seien, darunter
in
pol6tiid)c TcÄgesschcrrL.
Unruhen am Tschadsee.
Air dritte SaKularseier der ^udovrciana.
ii.
Gießen, 2. August 1907.
Den Höhepunkt des gestrigen Hauptfesttages bildete der Festakt
der neuen Aula, über den die Leser einen ausführlichen
Bericht in der heutigen Nummer der Tageszeitung der Ludo- viciana finden. Es war ein stimmungsvoller, weihevoller Akt, der allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Die einzelnen Ansprachen wurden mit Beifall ausgenommen, namentlich die Versicherung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs, sowie des Ministers Braun, daß die Lehrfreiheit der Universität und ihre weitgehende Bewegungsfreiheit und ihr Selbstverwaltungsrecht nicht angetastet werden solle. Sichtlichen Eindruck auf die erlesene Festversammlung, der außer den Ehrengästen (ihre Namen sind aus der 1. Nummer der Tageszeitung zu ersehen) namentlich aus jetzigen und früheren Ehrengästen der Hochschule bestand, machte auch die Ueber- gabe der neuen Ehrenkette, die der Rektor fortan tragen wird.
Von den Sprechern der gelehrten Körperschaften wurde namentlich Professor Dr. Adolf Harnack viel beachtet. Es würde zu weit führen, auf all die anerkennenden und ehrenden Worte, die unserer Ludoviciana zuteil wurden, näher hier emzugehcn. Es sei bloß noch festgestellt, daß der Rektor unserer Universität der ihm gestellten schweren Aufgabe, auf diese Dankeskundgebungen zu erwidern, in glänzender Weise gerecht wurde, sticht weniger als dreizehnmal ergriff er das Wort und immer sagte er etwas neues und etwas, was selbst in diesem glänzenden Kreis gelehrter Zuhörer Beachtung verdiente und auch sand.
Erst gegen 2 Uhr sand der Festakt sein Ende und die Teilnehmer rüsteten sich zu dem
Festeffen,
das um 2y2 Uhr in der Festhalle begann. Auch über diesen Teil des Festprogramms finden unsere Leser in der ,Tageszeitung" von heute einen ausführlichen Bericht.
Waren es bis dahin vorwiegend die akademischen Kreise, die feierten, so ist es bei der sich anschließenden Festveranstaltung, der
geselligen Vereinigung im Philosophenwald, sozusagen die ganze Stadt gewesen, die sich zu emem zwanglosen geselligen Beieinandersein an der klassischen Stätte der Gießener Volksfeste vereinigten. Viele Tausende aus allen Kreisen der Bevölkerung waren anwesend und kein Mißton störte die Feier, bei dec in bunter Reihe Akademiker und Bürger sich zusammenfanden und auch aus diese Weise bekundeten, daß Universität und Stadt zueinander gehören. Verschiedene Kapellen spielten aus und aus der Wiese drehte sich die Jugend ini miinteren Reigen. Den Höhepunkt erreichte die Festsreude, als gegen 7 Uhr S. K. H. dec Großherzog erschien und den ganzen Platz umfuhr. Brausende Hochruse geleiteten den Fürsten aus seinem Weg und es spricht süc das schöne in Hessen zwischen Fürst und Volk bestehende Verhältnis, daß niemand der vielhunderte zählenden Kinderschar wehrte, die den Wagen des Fürsten jauchzend umgab. Am Abend lichteten sich die Reihen, aber
Geist des Aufruhrs sich bemerkbar machte.
das ivestliche Grenzland, Britisch-Nigeria, ebensowenig verschont. Jedenfalls liegt schon jetzt zum Teil eine Interessengemeinschaft der Weißen vor, die sich in Erschwerung der Waffen- und Munitionszufuhr an die Eingeborenen äußern wird. Ter Vorgang erweist aufs neue die Notwendigkeit und Möglichkeit einer Verständigung der europäischen Mächte auf deni Boden der Kolonialpolitik. Wie in Deutschland, so haben sich auch in Frankreich und England Stimmen für diesen Vorschlag erhoben, doch die Negierungen sind bisher der Anregung nicht nähergetreten. Man weiß ja auch, wie schivierig es schon ist, nur eine internationale Vereinbarung über die Alkoholeinfuhr in Afrika zustande zu bringen, da das Handelsinteresse schwer in die Wagschale fällt. Das politische ist bekanntlich noch gewichtiger, und es scheint über die gesunde Vernunst hinweg in dem Sinne ausgelegt zu werden, daß eine koloniale Verständigung mit Deutschland als dem Gesamtinteresse der Wesimächte zuwiderlaufend gilt.
Die Unruhen im Hinterlande von Kamerun könnten wohl zu ernsteren Bedenken Anlaß geben, wenn nicht auch auf dem benachbarten französischen Gebiete am Tschadsee der *'' ' ‘ * * Vielleicht bleibt
DieKaiserbegegnung vor Swinemürrde.
<5^* p 11 f n 1 Aua Die „Hohenzollern mit dem traf, wie der „Stettiner Abendpost" aus Swino- ‘ÄH »i». «w i%>*ÄSs ,ssn& »*"«’j» ümä böen der „Hohenzollern" entgegen und schleppten fte uiden Hasen. Das Kaiserschiff machte in der dache der Anlego-
DerrLsches Reich.
Berlin, 1 August. Heute ist der Reichspostdampfer „Feldmarschall" mit Staatssekretär DernburganBordinKilin- dini in Ostaftika eingetroffen.
Kiel 1 Aug Das Torpedoboot „S. 40 hat, wie die „Kiel/ Neuesten Nachr." melden, als erstes deutsches Krieas fahr zeug die Fahrt von der Osstee durch den Elbe- Trav^e-Kanal nach der Nordsee vollendet. Vor zwei Jahren mußte „S. 55" die Fahrt in Lauenburg wegen ungünstigen Wasserstandes der Elbe aufgeben. .
Mülhausen i. E., I. Aug. In entern Schreiben an den Redakteur Wicky bezeichnen der £0^^11^01^111 und der Erste Staatsanwalt das Vorgehen des Untersuch u n g s ri ch t er s , der Wicky gefesselt vorfuhren ließ, für einen bedauerlichen und unbegreiflichen Mißgriff, für den ihm gebührende Genugtuung ohne Zweifel zuteil werde.^ Aug. Heute nachmittag traf mit dem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Borussia" der^0 st a s i a t i s ch e A v- l ö s u u g s t r a u s p 0 r t in Stärke von 50 Offizieren und etwa 950 Unteroffizieren und Mannschaften ein
Würzburg, 1. Aug. Das vielerörterte Schreibendes Papstes an Professor (Sommer ist heute im Würzburger Diözesen blatt veröffentlicht worden.
Spanier. Ein Reichsdeutscher i st nicht getötet oder verletzt worden. Ter Aufruhr richtete sich gegen den Hafenbau. Die Feldbahn für diesen Bau ist zerstört worden. Auch die Zollkontrolle soll die Kabylen gereizt haben. Auf einem Dampfer aus Casablanca besindeu sich 400 flüchtige Israeliten. Auf der Reede von Casablanca liegen drei Handelsdampfer für eventuelle Einschiffung der Europäer bereit, die nötigenfalls unter dem Schutz des französischen Kriegsschiffes „Galilöe" vor sich gehen kann. Der deutsche Konsularvertreter in Casablanca ist beauftragt, alles Erforderliche zur Sicherung der dortigen Deutschen zu tun. Der deutsche Geschäftsträger teilte den Gesandtschaften Frankreichs, Italiens und Spaniens die ihm über die Vorfälle in Casablanca zugekommenen Nachrichten mit und betonte dabei unter dem Ausdruck seines Beileids das Zusammcn-
Ter Polizistenstreik in Belfast.
Dublin,!. August. Ter V i z e k ö n i g v 0 n I r l a n d richtete einen Erlaß an die P 0 l i z e i m a n n s ch a f t in Belfast, der die von den 9)litgtiebeim der dortigen Polizei an ihn gerichtete Eingabe behandelt. In diesem Erlaß heißt es, daß der Vizekomg es miss tieffte bedauere, daß gerade in dieser kritischen Zen unter der Belwster Polizei eine solche Agitation aufgetreten sei.. Tie Regierung fei nicht in der Lage, sich mit d er Petition zu befassen, die unter solchen Zustanden non Zuchtlosigkeit und Insubordination eingereicht sei und deren Schlußsatz stch als Drohung charakterisiere. Infolge der Haltung der PoUzeimannschatt m Cork bat der dortige Polizeunspektor, der gerade einen Erholungsurlaub antreten wollte, den Befehl erhalten, die Dtenstgeschaste vorlanftg weiterzusühren. _ c „ r .
Belfast, 1. August. Barret, der F.u h rer der un
zufriedenen P 0 li z e i m a n n s ch a 11 e n m Bestast wurde entlassen. Fünf andere Polizisten wurdeli vomPne^ste suspendier!.
Nr. 179 Grscheint täglich außer Sonntags.
Lein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gietzener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelcgt und zweimal wöchentlich das Krdsblatt für den Kreis Giehen. Fernsprech-An- fchliißf. d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen;
Arrzctner Gießen.
Annahme von Anzeigen für die Tagesnununer bis vormittags 10 Uhr.
Tanger, 1. August. Die neuesten von Dampfern aus Casablanca gebrachten Nachrichten besagen, daß von Kabylen aus der Umgegend vorgestern neun Europäer ge tötet worden fünf Franzosen. Die anderen sind Italiener und Reichsdeutscher ist nicht getötet oder
gehörigkeitsgefühl in solchen Augenblicken.
— Es bestätigt sich, daß bei den £afenarbeiten fün s französische Arbe iter, zwei Italiener, und e in S p anie r in Casablanca von einer Menge durch Steinwürfe getötet und die Leichen ins Meer geworfen wurden. Der Gouverneur von Casablanca, der durch Abgesandte der Stämme und Notabelen ein Ultimatum erhielt, worin die (Entfernung des Schienenweges und die Einstellung der Arbeiten verlangt wurde, scheint keinerlei Vorsichtsmaßregeln getroffen zu haben, um den eintretenden Eventualitäten begegnen zu können. Der Kreuzer „Galilse wird im Laufe des Vormittags in Casablanca erwartet; er wird alle Fremden, die es wünschen,^ an Bord nehmen, oder ihnen zur Einschiffung, auf den gegenwärtig im Hafen liegenden Handelsschiffen behilflich fein.
— Die Leichen von drei Franzosen, drei Italienern und zwei Spaniern wurden in Casablanca gefunden. Die fr anz. Kolonie verließ mit Ausnahme eines Beamten des Konsulats und mehrerer Angestellter der Staatsbank die Stadt.
Tie „Boss. Ztg." meldet aus Madrid: Das Kabel zwischen Tanger und Spanien ist unterbrochen. Jedoch ist die Negierung über die ernste Lage unterrichtet.
— Mohammed el Torres setzte die Vertreter der Mächte davon in Kenntnis, daß das Dazwischenkommen der französischen Zollbeamten einige Stämme in Aufregung gebracht habe, und daß Maßregeln ergnticn feien, um die in Rabat wohnenden Europäer am Ueberschreiten der Stadtgrenzen zu verhindern. Die Bevölkerung Rabats ist ruhig.
Paris, 1. August. Der Kreuzer „Forbin", der sich gegenwärtig bei den Azoren befindet, erhielt vorsichtshalber befehl, sich in Marokko mit den beiden Kreuzern „Conde und „Du Chay la" zu vereinigen, die beide in Toulon zur Abfahrt nach Marokko bereitliegen. Der Kommandant des Kreuzers „Galilee" wird sich sofort nach seiner Ankunft in Casablanca in Begleitung des französischen Konsuls zum Gouverneur begeben und ihm erklären, daß er mit seinem Mfe für die Sicherheit haftbar sei. — Der Vertreter Frankreichs m -Langer erhielt anläßlich der Ermordung der Franzosen in Casablanca Beileidsbezeigungen sämtlicher Vertreter der Mächte.
NuskLirrH.
Budapest, 1. Aug. In K^rausabes, wo die Militärkapelle des 43. JliNnterie-Negiments das in Ungarn verbotene Lied „Wacht auf 0 Mädchen" öffentlich spielte, kam es zwischen Rumänen und Ungarn z u gr 0 ßen Demonstrationen.
Rom, 1. Aug. In N'arazzo zertrümmerte der Volkshlaufen die Kirchenfewiec, Bänke usw. In zahlreichen italienischen Kirchen holen antiklerikale Kun b g e b un g en fitattgeiunben. In La Spezia wurde die Kirche vom Volle erstürmt und die Kultusgegenstande zerstört. Tn Pöbel errichtete außerhalb der Kirche Scheiterhaufen und verbrannte alles. Truppen mußten mit blanker Waffe eingreifen und die Kundgeber zerstreuen. 10 Personen wurden verletzt. _ ? ■
Lissabon, 1. Äug. Ter Führer der Konservativen R1-1 beir o ist plötzlich gestorben. 1 P
«Petersburg, 1. Aug. Durch Pis erlichen Erlaß ist der! Genna hl in »des Großfürsten Kyrill der Titel Kais' e r l i ch e H 0 h e i t zuerbannt worden. Die G r 0 ß f ü r st m w i r d den N,amen Viktoria Feo do ro wn a führen.
Ale heutige Kummer umsaßt 12 Seiten.
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Handwerker und Gewerbetreibende bei Der- gebung öffentlicher Arbeiten.
In einem Artikel des Neichscirbeitsblattes wird die Frage erörtert, in wie weit die Jnteresfen der Handwerker und kleineren Gewerbetreibenden bei Vergebung öffentlicher Arbeiten berücksichtigt werden. Es heißt da u. a.:
Auf dem zweiten und dritten Handwerks- und Ger^erbe- kanimertag zu Darmstadt und Leipzig in den Jahren 1901 und 1902 wurde eine Reihe von Leitsätzen in dieser Frage anfgestellt. Diese Grundsätze enthalten alle wesentlichen Forderungen der Handwerker und kleineren Gewerbetreibenden, und ihre vollkommene Eiiihaltung durch die Staats- und Kommunalbehörden bei den Vergebungen öffentlicher Arbeiten würde den von den Handwerkern gewünschten Zustand herbeiführen. Ein gut Teil der Grundsätze haben denn auch die Behörden bereits zu den ihrigen bei den Vorschriften über Vergebungen gemacht. So schon bei dem ersten Leitsatz, der aus- ; spricht, daß Arbeiten und Lieferungen an Einzelunternehmer im Werte bis zu 500 Mk. zu Einheitspreisen un Turnus an । Gewerbetreibende frei vergeben werden können. In vielen . Gemeinden und auch vori den meisten deutschen Staaten wird dieser Forderung, daß die Vergebung von kleineren Arbeiten un Turnus frei erfolgen möge, entsprochen. Auch der ziveite Grundsatz, daß Arbeiten und Lieferungen im Werte von 500 ■ bis 1000 Mk. an Einzelimternehmer, auch in beschränkter Submission, zu der iuöglichst ortsansässige Handwerksmeister zugezogen iverden sollen, vergeben werden können, wenn die Arbeiten ihrer 9!atur nach zur öffentlichen Ausschreibung sich nicht eignen oder besondere Fähigkeiten erfordern, wird von den Kommunen in ihren Beslimmiingen betreffend die Vergebung fast stets beachtet. Hier sind vor allem Frankfurt, । Dresden, Karlsruhe zu erwähnen, die die Vergebung an Einheimische stets erfordern, wenn dies tunlich ist. Am meisten j berücksichtigt worden ist der dritte Wunsch der Handwerkerkammern, daß die Ausschreibung in möglichst vielen kleinen Losen erfolgen soll, daß ferner die Vergebung an General- imternehmer grundsätzlich nur da zur Anwendung kommen pll, wo örtliche Verhältnisse oder Niangel an entprechenden ! Geschäftsleuten für die Einzelvergebung oder andere ganz besondere Gründe eine andere Art der Vergebung absolut ; unmöglich erscheinen lassen. Hier hat u. a. der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten folgende Besiilnmungen i erlassen, die die Wünsche der Handwerker berücksichtigen:
„Die Ausschreibungen sind tunlichst derart zu zerlegen, daß auch kleineren Gewerbetreibenden und Handwerkern die Beteiligung an der Bewerbung ermöglicht tuirb. Bei größeren Arbeiten oder Lieferungen, die ohne Schaden für die gleichmäßige Ausführung getrennt vergeben werden können, hat daher die Vergebung in der Regel den verschiedenen Gewerbs- und Handwerkszweigen entsprechend zu erfolgen. Lluch ist in geeigneten Fällen die Verdingung nach den Arbeiten und den zugehörigen Lieferungen zu trennen. Bei besonders umfangreichen Ausschreibungen sind die ans die einzelnen Gewerbs- und Handwerkszweige entfallenden Arbeiten und Lieferungen in mehrere Lose zu teilen."
Auch von anderen Bundesstaaten sind ähnliche Vorschriften erlassen worden und ebenso von den größeren Städten, von denen am weitesten Dresden, Frankfurt a. M., München, Karlsruhe u. a. m. gehen. Diese schließen die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Generalunternehmer völlig aus. Der vierten Forderung, daß die Vergebung an Handwerkskorporationen erfolgen möge, ist indes bisher tvenig Rechnung getragen worden. 9iur in Bapern und insbesondere in München und Regensburg sind diesbezügliche Vorschriften erlassen. Doch steht zu erwarten, daß demnächst auch Preußen diesen Wunsch berücksichtigen wird. Mehr als diese Forderung wird die fünfte Forderung dec Handiverker beachtet, daß zwischen Ausschreibung und Eröffnung der Offerten ein genügend langer Zwischenraum liegen solle und daß für die Ausführung der Arbeiten oder Lieferungen ausreichend bemessene Fristen bestimmt werden sollen. Hier kommen fast alle Regierungen und Städte den Handwerkern in weitestem Umfange entgegen; alle diesbezüglichen Vorschrfften werden unter dem Gesichtspunkt erlassen, daß sich auch kleinere Unternehmer bewerben können. Dec letzte dec Wünsche der Hand- iverkec ist der, daß die Bekanntmachung in Blättern erfolgt, die von den Handwerkern viel gelesen werden, wenn möglich in Fachzeitschriften. In Preußen, Bayern, Württemberg, Hessen sind diesbezügliche Vorschriften erlaffen, und auch eine Reihe von Städten, so Frankfurt _a. M., Dresden, Ludwigshafen a. Rh. usw., sind den Handwerkern hierin entgegengekommen. Man sieht aus alleui, daß den Hand- werler.i und kleineren Gewerbetreibenden das Konkurrieren bei Vergebung öffentlicher Arbeiten tunlichst erleichtert wird. Das ist die Schlußfolgerung, die aus feinen Ermittelungen vom Statistischen Amt gezogen ivird. —--
Erstes Blatt 15». Jahrgang Freitag ». August 1907
a. Ä Bezugspreis:
Hp k 'W monatlich 75Ps.,viertel-
ZietzenerMzesger» für den politischen Teil! General-Anzeiger für Kberhchen -MU Rofationsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stelndruderei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstr sf,e r. ''i&d.
stelle des Dampfers „Berlin" fest. Dos Publikum bereitete dem Monarchen herzliche Ovationen. Tas Wetter ist unbeständig.
■— Wie der „Stell. Wendp." aus Swine münde telegraphiert wird, trifft die Schlachtflotte dort erst morgen, Freitag, ein. Zahlreiche Russen find in Swinemünde eingetroffen, auch Generalmajor v. Jacobi, der Militärbrvvllmächtigte am russischen Hofe, ist iangetomme n. Aller Wahrscheinlichkeit nach ivird der Zar Sonnabend vor Swinemünde eintreffen und auch den Sonntag dort verweilen. Tie Begegnung mit Kaiser Wilhelm wird streng geheim gehalten, sie wird sich auf offener See vollziehen. Ein Tampser hat Anweisung erhalten, zum Sonnsabend nachmittag seeklar zu fein; er soll angeblich «als GepLckdampser dienen. Nach einer Mitteilung der „Stell. Abendp." wird er jedoch einige Geheimpolizisten aufnehmen, die mit der Beipachung der russischen Käiseryacht beauftragt sind.
Berlin, 1. Aug- Ter Reichskanzler und der Lldmiral v o n,T i c p i tz haben sich heute nach Swinemünde begeben.
Das Blutbad von Ca?ahlanca.


