157. Jahrgang
Zweites Blatt
r. 330
gölten.
(Schluß folgt)
Unter,Magung von 650000 Fr., der jiH
- l Prosa mW Versen zu handhaben, war Die Voraussetzung für daS
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| Unwertuatsftudmm.
— Aus Frankfurt a. M. wird uns unter denv 28. ds. geschrieben: Heute abend ließ das Schauspielhaus seiner vor ganz kurzer Zeit verabreichten ersten Gabe des neuen Pariser Büynenkönig Henry Bernstein („Der Dieb") die zweite erfolgreiche Novität desselben Autors, „Baccaras", folgen. Der Grund für diese auffallende Schnelligkeit liegt in kontraktlichen Verpflichtungen gegenüber dem Verleger, der auf seinem Schein, Aufführung vor dem 1. Oktober bestand. Für den Autor und das Stück war diese Aufeinanderfolge nicht günstig. Man erkannte auf diese Weise die Schwächen, die Mick- sichtslosigkeit der Mache, zu schnell. Das Stück kann lediglich beurteilt werden, wie ein Kolportage-'Romau, d. h. nach dem Grade der Spannung. Diese ist beim „Dieb" zweifellos größer. In dem neuen Stück ist außerdem
Zum Tode des Grobherzogs von Baden.
Berlin, 30. Sept. Der Kaiser wird zur Beisetzung seines Oheims, des Großherzogs von Baden am 7. Oktober in Karlsruhe eintreffen. Bei der Ueberführung der Leichs von der Mainau nach Karlsruhe wird der Kaiser vertreten durch den Gesandten von Eisendecher, der beauftragt ist, bei dieser Gelegenheit eine Kranzspende niederzulegen. Reichskanzler Fürst von Bülow wird sich eben-' falls an der Beisetzung des Verstorbenen beteiligen.
Karlsruhe, 30. Sept. Anläßlich des Ablebens des. Großherzogs legt der hiesige Hof eine Trauer von 24 Wochen an bis einschließlich 13. März nächsten Jahresi
Die Truppen der hiesigen Garnison leisteten Heutes den Eid auf den neuen Landesherrn.
Die Beisetzung der Leiche des Großherzogs finteh am Montag um 11 Uhr vormittags statt.
krschetrU tvglich mti Ausnahme deS Sonntag«.
vte „Ktetzener §amillenb!ätter" werden dem .Vlnietger1 viermal wöchentlich beigelrgt, das ,Krdsblfltt fflr den Kreis Gießen" zweimal p-chenUich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
SeuLjches ReLetz.
Hamburg, 30. Sept. Der Reichskanzler mit Gemahlin und Schwiegermutter und der Gesandte v. Bülow ind heute im Parkyotel „Teufelsbrücke" an der Unterelbe bei Altona eingetrofsen.
Tanga, 30. Sept. Staatssekretär Dernburg wird morgen von seiner Reise in das Usambara-Gebiet hierher zurückkehren. Seine Reise hat ihn nach Besichtigung der Farmen von Muhesa und der Prinz Albrecht-Plantage nach Amani, Wilhelmstal und dem Schume-Wald geführt.
Berlin, 30. Sept. Die „Norddeutsche Allgemeine Ztg." schreibt: Die von der „Freisinnigen Ztg." in ihrer gestrigen Nummer gebrachte Mitteilung, daß der Kultus- m i n i st e r beabsichtige, dem Landtag in der nächsten Session noch kein Lehrerbesoldungsgesetz vorzulcgen, entbehrt jeder Grundlage und ist völlig unzutreffend. Die Verhandlungen zwischen den Ressorts wegen der Aufbesserung der Gehälter der Bolksschullehrer sind in vollem Gange.
— Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz vom 12. August 1907 betreffend die Bewilligung weiterer Staatsmittel zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse von Arbeitern, die in staatlichen Betrieben beschäftigt sind, und von gering besoldeten Staatsbeamten. — Das königliche Staatsmini st erium trat heute zu einer Sitzung zusammen.
— Dr. TheodorBarth ist am Samstag von seiner Amerikareise wieder in Berlin eingetroffen.
— Wie das „Berl. Tagebl." von gut unterrichteter Seite hört, findet sich in dem Entwürfe eines Reichs- Vereins- undVersammlungS-Gesetzes, den der Staatssekretär des Inneren v. Bethmann-Hollweg in der kommenden Session dem Reichstage vorlegen wird, eine einschränkende Klausel, daß die Versammlungen, in denen in fremder Sprache verhandelt wird, einer schärferen polizeilichen Kontrolle unterliegen sollen. Bei solchen fremdsprachigen Versammlungen wird künftig nicht nur die Anmeldung, sondern die au s d r ü ck- liche Genehmigung seitens der Ortsstolizeibehörde gefordert werden.
M a g d e b u r g , 30. Sept. Die Ge n e r a lv e r s a m m- lung des Vereins für Sozialpolitik wurde hier mit Begrüßungsansprachen des Oberpräsidenten v. Wil- mowski, des Oberbürgermeisters Lenze und des Handels- kcnnmerprüsidenten Arnold eröffnet. Zum Vorsitzenden wurde u. a. Staatsminister a. D. Freiherr von Berlepsch ernannt.
Lei pzig, 30. Sept. Hier ist der frühere sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete M o t t e l e r im Alter von
düng gewesen, und, die Mhi
oder sonstwie heißen. Bezüglich der Stellung des Natio- nalliberatismus zu den anderen Parteien meint Redner, daß sich das Zentrum in Hessen anders gestellt habe, als in Bayer:: und Bader:, mii> man mit ihm sowohl, wie mit den Konservativen und Freisinnigen in nationalen Fragen Zusammengehen könne. Einen großen, sozusagen pädagogischen Erfolg habe die Blockpolitik insofern auch erzielt, als alle Parteien, auch die freisinnige Vereinigung, immer mehr von der Sozialdemokratie abrüaten, und je mehr der Freisinn dies tue, desto besser werde er mit den andern Parteien zu einer Verständigung gelangen. Die na- tionallioerale Partei habe die schwierigste Ausgabe in der Politik zu erfüllen, und daß alt und jung auch in Zukunft dazu bereit sind, darüber werde der bevorstehende Parteitag in Wiesbaden Leinen Zweifel Lassen. (Lebh. Beifall.)
70 Jahren gestorben. In der Geschichte seiner Partei hat^ der Verstorbene während der Herrschaft des Sozialisten^ gesetzes eine Rolle gespielt, indem er als „r o t e r P ostmeister" den Geheinrvertrieb der verbotenen Druckschriften organisierte und leitete.
außen neu zur Universität kam, sollte erst einer Prüsung unter- zogen werden; bestand er sie nicht, so sollte er nicht zu den | Vorlesungen zugelassen, smrdern je nach feinem KenntniSstand einer der Klassen des Pädagogiums zugewiesen werden.
Diese Stellung des Pädagogiums als einziger regulärer Vor- bereitungsanstalt zur Universität wurde freilich schon dadurch beeinträchtigt, daß 1629 auch in Darmstadts ein Pädagogrum errichtet wurde — aber es war doch ganz naeg dem Muster des testeheiidcn Universitätspädagogiums eingerichtet; es sollte eben nur den Einwohnern Darmstadts und der benachbarten Landesteile ermöglicht werden, ihre Söhne zur Universität vorbereiten zu lassen, ohne sie in so jungen Jahren nach dem weit entfernten Gießen zu schicken. .
Erst infolge der Vergrößerungen Hessens in der Napoleo- niscben Zeit hat sich die Zahl der hessischen Gymnasien vermehrt: die 'zu Mainz, Worms, Bensl-cirn, Büdingen bestehenden kamen hinzu. Alle diese konnten jetzt Schüler zur Unrveriitat entlassen. Zudem diente das Gießener Gymnasium wie auch die übrigen hessischen nicht mehr ausschließlich der Vorbereitung zur Universität. Ein durchschlagender Grund, warum also gerade das Gießener Gymnasium der Universität ungegliedert fein und unter ihrer Aufsicht stehen sollte, war demnach nicht mehr vorhanden. Ess war also in den Verhältnissen wohl begründet, raß 1832 ein Oberstudienrat für das ganze Land gebildet wurde, und daß damit das Gießener Gymnasium wie die übrigen heNifchen Anstalten unmittelbar unter staatliche Aufsicht uno Verwaltung
Dienstag !♦ Oktober 1007
▲ Rotationsdruck und Vertag bet Brüh kicher»
fy Untversitäts - Buch- und Vurtndruckeret,
ra R. Laug«, Gieße».
Redaktion, Expedition und Drucker«» Echul- straße 7, Expedition un£> Vertag i 6L Redaktion:112- Teü-AdruAntetgerGteßeru
umwuiiu^j^LuuL So blieb es auch bis ins lö.. Jahrhundert herein; erst da fing man an, in nxiterem Umsang gelehrte Werke in der Muttersprache zu schreiben, erst da wurde ganz all-» mählich das Deutsche die Sprache ter Universitäten.
Der Humanismus des 15. und 16. Jahrhunderts war mit Erfolg bestrebt gewesen, das mittelalterliche Latein durch dasi klassische zu verdrängen und die Lektüre, der Klassiker wieder in weiterem Uinfange nt ten >Lchulen heimisch Wenn.
Cicero und Vergil nach dem ältesten Gießener Lehrplan Haupt-, sächlich behandelt werten, und wenn man an ihnen leinen lcUei- Nischen Stil bildet, so entspricht das den Anschauungen des. Humanismus. Dieser hatte auch test das Griechische wieder ut oic abendländischen Schulen emgeführt. Die Reformation hatte dann ten griechischen Unterricht in den Dienst ter religios-cheo- logischeu Ausbildung gestellt. So war auch an unserer Llnstalt in ter ältesten Zeit das Mue Testament ter einzige Wütet im Griechischen. Ebenso diente ter Gesangunterricht ausschlic^ lich der Einübung kirchlicher Gesänge. Das war freilich au-^ tem Mittelalter überkommen; ebenso daß man denYochsteiiBwecl! des ganzen Schulunterrichts in der religiös-sittlicyeii Bildung sah, und daß die Schule ihre Zöglinge unmittelbar anhielt, sich am kirchlick>en Leben zu beteiligen; ter besondere Religion^ unterricht । unter Zugrundelegung eines Ka^chismus war aber erst durch die Reformation eingesührt Worten. Der Elementarunterricht in Mathematik und Logik endlich hatte itecm im Altertum und Mittelalter als rwtwendiges Bestandteil höherer Bildung ge--
Zur politischen Lage.
Darmstadt, 30. Sept.
Die n a t io n allib'. Vertrauensmänner des hlkreises Darmstadt-Groß-Gerau hielten gestern eine Ve- utg ab, di?, sich mit dem bevor stehenden Wiesbadener icitaß zu beschäftigen hatte. — Nach einer kurzen Ve- '.chung des Programms des Wiesbadener Parteitages :be beschlossen, von den fünf Mandaten für Wiesbaden ) eins een Jungliberalen zu überlassen. Gewählt tour» darauf die Herren Prof. Dr. Nehling, Finanzamt- :n Bangel, Dr. Cremer- Eberstadt, Schulz- Pfung- t und P s a n n s ch m idt - OLer-Ramstadt.
Herr Reichstagsabg. Dr. Osann gab darauf noch n: interessanten Ueoerblick über die gegenwärtige poli- )C Lage. Auf dem Parteitag zu Goslar sei es zu einer sten Auseinandersetzung zwischen den Wien und den rgeit in der Partei gekommen, und das Ergebnis war, der Friede neu besiegelt und ein treues Zusammen- ten beschlossen wurde. Es folgte die Reichstagsaus- mg, nach der sich das Bürgertum von der Rechten bis extremen Linken zusammenschloß und so den Grund- n legte zu der „Blockpolitik", die dann im Reichstag Mem Ersvlg inauguriert wurde. Die Einigung unter zun: Mock gehörigen Parteien durfte sich aber nicht die kolonialen Fragen allein beschränken, und so sah der Reichskanzler am 25. Februar d. I, veranlaßt, 'issermaßen ein Programm für das weitere Vorgehen der Reichspolitik zu entwerfen, bei welchem die Reform Vereins- und Versammlungsrechts, des Strafrechts, Börsengesetzes, der Ausbau der Sozialgesetzgebung in . mittleren Schichten usw. proklamiert wurden. Die htigeren politischen Fragen werden ja erst mit der Herbst- ung ihren Anfang nehme::, aber schon durch die Ent- ung des seit langem von den Nationalliberale:: be- rpflen Ministers Studt und des Grafen Posadowski hat
Blockpolitik einen guten Erfolg erzielt; ein gemeintes Arbeiren mit dem Letzteren wäre auf die Dauer nicht
Eine neue Meuterei in Sewastopol?
London, 30. Sept. 2lus Odessa und Sewastopol erhalten verschiedene Zmtrmgen Meldungen über eine neuL ernste Meuterei auf mehreren Kriegsschiffen der Schwarzmeerftotte. Blutige Zusammenstöße zwischen den aufrührerischen Matrosen und den Ojsr- zieren fanden statt. Diese wurden von einer Minderzalst^ der dem Zare:: treuen Matrosen unterstützt. Im ganzen wurden sechs Offiziere von den Meuterern getötet. Außerdem erlitten viele Offiziere Verwundungen in den schweren Kämpfen, die sich auf Deck entspannen. Die meuternden Matrosen machten gemeinsame Sacye mit den Artilleristen der LiirckBefestigungen, die ebenfalls meuterten. Einige KriegsschiffeverliehensPäterSe- wastopol unter dem Kommando der siegreichen Meuterer. Es heißt, daß fie nach Odessa unterwegs findä In Odessa herrscht deshalb große Aufreguna, da man befürchtet, die verzweifelten Meuterer könnten die Stadt bombardieren. Die ganze Affäre bleibt aber teilweise in Dunkeh gehüllt. t
Sewastopol, 30. Sept. Da unter den Matrosenl sich eine meuterische Bewegung bemerkbar maajt, die Flotte ausgelaufen. , . , .
Petersburg, 30. Sept. In Sewastopol suchte dis Polizei sämtliche KelleNvohnung'en ab, wobei ein ganze st Arsenal von Wastsen und Sprengstoffen gesunden wurde. In der Wohnung eines gewijsen BogdanonZ rourden 20 geladene Bomben entdeckt, 2 Handmaschineu4 Gewehre, rauchloses Pulver, eine Menge Revolver, Patronen und Schießbaumwolle; außerdem belastende Korrespondenzen usw. 3 Personen sind verhaftet worden, darunter: Bogdanow, der sich als Revolutionär bekannte.
— Die „Peterso. Telegr.-Agentur" erklärt die auswärls verbreitete Dteldung von einer Meuterei auf den Schifsenr der Schwarzen Meeresflotte und der Ermordmig von sechÄ Offizieren für vollständig erfunden. m c „
— In Verbindung mit dem gestern gemeldeten Vorfälle in dem Brestschen Regiment in Sewastopol sind heute, dort neun Bewaffnete, unter diesen der frühere Leutnanö der K'wantunschen Festungsartillerie Grinsky, verhaftet wor-, den Diese ganze Angelegenheit in Sewastopol hat, wie die „Petersv. Telegr.-Agentur" meldet, wahrscheinlich das Mcht über eine angebliche Meuterei auf den Schiffen dep Schwarzmeerflotte hervor gerufen.
SefteI3Än' damit das ursprünglich-«ng° »«hültnis wn Gym. nasium und Univeriität gelockert worden, so ist dies ra noch vul tiefer greifender Weise dadurch geschehen, dap den letzten Jahren die ncunklassigen Realanstalten etenchlls m ^eckerorn UmfMige das Recht erhalten haben, ihre Abiturienten aur ^ntte2l^a^cyüLr jubereiten. Bedingt nxxr diese Wandlung im ^entlichen durch dieselben Faktoren, die auch eine bedeut! ame ümg e st l t u n g des gymnasialen Unterrichts selbst lMteifuhteen. Indern wir diese ins Auge fassen, gelangen »mr zu der haupt- fächlichsten inneren Beränterung, die die dreihuntertiahrige Entrtecklung unserer Ansvast gebracht hat.
^Iln Lehrplan war zur Zeit ter Gründung ^ein außerordentlich cmsachcr. Die weitaus größte Zahl der
Lateinischen gewidmet; dazu kommt Vtrligwn, etwas G^chisch, die Anfangsgrünte ter ÜNathematik und der Logik mid -gingen.
Tiefe'Gestaltung des LelMans, msbewntere die Vorl-err- schast des Lateinifchen ist geschichtlich..wo hl zu
Mauch ten temteigen Kulturverbäwiissen entipcechend. Höhere Kultur War ja den Deutschen aus dem römischen feilte gebracht worden. Der lateinisch gebildete Klerus war.wahrcnd tes Mi^ - aller« falt allein ba T-ägcr
glich gewesen, da er feit langem in zu intimen Bedungen mit dem Zentrum stand. Man weiß nun zwar ht, was in dtorderney vom Reichskanzler mit ten Partei- «rern verhandelt wurde, aber ter Redner ist der Mei- rtg, daß dort die Grundlagen für die Wetterführung ser Politik geschusfen worden sind^, dieser Blockpolitik, in Wirklichkeit die Politik der f)tationalliteralen ist, Politik ter mittleren Linie und des Ausgleichs der gensütze unter ten auf nationalem"Boden stehenden libe- kcn Parteien. Der Wg. Bassermann werde in Norder- ) gewiß klar gelegt haben, was zur erfolgreichen Weiter- -rung dieser Politik not tut. tBeifall.) Mit der Frage > Wahlrechte in Preußen brauche man sich ja in Hessen d den süddeutschen Staaten nicht besonders' zu beschäsli- i, eiter er halte doch dafür, auch in Wiesbaden aus- 'prechen, daß eine Aenderung tes preußischen Dreiklassen- rhlfystems dringend nottue. Man brauche aber dabei ijt so weit zu gehen, wie Herr Naumann; in keinem -deutschen Staat sei das'Reichstagswahlrecht einfach auch ; den Landtag atzeptiert worden. Der Reichskanzler rde übrigens nicht nur die Forderungen der Blockpolitik erfüllen haben, sondern auch Ansprüche an sie stellen, mentlich auf dem Gebiet der Flottenver:nehrung; auch lonialdirektor Dernburg werde nach seiner afrikanischen ise mit neuen Anforderungen kommen, um eine erfolg- -d)c Kolonialpolitik betreiben zu können, für die lange cht so populäre Propaganda gemacht worden sei, wie für i Flotte. Er halte es für zweifellos, daß der liberale oa die notwendigen Mittel dafür aufbringen werde, er nicht durch eine derartige Füranzreform, wie die r zwei Jahren, sondern auf dem Wege einer direkten .-euer durch das Reich, möge sie nun Erbschaftssteuer
Ium Jubiläum unseres Gymnasiums.
Bon Professor Dr. August Messer.
Die Feier des dreihundertjährigen Bestehens unseres Gym- ismns fordeN naturgemäß zu Rückblicken auf. Indessen, 2 Geschichte der Anstalt in ihren HauptZweigen vorzuführem zu wiri) sich bei dem Feste selbst Gelegenheit bieten. Hier l nur der älteste Zustand mit dem gegenwärtigen verglicyen ,d die Frage beantwortet werten, welche geschichtliche Faktoren ; recht bedeutsame Entwicklung, die dazwischen liegt, bedingt ten. Und in der Tat, große Wandlungen — äußere wie nere — haben sich in den dreihundert Jahren vollzogen!
Klein und kümmerlich tvar der äußere Bestand der nstalt bei ihrer Begründung am 10. Oktober 160a. Außer dem ireftor, dem „Pädagogiarchen", ter Unioersitätsprofeßor,war tb nur ganz wenige Stunden gab, zählte man nur 4 Leyrer. le Zahl der Schüler betrug etwa 70. Klassenziminer hatte an nur zwei zur Verfügung, und zwar im oberen ^toawerk s alten Rathauses am Marktplatz. Zwar erhielt die Schule 1617 n behenderes Haus (an ter Ecke der Neuen Baue und der onn erst raße neben dem Hause des Gesellfchaftsvereins), .aber >ch te'i Beginn des 19. Jahrhunderts war man auf 3 Räume r den Unterricht und 4 ordentliche Lehrer beschränkt, und e Seyulerzahl scheint noch ungefähr dieselbe gewesen zu sein.
Welchen Fortschritt hat da das 19. Jahrhundert gebracht! cim Sa luß des letzten Schuljahres zählte die Anstalt außer m Direktor 13 ordentliche Lehrer, 5 Hilfslehrer und 282 chüler- dazu die Vorschule 3 Lehrer und 100 Schüler.
v Dieser Aimchwimg erscheint noch beträchtlicher, wenn man -benlt daß zu Beginn des Jahrhunderts das Gymnasium >ch die emsige höhere Schule war, und daß es auch von kchen besucht wurde, die nicht studieren wollten, aber eine eitergctertbc Bildung anstrebten, als sie die Stadtschule gab. rft iti37 in in Gießen die Realschule gegründet worden, und ie außerordentlich hat diese sich seitdem entwickelt!
Der wi sittliche Grund für dieses Aufblühen ter höheren diulcn unserer Stadt liegt auf der Hand: es ist ter ge* wirtschaftliche Aufschwung, den das 19. Jahrhundert, mal in einen letzten Dezennien seit der Vegrundmig des
miserreicks gebracht hat. uiid Hand in Hand damit die moßa wvölkerwü'fa mriahme. Bei Beginn des 19. Jahryunderts hatte ieten ' । ua >000 Einwohner, heute zählt es ca, 30 000.
Eme u -; bemerkenswerte Wandlung hat sich rntemBer- ültnis unserer Anstalt zur U niv er Nta tvollzogen. iei ihrer B Rundung war sie - als paedagogium acctemrum- n Teil der Unioersität. Ihr gehörten bis gegen Gnde tes H \ ternbend nur solche Knaben an, die studieren sollen, wni'wn auch in die Universttätsmatrikel eingetragen; und t alten Swülerverzeichnissen ist schon bei ten Schulern teo ntersten Klasse daH künftige MackrmNj angegeben. Wer von;


