Nr. 291 Zweites Blatt 157. Jahrgang
Mittwoch 1L. Dezember 1907
Erichetw kV-NO mit MnLnahine bei Sonntag».
r^e ^Gtetzener.^nniUendlütter- roerden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigeltgl, das „lireisblati für den Kreis Eichen" zweimal «,-chenUlch. Ter ^esstfchc Landwirt" erscheint «onatltch einmal.
General-Anzeiger für Oberhessen
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RotatwnSdrmf and Verlag bei VrÜHNchen Unu>erfttäre - Buch- unb Steindruckeret. 9L 8 a o ©icfeen.
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Air FieichsvanK.
Der schon seit langem erwartete Rücktritt des Reichsbank- Präsidenten Dr. Koch io.rd sich in der nächsten Zeit vollziehen, unb wie bereits gemeldet, soll der^ Präsident der preußischen See- tzaudlung Havenstein an seine Stelle treten. Fast vier Jahr- zehnie war Dr. Koch an der Reichsbant und deren Vorgängerin, der-preußisa-en Hauptbank, tätig, darunter ein halbes Memchen- alter ui leitender Stellung, tlnter seiner geschickten Führung hat die Reichsbank sich in glänzender Weiterentwicklung befunden und gar maiidjc Krisis siegreich überwinden helfen. Es ist bcfanm, daß Koch _ viel Gegner namentlich im Zager der Agrarier und Vimetallisten hat, und daß seine Bankpolitik oft recht scharse Angriffe erfuhr, nauienttich in den letzten Monaten, wo der Diskontsatz inuner mehr in die Hohe schnellte, obwohl dies im Hinblick auf die amerikanische Finanzkrisis und das Vorgehen der Bank^von England kaum zu vermeiden war.
Vor wenigen Sagen war es, wo Staatssekretär v. Veth- m ann--H o l t w e g die Taktik der Reichsbant verteidigte, dabei aber doch die Beurerknng unters!leben lieh, daß man sorgsam zu erwägen habe, wie der Geldumlauf den wachsenden Bedürfnissen ciMprecheud zu regeln sei und die ReichSbank in noch höherem Matze als bisher gegenüber unvorhergesehenen Fällen zu stützen fei; hierin wollte man verschiedentlich einen leisen Tadel gegenüber der Taktik des Mstchsbankpräsidertten erblickt haben, und es heißt jetzt, datz diese Worte der äutzere Anstotz iu dem R ücktrittsgejuchc gewesen seien.
Wie dem auch sei, Herr Dr. Loch ist nicht mehr der jüngste und wird sich nach der aufreibenden Arbeit der langen Jahre 2tad) Ruhe sehnen, die man ihm allseitig aufrichtig gönnen wird, beim mit ihm scheidet eine markante Persönlichkeit, wie sie nicht leicht wiederkehren wird. Ein kluger vorurteilsloser Kops hatte er einen weiten Scharfblick, und ans dem Gebiete der Finanz- wissen schuft war « eine anerkannte Autorität, wie denn kaum eins der Fluunjgcsetze ohne seine Mitwirkung zustande gekommen ist. Zn erster Linie war er ein energischer Gegner der, nomeittlich Don rechtsstehender Seite mehr als einmal vorgeschlagenen Ver- -jtaatlichung der Reichsbank, indem er nicht mit Unrecht von dem Standpunkt LLsging, datz ein direktes Staats- instttui nicht die, gerade aus t-em finauziLttcu Gebiete so notwendige BemeguugLsrrihett habe» würde, wie ein vornehmes Pri- vatinstitut urtter strenger jtaatticher Aussicht; das Gegenstück hierzu sehen wir an dcr Seehandlung, einem preußischen Staats- instttut, das zieuttich bureaukratisch arbecket und durch seine, die Reichsbantpolttik mehrfach kreuzende Taktik unliebsame Zwi- fchensälle her beige führt hat. Aus diesem Instttut kommt nun gerade der Nachsolger Kochs, Herr Havenstein, und man könnte daraus vielleicht Schlüsse auf ein Klüftig verändertes Vorgehen der Reichsbank ziehen; indessen braucht dies nicht notwendig der Fall zu sein, Herr Havenstein gilt als ein Schüler Miquels, der aller Voraussicht nach dieselbe Bahn einschlagen werde, wie Koch.
Diese optimistischen Erwartungen können sehr wohl zuttesfen. Denn es ist nicht unmöglich, datz Herr Havenstein an anderer stelle mit größerer Bewegungsfrei heck zu einer anderen Taktck, als auf seinem bisherigen Posten, greifen wird. Gerade in den jetzigen schwierigen Zeiten bedarf es für die Reichsbank eines tüchtigen und umsichtigen Leiters und im Interesse des Znftituts rind unseres gesamten Handels wollen wir hoffen, daß diese Persönlichkeit in Herrn Havenstein gefunden ist.
polLtifche £adesfd?aw.
Dir Reise des Kaisers nach Holland.
Amsterdam, 10. Dez. Der Tod des Körrigs von Schweden hat in das Programm für den Besuch des deutschen Kaisers in Amsterdam keine Aen- derung gebracht. Die Königin-Mutter Emma wird an dem Gala-Testdiner nicht teilnehmen, dafür aber an dem in- ,Limen Frühstück und an dem Lee. Der deutsche Kaiser wird Donnerstag abend in Iurniden auf seiner Jacht ,Hohenzollern" ankommen; der Kaiser verbleibt während der Nacht aus dem Schiff und wird mit seiner Jacht morgens früh 8 Uhr durch den Nordfeekanal mit den Kriegsschiffen nach Amsterdam fahren, wo er von der Königin begrüßt wird und wo mehrere Deputationen und Vereinigungen aufgestellt sind. Dann folgt das intime Frühstück im Palast. Am Nachmittag wird der Kaiser das Reichsmuseum und die Sammlungen von .Six besuchen, sowie das altertümliche Bürgerwaisenhaus. Die Abreife des Kaisers erfolgt Freitag 10 Uhr 35 Min. abends.
South ampto n, 10. Dez. Die ,Hohenzollern" und die Beglettschisfe sind heute früh nach Sheerneß abgegangen, wo sie sich für die Abreise des. Kaisers zur Verfügung halten.
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Die Anklage gegen Stoessel.
Petersburg, 10. Dez. Der Vorstand des obersten Militargerichtshofes, .General der Infanterie Dukmassow, eröffnete heute die Verhandlung gegen die wegen der Uebergabe von Port Arthur ange- klagten .Generäle mit folgender Anklagerede: „Zur Verhandlung vor dem obersten Militärgericht steht der Fall betreffend gesetzwidrige Handlungen leitender Persönlichkeiten Port Arthurs, die zu dem Abschluß einer für die tapfere Garnison entehrenden und für Rußland erniedrigeu-' den Kapitulation führten."
paelamcäitarifd?c».
Berlin, 10. Dez, Der Seniorenl'onvent des Reichstages beschloß am 13. Dezember in die Weihnachtsferien einzutreten und am 8. Januar 1908 die Sitzungen wieder aufnehmen zu lassen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Wunsch der Staatsregierung auf Verlegung der für heute auberaumten Kommissionsberatung über die O st m a r k e n v o r l a g e ist daraus zurückzuführen, daß noch Verhandlungen mit den Parteien notwendig geworden sind. Es wird aber bestimmt damit gerechnet, daß die zweite Lesung der Vorlage üi der Kommt,sion noch vor der Weihnachtspause erledigt wird.
— In parlamentarischen Kreisen verlautet, daß die verbündeten Regierungen imJnteressederBlockpolitik nicht abgeneigt seien, den 8 7 des Vereinsgesetzes mit dem Sprachenverbot fallen zu lafsen, wenn sich in der Kommijswn wegen dieser Bestimmung Schwiergiteiten ergeben )DIlten. Nach einer anderen Version soll dir Regierung beabsichtigen, die Bestimmung zu mildern unb oen Gebrauch der sremüen Sprachen in. gemischljprachltchen Ge
bieten Kuzulassen, für rein deutsche Ge g enden das Sprachenverbot aber aufrecht zu erhalten.
— Die Kommission des Reichstags für den Gesetzentwurf betreffend die Majestätsbeleidigung hat eine b e s o n d e r e R e d a k t i o ir s k o m m i s s i o n mit der durch ihre Beschlüsse veranlaßten Abänderung der Regierungsvorlage betraut
— Die PetitionsLommission des Reichstages überwies der Regierung eine Petition um Verbesserung der Militärkapellmeister zur Erwägung. Die Regie- rmig teilte mit, daß im K'riegsmüii,ierrum Verhandlungen in oer Richtung der Wün,che Der Pereuren sä)weben. Euie Petition des Bundes deutscher Verieyrsvereme in Leipzig um Aushebung der Automovilsteuer würbe der Regierung als Atttterial überwiesen.
Posen, 11. Dez. Bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl int Wahlkreise Kroloschin-Kosu)min wuroe der Pole Dr, v. Trzcinsci mtt großer-Mehrheit gegenüber dem gemeinfamen deutschen Kuridtbaten Justizrat Hampel aus Kro losch in getväh lt.
Deittjche» Reich.
Berlin, 10. Dez. Zu einer Ptetoung des „Berliner Tageblattes" über ettr gegen Hauptmann Dominik eingeleiteies Disziplinarverfahren wird der „sltordd. Allg. Ztg." von zuständiger Sei^.e mitgeteilt, daß ein Dis- ztpttnarverfahren nicht emgeleiiet ist, hierzu auch keinerlei Veranlassung vorliegt Dagegen- ist die gerichtliche Untersuchung, die ans Grund der von Bebel im Reichstage behaupteten GreueUateu gegen Dominik auf Veranlassung des Staatssekretärs des r-teichslotoutatamts ein* geleitet wordeu ist, aus formellen Gründen noch nicht abgeschlossen. Bisher hat diese Untersuchung belastendes Material gegen Dominick nicht ergeben.
Köln, 10. De^. Dio deutsche BtschosSkoufe- renz ist heute hier unter dem.Vorsitz doS Karduml-Fürst- bischojs v. Kopp zusammengetreteu. Die Konierenz beschäftigt sich mit folgenden Fragen: 1. Der Eheerlaß Pius X., der Ostern 1908 üi Kraft tritt, 2. die Enzyklika Pius X. gegen den Modernismus und drei Gehattsregetturgen.
München, 10. Dcz. Verkehrsmintster v. Frauendorfer erklärte in der Abgeordnetentammer, das oayr. Po st reservat werde aus finanziellen und polilisa^en Erwägungen urtbebingt aujrecyt erhalten. Ebenso yalte bie Verwaltung an Her eigenen bayrischen Briefmarke fest unb wolle keine Einheitsmarke. Die bayrische Marke sei das äußere Zeichen unserer postalischen Selb- ftänbigkert. Eine Aushebung der Ortsporto-Erhöyung tonne im gegenwärtigen Zeirpuntt auf Leinen Fall in Frage kommen. Die Einführung des P o st s ch e ct v e r k e y r s im ganzen Reich jolle so schnell als möglich geschaffen werden. Be.i der Reform im Lelephonverreyr werde auf eine gerechtere Verteilung der Gebühren und eine stärkere Belastung der Großbetriebe das Hauptgewicht gelegt. Die Frage der Güt erwäg en-Gemein sch ast fei in ein günstigeres Stadium getreten.
— Die Niederlegung des Protektorats über den bayrischen Landesverband des Deutschen Flotten Vereins, zu der Prinz Rupprecht von Bayern sich erttschlosfen hat, wiro zweifellos itoch weitere Folgen haben. Man oarf aimehmen, daß auch die bayrische Regierung mit dem Vorgehen des Prinzen einversttuiden ist, und daß zahlreiche Austritte aus dem Flottenverein erfolgen werden.
Hamburg, 10. Dy. Zum präsidierenden Bürgermeister für 1908 wurde Dr. "uJl önckeberg gewählt, zum zwetten Bürgermeister Dr. Burcharb.
Ans 5<aot nno tano»
Gießen, 11. Dez. 1907.
Die Frequenz unserer Larrdesunibersttät.
Unsere Landesuniversität hat im gegenwärtigen Semester eine Gesamthör erzah l von 1303 Personen gegen 1266 im Sonimersemester 1907 und 1255 im Wintersemejter 1906/07; sie hat also gegen beide vorhergehenden Semester eine erfreuliche Zunahme zu verzeichnen. Von den im Sommer hier Immatrikulierten verblieben 928, neu hinzugekommen sind 216, so baß die Zahl der Studierenden 1144 beträgt gegen 1097 im Wintersemester 1906/07 und 1192 im Sommerjemester 1907. Dazu kommen 18 Hospitantinnen, 79 Hörer und 62 Hörerinnen, so daß sich die oben erwähnte Gesamtoesucherzai,-! 1303 ergibt.
Den Fachern nach studierten 63 Theologie (7 davon wurden neu immatrikuliert), 176 Rechtswissenschaft (43), 171 Medizin (34), 115 Lierheilkulide (23), 14 ^ahnyeilku.nde (7). 24 Pistlosopyie (5), 8 Pädagogik (3), 100 Mathematik (8), 73 Naturwissenschaften (16), 6ö Ehernie (10), 31 Pharmazie (4), 28 Forstwissenschaft (5), 46 LandwirIchaft (11), 12 Ge- fchrchte (2), 63 klastische Philologie (10) und 151 neuere Philologie (28). Es waren trtunairiLuttert mit Reijezengnis für das Gymnasium 688 (neu 119), Realgymnasium 227 (44), Oberrealschule 100 (19), mit Zeugnis für bas Fach 99 (22) unb mit sonsttgen Zeugnissen 30 (12). Die Stubieren- ben der Theologie, oer Geschichte uttb klassischen Philologie besitzen sämtlich bas Reifezeugnis für boS Gymnasium.
Der Lanbesangehörigkeit nach smbieren hier 746 Steffen, 223 Preußen, 34 Bayern, 20 Badener, 9 Elsaß- Lothringer, je 7 Sachsen, Oldenburger und Hamburger, ic 4 Württemberger und Walbecker, je 2 Sachsen-Weimaraner unb Schwarzourg-Sondershausener, je em Rtecklenburg- Schweriner, Braunschweiger, Sachsen-Koburg-Gothäer unb Lippe-Detmolber. Diesen 1069 Reichsbeutschen stehen 75 Auslänber gegenüber. Von diesen waren 54 aus Rußland, 6 aus Japan, 5 aus Oesterreich-Ungarn, je 2 ans Groß- brttannien, Luxemburg und Ostinbieu, je einer aus ben Niederlanden, Sck-)weden, Serbien unb Amerika. Die Zahl der Hessen überwiegt in der theologischen (54 gegen 9 Rrcht- hesseu), der juristischen (141 gegen 25) uno der pyilosopyi- schen (436 gegen 169) Fatultttt, währenb in ber medizttri- jchen bas VerhältuttZ umgekehrt ift Es fiub üt ihr 115 Hessen unb, 185 'Nichthesjeu inunatrifulUuL
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** Zum Besuch beim Großh. Hofe traf gestern nachmittag 21/g Uhr Prinzessin Dorothea zu Solms- Hohenjolms-Lich in Darmstadt ein.
♦* Hoftrauer. S. K. H. der Großherzog hat wegen des Ablebens des Königs Oskar von Schweben eine Hoftrauer vom 8. bis einschließlich 15. Dez. angeordnet.
** Der Lanbesverbano ber Bürgermeister im Grohherzogtum Hessen hält am 19. b. M. in Darmyadt eine außerorbentlcche Haupiversammtung rü, um ^.'nung zu dem Gesetzentwurf über bie Fürsorgetajse für oie Beamten ber Lanbgemeuiben uno weäcren Mmmuiwiver- bänbe zu nehmen.
** Eme Sitzung de § Provinzial-AusschusseS findet Samstag den 14. dö. Nits., vormittags 9 llyr, nut folgender Tagesordnung statt: Enteignung von Gelände zur Erweiterung des Bahnhofs Hrrzenhaln; hier: Antrag auf vorläufige Befitzemweisung. — Eine weitere Sitzung am Mittwoch, 18. b. M., vorm. 9 Uhr, beschäftigt sich mii 1. Klage des Octsarmeuverdandes Krofdorf-Gleiberg gegen die Ortskrankenkasse Gießen wegen Unterstützung der A. M. Feutzer. 2. rtteklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Saasen. 3. Enteignung von Gelände jur bie Erbauung eines Schulha useö zu Büdingen.
"* Für bie Sitzung der Stabtoerordneten- Versammlung am Donnerstag, 12. Dez. 1907, nachm. 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch ber Firma Witin & Eo. für Re Bahnhofstraße. 3. Desgt. ber Frau Minna Wenzel für die Bahnhofstraße. 4. DeSgl. des L. Elsoffer für bie Marktstraße. 5. Errichtung einer Pförinerwohnung beim Iusüz- gebäubc. 6. Verkauf von Gelänbe an Re Eisenbahn. 7. Ber- pachtimg von Gelände bei ber Kläranlage. 8. Verpachtung der Sandgrube bei der Hochwarte. 9. Herstellung eines ge» pflasterten UebergangS an der Dtarbnrger Straße. 10. Ver-s Pachtung von Gelände m der StephanSmark. 11. Zuschuß für bie Heimarbeüausstellung in Frankfurt. 13. Emtöjung von Aktien des Volksdads. 18. Reinigung der Burearr- aume des PolizeiamtS. 14. Druck der Marttplatate.
** Das Fest ihrer silbernen Hochzeit feiern nuxr^e Fabrikarbeiter Jean Fehl und seine Ehefrau Katharina, gtK Banner, ^lord-Anlage 7. Vor 2 Jahren ungefähr hat der Ehe-j mann sein Lbjährlges Dienstjubttärun — er ist bei der Firrna Äauf)mann, 2ampemabrii hier, beschäftigt, — begangen.
** Kolosseum. Gestein abenb landen bie letzten ®nt- scheibungskämpsederinternationaienRingtarnps-' K o n ck« v v e n j statt, unb zwar rangen als 1. Paar um den 3. uni> 4. Preis Halb Dalli gegen Illa de Roir. ES war em sehr schönes Kampf, wie man ihn selten zn seheii befommt. Trotz der heftigsten Gegenwehr mußte Der lieget dem ihm an Hraü überlegenen Türken weichen. Haiti Dalli fiegie diirch Roulade m 27*/4 Ü)imuten. -Sieger unb Besiegter wurden wiederholt vor die Rampe gerusenq Null folgte der Kamps um den 1. und 2, Preis. Es rangen Van der Beet gegen Eharles Sers. Es war dies wohl der ichiverste Kampf der ganzen Konkurrenz. Beide Gegner find an Kraft unb Gewandtheit last ebenbürtig. Alle Angriffe, Paraden unb Gegen- paraden konnte man hier nochmals sehen, ehe es Van der Beet gelang, feinen Gegner auf beide Schultern zu legen. Van b ec Beek siegle burcij Armrcmlade iu 37 Mlnuten. Nicht enden- wollender Applaus lohnte Sieger unb Besiegten. Es folgte nun bie Preisveneilung: Van der Beek erhielt den 1. Preis mii luOO WIL, Charles Sers den 2. mit 800 Mk., Hallt Dalli den 3. mit 500 Alk., Illa de 9toiv den 4. mit 200 Alt. Jeder der vier öiegee erhielt noch von Direktor Rappmarui einen prachtvollen Lorvee^ ti'anj mit entsprechender Widmung.
** Von der Taunusbahn Usingen — Weil-- inün st e r. Der Bahn bau wurde un Frühjahr begonnen unb ist jetzt schon weit fortgeschritten; bie Grunb* unb Erd-» arbeiten sind stellenweise fertiggestellt, so daß im Frühjahrs mit dem Oberbau begonnen werden kann. Da die neue Strecke bie Hühenzüge zwischen Ufa unb Weil zu überschreiten hat, so finb bie zu überwindenden Gelänbeschwicrigkecken nicht unerheblich. Es sind tiefe Einschnitte, hohe Dämme und große Brücken erforderlich, besonders zwischen Wilhelmsdorßi Hundstadt, Grävenwiesbach und Mönstadt. Bei Ntönstadt wirb eine größere eiserne Brücke über das Wiesbachtal erbaut und zwischen Audenschmiede und Weilmünsttr muß ein Tunnel gegraben werben, der ben Höhenzug zwischen Bleibe imb* Well durchbohrt. Die Strecke erhält mehrere Bahnhöfe, unb zwar Wilhelmsborf, Grävenwiesbach, Heinzenberg und Äuden- schmiede. Die Arbeiten dazu, Hochbauten, werben Ende Dezember vergeben. Grävenwiesbach erhält einen größeren Bahnhof, da hier die weitere Taunusbahn Grävemviesbach— Brandobernborj—Wetzlar emmünben soll.
-r Dkainzlar, 10. Dez. Vor etwa acht Tagen hat sich ein junger Schmied von hier durch Unvorf icht igle tt mit einem Terzrrol in bie Hand geschossen. Anfangs hat er die Sache nicht genügend beachtet, es trat iw na später Geschwulst, Wundstarrkrampf unb zuletzt noch Blut^ Vergiftung ein, unb der Bedauernswerte i|t gestern nacht seinen Leiben erlegen.
Gründ erg, 7. Dez. Gestern abend tagte im Hotel ßum Hirsch eine Versammlung, in ber bie Gründung eines liberalen Wahlvereins für Grünberg unb Umgegend bewerkstelligt wurde. Wie ber „Gründ. Anz." hört, beabsichtigl ber frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Becker von Sprendlingen, in Kürze dahier einen Vortrag über „Bürgertum unb Sozialdemokratie" zu halten.
-F Lauterbach, 9. Dez. Die Zahl der Mitglieder der hier gegründeten B e a m t e n v e r e i n i g u n g ist wäh- rend kurzer Zeit von -13 auf nahezu 80 Familien gestiegen. Weitere Anmeldungen von hier und der Umgegend stehen noch in Aussicht, so daß sich bie GesttmtmiLgiieoerzahi auf uoer 100 (yamilien belaufen tvird. In ber vergangenen Samstag abgehaltenen Versammlung wurde nacijgcwi 'fen, baß sich der Ladenpreis ber verschiedenen Fleisch- unb Wurstwaren, dessen Reduzierung die Vereiniguua erstrebt, außerhalb vielfach bedeuteiid niedriger ftettt al» hier. Die Vorbereitungen zum gemeinschaftlichen BeLirn von außerhalb jollen deshalb getroffen und bemi


