Ausgabe 
16.5.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 11^

Erstes Blatt

157. Jahrgang

Donnerstag 16. Mai 1907

Erscheint täglich außer EonntagS.

Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem yesflschea Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche betgelegt un< zweimal wöchentlich da Kreisblati für Öen Kreis Sieben. Fernsprech-An» schloß 1. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition M Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Sietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Are heutige Yumurer umfaßt 10 Seilen.

Hände nicht

wären, mit denen sie vor ihre Wähler treten

-poiötifdye 6agcsfd>au»

Zuiernationale Ä'eisteskultur und Politik.

Auf bic Beziehungen zwischen Deutschland und Japan ist jetzt besonderes Augenmerk zu richten. Es fehlt hier nicht an erfreulichen Momenten. Die kluge gelbe Nation hat erst kürzlich wieder dem Wert der deutschen Geisteskultur für das Jnselreich Anerkennung gezollt. Zwei deutschen Medizinern, langjährigen Lehrmeistern der japanischen Studenten an der Universität Tokio, wurde im Vorhof der Hochschule ein Doppeldenkmal gestiftet. Man weiß, Laß auch die mih=

Vach getaner Arbeit.

Im schattigen Garten des ReichslanZlerpalais, bei schäu­mendemMünchener" und würdiger Maibowle, beschloß der Reichstag mit einem fröhlichen Ausklang seinen ersten Sitzungsabschnitt. Und am heutigen Sage ist die Mehrzahl der Volksvertreter bereits in alle Winde zerstreut, aber mit vollen Taschen und leeren Händen. Mtt bollen Taschen: Denn auf ihr langes Drängen und auf die Empfehlung des Grafen Posabowsky hin hat Fürst Bülow es doch übers Herz gebracht, in die hetßersehnte Vertagung zu iviUigen, die den Reichstagsabgeordneten die Freifahrtarte erster Masse auf allen Eisenbahnen DeutschlMids auch wäh­rend der sessionslosen Zeit gewährt, und denen, die es an­geht, den Sündern also, Schutz vor dem Strafrichter gibt. Nimmt man hinzu, daß den Herren Reichsboten zum Scl)luß noch der Rest der Diäten in Höhe von 1000 Mark mitge­geben wurde, so wird man zugeben, daß die Herren ein gutes Geschäft gemacht haben, uub daß sie allen Grund haben, sich ihrer Würde zu freuen. Wenn nur die leeren

müssen! Die drei Monate, die der Reichstag versammelt war, sind fast ausschließlich ausgesüllt worden mit der Feststellung des Etats; säst alle übrigen gesetzgeberischen Arbeiten wurden zurückgestellt bis zur nächsten Session, die infolgedessen im voraus derart überlastet ist, daß sie die Reste nicht aufarbeiten, geschweige denn neue gesetzgebe­rische Aufgaben, die die Zeit bringt, erfüllen kann. Nicht einmal das in der Thronrede feierlich culgekündigte Gesetz, das den Bestrafungen wegen Majestätsbelerdigungen engere Grenzen ziehen soll, ist zur Verabschiedung, gelangt, ia man hat sogar diesen Gesetzentwurf, obwohl er dem Hause schon seit mehreren Wochen vorliegt, nicht einmal in erster Lesung durchberaten, lind wie stehr es mit den zahlreichen sozial­politischen Gesetzen für den Arbeiter und Mittelstand, auf Die das Volk seit langer Zeit auch vergeblich wartet?

Gewiß, der Reichstag hat auch etwas positive Arbett geleistet: Er hat neben dem Etat auch 53 Resolutionen angenommen; doch die sind Zukunttsmusik. Für unsere Kolonien hat er das notwendigste bewilligt. Die Wehr­kraft des Volkes hat er gestärkt und hat er dargetan, daß in Bezug auf die Friedenskonferenz im Haag das deutsche Volk hinter dem Kanzler steht. Das verstand sich am Ende schließlich alles von selbst. Nur auf einem Gebiete hat der Reichskanzler eine Tat vollbracht: Für die Beamten und Militär hinterblieb en en hat er gesorgt und damit langst fühlbare Lücken ausgefüllt. Im ganzen sind es 19 Entwürfe und Vorlagen gewesen, die er von den servierten 28 Regierungsvorlagen erledigte teilweise ohne jegliche oder ganz kurze Beratung, em Beweis, wie wenig welt- erschüNcrnd diese Vorlagen zum Teil waren. Angesichts solcherLeistungen" ist es nicht weiter verwunderlich, wenn die Zensur, die den scheidenden Abgeordneten auf den Weg mitgegeben wird, nicht gerade glanzend ausfällt. Selbst ein durchaus rechtsstehendes Blatt der Reichshauptstadt faßt sie in die Worte zusammen:Für den Anfang im ganzen noch eben kaum genügend." Und weiter heißt es daun: Volkstümlich durchschlagendes hat der Reichstag nur sehr wenig geboten. Und doch hungerte die Volksseele nach Aorten der Leitung. Ein kräftig Wörtlein von gut nation- naler Prägung bringen doch durchweg nur die Alien zuwege. Die Neuen müssen sich erst einleben. An dem geringen positiven Ergebnis ist die Regierung nicht ohne Mitschuld. Sie gab dem Reichstag zu wenig Arbeit, und so ging es dann ans Interpellieren, statt an nützliche Kommissionsarbeit. Der neu einsetzende Reichstagsabschnitt das sagen wir mit größter Schärfe muß einmal endlich praktische sozialpolitische Resultate bringen. Sange genug ist auf dem sozialpolitischen Gebiete der Mund gespitzt worden. Im Herbste muß gepfiffen werden. Aus den jahrelangen Ver­sprechungen der Thronrede muß endlich einmal etwas wer­den. Die Ehre des Kaisers duldet es nicht, daß auch int kommenden Reichstagswinler wieder seine Versprechungen aus Fortführung der sozialpolitischen Gesetzgebung uner­füllt bleiben.

Aeynlich klingts aber auch aus dem liberalen Blätter­wald wieder. Der frühere Reichstagsabgeordnete H. von Gerlach z. B. vergleicht den gesetzgeberischen JnhcUt der ersten Arbeiterperiode des neuen Reichstags mit einem hohlen Ei. Bülow aber habe wieder einmal Glück gehabt: Der Reichstag hat so kurze Zeit und so wenig gearbeitet, daß die Gefahr der Sprengung des Blocks auf ein Minimum reduziert war. Jede wichtige Vorlage hätte wie ein Dy­namit wirken müßen. Aber Fürst Bülow liebt keine Spreng-, sondern Brausepulver. Darum hat er sich auf beruhigende Versprechungen nach rechts und na chlinks hin beschränkt und von jeder wesentlichen Regierungsvorlage abgesehen. In den langen parlamentslosen Monaten, die vor uns liegen, bedroht erst recht nichts den Blockfrieden. Die RaarungSidee kann also zunächst ungestört fortwuchern. An Zeugungslraft wird sie ja dadurch nichts gewinnen, da sie ihrer Natur nach zur Unfruchtbarkeit verdammt ist. Aber Fürst Bülow denkt: Zeit gewonnen, alles gewonnen . . . Besonders wirst Herr v. Gerlach den liberalen Abgeordneten vor, daß sie an den Verhandlungen über die amtlichen Wahlbeeinflussungen keinen Anteil genommen haben, ob­gleich so mancher der eigenen Freunde durch solche Machen­schaften zu Fall gebracht worden ist. Auch habe man das Geld für die Hohkönigsbnrg bewilligt, das in früheren Jahren verweigert wurde, da es sich um einen Privat­besitz des Kaisers handelte. Ferner habe man alle Schwe­rinstage ausfallen lassen und damit vorläufig, der Re­gierung zuliebe, auf die Verhandlung auch der wichtigsten Initiativanträge verzichtet. Daß die liberalen Gesm- nungsfreunde Les GerlaM von dieser Kritik^ die zugleich

eine des Reichstages ist, sonderlich erbaut sein werden, ist nicht anzunehmen, denn man braucht solche Vor würfe nicht nur den Liberalen zu machen, sondern kann sie mit derselben Berechtigung gegen jede Partei erheben, die für die genannten Forderungen eingetreten ist. Im übrigen wird man aber auch desm Reichstag gegenüber für mil­dernde Umstände eintreten können: Aller Anfang ist schwer, und eine neugebildete Truppe muß erst für den Kampf in der Schlachtlinie einexerziert werden. Dazu kommt, daß die Präsidialmehrheit nur gering war, die, wie die Erfahrung gelehrt hat, durch allerlei Zusälligkeiten in eine Minderheit verwandelt werden konnte. Tas hemmte die Erledigung der Geschäfte, das lähmte die präsidiale Kommandogewalt.

Aber schließlich war im neuen Reichstag doch das eine er­reicht worden: Die stärkste Partei, das Zentrum, ist aus ihrer ausschlaggebenden und jeden Entschluß der Regie­rung souverän beherrschenden Stellung entfernt worden und das konservativ-liberale Bündnis ward zur Tatsache l Mag man aber über seine Festigkeit und feine Zukunft denken, wie man wolle, oas eine ist doch sicher: politisch entgegen­gesetzte Clemente haben sich einander genähert und sich in gemeinsamer Arbeit aneinander gewöhnt, und luenn es auck an Entgleisungen hier und da nicht gefehlt hat, und auch in Zukunst Ueberrajchungen und Enttäuschungen voraussicht­lich nicht ausbleioen werden, so bürgt doch die Tatsache, daß nunmehr auch der entschiedene Liberalismus in Heer- und Flotten fragen, sowie in der Behandlung der kolonial- politischen Aufgaben seinen srüher ablehnenden Standpunkt aufgegeben hat, für eine sachliche und zielbewußte, von parteipolitischen Erwägungen nicht gestöne Durchführung der Maßnahmen, die die Sorge für das Ansehen und die Wohlfahrt des Reiches dringend erheischt. Das ist in einer Zeit, wo wir nach dem Worte des Reichskanzlers von Schwierigkeiten und Gefahren umgeben sind, ein nicht zu unterschätzender Gewinn. So erwartet denn das deutsche Volk von der am 19. November ein setzenden zweiten Ar­beitsperiode des Reichstages wirkliche Taten, nachdem es bei den Wahlen am 25. Januar seinen Vertretern die Macht dazu gegeben hat. Mögen das die Vollsboten in der Zett der Sommerruhe schon beizeiten erwägen und mögen sie jetzt schon den löblichen Vorsatz fassen, dafür Sorge tragen zu wollen, daß ihnen das deutsche Volk im nächsten Jahre eine bessere Zensur als Heuer ausstellen kann.

Der neue Reichstag hat in 6Vd Wochen den Etat durchberaten und in den übrigen drei Wochen seines Zu­sammenseins 14 Interpellationen und 19 Regie­rungsvorlagen erledigt. Es handelt sich um fol­gende Entwürfe:

1. Reichshaushaltsetat für 1907, 2. 5 Ergänzungsetats für 1907, u. a. Kaiser WÜHelmkanalerweiterung, Farmerentschädigung, Teuerungszulagen, Verminderung der Schutztruppen; 3. zwei Nachtragsetats für 1906 (29 Millionen für Südwestafrika und 1. Nate (8 900 000 Mk.) für bit Eisenbahn von KububFeld­schuhhorn, 4. Entwurf betrefscnü den Hinterbliebenen-Versiche- rungtsonds, 5. Entwurf über die Vornahme einer Berufs- und Betriebszählung am 12. Juni ds. Js., 6. Kontingentierungs- Vorlage für Brennereien, 7. Entwurf für den Gebührentarif des Kaiser Wühelmkanals, 8. Etatsnotgesetz für April und Mai, 9. Vertrag über den Beitritt Luxemburgs zur norddeutschen Brausteuergemeinschast, 10. Vertrag mit den Niederlanden über die gegen! eilige Anerlennung der Aktiengesellschaften, 11. Ver­trag mit der Schweiz über die Beglaubigung öffentlicher Ur­kunden, 12. Bestimmungen des neuen Weltpostvertrages, 13. UÜber­einkunft zwischen Deutschland und Frankreich, betreffend den Schutz an Werken der Literatur und Kunst, 14. Zusatzübereinkunft znm deutsch-türkischen Handelsvertrag, 15. Zusatzvertrag zum deuts ch-norweg ischen Auslieferungsvertrag, 16. Handelspro- visorimn zwischen Deutschland und der Union, 17. Entwurf über Aenderungen des Reichsbeamtenge^tzes (anderweitige Pen­sionierungsvorschriften), 18. Entwurf eines Beamtenhinlerblie- benen-Gefetzes, 19. Entwurf eines Militärhintcrbliebenen-Gesetzcs.

Unerledigt geblieben und bis zur Herosttagung ver­schoben worden sind folgende Vorlagen:

L Tie Maifchbottichsteuemovelle (befindet sich in der Kom­mission , 2. Entwurf betreffend Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit, 3. Entwurf über die Bestrafung von Majestätsbe­leidigungen, 4. Untcrstützungswohnsitzgesetz, 5. Bogelschutznovelle, 6. Kleiner Befähigungsnachweis, 7. Versicherungsvertragsentwurf, 8. Entwurf über die Sicherung der Bauforderungen, 9. Hilfs­kassengesetz. Ferner: 9 Denkschriften: Tätigkeit der physikalisch- technischen Reichsanstalt, Beschäftigung von Gefangenen, Verlauf des füdweftafrikanischen Ausstandes, Entwicklung der afrikanischen Schutzgebiete, Entwickluiig von Kiautschou, Bericht des Kolonial- rates über die Kolonialskandale, Denkschrift über die Beschwerden der AkwaHäuptlinge, Denkschrift über die afrikanischen Eisen­bahnen, Kartelldenkschrift (Teil 3), 3 Verträge: Tippelskirchvev- trag, Lenzner träge wegen Togobahnen und südwestaftikanischer Bahn, 9 Bekanntmachungen des BundeSrats, 22 Rech­nungssachen, 7 Uebersichten und Slachweisungen, 26 Wahlprü­fungsberichte.

Von Anträgen von Mitgliedern sind sämtliche 142 Initiativanträge nicht zur Beratung gekommen, doch ist ein Teil von ihnen in Gestalt von Etatsresolutionen zur Annahme gelangt Fämer wurden 14 dringende Anträge auf Einstellung von Strafverfahren geaen Reichstagsmitglieder angenommen.

Gestorben sind während der Dauer der Verhand­lungen die Abgg. Prinz Ar en berg (Ztt.) und Auer (Soz.), die durch die Abgg. Fervers (Ztr.) und Molkenbuhr (Soz.) ersetzt wurden.

torische Leistungsfähigkeit der Japaner wesentlich auf Unter­weisung durch deutsche Offiziere zurückzufiihren ist. UebcrauS bedeutsam erscheint den Ostasiaten nicht zuletzt die Be­schäftigung mit der deutschen Sprache. Mit Genehmigung der preußischen Unterrichtsoerwaltung wird im nächsten Monat ein junger Oberlehrer aus Berlin die Reise nach Japan an- treten, um ein Jahr hindurch als weiterer Lektor der deutschen Sprache dort tätig zu sein. Bei solch systematischem Streben kann es nicht überraschen, wenn die Japaner bis ins kleinste Vertrautheit gewinnen mit deutschem Wesen und deutscher Geistesarbeit. So lange die politischen Beziehungen wenn auch nicht freundschaftlich, so doch korrekt sind, ist das alles schön und gut. Trübt sich aber dieser Teil des politischen Horizonts, dann kann die bereitwillige Vermittlung der Kenntnis deutscher Eigenart weniger erfreuliche Konsequenzen haben.

Der deutsche Botschafter in Tokio Frhr. Mumm von Schwarzenstein gab bei Enthüllung deL Medizinerdenkmals der Hoffnung Ausdruck, daß die enge Verbindung zwischen deutscher und japanischer Wiffeuschaft die feste Grundlage bilden möge für die freundschaftlichen Beziehungen beider Völker. Erfahrungsgemäß bleibt aber internationale GeisteS- verbindung ohne Sinroiifung auf die politischen Beziehungen. Die schon seit mehreren Jahren bestehende Einrichtung des Kandidatenaustausches zwischen Deutschland und Frankreich z. B. hat nicht im mindesten vermocht, die Nationen wohl­wollender gegeneinander zu fiinimen. Und für die politische Wirkungslosigkeit des deutsch-amerikanischen ProfefforenauS- tausches ist eS bezeichnend, daß die Yankees nicht einmal für handelspolitische Zugeständnisse von Belang zu haben sind. Hebet die harten Schranken realer Politik hilft eben kein Idealismus hinweg.___________________________________

Ans und Land.

Gießen, 16. Mai.

* Treue Arbeit. S. K. H. der Großherzog haben dem Kutscher Wilh. BonariuS, in Diensten der Firma Gebr. Schwan zu Gießen, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Arbeit" verliehen. Herr BonariuS befand sich am gestrigen Tag 40 Jahre im Dienst der Firma Schwan, ein für Slrbeitgeber und Arbeitnehmer gleich ehrendes Arbeitsoerhältnis.

* * Iustizpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben den Landrichter bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Hch. Altendorf zum Landgerichtsrat und den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Niedet-Olm Dr. Joh. Schneider zum Oberamtsrichter ernannt.

** Empfangs- und Wohnungs-Ausschuß der Universität Gießen Sommer 1907. Wie wir bereits vor­gestern mitteilten, wird Vie Umfrage wegen der Wohnungen für die Festtage der Universität vom 31. Juli bis 4. August demnächst beginnen. Die Arbeiten des WohnungsauK- schusses würden wesentlich erleichtert und vereinfacht roer-i Den, wenn die Hausvorstände, die sich bereits entschlossen haben, Wohnräume zur Verfügung zu stellen, diese Absicht dem Wo h nun gs aus schuß (Löversttaße 6) als bald schriftlich mitteilen wollten unter Angabe der Zimmer- und Bettenzahl sowie des Einzelpreises (ein* schließlich Frühstück).

** Die Nebenbahn st recke Vilbel-Helden« b e r g e n - W i n d e ck e u, die 16 Kilometer lang ist, wird am 22. Mai landespolizeilich abgenommen. Zu diesem Zweck wird die Strecke an dem genannten Tag von einem Sonder^ zug befahren werden, der den Bahnhof Heldenbergen-Win-, decken um 10 Uhr vormittags verläßt und in Vilbel unt 7 Uhr 23 Min. abends eintreffen wird. Außer an den Stationen wird der Zug an allen Punkten halten, wo Re­klamationen vorzubringen sind.

* ©in alter Gießener Theater-Zettel. Ein Freund des Gießener Anzeigers hat uns einen Theater­zettel vom 18. Nov. 1666 zur Verfügung gestellt, der sich, wie aus dem nachfolgenden Abdruck zu ersehen ist, nur wenig von denen der Neuzeit unterscheidet:

Theater in Giessen. Im Leib'schen Saale.

Dienstag, den 18. November 1856.

8. Vorstellung ini Abonnement. Das Lügen, oder

Die Compouisteu.

_______Lustspiel in 3 Aufzügen von Roderich Benedix. Personen:

Dr. Rudolph Wassenberg, Arzt s «rüder 3* Weiser.

Wolfgang Waffenberg, Componistt . Herr Rüthling jun.

Sophie, dessen Frau.....Fräul. NiS.

Karolme Wildau, der. Schwester, Rudolph'sBraut Fräul. Rüthling. Bernhard Wildau, beider Bruder, Student . Herr Thies.

Haindorf....... Herr Bullmann

Hildegard, deffen Tochter .... Fräul. Sommer Ateusler........Herr Rüthling een.

Schott, Untersuchungsrichter .... Herr Breunig.

Falk, Advocat.......Herr Pilgrim.

Ebristine, Aiagd . . . . . . Frau Weifer.

Avonnements-BlUels auf einen Sperrsitz, gültig für 12 hmtec- einandersolgende Vorstellungen, zu 6 fl.; für den ersten Platz, gültig während der ganzen Saison, das Diitzend 5 fl. 24 fr., für den zweiten Platz zu 3 fl., sind zu jeder Zeit in meuiev Wohnung, bei Herrn Kaufmann I. Wallach ani Alarkte, zu entnehmen

Preise der Platze: Sperrsitz 48 tr. Erlier Platz 36 tr. Zweiter Platz 18 tr. Dritter Platz 9 tr.

(Kinder zahlen auf den zwei ersten Plätzen die Hälfte, aus dem z io e 11 e n Platz 12 fr.)

Kajjeöifnung 6, Anfang 7 Uhr. Ende gegen 10 Uhr. I. Weiler.