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die 87 er in Rieder-Seemen, Steinberg, Merkcnftitz. Tic 42. Inf.» Brigade liegt bei Büdingen, Stockheim und Düdelsheim. Gcitern begann cm G^fedjt innerhalb der 21. Division aus den Hohen um Nidda i:nb Secmenbach bei Düdelsheim, die Regimenter 80 und 81 «.Frankfurt) bezogen Biwak bei Orleshausen und Calbach. Bei der Hitze gab es viele „Schlappe" besonders bei den Reservisten. — Bon der hessischen Division ist zu bc richten, das; die Regimenter am Dienstag einen heißen Tag hatten. Sie hatten große Märsche -urückzulegen, bis sie an den Feind kamen. Tie Regimenter 117, 118 und 1. und 3. Bat. 168 lagen in und um Offenbach und Hanau, die 115 er in Fried berg, 116 er Niederwöllstadt, Ilbenstadt und Ossenheim, die 168 er 2. Bat. Rodheim, alle harten Märsche von ca. 5 Stunden jurüd zulegen. Sie rückten um 61,» Uhr früh auS den Quartieren und trafen gegen Mittag in der Gcfechlslinie bei Windecken rin. Hier entwickelte sich dann bald die „Schlacht bei W i n b - ecken". Auch das Großherzogspaar war von Friedberg im Automobil angckommcn, cs ftand auf den Hohen bei Ros darf und beobachtete das C^efecht. Tie 49. Brigade besegle die Höhen 178 südlich Dindecken (116), die Höhe 187 bei Kilian stüdten (115 , das Zentrum bildet das 2. Bat. 168 am Geile Berg, hier stand auch die 25 er Artillerie, bie alsbald ins Gefecht am griff. Tie feindlichen Parteien standen auf den Höhen um Rosdorf u nd am AuUerstüdter Hof. Ihre Artillerie, Regö Dient 61, hatte eine vorzügliche Stellung und ihrem wirlsameu Feuer unterlag der Angriff der 115 er, das Regiment mußte kehrt machen. Auf den feindlichen Seiten bildeten die 168 er 1. und 2. Bat. den linken Flügel, 117 er den rechten, 118 er das Zentrum. Gegen V«4 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen und die Truppen rückten nach mehrstündigem Weg in die Guap iierc. Tie -Strapazen waren groß und manchem Reservcmann versagten bie „Untertanen". Am Mittwoch ist Ruhetag und heute beginnt der Kampf aufs neue. Gr wird sich nordwärts erstrecken bis über Bad Nauheim. Fast sämtliche Fußtruppen beziehen 'jüvaf, die 115 er, 116 er, 2. Bat. 168 er bei Bürbach, Nieder-Weisel und Ober-Mörlen, die 117 er, 118 er bei Friedberg mib Wölfersheim.
t'ie Stimmen der 110 Wähler, ^brauch madilcn, verteilten fidj wurden Lanowirt Clio Z i m -
aber mit Rücklicht auf die gesetzlichen Bestimmungen in Hessen ab- aelebnt und den Menten geiagt, sie möchten nach Nieder-Aula
der eingleisigen Sttccke Distchau-Bromberg entgleiste ein Güterzug. Auch hier war der Materialschaden bedeutend, ohne daß Menschen zu Schaden gekommen sind.
* Epidemien. Wie aS K ö n i g s h ü t t e gemeldet wird, ist dort der Gisenbahnarbeiter Kciuk unter choleraverdächtigen Erscheinungen gestorben. — In Wien wurde ein neuer Blattern fall festgeftellt. — Die bayeriscl)eii Berkehrsbe- amten müssen sich jetzt in Lindau mit Rücksicht auf die zahlreichen Pocken- Erkrankungen einer sofortigen Zivangsimpsung unterziehen. Diese Anordnung betrifft daS gesamte Personal des Verkehrsdienstes, sowie die Eisenbahn-, Dampfschifsahrts- und Post-Angestellten.
* Zur Wiederverheiratung der Gräfin M o n - t i g n o | o. Einer der Freunde des Pianisten Toselli, der Künstler Cassini, äußerte m Pans, man erwarte täglich die Nachricht von der in London heimlich vollzogenen Vermählung der Gräfin Montignoso. Nach der Meinung Cassinis werden Heiraten dieser Art in DeiUschland nicht anerkannt, können also für die Gräfin keine Rechtsfolgen haben, also auch den Verlust der Appanage nicht nach sich pljcii. Gräfin Montignoso bezweckt mit der Heirat lediglich, daß sie 'pich in intimen Kreisen Frau Toselli nennen kann. Ter sächsische Hof dürste nur bann einschreitcn, wenn etwa eine Konzert-Tourno der Signora Toselli an« gekündigt würde. . Hierfür fehlt vorläufig jeder AnhaUspunkt. Gräfin Montignoso ist tatsächlich in London eingetroffen, um ihre Vermählung mit Toselli zu betreiben. Ihre Tochter Monica Pia befindet sich in Stresa am Lago Maggiore unter der Aufsicht einer Dame.
* Tic Hochzeit unter Wasser. Aus New - York wird gemeldet: Eine Hodizeit unter Wajser — bad ift der neueste Triumph, den amerikanische Originalitätssucht feiert. Zn den nüdjftcn Tagen wird die Vermählung von Okorg Fairntan und Alberta Mid)el auf dem Grunde des 14 Fuß liefen Wasscrdasfins im Newyorker Hippodrom stattsinden. Das Brautpaar, bie Hochzcit-gaste und der Geistliche werben in Babekostümen erscheinen und die Braut- junQjcin werden als Meern ixen der jungen Braut das Geleit geben. Nach der Irauerfcicrlidjfeit wird Baler
enjpendendcS Symbol ls cs bekannt wurde,
— Lich, 12. Sept. Ein bemerkenswerter und trau riger Gedenktag ift heute für unsere Stadt. Bor 50 Jahren brach in der Nacht vom 12. zum 13. Sept, ein furchtbarer Brand aus, der zahlreiche Gebäude einäscherte und einen großen Teil der Stadt schwer bedrohte. Tie^ hiesigen Einwohner, die Feuerioehrnkann- schäften der Stadt und bet Nachbargemeinden boten alles auf, um das Feuer zu bewältigen, allein trotz aller Anstrengungen wollte die vorhandene Hilfe nicht ausreichen, bis noch zu rechter Zeit, morgens gegen 3 Uhr, die städtische und die Gailfche Feuerwehr von Gießen, etwa 60 Mann stark, zu Hilfe kam. Beide arbeiteten, wie es in einer von Bürgermeister Heller unterzeichneten Danksagung heißt, 'mit großer Anstrengung und Aufopferung, selbst eigene Lebensgefahr verachtend, und es gelang ihnen bald, dem Brande Grenzen zu setzen und zahlreiche bedrohte Gebäude zu retten.
Vom Bichscucheugcsctz.
Gegen bcn Schweinehändler K. W. III. zu Schlitz war Anzeige wegen Vergeheno gegen das Viehseuchengesetz ! erhoben, unter der Anschuldigung, baß er durch feinen Fuhrmann H. B von Queck, Schweine aus dem Preußischen in hessische Ortschaften habe verbringen lassen, ohne sie bei vor- geidmcbcncn Beobachtung zu unterwerfen. Tie Staatsanwaltichast dehnte die Anklage auch auf den Fuhrmann aus und daS Schöffengericht hielt aus Grund der Beivelsanfnahme für erwiesen, aß» B, im Auftrag einiger Landwirte, die Schweine in Niedcr- Vlula^euifdufte und bicie bann bcn Landwirten zuführte, ohne vor Ortspol,zelbehoibe und dem Kreisveterinäramt Anzeige zu machen, weshalb es ihn wegen fahrlässiger Uebertrctung des Geictzcs zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilte. W., der behauptete, als Vertreter eines Großhändlers aus Hannover, die ^ächweine in Nieder-Aula an B. verkauft ^u haben, ohne sich an dem Transport zu beteiligen, wurde frelgcsprochen. DaS Urteil wurde von der Staatsanwalt,'chast sowohl, als auch von dem Verurteilten angefochten. W. gab an, er sei bei seiner Aiiwesenl)eit in Sckilitz uno den umliegenden Ortschaften von fianbiuirten angegangen
Gießen, 10. Sept.
Cin echter Flugtag, wie es in b:r Jmkersprache heißt, führte Mitglieder der Zweigvereine Gießen, Friedberg, Lich- Hungcn und Butzbach des O b e r he f f i sd) e n Bienenzucht e r v e r e i n s am vergangenen Sonntag in Friedberg zusammen. Es galt der Großh. Acker- und Obstban- sd)ule einen schon längst zu gedachten Besud) abzustatten. Tie Herren Tirettor Dr. v. Peter, Dr. Hoffmann und Ringshausen empfingen die Interessenten. In einem Mafsensaal de: Anstalt vereinigte man sich, und nach recht herzlichen Begrüßungsworten lud Direktor Dr. v. Peter zur Besichtigung der Anstalt ein. Zuvor nahm der Vorsitzende des Gießener Ziveigvereins, Lehrer Bug-Leihgestern, das Wort, um den Herren für ihren freundlichen Empfang und dem Tirektor für seine freundlichen Worte, sowie für ihre Bemühungen um die Imker im Namen aller zu danken. Besonders Dahlie er für Die Entsendung des Herrn Tr. Hoffmann nad) Frankfurt a. M. zur Mitwirkung an der Anstellung des Oberheffischen Bienenzüchtervcreins, dessen Arrangement von den ersten Imkern Deutschlands und Oesterreichs ais die beste Leistung, die je eine Wanderver- ammlung zierte, anerkannt wurde. Nicht zum letzten sei dieser Erfolg Tr. Hoffmann zu danken, der mit bewunderungswürdigem sidnjtftnn und Verständnis seine Bienen- weide, die Sd)ädlinge der Bienen aus der Tierwelt, sowie sonstige Anschauungsmittel dem Ganzen einzuverleiben wußte. Unter Führung obengenannter Herren wurden nun die AnstaltSrLume durchwandert, deren nähere B-eschreibung hier zu weit führen würpe. Besondere Äufmeckfamkeit wurde den reichen Sammlungen und Präparaten, dem Laboratorium uno, von unseren Tarnen, besonders der Wche gewidmet. Hier sah man alles mögliche Obst und Gemüse in frischem und getrocknetem Zustande. Obstsäfte, Gelees u. dgl., die in bcn jüngst verflossenen Obstoerwcr- tungökursen hergestellr wurden und bemnädift bie Mann- hcimcr Ausstellnna zieren werden, in Gläsern, Flaschen, .'trügen und ^nd)|en, deren bloßer Anblick einem schon bcn Mund wässerten. Und erst der Garten, mit seinen Jorm- obftbäumen voll der schönsten Früchte, erregte bie Hewun- dEvung aller. Unser H. »senland besitzt hier eine Anstalt, bie sich den besten biefer Art würdig zur Seite stellen darf, was ja auck)^durdi Anerkennungen jeg.id/er Art bokumentiert ist. Zum schlufse gings zu bcn Bienen, bie unter her Lbhnt bes Obergärtuers John stehen und l-eutc, zu Ehren der Besucher, (id) in besonders lufliaem Spiel zu bewegen schienen. Sie sind m einem neuen Bienenhaus, von Jlran* nid) in Mellenbad) geliefert, in allen möglichen Bauten untergebracht und erfreuen den Fachmann und Laien. Hiermit war unsere Wanderung beendet und es wurde der 4.amen halber, denen sich aud) Frau Dr. Hoffmann ange- fchlossen l)aIle, cm Täßchen üaffee in bcn „Trei Schwertern" eingenommen. Herr Buß sand hier Gelegenheit, Herrn unb grau Tr. Hoffmann für ihre Betätigung gelegentlich der Frankfurter Tage, wie für ihr liebenswürdiges Geleite, zu danken, worauf Tr. Hoffmann in längerer Rede aussührte. Wie eng Landwirtschaft, Obstbanmzucht unb Bienenzucht miteinander' verbunden seien, und infolgedessen aud) fest zusammenstehen sollten, ihre Interessen zu vertreten. Als besonders hierzu beruhn bezeichnete er die Lehrer und d)loß mit dem Wunsche, daß mit beute dieser Bund besiegelt ein möge. Ein Okuig burd) die Burg, an deren Ausschmückung zu Ehren unseres Landesl/errn uod) bie letzte Hand angelegt wurde, und cin kurzer Rückblick auf all das Ge- chaute bei einem Glase Bier, beschloß diesen schönen Tag. Mit dem Wunsche auf Wiedersehen verabschiedete man fick), uno bald trug das Tampsroß die Teilnehmer nad) allen Richtungen ihrer Heimat zu.
Ortschaften cinraHicrtc. Weiter wurde festgeftellt, daß zum Teil die Verkäufe erst in den Ortschaften abgeschlossen worden sind, unb bcibc Angeklagte den Transport genieiujchaftlich ausgcführt haben Das Gericht hielt ihnen zugute, daß sic der Ansicht gciuefcit sein können dieier Weg sei gesetzlich zulässig, iveshalb es nur wegen fahrlastigcr Uebertretung des Gesetzes Bestrasung ciutrctcn lies. Das frei,brechende Erkenntnis bezüglich des W. wurde ausg,. hoben und auf eine Geldstrafe von 50 Mk. erkannt, U'ährenb uie iiiiüig nciiuoticii pjurde.
komnicn, dort tönntcn sie
d-Nauheim, 12. Sept. (
4- Villingen, 1. Sept. Heute sand hier Ge- v» e i n d e r a t s w a h l statt. Cs wurden bei ziemlich reger neinderäte gewählt, ba die drei
** In Amerika verstorbene Hessen. Pastor ÄiuiS Krebs, wohl der älteste deutsche Geistlick)e Amerikas, starb im Alter von 87 Jahren zu Aoungstown, O. Krebs stammte aus Tarmstadt, studierte (in Gießen ?) Theologie und war seit 1853 in Amerika tätig. Der Ber- ftorbene war vor zwei Jahren erblindet. Er hat zahlreiche theologische und andere Werke in deutscher und englischer Sprache geschrieben. — Frau Joh. Marie Prätorius Dietz auS Emmershausen (Kr. Ufingen), 65 Jahre alt, zu Love- lanb, Col. — Frau Magdalene Berg, geb. Freitag, aus Deinroda (Kr. Frankenberg), 75 Jahre alt, zu Oklahoma Erty, Cfl. — Frau Maria Marg. Hirsche l, geb. Will- xnann, aus Schaafheim, 89 Jahre alt, zu Wilson Creek, Wash. — Frau Eva Kath. Steiger, geb. Schantz, aus Etzen- Lesäß, zu Dayton, O. — John Seibel, aus Hamm, 80 Jahre alt, zu Cleveland, O.
. O.Wieseck, 12. Sept. Samstag, 14. b. Mts., findet ^ter bie Wahl von vier neuen Gemeinderats- Mitgliedern statt und zwar an Stelle des verstorbenen Schrernermeisrers Karl Kümmel und drei infolge Ablaufs der neunjährrgen Dienstzeit der Herren: Landwirt Taniel Terwr, Landwirt Tantel Crb 2. und 5d)micbemei)tcr Jost fRam. — Ter sozialdemokratifche Wahlverein befchasttgie sich in einer Versammlung am letzten Samstag mit der bevorstehenden Wahl. Inwieweit sck)on auf bürgerlicher Seite Vorbereitungen getroffen würden, entzieht sich der Lenntnis der Lessentlichkeit.
Vermifc^tt»e
* AuS Ven Manövern. Ein Unfall ereignete sich bei bcn baverischen Korpsmanöver ii an der österreichischen Grenze bei Selb in Oberfranken. Eine Gruppe Zuschauer aus Böhmen wurde von attackierender Kavallerie über ritten, wobei m ehr ere Personen sdpoer verletzt wurden. Ein Knabe erlitt tätliche Verletzungen. — Im Manövergelände bei Wolfratshausen (Bayern) stürzte der GeneralstabSoffizicr Major Frei- Herr von Godin vom Pserde und erlitt einen Beinbruch.
* Eisen bahn un fäll e. Ter Lokomotivführer eines dichte besetzten Zuges auf der Strecke Euskirchen — Düren bemerkte plötzlich ein starkes Schwanken seiner Maschine und braäste den Zug noch rechtzeitig zum Stehen. Eine sofort eingelritete Unter* suchm'.g ergab, daß em beträchtliches Stück Schiene fehlte. Ob cm verbrecherischer Anschlag vorliegt, ist bisher noch nicht ermittelt. — Am Bahnhofe von Morlanwelz (Belg.) ließ ein Passagierzug mit einer Lokomotive zusammen. Mehrer« Wagen Knirbcn aus dem Gleise geworfen unb teilweise stark beschädigt. 19 Personen wurden verwundet, darunter fünf schwer. — Auf dem Bahnhöfe O st r o w o stießen zwei Rangierzüge zusammen. Ter Materialschaden ist bedeutend, Menschen mürben nicht verletzt. — Bei der Station W a r l u b i c n
Hess. (25.) Division, zum Major befördert. Tiehscu, Hauptm. im 5. Gr. Hess. Inf.-Regt. Nr. 168, zum überzähl. Major befördert und dem Regiment aggregiert. Wilken, Hauptm. unb Komp -Führer an der Unterofsizicrschule in Biebrich, als Kornp.-Chef in das 5. Gr. Hess. Ins.-Regt. Nr. 168 versetzt. Herr m a n n , S ch ö n , Oberlts. im Ins - Regt. Prinz Karl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, zu überzähligen Hauptleuten befördert. Qu i n ck a r d t, Oberlt. im Jnf.- Leib-Regt. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117, in das 3. Ober-Elsäss. Inf.-Regt. Nr. 172 versetzt.
** V o m M an öt> e r. Die Divis io ns Manöver Ijabcn am Dienstag ihren Anfang genommen. Tie 21. Division übt zwischen Ranstandt, Gedern, Stockheim, Büdingen int oberen Nidder- und Seemental. Gedern, Büdingen, Stockheim und Um* gegend gleichen einem Kriegslager, die Orte haben fast so viel Uinauartierung als Einrvohner. Der Stab bt't 41. Inf.-Brigade liegt üt Gedern, ferner sind dort der Stab des Artillerie- Regiments „Frankfurt", der Stab der 21. Feldartillerie-Brigade, der Stab de»' 88 er, 2 Bataillone 88 er und eine Abteilung des Regiments „Frankfurt" 63. Samstag bezieht General von Cich- hont Quartier im Gederner Schloß. Teile des Regiments „Frankfurt^ liegen noch in Ober-Seemen, Burkl-ards und Ober-Lais,
zurück. Die sonstigen Teilnehmer cur der Tafel begaben lick) zur Terrasse, wo Toppelkonzert stattsand.
ltz Klein-Karben, 11. Sept. Heute nachmittag 2 Uhr sand hier im Schulhäuse eine Unters u ch un g über bie M e u t e r e r - A f f ä r e im 115. Regiment, die sich vor kurzem in Ober Mörlen adspielte. Cs waren hierzu erschienen der OberkriegsgcrichtSrat lObenaner-Darmstadt und sechs verhaftete Gardisten, letztere unter militärischer Eskorte. Zahlreiche Unteroffiziere wurden verhört. Das Ergebnis war, daß zwei Gardisten ans der Haft entlassen wurden, llevcrhailpt scheint bie Sache viel harmloser zu sein, wie cs zuerst hieß, unb es ist anzuneh'men, daß die Anklage wegen Meuterei fallen gelassen wird. Es scheint fiel) vielmehr um eine zufällig entstandene Schlägerei zu handeln.
X Hörnsheim, 11. Sept. Tas Mutterfchwcin des Landwirts A. Weber II. warf nicht weniger als 22 Junge; wenn sie am Leben zu erhalten wären, könnte man eine große Rentabilität btefer Massen gebürt berechnen, denn es gehört nid)t zu den Seltenheiten, daß man bei guter Entwicklung unb selbstverständlich entsprechender Fütterung ein derartiges Tier auf 300 Pfund bringt; wenn uian nun mit bcn hc'.tigcn Jleischprcisen, bei denen der Mindestpreis nicht unter 70 Psg. das Pfund beträgt, rechnet, so luürbe die fragliche Massengcburt daS nette Sümmchen von 4620 Mart abwerfen.
Beteiligung drei neue üfen o Ausscheidenden sämtlich wegen ihres ho Aiederwahl verzichteten. x die von lhcc.n Wahlrecht aus 34 Namen. Gewählt mer III. mit 110, Weocvai
rte bie Gchwcine ui Nieder-Aula verlaust, wo nut seine u Uiibc gewesen sei. Temgcgenllbcr ergab die Beweis- baß er oas Geld für die -iictc in bcn betreffenden
Hierauf hatten die Landwirte für sie Schweine zu kaufen, 'n. Ur habe dann auch als
mittag hatl hier begru Vormittag unter Füur
Kerichtskaal.
' W. Marburg, 10. Sept. Heute ftand wieder der vonr ^chuwrgericht wegen Unterschlagung im 2lmt zu 2 Jahren Ge- lungniS verurteilte srül-ere Stadtschreiber Kern aus Wetter wegen begangener Unterschlagungen von Geloern in bcn Jahren 1902—190/ vor dem Landgericht. Er wurde nach Ver- liehmuug einer großen Anzal)l Zeugen wegen weiterer drei Ve- trugssalle zu einer Zusatzftrast von 9 Monaten Gesä n onia verurteilt.
Berli n, 11. Sept. Wie die neue politische Korresponbem erfahrt, ist gegen bas ireisprechende Urteil un Prozeß Gübke burd) bie Siaaisainvolifchast B e ruiun g eingelegi.
Aeichsgerichtsbriofc.
(Nachbruck verboten.)
m I. S. Leipzig, 10. Sept.
Das Recht an einem B a ch und seinem Wasser kann nicht ohne weiteres auf alle seine Quellen ausgedehnt werden.
Im Jahre 1721 mürbe bern M ühlcnbesitzer Wich, m ail n zu Holzminden bie Erlaubnis erteilt, an beni Holz- niinbebad) eme Sägcmühle anzulegen unb das Wasser bes Holz- min^ebachs, der pon mehreren Quellen gespeist wirb, gegen einen lährlichen Zins von 12 Talern zu benutzen. Im Lause der Jahre trat emc Vergrößerung d:s Ortes Holzminden cin unb die Herzogliche Kammer zu Braunschweig verpachtete ber Stadtgemeinde Holzminben zwei Quellen, bie den oberen Holznnnbebach speisen. Dadurch suhlte sich ber jetzige Inhaber der Mühle, ber Kläger A. dieses Rcchtsstrctts, beschwert und verlangte Freigabe der Quellen, da biqeiben seinen Rechtsvor- gang.ni mit dem Wasser des Bachs stillschweigend vcrlicl>eitz worden seien.
DaS Landgericht Braunschweig verurteilte die Herzogliche Kammer zu Braun,chweig, sowie die Stadtgemeinbe Holz- nimieii zu der Verpflichtung, dem Holzminbebach bie beiden L-ucilcii oberhalb der klägerischen Mühle wieder zuzuführen und der Firma A. allen d-urch die Wasscrentziehung entftanbenen e cf) ab en zu ersetzen. Auf bie Berufung der Beklagten erkannte das Oberlanbesgericht Braunschweig jedoch auf Abweisung d e r K läge. In seiner Begründung legt das Oberlanbesgericht erst zu Gunsten des Klägers dar, baß ber Holzmindebach cm önentlicher Fli'.g gewesen sei und daß es sich bei bet Ber- leiOung bed Staates um ein volles Recht unb keine Konzession gebanbe t habe. Zu Ungunsten bes Klägers heißt es bann aber weiter, daß baS Recht an bcn Quellen demjenigen zustehe^ auf besten Grunb unb Boben sich bie Quellen befinben. ^as Recht an der Mühle und an dem Wasser des Baches erstrecke sich des!)alb nicht gleichzeitig mit auf alle Quellen, vielmehr bestände für beide ein gesonderter Rechtsgrund. Die Bebauptung des Klägers, daß die Urkunde von 1721 ihm bas Recht zuspreche, das Wasser des Holzmindedachs ausschließlich zu verwcckcn, sei nicht richtig. Wohl habe der Kläger ein Recht an b:ni Wasser des Bac1>cs, jeboch sei nicht zu ersehen, baß man damals aus die in Rede stehende verhältnismäßig kleine Quelle bciondcrs geachtet habe. Diese Quellen, die letzt V10 ber Wassermenge des Holzmindebachs ausmachten, hätten damals, wo der Holzmindebach noch viel wasserreicher war, in noch viel nebensächlicherem Verhältnis gestanden und sei es aus- gcmüoncii, daß bie Besitzer der llrfunbc an diese Quellen über» hav7t gedacht haben. ES könnte somit von einer stillschweigenden Einräumung der besonderen Quellenrechte feine Rede sein, und ausdrücklich enthielten die Urkunden darüber nichts. — Äe gegen bicfcv Urteil von dem Klager eingelegte Revision wurde vom ö. Zivilsenat dcS Reichsgerichts zurückgewiesen.
Buß, Leihgestern.
0):ci;ciicv Sliaflaniiucr.
Gießen, 10. Cept.


