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16.9.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 217

Erscheint täglich außer Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- biätter viermal in der Noche beigeleqt und j-wemml wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Sichen. Fernsprcch-An- «chluhs. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse iür Depeschenr

Anzetger Gießen.

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Erstes Blatt

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157. Jahrgang

Montag 16. September 1007

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monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg« Zeilenpreiü: lokal auswärts 20 Pfennig.

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und Verlag der yrühl'schen Unio.-Vuch- und Steinörucletei. B. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrohr ?. Anz°t'g-ntZ?'H."V-ck.

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?3m vielgestaltigen, buntbewegten Leben der SegeMart

nimmt die Zeitung einen bevorzugten Platz ein. Sie stellt gewissermaßen das Sammelbecken dar, das alles, was die ci. Gegenwart bewegt und interessiert, in sich aufnitnmt und sammelt, um es der Allgemeinheit wieder zu Gute kommen - jU lassen. 3n diesem Sinne ist auch der

| Gießener Anzeiger

bestrebt, seine Leser täglich von den neuesten Ereignissen \ auf allen Gebieten menschlichen Schaffens und Wirkens in v Aenntnis zu setzen. Anapp in der Form, wie es das haftende moderne Leben verlangt und zuverlässig dem Inhalt nach teilt der Gießener Anzeiger seinen Lesern alles nur irgendwie Wissenswerte und Interessante mit.

_ Nicht der Sensationslust will der Gießener Anzeiger dienen, auch nicht irgendwelchen Sonderinteresscn, keiner bestimmten Partei- und Geschmacksrichtung. Der Gießener Anzeiger steht seine Aufgabe darin, wahrheitsgetreu und streng objektiv über alle Dorgänge des öffentlichen Lebens zu referieren. Gin wesentlich vergrößerter Stab von arbeiten! wird den Gießener Anzeiger im bevorstehenden neuen Quartal in den Stand setzen, die vorgezeichnete Auf­gabe auch möglichst vollkommen zu erfüllen.

2Nit nicht unbeträchtlichen Mehrkosten ist es dem Den läge des Gießener Anzeigers vor allem gelungen, die Parlamentsberichterstattung noch besser auszugestalten, so daß die Leser im bevorstehenden Tagungsabschnitte der Parlamente in rascher, objektiver und fesselnder Weife von ! allen Dorgängen auf parlamentarischem Gebiete unterrichtet t? werden. Die wichtigsten politischen Tagesereignisse des In- | und Auslandes werden in eigenen Leitartikeln eingehend I behandelt werden. Die übrigen Dorgänge auf politischem I Gebiete finden in der Tages- und Wochenschau nähere 8 Berücksichtigung und ein zuverlässiger Depeschendienst ermog- licht es, in ausreichendem Blaße alle nur irgendwie be- | achtenswerten Neuigkeiten sofort mitzuteilen.

Line besondere Beachtung erfahren im Gießener Anzeiger ' naturgemäß alle Ereignisse unserer engeren heffischen Heimat - und insbesondere unserer provinzial- und Universitätsstadt Gießen.

Um seinen Lesern noch in ganz besonderer Weife entgegenzukommen, nimmt der Gießener Anzeiger jeder Zeit I auch gern Eingesandts, Artikel und sonstige Beiträge von allgemeinerem Interesse aus dem Leserkreise auf.

In dem besonders sorgfältig ausgeftalteten Unterhaltungs­teile wird der Gießener Anzeiger wie bisher, so auch fernerhin ganz außerordentlich bemüht fein, feinen Lesern vom Besten das Beste zu bieten: gediegene Romane, interesfante Feuilleton­artikel aus allen Gebieten der Unterhaltung, der Aunst und - der Wissenschaften, des Theaters, der Nlusik, der Technik, des Sports usw.

Unsere verehrten Abonnenten werden hierdurch gebeten, das Abonnement für das neue, am (Oktober beginnende Quartal rechtzeitig zu erneuern, damit später keine Der= zögerung im Bezüge der Zeitung eintritt.

, Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäfts­stelle des Gießener Anzeiger nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Neu hinzutretende Leser er- halten den Gießener Aiizeiger bis zum Quartalsaiifang auf 11 Wunsch gratis zugestellt.

politische Wochenschau.

Gießen, den 16. Sept.

Ein sehr hartes Urteil über die diesjährigen Kaiser­manöver füllt der bekannte Militärschriftsteller und

Oberst a. D. Gädke.Die Strategie", so sagt er,glänzte durch Abwesenheit, die Taktik durch ihr ehrwürdiges Alter". Das Urteil Gädkes fällt um so mehr ins Gewicht, als auch der Kaiser, wie man jetzt erfährt, nach dem Kaisermanöver manchen scharfen Tadel ausgesprochen hat. Bor allem hat der Kaiser die Kavalleriesührung und den Mangel an Initiative bei den höheren Reiterführern getadelt. Hohe Anerkennung haben dagegen die Marschleistungen der Truppe n gesunden, und der 65 Kilometermarsch der 19. Di­vision ist in der eine ganz außerordentliche Leistung. Auch die Führung des Generals der Kavallerie v. Stirnz- n er hat hohe kaiserliche Anerkennung gesunden. In wiefern nach dem allen Oberst Gädke mit seiner Verurteilung der Strategie und Taktik bei den Kaisermanövern Recht hat, kann man als Laie natürlich nicht beurteilen. Gädke hat int russisch-japanischen Kriege reichlich Gelegenheit ge­habt, alle Phasen eines modernen Krieges zu beobachten und man darf sein Urteil nicht unterschätzen, aber man wird doch auch nicht rein schablonenhaft die Erfahrungen des mandschurischen Kriegsschauplatzes auf die Verhält­nisse bei uns anwenden dürfen. Die beste Lehrmeisterin bleibt unter allen Umständen der wirkliche Krieg. In Friedenszeiten und also auch im Manöver kann schließlich doch immer nur das Eine geübt und gelernt werden, daß Führer und Truppen sich den jedesmal besonderen und geänderten Verhältnissen einer Kriegslage anpassen und sich in eine jede Situation möglichst rasch hineinfinden. Wenn nun die diesjährigen Kaisermanöver mm^erlei Unzulänglichkeiten gezeigt haben, so braucht uns das noch lange nicht mit Besorgnis zu erfüllen. Die Manöver dienen doch eben nur Lern- und Studienzwecken.

Nachdem die Reihe der Abgeordneten­empfänge in Norderney, zu denen zuletzt noch der Führer der frei). Vereinigung Schrader und Liebermann von Sonnenberg von den antisemitischen Gruppen heran­gezogen worden waren, nunmehr zu Ende sind, beeilt sich Fürst Bülow das Fazit dieser Erörterungen zu ziehen und die Regierungsentschlüsse nach den ge­wonnenen Resultaten zu richten. Zu diesem Zweck wurde der Staatssekretär und Vizepräsident des preußischen Staatsministeriums Herr v. Bethmann-Hollweg in Gemeinschaft mit dem Minister des Innern v. Moltke nach Norderney berufen, wo eingehende Erörterungen statt­gefunden haben, die, wie offiziös mitgeteilt wird, den Auf­gaben der kommenden parlamentarischen Session gelten. Man ersieht hieraus, daß es dem Reichskanzler heiliger Ernst ist, seine Versprechungen, die er dem neuen Reichstage gemacht hat, sobald als möglich einzulösen und man darf annehmen, daß eine Reihe wich­tiger Vorlagen dem Reichstage sofort bei Wiederzusammen­tritt vorliegen werde. Die B ö r s e n n o v e l l e ist im Bun­desrat bereits den einzelnen zuständigen Ausschüssen über­wiesen worden, so daß mit Sicherheit anzunehmen ist, daß sie bis zum November fertiggestellt ist.

Außer einer Reihe kleinerer Entwürfe wird aber vor allem nach neueren Mitteilungen dem Reichstage eine Vorlage zugehen, die gleichfalls langjährigen Wünschen der Linken entgegenkommt und damit einen weiteren Be­weis erbringt, daß Bülow es nicht bei platonischer Freund­schaft bewenden läßt, sondern auch bereit ist, der frühe­ren Opposition für ihre jetzige Gefolgschaft etwas Greif­bares zu bieten. Es handelt sich um die Einbringung eines Reichsvereinsgesetzes, das den heutigen oft vor­sintflutlichen Bestimmungen ein Ende zu machen geeignet ist. Insbesondere gilt es dabei die Anordnungen über die Beteiligung von Frauen anderweit zu regeln, und vor allem wird man, wie jetzt offiziös verlautet, auch die Vereine von der lästigen und höchst überflüssigen Einreichung eines Mitgliederverzeichnisses befreien. Auch noch einige andere Versprechungen, wie namentlich Abänderung des ^cljeftät§»

beleidigungsparagraphen, wird der Reichskanzler in der. kommenden Tagung einlösen.

Unter diesen Umständen darf die Regierung mit ziem-' licher Sicherheit auf eine weitere Majorität rechnen, die ihr auch bei der zu erwartendes Flotten Novelle zur Verfügung stehen wird; über die letztere sind allerlei. Gerüchte im Umlauf, indessen darf man nach dem bisher erfolgreich von Trrpitz vertretenen Prinzip, nur das un­umgänglich notwendige zu fordern, annehmen, daß es sich um keine exorbitanten Forderungen handeln wird und daß man höchstens neben einer Erhöhung des Deplace­ments eine Beschleunigung der Bauten verlangen wird.

Aller Wahrscheinlichkeit nach wird unter solchen Um­ständen der Block trotz mancher Fährnisse zusammenhalten, zumal eben jetzt der freisinnige Parteitag sich ganz auf diesen Boden gestellt und den Führern ein großes Vertrauensvotum gegeben hat. Man hat sich auf dem genannten Parteitage bei den Beratungen über die Blockpolitik einer weisen Mäßigung befleißigt und Dr. Wie- mer hat der Regierung ausdrücklich zuerkannt, daß bei ihr das ernstliche Bestreben bestehe, den liberalen An­schauungen möglichst entgegenzukommen, wie dann die Partei ständig über den Gang der Dinge durch den Reichs­kanzler auf dem laufenden erhalten werde. Die Opposition gegen die neue Takitk der Partei war, wie gemeldet, eine ganz minimale und mit überwältigender Mehrheit wurde eine Resolution angenommen, in welcher der Fraktion volle Zustimmung zu ihrer sachlichen und praktischen Hal­tung ausgesprochen wird. Die Stimmen im freisinnigen Lager, die davor warnten, den Bogen allzu straff zu spannen und dringend rieten, sich mit dem Erreichbaren zu be­gnügen, haben demnach doch Oberwasser behalten und so das Zusammenhalten des Blocks für absehbare Zeit; gesichert.

Reform-Bildungsanstalten für BotrsfchulLehrer.

Der Abg. Kühler-Langsdorf hat folgenden prinzipiell bemerkenswerten Antrag bei der 2. Kammer der Stände eingereicht.

Antrag des Abg. Köhler, die Errichtung einer/ Re form-Bi ldnngs anstatt für Bvlkss chnllehrewzui Lich betreffend. <1

Jahrzehntelang ist man bemüht gewesen, die Ausbildung _bec Volks schulte hrer auf anderen Grundlagen zu stellen, wie die feit* herigen. Manche dachten hierbei an die Ausbildung der Lehrer- Schnler auf Realanstalten mit nachfolgendem Studium, der Päda­gogik. Ich erinnere nur an die Denkschrift des Hess. Landes^ lehrervereins und die zahlreichen Anregungen, Reden und M-s trage des Abgeordneten Dr. David, die sich in ähnlicher Richtungs^ linie bewegen; ja es wäre anzunehmen, daß fast die gesam^ Lehre.schäft unseces Landes' diesen Anschauungen huldigt, freilich mit mehr oder weniger abweichendem Aus- und Ausbau ,\ Trotzdem hat die Großh. Regierung noch in keiner Weise gezeigt^ daß sie dieser Bewegung nach neuzeitlicher Umgestaltung bet Volks)'chullehrer-Ausbildung in allgemein grundlegender Weise wenigstens versuchsweise Rechnung zu tragen gewillt sei und bie neueänngs von ihr selber in den Kreis der ösfentlichen, Erörte­rungen gezogene Frage nach Errichtung des 4. Lehrer,eminarD scheint zu bestätigen, daß man die alten Lehren und System« noch lange nicht zu verlassen gewilll sei.

So stehen penn zwei Richtungen in unserem Lande dieser Frage einander gegenüber; auf der einen Seite faft/bie gesamte Lehver^ schäft, auf der anderen Seite die Großh. Schulverwaltung. , EA ist nicht zu sagen, ob die Großh. Regierung direkt Gegner dieser neuzeitlichen Bestrebungen sei, aber sie hat nicht bewiesen, daß sie ein Freund derselben wäre; insonderheit steht fest, daß sie bis heute nicht gewagt hat, mindestens einen Versuch in der ge­schilderten neuen Richtung zu unternehmen.

Dies aller veranlaßt nrich, diese brennende Frage aufs neua vor dem Landtag, damit vor der breitesten Oesfentlichkeit aufa zurollen; möchte mein Vorgehen die Veranlaffung geben zu irgend) einer Enffcheidung!

Ich schlage nichts mehr und' nichts Weniger vor, als gelegen^ lich der geplmtteu Erweiterung der der Lehrerblldung gewidmete Anstalten in unserem Lande, einen erstmaligen und durchgreifenden, den neuzeitlichen Anforderungen entsprechenden Versuch anzm stellen. Ich bin der Meinung, daß beide Systeme wohl neben-q einander im Lande bestehen könnten, sowohl das seitherige, alA auch das neuau^ubildende, das im Laufe der Zeit, und ausgesetzt

Hessische Landesausstellung Darmstadt 1908.

Die drei Einzelhäuser.

Südlich vorn 2lusstellungsgebäude von Professor Albin Müller mit der Front nach dem Platanenweg werden drei Einzelhäuser entstehen, die sich mit ihrer Architektur, ihrer ; ganzen Anlage und gärtneri)chen Umgebung dem Gesamtbild der Ausstellung harmonisch einfügen: das oberhessische Haus, das Haus Gewin und das Odenwaldhaus (Haus des Prof. Sutter). Das größte Gebäude wird das ober- hesfische Haus sein, dessen Pläne von Prof. I. M. Olbrich stammen. Inmitten herrlicher Gartenanlagen, in denen aus kleinem Raum gezeigt werden soll, was mo­derne Gartenarchitektur zu leisten vermag, erhebt sich das zweistöckige Haus, dessen Fassaden in schlichter, vornehmer Einfachheit ausgebaut werden. Das Haus, das, wie die 1 beiden andern, unterkellert sein wird, enthält neben Keller und Provianträumen auch eine Waschküche im Kellergeschoß. ' Das Erdgeschoß bietet Raum für große Küchenräume, eine Halle, ein Musikzimmer, Herrenzimmer und Speisezimmer, i Im Süden schließt sich eine herrliche Loggia an, der eine breite Terrasse vorgelagert ist. Im Obergeschoß befinden ' sich drei größere und ein kleineres Schlafzimmer, em Früh­stückszimmer und das Bad. Im Westen und Osten werden Balkons vorgebaut. Im Dachgeschoß schließlich werden zwei Fremden- und zwei Mädchenzimmer, ebenfalls em Bad und ein Schrankzimmer untergebracht. Seiner Bestimmung ge­mäß wird das Haus zur Ausnahme besonders oberhesstscher Industrie und Kunst dienen.

Das Haus Gewin trägt einfacheren Vrllencharakter. In.

hervorragender Weise ist hier die Aufgabe gelöst, allen vier Fassaden ein geschmackvolles, immer gleich anziehendes Aeußere zu geben. Das Hans wird außer dem Erdgeschoß nur noch ein Stockwerk erhalten. Im Erdgeschoß werden Diele, Küche, Speisesaal, Wohnzimmer und Salon, un erften Stock zwei Fremdenzimmer, Schlafzimmer, Bad, Kinder­zimmer, Hatte und Scyrankzimmer untergebracht. Eine Ter­rasse mif Balkon wird an der Südseite angebaut werden, der überdeckte Eingang wird sich im Osten befinden. Gärt­nerische Anlagen werden auch dies Haus umgeben.

Das Odenwald haus wird von Prof. Sutter errichtet und wie das oberhessische Haus zweistöckig sein. Im Erd­geschoß sotten Vorplatz, Diele, Küche, Speise- und Empfangs­zimmer, sowie eine geräumige Loggia, im Obergeschoß Vor­raum, Bad, zwei Wohn- und zwei Schlafzimmer unterge­bracht werden. 'Das Dachgeschoß wird die Waschküche und vier weitere Zimmer enthalten.

Mle drei Häuser sollen erhalten bleiben, nach Schluß der Ausstellung also nicht abgerissen werden. Die Innenein­richtung sämtlicher zur Verfügung stehender Räume ist schon vergeben, mit dem Bau der Häuser ist begonnen worden. Wie immer wieder betont werden muß, sott auf der Ausstellung weniger Prunk, nur auf den Effekt Berechnetes gezeigt wer­den. Es sotten viellnehr praktische Gesichtspunkte in erster Linie zur Geltung kommen.

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Eine unterirdische Zeitung. Die Londoner Unter­grundbahn wird von einer w großen Menschenmenge benutzt, daß sich an ihren Stationen unter der Erde eine ganze Stadt im Kleinen gebildet hat. Da gibt es Cafes. Bars imh

Pvstbureaus und Buchladen, Tabakläden und Friseursalons, Lists und Schuhputzer. Ein englischer Journalist ist nun auf den mge- niösen Einfall gekor.unen, auch eine mtterirdische Zeitung zm gründen, die unter der Erde gedruckt und verbreitet wird und in diesen dunkleren Gegenden weithin Erleuchtung bringen soll. Seine Abonnenten glaubt der Herausgeber unter den 240 Millionen Menschen, die alljährlich von der Londoner Untergrundbahn be­fördert werden, schon zu finden. Besonders hofft er auf dre Unterstützung der Frauen, die in seinem Blatt nicht nur bie volle Befriedigung ihrer Neugier erlangen werden, sondern denen auch in dem riesigen Format der neuen Zeitung ein Schutz geboten werden soll, hinter dem sie sich in der Bahn vor allen indiskreten Blicken der Däanner verbergen können. Das Blatt ftihrt den Titel Der Maulwurf", womit die eigenartige Stellung der Zeitung recht gut bezeichnet wird.

Kleine Kunstchronik. Enriw Caruso wird, toitf dieFrkf. Ztg." hört, vom 31. Oktober bis 2. November irw Frankfurter Opernhaus ein Gastspiel absolvieren. Deo Künstler wird inAida" undRigoletto" auftreten. Jmt Marmor-Palais zu Potsdam hat die Konzertsängerin Leontine de Ahna vor den kronprinzlichm Herrschaften mit großem Er­folge gesungen. Der Zustand des Komponisten 'Ignaz Br ülls ist dermaßen, haß sein Ableben stündlich erwartet wirb.

Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Lite­raturfreunde (Herausgeber: Dr. Josef Ettlinger. Verlag: Egon Fleischel u. Co., Berlin W. 35), Ziveites September-Heft. Paul Bekker: Dichterkomponisten. Gustav Falke: Wilhelm Holzamer. Ä. von Ende: Amerika und seine Erzälster. Wilhelm Holzame r: Lyriker und Halblyriker. Albert Geiger: Der Weg zurl Form. Otto Knapp: Die nwdernew Preziösen. Echo der Zeitungen und Zeitschriften. Äurae' Anzeigen. Nachrichten. Zuschriften. Der.chcrmartt.>