laubnis, unter dem Schutze König Neptuns ebenfalls aus diese Weise den Bund fürs Leben zu schließen.
* Der Proviant d.es größten Schiffes der Welt Die „Lusitania", die sich auf dem Wege nadi Newyork befindet und von der die Engländer erwarten, daß sie den transatlantischen Rekord brechen wird, hat über 3000 Menschen an Bord und einen dementsprechend großen Proviant. Eine Aufzählung einzelner Posten wird die Größe der mitgenommenen Vorräte illustrieren: Zucker fünf Tonnen, Tee y2 Tonne, Kaffee V/g Tonne, Salz 41/.? Tonne, frisches Rindfleisch 12 Tonnen, Hammelfleisch drei Tonnen, Lamm- und Schweinefleisch IV2 Tonne, Käse i/z Tonne, 21/2 Tonne Marmelade, 300 Pfund Pfeffer, 1000 Pfund englische Weintrauben, 121 Faß ausländische Weintrauben, 50 Faß Aepfel, 250 Faß Mehl, 30 000 Eier, 5000 Pfund Fische, 4000 Stück Geflügel, 18 000 Flaschen, Bier und Porter, 15 000 Flaschen Spirituosen, 6000 Flaschen Wein.
• Ein Boxer-Duell zwischen Jockeys. Aus Budapest wird gemeldet: Am Montag wurde in Budapest ein interessantes Boxer-Duell zwischen zwei Jockeys, Janek und Carslake, ausgetragen. Der Vertreter des Drehcr'schen Stalles, der aus Australien stammt, äußerte sich wegwerfend über die Fähigkeiten des ungarischen Jockeys, worauf dieser ihm mitteilen ließ, daß er geneigt sei, sich nicht nur im Reiten, sondern auch im Boxen mit ihm zu messen. Carslake nahm diese Herausforderung an, stellte jedoch die Bedingung, daß derjenige, der im Duell unterliegt, dem anderen 1200 K. bezahlen muß. Das Boxer-Duell wurde in Anwesenheit zahlreicher Jockeys mi3 Trainer ausgetragen. Das Duell nahm unter großem Interesse seinen Anfang und dauerte 7 Minuten. Schließlich gab Carslake den weiteren Kampf auf und Janek hatte die Wette gewonnen.
* Hütet euch, holde Mädchen! Der Münchener ,,All- gtnt. Ztg." wird geschrieben: Eine polizeiliche Bekanntmachung ans dem Amtsanzeiger des Veziickes Frutigen. (Kanton Bern) warnt die Mädchen vor dem Verkehr mit italienischen Arbeitern. Einen ähnlichen Fall von Fürsorge für die weibliche Jugend habe ich in der Oberpfalz erlebt- Ich machte damals eine Rescrveübung bei den Achtzehnern in Zweibrücken und rückte auch mit in das Manöver in der Oberpfalz aus- Unser erstes Quartier war» Deining. Die Verpflegung war gut, aber es fehlte doch etwas, was wir Jünger der AceS ungern vermißten- Im ganzen Dorf war kein einziges Mädchen zu sehen; wie wir auch spürten, nichts war von dieser Art zu entdecken. Und als nnr uns bei den Bauern befragten, da erfuhren wir denn, oaß, einer Anweisung von hochmögender Seite entsprechend, in der Nacht vor unserer Ankunft , die sämtlichen Jungfrauen Deinings auf Leiterwagen in militärsicherc Nachbardörfer spediert tvorden waren, wo sie wohl ebenso grimmig über ihre Entfernung nachdachtcn wie wir Kriegskncchte-
• D i e bessere Halste. Daß die vielgebrauchte Bezeichnung der Frau als „die bessere Halste", die wohl Scherz oder Galanterie erfunden hat, mit Flug und Recht auch im Erust und zwar nicht nur in Bezug aus das Doppelwescn „Ehe", sondern auch aus die gesamte menschliche Gesellschaft angewendet werden darf, zeigt uns ein Blick in die Kriminalstatistik. Nach der Kriminalstatistik des deutschen Reichs für das Jahr 1905 sind in diesem Jahre 520 356 Personen wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgefetze verurteilt worden. Hierunter befanden sich' nur 80 955 oder 15,5 v. H. weibliche Personen, während die übrigen 84,5 v. H. dem Niännergeschlecht an- gehörten. Hieraus folgt zahlenmäßig, daß die weibliche Hälfte der menschlichen Gesellschaft mehr als 5 mal besser ist als die
männliche. Bei Verletzungen der Eidespflicht, Beleidigung, Diebstahl und Hehlerei ist die Beteiligung der Frau etwas stärker, sie beträgt hier rund 25 v. H., bleibt aber immerhin noch erheblich um % hinter der gleichen Betätigung der Männer zurück. Also die Frauen sind in allem eben doch die bessere Hälfte!
Unwerkitäts-Nachrichtem.
— Auf dem Hochschullehrertag in Salzburg gelangten folgende Resolutionen zur Annahme: Eine der wichtigsten Grundlagen W das Gedeihen der Hochschule istdie Sicherung eines tüchtigen und bernsssrcudigen Nachwuchses für das akademische Lehramt. Zu diesem Zwecke hält die erste Tagung der Hochschullehrer folgendes für erforderlich: 1. Tw Zulassung zum akademischen Lehrberufe muß der Autonomie (die Frkf. Ztg. sagt „Anatomie"!) der Hochschulen erhalten bleiben: 2. Die Professoreukollcgien sollen bei Zulassung zur Privatdozentur die höchsten Anforderungen an die wissenschaftlichen Leistungen der Bewerber stellen, aber jeder wissenschaftlichen Richtung gleichmäßig den Zugang an den Hochschulen offen lassen. Auszuschließcn sind Personen, die nach ihrer Lebensführung oder Lebensstellung nngeignct für den Lehrberuf und die unabhängige Forschung erscheinen: 3. den außerordentlichen Professoren und Privatdozenten ist die ihnen als Mitgliedern von Hochschulen gebührende Stellung ohne Engherzigkeit und soweit als möglich zu sichern. Insbesondere ist überall eine Einrichtung dahin zu treffen, daß sie bei den allgemeinen Angelegenheiten des Lehrberufs in den Körperschaften der Hochschule auf geordnetem Wege zu Gehör kommen. 4. Es ist darauf Bedacht hu nehmen, daß Privatdozenten und unbesoldete Extraordinarien, deren Tätigkeit bewährt ist, be- soldete Extraordinariate erhalten. 1 f
Geborene: Herrn Hermann Steinhäuser und Frau in Butzbach eine Tochter. — Herrn Ewald Morhenn und Frau in Wetzlar ein Sohn.
'Gestorbene: Herr Fritz Tichm in Wetzlar. — Herr Heinrich Hahn in Werdorf. — Frau Dorothea Köhler Witwe in Biedenkopf. Frau Katharina Keitel Witwe in Marburg. — Frau Janfcnius in Türen. — Frau Luise Krausgritl in Rieder-Weisel.
Verlobte: Frl. Emma Wehn mit Herrn Karl Lüdke in Fried berg.
Kandel.
— Fusion von SpriNabriken. Die Breslauer Spritfabrik beruft eine außerordentliche Generalversammlung mit den 28. September ein behufs Beschlußfassung einer Fusion mit der Nordhäuser Aktien-Spriliabrik und über die darauf bezügliche Abänderung der Statuten. Die Breslauer Spritiabrik, deren Aktienkapital 4 200 000 Mark beträgt, ist an mehreren Unternehmungen beteiligt und gehört zu den bestrentierenden Spritfabriken Deutschlands. Die Nordhäuser Aktien-Spritfabrik besitzt nur 307 000 Mk. Aktienkapital, worauf sie in den letzten drei Jahren je 16 Prozenr Dividende verteilen konnte.
S t a d t a n l e i h e n. Die für Montag an der Berliner Börse geplante Kursäeststellung für die 3l/20/0 Erfurter und für die Apoldaer Stadtanleihe ist nicht zustande gekommen, da die in Aussicht gestellten erheblichen Preisreduktionen gegenüber den lange zurückliegenden letzten Notierungen keine Verkäufer anlocken konnten. Dagegen wurden 4°/0 Altenburger Stadtanleihe mit 99% notiert. Die letzte Notiz hatte 103,80°/o betragen.
Die Ausfuhr von amerikanischem B ü ch s e n f l e is ch hat infolge der bekannten Schlachthaus-Enthüllungen einen ganz bedeutenden Rückgang erfahren. Es beziffert sich laut amtlichen Mitteilungen in dem am 30. Juni zu Ende gegangenen Fiskaljahr der Wert der Anfuhr dieses Artikels auf nur 2 648 515 Doll, gegen 9 238 800 Dollar in gleicher Zeit des Vorjahres.
— Tie jüngste Besserung Deutscher Staatsfonds. Wir haben schon auf die Besserung hingewiefen, die sich seit ungefähr 20. August vollzogen hat. Es ist auch in der letzten Zeit stetig Nachfrage an der Börse sür diese Werte vorhanden gewesen. Und daß die Ankäufe zu Anlagezwecken erfolgten, geht
daraus hervor, daß ein Rückschlag, der sonst bei jeder noch so kleinen Aufwärtsbewegung sich sehr bald zeigte, nicht wieder ein- getreten ist, trotzdem in betreff der weiteren Entwicklung des Geldes die Börse wieder mehr in Sorge ist. Daß aber die Staats- pnds immer noch recht steigerungsfähig sind, geht daraus hervor, wß sie gegen die im vorigen September durchaus nicht hohen Kurse noch sehr zurückstehen. So notierte am 22. August d. Js. die 3^2 Proz. Reichsanleihe 92, am 7. September 93, und am 6. September des Vorjahres 98.90. Bei den 3 Proz. Reichsanleihen stellt sich dies Verhältnis wie folgt: 82.10, 82.70 und 86.95. Die 3^2 Proz. Preußischen Konsols zeigen in gleicher Reihe die folgenden Ziffern: 92.20, 93.40 und 99.05; die 3 Proz. Konsols 81.30, 82.60 und 86.95. Ganz ähnlich ist die Entwicklung bei den Anleihen der übrigen Bundesstaaten. Nur, daß diese in den letztvergaugenen Baissetagen noch mehr int Kurs gewichen sind, wie die Anleihen des Reichs und Preußens.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise 0111 11. September 1907.
Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 84—86 Mk.
1 /, Kg.Schlachtgew. 92—95 Pf.
1 /, „ „ 70—00 „
'/, Kg. 82-88 Pfg.
7, tf 84-90 , V, „ 76-90 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk.
Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 58 Pfg.
Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.
Telefonisch©
des Giessener Anzeigers, mitge und Industi
Frankfurter Bör
3^°/0 Reichsanleihe . . 93.70 3% do. . . 83.30 3Vi °/0 Konsols .... 93.80 3% do. .... 83.30
3 % °/0 Hessen .... 91 90
3%°/0 Oberhessen . . . 90.40 4 % Oesterr. Goldrente 98 25 4‘/s % Oesterr. Silberrente 98 00 4 % Ungar. Goldrente . . 92 60 4% Italien. Rente . . . 102.95 3?o Portugiesen Serie I 66.00 3% Portugiesen „ III 66 50 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 91 10 4>$% japan. Staatsanleihe 90.60 4% Conv. Türken von 1903 93.40 Türkenlose 140.20 4% Griech. Honopol-Aul. . —
4% äussere Argentinier . 84 50 3°/0 Mexikaner < . 61.50 4>i% Chinesen .... 95.30
Aktien:
Bochum Guss 208.70
Buderus E. W 115.20
Tendenz: fest.
Berliner Börse,
Canada E. B 165.10 Darmstädter Bank . . . 125.90 Deutsche Bank .... 224.70 Dortmunder-Union C. . . 66.80 Dresdner Bank .... 137.30 Tendenz: fest.
ECuD*sbec*HC^te
teilt von der Bank für Bande) ie, Giessen.
«e, 12. Sept., 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 114.30 Elektriz. Schlickert . . . 100.50 Eschweiler Bergwerk . . 214.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 196.40 Hamburg - Amerik. PaketL 129.00 llarpener Bergwerk. . . 196.80 Laurahütte 221.70 Nordd. Lloyd . ... 112.60
Oberschles. Eisen-Industrie 100.56 Berliner Handelsges. . . 152.56 Darmstädter Bank . . . 126.00 Deutsche Bank .... 225.20 Deutsch-Asiat Bank . , 140.00 Diskonto-Kommandit. . . 169.60 Dresdner Bank . . . 138.25 Kreditaktien 201.00 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 92.60 Gotthardbahn . . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 31.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.10 Prince-Henri-Eisenbahu . 126,80
2. Sept. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. « . 196.50 Laurahütte .... 221.00 Lombarden E. B. ... 31.10 Nordd. Lloyd .... —.— Türkenlose ..... 139.99


