Ausgabe 
12.10.1907 Viertes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

157. Jahrgang

Viertes Blatt

fr. 240

V

Erscheint tSgltch mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für GberheW

HOIKE

auf dem Lande

denn es gibt in

Barffistätler Möbelfabrik, Darmstadt I

gewünscht wird.

Die Gemeinde beurteilt den Lehrer längst nicht mehr 1£ nach dem, was er innerhalb der Schulwände leistet, 18

Löwesgasse 3 und 5

Seltersweg 38

Gegründet 1868

früher Wilhelm Reibersches Geschäft

11

ILaMgjährige Garantie.

Frachtfreie Lieferung.

Feinste Referenzen,

-Y»W

*

Ausbildung Ungarn und man in die wenn ihnen hängt!

In den

Gardinen » Rouleaus o Dekorationen » Teppiche »

i

Städten, in denen Handel und Industrie entwickelten, ist dieser Fortschritt unserer

Verkehr! Im «Volke sollen sie arbeiten, im Volke sollen sie auch geschult werden für die Ausgabendes größeren Deutschlands", wie unser Kaiser sagt.

Telefon -75

mit elektrischem Betrieb

TieSiebener Famllienblätter" werden dem Anzeiger* oiennal wöchentlich beigelrgt, das 'ttretsdlatt für den Kreis Giehen" zweimal wScheiUlich. Der ..hessische Landwirt" erscheint awnatlid) einmal,

nach der Provinz Sachsen, ja selbst nach England; und unsere Lehrer? Die steckt Internate früherer Klöster. Kein Wunder, diese veraltete Ausbildung zeitlebens an-

als lesen und

Unser Volk und seine Volksschullehrer.

Um das für Hessen vorgesehene neueLehrersemi- nar bewarb sich eine ausfallend große Anzahl von Städten und Städtchen. Die betreffenden Stadtverwal­tungen scheinen zu übersehen, daß man gerade ein Semi-

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion: ^^112. Teü-Adru An-eigerGießen.

man nicht in den Lehrplan der Schule aufnehmen kann. Engherzige, kleinbürgerliche Naturen sind da nicht am Platze. Deshalb ist es vollständig verkehrt,^ die Lehrer an abgelegenen, kleinen Orten auszubilden, an denen sie sich kaum etwas absehen können und in der Haupt­sache auf das Studium der Bücher angewiesen sind. Unse­rem Bildungswesen -hängt noch die Schale der Entwick­lung an. An Steile der Klöster entstanden vielfach die Internate mit ihrer klösterlichen Einrichtung. Aber auch da, wo man diese Seminarbauten verläßt, bleibt man mit diesen Lehrerbildungsanstalten in vom Verkehr ab­gelegenen Städtchen, während draußen das Leben pul­siert, Riesenwerke der Industrie entstehen und eine neue Zeit längst ihren Einzug hielt. Deshalb: Heraus mit unseren Lehrern unter die Menschen, in den

Samstag 12. Oktober 1007

Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen Unwersitats Buch- und Steindruckerei.

9t Lange, Gießen.

Ethmann-Hollweg hinsichtlich der Beamtcnpetitionen, der var nicht direkt die Beamtenpetitionen verbot, aber doch wmlich ungeschminkt aussprach, daß solche sich mit dem Wiste der Beamtendisziplin nicht recht vereinbaren ließen. >er Erlaß ist damals scharf kritisiert worden, man hat )n aber keineswegs zurückgenommcn, vielmehr haben sich ndere Ressorts diesem Vorgehen angeschlossen.

Nunmehr hat es bekanntlich auch der jetzige Eisenüahn- rinister Br citenbach getan, der sich in einem Erlaß egen die Gründung eines Verbandes der höheren tcchni- chen Verwaltungsbeamten der preußisch-hessischen Staats- isenbahnen ausgesprochen hat. Dieser Erlaß ist in die Öffentlichkeit gedrungen und hat gleichfalls eine lebhafte Kritik hervorgerusen, in dem dabei allseitig sestgcstellt ?urde, daß dieser einer Einschränkung der der staatsbüeger- ichen Rechte eines Teiles der Beamtenschaft gleichkommc. sii einem längeren Communiquö, das in derNordd. lllg. Ztg." veröffentlicht wird, sucht sich der Minister dieses Vorwurfes zu erwehren, indem des langen und »reiten aujgezählt wird, wie viele Vereine und Verbünde nnerhalb der Beamtenschaft beständen und daß dadurch wr Beweis erbracht sei, daß das Ministerium keineswegs >eabsichtige, die Vereine oder die Vereinstätigung feiner Angestellten zu verhindern. Gleichwohl aber wird zu- legchen, daß der Minister gegen die Gründung eines verband es der höheren Techniker der Staatsbahnen sei, ndem er sich auf eine Flugschrift beruft, aus der der 'Minister die Ueberzeugung gewonnen habe, daß der Ver­band durch Entfaltung einer weitergehenden Agitation -isher nicht erfüllte Forderungen gegenüber der Staats- öahnverwaltnng durchsetzen wolle, was zu einer Verschär­fung des Gegensatzes gegenüber dem Berwaltungsbeamten >es Ressorts führen, müsse.

Diese Argumentierung macht einen mehr als seltsamen Eindruck. Die höheren technischen Beamten haben genau wie feder andere Staatsbürger das Recht, sich zur Hebung ihrer materiellen Lage zusammenzuschlicßen und niemand kann etwas dagegen einwenden, wenn diese Bestrebungen in den angemessenen Bahnen bleiben. Gerade die höheren Techniker haben allen Anlaß, für eine Hebung ihrer Lage einzutreten, weil in der Eisenbahnverwaltung die Ju­risten ungemein bevorzugt und auch weit schneller be­fördert werden, während man an die technischen Beamten in Bezug auf ihre Kenntnisse die allerstrengsten Anforde­rungen stellt und sie nur sehr sehr langsam höhere Staf­feln erklimmen läßt. Ein derartiges Verhalten eines Mi­nisters, wie es Herr Breitenbach beliebt, muß sowohl in Veamtenkreisen wie auch in der weiteren Oeffentlichkeit einen wenig günstigen Eindruck machen und man wird wohl auch mit ihm im Abgeordnetenhause darüber noch ein Wörtlein reden.

rascher sich .

Zeit noch viel auffallender. Das ABC zu lehren, ist eigentlich für einen Lehrer keine ausschließliche Arbeit mehr, die Zukunft liegt in der Ausgestaltung der freien, nicht schulgemäßen Volksbildung, in dem, was man den Erwachsenen bietet, und was von ihnen ja auch überall

das das Vu- gibt das

Schulehalten ebenso wenig wie für den Geistlichen Predigen oder den Bürgermeister die Besorgung der reauarbeiten. Das war einmal! In jedem Dorfe cs auf dem Gebiete der Volksbildung gar manches,

schreiben lernen. Es dürfte sich kaum ein Stand finden, der so sehr von der Wahrheit dieser Behauptung über­zeugt und so mit dem Volke verwachsen ist, wie der der Volksschullehrer. Im Genossenschaftswesen, ini Obst- und Gartenbau, in der Bienen- und Geflügelzucht, in Krieger-, Gesangs- und Volksbildungsvereincn möchte man die Ar­beit der Lehrer nicht mehr entbehren. Geistliche und Lehrer sollen mit ihren Gemeinden fühlen, für sie leben, mit ihnen Freud und Leid teilen. Es ist eine bekannte Erfahrung, daß Dörfer, in denen der Bürger­meister, der Pfarrer und der Lehrer cs mit ihrer Pflicht weniger ernst nehmen, in sittlicher, moralischer Bezieh-

in grösster Auswahl zu billigsten Preisen.

Ein Posten gelegenheitsweise aussergewöhnlich billfg

Reamtensürsorge.

ßinc der wichtigsten Vorlagen der kommenden Land- igssession bildet bekanntlich die Regelung der Beamten- chälter, die sich als unabweisbar notwendig erwiesen it. Jahrelang hat es gedauert, bis soweit gekommen k, die Regierung hat sich gar sehr dazu drängen lassen, as ihrer Würde eigentlich wenig entspricht, denn es ur klar, daß bei der Verteuerung der Lebensführung und 'X dadurch allgemein bedingten Erhöhung der Löhne und ehülter in den privaten Betrieben, die Regierung hätte oran gehen müssen, anstatt zurück zu stehen und gewaltig achzuhinkcn. Man kann nicht behaupten, daß die preußische .egicrung trotz ihrer hohen Einnahmen hinsichtlich ihrer ürsorge für bie*mittleren und unteren Beamten sehr frei- ebig gewesen wäre und es ist ihr deswegen mehr als cin- :al im Parlament von Angehörigen aller Parteien gehörig er Text gelesen worden. Bei diesen Debatten stützten sich ie Abgeordneten nicht selten auf die von den Beamten^ c reinen ausgegangenen Petitionen, die von jeher der Re- ierung ein Dorn im Auge gewesen sind. Es folgte der r kannte Erlaß des damaligen Ministers des Innern von

ung rückwärtsgehen.

Die Lehrer sollen in die Gemeinden Anregung bringen. Das ist aber nur möglich, wenn sie mehr ge- ehen und tüchtiger gearbeitet haben als die Mehrzahl der Ortseinwohner. Man sagt gewöhnlich:Wer nicht hin­auskommt, der kommt auch nicht heim." Das paßt be- onders für unsere Lehrer. Die Lehrer müssen deshalb an Plätzen ausgebildet werden, an denen man sich etwas ürs Leben absehen kann. Wer schon einmal hineingesehen hat in eine, wenn auch kleine, aber gut geführte Vauerei, in ein richtiges Geschäft, wird zugcben: Zu einem tüch­tigen Bauer, zu einem Handwerker, der bei dem jetzigen Wettbewerbe bestehen will, gehört sehr viel. Wer diesen Leuten und der kommenden Generation etwas Besseres, etwas Anregendes bringen will, muß eine vorzügliche Aus­bildung besitzen. Bücher allein tun es heute nicht mehr. Unsere vermögenderen Landwirte des Odenwaldes, der Wetterau und Pfalz schicken ihre Söhne zur beruflichen

Käufer o 4$ nm

nar nicht mehr nach einem kleinen Orte verlegen kann. An die Lehrer stellt man in Stadt und Land so viele An-, fordcrungen, daß ihre Ausbildung unter allen Umstän­den nicht rückständig, sondern zeitgemäß sein muß. Der Volksschullehrer hat heutzutage nicht bloß Schule zu halten, sondern er gehört ins Volk. Gerade auf dem Lande werden die Lehrer zu allen möglichen Arbeiten heran-, gezogen und das mit vollem Recht, dem Gemeindeleben noch Wichtigeres,

bloß nach dem, was er innerhalb

sondern nach der Art, wie er im Leben seinen M an n st e l l t. Es gibt Lehrer, die in der Schule recht fleißig arbeiten, und mit denen die Gemeinden trotzdem keineswegs zufrieden sind. Die Fühlung mit dem Volksleben fehlt. Für den Lehrer genügt

Kandel.

Monatliche Bankbilanzen in Argentinien. Das Parlament der Republik bat einen Gesetzentwuri Dotiert, aus Grund dessen alle Banken verpflichtet werden, monatliche Bilanzen zu veröjfentlichen. Alle anderen AktiengeseUschasten müssen nach diesem Gesetz vierteljährliche Bilanzen m die Oeffentlichkeit bringen.

Ausznz ms Sen ÄsMsallüsrrMttll ürr Stsht (Mtijfu.

Aufgebote.

Oktober. 8. Georg Staub, Lokomotivheizer, mit Katharine Döpier,' beide dahier. 9. Karl Schlitt, Stationsdiatar in Bad Münster am Stein, mit Minna Rinn dahier. 9. Christoph Steih, Streckenarbeiter, mit Auguste Teckmann, beide dahier. 9. Leonhard Wagner, Metzger, nut Frieda Winzenburg, beide dahier. 9. Wil­helm Heinrich Kunz, Kaufmann dahier, mit Elise Karoline Klara Frank in Butzbach. 10. Georg Heinrich, gen. Wilhelm Neeb, Bahn- nrbeiter, mit Marie Mattern, beide dahier. 10. Georg Geiß, Monteur, mit Philippine Schomber, beide dahier.. 10. Max Her­mann Blau, Kaufmann dahier, nut Ai arte Elisabeth Schurtz in Barm-'n. 10. August Alwin Eistel, Kaufmann dahier, mit Katha­rine Kratz in Nled'er-Ohmen. 11. Friedrich Martin Lichtenthäler, HüliZmaschiuenwärter dahier, mit?Margarete Katharme Schuster m Heppcnhenn.

Cheschlicsittttgeu.

Oktober. 5. Albert Hatz, Erdarbeiter, mit Margarete Guckels- berger, beide dahier. 5. Heinrich Preutzer, Wagenwärter, mit Elisabetha Kult, beide dahier. 5. Friedrich Diederichs, Gärtner, mit Johanna Distel, beide dahier. 5. Wilhelm Becker, Schmied, mit Marie Diehl, beide dahier. 5. Edmund Helbing, Brauer, mit Elisabetbe Jung, beide dahier, b. MarNn Heußner, Fuhrknecht da­hier, mit Anna Barbara Pi eh m Ilschhausen. 7. Karl Schalk, Kaufmann m Frankfurt a. M., mit Balenüne Rathmacher dahier. 9. Max Höpiner, Sattler in Hannover, mit Luise Göbel dahier. 11. Sally Eichenbaum, Katismann m Mannheim, mit Selma Grünebaum dahier.

Goboreuc.

September. 23. Dem Taglöhner Heinrich Lenz ein Sohn, 5karl. 30. Dem Bahnarbciter Wilhelm Ackiller eine Tochter, Auguste Katharine. Oktober. 2. Dem Schneider Heinrich Loos ein Sohn, August Heinrich. 3. Dem Maurer Heinrich Brück ein Sohn, Hein­rich Adam Philipp. 4. Dem Postschaffner Friedrich Heinrich Wetder ein Sobu, Georg Harts. 4. Dem Oberpostpraktikanten Walter Off haus eine Tochter, Gerda Elisabeth Charlotte. 5. Dem Kaus- mmm Konrad Ben. er ein Sohn, Friedrich Wilhelm Karl Rudolf. 6. Dem Rangierer Adam Dürr eine Tochter. 10. Dem Eisenbahn- Kassenkontrolleur * Emil Schlicht eine Tochter, Anna Lieselotte Therese.

Gestorbene.

Oktober. 5. Johannelte Oppenheimer, geb. Schönthal, 81 Jahre, alt, Bleichslraße 32. 6. Franz Eberhard Brunke, 3 Atonate alt, Laiidgraf Philipp-Platz 6. 6. Katharine Schmidt, geb. Wollrab, 74 Jahre alt, Bnlmhoistraße 34. (>. Friedrich Schlicht, 60 Jahre alt, Bremser i. P., Ludwigstraße 62. 9. Anna 'Mathilde Schmidts 3 Monate alt, Lelhgesteruer Weg 23. 11. Marie Frank, 2 Jahre alt, Kais er-Allee 30.

Komplette Zimmer*- und Wohmmgs - Einrichtungen sowie EmzeE

in allen Stil- und Holzarten.

Zur Umzugszeit empfehle:

X1 Ä' a in der Entwicklung oder beim Lernen zurück- bleibende Kinder, sowie blntarmc, lich matt- fühlcnde und nervöse überarbeitete, leicht erregbare und wuhzeitig. erschöpfte Erwachsene gebrauchen als KräftigungsmMel nnt nroBcm Erfolg Dr. Hommel's Hacmatogcn. r r .P u»

Der Appetit erwacht, Vic aelstigcn uno rorpcrlrlpen Graste werden raüv gehoben, das (KesamL-Rerverspstem gestarrt.

Man verlange iedoch ausdrücklich das echte Dr. Hommci o Hacmatogen und lasse sich keine der vielen Otachahmungen ciutrcoen.

Meldeloergertitr. 129.

Fabrikationsbetrieb bedeutend erweitert. Neueste Holz- g trocknuugsanlageu mit bewegter Luftzirkulatiou.

Grösste existierende übersichtlich arrangierte

Ausstellung ca. 386 Zimmereinrichtungen, I

in allen Preislagen.

Freilieierung - !Gjährige Garantie - Sonntage gcölf. von II! Uhr. | Man verlange Preisliste und Abbildungen |

(Photographische Aufnahmen der einzelnen Zimmer.) b^fs |

Die nach- A sind Sonntag, den 13. Gkt. von

stehenden QvL ck- LV 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen. D13/i0

Effi. Arndt, Bahnhofstr. 39. Dr. Slipper, Wilhelmstr. 2. iJr. ideyerhoff, Süd-Anlage 7.

Sonntag von 49 Uhr

Nur offen. |

1870 i