15?* Jahrgang
Zweites Blatt
Nr. 161
Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.
Die „Eietzener ZamiUenblStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Freitag 12. Juli 1907
Rotationsdruck und Vertag der Brühllschen UnwersitätS - Buch- und Vtetndruckerei.
5L Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition and Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Vertag i &&& 6L Redaktion: 112, Teb-Adr^ An-rLgerGtotzeru
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Von dem Briefe des Papstes hertzt.es, datz er ans „Tal] eher1 Berichterstattung und Denunziation" durch „geschäftige und lügnerische Zungen" beruhe. Die Erklärung vrotestiert gegen diese Verfolgimgssucht und gipfelt in folgenden Worten, bie des Geistes von F- X. Kraus würdig sind.:
„Es ist nicht wahr, daß diejenigen' deutschen Katholiken, welche Schell hochfchatzen und sein Andenken ehren, seine Lehren empfehlen wollen, soweit sie als dem katholischen Glauben nicht entsprechend von der Kirche erklärt werden sollten. Aber seinen Geist lieben wir, den Geist, der ehrlich die Wahrheit sucht, der alle Menschen mit Liebe umfaßt, der immer das Bessere, das Göttliche erstrebt und wie überall, so auch auf. dem Gebiete der Religion, dem wahren Fortschritte dient."
Zur PeterS-Affäre.
Berlin, 12. Juli. Herr von Bennigsen veröffentlicht in der „Post" eine Erklärung, wonach er nicht das geringste mit dem Tuckerbricf zu tun gehabt hat.
München, 12..Juli. Die Münchener Post veröffentlicht eine ihr von geschätzter Seite zugegangcne Ehrenerklärung des Dr. Karl Peters für Bronsart von Schellen- dorjf, datiert vom 10. Februar 1903 in Berlin. Karl Peters zieht darin den Vorwurf zurück, daß Bronsart der Falscher des Tuckerbriefcs fei, obwohl er das aus absolut einlvandsfreicr Quelle erfahren habe. Auch die weiter erhobenen Einwendungen gegen die Glaubwürdigkeit von Bronsart zieht Peters zurück.
Newport, 11. Juli. Giese brecht behauptet in einem Brief an einem IournalistNi, der Verfasser des ! sogenannten Tuckcrbriefes sei der Afrikareisende Clemens Dehn Hardt. Giesebrccht hat seine Reiseroute geändert und fuhr über Canada nach London.
Ausschluß Dr. grieLebergs aus der soz.-bcm. Pürier.
Berlin, 11. Juli. In der G c n er a l v e rsa m ui lu n g des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 3. Berliner Reichstags-Wahlkreis sland ein Antrag des Vorstandes auf Ausschluß des Führers der Anarcho- S o z i a l i st e n , des ehemaligen Stadtverordneten D r. F'öic deberg zur Beratung. Ter Vorstand des sozialdemokratischen Wahlvereins begründete den Ausschlußantrag damit, daß Friedeberg sich selbst mit seiner Erklärung außerhalb der Partei gestellt habe. Dr. Fricdcberg erklärte sich in seiner Verteidigungsrede theoretisch für den Arnarchismus. Die große sozialdemokratische Partei Deutschland habe bisher eine Verflachung des Klassenkampses verschuldet, was sie machtlos und zum Gespött des Auslandes mache. Man könne als Sozialdemokrat nicht die Religion für Privatsache erklären und die Unterstützung der anti-nulitaristischen Pro- paganda verweigern. Schließlich richtete Friedeberg unter großer Unruhe der Versammlung scharfe Angriffe gegen !die Führer, die durch eine Kluft von den Geführten getrennt seien. Ter Vorstandsantrag wurde angenommen und das Schiedsgericht, das formell den Ausschluß zu voll- ziehen hat, ans Mitgliedern zusammengesetzt, die sich für den Ausschluß erklärt haben.
Eine deutsche Winzerbewegung. !
Eine Massenversammlung der Winzer des Rherngaues I tmb Nahetales zur Besprechung der Notlage der Winzer wird für den 21. Juli angekündigt. Unsere Winzer sind sicherlich weit entfernt davon, zu so drastischen Mitteln der Demonstration zu greifen, wie ihre Berufsgenossen im Süden Frankreichs. Aber daß es um ihre wirtschaftliche Existenz durch die Kunstweinfabrikation — ein wohlklingender Name für schnöde Weinpantscherei — nicht viel besser steht, wird man zugeben müssen. Wo sitzen die Kunstweinfabrikanten? In den gesegneten Gegenden, wo der Wein wächst, gewiß nur zum kleinsten Teil.' Da hat einer auf den anderen ein Auge, die Entdeckung ist leicht zu befurchten bei so viel Sachverständigen ringsum. Der Hauptsitz der Weinfabrikation, der mehr oder weniger raffinierten Mischung von Wein mit | Sprit und Wasser, Bouquet-Essenzen und sonstigen Zutaten, durfte in den großen Städter:, vor allein in Berlin, zu suchen sein.' Gewisse, fabelhaft billige Angebote von „allerfeinsten Kabinetsweinen', die in Berlin unter der Hand gemacht werden, sind mindestens verdächtig. So gewaltige Mengen von Wein aus hervorragenden, berühmten Lagen gibt es gar nicht. In einem scharfen Kampfe gegen die Kunstwem- fabrikaüon werden die Winzer die Oeffentlichkeil auf ihrer Seite haben.
berufen werden. * f c f
— Admiral D ew ey hat nach Washington geradelt, daß aus dem zu den Marine-Anlagen in Manila gehangen Schwimmdock Sprengstoffe gefunden worden. leiem Man befürchtet, daß es sich um einen verbrecherischen Ansa)lagi handelt, um das Dock in die Lust zu sprengen., ,
Paris, 11. Juli. Der „Motin" veröffentlicht eine Statistik Über die amerikanischen und japanischen Streitkräfte, aus der hervorgeht, daß die Vereinigten Staaten 23 Schlachtschiffe, 11 Küstenpanzer,_ 12 Panzerkreuzer fixnö* k6 Kreuzer besitzen, gegen 15 Schlachtschiffe, 1 Küsten Panzer, 10 Panzerkreuzern und 26 Panzern auf werten der Japaner. In Bezug auf die Wasserverdrängung haben die Vereinigten Staaten einen Vorteil gegenüber der Japaner mit 120000 I To. mehr für Schlachtschiffe, 38 ODO To. für Austenpanzer, 59000 To. für Panzerkreuzer und 6000 To. für geschützte und ungeschützte Kreuzer. Tie offensive Stärke der amer ikanis oien Flotte steht wegen der neueren Konstruktion der Schisse bebemenb über beseitigen der japanischen. Das mittlere Aster der amerikanischen Schlachtschiffe betragt s'-eoen Jahre, wahrend e? bei den japanischen Schlachtschiffen zehn Jahre betragt öui bie amerikanischen Panzer ist das Alter suns Fahre gegen 6^ Jahr bei den japanischen. Japan besitzt nur eine ^Uebermacht m -^ezug auf 'die defensive Stärke, indem es über 50 Torpebobootvzerstorer, 59 Torpedoboote und 7' Unterseeboote verfugt, gegen -0 Torpedo- bootLzerstörer, 70 Torpedoboote und 6 Unterseeboote aut ame-
I rikanischer Seite. __
Die Friedenskonferenz.
Haag, 11. Juli.
Relidow i^iiiBlcmb). Ehe die Sitzung ausgehooen wurde, stellte Präsident Bourgeois fest, daß die Kommission bezüglich des ersten Punktes des Fragebogens darin einig sei, daß in Prisen fachen eine einheitliche Gesetzgebung )ergcstellt werben mußte.
In der heutigen Sitzung der ersten Unterkommission der dritten Kommission der Friedenskonferenz, die sich unter dem Vorsitz von Hagerup-Norwegen mit der Frage der Seeminen beschäftigt, behielt sich Holland die Stellung- nähme zu dem AbänderungSantrag vor, den Spanien zu bem englischen Antrag eingebracht hatte. Der Abänderungsantrag will, die Blockade müsse wirksam fein, damit die kriegführende Partei in ihren territorialen ober feindlichen Gewässern sich unterseeischer Kontaktmiuen bedienen könne. Holland findet, daß der Abänberungsantrag die Kriegführenden zu sehr beschränke. Kapitän Behr-Nußland stellt fest, daß em Mittel, bie Minen unschädlich zu machen, noch nicht erfunden worden sei. Mit der Stellung dieser Frage habe man schon einen großen Schritt getan, ober vor der erforderlichen technischen Vervollkommnung sei die Lösung sehr schwierig. Tornielli-Jtalien schloß sich diesem allgemeinen Gesichtspunkt an. Porter-Amerika nahm das Prinzip des englischen Minenantroges in seinem neuen Antrag wiederauf. Es wurde beschlossen, da der englische Antrag noch vorhanden sei, den amerikanischen Antrag als Abänberungsantrag zil betrachten unb mit den übrigen Abänderungsanträgen bem Rebaktionskomitee zu überweisen, bas aus Verlretern der Staaten bestehen soll, die diese Ab- änberiiiigsantrüge eingebracht haben.
Japan und Amerika.
London, 12. Juli. Wie Daily Telegraph aus Newyork erfahrt, hat Vieomte Ao6i, der gegenwärtig dort wellt, erklärt, daß keinerl ei Differenzen oder Uebelwollen zwilchen den Regierungen von Japan und den Vereinigten Staaten herrschten. Alles Gerede von eventuellen Storungen in den Beziehungen beider Länder wäre eine Phantas i e.
Weit weniger zuversichtlich lautet folgende Meldung:
Tokio, 11. Juli. In einer offiziösen Besprechung der Reise der amerikanischen Flotte sagt Marquis Itos Organ: „Wir tonnen nicht umhin, bezüglich der Bedeutung der beabsichtigten Ansammlung amerikanischer Kriegsschiffe rm Stillen Ozean einige Besorgnis zu hegen, besonders mit oruaficht auf die Roosevelt zugeschriebene pomphafte Ankündigung, die r^lot.e solle der Welt einen Aussehenerregenden Beweis von der.amerikanischen Fähigkeit zur Desensive liefern. Jndcffen find rmr nichr Geneigt, dieser Sache ernste Bedeutung, beizumesscn, und wir wollen b>es Präsidenten Aufrichtigkeit bei 1 einer Erklärung des friedlichen Charakters der beabsichtigten Flottenmanvver Nicht | ^^Bezeichnend für die gegenwärtige Lage find auch folgende
Meldungen: ™ „
: Rotterdam, 12. Juli. Tie Negierung der Ver
einigten Staaten hat bei einer hiesigen Geselffchast _ die Lieferung von 8 Unterseebooten des Oetopus-TyPS in Auftrag gegeben. „ z
Newyork, 11. Juli. Das Blatt American vemchert, daß nur die modernst!en Panzer und Kreuzer nach dem Stillen Ozean entsandt werden würden, m Begleitung emer An- zahl Torpedvbootszerstörer. Wahrscheinlich werden auch die zurzeit in den lorstasiatischen Gewässern befindlichen Kriegsschiffe zurucr-
Die zweite U n terfom mifl'ion der ersten Kommission der Friedenskonferenz, der die Frage der Errichtung eines internationalen Prisen-Appellations-Ge nchts überwiesen worden ist, setzte heute die Beratung des von tfri), Kriege unb Renault ausgestellten Fragebogens bei Artikel 4 fort. An ber Debatte, bie sich über die Artikel 4, 5, 6, unb 8 erstreckte, beteiligten sich Howarb (Englanb), Krieg (Deutschlanb), Hagcrup (Norwegen), Poortugacl (Nieber- lanbe), Barboja (Brasilien), Hauimerstjölb (Schweben), Fry (Englanb), Martin (Argentinien), Choate (Vereinigte ^Staaten), Delegierte ber Schweiz, Djcharikow (Rußlanb) unb
lieb feit ganz aufgehoben wird.
Wenn, heiligster Vater, die vollständige Abschaffung der nominellen Verurteilung nicht durchführbar ist, so gefalle cs Ew. Heiligkeit, den Jndexdekreten für immer alles das zu nehmen, was das deutsche Nationalgefuhl zurückweist, d. h. vor allem die Verurteilung ohne Anhörung des Beschuldigten, die Geheimhallung der Gründe der Verurteilung gegenüber dem Verurteilten und enMid) die dem Verurteilten auferlegte Verpflichtung zum Schweigen, ohne die gleichzeitige Verpflichtung gleicher Art an alle Gegner desselben. I
Es gefalle Ihnen, heiligster Vater, anzuordnen, daß jedem beschuldigten Katholiken die Möglichkeit zustehe, schriftlich und mündlieh vor der Indizierung sich zu verteidigen und die Meinungen zu klären unb zu beruhigen; daß ferner alle Gründe, die zur Setzung auf den Index führten, genannt werden, und daß zum Schluß die Verpflichtung des Stillschweigens nicht nur den Beschuldigten, sondern auch seine Gegner umfasse.
Außerdem, helliger Vater, bitten Wirdum den Befehl, datz jedem katholischen Aullir, bevor er auf den Index gesetzt wird, immer vertraulicherweise eine Frist gesetzt werde, in der er, um die Verurteilung zu vermeiden, sein Werk vom Büchermarkt zurückziehen, modifizieren oder die inkriminierte Stelle unterdrücken kann, ferner, daß es ihm möglid) ist, bie bereits in Verkauf gebrachten Exemplare burd) öffentliche Erklärungen und Korrekturen zu verbessern.
Schließlich bitten wir ergebend und vertrauensvoll, datz die spezielle Zensur der Exkomürunikation beseitigt werde und daß die den Dekreten der Jndexkongregation geschuldete Und terwerfnng zu -irrer einfachen Gewissensverpflichtung werde mit der Maßgabe, daß an Stelle der bischöflichen. Autorität! der dem Pönitenten persönlich bekannte Beichtvater die Fähig-; leit zur Dispenserteilung besitze." .
Es folgt darin eine größere Anzahl von Fallen, in denen nach Ansicht der Bittsteller das bisherige Vorgehen der Jndex- kongregatiorr nicht gerechtsertigt war. Die Bitffchrift jd)liefet mit der Versicherung einer bedingungslosen Unterwerfung unter den Entscheid der Kirche. .
Gleichzeitig tritt die Krausgesellschaft in München mit einer Erklärung auf den Plan, die sich mit Entsdftedenheit gegen das Commersche Bud) über Schell wendet:
„Mag Schell in manchen Punkten seiner Lehre geirrt haben, für feine Person, für seine Gesinnung,. für feine geistige Größe treten wir Mann für Mann, ein gegen einen fo unwürdigen An-
Ein katholischer Kulturbund. !
Großes Aufsehen haben die Enthüllung^ der Corrispon- denza Romana gemacht, in denen von der beabsichtigten Gründung eines katholischen Kulturbundes die Rede ist. Diese Enthulluugeri haben auch nod) eine besondere Bedeutung insofern, als sie die ablehnende Haltung des Papstes gegeiiüber dem geplanten Tenr- rrtäl für den verstorbenen Profeffor Schell in einem neuen Lichte I erscheinen lassen. Schell war bekanntttch einer derjenigen katholisch en Theologen, dessen Schristeii auf den Index gefetzt worden I waren. Der katlwlff'che Kulturbund hat aber uicksts geringeres gewollt als eine Aenderung der Jndexkrete herbeizusuhcen. ^aß'der Papst schort im Interesse der vatikanisd)en Disziplin Derartige Emanzipationsbestrebungen nichts dulden würde, war eigentlich selbstverständlich, und es ist natürlich töricht, aus diesen ganzen Voraangen weitgehende Schlüsse zu ziehen. •
Tie Münch. N. N." ve-röffentlichen jetzt die Blltvorstellung des kathottschen Kulturbundes an den Papst. Sie hat folgenden
„Unsere Bitte beginnt mit den weitergehenden Forderungen und "schließt mit den minderen und stellt in tiefster Ergebenheit itnb verttanensvoll die Grundidee voraus: Wollen Sie, heiliger Later, das „Verzeichnis der verbotenen Scljriften" ber Idee emer Dezentralisierung mach Zweck und Mittel wirksamer anpassen und es dem hohen Zweck einer nützlichen und erbaulichen Taktik dienstbar machen lassen, die Erfolg im Kampfe für Christus verspricht. Vor allem bitten wir, heiliger Vater, wenn es möglich ist, und im Vertrauen ans die allgemeinen Vorichriften des Glaubens und der Moral, auf die Decrcta gcneraHa Jndicis, die der Uwdernen Richtung entsprechend nwdifiziert. sind, auf die Kraft der Wahrheit, weldj-e aus eigener Kraft sich Bahn bricht und die Geister fesselt: daß für immer und ganz die nominelle Indizierung bestimmter Werke mit rückwirkender Kraft, abgo schpfft wird. Auf alle Fälle gefalle es aber Ew. Heiliglell, mit einer ausgiebigen Nad)prüfmig der bisher erfolgten Entscheide feste Garantien für die Zukunft zu geben, daß die notnr- nelle Indizierung auf ein Minimalmaß beschränkt und nach Mög-
ArLsIcrnS.
Kolding, 11. Juli. Die Jacht „Iduna" warf gestern abend bei Faenoe Anker. Die Kaiserin^ Prinz ^oaajim undPrin- zessin Viktoria Luise statteten auf Schloß ^uidsgarl einen Bc 1UCf) W^i'en , 11. Juli. Tie Differenzen über die Frage der P ar- lameutssv rache wurden durch die heutige Verhandlung des MiwisterpräsRenten mit den. Tschechen Mindestens für die Dauer der gegenwärtigen / q g u n g b c t g c l egt, so bafe eine Störung der Arbeitsfähigkeit jetzt nicht zu bejorgen ist Die Deuffchen sind mit der Art der Beilegung zusnebc.,. Die Session soll bis 23. Juli bauern.
— Der Minister bcs Aeußeren v. A e h r e n t h a l tritt bicicn, Samstag seine Reise nach Italien an, uni sich direkt nach Desino zu begeben, wo er mit Tittoni zusammentreffen wird.
Budapest,11. Sufi. 2°s Slbgeorbneten^auStier» taate sich bis 10. Oktober. Dem Zause ging eure ^orlage yll, iüoburd) die Erwerbssteuer für die niedrigste Klage der ^-teaer- ttäger aufgehoben und für die zweitrnedrigste Klajse ermäßigt n,irb8tom, 11. Juli. Senat. Präsident Canonico teilt mit, daß der Senat fick) morgen als Lllaatsgenchtshos konstituieren werde um die Verhandlungen gegen d ekrnHeren Minister Nasi einzuleiten. Sodann vertagte sich ber Senat aUf Lon^bE^lll^Juli. Der „Times" zusolge ist in Devonport amtlich bekannt gegeben worben, batz alle v e r j ug b aicij Schiffe ber englischen Heimatflotte nach ben Hebungen m ber Torbaybucht am 25. JnU vor Borneinouth zuftmmenge- z.g.n werben sollen, nm zu Ehren b e b e n t \ a) c n, St a i ic 0 wahrend der diegatta bei Cowes am 30. Juli versammelt, zu sein. Dieser Meldung gegenüber je: neuerbings sestgeitcllt, de,; Kaiser Wilhelm der Regatta bei Cowes nicht beiwotznen, londcrn erst im Herbst der Einladung König Eduarde,Folge leistend England besuchen wirb. t , r
— Im nächsten Monat werben hier, wie loebcn bekannt wirb, 1600 Nihilisten zusammentreten, um eine neue anarchistische Union zu begründen. Ihr Plan geht dahin, den ter r o r istif ch cn F eld z u g wieder zu eröffnen und aufs, neue mit politischen M orde n voizugchen. ^amtliche 86 rmfischen Gouvernements sollen am diesem Kongreß burd) je lo'Abgeorbnete unb Sibirien.burch 700 Spezialdelegierte oer- treten sein. Beraten werben soll u. a. über ben Plan, das Hauptquartier ber vereinigten nihilistisch-anarchffttfcklen iöeivc- । gung von Genf .nach. London M verleLen^.
Deut?ehes Reich.
Berlin, 11. Juli. An unterrichteter Stelle gilt bie Nachricht von einem Ausflug bes Kaisers nach "Albanien, der in ber Presse anläßlich. ber nächsten Mtttelmeerreffe an- getünbigt worben ist, als e i n e b l o ß e V e r mji tung.
— Die Angabe, baß F ü r st Bülow Enbe September bem Minister bes Aeußeren Freiherrii von Aehrenthal m Wien semen Gegenbesuch abstatten werde, ist in Bezug auf den angeführten Zeitpunkt unzutreffend. Ter Reichskanzler wird bteicn Herbst voraussidjtlid) nod) nicht in ber Lage jem, bte geplante .Reffe nach Wien zu unternehmen. .
— Kultusminister Dr. Holle hat außer her Verfügung an bie Aufsichtsbehürben um Erhebungen übet ben Brems-Erlaß nunmehr auch die Magistrate und eine Reihe von Lehrer-Vereinigungen in größeren Städten der Provinz um Mitteilung über die Folge-Erscheinung-en des Brems-Erlasf eS aufgefordert. , r ,
— Pfarrer Weber teilt der „Soz. Praxis" mit, daß auf ein Schreiben von ihm Staatssekretär von Bethinann-Hoilweg erwidert habe, daß er dem Wunsche, die S ach,e d c r E v a n g. Arbeitervereine, zu fördern, nach Krafttn gern ent- sprechen ^wer^.^ ^stli ch-i oz iale Parteitag ttill in Elberfeld am Sonntag, 8. September, zusammen Montag, 9. September, spricht u. a. Abgeordneter Fr. BehrenS über „Eng!. Vorbilder zum sozialen Frieden/ Dienstag, 10. September, Aba D Stöcker über Sozialpolitik im neuen R«chstage. ,, ,
München, 11. Juli. Tas Amtsblatt der Erzdiozeje München und Freyfing veröffentlicht das Schreiben des Pap st es über die Angelegenheit schell- C o mm^er^ bayrischen Gesanbtfch af t s V o st e n i n Stuttgart ist ber berzeitige Minijterresibent in Bern Freiherr Ritter von Grünstein berufen worben. ' . .
— Gegen den R e i ch s t ag sa b g. ^r. Vleiffer. m Bamberg ist wegen bes im Prozeß Montag gegen
Verdachts berFl uchtbe günstig ung eines Desraubanten bas Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, ^-ie Strafverfolgung hätte evcntl. der Reichstag zu genehmigen.
Sonneberg, 12. Juli. Der bereits angetundigte G e j e tz- entwurf über die Kr an ? e n v e r, i ch c r u n g s p f l icht in der Hausindustrie soll nach einer amllichen Jnlor- matioit der „Sonneb. Ztg." vor seiner Fertigstellung erst von Vertretern der Hausindustrie und Handelskammern durchberaten - werden, bevor er an^den Reichstag geht. —


