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Der
Beitrag
soll
auf
der
©crictytsfaal.
Die Gehallsklassen wurden wie
r Mk.
10 der
6. < Proz.
Neuwahl deZ Ausschusses; Vortrag von Dr. Wiktor Pohl- 'meyer (Berlin) über: „Freiwillige Bildungsbestrebungen der Gegenwart".
vermischtes.
* Explosion an Bord eines japanischen Panzerschiffes. In der Nähe von Kure trug sich ein schweres Unglück an Bord des Panzerschiffes „Kashirna" zu, das dort Schießübungen mit Geschützen vorgenommen hatte. Der größte Teil der auf einem Gefechtsturm be- sindlichen Personen wurden furchtbar verstümmelt, auch das Schiff erlitt ernste Beschädigungen. Unter den Ge- töte ten finden sich 5 Offiziere und 22 Mann. ' Zwei Offiziere und sechs Mann sind schwer, und zwei Offiziere und sechs Mann leicht verwundet. Wahrscheinlich ist das Unglück dem Umstande zuzuschreiben, daß sich infolge ausströmender Gase Pulver entzündete, als zum Zwecke der Einführung einer neuen Ladung das Berschlußstück eines Geschützes geöffnet wurde. Der Schiffsrumpf des Linienschiffes ist nicht beschädigt worden.
* Bluttaten.' In Berlin hat sich am 17. Sept, in einem Hause der Michaelkirchstr. am (Südosten) ein blutiges Familiendrama abgespielt. Infolge eines Streites mit seiner Frau hat der 35 Jahre alte Arbeiter und Hausverwalter Lorber seinen ein Jahr alten Sohn erschossen und seine iebenjährige Tochter durch einen Schuß schwer verletzt. In seiner Verzweiflung rannte nun Lorber aus seiner Kellerwohnung auf das Dach, wo er sich zu erschießen versuchte. Da der Schuß sehlging, stürzte sich Lorber vom Dache in den Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern tot iegen blieb. — In ihrer Kellerwohnung in der Elisabeth- ürchstr. wurde die 46jährige Plätterin Luise Walter von dem 34jährigen Anstreicher Anton Martin, mit dem sie in intimen Beziehungen stand, überfallen und schwer verletzt. Der Täter raubte seinem Opfer 2 Mark und entkam. Am Abend wurde er bei seiner Rückkehr in die Wohnnng der Walter- verhaftet. — In Posen schoß der Kaufmann Willy Heinrich dem diensttuenden Schutzmann Barm ohne jeden Anlaß, ledig.
N B. Darmstadt, 18. Sept. (Tel.) In dem S chaden- a U.ro S eß, den die Angehörigen des seinerzeit ernror- oeten Mädchens Dörsam gegen die Erben des Mörders Gölz K u t HAen, fand gestern der erste Termin statt. Der Anwalt der Beklagten bestritt, daß Gölz als Mörder der Dörsam m Betracht kommen könne und suchte nachzuweisen, daß Gölz rcKÄ"1? Elchen Vermögensverhältnissen gewesen sei, um eine äu können. Schließlich wurde die Sache vis Anfang Oktober vertagt.
fieiitP V? V 9 17* ec?f- Beim hiesigen Landgericht wurde antiL Li em Preßprozeß gegen den ver-
antwortlichen Redakteur der „Neuen Bienenzeitung", Lehrer a. D. batfp 1 CruH tntrJ^arf)Qd) verhandelt. Im Februar d. Js. hatte F. dem Generalsekretär der LandwirtMftskommer, Oekono-
Beleidigung.
«Ja w * V 6' $ p- aus Heisters kam zu einem ^JanfeJtau# unt etne Forderung einzuziehen. Der Vandler bemerkte ihm, er möge doch nicht so hungrig sein, bvch Weitz «daß er in Heisters keine Nummer mehr pabe. O. unterstellte sofort, daß diese Aeußerung von dem mit ihm verfeindeten Gastwirt Th. D. herrühre, indem er bemerkte- Das kann nur das Theodorchen gesagt haben, dieser schlechte Kerl, oer bat einen Meineid geleistet. Wenn er etwas hören wolle, in Kf (ä na? ^hen, dort hat er einem Handelsmann 10 Mk. Schmusgeld abgeschworen." Als D. von dieser Aeußerung Kenntnis erhielt, strengte er wegen Beleidigung Privatklage an, und das Schöffengericht verurteilte O. zu 30 Mk. Geldstrafe, indem ey annahm, daß er von der Richtigkeit seiner Behauptung überzeugt war. Das von dem Angeklagten angefochtene Urteil ?bm Anfügen bestätigt, daß, falls der Kläger sich dem Rechtsmittel des Angeklagten angeschlossen hätte, das Berufungsgericht «ich mtt der Frage beschäftigt Hütte, ob nicht eine schwerere Strafe am Platze gewesen wäre, da auf Grund der Beweisauf- nahme feststand, daß die Beleidigung gegen besseres Wissen er- I l* V |ie
** Unser Kaiser Wilhelm-Regiment traf heute mittag in Büdingen ein und wurde dort gespeist. Sodann fährt es in 3 Sonderzügen nach Gießen. Das 1. Bat. fährt um 6.05 Uhr dort ab, das 2. Bat. um 7 37 das 3. Bat. 8.14 Uhr. Nach 8i/2 Uhr wird das 1. Bat. hier emtreffen. '
. . ... - . -....., -- Basis von durchschnittlich
j. des leweiligen Gehalts bemessen werden. Entsprechend Leistungsfähigkeit der verschiedenen Einkommensschichten der Versicherten wird in den verschiedenen Bcüragsklasseii ausgleichenb ür die höheren und niederen Klassen eine Abstufung der Beiträge nach oben und unten gewünscht. ।
7. Es sind .an Uebergangsvorschriften bvrzu- ehen, die
L )( Gießen, 17. Sept. Grundlose Anrempeleien.
Dem Schrein er geh Ülsen E. H. hier, der in der Mühl- gasse euren Händler anrempelte und ohne Veranlassung einen «olchen Skandal verübte daß ein Menschenauflauf statrfand, ging IM vuf 7 Tage Haft lautender Strafbefehl zu, gegen den er Widerspruch erhob. Er versuchte nachzuweisen, daß er zur fraglichen Zeit den ihm zur Last gelegten groben Unfug gar nicht fenÖJrn ^ben fan?' er sich auf dem Felde befunden habe. ?ie[e Zugaben wurden redoch durch mehrere Zeugen widerlegt, ^^.Schöffengericht zur Abweisung des von ihm eingelegten Rechtsmittels kam. Auch dieses Erkenntnis wurde von dem Angeklagten angefochten und zwar behauptete er, er sei wegen dieses Vortommnisses bereits zweimal bestraft worden err .^rrmlal 5 Tage und ein andermal 3 Wochen 21bafdrr bekommen. Der Aufforderung, düse Angaben christlich zu belegen, kam er zwar nach; cs stellte sich aber
heraus, daß es sich um Vorgänge vor, bezw. nach der hier
| ^5^6enden Straftat handelt, so daß ihm wohl mit Recht vor-
19bb^/v v^urde, daß gegen ihn so viele Sachen vorliegen, daß
selbst Vrcht mehr daraus klar wird. Es mißlang ihm auch auftehpmer^^h?e^f erc Jld)!r öu, der in Rede stehenden Zeck auf dem chelde befunden habe, somit nicht in der Lage gewesen sein konnte, tn der Mühlgasse Unfug zu verüben, da der von Ä biCina?^tek Beuge seine Angaben nicht bestätigte. Unter mu^te Jejne Berufung zurückgewiesen werden. Gleichzeitig wurde eine bei Aufruf der Sache nicht anwesende, ordnungsmäßig geladene Zeugin in eine Ordnungsstrafe von 5 Mk.
8Uo-t.b6n ^urd) Ausbleiben verursachten verurteilt, ^»hre nach der Verhandlung vorgebrachten Entschuldigungen blieben unberücksichtigt.
a) allen Angestellten den Eintritt in die Versicherung ermöglichen,
b) die Interessen derjenigen wahren, die durch eine private Versicherung den Zweck des Gesetzes bereits erftillt haben. (Gemäß der Uebergangsvorschriften, die in den Gesetzen vom 22. Juni 1899 und vom 13. Juli 1899 getroffen worden sind.) Außerdem wurde beschlossen, um eine heute bestehende Lüae der Versicherungsgesetze auszufüllen, zu sordern:
8. Es sind durch Reichsgejetz der Unfall- und Krankenver- icherungszwang auf alle Privatangestellten bis zu den im Jii- validen-Versicherungs-Gesetz festzulegenden Gehaltsgrenzen auszir- dehnen.
Ein weiterer Antrag,
9. die für eine Witwen- und Waisenversicherung bereit- gestellten Reichsmittel sind den Angestellten in demselben Maße wie den Arbeitern nutzbar zu machen, wurde mit 5 gegen 2 Stimmen abgelehnt. Dagegen wnrdc beschlossen, als Beispiel eine Tabelle über die erhofften Rentcn- lei)tiingcn und ihre Steigerung den Leitsätzen beizugeben. Die Besprechung der zu erstrebenden Kässenart wurde sehr lebhaft bis 8 Uhr abends 'geführt. Eine Einigung wurde noch nicht erzielt, die Verhandlungen wnrden vielmehr abgevrochen. Am Montag nwrgen sollen sie fortgesetzt und womöglich zu Ende geführt werden. Die Meinungen, ob besondere Kasse oder Ausbau, stehen sich noch sehr schroff gegenüber.
** Abschredsfeier für Ko n si sto r ia lrat Euler. Im oberen Laale des Restaurant Kaiscrhof hatten sich gestern abend der ^Vorstand, der Lukasgemeinde, sowie des Ev. Arbeitervereins zu« ammengefunden, um in gemeinschaftlicher Sitzung über die geplante Abichiedsfeicr zu Ehren des sestherigeu Geistlichen der ,-ukas- und Acilitärgemeinde, der auch gleichzeitig lange Jahre des Ev. Arbeitervereins ist, zu beraten. Aua) die ^.'lilitargemeinde war durch einen Offizier vertreten. Fabrikant Kaufmann begrüßte die vollzählig erschienenen Mitglieder der beiden Vorstände, indem er gleichzeitig den Ztveck der Sitzung kürrlegte. ^zm weiteren Verlauf der Verhaiidlungen wurde be-! schlofsen, daß die geplante Abschiedsfcier nächsten Montag, Mts. stattfinden soll. Die Begrüßiurgsänsprache an deni Ablchiedsabend wird voraussichtlich Pfarrer D. Schlosser halten, bet auch gleichzeitig als Vorsitzender des Gesamtkircheiworstandes sprechen wird. Für den Kircheiivorstarid der Lukasgemeinde wird Geh- Rat Prof. Wimmenauer die Abschiedsrede halten, für den Ev. Arbeiterverein Werkmeister Schufst. Auch der gemischte Chor des Ev. Arbeitervereins sowie der Posaunenchor Klein-Linden werden bei der Feier mitivirken; außerdem haben Rentamtmann Schäfer uiid Musiklehrer Gernhardt einige Vorträge auf dem Klavier und Harnwnium in Aussicht gestellt, so daß anzunehmen ist, daß die Abschieds feier einen schönen Verlauf nimmt.
* Neues Stadttheater-Abonnement. Ans dem Theater-Bureau wird uns mitgeteilt, daß die Abonnements Von Fnckag, den 20. Septenrber ab, täglich zwischen 11 und 1 Uhr jm der Tageskasse des Stadttheaters abgeholt werden fimncn. Die Abonnenten werden ersucht, die Abholung der Abonnementsblocks frühzeitig zu veranlassen, damit sich die Auslserllgung nicht auf den letzten Tag vor Beginn der Spielzeit zusammendrängt. Die Spielzeit beginnt am Sonntag, 29. September, mit Shakespeares „Wintermärchen". Da die bisherige Verteilung der Theaterzettel viele Unzuträglichkeiten ergeben hat, wird von letzt ab ein Abonnement auf sämtliche Zettel der Spielzeit zum Preise von 1,50 Mk. ausgegeben. Anmeldungen auf dieses Bettelabonnement werden ebenfalls an der Tageskasse des Stadttheaters entgegengenommen.
. „ Vom Korpsmanovcr. Auch am Dienstag wieder hatten die Regimenter große Märsche aus den Biwaks zuriick- sulegen. Die 25. Division lag in der Gegend von Schwickartshausen (llbcr), tt-auerbach (llöei), Ober-Lais und Glashütten, ihre Ka- valleme und Arttlleriehatten in den Nachbarorten Atassenquartier. ®Le Biwaks der 41. Brigade von der 21. Division befanden sich UM Wenings und Gelnhaar und bei Bindsachsen. Die 42 Bri- 6ade hatte nachmittags auf den Höhen bei Wolferborn Sckiützen- 6Tä2enr-2^§e^oben und rückte abends i/29 Uhr ins Massenquartier
Swelberg und Streitberg. Diese Brigade stellte gestern bon Pwnieren an den Verschanzungen die Feldbe- jßß19 Q7b bbsedte die Schützengräben, hinter denen 16!& l7!l//unb ,88er eintrafcn. Die Geschütze der „Jrankftirl und „Oranien" wurden eingegraben, ebenso die Haubitzenbatterie. Die 25. Division rückte um 6 Uhr mrs ihren Biwaks und traf y2l Uhr vor Bindsachsen ein. In I nr5ir • konnte sich die Infanterie unbeobachtet entwickeln. Den Artilleriekampf hatte die 4. reitende Batterie der 25er um 9 Uhr abgesessener feindlicher Kavallerie auf m % ber Gelnhaar eröffnet. Um y2ll Uhr fuhr die sm^lIrene T Keckenstein auf, die 61er am Hercheberg und ber Michelnau, so begann denn allmählich das Gefecht/ Interessant war eme Kavallerieattacke der feindlichen 23er Dragoner gegen zwei Batterien am Keckenstein, bereit Jnfanteriebedeckung
^^Offen ^otz hefttgen F-uers sprengten die ^?ter bis an die Geschütze und versuchten
E nehmen, wurden aber von der sich entwickelnden mSn und mußten schleunigst Kehrt
machen. Inzwischen begann die Infanterie sich zu entwickeln, llßprVnh iaL bem rechten Flügel rückten gegen Michelnau, die hi? 115er gingen am lmken Flügel bei Allenrod vor, nahmen ^ikk^Ä^O und säuberten Kefenrod vom Feind, um dann gegen einen Umgehungsversuch zu unternehmen. Das Wetter 'c?o?^tkag neblig es regnete sogar einmal, doch um, 1 lallte sich der Nebel und die Sonne brach durch Die bie8eil7erb Bindsachsev als Reserve, währmd
mute Zer bie uns Michelnau Vertrieben und dann auch Wolferborn am Seemenbach besetzten. Es war 1 Uhr geworden des Herzbergs dröhnten fortwährend die
Schutze Wen die von He, en besetzten Höhen herüber.
Ä Kampf zum Stillstand; die Toppen kochten
^efechtsgelande ab, die Gewehre wurden zusammen-!
gesetzt, nur die Vorposten blieben in Geftchtsstellung. Auf dem Hohenzug zwischen Rinderbügen, Wolferborn, Leisenwalde bis zum Herzberg hatten die Schützengräben, Laufgräben und Schanzen
ü?°n- ^ue/Stunde, sie waren von 80em, 166ern unb in Reserve lagen 87er, 88er und 166er; etwa bmrer ber Schützenlinie waren die Kanonen und Hau- ^ugegraben, auf einer weiteren Anhöhe dahinter standen
Festungsartillerie. Die Gefechtslinie hatte mit ^5" ^^elsicherungen eine Lange von zwei Stunden. Der Feld- führte bis in die Schützengräben und zu den Geschützen, TpTP?r^niUn9 9f^^?h durch Telephon. Die Telephon- und Te egraphenwagen standen etwa 400 Meter hinter der Schützen- ,^ad Manovergelände wimmette von Tausenden von' ^H^^Hbummlern aus Oberhessen, Frankfurt, Hanau, Offen- .Viele fühlten sich enttäuscht, da das Haupttreffen nicht W Auyführung kam und erst für die Nacht zu erwarten ist hbsillche Division gilt es nämlich, die feindliche Stellung .dem Herzberg, die noch durch ausgedehnte Drahtverhaue gesichert ist, zu sturmen. Dies soll im Laufe der Nacht bis zum h^feBP1me JruWS1en bezogen nachmittags Marm*
ben Orten. Um 9 Uhr morgen früh soll 6aS Geiecht unb bamit das Korpsmanvvcr hnrnbeUrf!nr Wirtschaften in den Orten Kefenrod, Wolser- inak' Lnsenwald waren von den Zivilisten ausgegessen m8uInetit "ur noch trockenes Brot. Die Entwicklung des Gefechts, der Aufmarsch unb das unaufhörliche Feuergefccht boten bem Zuschauer ein prächtiges Bild. u 1 J
** Versammlung der Gauturnwarte. Am L3. und 29. Sept, findet in Wiesbaden die Herbstversammlung der Gauturnwarte des Mittelrheinkreises unter der Oberleitung des Kreisturnwartes Bolze-Frankfurt statt Die Uebungen, bestehend in Freiübungen, Ordnungsübungen, Stabubungen, Keulenübungen, Geräteübungen, Turnen einer Musterriege des Turnvereins Wiesbaden, Spielen und dergl., beginnen am Samstag nachmittag um 5 Uhr und endigen am Sonntag mittag um 1 Uhr. Die ersten Gauturnwarte sind verpflichtet, an der Versammlung teilzunehmen; im Verhinderungsfall hat der zweite Gauturnwart zu erscheinen.
| swbeu, sich bic Beglaubigung ber Bedürftigkeit bei der Orts- vehoroe,, dem Armenamt, ausstcllcn zu lassen. Die Taktlosig- kett Dicjer Zumutung ist wirklich bewundernswert. Haben beim bie ^cute am grünen Tisch gar keine Ahnung davow, wie be- |a>amenb es für einen in Ehren grau gewordenen Lehrer ober lieamten sein muß, um die bessere Anpassung seiner Pension bie ^.euerungsverhältnisse aufs Armenamt lausen zu müssen? Es müßte doch eine diskretere Und taktvollere Methode sich ausfindig machen lafsen, um zu den notwendigen Unterlagen zu gelangen! Die Mitteilung ist vorn ersten bis zum letzten Wort erfunden. Weder in bem zur Versendung gelangten Fragebogen J-lx Begleitschreiben wird den Pensionären „anhcimgegeben, ich die Beglaubigung der Bedürftigkeit bei der ^Ortsbehörde, dem Armenamte, >ausjl.ellen zu lassen." Es ist aber auch nicht etwa I ?.n bie Lehrer ein besonderer Fragebogen gegeben worden; vielmehr I ist den penponierten Lehrern derselbe Fragebogen zugegangen, den die penfwnlerten Beamten erhalten haben.
,. ~ Eber stabt (Kr. Gießen), 16. Sept. Am Samstag fand hier G e m e i n be rats lv a h l statt. Wiedergewählt wurden Schuh- machermeifter ^oh. Adam Alles II mit 71 und Zimmermeister
I nut 52 Stimmen, während Landwirt Vch. Bender II mit 49 stimmen neugewahlt wurde.
** Nieder-Florstadt, 17. Sept. Hier erkranken in der vorigen Woche kurz nacheinander etwa fünfzehn Personen unter Vergiftungserschei- n u n g e n. Eine ältere Frau ist gestorben. Die Untersuchung des Kreisarztes Dr. Nebel stellte fest, daß es sich um eine Infektion mit Para-Typhus handelte und die im hygienischen Institut der Landesuniversität ausgeführte Untersuchung gab seiner F-eststellung recht. Die Träger der Bazillen waren Kuchen, die in zwei Familien gebacken waren, von denen auch noch Stücke an andere verschenkt wurden, die ebenfalls erkrankten. Eine Lebensgefahr besteht bei den Erkrankten nicht mehr.
X. Hanau, 17. Sept. Die Stadtverordneten- versammlung bewilligte einen Betrag bis zu 2000 Mark für eine dem Kgl. Gymnasium bei der Drei- hundertjahrfeier darzubringende Spende. Als zweck- mäßigfte Spende wurde der Ankauf eines Konzertflügels erachtet. — Mr den Neubau der gewerblichen Fortbildunas- schule wurde ein Betrag von 193 500 Mk. bewilligt.
Wetzlar, 17. Sept. Am Samstag ging ber seit 1. August hier abgehaltene Ausbildungskursus für Hanbarbeitslehrerinnen zu Ende. Der Handarbeits- uuterricht ist iin Kreise einheitlich geregelt; einer jeden Jn- dustrielehrerin ist es zur Pflicht gemacht, einen solchen Aus- bilbungskursus durchzumachen. Ein besonderes Gewicht wird auf Flicken, Nähen, sowie Zuschneiden und Zeichnen von Wäsche gelegt. Es beteiligten sich 19 Frauen und Jungfrauen an dem Kursus. Das über den Kursus ausgestellte Zeugnis berechtigt zur Anltellung als Handarbeitslehrerin an einer Volksschule des Kreises.
4rt. V ^7? ** t s a l m o s e n". Im Hauptvoranschlag für 1907 ‘Sarmft. Ztg. schreibt, im Kap. 115 ber Regierung ein
A kA^^ond, von 50000, Mk. zur Aufbesserung d!r BeMge ülterer Penfionare zur Verfügung gestellt worden U^ber^bi<>
(^n205^u£r^ bvJm §?tt
haben v.iöer bVsanbrtänb?1“^?1’^wtej’ba&^c
mierat Gerland in Kassel, in seinem Blatte den Vorwurf g«. macyt, bieier würde vom Kasseler Bienenzüchterverein „geschmiert" Die Folge war eine Anklage unb F. wurde zu 60 Mk. Geldstrafe und* Publikation des Urteils in seinem Blatt verurteilt. (yr fam bem auch nach, machte aber zu ber amtlichen Zuschrift einen -oor- und einen Nachsatz. Aus diesem Grunde wurde er vom Schockengericht zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt. F. machte beule geltenb, daß er nur nach einem allgemeinen bei der Preße üblichen Verfahren gehandelt unb keineswegs strafbar sei Das Gericht war anderer Ansicht unb so blieb es bei ber Strafe'
W. K ö In, 17. Sept. In dem Beleidignngsprozesse des Oberlandesgerichtsrats a. D. Roeren - Köln gegen Bezirk'-- amtmann a. D. Geo Schmidt- Berlin, welcher heule vor bcin mengen Schöffengericht seinen Anfang nahm, ist gegen Schmid! Anklage erhoben worden wegen des im Dezember 1906 in bet „Nationalzeitung", sowie in ber „Täglichen Nunbschau" unter ber Ueberschrift „Offener Brief an ben Oberlanbesgerichtorar Noeren" veröffentlichten beleibigenben Artikels. Der Angeklagd- hat gegen ben Privatkläger Widerklage erhoben auf Grund der von diesem gehaltenen beleidigenden Rede; wegen ber Broschüre „Schmidt contra Roeren" ist nicht Anklage erhoben worden. Der Angeckagte bestreitet die Beleidigungsabsicht. Er sei zu ber Veröffentlichung des Artikels gezwungen gewesen, weil Roeren im Reichstage so schwere Beschulbigungen gegen ihn erhoben unb trotz der Aufforderung durch feinen, Schmidt's, Rechtsanwalt ben öffentlichen Wiberruf unter den verschiedensten Ausflüchten verweigert habe. Er, ber Angeklagte, habe um feine Existenz unb um ferne Ehre gekämpft und freiwillig Mschied von bem Staats- bienst genommen. Darauf gelangten bie Reichstagsreben des Privatklügers, sowie bes Staatssekretärs Dernburg zur Verlesung.
Staatliche Perrsionsversicherung der PrivaLaugestellten.
Die Siebenerwmuiission des Hauplausichusses tagte am Sonntag in Kassel. Der Wunsch, zur Einigung zu gelangen, führte wiederum zu einer Reihe von Beschlüssen:
1. Als Privatangestellte im Sinne des Gesetzes gelten Personen, welche gegen Gehalt im Privatdienste ober bei staatlichen, .kommunalen ober kirchlichen Behörden in mich nicht mit Pensionsberechtiguiig ausgestatteten Stellen beschäftigt sind, soweit sie nicht als geweüoliche Arbeiter (Gesellen, Gehilfen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter u. f. f.), als Tagelöhner unb Handarbeiter oder als Gesinde Dienste verrichten.
2. Vom Zwange in ber allgemeinen Staats- Versicherung befreit nur die Zugehörigkeit zu privaten Versicherungseinrichtungen, wenn es sia- um Kassen handelt, bie von öffentlichen Körperschaften (Staat, Gemeinde unb bergt.) eingerichtet unb geleitet sind, und die ben Versicherten mindestens bie gleichen Rechte unb Ansprüche gewähren wie bie staatlich? Einrichtung. (Gemäß § 8 des I. V. G.)
3. Personen, die erst n a ch Vollendung des 50. LebeuÄ- lahr-V eine bie Versicherungspflicht begründende Anstellung erhalten, unterliegen nicht ber Versicherungspslicht.
4. Die Wartezeit für den Bezug per Invalidenrente betragt vier, diejenige für ben Bezug ber Altersrente betragt 24 Beitragsjahre.
dAarburg, 17. Sept. Gestern abend rannte un- P.eit Krrch hain ein führerloses Bier fuhrwer k gegen dre geschlossene Schranke bei Posten 35II der Strecke Kassel-Frankfurt. Der Schrankenwärcer Rhein aus Allen- dors wollte es aufhalten, kam aber durch den Anprall gegen die geschlossene Schranke mit dem Pferds auf dem Wegeuoergang^zu Fall und wurde von dem gerade heran- brausenden Schnellzug 74 D Kassel-Frankfurt üb er fahren. ^,arter und Pferd wurden getötet und das Fuhrwerk -;er- trummert Weiterer Schaden ist nicht entstanden. Der Wärter Vater von 6 unversorgten Kindern, ist ein Opfer ferner Pflichttreue geworden.____________ r
Gießener Strafkammer.
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