übernehmen sich bereit erklärt haben. Es schweben Unterhandlungen mit den übrigen interessierten Gemeinden, welche die Wciterführung dieser Bahn nach Rod a. d. Weil, Hassel- bach, Schwickershausen, Erbach, Caniberg, Walsdorf und Würges bezwecken. (Fkf. Ztg.)
[] Marburg, 9. Juni. Währenddes heutigen heftigen Gewitters brannte im nahen Dorfe Ron Hausen eine Scheuer nieder.
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 11. Juni.
Anwesend waren: Oberbürgermeister Mecum: die Beigeordneten Curschmann und Georgi; die Stadtv. Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, Emmelius, Euler, Faber, Haubach, Heichelheim, Helm, Huhn, Jann, Juahardt, Keller, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Dr. Schäfer, Wallenfels, Dr. Wimmeuauer.
Mitteilungen.
Der Vorsitzende teilt zu Beginu der Sitzung mit, daß er aus Anlaß des Todes des Stadtv. Kirch ein Beileidsschreiben im Namen der Stadt und der Versammlung an dessen Familie gerichtet habe und bringt den Wortlaut des Schreibens zur Kenntnis der Versammlung. Die Mitglieder der Versammlung hatten außerdem fast sämtlich dem verstorbenen um die Stadt hochverdienten Kollegen die letzte Ehre erwiesen und er habe Veranlassung genommen, bei der Trauerfeier die Verdienste Kirchs um das städtische Gemeinwesen gebührend zu würdigen. Er bringt die darauf ergangene Danksagung der Familie Kirch zur Kenntnis der Versammlung. .
Vom Vorstand des Gleiberg-Vereins liegt eine Einladung zu der am Samstag stattfindenden Generalversammlung des Vereins vor und der Vorsitzende bittet, ihr möglichst zahlreich zu entsprechen.
Die Gail sche freiwillige Feuerwehr hat der Stadt zur Erinnerung an ihr vor zwei Jahren gefeiertes fünfzigjähriges Bestehen ein hübsch eingerahmtes Gruppenbild ihrer Mitglieder zum Geschenk gemacht, das bei der Versammlung zur Ansicht zirkuliert. Der Vorsitzende erbittet und erhält Ermächtigung, der Wehr hierfür den Dank der Stadt zu übermitteln.
Vor einiger Zeit hat das hessische Finanzministerium wegen der Stellung von Räumen für eine steuerfreie Zollniederlage Anregung gegeben, die Stadt hat aber die Sache mit Rücksicht auf die entstehenden hohen Kosten abgelehnt. Der Vorsitzende macht nunmehr Mitteilung von einer der Stadt abschriftlich zugegangcnen Zuschrift des Ministeriums an die Handelskammer, nach der es in erster Linie Sache des betr. Handelsstandes und der betr. Gemeinde sei, für eine solche Niederlage die Räume zu stellen.
Stadtv. Heichelheim bemerkt dazu, daß die Handelskammer sich wahrscheinlich in ihrer Sitzung am nächsten Donnerstag mit der Sache beschäftigen werde und ist der Meinung, daß sich der Oberbürgermeister mit der Handelskammer in Verbindung setzen solle, um gemeinsam zu beraten, wie dem bestehenden Uebelstand abgeholfen werden könne.
Der Vorsitzende hält es in erster Linie für die Sache der Interessenten, für die Mederlage zu sorgen. Die Handelskammer solle mit geeigneten Vorschlägen an die Stadt herantreten und sich über die Kostenverteilung schlüssig werden.
Baugesrrche.
Friedrich Noll beabsichtigt auf seinem Grundstück am Weg nach dem Friedhof auf dem Rodtberg eine kleine Ausstellungshalle für Blumen usw. zu errichten, wofür Dispens erforderlich ist, da das Grundstück außerhalb des Bebauungsplanes liegt. Der Dispens wird unter der Bedingung befürwortet, daß die Halle überall etwa acht Meter von der Straße abliegt und das dazwischen liegende Gelände mit Gartenanlagen versehen wird.
Karl Nikolaus will am Schiffenberger Weg ein Stallgebäude errichten, das dazu gehörige Vorderhaus will er später erbauen. Die Stadt ist damit einverstanden unter der Bedingung, daß das Vorderhaus bis 1. Oktober 1908 im Rohbau vollendet ist. Der Gefuchfteller hat eine Kaution von 2000 Mark zu hinterlegen.
Professor Dr. Kosse l will in der Ludwigstraße ein Haus bauen, das hinter die Straßenfluchtlinie zu liegen kommen soll. Der deshalb erforderliche Dispens wird unter .der Auflage befürwortet, daß das Zwischengelände als Vorgarten angelegt wird.
H. W. Rinn ersucht und erhält Dispens für einen Balkon im ersten Obergeschoß seines für die Plockftraße vorgesehenen Hauses.
Weitere Dispense sind notwendig, weil die beabsichtigten Bauten außerhalb des Ortsbauplanes liegen, hinsichtlich der projektierten Bauten des Ziegenzuchtvereins für den Anneröder Weg (Stall und Wärterwohnung), des Fabrikanten I n d e r t h a l für den Eichgärtenweg (Gartenhäus- .cheu) und des Gärtners K. Becker für den Heegstrauchweg (Treibhaus). Sie werden sämtlich erteilt.
Tie Großh. Baubehörde für die Universitätsneubauten beabsichtigt, am Wetzlarer Weg für die V e t e r i n ä r t l i n i k zwei Tüngergruben anzulegen, die gegen den Weg durch eine hohe Mauer abgetrennl werden sollen. Da die Sache eilig ist, empfiehlt Beig. Curschmann Befürwortung des Dispenses, auch ohne daß die Baudeputation hierzu Stellung genommen hat.
In der sich entspinnenden Debatte hierüber, an der sich die Stadtv. Dr. Ebel, Löber, Beig. Curschmann, Stadtv. Eichenauer und Jann beteiligen, werden von verschiedenen Seiten Bedenken geäußert, ob damit nicht Belästigungen der Nachbarschaft entstehen ivürden. Es wird deshalb beschlossen, die Sache der Baudcputativn zur Vorberatung >zu überweisen.
Stadtv. Eichenauer bittet bei der Gelegenheit, die vorgeschriebene Ueberdeckung der in der Stadt befindlichen Düngergruben auch durchzusühren. Beig. Curschmann sagt, bei vorkommenden Ueberrretungen der dieserhalb bestehenden Polizeiverordnung sollten die Interessenten Anzeige erheben, damit die Polizei Abhilfe schaffen könne. Stadtv. Löber bittet, dabei nicht zu rigoros vorzugehen.
Bei Gelegenheit des bevorstehenden Elsofferschen Neubaues in der Marktstraße wurde der Frage der Verbreiterung der Rittergasse auf fünf Meter näher getreten. Elsoner hat auf eine Anfrage geantwortet, daß er freiwillig nichts von seinem Bauplatz abtreten werde. Da ein öffentliches Interesse für die Verbreiterung der Rittergasse nicht vorliegt, wird beantragt, die dermalige Breite der Rittergasse zu belassen. Eine neuerliche Prüfung, die durch eine Eingabe von start Huhn verursacht wurde,'hatte kein anderes Ergebnis, so daß der Genehmigung des Baugesuchs nichts im Weg steht.
Verkauf und Verpachtung von Grundstücken.
An dem früher Homberger,chen Grün o stück in der lWestEAnlage istz ein Austausch, von kleinen Gelände
stückchen behufs Regulierung der Straßenfluchtlinie mit dem Bauunternehmer Pfaff zustande gekommen, der genehmigt wird. Pfaff trägt die Kosten und hat noch 13,50 Mk. zu zahlen. Die Versammlung stimmt zu.
Ebenso finden mehrere Geländeoerkäufe an der Licher Straße, bei denen es sich durchweg um kleinere Parzellen handelt, dcbattelos Genehmigung.
Die Pacht für den Teil der früher Weberschen Besitzung an der Wetzsteinstraße, die dem Ortsgewerbeverein im Wege des Erbbaurechts für die neue Gewerbeschule überlassen wurde, wurde auf 1300 Mk. (1,10 Mk. für den Quadratmeter) festgesetzt.
Gärtner Kaufmann hat um Verpachtung von 100 Quadratmeter von dem zur Vergrößerung des neuen Friedhofs am Rodtberg bestimmten Gelände nachgesucht. Gegen einen Jahrespachtpreis von 10 Mk. ist die Versammlung damit einverstanden.
Der Umbau des Feidel'schen Hauses, der bei der Schenkung des Gebäudes von Kommerzienrat Gail als Bedingung gesetzt und von der Versammlung bereits genehmigt wurde, soll demnächst erfolgen. Die gelegentlich des Kaiserbesuchs von S. K. H. dem Großherzog dieserhalb geäußerten Wünsche beschränken sich auf das notwendigste, Küche, Vorratsräume und Tienerwohnungen in einfachster Herstellung, und würde 6700 Mk. erfordern. Für später bleibt dann noch die Herstellung der Verbindung zwischen dem Gebäude und dem Schloß in Form eines Wehrgangs mit einem dahinter liegenden Gebäude, das dem oberhessischen Geschichtsverein weitere Sammlungsräume, die sehr erwünscht wären, bieten würde. Diese Arbeit ist auf 8700 Mk. veranschlagt. Um schon vor dem Universitätsfeste einen einigermaßen entsprechenden Abschluß zu errichten, werden für jetzt 330 Mk. nötig werden. Die Baudeputation empfiehlt für jetzt die Bewilligung von 7000 Mk.
Stadtv. Krum m erklärt, wie früher gegen die Annahme der Schenkung, werde er jetzt gegen oie geforderte Summe stimmen.
Auf eine Anfrage des Beig. Georgi erklärt der Vorsitzende, daß außer der jetzigen Forderung von 7000 Mk. und der späteren von 8700 Mk. keine Aufwendungen mehr für die Sache zu machen seien.
Beig., Georgi stimmt unter dieser Voraussetzung für die Forderung und beantragt, dies unter der Bedingung zu tun, daß weitere Anforderungen an die Stadt nicht gestellt werden und auch Kommerzienrat Gail die von ihm bei der Schenkung gestellten Bedingungen damit als erfüllt ansieht.
Gegen wenige (3 oder 4) Stimmen findet dieser Antrag Annahme.
Gas, Wasser und Elektrizität.
August Helfendem hat am Wiesecker Weg einen Neubau errichtet und wünscht Zuleitung von Gas und Wasser dahin. Die Gasleitung, die teilweise auch für Straßenlaternen erforderlich ist, erfordert 330 Mark und- die Wasserleitung 310 Mark. Beides wird genehmigt unter der Voraussetzung, daß Helfenbein auf zehn Jahre eine entsprechende Abnahme garantiert. Beim Wässer ist die übliche Verzinsung von 10 Proz. ohne weiteres gesichert, beim Gas ist sie für 205 Mk. zu garantieren.
Der Ziegenzuchtverein wünscht ebenfalls Anschluß seiner neu zu errichtenden Zuchtstation an die städt. Wasserleitung. Die dadurch erforderlichen Kosten von 970 Mark hätte, soweit es sich um Wege handelt, der Verein mit 10 Proz. zu garantieren und, soweit es sich um das dem Verein verpachtete Gelände handelt, aus seine Kosten zu nehmen.
Stadtv. Krumm bittet, da es sich um einen gemeinnützigen Verein handle, von den sonst üblichen Bedingungen Abstand zu nehmen, bezw. sie zu mildern.
Der Vorsitzende macht demgegenüber darauf aufmerksam, daß dies bei der Inanspruchnahme der städtischen Werke nicht üblich sei, dagegen schon vorgesehen sei, bei der Pachtbemessung, bezw. der Festsetzung des städtischen Zuschusses an den Verein entsprechend entgegenzukommen.
Die Versammlung ist hiermit einverstanden.
In der Kirchstraße soll wegen der Milchküche und der Gewerbeschule, die ihre Arbeitsmaschine elektrisch betreiben will, ein Kabel verlegt werden, was 600 Mk. erfordert. Der Armenverein und der Ortsgewerbeverein haben e zur Hälfte zu garantieren. Auch hier erfolgt Zustimmung.
Das Gaswerk an der Gartenstraße soll bekanntlich so vergrößert werden, daß es noch eine Reihe von Jahren ausreicht. Da aber nicht vorauszusehen ist, wann die Erbauung des neuen Gaswerks, das auf dem Gelände an der Margaretenhütte errichtet werden soll, erforderlich wird, erbittet und erhält die Bürgermeisterei die Ermächtigung, jetzt schon die Pläne für den Neubau ausarbeiten zu lassen, um eintretenden Falls sofort mit dem Bau beginnen zu können.
DaS Oktroi auf Lebensrnittel.
Der § 13 des Zolltarifgesetzes enthält die Bestimmung, >aß die von Gemeinden zur Erhebung gelangenden Verbrauchsabgaben auf Lebensmittel bis zum Jahre 1910 in Fortfall kommen müssen. Eine Anzahl der davon betroffenen Städte will nun eine Petition an Reichstag und Bundesrat richten, die Frist bis 1917 zu erstrecken. Die Finanzdeputation beantragt, sich der Petition anzuschließen.
Stadtv. Krumm spricht sich dagegen aus. Für ihn sei der § 13 das einzig schöne am ganzen Zolltarifgesetz.
Stadtv. Eichenauer ist aus politischen Gesichtspunkten gegen die Petition. Er habe sich der Hoffnung hingegeben, daß die städtischen Abgaben auf notwendige Lebensmittel bald verschwinden würden und sei deshalb dagegen, für ihre fernere Erhebung irgend etwas zu tun.
Die Stadtv. Dr. Ebel und Jann sprechen sich in ähnlicher Weise aus.
Stadtv. Heichelheim betont, die Deputation habe sich bei ihrem Antrag von rein finanziellen Gesichtspunkten leiten lassen. Wenn die Uebergangszeit bis 1917 verlängert werde, gewinne man Zeit, für die notwendige Deckung des entstehenden Ausfalls zu sorgen, während im anderen Fall leicht eine Erhöhung der direkten Steuer eintreten werde. Das werde^vom Publikum unangenehm empfunden werden. An und für sich fei er ebenfalls kein Freund des Oktrois, wenn er auch meine, daß die Konsumenten keinen Vorteil von der Aufhebung haben würden.
Beig. Georgi hält es nicht für richtig, diese kommunale Einrichtung von politischen Gesichtspunkten aus zu beurteilen. Dennoch sei er gegen die Unterstützung der Petition, da man sich ja bereits darauf eingerichtet habe, von 1910 ab die Einnahme aus dem Oktroi entbehren zu können.
Stadtv. Wallenfels bekennt sich ebenfalls als Gegner des Oktrois, pflichtet aber aus praktischen Gründen den Ausführungen des Stadtv. Heichelheim bei.
Stadtv. Jug Hardt stellt sich auf den Standpunkt des Teig. Georgi.
Stadtv. sk r u m m verweist auf die sonstige Gegnerschaft der Perfammlung gegen indirekte Abgaben, z. B. beim
Tabak. Was man bei anderen verwerfe, solle man selbst nicht tun.
Stadtv. Löber meint, man solle die Sache nicht ohne weiteres von der Hand weisen. Es handle sich um 100000 Mark und es fei möglich, daß man zu einer Erhöhung der direkten Steuern um 12—14 Proz. kommen werde, wenn man das Oktroi verliere, das werde niemand gefallen. Bis 1917 habe man genügend Zeit, für Deckung des Ausfalls zu sorgen.
Stadtv. Heichelheim verweist nochmals darauf, daß bei Aufhebung des Oktrois für Mehl und Backwaren die Konsumenten keinen Vorteil gehabt hätten.
Stadtv. Krumm glaubt doch, daß dies der Fall gewesen sei und beruft sich hierfür auf Stadtv. Löber. Er schrecke auch vor einer Erhöhung der direkten Steuern nicht zurück, wenn damit eine indirekte Steuer beseitigt würde.
Auch Stadtv. Wallenfels ist der Meinung, daß ein Vorteil für das Publikum eingetreten sei.
Staotv. Löber bemerkt gegenüber Stadtv. Krumm, daß er sich lediglich gegen die Wiedereinführung des Oktrois auf Mehl usw. ausgesprochen habe.
Stadtv. Heichelheim macht darauf aufmerksam, daß durch einen zu hohen direkten SteuerausMag auch der so erwünschte Zuzug ferngehalten werde.
Nachdem noch Stadtv. Dr. Ebel darauf hingewiesen hatte, daß bis 1910 reichliche Teckungsmittcl vorhanden seien, wenn es der 2. Stammel' gelinge, den Widerstand der 1. Kammer gegen die Wertzuwachssteuer, die Steuer nach dem gemeinen Wert usw. zu überwinden, wird gegen neun Stimmen beschlossen, der P e ti t i o n n i ch t b e i zu tre te n. ________________________(Schluß folgt.
Vermischtes.
* Ein kostspieliger vsajiiafenFrieg. 1400000 Mark haben die Behörden des Staates New Persey in Amerika für einen erbitterten Vernichtungskrieg gegen die Schnaken ausgesetzt, die sich auch dort zu einer unerträglichen Landplage entwickelt haben und der Bevölkerung wirtschaftliche schaden zu- fügen. Tie Schnaken bilden nicht nur eine ständige Gefahr für die öffentliche Gesundheit als Trager ansteckender Krankheiten, sie schädigen auch Lurch ihre Belästigungen Kranke, indem sie ihnen den Schlaf rauben. Außerdem wird die Viehzucht in ihrer Entwicklung gehemmt indem die Herden unaufhörlich von Schnaken umlagert sind. Tas massenhafte Auftreten dieser Insekten erschwert auch tue Ernte einiger Fruchtarten. Wegen ihrer Anmut und ihrer klimatischen Bedingungen könnten viele Teile des Staates New Persw die schönsten Sommerfrischen sein, die bei der Nähe Mwyorks zweifellos zu den besuchtesten im ganzen Lande gehören würden. Die Mückenplage ist aber so groß und so allgemein gefürchtet, daß fein Newyorker sich in diese Gegend wagen würde. Män hat berechnet, daß durch die Beseitigung d'iescr Mückenplage die Grund- und Bodenwerte des Staates New Werfet) allein um gut 40 Millionen Mark erhöht werden könnten. Dabei bietet ein wirklich energisch durchgeführter Feldzug gegen die Schnaken die günstigsten Aussichten auf Erfolg.
* Kleine Tageschronik. Ter früher in der Reichsdruckerei in Berlin angefteüte Kupferstecher Sturm sowie seine Frau wurden in Wien verhaftet, weil sie falsche 50 Kronm- itoten amgefertigt und verausgabt hatten. — Auf dem Truppe/l- übungsplatz M u n ft e r (Hannover) fuhr in eine Artillerickolonne wahrend eines Gewitters ein Blitzstrahl. Ein Artillerist und ein Pferd wurden g e t ö t e t, sechs Soldaten ziemlich schwer und vier leicht, verletzt. — Einbrecher beraubten in der Nacht die Gemeindekasse Niederschönhausens (Provinz Brandenburg). Sie bohrten dias Schloß des Geldschranks heraus, fanden Bücher, Wertpapiere und 13 000 Mark Bargeld und nahmen nur letzteres mit. Tie Gemeinde ist gegen Einbruchsdiebstahl versichert., Von den Dieben hat man feine Spur. — Der französische Dampfer „Jalouse", von Cayenne nach St. Lucie unterwegs', erlitt ein Leck, wodurch sich das Schiff mit Wasser füllte. Als das Schiff den Hafen erreichte, fand man, daß 28 Personen, darunter zwölf Frauen und Kinder, in ihren Kabinen ertrunken waren. — Durch eine Benzin-Explosion in einer Färberei zu Marseille wurde der Besitzer getötet und drei Personen tödlich verletzt. Ein Feuer zerstörte die ganzes Gebäude. — In Neufandek (Galizien) hat der Bauer Trosie- wicz seine Tochter ermordet, weil sie so häßlich war, daß sie Niemand heiraten wollte. Er wurde ivegen Totschlages zu drei Jahren Kerker verurteilt. — Tie Mörder des Landwirtes Tenter, der im April v. Js. unweit Hamborn: (Wests.) durch sieben Dolchstiche ermordet aufgefunben wurde, sind jetzt ergriffen worden. Ein Kriminalbeamter aus Berlin hatte auf der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser" Arbeit genommen, um mit den der Tat verdächtigen Hochofenarbeitern Bartholomäus Bär, Kvkereiarbeiter Subanski und dem Arbeiter Maskowiak zusammen zu arbeiten. Weiterhin logierte er mit zwei Mördern, gewann ihr Vertrauen und sammelte derartiges Belastungsmaterial, daß die Staatsanwaltschaft die Verhaftung der Raubmörder anortznetc. Maskowiak wurde in Posen verhaftet. — Ein Mannheimer Automobil fuhr in Neustadt a. Hardt mit voller Wucht gegen eine Kutsche, wodurch der Kutscher vom Bock geschleudert und schwer verletzt wurde. — Tie Stadt Notherwell in Schottland sinkt langsam, sodaß ein vollständiger >E insturz unvermeidlich erscheint. Tas erste Sinken erfolgte mit der Gewalt eines Erdbebenstoßes. Plötzlich spürte man einen heftigen Ruck, und die Gebäude zeigten große Risse. Die Einwohner stürzten in wilder Panik auf die Straßen. Hier waren Gsas- und Wasserleitungsrohre geplatzt. Gas entströmte, sodaß ein ^penetranter Geruch die Stadt verpestete, während Wasser in Strömen die Straßen überflutete. ■ Ursache dieser Erscheinung ist die Unterminierung der Stadt durch Kvhlen-i und Eisengruben. Die Räumung ist notwendig.
Müller sche Badeanstalt.
Wassermärme am 12. Juni; 16 0 R.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 11. Juni 1907.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. £DL
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber- Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 78-82 Mk.
Kg.Schlachtgew.96 —100Pf.
'/, „ 67-68 .
'/, Kg. 82-88 Pfg.
’/, , 80—84 , '/, , 64— 76 „
Getreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 iWf.
Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk.
Weißbrot 2 Kg. 58 Psg.
Schwarzbrot 2 Kg. 54 Plg.
Märkte.
O L a u b a ch, 11. Juni. Der heutige Sch weine markt war mit 368 Stück besonders nur Jungvieh befahren. Am meisten waren Händler, nur wenige Bauern zum Absätze der Ware erschienen. Der Verkauf vollzog sich langsam, da infolge des mangelnden Vorrats an Kartoffeln die Kauflust fehlte; demnach waren die Preise geringe. Junge Ferkel galten das Paar 30—35 Mk., etwa 13 Wochen alte Läufer gingen je nach Qualität zu 50—60 Aik. das Paar ab.
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Nach Dr. Dufour ist das Nestle'sche SHnbermeöl nicht nur ein Kindernährmittel, sondern auch für Kranke und Schwache be» nutzbar. Bet Magen- und Darmgeschwüren bildet es die Heber* gangskost von Schleimsuppe zu konsistenterer Kost und schützt alte Xieute, welche an Avpetümangel ober an Schwache des Magens und Darmfunklionen leiden, vor Entkräftung. Es tvird stets gern genommen und leicht vertragen. es3/»


