Nr. 13
Drittes Blatt
157. Jahrgang
Mittwoch 16. Jannar 1907
Erscheint »glich mit Ausnahme dcS Sonntag?.
Die „Stiener ZamlUenblättcr" roerben dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Hreisblott für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Der „hessische £anöroirt" erscheint monatlich einmal.
Eeneral-Auzeiger für SderheMn
Rotationsdruck und Verlag der Vrüdl'scheu UnioersuäkS • Brich- und Steindruckcrei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul- strotze 7. Exvedition und Vertag: 51.
Redaktion: e-0112. Tel.-Adrr AnzeigerGietzcn.
5>te WaffenKt'ckunfl der ZZond llwarls und die T urpenlla Ke in SüdwcstafrrKa
Die .Nordd. Allq. Ztg.* schrclbt unter dem Titel ,Tei zenaSführtc Reichstag*:
Ter .Vorwärts* wiederholt, gestützt auf den Bericht eines Schuhtrupvlers, bie Behauvtung, daß die W a s i c n st r e ck u n g der Bondelswarts schon vor d cm 13. Dezember bekannt gewesen sei, und datz die Regierung den Reichstag durch Vorentlmltnng dieser Tatsache irre geführt babe. _ Wir haben an unseren Feststellungen in dieser Sache nichts zu ändern. D'.c Unterwerning ift tatsächlich erst an den, von uns mitqeteillei, Termin erfolgt. Datz bereits monatelange Verhandlungen vorher- gegangen sind, ift nie beftritten und auch mehrfach dem Reichstage znr Kenntnis gebracht worden. Ter Beginn dieser Verbandlnngen fällt in den Cfiober. Wann und ob überhauvt sie zum Ziel führen würden, konnte bei der in ollen Berichten betonten Unberechenbarkeit der voltentotien niemand übersehen und war am 13. Dezember noch völlig im Dunkeln. Kurz vor der enlsche,dendeu Verhandlung >m Reichstage bat die Regierung durch telegraphische Anfrage bei dem Kommandeur der Cchutztruppe in Südwestakrika sich vor- qewissert, welche Truppenstärke unumgänglich notwendig wäre. Ain 10., Dezember ging das Antworttelcgramm des Kommandeurs ein, in dem dieser folgendes auSlührte:
„Nach meinem pflichtgemäßen (Ermessen ist eine Truvven- verminderung aus 6000 Köpfe bis Ende März 190 7 unmöglich ohne ernstliche Gefährdung der bish-rigen Resultate. Außer 16 000 Gefangenen, deren Waffen nickt fäm tlich erbeutet, deren Freiheitsdrang nickt er- loschen. sind rund 15000 Farbige im besiedelten Sck'itzgeb^te lhne di' Bcögdamar, und Busckleute. ;um Teil noch in Stammcs- organuulivn und beritten, an der Grenze des Siedelungsgeaietes: etwa 3000 auf britisches Gebiet Uebergetretcne, im Nordo^m an Zahl unbekannte Hereros, schließlich nock die Ovambos. Mit 80 00 M an n ist daher die Truppenstärke schon auf das Unertatz- liche bemessen. Das Festhalten an dieser Zahl ist notwendig, auch wenn die Bondelswarts unterworfen sind, weil die Besiedelung und der Wirtsch-astsbetrieb nur gesichert ist, wo die Erstickung eines jeden Aufflackern des Ausstandes durch die Bereitschaft der Truppen gesichert ift Wie die Entwicklung vor fach geben und demgemäß eine Truppenverminderung möglich wird, kann noch nickt beurteilt werden."
Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt: Mit der Veröifent- tidnmg dieses Programmes Haffen toit nun endlich das Ge- :-.'de der soziali strichen Presse über eine Irreführung des Reichstags erledigt zu haben.
Ferner veröffentlicl;t die reichsoffiziöse „Nordd. Allg. Ztg." einen langen Artikel übet „Die Truppenstärke in Süd° ckx stafrika", dem im wesentlichen fotyendes zu entnehmen ist:
Es sei daran erinnert, daß die Sicherung deS Hererolandes tvch immer beträchtliche Kräfte in Anspruch nahm, daß ferner brr stärkere Teil der Truppe zur Besetzung der Etappenstationen, '.Magazine und Wasserstellen, zur Bedeckung der Transporte, zum Schutz der Farmen und zur Absperrung der Grenzen erforderlich war. ES waren außerdem alle zu technischen Zwecken, zur Be- 'rimung und Sicherung der Telegraphen- und Lichtsignallinien, die bei der in Ausführung begriffenen kartographischen Aufnahme dcS Landes besänftigten Offiziere und Mannschaften, sowie die als Eisenbahnbau- und BetriebStruvpen verwendeten Leute und schließlich auch die in Lazaretten befindlichen Kranken und Ver- rtrjnbeten, sowie das Sanitätspersonal von ber, Gefechtsstärke in Abrechnung zu bringen. Danach blieb als kämpfende Truppe mir ein verhältnismäßig geringer Teil übrig. Um einen CJ. ann an den Feind zu bringen, müsse man vier Mann in die Ko lonies chicken. Man hätte glauben sollen, beb der Ruf: „Wozu 8000 Mann gegen 300 Feinde" nun endlich verstummen würde. Der Feind war gut beritten, ein Mitreiflicber Schutze, unternehmend, gewandt, gut geführt. Neber- raschend tauchte et auf und verschwand, ehe er gefaßt werden konnte. Gelang es aber einmal, ihn zu erreichen, so zerstreute sich die Bande in die zahlreichen Schlupfwinkel des außerordentlich schwierigen Geländes, um später an anderer Stelle sich wieder zu sammeln. Dabei lebte der Gegner von dem, was er uns raubte und fand jenseits der Grenze Gelegenheit, das geraubte Vieh gegen Waffen und Munition umzutauschen. Dorthin, wo zayl- reiefc Stammesangehörige saßen, kehrten auch die Kriegsmüden zurück. Von dort begaben sich an deren Stelle andere Kriegs- kute, frisch und gut genährt, bekleidet und bewaffnet auf den Kriegsschauplatz zurück. So bildete das Gebiet der Kapkolonie, für unsere Truppen unerreichbar, ein gesichertes Devot, aus welchem die Gegner sich materiell und perwncll dauernd ergänzten. Es war nur ein Kleinkrieg, aber ein äußerst schwieriger und gefahr- lidter, den wir zu bestehen hatten, den wir aber unter allen Umständen beenden mußten, wenn wir uns nicht um die Früchte b:8 jahrelangen Feldzuges bringen wollten, lieber die Stärke bc5 Gegners schwanken die einzelnen Angaben beträchtlich. 9vcan sprach mit einiger Sicherheit von 300 Gewehren, die uns unmittelbar gegenuberstanden, und von vielleicht 600 waffenfähigen Scannern, die jenseits der Grenze sich aufhalten. Die Verlusw M Gegners waren stets schnell zu ersetzen. Wir kämpften mu einem Feind, der nach allen Verlusten immer wieder in derselben Stärke uns gegenüber trat — Das war die Lage anfangs fcciember. Wie konnten die Regierungen unter diesen Umstanden außer der bereits zugesagten beträchtlichen Verminderung aus den ganz unhaltbaren ersten Zentrumsvorschlag entgehen, die Gesamtstärke der Truppen Dom L April 1907 ab auf 2o00 Mann hrabzusetzen. Dieser Vorschlag war bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt unausführbar, wenn man die weite Ausdehnung des Schutzgebietes, die erforderliche Verschiebung der Truppen, ihr.' vercitstellung zum Abtransport und die sonnigen Vorbereitungen iu diesem Transport berücksichtigt. Und hätte man verbucht, ihn dutchzusÜhren, so hätte man mit einem Schlage den FeDzug aufgegeben, wäre dem Truppenführer in den erhobenen Arm gefallen und stand vor dem drohenden Verlmt des -Südens unjeret mit so viel Blick behaupteten 5tölonie. Ehre und Ansehen ds Deutschen Reiches standen auf dem Spiel. Wer hätte zu solchem Unternehmen die Hand bieten können. An ixe]er Sachlage anderie der zweite Zentrumsvorschlag nichts. Nachdem man ]ich ton der Unausführbarkeck deS ersten Entwurfes hatte überzeugen müssen, verlangte man, daß bis zum 3L März 1907 die Vorbereitungen getroffen werden müßten, um ine Ge] amtzahl der kchutzttuppe bis auf 2500 Mann zu vermindern. „Die Vorbereitungen zur Verminderung treffen" ist ein dunkler Begrüß Dann sollte denn nun vermindert werden'? Wenn aber ine Vorbereitungen dazu bis Ende Mär; getroffen sein wllten, ]o mußte man, wie schon nachgewiesen, sofort damit beginnen und schon im Januar, Februar und März die Truppen weck aus btm Innern und von der Front des Feindes weg nach der Lüste ziehen, um sie im April oder Mai zum Transport an der Lüs.e bereitzuhalten. Die Wirkung wäre genau die gleiche gewesen, wie bei dem ersten Entwürfe. Es war nur eine Verdunkelung der Tatsache, eine Verschleierung der rvahren Absichten, die in dieser Fassung lag. Welches waren die Gründe, bie man gegen die Negierung vorgebracht hat? „Man möge es doch einmal versuchen mit diesen 2500 Mann — so hieß es in den Lommisswnsverhandlungen —, es würde schon gehen." Wenn nun daraufhin der Auf stand von neuem entflammte? „vtun, dann tonnte man ja wieder mehr Truppen hümnsfchtcken." Saum
jemals eine Regierung, kann je eine militärische Leitung sich u. Wicke Veriuck« einlaisen? Sie würde sich eines Verbrechens
potilifcbe Cnacifcbatu
Tie Landwirtschaft in Preußen.
Die dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangenen Ucberstchten über die Ergebnisse der anderweiten Verpachtung der im Jahre 1906 pachtfrei gewordenen und der im Jahre 1907 pachtfrei weidenden Donianenvormerke geben einen erfreulichen Beweis von der günstigeren Gestaltung der Landwirtschaft in Preußen. Im Jahre 1906 haben im ganzen 51 Neuverpachtungen von pachtfrei gewordenen Tomänenvorwerken stattgefunden, und zwar in O ipreußen 7, Westpreußen 1, Brandenburg 2, Pommern 10, Posen 3, Schlesien 3, Sachsen 8, Hannover 12, Hessen-Nassau 5. Ter erzielte Pachtzins übersteigt den etatmäßigen Pachtzins um 45 372 Mark, und zwar in Ostpreußen um 7886, West- preußen 564, Brandenburg 5239, Pommern 18 787, Posen 5 213, Schlesien 5139, Hannover 5218 und Hessen-Nassau 2268 Mk. In der Provinz Sachsen ergab dagegen die Neuoerpachtung ein Minus von 4938 Mk. gegen den etatsmäßigen Zinsfuß. Der Grund liegt darin, daß eine für 7500 Mk. besonders verpachtete Mühle abgezweigt worden ist und daß das zu 97,2 Mark pro Hektar neuverpachtete Vorwerk Egeln bisher zu einem unverhältnismäßig hohen Pachtzins verpachtet gewesen ist (1877 bis 1888 zu 199,9 Mk., 1888 b'S 1906 zu 113,7 Mk. pro Hektar) und eine Nübenmübigküt des BodenS eingetreten war.
ES find ferner neuvcrpachtet worden 32 Domänenvorwerke, welche im Jahre 1907 pachtfrei werden. Tiefe Neu» Verpachtungen, von denen auf Ostpreußen 1, auf Brandenburg 1, Pommern 3, Sachsen 3, Hannover 19, Hessen-Nassau 5 entfallen, haben gegen den etatmäßigen Pachtzins ein PluS von 61636 Mark (gegen den Pachtzins am Schlüße der vorletzten Pachlperiode von 76 093 Mk.) erbracht, und zwar für Brandenburg 6845, Pommern 2453, Sachsen 12451, Hannover 36 921 und Hessen-Nassau 4433 Mk. Die Provinz Ostpreußen hatte ein Minus von 1467 Mk., weil von zwei bisher zusammen verpachteten Domänen nur eine nenverpacht^t wurde.
Tie B u d g e t k o m in i s s i o n des Preußischen Abgeordnetenhauses verhandelte über den Etat der landwirtschaft- lichen Verwaltung. Aus eine Anfrage, ob demnächst eine Allerhöchste Verordnung betr. bie Einführung eines Gesetzes über die Verschuldungsgrenze für Brandenburg und Ostpreußen erwartbar sei, erwidert der Minister, die Ausführungsbestimmungen seien in Ausarbeitung zwischen dem Landwirtschaftsministerium und dem Justizministerium. Sobald sie festgestellt seien, würde vorausficl)tlich dem.Erlaß einer Allerhöchsten Verordnung nichts entgegenstehen. Sodann wurden die Verhältnisse der Feldarbeiterzentrale erörtert. Der Minister weist darauf hin, daß der Gedanke, welcher der Schaffung dieses Jnstckuts zugrunde liegt, die Konkurrenz der einzelnen Arbeitsämter auszu- sämlten, der richtige sei. Im Kapitel: tierärztliche Fachschulen und Veterinär wesen werden für die wissenschaftliche Erforschung von Tierkrankheiten und Versuche zu deren Bekämpfung 80 000 Mk. gefordert. Hierzu wurde eine Resolution angenommen, den Tckel um 30 000 Mk. zur Erforschung der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche zu erhöhen. Der Kommissar berichtete, daß im Jahre 1906 171 000 Mk. für die wissenschaftliche Erforschung der Tierkrankheiten und die Versuche zur Bekämpfung derselben ausgewendet worden seien. Bei der landwirtschaftlichen Hochschule sollen auch S: u - dien über tropische Viehseuchen und ihre Bekämpfung gemacht werden. Dann wurde eine Resolulion angenommen, die Dispositionsfonds um den zu fordernden Betrag von 231 000 Mk. im nächsten Etat angemessen zu erhöhen. Auf eine Anfrage über die Fleischteuerung verwies der Minister auf die im Reichstage abgegebenen Erklärungen. Durch die vermehrte Schweinezufuhr seien die Preise gesunken und die Grenzen nach Norden seien für geschlachtetes Vieh frei. Die Herabsetzung der Eisenbahntarife sei in Kraft getreten. Aus Holland, das mit Rücksicht aus die Maul- und Klauenseuche für die Einfuhr lebenden Viehes gesperrt sei, werde vertragsmäßig Fleisch eingeführt. Verhandlungen über die Herabsetzung der Gebühren für die Fleischbeschau schwebten: die Verhandlungen würden voraussichtlich das Resultat haben, daß die Gebühren für ausländisches Fleisch den Durchschnittspreis in Deutschland betragen würden. Der Etat wird hieraus go nehmch!.
pariament<trifd?c$-
Dresden, 15. Jan. Das „Tr. I." schreibt: Angesichts der Preßäußerungen über <me Aenderung des sächsischen Landtagswahlrechts haben wir an maßgebender Stelle Erkundigungen einge-ogen. Wir können auf Grund zuverlässiger Informationen feftst.'llen, daß der Entwurf eines neuen Wahlgesetzes für bie zwecke Kammer ber Slänbcversammlung in der Tat bereits vorliegt und in seinen wesentlichen Grundlagen im Schoße der Regierung Annahme gefunden hat. Der Minister des Innern Dr. Graf v. Hohemhal und Bergen hält an der von ihm wiederholt ausgesprochenen Msicht fest, den Entwurf des neuen Wahlgesetzes dem Landtage sobald wie möglich, d. h. sogleich bei dessen iin Herbst zu erwartenden Zusanunentrcten, zur Beschlußfassung vorzulegen.
Heer rriid Flotte.
— Ter Bürgermeister Neff von Bingen hat 'ein Amt als Vorsitzender der Ortsgruppe Bingen des FlottenoereinS niedergelegt und ist aus dem Verein selbst ausgetreten, weil der Flottenoerein in der letzten Zeit sich in das politische Leben gemischt habe.
Aus StaSt und Land.
Gießen, den 16. Januar 1907.
— DernburgS Orden. S. K. H. der Großherzog hat dem fieUuertr. T.rektor der Kolouialabteilung, Wirkt. Geh. Rat Bernhard Derndurg zu Berlin bie Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem
■»m—MBn—mii 'M» »
König von Italien verließen en GroßkreuzeS beS OrdenS bet Italienischen Krone erteilt. (Ternburg ist als geborener Tarmslädter hesiischer Staatsangehöriger).
** D i e Tagesorbnunci für bie Sitzung der Stadtverordneten • Versammlung am Donnerstag nachmittag 4 Uhr lautet: 1. Auslosung von Ecbuldverichrc düngen. 2. Milteilimqen. 3. Baugeinch des Joh. Marler für die Stepdan- ftrabe. 4. Bangesuck des 2. Luter für die Wolkenaasse. ö. Bäugel uch der Firma ^ld. Tenningdosf für die Schau,zcnstraße. 6. Bou- gesuch deS Louis Petri III. für den Asterweg. 7. Gesuch deS A. Waag nm Genehmigung zum Andringcn von Schaukästen am Hause SelterSweg 60. 8. Vergebung von A.deiten für den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule 9. Liclerung von Vtlastersteinen. 10. Gesuche um Erhöhung der Vertraqsvreise beim Rendau bet israelitischen Leichenhalle. 11. Gesuch der Eücnbahn- verwaltung um Erlaubnis zur Anlage einer Fernsvrechleitung nach dem Grundstück Älsterweg 60. 12. Hestung dcS MusenmS deÄ Oderbessischcn GelckichtSvereinS. 13. Truck der Marktplakate^ 14. Beaufsichtigung des BrokverkanfS. 15. Rechnung der Armenkasse! für 1905. 16. Rechnung der Plockischcn SliiNmg für 1905. 17. Vor-' anschlag der Plockischen Stiftung für 1907. 18. Gesuch des Heinrich» Be off II. um Erlaubnis zur Vergrößerung der Schankwirtschaft Alicestraße 20. 19. Gesuch des f>. Fung ans Frankfurt ct. AI. nur Erlaubnis zum £rf)anhvirüch(üt5bctrirbc im Hanse Marktvlatz 20. 20. Desgleichen des $>. Rühl für KaplanSgafse 10. 21. i^esnch des H. Keller um Erlaubnis znr Errichtung einer Frubstücksstude int Kollegienhanse der Universität. 21. (besuch des H. Renier um Er-i laubnis zum Branntweinverkauf im Hause LudwigSvlatz 4.
** DaS Spielen in ausierhessischcn Lotten rien. Angeblich sollen die im K igt.üch Sachsen bestellten' Lotterie-Ko tlclteure eine bedeutende Offerten-Reklame mit- oder ohne Beifügung von Originallosen ber Königl. Sächsv- schen Landcslotterie "nach dem hessisch-Lhü'nngischcn Sottcrie- gcbiet betreiben. Ein solches Gebaren kcrnn natürlich auf den Verkauf der preußischen Lose fn dem bezeichneten Gebiete nicht ohne Einfluß bleiben. Die bie „Tonnst. Ztg." erfährt, sinb besl?alb bie hessischen Polizeibehörden auf die Strafb^rckeit be5 Dnbietens und des Vertriebes der Lose^ nicht zugelassener auswärtiger Lotterien und des 5pieieu$ in derartigen Lotterien wiederholt nick dem An fügen hin-l gewiesen worden, Zuwid-erhandumgen anzuz.'igen.
•• Pfarrer Gornbel in Neiskircheii hat ein DolkS^ schauspiel ,Die alte und bie neue Welt* erscheinen, lasten. Den Vertrieb hat ber Rhein-Mainverband für Volks«^ bildung in NüstelSheirn übernommen. Wir werden aus daS! Stück noch ausführlich zu sprechen kommen.
** Unser Volksbad ist nn verflossenen Betriebs-,' fahr in ber Frequenz gegen 1905 um ca. 1500 Bäder zurück-, geblieben. Während im allgemeinen die Benutzung in 1906* durchschnittlich zugenommen hatte, war der Juli wegen der ungünstigen Witterung und der Dezember wegen der "starken Kalte für die Anstalt erheblich schlechter, als im Jahre zuvor. In beiden Monaten wurden ca. 4700 Bäder weniger' verabfolgt. Auffällig ist, daß die Schwimmbäder im verflossenen Jahre um 6000 zurückgingen, wogegen an Brausebädern ca. 3700 mehr verabfolgt wurden. Trotz der geringeren Frequenz der Mstalt Hot sie in 1906 doch aus Sü>* dem eine erhöhte Gcsamtoinnahme gegen 1905 erzielt, nämlich 37 992.70 Mk. gegen 36185 Mk. int Vorjahr. Im Jahr 1906 wurden verabreicht: Schwimmbäder 54 662 (60479)^ Volks-Schwimmbäder ä 10 Pfg. 13179 (12962), Wannen^ bäder 19174 (18 743), Heilbäder 2148 (2195 , VransebädeÄ 27 282 (23551), Gesamtzahl der Bäder 116 445 (117 930 . Die eingeklammerten Zahlen bedeuten die Väderanzahl von 190D-,
** Erholungsstätte für Genos,enschafts^ beamte. Der Generalanwalt des Reichsverbondes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften G:h. Regie- rungsraat Haas steht zur Zeit mit der Gtosth. Regierung! wegen Ermietung des Schlosses Lichtenberg t O.' in Verhandlung, die in der allernächsten Zeit ihren Abschluß! finden wird. In dem Schlosse beabsichtigt der Reichst erbanü eine Erholungsstätte für die Beamten der genossenschaftlichen Verbände sowie für Vorstandsmitglieder und Rendanten der Genossenschaften, die während eines ihnen bewilligtes Urlaubs sich von angesrrengter Arbeit in guter Lust äus- ruhen wollen, einzurühten. Es handelt sich um viele Hundert von Beamten aus ganz Deutschland. Kranke und Rekonvaleszenten werden dort feinen Aufenthalt nehmen, für diese ist anderweit gesorgt. Die Mooiliarausstattuv.g follj soweit irgend möglich von Odenwalder HandwerksmeisteNr beschafft werden: für die Verpflegung werden Verträge mit den Lichtenberger Gisthausbesitzern abgeschlossen werden. <
(!) Rodheim a. d. Bieber, 14. Jan. Llrn gestrigen, Sonntag tagte bei Gastwirt Strommers die Bezirksver- iammlung des Kreises Biedenkopf vom freiwilligen Feuerwehr-Verband des Regierungsbezirks Wiesbaden. Es waren erschienen der Bezirksvorsteher sowie die Vertreter von Bottenhorn und NodHeirn. Die diesjährige erste Kreisübung iviirde NodHeirn übertragen und als Beitrag für das Mitglied 10 Pfg. festgesetzt. Der Feuerwehrverband Wiesbaden ietzt sich nach der neusten Statistik au5 mehr denn 200 freiwilligen Wehren zusammen. Während der benachbart» Dillkreis bereits zwei Gaue, Herborn und Dillenburg mit je 17 freiwilligen Feuerwehren, umfaßt, bestehen im großen Kreise Biedenkopf mit seinen 90 Gemeinden bis jetzt nur zwei^
K-Großen-Lüder,15. Jan. Die ErwetterungS- arbeiten an unserem an der Bahnlinie Gießen-Fulda gelegenen Bahnhof haben begonnen. Der Verkehr hat in den letzten Jahren so zugenommen, daß em Um- und Erweiterungsbau der Gleisanlagen und deS gesamten Bahnhofs erforderlich wurde. Bezüglich ber beabsichtigten Vogels- berg -Bahn von Fnlda in ben östlichen Vogelsberg bis Neuhof ist vorn Kreistag beschlosien worden, die Vorarbeiten in Angriff zu nehmen und ein Projekt auszuarbeiten. Tie Strecke soll von Fulda über Kämmerzell bis Lüdermünden rühren, von hier dem Lüderbach über Großen-Luder, Klein- Lüder folgen und nach Hosenfeld, Josia, Hauswurz, Rornrnerz und Neuhof führen.
0 Grünbera, 15. Jan. Hier wurde ein Kursus bet Kreis- und Danderhaushaltungs schule begonnen, an dem sich 26 Schülerinnen beteiligen. Diese sind von Grünberg, Lauter, Münster, RörhAes, Stockhausen unA DerkarIsham. Der Kursus ist im Gasthaus zur „Püur".


