Ausgabe 
18.1.1907 Zweites Blatt
 
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157. ^nT|tflnnfl

Zweites Blatt

Nr. 15

Erscheint tägllch mit vu-nahme deS Sonntags.

General-Anzeiger str Gderhejftn

0 Laubach,

SolmS-Laubach, wohnhaft im

Trafen Wilhelm zu

Erlaubnis

zur

um

nut 4320 Ausgabe

mswäsche iau&er b.grShlnLchoin^ F-rna Otto, lüebigm.

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der ru be-

allgemeinen Zaiserfrier Gesangvereine im Gasthaus Kammerbirektor Birnbaum

X Nidda, 16. Ian. sich eben lebhaft mit dem

wachsenden Ausgaben müsse man auch in kleinen Dingen sparen suchen. Schließlich wird das Gesuch einstimmig willigt.

Der Ausschuß für Volksvorlesungen bittet

Zustimmung zu der von der Direktion deS Groß-. Realgymnasiums bereits zugesagten Ueberlassung eines Zimmers zur Abhaltung von Vouragskursen. Die Versammlung ist damit einverstanden uni bewilligt ferner die Herstellung deS Zimmers und die Kosten für den Pedellen.

Für den Ausbau de rJohanncsftraßc wird zu Lasten des Voranschlags für 1907 ein Betrag von 5-10J Mk. bewilligt. Die Hälfte davon wird von den Anliegern zurüclerstattet.

Die Polizeiverordnung über den Brotverlauf wird auf Anordnung des Ministeriums abgeündert. Die Versamm­lung ist mit dem vom Polizeiamt vorgelegten Entwurf cinver- stände,r. Er unterscheidet sich von der seitherigen Verordnung da­durch, daß die Arotpreise nicht mehr alle 14 Tage, sondern nur noa) im Falle ihrer Aenderung dem Polizeiamt mitgetcilt werden müssen.

Tie Befürwortung eines Gesuchs um Erlaubnis zum Schank­wirtschaftbetrieb im Hause Markt 20, bei dem es sich um den Uebergang der bereits bestehenden Wirischafi zum Adler handelt, wird beschlossen.

Ebenso soll ein Gesuch des H. Keller um Erlaubnis zur Errichtung einer F r ü h st ü ck s st u b e im Lsllegienhaus der U n i- versität befürwortet werden. Auch ein Gesuch des H. Reuter um Erlaubnis zu.n Branntweinoerkauf im Hause Ludwigs - p l a tz 4 findet keine Beanstandung.

DieSiebener Lamillenblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS lieeteblatt für den Krcb -letzen" zweimal wöchentlich. Terhessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

Schloß Arnsburg, wird auf etwa drei Monate in den sogen, Nassauer Bau des hiesigen Schlosses verlegt, in besten einem Flügel eine Beamtcnwohnung eingerichtet ,st. Tas hiesige Festkomitee beschloß am 27. dS. Mts. bie Abhaltung einet

Verschiedener.

Die Eisenbahnverwatlung ersucht um

mal- d,e Verpflegung von 12 Pfründner Sloiien vor, ec schließt m Eiunahine und 5080,92 Al. ab.

" In Audienz empfangen wurden von Sr. Kgl. doheit dem Groß Herzog am Mittwoch u. a. der Geh. Iustizrat Tr. Süffert von Bad Nauheim.

* 2. Kammermusikabend der Herren Pwsessori Trautmann, Redner, Hegar unter Mitwirkung der Sängerin Frl. St e 1111 n g aus Äoblenz. Der Abend dur.l. durch' die Zusammenstellung des Programms von ganz besonderem Zntereiie sein, nicht nur darum, daß die drei Kammermusil.oerke hier in Gießen noy niemals zu Gehör gebracht wurden, solider« es sind auch Werke, die trotz ihrer Sastjnheit und musb» kalischem Wert auch anderwärts ganz selten geboten werden. Ramenllich wird das Brahmssche Lrio in seinerE r st en Fassung", bie in der letzten Zeit in Künstlerkrcijen besonders beachtet wird, auch hier interessieren. Fräulein Kettling hat auch ihr Programm sehr gediegen ge!vuj,.t, drei alte Herren, Rosa, Vuononcini unt> Paradies auS dem 15. und 16. Jahrhundert treten mit Jo HS. Brahms in die musi­kalischen Schranken. Für Freunde intimer Musik steht also cm großer musikalischer Genuß bevor. 1 i

M Lebensretter. Der Steuermann Arnold Stenz in Dtainz hat am 15. September 1906 wiederum einen Menschen vom Tode beS Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von S. K. H. ben, Großherzog wiederholt die NettungSmedaille, zugleich mit einer bie Jahres­zahl 1906 tragenben Spange, verliehen worben.

* Geburten und Sterbefälle im Jahre 1906. In der Stadt Gießen wurden im abgelanfenen Jahre 1090 Kinder geboren (davon in der Frauenklinik 478) gegen 964 im Jahre vorher. Tie Zahl der Todesfälle betrug 634; davon «eigneten sich 300 Fälle in den Saimfen und 40 im Proviilzial-StechenhauS. Im Jahre 1905 waren cS 640 Todes­fälle. Läßt man die in ben Anstalten vorgekommenen Ge­burten und Sterbefälle außer Betracht, so sind 1906 von der ansässigen Bevölkerung unserer Stadt nur 296 Personen ver­storben, während 612 Gießener Kinder zur Welt kamen. ES ergibt sich ein Ueberschuß von 316 Geburten. DaS Ver­hältnis stellt sich noch günstiger, wenn man bie totalen Ziffern imtcinnnöer vergleicht. Bei 634 Slerbesällen und 1090 Ge­burten beträgt der Uberschuß nämlich 456. Eheschließungen sanden im Jahre 19o6 228 gegen 184 im Jahre 1905 statt.

Sitzung Oer Stadtverordneten.

Gießen, 17. Januar.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Lurschmann und Georgi; die Stadtverordneten: Brück, 5}r. Ebel, Eichenauer,^ Euler, Dc. Haberkorn, Heichelheim, Helfrich, Jann, Iughardt, Keller, Kirch, Leib, LooS, Petri, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Wallenfels und Dr. Wimmenauer.

Mitteilungen.

Nach Auslosung einer bleche von Schuldverschreibungen hieß bet Vorsitzende bie Stadtverordneten in der ersten Sitzung des neuen Jahres willkommen und gab dem Wunsch Ausdruck, daß das lausende Jahr in wirtschastlicher Beziehung noch besser werden möge, als es das vergangene trotz der Lebensmittel-Preis- stligcrung und der sür die Industrie nicht günstigen Zollgesetzge­bung schon gewesen sei.

Hi caus widmet er dem am 6. Januar gestorbenen Stadtv. Schwall herzliche Worte des Gedeiikens und teilt mit, daß er Der Familie des verstorbenen verdienten Stadtverordneten schrift- lich bie Teilnahme der Stadtverwaltung ausgedrückt habe. In dem zur Verlesung gelangenden Schrechen heißt e-, daß Stadtv. Schmal! 17 Jahre lang mit großem Eifer und Erfolg in der Stadtverwaltung mitgewirkt und es durch seinen Charakter ver­standen habe, sich die Zuneigung und Liebe aller seiner Kollegen und die Hoct-all/tung der Bürgerschast zu erwerben. Hierfür, sowie für die inaiuniebcrlcgung am Grabe durch Beig. Eurschmann sprach die Famllie Schmoll schriftlich ihren warmen Dank ans.

Auch der Familie des früheren Stadtv. Dr. T h a c r hat der Vorsitzende anläßlich des TodeS Pros. Thaers das Beileid d^e Stadl ausgedrückt.

Der Geflügel- und Vogelzuchtoerein hat zu feiner demnächst ftaliflnbenben Ausstellung eingclabcn.

Weiter wird nulgcteilt, daß der Prozeß einiger hie­siger Werder gegen bie Stadt Gießen wegen deS Stadt- t ad) c | vom OderlandeSgericht m Darmstadt, der zweiten Instanz, ebensallS zu Gunsten der Stadt entschieden wurde.

Baugesache.

Wie b« Vorsitzende miilcitt, hat Beigeordneter Eurschmann bie Leitung der Baupolizei übernommen, da- wU er selbst für andere Arbeiten Zeit gewinne. Beigeord. Eurschmann berichtet dementsprechend von jetzt ab über bie Baugesuche.

Ioh. Marker will an seinem Hause, Stephanstr. 26, einen Balkon anbringen, für ben DiSpenS erforderlich ist, da n über die Straßenstucht auSladet. Der DiSpenS wird befürwortet.

L. Lüter will m seiner Hofreüe in der Wolkengaffe einen Küchenbau errichten, wodurch der verbleibende Hosraum nicht mehr den Vorschriften entspricht. Ter DiSpenS hierfür wurde erteilt, jedoch in dem Baubcscheib verlangt, daß bie bestehende Durchfahrt auf 2 Nieter verbreitert werbe. Das neuerliche Gesuch, von biefer Auflage befreit zu werben, wird befürwortet.

In ihrer Hofreite in der Schanzenstraße will die Firma Denninghoff einen Kamm errichten, der insofern den Vorschriften widerspricht, als daS betreffende Gebäude auS Fachwerk besteht. Das Gesuch wird genehmigt.

LouiS Petri LIL will an feinem Haus im Asterweg einen Erker und einen Balkon anbringen, die in die Straße ouSlaben. Der erforberliche DiSpenS wirb ebenfalls befür­wortet.

Schaukasten von 90 cm Höhe, 60 cm Breite unb 15 cm Tiefe will bie Firma A. Waag am HauS SelterS- weg 60 anbringen. Wegen bet Enge der Straße unb aus grunbfätzlichen Erwägungen wird bas Gesuch abgelehnt.

Der Vorsitzende macht sodann Mitteilung, baß Gast­wirt TrinkauS wegen ber Abtretung släbtischen Gelänbes an ihn heute em Gesuch eingereicht habe. Das Gesuch geht zunächst an bie Baubepirtation.

Stadtv. Dr. Ebel macht daraus aufmerksam, baß in der Sudanlage abermals ein Hans zu DeschLftszwecken um­gebaut werden solle. Er ist der Ansicht, baß man nichts un­versucht taffen solle, um berarhgen Straßen ihren Charakter ol8 Wohnstraßen zu erhalten. Deshalb regt er an, wenn irgend möglich, ein entsprechendes Ortsstatut zu erlaffen.

Die Stadtv. Kirch, Leib unb Schaffstaebt pflichten dieser Ansicht bei.

Ter Vorsitzende bemerkt, daß er und Beig. Ciirsch- mann nach genauer Prüfung der Sachlage zu der Ansicht gekommen seien, daß die allgemeine Bauordnung ein der- artiges Ortsstatut nur für die dem § 16 der Gewerbeordnung unterliegenden Gewerbebetriebe ermögliche. Im übrigen be­festige die Angelegenheit z. Zt. die jiiristische Kommission.

Städtische Arbeiten und Lieferungen.

Durch die Ausfüllung des SchoorgrabenS vor der n, .en höheren Mädchenschule ist die bas Nachbargrmid- stück nach dem Graben zu abschließende Maner beschädigt worden. Die für bie Ausbesserung erforderlichen 185 Mk. werden bewilligt.

Folgende Arbeiten und Lieferungen für die höhere Mädchenschule werden vergeben: Die Herstellung des Hofes iPflasterung und Bekiesung usw.) für 3725 Mk. anlialt der voranschlagsmäßigen 3600 Alt. Die Waschtische, die Zeichen­tische und die Kartenständer. Die drei letztgenaniiten Lieferungen werden freihändig an auswärtige Firmen vergeben, da es sich um Musterschutzartikel handelt, bie deshalb von ein­heimischen Firmen nicht hergestellt werden können.

Für das Jahr 1907 sind 30 Waggons Zement erforderlich, die die seitherige Lieferantin (die Gewerkschaft SDhrfe) zu 3.10 Mk. für 100 Kilogramm liefern will, trotz- dem inzwischen der ZementpreiS gestiegen ist.

Da sich der Bau ber israelitischen Leichenhalle 'durch bie verspätete Steinlieferung teilweise verzögert hat, sind die davon betroffenen Handwerksmeister vorstellig ge­worden, ihnen entsprechend den erhöhten Löhnen eine 10 bis 15 prozcntige Erhöhung der Vertragspreise zu bewilligen.

Anlage einer Fernsprechleitung nach dem Grundstück Asterweg 60. Unter den üblichen Bedingungen ist bie Ver­sammlung bamit einverstanden.

Tcr Oberhessische Geschichtsverein ersucht um unentgeltliche Kohlenhergabe für die Heizung dcS Museums durch zwei Oefen. Sollte bie Stabt nicht dazu bereit fein, fo wäre ber Verein mangels eigener Mittel gezwungen, in den Wmterinonaten bas Museum zu schließen, auch leiben unter der strengen Kälte die Waffen und Bilder sehr not. Ter Finanzausschuß ist angesichts der bereits bestehenden städtischen Finanzen für Ablehnung.

Tie Stadtv. Dr. Schäfer, Eichenauer, Schaff» staedt, Dr. Ebel, Iughardt und Petri sind in An­betracht des gemeinnützigen Eharakters deS MuseumS für Bewilligung. Stadtv. Eichenauer teilt weiter einen Wunsch der Mujeumsleitung mit, daß für die Ausbesserung der Bilder der alten Gießener NatSherrcn 100 Mk. bewilligt werden möchten, da die Bilder, die Eigentum dec Stadt sind, bei der starken Kälte m diesem Winter sehr gelitten hätten.

Tie Sladtvv. Heichelheim unb Kirch legen die Beweg-

unter Mitwirkung der beiden ,zur Traube*. Der Gräfliche wird bie Festrebe halten.

Unsere Bürgerschaft beschäftigt Projekt der Eisenbahnbirektion,

17. Jan. Tie Hofhaltung des

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gründe zu der ablehnenden Haltung ber Finanzbepmativn bar. Auch sie erlatncn ben Wert des Instituts an, aber angesichts

unseren sehr beschränkten Ba hn h o s zu erweitern. DaS kann wegen der Anhöhen am jetzigen Bahnhof nur nach Süden zu geschehen, und da hängt vieles von der Anlage von leicht zu befahrenden Zufuhrstraßen ab. Bei der ersten Anlage deS Bahnhofes war hierauf nicht genügend Rücksicht genommen worden. Jetzt ist der OrtSgewerbeverein der Sache nähergetreten, um nach jeder Seite hin die Jntereffen der Stadt zu wahren. Es ist gar fein Zweifel, daß manche Fabrik- und ähnliche Anlagen in früheren Zeiten hierher verlegt worden wären, wenn nicht die gegenwärtige Zufuhr- straße zum Bahnhof so steil und für das Zugvieh kaum zu beivältigen wäre.

O Lauter, 17. Ian. Am staatlichen Wasser- wert liürzte der Arbeiter Mönche in einen tiefen Graben, ein eiserner Schiebkarren stürzte ihm nach und zerschmetterte ihm bie Unterschenkel.

Groß-Eichen, 17. Ian. Einen schweren Un- glücksfall erlitt der hiesige Einwohner Schneider. Er ivar als Holzmacher im Flensimger Wald beschäftigt. Tabet traf ihn em starker Ast eines fallenden Baumes unb schlug ihm bas rechte Bein an zwei Stellen entzwei. Der Schwer­verletzte mußte nach Hause getragen werden.

Mücke, 16. Jan. Zwilchen Lardenbach und Freien feen unb von Jreienseen hierher soll eine Tele- graphenlinie errichtet werden, wozu gegenwärtig ber Plan aus dem Postamt ausliegt. DaS ist wieder ein neuer, sprechen­der Beweis für bie Verkchrsbedeutnng beS ZentralpiinkteS Mucke. Weiterhin wirb bie Schaffung einer Postoecwaltung in Lardenbach geplant, da bie borkige Postagentur sich zu klein erroeiit für ben sehr regen Verkehr. TaS Postamt Mücke, das einen bebentenben VerKhr aufweist, würde dadurch entlastet werden.

§ 91 u S d e m Vogelsberg, 16. Ian. Welch ge­waltige Schneemassen der letzte Schneefall gebracht, bas zeigen recht bculLd) bie Schneewehen, bie trotz bes beinahe zweiwöchentlich.n Tauwette'.s noch nicht verschwunden sind. Selbst auf den stark befahrenen Straßen und Hohlwegen lagen noch hohe Schnee wälle. Im Oberwalbe liegt bet Schnee stellenweise noch meterhoch.

6 Frankfurt a. M., 17. Jan. Die Hauptwache hat ber Stabiverwaltiing schon viele Kosten verursacht. Jetzt hat bie Stadtverwaltung em neues Projekt ausgearbeitet, welches die mißlichen Veikehrsverhältnisse bessern soll. Die Ausführung kostet ,nur' 1 190000 Alk. Tie Straßcnbahn- gelcise sollen verlegt, bie elektrische Beleuchtung verbessert werden. Tie Straßen macht man bebeulcnb breiter. Ter angrenzende Schillcrplatz würde um ein Stück beschnitten. Kurzum, cS gibt eine R.escnbnddclei. Hoffentlich ist bann für einige Jahrzehnte ein erträglicher Zustand geichaffen. Es ist sehr ziveifelhaft, wie die Stadtverordneten die Vorlage aufnehmen werden. In die Hauplwache und deren Umgebung Hal bie Stadt schon manches Milliönchen hmeingestecN unb noch immer sind neue Aufwendungen nötig. Ta muß man sich nicht wundern, daß bie Bürgerschaft opponiert

Aus s aM und Land.

Gießen, ben 18. Januar 1907.

Personalien, e. : H . erzog haben

de» HauptsteueramtSassistenten bei dem Hauptsteucraml Mainz K. Bangert zu Mainz in gleicher Tlenstelgenschaft an das Hauptsteueramt Bingen versetzt unb ben Steuereinnehmer des Lteneramts Stockheim W. Wämser zu Stockheim zum Bezirkskassier ber Bezirksiaffe Beerfelden ernannt.

Eine Sitzung des Provin z l al-AuS- schusses findet Nlntwoch, 23. d. 'M., voim. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1, Gesuch deS Heinrich Bücher zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 2. Klage des Th. Beckhard und Gen. zu Frankfurt a. M. gegen die israelitische Neligions- gemeinbe Bad-dtauheim. 3. Wa j, eroerjorgung ber Gemeinde N ied er-Breidenbach.

Freitag IS. Januar 1907

. Rotationsdruck und Verlag der vrühllchea iv UiitocrfnätS - Buch- und Sieindruckerei.

R. Lange, Sieben.

r Redaktion, Exvedition und Druckerei: Achul- straße 7. 6jpcbirion und Verlag: fcset Reda!iion:e^S112.Tet.-Adru4lnzelgerGießen.

Aus BilligkcitSgründen beschließt man, ailSnahmSwrife dem Gesuch teilweise stattzugeben. ES wird beschloffen, für die verspätet geleisteten Arbeiten eine Erhöhung von 7 »/, Proz. u gewähren.

Ter Druck der Marktplakate, für die zwei Offerten eingegangen waren die billigste gleichpreisig von sechs Firmen zugleich, wurde durch das LoS an eine derselben vergeben, was gutgeheißen wird.

AechnunkSabschliisie unb Voranschläge.

Die Rechnung der Armenkasse hat für 1905 einen günstigen Abschluß zu verzeichnen. Einnahme und Ausgabe belaufen sich auf 71911.78 M., während der Vor- anschlag 75 500 M. oorsah. Der Zuschuß der Stadtkaffe betrug demgemäß anstatt ber vorgesehenen 43 000 M. nur 30 229.16 *1)1. TaS günstige Ergebnis ist auf bie Besserung der wirtschaftlichen Verhältniffe und auf die hingehende Tätig- feit der Armenpfleger rc. zurückzusühren, wofür Beig. Cursch- mann diesen herzlichen Dank auSjpricht. Bemerkt wird noch, daß alle Positionen Nlinderausgaben gegen ben Voranschlag aufweisen, mit Ausnahme ber Kinderpflege. Die fort­währende Steigerung dieser Rubrik ist ein Zeichen dafür, daß daS VerantwortlichkeitSgefühl der Eltern für die Kinder leider vielfach im Schwinden begriffen ist und das Gesetz bietet nur wenig Handhaben, gewissenlose Eltern zu ihrer Pflicht anziihalten.

Die Rechnung der Plockschen Stiftung für 1905 schließt in Einnahme einschließlich von 47 800 sJ)l. zurück- empfangene Kapitalien mit 52 969.84 M. ab. Tie Ausgabe beträgt 52 868,50 M. einschließlich ber neu ausgeliehenen 47 800 M. Veipflegt würben 12 Pfiünbner, was 4 320 M. Kosten verursachte. Tas Vermögen ber Stiftung beträgt

112185,71 M. (wie im Vorjahr). Die Rechnung wird genehmigt.

Ter Voranschlag ber Stiftung für 1907 sieht aber-

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