Ausgabe 
2.8.1907 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

be-

muner neue Festbesucher kamen dazu, so daß bis in die Nacht hinein keine Abnahme des festlichen Treibens zu merken war. Auch die herrschende ^Augusts-Temperatur beeinträchtigte die Feier nicht. S. K. H. der Großherzog sprach sich beim Besuch des Philosophenwald-Festes zu seinem Begleiter Oberst von Lindenau, sehr anerkennend über das Fest und besonders über dessen Vielseitigkeit aus.

Tie Festvorstellung

in unserem neuen prächtigen Stadttheater bot den Anblick einer glänzenden Feierlichkeit. Im Hause der Kunst waren die Männer der Wissenschaft mit ihren Damen schon lange vor Beginn der Vorstellung erschienen, um nach des Tages wechselvollen Begebenheiten sich an gefälliger Muse heiterem Spiel zu ergötzen. Auch das Großherzogliche Paar wohnte der Festvorstellung in der Hofloge bis ziim Schluß bei. Nicht der Nemesis, des Fatums finsteres Walten sollte man schauen, nicht von Melpomene sich er­schüttern lassen; der leicht geschürzten Thalia gehörte der Abend. Sie sollte in buntem Mummenschanz charakteristische Momentszenen aus der Vielgestaltigkeit akademischen Treibens früherer Zeiten neu beleben und enden mit einer kleinen satirisch heiteren Komödie aiis dem Leben eines Universitäts­rektors unmittelbar vor einer Säknlarfeier.

Eingeleitet wurde der Abend diirch Johannes Brahms ^Akademische Fest-Onverture", die mit ihren Erinnerungs­klängen an feuchtfröhliche, poesieoolle Studienjahre die rechte akademische Stimmung wiedergab. Dann hob sich der Vor­hang. Man sah in idealer Landschaft eine liebliche Mädchen- gestalt. Sie sprach einen in flüssigen graziösen Versen ge­schaffenen Prolog. Die kleine Dichtung wurde von Fräulein Netto ausdrucksvoll und mit schöner Belebung vorgetragen und weckte jubelnden Beifall. Der Dichter ist. Professor Dr. Dan nein ann. ImTageblatt der Ludovicicnia" kommt das Poem zum Abdruck.

Die neue Rektoratskette,

die S. K H. der Großherzog der Landesuniversität verlieh, ist em Prachtwerk moderner deutscher Goldschmiedekunst, das von dem der Darmstädter Künstlerkolonie angehörigen Goldschmied Ernst Riegel angefertigt wurde. Tie Kette, die einen Durch- mener von 40 Zentimeter hat, ist .aus Goldfiligran und etwa 200 Saphiren hergestellt. , Das große Mittelstück, das 30 Zenti­meter lang ist, bildet eine Minerva in grüner Emaille und Gold, an die sich das Wappen der Ludoviciana, das blaue Antomterkreuz auf silbernem Grunde und Relief-Porträts des Großherzogs, des Landgrafen Ludwig V. des Getreuen und des Landgrafen Georg II. anschließen. Die Kettenglieder, die durch seine Filigranarbeit beweglich miteinander verbunden sind, werden von den 9 im Großen Staatswappen enthaltenen Wappenschil­dern und der allegorischen Darstellung der vier Fakultäten gebildet Die Wappen sind in Gold und Emaille in Farben ausgeführt und werden von den entsprechenden Kronen gekrönt. Außerdem hängen an den einzelnen Gliedern große Tropfen von Saphir.

Ter Glückwunsch des Kaisers.

. Es Vertreter des Kaisers war der kommandierende General 18. ^Armeekorps Exzellenz v. Eichhorn anwesend und sprach die Glückwünsche des Kjmsers zur Jubelfeier aus und seinen Tank jur den liebenswürdigen Empfang. Er überreichte hierbei dem Rektor Geh. Rat Prof. Behaghel ben Kiw ne norden 2. Kl. und dem Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert den Kronenorden 2. Kl., dem Oberbürgermeister Mecum den Kronen­orden 3. Kl., dem Polizeihauptmann Herberg den Roten Adler- orden,4. Klasse. Oberst von Lindenau brachte der Universität die Glückwünsche des Regiments und als Geschenk für den neuen Dozentensaal die 1 Meter hohe Photographie des Kaisers dar, die bisher im Ofsizierskasiiw gewesen war. Ter Rektor nahm die Glückwünsche und das .Angebinde des Regiments dankend an.

Der Glückwunsch der Handelskammern.

Die Mainzer Handelskammer hat als Vorort des hessischen Handelskammertages folgendes Telegramm an die Landesuni- versttat gerichtet:

onr//?-r ^herzoglichen Landesuniversität sendet zu ihrem Bestehen der hessische Handelskammertag die auf­richtigsten Glückwünsche, indem er auf das wärmste anerkennt wie sehr auch Handel und Industrie der befruchtenden Wirksam- sbtßJ? Hochschule zu Dank verpflichtet sind. Großherzogliche Handelskammer Mainz als Vorort. Tr.Dtto Gastell, Vorsitzender."

weg und die Südanlage den Marsch nach Steins Garten zurrt Festkommers angetreten. Hier hatten sich schon viele Damen eingefunden, für die ihm Nebenraum des Saales eine Zuschauer- tribüne hergestellt war. Daneben bildete das - reiche Grün der Tekoration, die zahlreichen Fahnen und Wappen der Hassia und ihrer befreundeten Korps eine farbenprächtige Umrahmung der vielen weißen Mützen. Etwa gegen 200 Teilnehmer waren er­schienen, darunter als Ehrengäste Landgerichtsprüsident Kullmann sowie als Vertreter des Provinzialdirektors Regierungsrat Welker' Tie Eröffnungsrede mit dem Trinkspruch auf Kaiser und Groß­herzog, die Begrüßungsansprachen an die alten Herrn und die befreundeten Korps hielt der ersten Chargierte, stud. jur. Pilger Im Namen der alten Herrn dankte das älteste Ehrenmitglied,' Professor Flegler aus Bensheim, für die befreundeten Korps sprach deren ältester Vertreter. Um 1 Uhr fand derLandes­vater" statt. Der ganze Verlauf des Kommerses war äußerst gelungen. Wie manche herzliche Begrüßung, manches rührende Wiedersehen fand da statt, wie viele Erinnerungen aus alter Zeit wurden ausgetauschb'. Die letztenRitter von der Ge­mütlichkeit" verließen die Stätte ihrer Wirksamkeit erst, als der folgende Tag sein erstes Viertel schon überschritten hatte.

Ter Dienstag begann mit einem Festkonvent auf dem Korpshaus. Während desselben setzte leider starker Regen ein, sodaß es eine zeitlang den Anschein hatte, als könnte aus der photographischen Aufnahme in Steins Garten über- Haupt nichts werden. Aber der Himmel hatte ein Einsehen nur ein Sonnenblick, und Herrn Uhl war sein Werk schon ge­lungen. I nfolge des schlechten Wetters verzögerte sich auch der Beginn des Frühstücks im Klub, das trotzdem bereits um 3 Uhr beendigt war. Während desselben erschien auch das jüngste Ehrenmitglied des Korps, Dr. med. Habicht aus Gießen, dem anläßlich des Stiftungsfestes diese Auszeichnung verliehen worden war. Tas für 6 Uhr geplante große Gartenfest in Steins Garten, vor dessen Beginn sich schon zahlreiche Familien der alten Herrn zu einem Kaffee zusammensanden, erlitt leider im folge des eingeterenen Regens eine erhebliche Störung. Von den im Freien vorgesehenen Veranstaltungen konnte nur spät abends die bengalische Beleuchtung einigermaßen durchgeführt werden. Ter Saal vermochte die Korpsangehörigen und die vielen ge­ladenen Gäste kam zu fassen. Doch versöhnte der reiche Damen- slor die getrübte Stimmung einigermaßen mit dem Groll des Jupiter Pluvius, der uns noch am Schlüsse unsres Festes zeigen zu, wollen schien, daß nichts auf Erden vollkommen sei. Auch unser lieber Sänger Karl Buff-Gießen trug durch den Vortrag einiger wunderschöner, mit wahrhafter Begeisterung ge­sungener Lieder wesentlich zur Festesfreude bei. Tem Tanz hul­digte jung und alt; nur konnte hier der infolge der Witterung beschränkte Raum leider nicht voll und ganz ausgenutzt werden. Erst am frühen Morgen nahm das Fest sein Ende.

Mittwoch vormnrng sand dann unter Führung von Dr. Schmitt auf dem Kvrpshause die Besichtigung des Korpsmuieums Trotz der kürzen Zeit ihres Be­stehens hat die Sammlung bereits eine Fülle von hochwichtigen, Lenkstücken iauszuweisen, die sich teils auf das studentische Leben/ Gießens beziehen, teils die Entwicklungsgeschichte des Kvrps seit seiner Gründung im Jahre 1815 erläutern. Ein Teil der Gegenstände wirr dein Korps in dankenswerter Weise für die Ausstellung leihweise überlassen worden, wird aber später ganz in seinen Besitz übergehen. Tie einzelnen Stücke luaren zum Teil sehr interessant. Da sah man Stammbücher aller Art von 17501840 mit seltenen und wirklich künstlichen Malereien, Mützen und Bänder jaus den 20 er Jahren, Pfeifen köpfe aus Holz und Porzellan von 1805 an, alte Ansichten von Gießen und Umgebung, »alte Korps- undS. E-Bilder, Sllhuetten, Bänder aller Art mit und ohne Namen, alles meistens Geschenke voü alten^Herrn und Freunden des Kvrps.

So ist das schöne Fest im ganzen wie im einzelnen als wohl- gelungen zu bezeichnen und als so gelungen, daß eine große Zahl der Teilnehmer entgegen ihrer ursprünglichen Absicht be- Ichlossen hat, auch über die Festlichkeiten der Universitär hinaus öen Aufenthalt in unserer schönen Musenstadt auszudehnen. Plögen ihnen ,auch diese Festtage wofür alle WahrscheinlickMt spricht in ebenso schöner Erinnerung bleiben wie das 65* layrrge Stistungsfejr der Hiassia. Ihnen allen aber luien wir zu: Auf Wiedersehen beim nächsten Rhein ko mmers in Bingen im Herbst 1910! ,

*) Verspätet eingegangen; vgl. die Dienstagnummer dieses Blattes.

c Montag trafen, trotzdem der Himmel wieder ein be- denkliches Gesicht machte, schon in aller Frühe eine Menge von alten^ Herren ein. Ueberall leuchteten die weißen Mützen in den Straßen der <otadt, und der FrühschoppenaufdemKorps- h au^s, der infolge des inzwischen günstiger gewordenen Wetters mi Freien abgehalten werden tonnte, umfaßte bereits über 100 Sehmer darunter auch einige Damen. Hierauf fand ein ein- " ges s e n i n S t e i n s Garten statt. Der Nach- widmet ^^^u.den merften der Besichtigung der Stadt ge- nöh r ' öttiommelte man sich (nteits wieder um 6 Uhr Bit k iit,*"äUI t letzten Ankömmlinge,

um gegen 8 Uhr m einem einfachen, euer die stattliche Zabl von gegen 200 Teilnehmern umfassenden Zuge durch den Selters-»

Dann sahen wir vier lebende Bilder aus der Geschichte der Gießener Studentenschaft an uns vorüderziehen, einen nächtlichen Kampf mit Wächtern im 17. Jahrh., dargestellt oom Verein deutscher Studenten, eine Landesvater-Szene aus dem Jahre 1773, nach einem alten Gießener Stammbuch, dargestellt von der Landsmannschaft Darmsladtia, den 1814er Blücheckominers (Gut Deutsch oder an Galgen"), dacgestellt vorn DE., und endlich aus 1853 eine Korpsmensur im Grünen, dargestellt vorn SE. Sie alle waren geschiekt und geschmackvoll mit einem scharfen und glücklichen Blick für malerische Wirkung arrangiert. Am anmutigsten präsentierte sich wohl der 1773er Landesvater, eine entzückende musikalische Szene, ganz durchwoben von zarter poesievoller Anmut und empfindsamem Jugendfrohsinn. Mit dem Bilde hatte Hans Koberstein, der Malersiuann, ein Meisterstück geschaffen.

Gluckschen Balletstücken folgteEine Deposition im 17. Jahrhundert, von Wilhelm Fabrieius, auf­geführt von der akademischen Ortsgruppe des Dürer-Bundes. Dieser kleine dramatische Scherz ivac im ' wesentlichen ein Monolog für Herrn Wenz, den ehemaligen Civis Acade- miae Ludoviciensis und jetzigen Bühnenkünstler. Er stellte Mit Geist und Grazie einen auf Deutschlands hohen Schulen gewitzigten fahrenden Schüler dar, der mit allerlei Toll­heiten junge Füchse zwickt und zwackt, mit Säge, Hobel, Schere und allerhand anderen Folterwerkzeugen ihnen ihren Standpunkt klar macht und sie binnen einer Stunde ein wahres Martyrium in wilder Laune erleben läßt. Nachdem er sie hat um einander kugeln lassen, gleich Spielbällen, werden sie endlich in Gnaden aufgenommen in das selig machende Burschentum.

Das einaktige Lustspiel .Nur ein Viertelstündchen'' von Eugen Netto behandelt mit herzerfrischendem Humor die vielerlei Mühen und Plagen eines. Rektors vor der dritten Jahrhundertfeier der Universität. Es sind aber nur Traum­erlebnisse und der gestrenge Herr Rektor wundert sich beim Erwachen von seinem Nachmittagsschlummer nicht luenig, daß man in einem Viertelstündchen im Traume so viel erleben kann von Posaunenbläsern, französischer Küche, seltsamen Studentenverbindungen, wundersamen farbenprächtigen Ser­pentintänzen, von einem aufregenden Interview mit einem amerikanischen Journalisten und anderem mehr. Die geist­vollen Pointen des Stückes wurden mit verständnisvoller «Heiterkeit aufgenommen. Der Serpentintanz der zwölf 'reizenden jungen Damen war von prächtiger Wirkung.

Die Leitung der Aufführung lag in der Hand des Direktor Herrn. Steingötter. Die musikalische Leitung hatte Herr Musikdirektor Krauße.

Festakt in der Stadtkirche.

Eine Festversammlung in der Kirche! Das ganze Gottes­haus gefüllt von einer festlich gestimmten Menge; auf der Orgelgalene der akademische Gesangverein mit feinem Diri­genten Prof. Trcmtmann und der Miisikkapelle, auf den beiden Seitengalerien ein blühender Damenkranz, hinter dem Altar die große Zahl der Ehrengäste alles was Rang und Namen hat.

. Die Feierlichkeit beginnt, sobald die Großherzogt. Herr­schaften vor dem Altäre, den der Lehrkörper der Universität einnimmt, Platz genommen haben.

Sie feierlichen Klänge des 1. Chores des Triumphliedes von Brahms brausen durch die Kirche und aus den ver- schwebenden Tönen hebt sich die Stimme des Festredners, des Hiltorikers Prof. Dr. Oncken, der leider demnächst von uns geht nach Heidelberg, zur schönen Neckarstadt.

Tie oellrede behandelt in geiitvoller Form breit an­gelegt die Entwickelimg der Ludovielana von ihren Uranfängen an. Die Vorgeschichte der Gründung wird besonders ein­gehend so fesselnd als lichtvoll geschildert, der Aufstieg bis zu ihrer modernen Höhe gewürdigt und überragender Männer 7ebl9 linb Jhering mit Stolz und Dankbarkeit besonders gedacht. Dem freien Geiste der Wiffenschasten in unseren ^geu gut der begeisterungsstarke, wirkungsvolle Schluß.

Dann beginnen die

Ehrenpromotionen.

^!Ot l1"3'1' um v°n bem wissen- schaftlichen, dem akademischen Staate innerhalb des politischen Staates und deffen obersten Vorrechte, der Verleihung der Ehrendoktorwürde, zu sprechen. Dtit besonderer Genug­tuung verkündete er, daß die philosophische Fakultät eine emzigartige Promotion zu vollziehen in der bevorzugten £age fei. Sie erteilt die Ehrendoktorwürde vor allen anderen Kgl. Hoheit dem Großherzoge.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 2. Aug.

** Vo m K'r eisam t. S. K. H. der Großherzog habeü zum 1. Aug. dem Kreic-pmtmanu bei dem Kreisamt Gießen. Ur. Ernst Nc e r ck den Charakter als Regierungsrat erteilt.

** Die Festschrift, die zur Einweihung des neuen Stadttheaters erschienen ist, enthält u. a. auch die Namen der Stifter. Lllit Veröffentlichung dieser Liste ist indessen die Sammlung von Spenden keineswegs ab­geschlossen. Ziach dem günstigen Eindruck, den das Theater anscheinend auf alle Besucher gemacht hat, ist vielmehr zu erwarten, daß dem Komitee noch manche Spende zufließen wird. Die Anmeldiing einer solchen geschieht am besten bei den Herren Professor Fromme oder Stadtverordneten Haubach.

** Tic Errichtung von H,a n d lu n g s g e h i l f e n kammeru erstrebt eine Vorstellung, die der soziale Ausschuß der verbündeten Privatbeamtenvereine von Mainz und Umgegend an die 2. hessische Kammer gerichtet hat.

** Taschendiebstähle in der Eisenbahn. Drei Passagiere des Sonderzuges, der am Mittwoch um Mitter­nacht hier abgmg, bemerkten, nachdem der Zug den Bahnhof verlassen hatte, daß ihnen die Geldbörsen entivendet worden waren. Die Diebstähle müssen bei dem Gedränge während des Eiigteigens begangen worden sein. Sämtliche Bestohlenen sind ältere Herren und ans Butzbach gebürtig. Ein anderer Passagier desselben Zuges erklärte einem mitfahrenden Herrn beim Aussteigen in Friedberg, daß ihm ebenfalls die Taschen geleert worden seien, dieser Herr nannte sogar eine Summe von über 300 Mark, die ihm entwendet worden sei. Die Bestohlenen erinnern sich übereinstimmend eines kleinen, schmächtigen Herrn mit schwachem Schnurrbart, sauber, aber nicht elegant gekleidet, der sich ausfallend verdächtig den Ein- steigenden vor Abfahrt des Zuges hinderlich m den Weg

** Ein weiterer T a s ch e u d i e b sta h l gelangte zur Kenntnis der Polizei. Bei Gelegenheit des Fackelzugs am Abend des 31. v. Mts. wurde einem Festteilnehmer im Grdrünge aus dem Ludwigsplatz das Portemonnaie mit 200 Mk. Inhalt aus oer Hinteren Hosentasche entwendet. Also Vorsicht bleibt geboten. , lv. W etz la r, 1 Aug. Tie Erweiterung des G üt er b a hn^ b o I e s bollzieht Nch aus Garbenheimer Gebiet, indem der große Rangierbahnhos weiter lahnnuswärts zu liegen kommt. Hiev c%nn?>nPiaiI?cr^r^n links' der Lahn aufzuschütten, wozu allein oOOOOO Kubikmeter Erdiuassen erforderlich sind, welche! oas mächtige ZelSgeü^n des nahen Würzberges liefert. Tag- lill) werben baielbjt Sprengungen vorgenümmen, die ein stunden-, fallendes Getöse verursachen. Bis zum Ausbau des! Gmerbahnhoses, der , zu 655 000 Mark veranschlagt ist, sind zwei Jahre vorgesehen. Erst mit , dessen Vollendung!

kann an den Um- resp. den Neubau des Personenbahnhofs ge­dacht werden. Um von dec Stadt her einen schienenfreien Zu-« S?1!? lLMpfangs§ebäude zu schaffen, wird die gesamte

Bahnileiganlage auf die Nordseite des Bahnhofsgebäudes ver­legt. Im Zusammenhang mit der Veränderung der Gleisan-^ M ......... t.vn. uic nuuimip I ' e flt der tLrwtz der Babnübergänge der Siegener Chaussee durch

von gegen 200 Teilnehmern umfassenden Zuge durch den Selters- m Aussicht genonimcn. Die Gesamt kosten;

0 9 J oert .Um- rmtz MMtexunMW feilen ä9JQQÖÖ 3)i(. itttaflew,

Darauf tritt der Dekan der philos. Fakultät hervor, Prof. Dr. König, um die bezügl. kostbare hochgestimmte Urkunde zu verlesen.

Daran schließen sich die anderen Ehrenpromotionen, verkündet von den Dekanen der vier Fakultäten und jede i!t begleitet von einer kurzen Würdigung der Verdienste des neuen Ehrendoktors.

Der herrliche Schlußchor des Brahmsschen Triumphliedes endet mit seiner Töne Erhabenheit, die eindrucksvolle Feier.

Tie theologische Fakultät proiuovierte zu Ehrendoktoren: Wilh. Weber, Pfarrer in Lich. Johann Waltz, Pfarrer in Darmstadt. Lic. Albert Eichhorn a. o. Professor der Theologie in Kiel. Lic. Dr. Rudolf Otto, a. o. Professor der Theologie in Göttingen. Dr. Paul Wendland, o. Professor der klassischen Philologie in Breslau. Dr. Henry Charles Lea in Philadelphia. Frederick Cornmallis Conybcare in Oxford. Jean Reville, Professor der Religionsgeschichte am College de France. Paul Sabotier, erneuerter Pfarrer in Saint-Sanveur (Ardeche). Dr. Friedrich Paulsen, o. Professor der Philosophie in Berlin. Lic. Dr. Friedrich Michael Schiele in Tübingen.

Tie juristische Falultät promovierte: Karl Ewald, Staats- Minister in Darrnstadt. Wilhelm Keller, OberlandcSgeuchtsrat in Darm­stadt. Hugo Molitor, Oberstaatsanwalt in Kolmar. Adolf Harnack, Professor, Wirkt. Geh. Oberregierungsrat in Berlin. Karl Bücher, o. Professor in L-.ipzig. Max Lehmann, o. Professor in Göttingen. Geronimo Vitelli, Profcsior in Florenz. Hermann Credncr, BcrlagS- buchhändlcr, Leipzig.'

Die mcdizrnlsche Fakultät promoviert ehrenhalber zu Doktoren der Acedizin: S. Exzellenz Artur Graf von Posadoipsty-Wehuer, Staats­sekretär a. D. Franz Himstedt, o. Professor der Physik in Freiburg. Oswald Külpe, o. Professor der Philosophie in Würzburg. Wilhelm Hilbrecht, o. Professor der Zoologie in Utrecht. Otto Wiener o. Pro- scssor der Physik in Leipzig. Louis Merck, Geh. Kommerzienrat in Daunstadt. Georg Wilhelm Koch, Zahnarzt in Gießen.

Tie vereinigte medizinische Fakultät promovierte ehrenhalber zu Doktoren der Beterinärmedizm: Engen Fröhncr, o. Professor a. d. licrärzttlcheu Hochschule in Berlin. Karl Dammann, o. Professor und Direktor der tierärztlichen Hochschule in Hannover. Johann Wilhelm Schütz, o. Professor an der tierärztlichen Hochschule in Berlin. Georg Röckl, Geh. Regierungsrat in Berlin. Friedrich Löffler, o. Professor der Hygiene in Greifswald.

~ Die philosophische Fakultät promovierte zu Ehrendoktoren: Seine Königliche Hoheit Ernst Ludwig, Großherzog vou Hessen und bei Rheiu. S. Exzellenz E. Braun, Minister des Innern m Darmstadt. Friedrich Gutsleisch, Dr. jur. Justfirat, in Gießen. Ferdinand Katteubusch, Professor der Theologie in Halle. K. Berger, Professor in Daumiadt. W. v. Reichenau, Konservator in Mainz. H. Brunner, o. Professor der Jurisprudenz in Berlin. Georg Kawerau, Architekt in Konstantinopel. Hans Meyer' Professor in Leipzig. H Frise in Schwerin. O. Sarazm, Geh. Baurat in Berlin. Ferdinand Ave- narius in Dresden. Ritter v. Guttenberg, k. k. Hofrat in Wien. P,o Rajna, Professor in Florenz. Molk, Professor in ^Rancy. Browne, Proscsior ui Cambridge. E. Rutherford, Professor in Moutreal. I. K. Lauahlin, Professor in Chicago.

Ein hübscher Anblick

bot sich gestern abend den Passanten auf dem Brandplah vor oem alten Schloß Tort hatten sich etwa 300 Kinder angesam­melt wohl ^um den verehrten Landesherrn und seine Gemahlin Großherzogliche Paar erschien auch wirklich aus der Estrade des alten Schlosses und bereitete den Kindern eine Mbsche Ueberraschung. Von einem zufällig in der Nähe befindlichen Händler wurden kleine Luftballons und Fähnchen auf gerauft, um sie unter die Kinder zu verteilen. Die Ballons wurden an den Kordelenden beschwert und dann vom Großherzoa in den Kinderhaufen hineingeworfen. Natürlich streckten sich Hunderte kleiner Ktnderhände nach der kostbaren Gabe aus, um sie zu erhaschen. So konnte es nicht ausbleiben, daß die Ballons als die Schwächeren meist nachgaben, mit lautem Knall sn <ben rber ^binen zerplatzten. War es aber einem

oer Schlingel gelungen, einen Ballon heil aus der Menge zu retten so trug , er ihn im schnellsten Lauf nach Hause, um' um swlz die luftige Gabe zu zeigen. .Inzwischen ließ die Groß- UDogui die Fähnlein in die ^indermenge flattern und den Allerklemsten gab die hohe Frau sie von der Estrade herab in die ^ano Der >§ubel der Kleinen war, wie man sich denken kann, unbeschreiblich und auch das hohe Paar hatte seine Freude an den vielen lustigen Szenen, die sich hierbei zutrugen. Als sich oie Her.'schäften zurückzogen, drückten die Kinder ihren Tank durch fauchzende Hochrufe aus.

g

Das GSjährige Etiftungsfest derHasfia". *)

III.