Nr. 2-0 Zweites Blatt 157. Jahrgang
Dienstag 10. Dezember 1907
Ersckrewi tügltch mü Ausnahme des Sonntags.
Tte ^Sietzener ^amllicndlStter- werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich betgel ;qt, das ^LrelrdltM fät den Kreis Gießen" zweimal wSchenrUch. Der ..hesstiche Landwirt" erscheint «onLÜlch einmal
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RokattonSdcuck und Derlag bei Vrüh lachen Uniöerfuäts - Buch- und 6tvtzibruderet R. Lange, Bietzen.
Redaktion, Expedttwn und thrudtret; Gchul- firafee ? ExpediNon und Skriag tyg^ 6L Redaktion: LM-HL. Tel-Adr. An-ergerGu-tzen.
Der Ktöeitermavgel in der deutschen Laub- wirtschaft.
Die Frage, wie dem Arbeitermangel in der deutschen Aandwirtschast mit einheimischen Kräften aügeholfen werden könne, Ist von großer Bedeutung geworden. Gelingt es nicht bald, sie zu lösen, werden schließlich Kulis heran- gezogen werden müssen. Hier und da mußte schon zu polnischen Arbeitern aus den: Reich und Galizien, ^u Rumänen und Kroaten gegriffen werden, was unerfreulich genug war.
Da ist denn die nächste Unterfrage die: Sind denn einheimische Arbeiter in genügendem Maße vorhanden? und wenn diese Frage, wie wir glauben, zu bejahen ist: wo sind sie? und werden sie sich für unsere Zwecke gewinnen lassen?
In den Städten haben sich viele arbeitstüch- £.eu^.e ^gesammelt, die gar nicht oder nur wenrg beschäftigt sind, und durch Zuzug vom Lande lvächst chre Zahl fortwährend. Zum zweiten gibt es in den armen Gebirgsgegenden Kleinbauern, die auf ihren Zlverg- wirtfchaften ein kümmerliches Dasein führen und deren Tatkraft mangels ausreichender Beschäftigung mit der Zeit erlahmt. ÄuS beiden Gruppen sind die Arbeiter zu gewinnen, denchetref senden Personen selbst und der Landwirtschaft zum Segen. Wir möchten annehmen, daß aus den- helbcn auch Leute genug gewonnen werden können. Aber wie?
Da meinen wir, daß zunächst der Bedarf an Arbeitern für je einen größeren Bezirk im einzelnen genau sestzustellcn untre, der Bedarf an ständigen Arbeitern (Knechten, Aiägdeu) sowohl, als an unständigen (Saison- arbeiteru. Tagelöhnern) und daß dies am besten durch das Zusammen wirken großer landwirtschaftlicher Verbände mir den Gemeindebehörden zu geschehen hätte, weil so auf die zuverlässigste und wenig Lostspullige Art.
Steht das Bedürfnis und stehen die Arbeitgeber, die sich zur Beschaffung von Arbeitern der Vermittlung des Verbandes bedienen wollen, fest, dann hätte sich der Verband mit den Arbeitgebern über die Art und Höhe des Lohnes, den Tarif, zu benehmen und sich die Anwendung zusicheru zu lassen.
Können bem Arbeitswütigen auskömmliche und gute Arbeitsstellen in der Landwirtschaft nach gewiesen werden, ; so kommt es daraus an, den in den Städten und den Land- orten überflüssigen arbeitsfähigen Personen die Vorzüge der Beschäftigung in der Landwirtschaft durch Belehrung nahe zu bringen und sie vor den mannigfaltigen Gefahren der Städte zu warnen.
Ganz ohne Erfolg wird es auch nicht bleiben, wenn un- Semittelte Kleinbauern oder sonstige geringe Leute, die ausw andern wollen und nicht genug Vermögen zur Ansiedlung haben, von den über das Arbeiterbedürsnis in Der Landwirtschaft unterrichteten Behörden entsprechend bedeutet und darauf hingeführt würden, daß sie in der Heimat selbst das finden können, was sie in der Fremde suchen wollen.
And) sonst könnten Arbeitskräfte für die Landwirtschaft srei weroen, wenn der Satz „Arbeit schändet nicht" in allen BevölkerungSschichten mehr zur Geltung gebracht und er gU dem richtigen Satz „Arbeit adelt" durchgejetzt würde.
Kleine» Feuilleton.
— Geheimrat Professor Moritz Schmidt-Metzger t- Am Atontag mittag 1 Uhr ist in Frankfurt a. M. | Der bekannte Spezialarzt für Laryngologie Exzellenz Professor Dr. Moritz Schmidt-Merzler an den Folgen eines Scylagansalls, | der ihn vor einigen Tagen betroffen hatte, im Alter von 69 ' Jahren gestorben. Der Tahingeschiedene ist auf dem Ge- ■ biete der Hals- und Nascnheilkunde eine anerkannte Autorität 5 Don internationalem Ruf gewesen. Kaiser Wilhelm II. hat den Verstorbenen wiederholt in Anspruch genommen. Vor genau vier Jahren operierte er den Kaiser wegen eines Stimm! ippen- polypen mit günstigem Erfolg; er wurde darauf zum Wirkt. ' Geheimen Rat mit dem Titel „Exzellenz" ernannt. Professor Schaidt war dem Kaiser schon von früher her persönliey bekannt; der Frankfurter Spezialarzt fuhr, als Kaiser Friedrich : schwer krank in San Remo weilte, mit dem damaligen Prinzen Wilhelm in demselben Zuge an die Riviera, um n&en dem österreichischen Hofrat v. Schrötter ein Gutachten über das Kehl- kvpsieiden Kaiser Friedrichs abzug-eben. Der Verstorbene war ent heroor.agcnder Praktiker auf feinem Spezialgebiete und genoß Seit 9uit eines glanzenden Operateurs. Aus diesem Grunde fiel auch die Wahl Kaiser Wilhelms auf ihn. In der ärztlichen Wett hat er sich besonders durch ein groß angelegtes Lehrbuch über die Kraßheiten der oberen Luftwege bekannt gemacht, das in dritter Auflage erschienen war. — Geboren wurde Moritz ! Schmidt in Frank,urt a. M. im Jahre 1838; feine Studien absolvierte er an den Universitäten von Göttingen, Wien, Berlin und Utrecht. Reisen nach England unb Frankreich erweiterten sein Wissen. Erst im Jahre 1887 widmete er sich seinem Spezial- fache. Im Jahre 1888 wurde er zum Sanitätsrat, 1892 zum Tamatprosessor und 1899 zum Geh. Medizinalrat und Ehren- mitgäd), des Königlichen Instituts für experimentelle Thei.apie in seiner Vaterstadt ernannt. Außer seinem Lehrbuche hat er noch eine Reihe kleinerer Schriften aus seinem Sondergebiete veröffentlicht. Die Beerdigung von Geheimrat Professor Schmidt-Metzler findet Donnerstag, vorm. 9 Uhr, vom Sterbe- Haus Schaumainlai 15 aus statt.
— Kleine Chronik aus Kunst undWissenschaft. Der frühere Feulllelon-Redakwur der Berliner „RcU.-Ztg.", St a r 1 Frenkel, erhielt zu fernem 80. Geburtstage außer dem Prowssor- Tilel Glückwünsche vom Fürsten Bülow und Kultusminister Dr. Holle sowie vom Herzog von Meiningen und von Freifrau v. Heldburg, des Herzogs Gatlnr. — Im Reuen Theater zu Berlin gab Henry Bernsteins a c c a r a t", eine Boulevard-Tragödie von großer Raffiniertheit, Frau Reisenhofer und Herrn Schroth Gelegenheit, zwei pompöse Rollen zu schaffen. Dieses Stück des Verfassers des „Dieb" wurde nut nicht ungetrübtem Äeüall hmgenoinmen. — „Hochzeit" ist der Titel eines neuen, tunt- aktlgen Dramas von Emil Strauß, dem befamuen Roman- schrrttsteller, dem Verfasser von „Freund Hain", „Kreuzungen" u. s. iv. Das Wert wurde für die Kammerspiele des Deutschen Theaters zu Berlin erworben, wo es Anfang Januar zur Uraufjührung Gelangt. — Ter P h i l h a rm o n i s ch e Chor zu Berlin beging am Montag fern LSjähriges Jubiläum durch eine Feslaust Ahrung von Bach's h-moll-Diehe. Der Dirigent Siegfried Ochs wurde durch ein Glückwumchschreiben des Kaisers und durch den Roten Adlerorden IV. Klasse ausgezeichnet. Heule stndel em Festbankett zu 800 Gedecken stau.
I Auch grobe Arbeiten sollten nicht verachtet und in aus- I gedehnterem Maße von denen, die sich, den Luxus gestatten rönnen, sie burd) andere verrichten zu lassen, ausgenommen werden. Außer dem Gewinn für unseren Zweck würde dadurch dem Hochnrut Abbruch getan und die Annäherung der verschiedenen Stände untereinander befördert.
Den Landwirten möchte zu empfehlen fein, auch den unständigen Arbeitern bei längerer Dauer der Arbeit ausnahmslos Führungszeugnisse auszustellen und bei der Annahme die Vorzeigung solcher zu fordern.
Ans nno LN2T0.
Gießen, 10. Dez. 1907.
** Vom Gr o ßh. Hof. S. K. H. der Groß Herzog empfing am Montag mittag 1 Uhr den Königlich Vayr. außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Freiherrn von Ritter zu Grünstein in besonderer Audienz, bei der Staatsminister Ewald zugegen war. Rach Schluß der Audienz fand Galatafel zu 28 Gedecken im Weißen Saale statt, stm 1273 Uhr hatte I. K. H. die Großherzogin den Gesandten im Neuen Palais empfangen.
** In Audienz empfangen wurden von S K.H. dem Groß Herzog am Samstag u. a. Gewerberat Dr. Gerhard von Gießen, Lehrer Will von Rendel, Real- schuldirektor Dr. Pitz von Lllsfeld, Landgerichtssekretär Schmuttermaier von Gießen, Direktor Dr. Störiko von Gießen und Seminardirektor Dr. Schäfer von Friedberg.
** Landwirtschaftskammer. Wie uns von der Landwirtschastslammer mi-tgeteiU wird, ist die in verschiedenen Zeitungem (nicht im Gieß. Anz.) verbreitete ddotiz, wonach die Tag un g s kosten der Landwirtschafts-Kammer mit 80 000 Mk. vorgesehen seien, gänzlich unrichtig. Im Voranschlag der Landwirtschaftslammer ist überhaupt kein besonderer Betrag für die Tagungskosten der Land- wirtschaftskaurmer enthalten. Die gesamten Verwaltungskosten stellen sich nach dem Voranschlag nicht wesentlich höher als die Verwallungskosteu des seitherigen Landwirt- schastsrats und der lairdwirtschaftlichen Vereine.
** Eine i nteress ante Enteignuugsfrage. Anläßlich der Bahnhossumgestaltung in Darmstadt hat der Eisenbahnftskus Gelände zum Zwecke der Errichtung von Wohnhäusern für höhere Werkstättebeamte enteignet. Unser hessisches Gesetz b-ezw. die hessische Rechtsprechung hat kein genügendes ?Raterial, so daß die Frage analog des preußischen Gesetzes entschieden wird. Speziell eine Lluslegung, ob zu Zwecken der Erbauung von Wohnhäusern für höhere Werkstüttebeamte enteignet werden kann, ist bis jetzt noch nicht erfolgt. Es handelt sich dabei uan eine Kollision von öffentlichen und privaten Interessen. Es sei noch daraitf hingewiesen, daß auch im preußischen Landtag bei der Beratung des Enteignungs-Gesetzes Bedenken gegen den Absatz 3 laut wurden, auf den sich der Fiskus bei. der hiesigen Enteignung stützt.
** T e ch n i s ch e H 0 ch s ch u l e. S K. H. der Großherzog haben den ordentlichen Professor am eidgenössischen Polytechnikum zu Zürich Hch. Kayser zum ordentlichen Professor für das Jngenieurfach I (Statik und Eisenbau) an der Technischen Hochschule zu Darmstadt ernannt.
** Personalien. Der Aushiljediener bei dem yauptsteueramt Darmstadt Joh. Karl Hch. Kraft aus Gonterskirchen wurde zum HauptsteueramtSdiener bei dem Hauptsieueramt Darmjradt ernannt.
** Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evang. P f ar r stelle zu Dalsheim mit Bermersheim; die evang. Pfarrstelle der Landpfarrei Mainz; die evang. Pfarrstelle zu Angersbach; die evang. Pfarrstelle zu Brauerschwend: den Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach steht das Präsentationsrecht zu.
** Bei der Landesversicherungsan st alt Großh. Hessen sind n. d. Darmst. Ztg. im November 202 R e n t e n g e s u ch e (191 Invaliden- und Krankenrentenanträge, sowie 11 Altersrentenantrüge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 325 Rentengesuche, so daß 527 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 227 durch Rentenbewilligung (204 Invaliden-, 12 Kranken- und 11 Altersrentengesuche); 57 durch Ablehnung, weil unbegründet (50 Jnvalioenrenten- und 1 Altersrentengesuch), 8 durch andere Weise — Zurücknahme usw. — (8 Invaliden- und Altersrentengesuche), zusammen 292, so daß 235 Gesuche als Unerledigt auf den Dezember übernommen werden mußten. Ferner wurden im November 328 Anträge auf Beitrags-Erstattung gestellt, und zwar 286 infolge Heirat weiblicher Versicherter (§.), 37 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 5 wegen Bezugs von Unfallrente (IL). Unerledigt wurden übernommen 102 Erstattungsanträge, so ' daß zu bearbeiten waren 430 Gesuche. Bewilligt wurden 318 Anträge (286 H., 31 T. und 1 U.), abgelehnt wurden 16 Anträge (11 H., 4 T. und 1 U.). Unerledigt blieben 96 Erstattungsanträge (83 H., 10 T., 3 U.), die auf den Dezember übernommen wurden.
** In der freien landeskirchlichen Vereinigung sprach gestern abend vor ziemlich zahlreicher Zuhörerschaft Pfarrer Lie. Fuchs von Rüsselsheim über das Wesen der ch r i st l i ch e n Frömmigkeit. Der Redner suchte in seinen interessanten Ausführungen die Frage zu beantworten, ob ein wissenschaftlicher Beweis für die Existenz Gottes möglich sei und kam zu der Antwort, daß dies nicht der Fall sei. Nur dik eine Tatsache stehe fest, daß zahlreiche Menschen da sind, die Gott als gewiß vorhanden annehmen. Dieser Glaube ist so stark und fest, daß selbst die Anhänger des Materialismus, die die Existenz Gottes leugnen, in ihrem Glauben an das die Welt beherrschende 9katurgesetz eine Art Gottesglauben besitzen. Wenn man auch das Dasein Gottes nicht beweisen kann, so ist er doch unzweifelhaft vorhanden, denn etwas,
Es ist unzweifelhaft, daß hinter den Erscheinungen der Welt etwas perföliliches vorhanden ist, das sie beherrscht. So ist die Frage nach Gott, die Frage „beherrscht ein Wille die Welt?"' Die Antwort darauf kann nicht die Wiisenschaft geben, denn der Gottesglaube, die Religion, ist etwas persönliches, das man innerlich erleben muß. Man erlebt, daß ein Plan vorhanden ist, der die Welt beherrscht, Sehen kann man dies nicht durch die Wissenschaft, sondern nur persönlich innerlich erleben. So ist die Religion und der Glaube an Gott etwas durchaus persönliches und der Weg zu Gott geht nicht durch die Heb erlief er ung der Kirchen, sondern durch das innere Leben des Menschen. Dieser Gottesglaube ist gefestigter, als wenn wir uns den Glauben von der Autorität verbürgen lassen. — Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine sehr anregende Diskussion.
** Fräulein Achterberg, die ausgezeichnete Heroine unseres Stadtlheaters, ist, wie wir zu unserem Bedauern hören, an das H 0 ftheater zu Ko bürg für d'.e nächste Spielzeit engagiert worden. Wir verlieren also mit Ende dieses Winters ein grobes Talent und können nur wünschen und hoffen, daß ein gleichwertiger Ersatz für sie gesunden werden möge.
** Fidelio-Ausführung. Die Angabe des heutigen Theaterzettels, der in der Voranzeige der Fidelio-Vorstellunq deren Beginn aus 8 Uhr feslsetzt, ist dahin zu berichtigen, daß die Vorstellung pünktlich um 7 Uhr anfängt. Rechtzeitiges Erscheinen ist zu empfehlen, da während der Ouvertüre, wie auch bei offener Szene die Türen zum Zuschauerraum geschloßen gehalten werden.
*♦ Literarische Festgeschenke. Hnfer bekannter heimischer Verlag Emll Roth hat unter diesem Titel ein Verzeichnis seiner Verlagswerke erscheinen lassen, die sich als Festgaben besonders empfehlen. Das hübsch ausgestattete Bändchen wird an Interessenten unentgeltlich abgegeben und enthält namentlich auch hessische Verlagswerke, die ja der Roth'sche Verlag mit besonderer Vorliebe verlegt.
Kolosse um. Am gestrigen 9. Tag der internationalen Rin g kampf-Kv n kurr enz sanden zwei große Entscheidnngs- kämpfe statt. Als erstes Paar rangen Halli Dalli gegen? Van der Beek. Dies war dec schönste Kampf der ganzen Konkurrenz. Beide Gegner, die an Kraft und Gewandtheit ebenbürtig sind, griffen sehr scharf an. Jeder Angriff wurde großartig pariert, bis es endlich Van ber Beek gelang, den Türken durch Eindrückeic ber Brücke auf beide Schultern zu bringen. Van der Beck siegte in 38 Minuten. Richt enden- wollender Applaus lohnte den Sieger. Das zweite Paar, Illa be Noir gegen Charles Sers, zeigte ebenfalls zwei an Kraft und Gewandtheit ebenbürtige Gegner. Man wußte nicht, wen man mehr bewundern sollte, Serf als stetigen Angreifer oder Illa de 9toir, der jeoen Angriff geschickt zu parieren wußte. Serf gelang es, nach 48h2 Minuten den Neger durch Achseldurchzug zu besiegen. Sieger und Besiegter wurden wiederholt vor die Rampen gerufen. Heute Dienstag ist der letzte Tag; cs ringen Van der Beek gegen Serf um den 1. und 2. und Halli Dalli gegen Illa be No-.r um den 3. und» 4. Preis. Anschließend folgt die Proklamierung der Sieger und Preisverteilung. Morgen, Mittwoch, beginnt der berühmte Dresseur Havemann mck seiner Raubtier gruppe ein kurzes Gastspiel im Kolosseum.
** Einbruch. In verflossener Nacht wurde in einem Hause des Schiffenbergerwegs ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Der Dieb stieg vom Garten her durch das Fenster der Speisekammer im Parterrestock ein, gelangte von da in die Küche und den Korridor und entwendete ein Paar Stiefel, zwei Anzüge, einen lleoerzieher und drei Würste. Anscheinend hat derselbe Täter vorher in der Stephanstraße einem K'eller einen Besuch abgeftattet, wo er Aepfel und sonstige Eßwaren sich aneignete.
* * Gestohlen. Aus einer Ho freite in der Wejer- straße wurden in verflossener Nacht 11 Paar schwarze Strümpfe, die zum Trocknen aufgehüngt waren, gestohlen.
* * Verhaftet. Wegen Unterschlagung von Kunoen- geldern wurde heute der Kutscher einer hiesigen Bierhandlung in Haft genommen. Er hatte die eingenommenen Gelder, ailstatt abzuliefern, in leichtsinniger Gesellschaft verjubelt.
* * Unfug. In der Nacht zum Montag ertappte ein Mann ber Wach- und Schließ gesellschäft einen Arbeiter dabei, als er am Seltersweg in einem Geschäftshause die Glasscheibe an der Ladentür zertrümmerte. Er übergab den Täter einer Schützmannpatrouille.
cP Klein-Linden, 9. Dez. Aus Anlaß des 1. Vortragsabends der Heimatvereinigung war am Samstagabend der Saal zur „Deutschen Eiche" dicht besetzt. Das Thema des Abends „Wunder des Weltalls" über das Professor K 0 0 d - Gießen sprach, hatte eine große Anziehungskraft ausgeübt. Die hochinteressanten Ausführungen des Redners ernteten wiederholten lebhasten Beifall. Besonders gelungen waren die Lichtbilder, die die Beschaffenheit der Mondobersläche illustrierten. Nach einer kurz-en Pause setzte der Vortragende seine Lichtbildervorführungen fort. Er zeigte jetzt die Beschaffenheit der Sonne, Sonnenfinsternisse, Sonnenflecken, Vorgänge auf der Sonne usw. Im Laufe des Winters finden noch drei Unterhaltungs- bezw. Vortragsabende statt.
(-) Lauterbach, 8. Dez. Für den nach Erainfeld versetzten Lehrer Jockel wurde Schulverwalter Klein mit der Versetzung der Lehrerstelle an der hiesigen Volksschule beaufll.gt.
was da. ist, was. man EtiiU, lwauM mag ÄA yi deweuLn. l ui m GastdE an Racü.
X Herbstein, 9. Dez. Vor einigen Tagen wurde hier der Arbeiter Ludw. Fuchs von Angersbach, der von verschiedenen Behörden wegen Betrugs und sonstiger Delitte steckbrieflich verfolgt wuroe, verhaftet. Unter jeinen verschiedenen Betrügereien spielte auch eme humoristische Szene. F. gab sich als Bediensteter eines beirachbarten Ho.es aus, für den er angeblich den/Austrag hatte; eine größere "Anzahl Schafe zu kaufen. Nachdem er mit verschiedenen Landwirten des Handels einig wurde, lud er sie zum sog. Weinkauf


