157. Jahrgang
Erstes Matt
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le Ikitftfle Nummer umfaßt 10 Seiten
Von veralteter Familieiiblattschablone hat sich das „Daheim" weit entfernt; wer es längere Zeit nicht wehr tu Händen gehabt hat, wird erstaunt sein über die Fülle modernen Lebens und künstlerischer Betätigung. Teil praktischen Bedüriuissen der Hausfrau wie jedes Lesers werden dabei Gratisbeilagen, b;c übrigens viele Preisausschreiben enthalten, gerecht. Ein irischer Zug geht jebenfalls durch das Ganze.
Freitag 11* Oktober 15107 Be-ugSpreisr monatlich 75 Ps^ viertel-
T ▲ JkA jährlich Mk. 2.20; durch
Abhole. u. Zweigstellen
gescheitert, wenngleich der Papst persönlich die Absicht hegt, die Polen moralisch zu unterstützen. Aus politischen Gründen ist das unterblieben. Wie wir aus bester Quelle vernehmen, beschäftigt man sich in den kirchlichen Kreisen in den Provinzen Posen und Westpreuhen recht eingehend mit diesen Zuständen. Eine Kundgebung steht bevor, man ist sich bloß über die Form der Kundgebung noch nicht einig. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß die vor kurzem in Posen gegründete Organisation der polnischen Geistlichen auch ihren Grund eben in den jetzigen Verhältnissen hat. Diese Organisation wurde in einer in Posen im Basarsaale abgehaltenen Versammlung gegründet, an der mehrere Hunderte polnischer Geistlichen aus der Provinz Posen teilnahmen. Zum Vorsitzenden wurde päpstlicher Kammerherr Wawzyniak erkoren. Gemäß den Statuten sind zwar politische Angelegenheiten ausgeschaltet, und nur wirtschaftliche und soziale Fragen sollen den „Verband der polnischen Geistlichen" beschäftigen.
Die Berliner Morgenblätter melden übrigens aus München-Gladbach: Der Franzisranerpater Nazarius vom Kloster in Aachen hat die ihm vom Staate tatsächlich angebotene Kandidatur für den Posener Erz- b i s ch o f st u h l a b g e l e h n t.___
r. 239 rld?«tn< täglich außex SonnlngS.
in Siebener Anzeiger eben iin Wechsel mit ,< fjefüfeben Landwirt Siebener Hamllicn-. it:er viermal in bet _Hi)e beigelcgi und e imal wöchentlich das (isblatt für den Kreis tften. steinsprech-An- [Ugf, d. Rcbaknon 112 Ung u. Expedition bl >resse toi Deoeschen, k-ncige« Sicberi. madme een Anzeigen . t>ie Tagesnuwmer j vormittags 10 Uhr.
NntionalNöcraler Warteitag.
(Unberechtigter Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
S. u. H. Wiesbaden, 6. Okt.
Bei der Abstimmung wurde die von Tr. Stresemamr vorgelegte Resolution einstimmig angenommen und beschlossen, die Rede des Referenten drucken zu lassen. Tie von Dr. Kippert vorgelegte Resolution wurde dem Zentralvorstand überwiesen.
Zur Geschäftsordnung bittet hierauf noch Oberlanbesgerichtö- präsident Exzellenz Tr. Hamm um das Wort:
Tie „Köln. Vollsztg." und die gleichfalls klerikale „Saarpost" haben folgende, dann auch von der übrigen Preste aufgenommene Mitteilung gebracht: .
„Zum Vertretertag der nationalltberalen Partei haben die nationalliberalen Arbeiter an der Saar folgenden Antrag gestellt: Ter Vertretertag wolle beschließen, 1. grundsätzliche Stellung gegen die „gelben" Gewerkschaften nii nehmen; 2. den Ausschluß derjenigen Herren aus der nationalliberalen Partei anzubahnen, die' den christlichorganisierten Arbeitern ihr Koalitionsrecht vor- enthalten und die „gelben" Gewerkschaften protegieren, da solches Verhalten weder „nationalen" noch „liberalen" Grundsätzen ent- spricht — Auf dem Vertretertag sollen drei Arbeitnehmer aus dem Saarrevier diese Anträge eingehend begründen und zwar cm gemaßregelter nationalliberater Hüttenarbeiter aus Bürbach, em deutschnationaler Handlungsgehilfe aus St. Johann und der Ge- werksckw.ftssekretär Schneider aus Malstatt. Von den christlich organisierten Arbeitern des Saarreviers bekennen ftcy mehr als 7000 politisch zur nationalliberalen Partei. Sie fühlen sich beschwert durch das Verhalten verschiedener Großindustrieller."
Ich stelle an den Herrn Vorsitzenden die Frage, ob ein solcher Antrag zu unserem Vertretertag eingegangen ist und ob die vorhin näher bezeichneten Personen sich zur Versammlung angemeldet Tjnben odar hier erschienen sind.
Generalsekretär B r e i t h a u p t: Ein solcher Antrag, der von der Zentrumspresse zu sehr offensichtlichen Zwecken verbreitet wird (Lebhafter Beifall. Sehr richtig!) ist bei den geordneten Grellen des Vorstandes nicht ein gegangen. (Hört! Hort!) Auch die namhaft gemachten angeblichen Vertreter haben sich bei uns nicht gemeldet. (Heiterkeit.) . .
Exzellenz Ham m: Ter Rheinprovinzialvorstand hat in Kiner
Aieirrcs Feuilleton.
— Dicaus Anlaß der Gymnasialjubelfeier )euke nachmittag stattsindende Schüteraufsührnug der „An- igone" ist uns ein Anlaß, das vielleicht Beste hervorzu- uchen, das nach unserer Kenntnis der ^ophoktes-Exegetik, ibrr diese dritte Tragöd'e aus dem thebanischen Sagenkreise geäußert worden ist. Im dritten Teil der „Vorlesungen über i'lcsthetik" kommt Hegel, der große Denker, im Abschnitt .ber „Die romantischen Künste" auf das zweite Haupt- Zement der griechischen Tragödie, dem Chor gegenüber: uf die konfliktvoll handelnden Individuen zu sprechen, är setzt ^uitzichst auseinander, wie bei ihnen nicht etwa .Her Wiice, Verbrechen, Nichtswürdigkeit oder bloßes Un- Hück, Blindheit oder dergleichen den Anlaß zu den Kol- njionen hervorbrmgt, sondern die sittliche Berechtigung ;u einer bestimmten Tat. „Denn das abstrakt Böse hat weder in sich selbst Wahrheit, noch ist es von Interesse." land nun fährt er fort:
„Der Kreis dieser Konflikte, obgleich er mannigfaltig partikularisiert werden kann, ist dennoch seiner Natur nach nicht'von großem Reichtum. Der Hauptgegensatz, den besonders Sophokles nach Aeschylus' Vorgang aufs schö:cste behandelt hat, ist der des Staats, des sittlichen Lebens in seiner geistigen Allgemeinheit, und der Familie als der n atür lichen Si ttlich keit. Dies sind die reinsten ^luchte der tragischen Darstellung, indem die Harmonie dieser Sphären und das ein- klangsvvlle Handeln innerhalb ihrer Wirklichkeit die voll- ständrge Realität des sittlichen Daseins ausmacht. Ich brauche in dieser Rücksicht nur an Aeschylus' „Sieben vor Theben" und mehr noch an die „Antigone" des Sophokles zu erinnern. Antigone ehrt die Bande des Bluts, die unterirdischen Götter, Kreon allein den Zeus, die waltende Macht des öffentlichen Lebens und Gemein- wohls."
Dann, den ersten Gedanken zum Teil wiederholend, formuliert Hegel folgenden tiefen Satz:
Die traoiichen Heroen sind ebenso schuldig als unschuldig.... Das eben ist die Stärke der großen Charaktere, daß sie nicht wählen, sondern durch und durch von Hause aus das sind, was sie wollen und vollbringen. Sie sind das, was sie ftud und ewig dies, und das ist ihre Größe" ....
Und endlich geht er mit scharfer Zusammenfassung auf den innersten Sinn der Dichtung ein:
„Die vollständigste Art der Entwicklung ist dann möglich, wenn die streitenden Individuen, ihrem konkreten Dasein nach, an sich selbst jedes als Totalität auftreten, so daß sie au sich selber in der Gewalt dessen stehn, wogegen sie ankämpfen, und daher das verletzen, was sie ihrer eigenen Existenz gemäß ehren sollten. So lebt z. B. Antigone in der Staatsgewalt Kreons; sie selbst ist Königstochter und Braut des Hä- mon, so daß sie dem Gebot des Fürsten Gehorsam zollen sollte. Doch auch Kreon, der seinerseits Vater und Gatte ist, müßte die Heiligkeit des Bluts respektieren und nicht das befehlen, was dieser Pietät zuwiderläuft. So ist Beiden von ihnen selbst das immanent, wogegen sie sich wechselweise erheben, und sie werden an demselben ergriffen und gebrochen, lvas zum Kreise ihres eigenen Daseins gehört. Antigone erueidet den Tod, ehe sie sich des bräutlichen Neigens erfreut, aber auch Kreon wird an seinem Sohn und seiner Gattin gestraft, die sich den Tod geben, der eine um Antigones, die andere um Hämons Tod. Von allem Herrlichen der alten und modernen Welt, — ich kenne so ziemlich Alles, man soll es und kann es kennen, — erscheint mir nach, dieser Seite die „Antigone" als das v o r t re f s l i sie, befriedigendste Kun st wer k."
Diese Worte Hegels wehren jeden Zusatz ab. Wägt man sie, so weih man zur Genüge, worauf es in der „Antigone" an kommt.
— Hessische LandesciusstellungDarmsiadt 1908. Eine Hauplsehenswürdigkeit tut Ausstellungsgebäude wird das Lehrer- und Konferenzzimmer für dus Gymnasium in Offenbach bilden. Die Entwürfe dazu sind von dem Darmstädter Architekten Llljred Koch Bei der Bearbeitung des zirka 8,50x0,50 Meter meßenden Zimmers ist Gewicht auf ge- schlossene Einfachheit und Zweckdienlichkeit sämtlicher Einrichtungsstücke gelegt woroen. Der Raum soll als Konferenzzimmer unb als Aufenthaltsort der Lehrer in ihren Freistunden dienen, er soll auch eine größere Bibliothek und eine Menge lausender Zeitschriften ausnehmen. Die Größe des Raumes erlaubt es, daß alle größeren Möbel, wie Bücherschränke, Zeitschristenregale und pultartige niedrige Schränke, mit der Einganstür zu einem architektonischen Ganzen vereinigt, und in die hierfür geeignete Wand eingebaut werden konnten. Hierdurch werden unzugängliche Staubablagerunsen auf und unter den Schränken vermieden,1
Mehrheit für angebracht erachtet, dies hier festzustellen, da die Mitteilung der Ze n tr u m s b l a t t e r geeignet Hl, Verwirrung in die wirklich n at i o n a l l r der al e n Arbeiterkreise zu t ragen. (Beifall.)
Präs Paasche: Damit ist die Sache wohl erledigt. (Leby. Heiterkeit.) Somit ist die Tagesordnung des Allg Vertretertags erledigt. Justizrat G e n s el-Leipzig dankt dem Präsidium für die vorzügliche Leitung, worauf Geheimrat Tr. Paa,che das Schlußwort nahm: . y .
Der ganze Verlauf des Parteitages hat denen, die cm der Spitze gestanden haben, das Arbeiten ungemein leicht gemacht. Wir danken dafür, daß es gelungen ist, in dieser Wei,e die Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. Ich mn mast dagegen gewesen, daß jung und alt sich wieder einmal m die mehr oder weniger zahlreichen Haare geraten. (Stürmiiche Heiterkeit.) Tie Jugend zieht schließlich doch verständig dem Alter nach. Und trotz aller Hoffnungen der Gegner auf eine Spaltung werden wir auch in Zukunft auf der gemein)amen Basts im Sinne unseres Programmes weiter arbeiten. (Lebh. Beifall.)
' Daß hier die Rede des Führers Bassermann mit so jubelnbem Beifall aufgenommen worden ist, kam daher, daß feine mustergültigen Ausführungen allseitig als richtig anerkannt mürben. Das ist das Erfreuliche, daß die Bedenken, wir gingen dem" einen zil weit rechts, dem anderen zu weit links, zerstreut und daß die Bedenken unserer Gegner zuschanden geworden sind. _
M H. In der Zentrumspresse und in Zeuckrumsversamm- lungen wird es vielfach so dargestellt, als ob die ganze Anregung zur "Blockpolitik ausgegangen sei von dem Rededuell Der u.burg- Rcer-'n und daß die Behauptungen Dernburgs durch den Prozeß. Roeren-Schmidt als unrichtig widerlegt wurden. Ich möchte ausdrücklich konstatieren, daß von einer solchen Widerlegung feine Rede ist. (Beifall.) Wer das Urteil des Gerichtshofes, richtig zu lesen versteht, wird wissen, wer der Gerichtete gerne)en ist. (Lebh. Zustimmung.) r m .........
Sie aber, m. H., bitte ich, unsere Beschlüge weiter hinaus- zutragen in das Land zum Nutzm der Partei, damit wir der
^stärkten nationalliveralen Partei draußen neue Ücafte gewinnen. Wir wollen und müssen unsere Reihen kräftigen, Vereine gründen, Organisationen schaffen . auch im neueren politischen Leben. Ebenso müssen wir die Kriegskasse füllen.
In diesem Sinne bitte ich Sie, an die Arbeit zu gehen zum Segen des Vaterlandes nmd damit auch der Partei.
Die nationalliberale Partei, sie blühe, wachse und gedeihe, ffe- lebe hoch, hoch, hoch! ■ '!
Die Versammlung stimmte begeistert in die Hochrufe ein,' worauf der Parteitag geschlossen wurde.
monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Vrstellg. Zeilenpreis: lokal lbPf., auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich
y — stir den politischen Teil:
General-Mzerger fur Oberhessen
«otatlonrdrvck und Verlag der vrühl'jchen Unlv.-Vuch- und Steinöruderel B. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei? Zchulstratz« 7. Beck.
K;c Iolerr und der Mütikan.
S. u. H. Pose n, 8. Oktober.
Die Erklärung der -polnischen Geistlichen aus West- iijjcn gegen ben Bischof von Kulm Dr. Rosentreter spukt ch immer in der polnischen Presse des In- und Aus- udes und veranlaßt die polnischen Blätter in einer ijt fcharsen Weise gegen den Vatikan vorzugehen. Sogar / gemäßigten Blatter fordern unzweideutig, daß der Ltüan die Polen gegen die Uebergrisse der preußischen -gierung in Schutz nehme. Der in Hohensalza er- ,einende „Tziennik kujawski" meint, daß dem Vatikan ch an den zwanzig Millionen Polen gelegen sein müsse, mit diese von der katholischen Kirche nicht absallen. n Vatikan denke man sich aber, es sei gleichgültig, ob ,.;i polnisch ober deutsch bete, Hauptsache sei, daß die uen ihre Pflichten gegenüber der Kirche erfüllen und n Peterspsennig zahlen. Infolge dieser Politik des Vati-
meint das polnische Blatt, sind schon im Mittelalter illionen Slaven germanisiert worden. Die Polen zahlen cht gern den Peterspfennig, sje erfüllen auch vollauf uc aus der Zugehörigkeit zu der katholischen Kirche sich gebenen Pflichten, sie verlangen aber auch, daß der alilan ihre Interessen ebenfalls wahrnimmt, und sie r Germanisation nicht ausliesert. Eine Wenoung zum ejferen wird erst dann eintreten, wenn die Polen die ationalität über die Religion stellen und dem Vatikan gen werden: „Gut, wir wollen treue Katholiken sein, -er noch treuere ■ Polen". Man müsse endlich einknal 'n römischen Kreisen klar und deutlich zu erkennen geben, iß das bisherige gute Verhältnis zwischen den Polen und vai Vatikan eine Trübung erfahren habe, die der Vatikan -feitigen müsse. Die Polen brauchen nicht zu bitten, sie fflen fordern. Äluch andere polnische Blätter verösfent- chlen ähnliche Artikel. Es ist eine eigenartige Wendung - ben Pfühlen der sonst fanatisch religiösen polnischen .röckerung für das Papsttum eingetreten. Die jetzigen rhältnisje jinb umso beachtenswerter, als bekanntlich
beinahe einem Jahre der Posener Erzbischofsstuhl .loeseßt ist und vor kurzem auch der Gnesener Bischoss- > durch den Tod des Weihbischofs Andrzejewiez frei rde. Im Vatikan kann man sich noch immer nicht mit v'.n Gedanken vertraut machen, in Posen einen deut- cy en Priester zum Erzbischof zu machen. Man nennt -ieder neue Namen, die wir nur der Vollständigkeit halber ier registrieren wollen. Als neue Kandidaten treten lieber auf der vor kurzem geweihte Weihbischof Dr. .und er aus Pelplin, Domherr Müller aus Pelplin nb Domherr E ch aust aus Posen. Man bemüht ',ich n polnischen geistlichen Kreisen, den Papst zu einer freund- ichen KundgebUlig für die Polen zu veranlassen, und nsöescndere der armenische Erzbischof Theodoro- JLC3 in Lemberg, in Galizien, setzt seinen ganzen Einlaß an's Spiel, um den Kardinal Merry del Val zu liier Action für die Polen zu veranlassen. Bisher sind .der alle in dieser Hinsicht unternommenen Versuche
Arn Nachmittag fanden aus Anlaß des Parteitages Stott- Volksversammlungen statt, die außerordentlich gut besucht waren. • In der Versammlung in der „Walhalla" sprach zunacyst Reichs-! tagsabgeordneter Tr. Osann über Fragen der Reichs-^ Politik. Er wies zunächst darauf hin, daß die nationallweralet Partei, wie sich das auch bei der Behandlung der Kaiserslauterner Beschlüsse gezeigt habe, duldsam sei und Verständnis für die Fo^ beiungen bes Tages habe. Dasselbe Verständnis habe sie auch gezeigt beim Zustandebringen des Blockes. Evi schwerer tnruck habe bis dahin auf unserem Volke gelastet. Man wollte «rer werden von dem Jock^ des Zentrums, und als die Besreiung!.^ kam, da sielen die Schranken, die zum Teil künstlich zwischen-, den heutigen Blockparteien, bestanden. Wir ^hatten auch siuher' schon Kompromisse geschlossen, nicht zum schaden, sondern zunr ^Nutzen des Reiches. Tie Konservativen hatten in sozialen Fragen^ von jeher dasselbe Interesse wie wir. Mit den Liberalen war es freilich anfänglich anders. Tie freisinnige Volkspartei verchew sich von Richters Zeiten her zunächst ablehnend dagegen. , Noch schwieriger war die Sache für die süddeutsche.B^lkspartei, ranS der mancher erklärte, er wolle lieber einen Sozialdemokraten a.->! einen Konservativen wählen. Am schwierigsten standen die Tinge.« mit der freisinnigen Vereinigung. Nun ist alles zum Äusgieichp gefommen. Der Ätittelpunkt des Blockes ist Bast ermann undi niitihm^di^naiionalliberal^^arteü^Lebha^^Beifa^)^Man und es laßt sich der Fußboden leicht und gründlich reinigen.i Dieser Schrankwand gegenüber liegt die Fensterwand mit iyoeir drei großen Fenstern, von denen zwei in ilMw ^ewungen Die Heizkörperverkleidungen aufnehmen. Eine leichte, Umrahmung der Fensteröffnung bient als konstruktiver Halt für b.e eon.'xn^ Vorhänge und leitet das Auge zu den anschließenden Panceümt und von diesen zu ben Schmalwänben über. Eine große arü}i=* tektonische Umrahmung unb eine 9ä)rmaluhr schmücken je eine Stirnu-and, einfach gerahmte, kleine Stiche werden die einzelnen? Paneelfelder ziereai. Der obere Teil der Stirnwände erhält eine eigenartige Gliederung, die auch auf die Decke ubergreiftt und hier im Verein mit den Pendel artigen Beleuchtungsüwperw die wuchtige Wirrung der Bewnbalken aufhebt. In der Mittü des Raumes steht der große, in seiner Form sich einem Oval nähernde, charakcerist-ische Sitzungstisch mit 19 Stühlen und entert Armlehnstuhl am oberen Ende für dcn Direktor. Ms lUcateriaL mivb Pitsch--Pine, leicht gebräunt, mit dunkel Nußbaum ver- wendet werden. Der Fußboden ist mattgrünes Linoleum auf Estrich; ebenso erhalten die Paneelfelder mattgrünen Anstricli; die Metallteile sind mattmcssing, die Wände unb Decke sind weiß.
— Eine blutige „C a r m e n"-M e n s u r. Wie man
aus Breslau meldet, wurde bei der Aufführung von „Carmen"'
am Sonntag Frau Verhunk, die die Titelpartie sang, durch einen
Sü belhieb am Kopf verletzt. Der Unfall passierte int zweiten Akt bei dem S ä b e l z w e i k amp f e zwischen dem^Leut- nant Zuniga unb Don Josö; der Zweikampf wird dura) das Tazwischentretcn der Schmuggler unb Carmens unterbrochen. Frau Verhiink fang, nachdem die nicht unerhebliche Wunde verbunden war, die Rolle tapfer zu Ende.
— Der neue Jahrgang des „Daheim" zeigt einen mächtigen Aiöschivung dieser Zeitfchnit in künstlerischer und literarischer Hinsicht. Das' Heft gibt uns einen Ueberb lick über die Künstlerheimat Woichsivede und führt in zum Teil mehrfarbigen Reprobuktionew eine Reihe voir Hauptwerken ber Dteister vor, die bort Fuß gefaßt haben: Vogeler, Mackensen, Mobersohn, Am Ende. Ter iührenbe Roman dieses Quarmls ist Wilhelm Ho lz a mers „V o r- Iahr und Ta g'ü Ter soeben verstorbene ieinsinnige Dichter gibt m biejein letzten Werk ein Bild feiner Heimat unb bes Mein- hefsifchen Volkes in schlichter, ergreifender Darstellnng. Dem Holz- amcr'sthen Werke iolgen neue große Romane von Haiis v. Zodeltitz !„GUickslasten") unb von Rudolf St ratz („Die schwarze Wolke").


