feierabendstunden

in allen Orten des Großherzognmis und die Vorstellung'

de§ Hessischen evang. Pfarrvereins, seierunddenWirtshausb ohne Debatte nach den Anträgen des Ausschusses für er-

Krinz Htnppcecht uns der Alottenvere>n.

Der Präsident des Deutschen Flottenver­eins, Fürst Otto zu Salms, veröffentlicht folgende Mitteilung:Anfragen anläßlich der Niederlegung des Protektorates des Prinzen Rupprecht von Bayern über den Bayerischen Landesverband des Deutschen Flotten- vereins veranlassen mich zu folgender Erklärung:Es liegt für das Präsidium kein Grund zu irgend einer Aeußerung in dieser Angelegenheit vor, da es in derselben streng satzungSgemäß gehandelt und nur pflichtmäßig seine Un­abhängigkeit gewahrt hat." Wie diePost" hört, hat der Reichskanzler den Präsidenten des Vereins, Fürst Salm, auf die so sehr unerwünschten Folgen einer Berufung des Generals Keim aufmerksam gemacht. Fürst Salm, der aufs engste mit dem General Keim liiert ift, hat sich nicht warnen lassen. Wie diePost" ferner hört, hat eine An­zahl von leitenden Persönlichkeiten in verschiedenen Provinz- und Landesverbänden die feste Absicht ausgesprochen, zurück­zutreten, wenn der General Keim an leckender Stelle im Flottenverein bleibt, wie überhaupt bcrecks zahlreiche Austrittserklärungen von Mitgliedern er­folgt sind. In Bayern werden z. B. die aktiven Offiziere, Die ganz besonders tätig für die Ausbreitung des Flotten­vereins gewesen sind, dem Beispiel des Prinzen Rupprecht folgen. Wie in München verlautet, hat der Kaiser sich schon vor Monaten mit den Verstimmungen innerhalb des Fiottenvereins befaßt, und zwar im September, als Prinz Rupprecht: die jetzt ausgeführte Llbsicht kunögab, das Pro­tektorat über den bayerischen Landesverband niederzulegen. Damals soll der Kaiser den Prinzen beschwichtigt haben