Ausgabe 
11.10.1907 Erstes Blatt
 
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Handel!

94.30 I Elektriz. Lahmeyer

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3% Portugiesen

88.75»

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Herliner Börse, 11.

144.10

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. 160.10

. 129.90

29.70-

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Elektriz. Schuckert . Esch weil er Bergwerk

29.80

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Canada E. B. . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

Oktober. Anfangskurse, Harpener Bergwerk. . Daurahütte . . .

Lombarden E. B. . .

Nordd. Lloyd ....

Tnrkenlose . . . . .

Baltimore- und Ohio-

Ei sent ahn . . . . Gotthardbahn . . . . . Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-lIenri-Eisenbabu .

85.25

94.95

85.50

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124.801

109.60:

215.00

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Reichsanleihe do.

Konsols . .

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Hessen . .

Oberhessen

mit Segen.

An den Werktagen ist täglich des abends um 61/, Uhr Rosen-

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Türkenlose.....

4% Griech. Monopol-Anl.

4% äussere Argentinier

3°/0 Mexikaner .

4^ü/o Chinesen . . «

Aktien:

Bochum Guss ....

Buderus E. W. - . . Tendenz: fester.

. 206.50

. 117.60

fteffen bc stehe Ilden kommunalen Beamt en vereine unter Bei- pchaltung ihrer einzelnen Selbständigkeit zu einem Lau- e t) c r b and zusammen schließen würden. Der Vorsitzende atanbte nach längeren Ausführungen diese Frage bejahen ;u sollen und erteilte zunächst dem vom Vorstande des '-^ntralverbandes der Gemeindebeamten Preußens behufs Auskunftserteilung zur Verfügung gestellten Vorsitzenden öer Oemciudeb'eamtenvereine des Regierungsbezirks Wies- baden, Magistratsobersekretär Kauffmann-Wiesbaden, das Wort, der eingehend die Entstehung des Zentrcrlverbandes vor Gemeindebeamten Preußens, seine Ziele und die bisher erreichten Vorteile erläuterte. An der sehr anregenden De­batte beteiligten sich insbesondere die Herren Mosbach, Mo ckel-Gießen, Uebel-Dieburg, Bayersdors-Ofsenbach und Hcilcs-Offenbach. Zum Schluß wurde eine Resolution angenommen, in welcher sich die Anwesenden verpflichten, in ihren Vereinen dahin wirken zu wollen, daß der Verband hessischer Gemeindebeamtenvereine zustande kommt. Es wurde ein provisorisches Komitee gewählt; mit dem Vor­sitz wurde bis aus weiteres Mosbach-Offenbach betraut.

** Schnellzugsverkehr und Monatskarten. Die Schnellzüge D 45 46 ab Frankfurt 12.08 mittags, und ab Gießen 5.55 nachmittags sind bis auf weiteres für die Inhaber von M o n a t s Monatsneben- und Sch üler- z eit karten ohne Zuschlagszahlung freigegeben worden, aber nur auf der Strecke Frankfurt-Gießen und um­gekehrt. Ebenso sind die D-Züge 121/124 Gießen-Nie- derlahnstein, Gießen ab 5.36 nm., Niederlahnstein ab 10.47 vm., sür die Inhaber der obenbezeichneten Karten frei­gegeben. Für alle übrigen D- und L-Züge ist der Schnell- zugszuschlag zu entrichten.

** Viehseu chen in Ob erhessen. Im Monat Sep­tember wurden festgestellt: Milzbrand in Beltershain bei 1 Rind, in Fauerbach (Kr. Friedberg) bet 1 Schaf, in Götzen bei 1 Schaf; Rauschbrand in Ohmes bei 1 Rind, in Ilbeshausen bei 4 Schafen, in Bannerod bei 2 Schafen, in Glashütten bei 1 Rind, in Ober-Schmitten bei 1 Schaf und in Boden Hausen (Kr. Schotten) bei 1 Schaf; Schweinerotlauf in Langsdorf und Grunin gen je bei 2, Muschenheim, Watzenborn, Lang-Göns, Lich, Steinheim, Holzheim, Utphe, Röthges, Udenhausen, Wallersdorf und Romrod je bei 1, Nieder-Mockstadt bei 3, Ober-Mockstadt, Wolf, Eckartshausen und Dauernheim je bei 1, Büdesheim bei 3, Bad-Nauheim, Vilbel, Dortelweil, Dorheim imb Schlitz je bei 1, Wetterfeld bei 3, Rain rod bei 1 Schwein.

i. Klein-Linden, 11. Okt. Der vor einigen Mo­naten ins Leben gerufene Kaninchenzuchtverein hält näch­sten Sonntag seine 1. Lokal-Kaninchen-Aus st el- lung bei Gastwirt Hinterlang ab. Zahlreiche Preise sind gestiftet. An die Ausstellung schließt sich ein Tanz-Per- gnügen an.

. 143.80

. 47.95

. 85.45

. 63.00

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des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 11. Oktober, 1.15 Uhr.

LLschlictze

Evangelische Gemeinde.

Sonntag d e n 13. O k t o b e r, '20. Sonntag nach Trinitatis: Erntedankfest.

Kollekte sür die innere Mission. Hottesdienll.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9'h Uhr: Pfarrer D. Schlosser.

Im Anschluß daran: feierliche Eröffnung des Konfirmanden-/ Unterrichts sür die Matthäusgemeinde, wozu besonders auch die Eltern und Angehörigen der Kinder eingeladen werden.

Vormittags ll1/* Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.

Pfarrer D. Schlosser.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Im Anschluß daran: feierliche Eröffnung des Konfirmanden- uuterrichts für die Macknsgemeinde, wozu besonders auch die Eltern und Angehörigen der Kinder eingeladen werden.

Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im Matthäus- saale: Bibel stunde. (Offenb. Jobs.)

Pfarrer D. Schloss er.

In der Johanucskirche.

Vormittags 9'/r Uhr: Pfarrer A u s f e l d.

Im Anschluß daran: feierliche Eröffnung des Konfirmanden- tmtcrrichts der Kinder aus der Johannesgcineinde.

Vormittags lP/4 Uhr: Kinderkirche für die Johannes» gemeinde. Pfarrer Aus f eld.

Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Becker.

Im Anschluß daran: feierliche Eröffnung des Konfirmanden­unterrichts der Kinder aus der Lickasgemeinde.

Abends 8 Uhr im Konsirmandensaal: Versammlung und Bibelbesprechung.

Montag den 14. Oktober, abends 8 Uhr, im Lukassaale: Bibel st unde Pfarrassistent Becker.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 12. Oktober 1 9 0 7:

Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit: zur heil. Beichte.

Sonntag den 13. Oktober 1907, 21. Sonntag n a ch Pfingsten:

Vormittags von 61/? Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

w um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 972 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 51/, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz-Andachti

O L a u b a ch, 10. Okt. Wegen seiner 35jährigen treuen j Dienste anfangs als Landbriefträger und später als Stadt- briefträge-r wurde dem Karl Bayer hier der Charakter als Oberbriefträger erteilt. Das Ve r b a n d s t he a t e r des Main-Rheinischen Volksbildungsvereins wiri) auf An­regung des hiesigen Berkehrsvereins demnächst 3 Theater-

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel! übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei ^Verantwortung.)

Reiskirchen. Sclwn seit einigen Jahren war es der Ge- meitrde Reiskirchen vergönnt, Straßenbeleuchtung zu be­sitzen, die bisher ihren Zweck immer vollkommen zum Wohl dev Ortseingesessenen und der sehr zahlreichen fremden Passantenj erfüllt hat. Dieses Jahr herrscht allabendlich auf den Ortsstraßen, zum Schrecken aller Passanten eine undurchdringliche Finsternis.^ Einen triftigen Grund hierfür könnte Einsender sich nicht denken.. Indem der Einsender hofft, daß diese Zeilen dazu beitragen,; den Ortsstraßen abends mehr Licht zu verleihen, fragt er gleich-, zeitig an, ob cs nickst-möglich wäre, daß man die Kirchenuhst 1 cieder einmal nach mitteüuroväiscber Zeit gehen ließe.

8.26 Uhr überfuhr der von Frankfurt nach Heidelberg abgehende Personenzug Nr. 970 auf der Mainstation das Haltesignal und' st i e ß" in folget essen" mit**emeni Güterzuge, der vom Oiüterbahnhofe nach Sachsenhausen fuhr, znsaminen. Ein Kind wurde leicht verletzt. Fünf Wagen des Güterzuges wurden zertrümmert. Die Gleise der Berliner und der Heidelberger Strecke waren gesperrt. Um 1 Uhr war das Gleise nach Sachsenhausen wieder fahr­bar. Der Verkehr von und nach Süden wird durchs Umleitung Louisa-Sachsenhausen aufrechterhalten.

O Fu l d a, 10. Okt. Gestern vormittag erschien auf dem Bahnhof Neuhof das Gericht und verfügte die Oefs- nung eines Koffers, der vor vier Tagen dort ange­kommen ist, in Darmstadt aufgegeben war und an ein Mäd­chen in Mittelkalbach adressiert ist. In dem Koffer lag dann auch wirklich die Leiche eines neugeborenen Kindes.

Vorstellungen, und zwar als erste LessingsMinna von Barnhelm" geben. Die Leistungen des Hanauer Stadt­theaters stehen vom vorigen Winter in bestem Gedenken.

H Aus der Wetterau, 10. Okt. Die Wetterau hat dies Jahr eine vorzügliche Ernte geliefert. Jetzt leeren sich die gesegneten Fluren und Felder. Me Land­wirte sind daran, die Zuckerrüben einzuernten, die neben Weizen und Kartoffeln die bedeutendste Kulturpflanze bilden. Sowohl in Bezug auf Menge, als auch Zucker­gehalt fällt die Rübenernte recht gut aus. Auf allen Stationen der Wetterauer Bahnen herrscht emsige Tätig­keit. Hunderte von Bauernwagen bringen täglich den Segen der Felder, und auf den Bahnhöfen werden ganze Zuge beladen und nach Friedberg zur Zuckerfabrik ge­bracht. Am 23. Sept, hat die Fabrik ihre Kampagne begonnen, Hunderte von Llrbeitern sind darin beschäftigt. Nur hier und da sieht man in der Wetterau noch einen Kartoffelacker. Die Ernte war vorzüglich, die Preise sind 3.50 bis 4.20 Mk. das Malter. Die Aussaat von Korn und Weizen hat begonnen, manche Acker stehen schon grün. Tie Mäuse haben nur geringen Schaden angerichtet.

x Friedberg, 10. Okt. Mit dem Neubau des Volks- und Schwimmbades wird in den nächsten Wochen begonnen, soll doch nach der Bestimmung des Stifters der ersten 50 000 Mk. bereits am 1. Okt. 1908 das erste Bad genommen werden. Die Pläne hat Architekt H>ans Mceyer-Gießen entworfen, sie sind bei Möbelhändler G. M. Rens; ausgestellt. Das Gebäude kommt in die Haagstraße, es wird ca. 50 Meter lang und 35 Meter breit, die Schwimm­halle erhalt eine Länge von 25 bis 30 Metern.

ch Groß-Karben, 10. Okt. Unser Bahnhof, aus dem sich im Frühjahr ein Cnsenbahnunglück zutrug, wird gegenwärtig sehr beträchtlich erweitert. Das Sta­tionsgebäude erhält zwei Anbauten, an den nördlichen Teil kommt ein großes Stellwerk, an den Süden soll ein 8 Meter langer Flügel für Bureauräume angebaut werden. Die Gleisanlagen werden bedeutend erweitert, es werden neue Ausladegleise und Ueberholungsgleise angelegt. Der Ver­kehr, besonders in Gütern, ist auf der hiesigen Station, die in der besten Wetterau liegt, sehr groß, und gerade in diesen Tagen gehen täglich zahlreiche Waggons mit Zuckerrüben und Kartoffeln ab.

X Darmstadt, 9. Okt. Am Montag fand im ^chul- lokale des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften, Neckarstraße 8, die E r ö s f n u n g des 3. Halbjahrs- kursus der deutschen landwirtschaftlichen Genossen­schafts s ch u l e statt. Ter Generalanwalt, Geh. Negierungsrat Haas erläuterte die Ausgaben und Ziele der Anstalt, und ermahnte die Teilnehmer in ihrem eigenen Interesse, die ge­botene Gelegenheit, eine gründliche Fachausbildung zu erhalten, nach besten Kräften zu benutzen. An dem Kursus nehmen diesmal 36, zum größten Teile bereits genossenschaftlich oder kaufmäirnisch oder genossenschaftlich und kaufmännisch geschulte Anwärter auf Stellimgen im landwirtschaftlichen Genossenschafts­wesen aus allen Teilen Teutschlands teil. Auch einige österreich. Teilnehmer sind erschienen. Ter Eröffnung der Schule wohnte auch ein Vertreter der irischen landw. Verwaltung, Mr. Adams- Tublin bei, der sich seit einer Woche zum Studium der genossen- sch-astlichen Einrichtungen des Reichsverbandcs hier aushält.

M a i n 5, 9. Okt. Gestern nachmittag sprang em ca. 50 Jahre alter M a n n in selbstmörderischer Absicht vor dem Eintreffen des Personenzuges Nr. 399 über das Geländer der Ka i s e r b r ü ck e, stellte sich zuerst hinter einen Pfeiler und lief dann dem Zug entgegen. Er erhielt einen solchen Stoß, daß ihm das Genick abgestoßen und ein Arm vollständig abgerissen wurde. Er war sofort tot. Der Lebensmüde hatte, von Mainz kommeiid, schon vorher versucht, sich von der Brücke aus in den Rhein zu stürzen, woran er jedoch gehindert wurde.

w. Frankfurt a. M., 10. Okt. Heute abend um

vsrniischte».

* Ein neuer Berliner Hosskandal giebt eilier ge­wissen Sorte von Berliner Blättern höchst willkommenen Anlaß zur Ailspacklmg von allerlei Häßlichkeiten. Der Stallmeister des Kron­prinzen soll plötzlich vom Amte suspeiidrert worden sein aus ähn­lichen Gründen wie die, die zum Sturze der um Eulenburg ü'ihrten. Wir überlassen die Verantivortung für die Richtigkeit dieser Meldung deinBerl. Tagebl." und seinen Geschwistern und nehmen davon nur Notiz, rveil diese Meldilng zweifellos weitere Konseglwnzen nach sich ziehen wird.

* Der Fall Tos-elli und bi eO gffem tl i chke i t. Tag aus 'Tag berichten die Depeschenbureaus von Frau Toselli und ihrem Gesponsen. Was für einen Hut Signora Toselli trägt, toeint sie von den Höhen von Fiesole an grauschimmernden Oliven vorüber zum Arrwtal herabsteigt; wie der geschmackvolle Maöstco sich gebätbet, der in braunen Schuhen und Reisemütze zum Standesamte zog und wie /rosig sich die beiden Unglückseligen die Zukunft malen, die kein reifer Mann, der das Leben kennt, wirds bezweifeln voraussichtlich in eine schauerliche Tragödie cmslaufen wird. Das ist Skandalsucht. Deshalb verdient unseres Erachtens der Vorschlag desZeitungsverlags^ alle Beachtung, der dafür plädiert, die Blatter sollten Übereinkommen, Nach- richtcn, die den Ehestand der Toseltis betreffen, grundsätzlich und ein- für allemal zu ignorieren. Nicht aus irgendwelchen politischen 9Notiven. Was aber Sachsens König und seinem Haus widerfuhr, ist ein allgemein menschliches Leid, das jedem be­gegnen bmn. Deshalb sollten wir Menschlichkeit üben. Man nimmt Rücksicht aus die privaten und Familienverhältnisse des Bürgers. Ä>llen Fürsten vogelfrei fein?

* Die fashionablen Damen der englischen Gesellschaft haben nun, wie eine Londoner Zeitschrift berichtet, eine neue Kur entdeckt, um ihre von den Anstren­gungen der Saison geschwächten Nerven zu stärken. Es ist die Wüsten kur. Nicht jedermanns Sache wäre es, sich wochenlang in afrikanischen Sandwüsten zu vergraben und dort in der Einsamkeit seine Ferien zu verbringen. Aber die Damen erzählen mit Begeisterung von dieserKur", die nach ihrer Schilderung die beste Nervenerholung, ist. In den letzten Jahren sind in der Tat mehrere derartige Wüsten- partien unternommen worden, wochenlang haben die erho­lungsbedürftigen Schönen im einfachen Zelte genächtigt, leichte Kleidung ward angelegt, Luft- und Sonnenbäder füllten die Hauptzeit des Tages aus und die Stunden, die noch übrig blieben, sahen die schönen Britenfrauen mit Pinsel und Palette oder Laute und Zither unter Palmen im Dienste der Musen.

* B r ü s s e l, 10. Okt. Der verhaftete Bankkassrerer L o y s o n hat diese Nacht vor dem Untersuchungsrichter em v o l l- st ä n d i g e s Geständnis abgelegt und den Ort angegeben, wo er die entwendeten 289000 Francs verborgen hat. Infolge dieser Mitteilung begab sich die Polizei in die Wohnung einer Frau D., wo 200 000 Francs in einem eisernen Kasten im Garten ver­graben ausgesunden wurde. Bei einem Freunde des Loyson, dem Schuhmacher Gerbckape, wurde eine Haussuchung vorgenommen.

Diadem befindet, nicht zu erwerben, daß es sich keineswegs um historische Juwelen handele. Ter Verkaiü der Juwelen erfolgt be­kanntlich auf Belreiben der ölläubiger der Prinzessin Luise.

* 5)ct Regenschirm. Ein zehnjähriger Wormser hat, so lesen wir in derW. Z.", dieses schwierige Aufsatzthema in folgender Weise entwickelt:Der Regenschirm ist ein sehr not­wendiges Stück Möbel. Er besteht aus einem Geripp, über welches Stoff gespannt ist; derselbe ist in der Mitte rund gebogen. Unten am Griffe ist manchmal eine Schleife, manchmal eine Quaste oder Bombelchen, je nach dem Geschmacke der Menschen. Zwischen dem Regenschirm und manche?! Menschen ist große Llehw- lichkeit, die sind manchmal überspannt, jener wird aber überge­spannt. Man kann sich unser heutiges Geschlecht ohne Regen­schirm^ gar nicht denken, wie sind z. B. die Neger und andere zu bedauern, die keinen Regenschirm haben. Leute stecken den Regen­schirm in ein Futteral, manchmal um ihn zu schonen, aber manch­mal um seine Schlechtigkeiten zu verstecken."

Kleine TagcSchronik.

In Oberlahnstein geriet im Güterbahnhof ein mit Schwefelsäure beladener Wagen in Brand. Die in Körben verpackten Flaschen explodierten und es entstand eine riesige geschlossene Feuargarbe, die zeitweise Kirchturmhöhe erreichte; das ganz-e Rheinbecken war taghell erleuchtet. Löschversuche waren vergeblich, man mußte das Ausbrennen des - Feuerherdes ab­warten.

In Berlin v e r g i fte t e _f i das Faber sch e Ehepaar. Der Mann wurde in hoffnungslosem Zustande nach dem Kranün- hause gebracht, während die Frau bei Entdeckung der Tat bereits tot war. Faber, der im 57. Lebensjahre steht, war seit längerer Zeit krank und beschloß, aus dem Leben zu scheiden. Ob er seine Frau ohne ihren Willen vergiftet hat, bedarf noch der Aufklärung.

In der Nähe des Dorfes Suftgen in Lothringen wurde der wildernde Wirk Kremer aus Düittgen von dem dortigen Förster auf dem Anstand ertappt und, als er fein Gewehr auf den Beamten richtete, von diesem in der Notwehr erschossen.

Der Expreßzug Paris Moni Lucon der Orleans- Bahn wurde in der Nacht wahrscheinlich von zwei früheren Bahn- beamten beraubt. Kaum hatte der Zug um zwei Uhr morgens die Station Michel für Orge verlassen, als das Lllarmsignal er­tönte. Der Zugführer ließ halten und der Kondukteur beschäftigte sich mit der Signalgebung zur Deckung des Zuges. Das Abteil, ans dem das Alarmsignal gegeben war, fano man leer. Zwei Männer hatten sich auf der dem Bahnsteig entgegengesetzten Seite zum Gepäckwagen geschlichen und sich mehrerer Pakete, welche die Einnahmen der Balmstation enthielten, bemächtigt und waren bann mit der Beute in ein Gehölz geflohen. Die Ver­folgung wurde, da ein längerer Aufenthalt des Expreßzuges unmöglich war, erst von Paris aus angeordnet, doch blieben alle Maßnahmen zur Entdeckung der Diebe bisher ergebnislos.

Ueber die Ueberschwemmungen, welche in der Gegend von La Boulte im franz. Departement Ardeche stattgefunden haben, wird noch mitgeteUt, daß in dem Onvezetal die Ueber­schwemmungen sieben Opfer gefordert haben. In Pouzien stürzte die Terrasse eines Hotels ein, wobei zwei Frauen er­tranken. Eine Mühle, in welcher sich vier Personen befanden, wurde vom Wasser fortgefchwemmt. Der Eisenbahnverkehr ist iwd) immer unterbrochen. In Roamme ist die Loire um 4,80 Meter gestiegen, was feit 1870 nicht mehr der Fall gewesen ist. Aus Nizza wird gemeldet, daß dort anhaltend furchtbar? 9'egen güsse niedergehen.

4 y» °/0 russ. Staatsaul. 1905 4y °;n japan. Staatsanleihe 4% Conv.Türken von 1903

Gelsenkirchen Bergwerk . 199.00j Hamburg-Amerik. Paket!. 129.50- Harpener Bergwerk. . . 204.50 Laurahütte ...... 226.001 Nordd. Lloyd.....115.00-

Obcischles. Eisen-Industrie 104.00 Berliner Handelsges. . . 157.50 Darmstädter Bank. . . . 129.90 Deutsche Bank .... 231.40 Deutsch-Asiat Bank . , 139.50 Diskouto-Kommandit. . . 174.50, Dresdner Bank . . . 144.40 Kreditaktien..... 202.20

Es hat nicht jeder Gold in der Kehle,, aber dennoch wird jeder verständige Dtonsch ebenso gut wie der größte Sänger daraus bedacht sein, sich vor Heiserkeit und vor Erkältungen der Luftwege und des Halses zu schützen und gegen vorhandene Erkältungen anzukärnpsen.^ Fays ächte Sodener AUneral-Pafüllen nützen, wo man nur; vorbeugen will, und sie tun Wunder ivenn man einem Katarrh los sein möchte. Und eben darum in cs klar, daß man in allen Evkältungssällen in der nächsten Apotheke, Drogerie oder Mineralwasferhandlung für t/o Pfennig eine Schachtel Fays ächte Sodener kauft und nach Vorschrift verwendet.

4% Oesterr. Goldrente

4^6 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Reute . . < 3% Portugiesen Serie I .

In der Ungar. Ortschaft Tarkany sind 190Wohnhäuser, barunter das Gemeindehaus und die Schule n ieder geb r a n n t.

Der -American^ erklärt, die Finanziers Ryan, Whitney, Widener, Dolan und Elkins hätten durch die Unregelmäßig­keiten in den Straßenbahngeschäfteit zum Nachteil der Metro­politanaktionäre 38 Millionen Dollar Gewinn erzielt.

Ein Cyclon richtete besonders in Kanada großes Un­heil an. Viele.Schiffe wurden an die Ostküste von Nova Scotia getrieben, wo sie durch die Riesenwellen vernichtet wurden. Der Verlust an Leben muß sehr groß sein, doch läßt er sich noch nicht genau feslstellen. Auch viele Häuser in den öst­lichen Provinzen Künadas wurden zerstört, die Obsternten zu­grunde gerichtet. Aus Newyork wird gemeldet, daß der Chküiw im Staate Alabama den Tod von 15 Personen veranlaßt hat. Diele andere Personen wurden verletzt. Auch ist viel Vieh umgekommen. ____________________

Spieiplan des Neuen Flcßencr ^tadttyealers.

Direktion Herrn. Steingoetter.

Sonntag den 13. Okt., nachmittags 31/, Uhr: Volks- und Schüler-Vorstellung:Minna von Barnhclmi" Lustspiel in fünf Aufzügen von G. E. Lessing. Abends 7/2 Uhr, bei kleinen Preisen: Sherlock Holmes." Detektiv-Komödie in 4 Akten nach Eonau Doyle und Gilette von Alb. Bozenhurd. Dienstag den 15. Oktober, abends 8 Uhr: ^Wintermärchen." Mittwoch den 16. Okt., abends 7 Uhr: C y p ri cn n e". Lustspiel in 3 Aufzügen von Sardou und E. de Najac. Dazu :D i e M e d a i l l e." Komödie in 1 Akt von Ludw. Thoma. Freitag den 18. Okt., 8 Uhr:Husarenfieber." '

Dieser gestand, daß er 8000 Frcs. von dein defraudierten Gelde

in einem Schuh verborgen halte. Es fehlen nunmehr noch oen zernagen iji

10 000 Frcs., über deren Verbleib Nachforschungen angestellt werden.! kranz-Andacht mit Segen. Ter hiesige Schöffenrat beschloß in geheimer Sitzung, die zum Verkauf gelangenden Juwelen der verstorbenen Königin ckllarie Henriette, unter beneit sich auch ein der Königin zurzeit von der Stadt Brüssel zum Geschenk gemachtes