Ausgabe 
12.8.1907 Erstes Blatt
 
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Kindermehi

Z

vom

81.90

189.20

115.20

Obeischles. Eisen-Industrie 98.50

90.60

.Börse, 12. Äug. Anfangskurse.

18 J'j

-Krankenkost

des die

93.90

142.20

202.70

111.70

81.25

62.00

94.80

29.20

139.00

126.,HO

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tilrkenlose . ,

Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . .

91 50

103.20

66.40

67.30

91.20

do. Konsols do. Hessen Oberhessen

. 92.65

82.05

91.70

91.00

97.25

Berliner Handelsges. . . 149.40

Darmstädter Bank . . . 125.90

. 221.25

. 142.50

. 166.50

. 135.60

. 200.25

Tausendfach bewäb z Nahrung oti:

Brechdurchf Z, Diarrhoe, Darmkatarrh, vrc.

Bochum Guss ....

Buderus E. W. . . .

Tendenz: schwach.

Berliner

Can ad a E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .

Tendenz: matt.

Are IuöcLKommersrede des Kenera.'s v. Eichhorn.

Die schwungvolle und gedankenreiche Ansprache des kommandierenden Generals, Exzellenz v. Eichhorn bei dem Festkommers zur Jubelfeier der Universität Gießen konnte angesichts großen Lärms, der von der jubelnden Menge von außen in die Festhalle drang, nicht voll verstanden werden und ist daher imTageblatt der Ludoviciana" nicht ganz richtig wiedergegeben worden. Nach einem uns jetzt vor­liegenden Stenogramm hatte die Rede folgenden Wortlaut:

Königliche Hoheit!

Durchlauchtigste Festversamuilung!

Tas ehrwürdige Alter der Ludoviciana ist es, das uns an diesem Tage festlich vereint hat, und doch dünkt es mich, meine Herren, i|t es nicht ein Fest des Alters, das wir feiern, sondern ein Fest der Jugend, denn immer wieder verjüngt sich ja Die | Universität, in deren Tore in jedem Semester von neuem wissens-! durstige Jünglinge einziehen. So steht die Universität in ewiger Jugend da, neben aller Weisheit neuer ErkennUiis Früchte spendend. Und so ist der heiltige Tag recht ein Fest der Jugend deutschen Stildeutentums. Hohe Aufgaben tu arten ihrer. Sie ist berufen, dereinst fast auf allen Gebieten die Führerrolle im deutschen Bolt zu übernehmen. Dieser hohen Aiifgabe entsprechen besondere Ver­pflichtungen. Ein heiliges Feuer muß die Jugend durchglühen, das ihr die geistigen Waffen schmiedet nnb ihre Herzen stählt. Denn jede Generation muß sich von neuem das Rüstzeug für das Lebeii chaffeii. Nur das besitzt man, was inan sich erringt und was man sich erarbeitet hat. Hier in diesem akademischen Kreise darf ich an das bekannte Wort des römischen Dichters erinnern:

4% Öesterr. Goldrente 41/s% Oesterr. Silberrente

3^% 3% 3^7o 3% 3^% 3^7o

Denkmal wird nicht nur ein Zeichen hoher Verehrung der Leistungen unserer tapferen Krieger, sondern auch eine Zierde unserer Stadt werden.

[] Marburg, 11. Aug. In Gemünden an der Wohra brannten heute mehrere Gehöfte nieder.

. 162.40

. 125.90

. 221.50

. 65.20

135.70

Deutsche Bank . . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn Gotthard bahn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staats bahn . . . Prinee-Heuri-Eisenbahn .

Geschehen am 9. August des Jahres 1907 als Ernst Ludwig Großherzog von Lessen und Wilhelm II. deutscher Kaiser war.

Nach dem Beschluß der Bürgerversammlung unserer. Stadt 21. März 1903 haben wir dieses Denkmal gebaut :

Als ein Erinnerungszeichen an die große Zeit von 1870,71. Als ein Dankeszcichen gegen die großen Männer jener Zeit, Als ein Nlahnzeichen zur Hessentreue, zur deutschen Einigkeit, zur Kraitentsaltung in Waffen und in Tugenden, zum deutschen Selbstbewußtsein.

Handel.

** Konkurse i n Hessen, lieber den Nachlaß der H e i n r ich 93 e cf 11. Witwe, Anna Amalia, geb. Pichl, zuHeuse n st a in m, wurde am 31. Juli, nachm. 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet Gerichlstaxator Johannes Niederhof zu Offenbach a. M. wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursiorderungen sind bis znm 20. Aug. bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. Heber bat Vermögen des Bauunternehmers Philipp Häfner und dessen Ehefrau Franziska Häfner geb. Redlich, beide zu Alzey, wurde am 3. Aug., vormittags 11 Uhr, das Konkursverfahren er­öffnet. Nechtsanwalt Tr. Wolf in Alzey wurde zum Konkurs- vermalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 24. Aug. bei dem Amtsgericht Alzey anzumelden. lieber das Vermögen des Tünchermeisters I o h. A d a m W ei in e r in Mainz wurde am 3. Aug., nachm. 4% Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Geschäfts, mann Wendelin Nehm in Mainz wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 10. Sept, bet dem Amts­gericht Mainz anzumelden. Heber das Vermögen des Karl P u l l m a n n II. von Groß-Zimmern, Inhabers der Firma E. Pull- mann Sohn, Geslügelmästeret und Versandtgeschäft daselbst, wurde am 5. Aug., nachm. 3J/4 Hhr, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Link in Dieburg wurde zum Konkursverwalter er­nannt. Konkursforderungen sind bis zum 30. Aug. bei dem Amts» gericht Dieburg anzumelden.

gange und läßt es sich nicht nehmen, heute noch mit Nadel und Zwirn tätig zu sein.

A Kaulstos, 10. Aug. Bei der heute vorgenommenen Ersatzwahl zum Gemeinderat wurden neugewählt: Heinrich Lampmann mit 40, Heinrich Friedrich Kirchner mit 32 und Heinrich llsinger X. mit 31 Stimmen. Die Wahl ver­lies ziemlich lebhaft.

X Lauterbach, 10. Aug Heute zwischen 5 und 6 Hhr vollzog der Denkmalsausschuß die G r u n d st c i n l e g u n g zum Kriegerdenkmal. Nach einer Ansprache des Ober-- Pfarrers Müller wurde die Urkunde, nach vorheriger Bekanntgabe, nebst einigen Münzen, verschiedenen Ansichts­postkarten der Stadt und einem Exemplar des Lauterbacher Anzeigers in einem Glaszylinder durch Schulrat Andres in den Sockel des Denkmals versenkt. Versiegelt war der Zylinder mit einem Siegel der Stadt aus dem 12. Jahr­hundert. Die Urkunde trug folgenden Wortlaut:

Telef omscEw Kmsberachte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fftr Handel und Industrie, Giessen.

Steglitz, 12. Ang. Auf der Radrennbahn gewann gestern den G e r m a n i a p r e i s R o b l gegen Schopke und Bruni.

Bürger unserer Stadt und auswärtige Freunde gaben die Mittel. Der Bildhauer Professor Habich in Stuttgart hat es auS- geführt.

Am Ehrentag der hessischen Truppen, dem 18. August des Jahres 1907, soll es, so Gott will, eiugeweiht werden.

Bis die gegenwärtige Urkunde, die wir in den Sockel des Denkmals einmauern, wieder an das Licht der Sonne gelangt, möge Gott unsere Stadt und unser Vaterland vor allen Feinden in Gnaden behüten. Ihr aber, die Ihr diese Urkunde nach Ver­nichtung des Denkmals finden werdet, seid gegrüßt von uns, den Zeugen der Einigung Deutschlands und der Wiedererrichtung des Kaiserreichs!

Gebe Gott, daß unser Leben und unsere Arbeit Euch zum Segen diene. Seid gegrüßt!

Lauterbach, im August 1907.

Der von der Bürgerschaft erwählte Ausschuß.

Folgen llnterschriften.

Die ersten Hammerschläge wurden durch den Vorsitzenden

Fortes creautur fortibus et bonis, Est in juvencis, est in equis patrum Virtus, nec imbellem feroces Progenerant aquilae columbam : Doctrina sed vim promovet insitam Bectique cultus pectora roborant.

Hier, meine jungen Herren, wird Ihnen die doktrina geboten und hier sollen recti cultus in gemeinsamem Leben und Wirken, in gemeinsamen Arbeiten und in gemeinsamen Freunden Sie zu deutschen Männern erziehen. Drei Leitsterne mögen Sie auf Ihrem Lebenswege geleiten. Wahrheit, die die Wissenschaft sucht und die fich in ihrer ganzen Persönlichkeit verkörpern soll. Wahrheit in der Erkenntnis und Wahrheit im Handeln. Die Ehre, die den eigenen Schild blank hält und alles Hulautere von sich weist, die Ehre, die in dem eigenen Bewußtsein gegründet ist und nicht nach äußerem Schein verlangt. Endlich, Ihrem Leben Zweck und In­halt gebend, die h e i ß e L i e b e zum V a t e r l a n d e , von dem der alte griechische Dichter sagt:Des Menschen Liebstes ist ja ivohl sein Vaterland, und feine Zunge spricht es aus, wie lieb es ist." Wir Alten treten bald von der Bühne ab und Sie treten in bie Arena. Ihnen gehört die Zukunft. Die Zuklinft, in der Sie zu wirken berufen sind, wird keine leichte sein. Vielleicht schwerer als die Zeit, die die jetzige Generation durchlebt hat; denn es güt, unsere Stellung in die Welt zu behaupten und die inneren Gegen­sätze zu überwinden, welche unsere Volkseinheit erschüttern und am letzten Ende zur Auflösung, zum Chaos führen müssen. Diese Ausgaben sind eng miteinander verknüpft. Die letztere ist schwerer als die erste. Es ist leichter, gegen äußere Gewalt zu kämpfen, als gegen Unverstand und Lüge. Vor allem, meine jungen Herren, wahren Sie sich den Idealismus der Jugend, der zu höheren Dingen befähigt als der nüchterne Verstand. Aber nicht einen Idealismus, der sich schönen Träumereien hingibt und in Rühr­seligkeit verfällt; sondern einen Idealismus, der sich hohe Ziele steckt, einen mannhaften Idealismus, der, getreu dem Wahlspruch ber Hniversität armis et litteris ad utrumque parati auch den Kampf nicht scheut.und in bitterster Stunde das tapfere Horazische Wort spricht:

Si fractus illabatur orbis, Impavidum ferient ruinae.

Wir Alten sehen getrosten Mutes in die Zukunft, die in Ihren Händen liegt. Mit sieghaftem Optimismus mögen auch Sie dereinst in das Leben hinaustreten, damit des Dichters Wort in Erfüllung gehe:

»Und es mag am deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen."

In diesem Wunsche, in dieser Hoffnung' ergreife ich den Becher und rufe:Die studentische Jugend aller Hochschulen, die hier vertreten sind und die der Ludoviciana insbe andere, sie leben hoch I"

Aus Staöt und Laus.

Gießen, 12. August.

Unbestellbare Postsendungen. Bei der Ober- Poildirektiou in Darmstadt lagern folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung über 42 Mk. 95 Pfg. vom 7. 7. 05 aus Bad-Nauheim an Moores Fountain Penshof in London. Postanw. über 4 Mk. 24 Pfg. vom 26. 6. 05 aus Bad- Nauheim an Chicago-Ameriean in Chicago. Die zur Emp- fcmgnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Postdirel'tion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen ent­haltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geld­beträge der Post-llnterstützungskasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.

** Lebensretter. Der Zimmermann Wilh. S ch n e id er in Raunheim hat am 13. Mai d. I. einen 12jährigen Knaben vom Tode des Ertrinkens gerettet. Als Anerkennung hierfür ist ihm von S. K. H. dem Großherzog eine Geld­prämie verliehen worden.

** Arbeitsjubiläum. Am Samstag feierte der Lithogr. Maschinenmeister Adolf Brandenburger den Tag seiner 25jührigen ununterbrochenen Tätigkeit in der Lith. Anstalt von 3. Barn, Gießen. Durch Ueberreichung eines Ehrendiploms von seilen desVerb. Deutscher Papier- Industrieller" und durch ein wertvolles Geschenk in Gestalt cmec goldenen Uhr durch Herrn Barnaß wurde die Feier am Nachmittag eingeleitet und fand dann am Abend in Klein- Linden, im Saale der deutschen Eiche eine glänzende Fortsetzung. (Soll bis Sonntag früh gedauert haben). Der Jubilar wurde in verschiedenen Reden der Herren I. Barnaß, Lehrer Karcher und seines alten Vaters, besonders gefeiert und das Fest durch Musik- und Gesangsvorträge verschönert.

D V ad-Nauhei m, 11. August. Die Rechnung der Stadt weist für das abgelausene Rechnungsjahr eine Gesamt­einnahme von 1110 624 Mk., eine Ausgabe von 1 030 553 Mk. auf; ba§ Gaswerk erzielte eine Einna )me von 136 510 Mk., Ausgabe 135 220 Mk., Lasserwerk <99 082 Mk., bezw. 98 280 Mk., höhere Bürgerschule 21 6?4 Mk., bezw. 21 656 Mk., Krankenhaus 14 355 Mk., bezw. 14 324 Mk. - Die Stadt hat dem Turnverein aus Anlaß des verregnet'- Gau­turnfestes des Gaues Hessen die Kosten für Ka^. nschluß, elektrischen Strom und den Festplatz in Höhe r 240 Mk erlassen.

13» ^"g. Neunzig Jah^'-*'alt wird heute die Witwe Marie E. Bernstein. Sie ist die älteste Person unserer Stadt und wurde im Jahre 1819 zu Eiterfeld (Kr. Hünfeld) geboren. Sie erfreut sich trotz ihres hohen Alters noch einer guten Gesundheit, besorgt noch allein Aus-

Carl Ludwig Leib

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Ausschusses Schulrat Andres vollzogen. Alsdann folgten des Rittmeisters Hans Niedesel Freiherr zu Eisenbach, Krcisrats non Bechtold, Bürgermeisters Stöpler, Oberpfarrers Müller, Rendanten Frieß und Rechtsanwalt Scheer. Das

und zweitens die bestehende Verschuldung zu vermindern. Znm ersten Punkte bemerkt der Vortragende, daß vier Ursachen für die Genossenschaften in Betracht kämen: 1. Verschuldung durch Unverstand: 2. Verschuldung durch Schicksalsschlage; 3. Verschul­dung im Ergange; 4. Nestkaufgelder. In allen vier Punkten können die Genossenschaften schon jetzt bedmtendes leisten. Ein­mal könnten sie verhindern. da-ß die Landwirte leichtsinnig Schulden machen, daß sie nicht Warenschulden in Hypotheken- schulden umwandeln.^ Gegen Schicksalsschläge können sie sich durch .Hagel-, Feuer- und Vicasicrbensversicherung einigermaßen, schützen. Bei der Verschuldung im E-gang wies der Vortragende besonders auf die Lebensversicherung hin, und bei den Restraufgeldern wünschte er, daß sich die Genossenschaften des Güterhandels in der Dorfgemeinde annchmen möchten, denn es sei für die Dorfgemeinde der Käufer weit wichtiger, als der Verkäufer. Für Genossenschaften mit großen Reserven empfiehlt es sich vielleicht, einen Teil ihrer Sparbeträge in Land anzulegen, um es den strebsamen Landwirten zu verpachten, damit diese sich nicht durch Zukauf wieder leicht in Schulden stürzen. Alsdann wandte sich der Vortragende der Frage der bestehenden Ver­schuldung zu. . Er emvfahl, daß die genossenschaftlichen Zerttral- kassen ein eigenes Institut gründen möchten, das die Ent­schuldungsfrage . in die Wege leitete, da die einzelnen Genossen­schaften zu wenig Erfahrung mit dem Grundbuchamt usw. hätten.

Zum Schluß empfahl der Redner, eine Höchsthypothe? für die Genossenschaft eintragen zu lassen, die dazu dienen solle, dem Personalkredit Sicherheit zu verschaffen und auch der Kasse einen Vorzug vor anderen Gläubigern zu geben. Dadurch würden gewisse skrupellose Leute, die ihre eigenen Interessen rücksichtslos verfolgen, nicht mehr in die Versuchung kommen, dem 23auer Kredit aufzudrängen. Auf diese Weise würde man in der Zeit eine bewegliche, sehr anpaßbare Verschuldungsgrenze erzielen.

Nach längerer Besprechung wurde folgende Resolution angenommen:Ter Genossenschaftstag halt die Entschul­dung des l ändlichen Grund besitzesnurun ter Mit­wirkung der Kreditgenossenschaften für möglich. Es gehört zu deren Aufgaben, die Ilmwandelung der Nachhypothek in Personalschulden herbeizuführen. Inwieweit die Genossen­schaften bei dieser Aufgabe mit den öffentlichen Realkreditin- Mtuten in Verbindung zu treten haben, wird von den örtlichen lVerhältnisien abhängen. Zur Aufrechterhaltung der Liauidität der Kreditgenossenschaften ist es geboten, daß die erforder- Iiüje Rückdeckung durch die mit großen Mitteln aus- geft arteten staatlichen Kreditinstitute gewahrt wird. Tie Um­wandlung der .Hypotheken in unkündbare amortisierbare Dar­lehen ist mit allen Mitteln anzustreben."

Gießener Straskarrrmer.

)( Gießen, 9. August.

Wege» Mangels an Beweisen.

, r^ov. dem hiesigen Schöffengericht hatte sich die Haus. Halterin M. K. aus Prökuls, Kreis Memel, wegen Unter.

verantworten. Sie war von ihrer Herrschaft verameiat Wirychacksgclder in Höhe von 200 M. unterschlagen zu haben. 9' feie bekam täglich eine bestimmte Geldsumme, mit der sie all, Lieferungen sofort zu begleichen hatte. Nach ihrem Zugestä'ndnie hat sie aber die Flekschlteferungen nicht sofort bezahlt, vielmehr bu Preise hierfür m das ^dirtschaflSbuch ihrer Herrschaft eingetragen, ohne Olsten. schuldig gebliebenen Beträge trug sie in

em Buch em, von dem ihre Herrschaft nichts wußte, um die Schulden m größeren 3eilräumen zu tilgen. Diese Zahlungen wurden ihr daim von dem Metzgerbnrschen, der das Geld in Empfang nahm ,bc§ gliche fbud) quittiert. Nach Ansicht des Schöffengerichts hatte dle.Angetlagte bet ihrem Austritt aus eignem Antrieb samt, liebe ickeischlteferungeit bezahlt, abgesehen von einem kleinen Betrag der uuolge eines Irrtums rückständig tvar. Es stellte weiter fest daß es der Angeklagten gar nicht möglich war, die Fleischlieferungen loiort ztt beglelchen, da ihr häufig die Preise nicht angegeben wurden außerdem nicht selten das Fleisch in ihrer Abwesenheit abgegeben 'vnrde. Wenn sie auch nicht korrekt gehandelt hat, so hat sie doch stets dav -Idirlschaftsgeld von ihrem eigenen getrennt gehalten, sodaß eine Aneignung ausgeschlossen ist. Es fam deshalb zum Frei- spruch. -tie Staatsanwaltschaft focht das Urteil an und vesiucbte durch den Atetzger bursch en nachzuweisen, daß ein größerer Betrag oktz. Angeklagte bezahlt haben will, nicht beglichen worden ist. tiefer Uenmtumg stand wieder die Aussage eines DienstmädchenL gegenüber, die gesehen haben will, daß das Geld bezahlt worden yt. Da Aussage gegen Aussage stand und das Gericht nicht in ber -age war zu entscheiden, tvelche die glatibwürdigste ist, ließ es m a n g e l s a u s r e i ch e n d e r B e w e i s e F r e i s p r u ch eintreten leboch mit der Maßgabe, daß die Kosten ber Verteidigung der An^ geklagten zur Last fallen.

Bom Biehfeucheugcsetz.

Gegen die Metzger V., K. und W. Hin ter lang und die Landwirte Ludwig Faber und Subiuig Jung von Klem-Linden war Anklage wegen Vergehens gegen bas Viehseuchengesetz bezw. An- stlttungbazti erhoben. Sie hatten eilten Transport Schweine in Tutenhofeit gefault nnb in Klein-Linden eingeführt, ohne sie bie vorgeschriebene Zeit gesondert ztt ballen und ohne dem Kreis- veterinäramt und der Ortspolizeibehörde davott Aitzeige ztt machen tote dies nach einer Bekanntmachung des Kreisamts atts dein vortgen Jahr, die zur Verhütung des Einführens und der Ver- breitung von Viehseuchen erlassen worben ist, erforderlich tft. ^amtliche Angeklagten bestritten, von dem Bestehen ber fraglichen Verordnung Kenntnis gehabt zu haben. Tatsächlich fand nur eine einmalige Veröffentlichung im Amtsblatt statt, eine Bekatmtmachunq m Klem-Lmden durch die Ortsschelle, wie dies sonst üblich ist, war nicht er'olgt. Das Schöffengericht hielt deshalb den Betveis nicht mr erbracht, daß die Angeklagten von dem Inhalt der fraglichen Bekanntmachung Kenntnis hatten und ließ Freisprechung emtretcu. Es hielt auch eine Fahrlässigkeit nicht als vorliegend, da die ^An­geklagten keine eigentlichen Schweinehändler sind, die verpflichtet gewesen wären, sich vorerst über die gesetzlichen Bestimmungen zu orientieren. Da? von ber Staatsanwaltschaft angefochtene Urteil fand feine Bestätigung.

4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3-6 Portugiesen III 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4 % % japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose 4% tiriech. Monopol-Anl. .

4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . .

4Jti°/o Chinesen . . . .

Aktien:

FrnnkÄiirter Mörse, 12. Aug.. 1.15 Uhr.

Beichsanleihe . . 92.401 Elektriz. Lahmerer . »

Sinne, ber Hingabe vor Hypothekendarlehen nur gegen Tilgung, ist ohne jeden Einfluß auf bie Sicherheit und das finanzielle Gebahren der Kassen und hat daher allgemeine Anwendung zu finden. 3. Tie Entschuldung im engeren Sinne, die Ablösung der Nachhypothcken, ist für dasjenige Kreditinstitut, das sich in dessen Dienst stellt, zwar von erheblicher Tragweite, die genossenschaftliche Kreditorganisation ist aber je nach Lage der Verhältnisse bereit, auch, zu ihrem Teile an dieser Aufgabe mitzuwirken. 4. Diese Mitwirkung hat jedoch zur Voraussetzung, daß jede Zentralisation der Risiken vermieden und für die Liquidität der Genossenschaften nach wie vor Sorge getragen wird. 5. Unmirtelbare Träger der Maßnahmen sind daher die Spar­und Tarlehnskassen, in deren Ermessen es aber gestellt sein muß, ob und in welcher Weise sie sich an der Entschuldung beteiligen wollen. 6. Die Zentralkassen können die Maßnahmen der Spar- und Darlehnskassen durch Bereitstellung von Mitteln unterstützen, wobei sie indessen ihre Grundsätze über die Ge­währung von Kredit, welche sie sonst in Anwendung bringen, nicht ändern sollen. 7. Es muß als geboten bezeichnet werden, daß den genossenschaftlichen Kreditinstituten, welche sich in den Dienst der Entschuldung stellen und in der Folge Mittel dauernd festlegen, durch öffentliche Mittel eine Sicherung, bei unvor­hergesehener Rückforderung der Einlagen gegeben wird. Außer­dem haben Staat oder Provinz nach dem Grundsätze, der Gleichen Leistung" Mittel für das im volkswirtschaftlichen Interesse erfolgende Entschuldungsverfahren bereft zu stellen. 8. Wo es der genossenschaftlichen Kreditorganisation die Ver­hältnisse nicht gestatten eigene Mittel für die Entschuldung des Grundbesitzes vcrft'tgbar zu machen, die Kreditorganisation jedoch bereit ist. eine Mitwirkung bei ber Entschuldung zu über­nehmen, da muß es dem Staat, der Provinz oder den Oftmnd- krcditinstituten überlassen bleiben, die Maßnahmen durch Be­reitstellung von Mitteln zu fördern."

Korreferent Verbandsdirektor Dr. Wegener- Posen: Zweier­lei sei zu beachten: erstens die Verschuldung zu verhüten

. 113.0'3

. 14W

-----, -L-J. .T-Ug., 1.K.-I UUl.

92.40 Elektriz. Lahmeyer . . . 115.40 Elektriz. Schlickert . . . 100.20 Esch weil er Bergwerk . . 200.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.20 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.70