Nr. Air,
Zweites Blatt
157* Jahrgmtn
Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonnt^S.
General-Anzeiger für Gbecheßen
Die ..Siebener FamiltenblStter" werden dem .Anzeiger* vrennal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61.
Redaktion:S^DI12. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen.
Mittwoch 18. September 1907
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Brich- und Steindruckeret.
R. Lange, Gießen.
cpte o£agc in Marokko.
Die Franzosen haben jetzt den Abgesandten der Stämme folgende Bedingungen gestellt: 1. Verbot des Waffentragens in einem Umkreise von 12 Kilometern um Casablanca. 2. Jeder, der dem Verbot zuwider handelt, wird unter Verantwortlichmachung der Stämme mit einer Geldbuße von 12 Duros belegt und im Falle des Ausbruchs neuer, gegen die Europäer gerichteter Unruhen vom Maghzen bestrast. 3. Entwaffnung der Stämme. 4. Auslieferung der Mörder vom 30. Juli. 5. Auslieferung des Kaid Ulad Hari Uled el Hadjhamen, des hauptsächlichsten Anstifters der Unruhen in Casablanca. 6. Wiedereröffnung des Marktes von Casablanca. 7. Jede Person, die Kriegskonterbande trägt, wird als Kriegsgefangener behandelt. 8. Jeder Stamm soll als Geisel eine Person stellen, die aus den einflußreichsten Leuten des Stammes zu wählen ist. 9. lieber die Kriegsentschädigung soll zwischen Frankreich und Marokko verhandelt werden. Die Abgesandten haben sich eine Frist bis Donnerstag erbeten, um den Stämmen die Bedingungen zu unterbreiten. In Casablanca soll man indessen nur geringes Zutrauen zu den iVersprechungen der Abgesandten haben.
General Drude telegraphiert unter dem 17. Sept.: Eine nach der Küste östlich von Casablanca entsandte Rekognoszierungsabteilung ging bis auf ungefähr 8 Kilometer von der Stadt vor, und traf auf eine 25 Mann zählende Abteilung Marokkaner, die die zur Rekognoszierungstruppe gehörigen Gumirs angriffen, von diesen aber zurück- geschlagen wurden. — Ueber diesen Zwischenfall, bei dem eine Anzahl Marokkaner getötet wurden, wird nachträglich berichtet, daß General Drude diesen Ritt beschlossen hatte, um festzustellen, ob eine etwa 8 Kilometer entfernt liegende Quelle zur Versorgung der Truppen mit Trink- wajser verwandt werden könne. Die Marokkaner feuerten auf die kleine Abteilung, die das Feuer erwiderte; hierbei wurden 7 Marokkaner getötet und 7 gefangen genommen, die sofort standrechtlich erschossen wurden.
Scharfe Schüsse bei den österreich-ungarischen Manövern.
Der, „Berl. Lokalanz." meldet aus Karlowitz: Bei den S ch l u ß m a n ö v e r n des 13. Korps wurden mehrere scharfe Schüsse abgegeben. Ein Zugführer und ein Gefreiter des Infanterieregiments 96 sind gefallen. Der Uebungsleiter ließ sofort abblasen, worauf festgestellt wurde, daß scharfe Schüsse vom 3. Bataillon derEssegerHonveds abgegeben waren. Mehrere Kugeln waren überdies an den Köpfen der Offiziere vor- bcigeflogen. Den hauptsächlich aus Serben bestehenden Offizieren des Bataillons wurde aufgetragen, sofort eine Untersuchung ein- zulciten. Da diese ergebnislos verlief, wurde das Honvedbataillon von anderen Truppen eingeschlossen und die Mannschaften von Offizieren des 96. Regiments durchsucht. Bei vier Soldaten wurden zusammen 14 scharfe Patronen gefunden. Diese vier Mann wurden abgesührt. Eine strenge Untersuchung wurde ein- -eleitet.
Deutsches Ueich.
Berlin, 17. Sept. Wie seinerzeit berichtet, hatte das Kolonialamt Unterhandlungen mit Bürgermeister Dr. Ku e l z gepflogen, um ihn zur Einrichtung kommunaler Verbände nach Südwestasrita zu entsenden. Diese Verhandlungen haben zu einem günstigen Abschluß gOführt und Dr. Kuelz wird am 2. Oktober die Ausreise nach Südwestafrika antreten.
— Der Präsident des Oberverwaltungsgerjchts, Peters, der eben erst ins Herrenhaus berufen worden ist, hat bis 1. Dezember d. I. Urlaub genommen und wird aus diesem Urlaub nicht mehr in sein Amt zurückkehren.
— Das Herren Haus Mitglied Graf von Mirbach -S o r q u i t t e n ist gestern in Norderney eingetrosfen.
— Die Morgenblätter melden aus Berlin : Der englische ArbeitsMinister John Burns besichtigte außer den städtischen Arbeitersürsorgeanstalten noch die Wohnungsanlagen des Berliner Spar- und Bauvereins am Norduser, sowie die Arbeiterwohnungen in der militärischen Arbeiterkolonie in Haselhorst bei Spandau. Am Dienstag
abend reiste der Minister in das rheinisch-westfälische Industriegebiet ab, wo »er besonders die Einrichtungen Bielefelds besichtigen wird.
— Zur Regelung des staatlichen Schlepp- Monopols aus dem Rhein-Weser-Kanal, dem Lippe-Kanal und den Zweig-Kanälen dieser Schiffahrtstraßen wird, wie die „Voss. Ztg." hört, dem preußischen Landtage in seiner nächsten Tagung ein besonderer Gesetzentwurf zugehen.
Tapiau, 17. Sept. Der „Tapiauer Anzeiger" meldet, daß Rittergutsbesitzer v. Perbandt-Langendors heute im Alter von 83 Jahren gestorben ist. Ec war 37 Jahre lang Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Labiau- Wehlau.
Köln, 18. Sept. Der „Köln. Ztg." wird aus Berlin telegraphiert: In französischen Blättern wird mehrfach von einer g e m i s ch t e n Ko m m i s s i o n, die in C a s a b l a n c a die Schäden sestsetzen soll, gesprochen und zwar in dem Sinne, als ob die beteiligten Staaten sich mit der Maßregel einverstanden erklärt hätten. Von einer solchen Kommission ist hier nichts bekannt.
Leipzig, 18. Sept. Der Peters-Prozeß gegen die Leipziger Volkszeitung findet am 21. September vor dem hiesigen Schöffengericht statt.
Breslau, 18. Sept. In der Nähe von Glatz wird demnächst eine Zweigniederlassung der Kongregation des Heiligen Franz von Sales, genannt Salesianer von Troyes errichtet. Durch einen Mi- nisterialerlaß vom Juni erfolgte die Genehmigung. Sie war eine der letzten Taten der Aera Studt. Damit erhält die Grafschaft Glatz ihre erste Ordensniederlassung.
Ausland.
Wien, 18. Sept. Für den Monat Oktober droht auf allen österreichischen Privatbahnen ein Streik in der Form der passiven Resistenz, falls die sehr beträchtlichen Lohnforderungen der Arbeiter nicht bewilligt werden.
Budapest, 18. Sept. Die Polizei veförderte den aus Deutschland eingetroffenen Bruder des Dichters Leonid Andrejew, den Elektrotechniker Nikolai Andrejew an die Grenze. Nikolai Andrejew, der wegen Teilnahme am Straßenkampf in Moskau zu 21 Monaten Festungshaft verurteilt war, wurde vor einigen Monaten frei, lebte dann in Karlsruhe, von wo er gestern in Budapest anlangte und trotz seines Protestes wieder a b g e s ch o b e n wurde.
Mailand, 18. Sept. Die Krise in der Italien. Automobil-J n du st rie verschärft sich immer mehr. Wie vor einigen Wochen die Aktiengesellschaft Rapid in Turin, so hat jetzt auch die dortige Firma Aquila alle Arbeiter entlassen und die Fabrik geschlossen.
Der „Berl. Lok.-Anz." meldet aus Rotterdam: Die gestohlene Fahne des 4. Regiments wurde von einem Bauern im Zeister Walde gefunden und am 17. Sept, von einem Bevollmächtigten abgeholt, so daß die Fahne bei der feierlichen Ständeeröffnung vor der Königin getragen werden konnte.
Der „Berl. Lokalanz." meldet aus Petersburg: Im Gefängnisse von Odessa wurden unter dem Fußboden einer Zelle drei Bomben und große DL engen Sprengstoffe gefunden. Politische Gefangene hatten sie dort verborgen, um im geeigneten Augenblicke Explosionen zu veranstalten und in der allgemeinen Verwirrung zu entkommen. Ein Gefangener lieferte nach der Entdeckung freiwillig noch mehr Dynamitpatronen aus, da der Plan nun doch unausführbar sei.
Moskau, 17. Sept. Am 29. September findet eine hier zum ersten Mal gestattete Synodalzusammenkunft protestantischer Pa stören statt, zu der die Pastoren des ganzen Reiches eintreffen werden.
Hauptversammlung des Gustav Adols-Vereius.
Jena, 17. Sept. Tie Hauptversammlung des Gustav Adolf-Vereins wurde heute nach einer geschäftlichen Sitzung der Abgeordneten der Hauptverein und nach einleitenden Gottesdiensten in der Stadl- und der Garlnssenkirche im großen Saale des Volkshauses mit einer von vielen Taufenden von Zuhörern besuchten B eh r n ß u n g s v e r s a in ni l n n g eröffnet. In Vertretung des abwe,enden Bürgermelsters Singer hieß der zweite Bürgermeister Wagner die Versammlung in Jena willkommen. In zündenden Worte»: gab Superintendent B r a a s ch der Freude Ausdruck, daß der Guslav-Adotfverein Jena zu seiner diesjährigen Tagung ausersehen habe.
Es hielten weitere Begrüßungsansprachen Professor Dr. W end als Vertreter der theologischen Fakultät der Universität Jena» Generalsuperintendent Lohofs- Altenburg im Namett des deutschen Kixchenausschusses, Wirkt. Geh. Oberkonsistorialrat Koch-
Tie bevorstehende dritte Säkalarseier des Gießener Gymnasiums gibt uns Veranlassung, wiederholt mit einer Bitte an unseren Leserkreis zu treten. Wir möchten gern von tüchtigen und originellen Lehrern unseres Gymnasiums aus älterer und neuerer Zeit an dieser Stelle erzählen, und ebenso von ehemaligen Schülern des Gießener Gymnasiums, die es zu hervorragenden Stellungen im öffentlichen Leben gebracht oder durch ihre besonderen Charaktereigenschaften im Gedächtnis ihrer Mitschüler sich erhalten haben. Auch Anekdoten aller Art aus früheren Zeiten des Gießener Gymnasiums würden wir mit Dank entgegennehmen und so dazu beitragen helfen, die Feier so erinnerungsreich und freudevoll als möglich zu gestalten. Wir sehen der Einsendung von Beiträgen dieser Art mit Interesse entgegen und hoffen insonderheit, daß viele einstige Gießener Gymnasiasten dieser Aufforderung entsprechen werden. Jeder, der die Absicht hat, uns mit solchen Beiträgen, und seien *fie noch so bescheidener Art, zu erfreuen, möge es uns gütigst recht bald mitteilen, damit wir wissen, was wir zu erwarten haben. Anonyme Einsendungen würden unberücksichtigt bleiben. Doch würden wir auf Wunsch die Einsender der Oejfentlichkeit gegenüber geheim halten.
*
— Im .Kahre ist am Dienstag in Wien Ignaz
Brüll Ein Tondichter von gewinnend liebenswürdiger '.t! . - echte Künstlernatur ist da aus dem
deutschen ■ ] hieben. Am 7. November 1846 als Sohn
einer geac': . . und wi „ habenden Familie zu Prosnitz in Mähren geboren, .....q . .L früh zur Musik hingezogen. Er wurde
zunächst y.'i ■■ ' nur Konzertreisen lebhafte Erfolge erzielte.
Schon m tzven. schrieb er seine erste Oper „Der
Bettler von Samarkand". Sein reifstes, erfolgreichstes Werk ist die 1874 vollendete Oper „D a s goldene Kreuz" — Text von Mosenthal — die sich die gesamte Opernwelt eroberte. Das Werk ist noch heute ein Repertoire der meisten Opernbühnen', auch der Frankfurter Oper. Das Bombardon-Lied auS dieser Oper — oft auch im Kvnzersaale gesungen und eine Paradennmmer vieler Baritonisten — gehört zu den populärsten neueren: Liedern. Auch Brülls Opern „Das steinerne Herz", „Gringoire", „Schach dem König", „Gloria" eroberten sich die Bühne; den Erfolg des „Goldene»» Kreuz", dieses Werkes, das ntan den beste»» deutschen zuzähler» darf, hat fein arrderes erreicht — zum stille»» Kummer des Komponisten. Frische in der Erfindung, Reiz der Melodie, vornehme Farbenbehandlung im Orchester war seiner Musik immer eigen, wenn.ihr auch große Tiefe und dramatische Wucht »richt nachzurühmen waren. Jedenfalls ein mehr als gewöhnliches Talent, das seine Spur in der Musikgeschichte unserer Tage hinterläßt.
— Der Iustinus Kerner-Verein in Weißenburg versendet einen „Aufruf an das deutsche Volk", »vorii» es heißt: Justini teuer» Sohn, Hofrat Dr. Theobald, der bisherige treue Hüter des K'ernerhauses in Weinsberg, hat in einem Alter von 90 Jahren am 11. August die Augen für immer geschlossen, und die Stätte, an der sich ein Stück deutscher Literaturgeschichte in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts abgespielt hat, steht nun verwaist da! Sowohl die Witwe, als auch der einzige Sohn Theobalds, Georg teuer, der als prakt. Arzt in Wehr (Vaden) lebt, hegen den lebhaften Wunsch, daß das K'er»»erhaus mit allen seine»» Andenken unö Erinncrungen in das Eigentum des im Jahre 1905 in Weinsberg gebildeten tener-Vereüis übergehe. Der genannte Verein M)lt trotz seines kurzen Bestehens geaenwärtig schon über 1100 Mitglieder aus Deutschland unb dem Auslände. Nach dem Tode Theobald Kerners tritt nun die erste Aufgabe an ihn heran, das tenerhaus mit seinen Schätzen käuflich zu erwerben, um es späteren Geschlechtern als eine Stätte zu erhalten, an der die Erinnerung an den verdienstvollen, edlen und liebenswürdige»» schlväbischen Dichter seinen ^ohn nrid au beider Freunde, einen Uland, Lenau, Alexander vor» Württemberg, Mörike, Bischer, Barnhagen von Ense, Karl Mayer, Freiligrath, Geibel u. a. lebendig wird. Jedem Besucher Weinsbergs und der durch Justinus teuer der Vergessenheit entrissenen, nun weltbekannten Weiber-
Berlin im Namen des evangelischen Oberkirchenrates Berlin. Schließlich hieß Geh. Kirchenrat H ü t t i g den Verein in» Auftrag des weimarischen Kirchenregiments in den großherzoglichen Landen willkommen. Der Vorsitzende Geh. Kirchenrat P a u s ch sprach sodann in warmen Worten für alle diese Begrüßungen seinen Dank aus.
21113 StaSt und Land.
Gießen, 18. Sept. 1907.
** Des Geburtstags I. K. H. der Großherzogin wurde in ganz Hessen mit Freuden gedacht. Die Schulen und eine Anzahl Bureaus waren geschlossen und da und dort verkündete Fahnenschmuck die Anteilnahme der Bevölkerung cm dem Geburtsfest der Landesfürstin. In Darmstadt und am Hofe wurde, wie uns von dort geschrieben wird, der Tag mit den üblichen festlichen Veranstaltungen gefeiert. Die staatlichen, städtischen und viele Privatgebüude trugen Fahnenschmuck. In Jagdschloß Wolfsgarten fand Familientafel statt, an der auch die fürstlich Battenbergischen Herrschaften teilnahmen. Am Abend fam das Großherzogspaar mit Prinzessin Dorothea mittelst Automobil nach Darmstadt und besuchten die Fe st Vorstellung im Hoftheater „La Bohöme". Als die Herrschaften in der Hosloge erschienen, brachte Oberbürgermeister Morneweg ein dreimaliges begeistertes Hoch auf die Frau Großherzogin aus, worauf die Kapelle die Nationalhymne intonierte. Die Festvorstellung wurde mit Webers Jubelouverture eingeleitet. Nach der Aufführung fuhren die Herrschaften wieder mittelst Automobil nach Wolfsgarten zurück.
Auf die I. K. H. der Großherzogin von der Ludo- viciana dargebrachten Glückwünsche zur Geburtstagsfeier traf beim Rektorat nachstehendes Antwort-Telegramm ein:
Wolfsgarten, Jagdschloß.
Für die treuen Glückwünsche der Landesuniversität sage ich herzlichen Dank. Eleonore.
** Hilfe für Herbstein. Bei dem Hilfs-Ausschuß für die Abgebrannten in Herbstein gingen ferner ein: Saminlung in der Gemeinde Bellersheim durch Pfarrer König 16 Mk., Gemeindekasse Odenhausen 25 Mk., Sammlung in der Gemeinde Eberstadt durch Pfarrer Karl Kapp- esser 70.25 Mk., Pfarrer A., Münster 8 Mk., Frau L. N. Witwe, Münster, 5 Mk., Gemeindekasse Münster, durch Bürgermeister Gontrum 10 Mk., Sammlung in der Gemeinde Allertshausen durch Beigeordneten Römer 19.45 Mk.
** Uetiertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Braun aus Langen-Bergheim die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Balkhausen.
’* Del» Prüfungskommissionen für die Prüfung der Aspiranten zum Staatsdienst im Medizinalfach und in» Veterinärfach in Darinstadt gehören für das Jahr 1907 an: als Vorsitzender Ministerialrat Dr. Weber, Vorsitzender der Ministerialabteilnng für öffentliche Gesundheits- pstege; als Rlitgliedcr für die Prüfung im Medizinalfach die Geh. Obermedizinalräte Dr. Neidhart und Dr. Hauser, Ober- medizinalrat Professor Dr. Heyl, Medizinalrat Dr. Bieberbach, Direktor der Landesirrenanstalt bei Heppenheim, und Kreisarzt Medizinalrat Dr. Lehr in Darmstadt; für die Prüfung im Veterinärfach Geh. Obermedizinalrat Dr. Hauser, Obermedizinalrat und Landesgestütsoeterinärarzt Professor Dr. Lorenz, Obermedizinalrat Prof. Dr. Heyl, Schlachthos- direktor Dr. Garth in Darmstadt und Kreisveterinärarzt Velerinärrat Dr. Schneider in Offenbach.
** Bildungsbestrebungen. Die diesjährige Hauptversammlirng des Verbandes Mittelrheinischer Votksbildungsvereine findet Sonntag, 22. Sept., 12 Uhr mittags im „Hotel Schütz" hier statt. Die Tagesordnung umfaßt u. a. folgende Gegenstände: Erhöhung des Mindestbeitrages der Mitglieder von 6 Mk. auf 8 Mk.; Bericht des Schulrats Scherer (Büdingen) über das Verhältnis der Einzelvereme zur Zentrale; zusammenstellender Bericht des Hauptlehrers Neumüller (Frankenthal)^ über die eingegangenen Jahresberichte der Einzelvereine;
treu will der Kerney-Verein, genüiß dem Wunsche Justinus', das Kemerhaus dem Besuche offen halte»». Die in Aussicht stehenden! Mittel reicher» aber nicht aus, das Kernerhaus mit feinen Kunst- gegenständei» erwerben zu können. Wir richten deshalb an alle Deutschen die Bitte, uns in unserm, der Nachwelt zugute komme»»denl Bestrebe»» nicht im Stiche zu lassen, sondern jeder an1 seinem Teile zum Gelingen des schönen Werkes kräftig beizutrageu. Ge/d- sendungen und Erinnerungen an Justinus teuer und dessen Freunde (Handschriften, Bücher usw.) wolle ntan an den Vorstand des Vereins, Prof. Dr. Meißner in Weinsberg, senden.
— Neue Marsphotographien. Professor Lowell sendet englische»» Blättern einen-Bericht über die Resultate der Marsbeobachtungen, die nmhrend 'der letzten Opposition des Pla»»eten auf ben Anden in Chile vorgenommen wurden. Die photographischen Platte»» haben eine»» Reichtum an Einzelheiten ergeben, der über alle Erwartung groß ist. Die Marskanäle und selbst die kleinen „Quasen" zeigen sich mit größter Deutlichkeit. Auf einer Platte wurde ein Kanal gefi»nden, der später auch »nit dem Auge beobachtet lvurde. Die Phowgraphien zeigen auch die Ka»»äle am Südpol unb in de»» angrenzenden dunklen Gege»»den.
— Aus der „In gend". Wahres Geschichtchen. Ein Pfarrer im Hessenland veranstaltete unter anderem and) einmal einen Familienabend für die ihm anvertrauten ^chäslein. Er erzählte ihnen etwas von Ludwig Richter und zeigte ihnen dessen Werke in Lichtbildern. Der Abend verlief gemütlich bei Kaffee und Bier. 9U« andern Morgen traf er einen feiner Schutzbefohlener», der auch dabei war, uni> srng ihn, wie eS ihm gefallen habe. „Herr Parre, es wor rounnerfd)ien, nun doch anftannig \a
— Aus dem „Simplicissismus". In einer kleinen Garnison ist "ein heftiger Brand ausgebrochen, so daß die Hilfe des Militärs erforderlich ist. Eine Kon»pagnie, unter Führung eines Offiziers, eilt im Laufschritt zur Brandstätte. Kurz vor dem Ziel ruft der Offizier erregt den Leuten zu: „Ist das Laufschritt? Nochmal zurück, marsch, marsch!"
— Kleine Kun st ch r o i» i k. Ein neuer Roman von Joseph L a u f f wird unter dem Xitel „D i e T a»»z m a m s e l V“ in» Herbst im Verlage von G. Grote in Berlin erscheinen. — Gorkis neuester Roman „D i e M u11e r" wurde in Rußl»u»d von der Zensur verboten.


