Ausgabe 
1.7.1907 Zweites Blatt
 
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etwa 50 Mckelmacherinnen die Arbeit eingestellt, deshalb haben die Herren 1100 Arbeiter und Arbeiterinnen ausgesperrt, darunter sehr viele, die em Menschenalter treu und brav bei ein und denselben Herrn gearbeitet haben. Ist es recht, wenn man den Arbeitern ihr gesetzliches Veremigungsvecht rauben will? Gleiches Recht gilt für alle. Jeder Menschenfreund wird sich deshalb auf die Seite der Arbeiter stellen.

vermischtes.

' EinKind von eineniSchweinezerfleischt. In der Gemeinde Szentpetersa (Komitat Eisenburg) ging der Landmann Alois Firn: nach dem Mittagessen mit seiner Gattin auss Feld arbeiten und übertrug während ihrer Ab- Wesenheit die Obsorge ihres einjährigen Kindes der 13 Jahre alten Marie Kovacs. Diese aber ging in die Nachbarschaft, um mit kleinen Kindern zu spielen und ließ das Kind Firms in dec Wohnung unbeaussichtigt allein zurück. In den späteren Abendstunden kam Marie Kovacs zurück. Beim Betreten des Zimmers bot sich ihr ein furchtbar grauenhafter Anblick dar. Das größte Schwein Firms war in die Stube gedrungen und hatte das kleine Kind bis zur Unkenntlichkeit zerfleischt. Die Mutter des kleinen Kindes fiel vor Schrecken in Ohnmacht und liegt lebensgefährlich krank danieder. Der Vater des Kindes überfiel die Marie Kovacs und schlug fie halbtot.

* Seine Mutter mit 52 Jahren zum ersten mal gesehen. Ein Roman aus dem Wen hat sich jüngst abge­spielt. Ein Mainzer Metallarbeiter war 52 Jahre alt geworden, als er zum erstenmal seine Mutter sah. DasMainz. Tagbl." erfährt darüber folgende Einzelheiten: Ter Kummer eines hier lebenden Metallarbeiters war schon immer, daß er keinerlei Kenntnis von seiner Mutter, überhaupt von seiner Familie hatte. Wohl wurde dieses Leid durch die Jahre gemildert, als oer Mann selbst eine Familie um sich heramvachsen sah, aber seine Sehnsucht nach seiner Mutter blieb ungestillt, und so mar der Mann 52 Jahre alt geworden. Ta nahm sich dieser Angelegenheit einer seiner Bekannten an und stellte zunächst folgendes fest: Ter Mann hatte in M,ainz das Licht dec Welt erblickt. Seine Mutter war kurz vorher hierher gekommen und wenige Wochen nach der Ge­burt wieder abgereist, nachdem sie das Kind in Pflege gegeben hatte. Für das Kind Umreit jahrelang reiche Unterstützungen eingelaufcn, die erst aufhörten, als es'groß genug geworden war, um in die Welt zu gehen. Nach Jahren kehrte er nach Mainz zurück und gründete sich selbst eine Familie. Es gelang ferner die Geburts­eintragung aufzufinden und dadurch auch die Personalien der Mutter.zu ermitteln. Nunmehr wurden gleichzeitig verschiedene Ministerien, Konsulate und Polizeibehörden in Bewegung gesetzt, worauf auch nach kurzer Zeit von München die Nachricht eintraf, daß dort die Frau im hohen Alter von 80 Jahren noch lebe. Hocherfreut schickte er ihr einen eingeschriebenen Brief, auf den jedoch keine Antwort kam. Erst als er ihr abermals schrieb, daß er nach München kommen werde, traf ein Briefchen ein, worin er gebeten wurde, davon Abstand zu nehmen, weil ihr die Aufre­gung schaden könnte. Er fuhr aber doch hin und fand seine Mutrter, eine alte, blinde Frau in~ wohlhabendsten Verhältnissen. Tie Freude von Mutter und Sohn war rührend bei diesem ersten Zusammentreffen itach 52 Jahren, und die alte Frau setzte auch sofort ein Teflament zugunsten ihres Sohnes auf, da sie ebenfalls niemand hat, der ihr sonst näher stände. In kurzer Zeit wird sie mit ihrem Sohn zu dessen Familie nach Mainz zurückkehren.

* Auf de r auche nach seiner Frau. Bei dem Ge­meindevorsteher eines Torfes bei Memel erschien ein russischer Untertan, um Erkundigungen einzuziehen, ob nicht unter den am Orte beschäftigten polnischen Arbeiterinnen vielleicht auch seine Frau wäre., Ueber die Veranlassung zu der Suche befragt, gab der Russe folgendes an: Er wäre bald nach seiner Hochzeit zur fünfjährigen Tienstzeit eingezogen. Dann mußte er nach dem Kriegsschauplätze, um an den Kämpfen gegen Japan teilzunehmen. Hierbei geriet er in japanische Gefangenschaft und wurde nach feiner Freilassuirg nach Rußland zurückbefördert. Als er nach Hause kam,.mußte er zu seinem Schrecken erfahren, daß seine Frau jedenfalls in dem Glauben, er wäre in den Kämpfen geblieben, Rußland verlassen hatte und in Preußen in Dienst getreten war. Es konnte ihm aber nicht angegeben werden, wohin sie sich begeben hatte. Leider sand der arme Kerl auch diesmal seine Eheliebste nicht und mußte sich weiter aus die Suche begeben.

* Jusowka (Gouv. Jekaterinoslaw), 29. Juni. In dem Prochorows ky-Bergwerk brach um Mitterniacht ein Fcucr aus, das den Schacht, in welchem 27 Bergleute arbeiteten, in Flammen setzte. Tie angehäuften Gase sühnen eine Explosion herbei; der Rauch drang in eine benachbarte Grube, in der etwa 100 Bergleute arbeiteten. Alle Bergleute, bis auf einen, der nicht aufgefunden wurde, konnten gerettet werden. In der Hauptgrube ist die Arbeit wieder aufgenommen worden. Ter Schaden ist sehr beträchtlich.

* Von der eigenen Frau erdrückt. Mrs. Mary Tumble in Washington, bekannt unter dem Namen 'Mutter Rumble Tumble", dürste die jchwerste Frau Amerikas sein. Ähr Gewicht wird auf gut und gern 30Stones" geschätzt. Mrs. Tumble erfreut sich aber auch einer Gesundheit, die im richtigen Verhältnis zu ihrer Schwere steht, und so har sie jetzt ihren achten Mpnn durch ein nterkwürdiges Mißgeschick verloren. Sie hat ihn nämlich in des Wortes verwegenster Bedeutung zerquetscht. Tie beiden Eheleute vergnügten sich mit Rollschuhlaufen, als Mr. Tumble zu Fall IJam. Seine holde Gemahlin, die, so leicht­füßig es ihr Gewicht erlaubte, hinter ihm herschwebte, konnte nicht schnell genug ausweichen und fiel auf ihren Mann. Be­sinnungslos wurde der Aermste aufgehoben und der herbeigerufene Arzt konstatierte, dsaß er schwere innere Verletzungen erlitten hatte, an deren Folgen er noch auf dem Wege zum Krankens haus starb. Mrs. Tumble scheint überhaupt von einem beson­deren Mißgeschick verfolgt zu werten, denn Die Hälfte von ihren acht besserenVierteln" vonHälften" kann man bei ihrem Gewicht nicht reden endete auf mehr oder weniger ungewöhnliche Art. Ihr siebenter Mann stjärb an Verletzungen, die er bei dem plötzlichen Zusammenbruch eines Klavvoettes davon getragen halte, als unter ihrem Gewicyt die Schließfeder brach.

T i e gebilde'tc Gattin.Bei meiner Fran kommt die Bildung bei jeder Gelegenheit zum Ausdruck! Gestern war z. B. der Todestag von Columbus da hat sie mir zwei weiche Eier gemacht!"

* Schülerselbstmorde. Professor Ludwig Gurlüt, der was sehr bedauerlich ist inzwischen seine Lehrtätigkeit aufzugeben sich entschloß, hat durch einen kleinen, aber sehr interessanten Beitrag im Junihefte derArena" von neuem dokumentiert, wie liebevoll und eindringlich er sich mit dem Problem unserer Jugenderziehung in den höheren Lehranstalten beschäftigt. L-eine Bücher haben ein Echo auch unter den Schülern selbst geweckt, und so rührt der tapfere Pädagoge, gestützt auf ergreifende Schülerbriefe, an ein heikles ThemaDie Schüler- selbstnwrde". Seinem kurzen Essay in derKleinen Chronik" der PresberschenArena", fügt er einige Briefe an, die auf seinen Tisch flogen. Hier ist ein Auszug aus einem der er- gveifendften:

Das unwürdigste aller Laster oder Leiden ist gewiß die körperliche.....Es gibt aber auch eine geistige, und zu der

bin ich gezwungen! Oder nicht? Ich muß meine geistigen Fähigkeiten, meine Arbeitskraft, die für ganz andere Dinge stark und fähig ist, zu Tätigkeiten herabwürdigen, bei denen weder etwas herauskommt, noch meine Kraft geübt wird!

Ein Konisches Problem und das Auswendiglernen von Virgilversen!

Aber sehe ich, daß dieser Zustand meine Kraft übersteigt, so mache ich ein Ente. Das ist sehr einfach. Lieber meine Kraft schnell vernichten, als sie durch solchen Mißbrauch langsam zugrunde gehen lassen......

Wenn mir einer sagt: Um der Aufgaben und Ziele willen, die du nach hiew* Schulzeit zu erreichen gedenkst, sollst du dich durchringen, dann sgge ich ihm: Mer ade darum mache ich

lieber ein Ente, well ich meine Kraft vorher vergeuden müßte. Denn ter Moment des Ekels, der bei jeder dieser Tätigkeiten zu überwinden ist, verzehrt meine Nervenkraft?.....

Ich schließe.- Grüßen Sie Ihre lieben Söhne-und-sagen ^te ihnen, ich bekäme bei dem Gedanken an die Erziehung, die Lie ihnen geben, stets Lust, diese als einen neuenEmile" zu behandeln und dann mein Buch allen unseren Paukern um die Ohren zu schlagen". ,

Eltern und Erzieher sei ter Artikel warm empfohlen.

* Kleine Tageschronil. Berlin, 29. Juni. In der vergangenen Nacht hat sich der Major o. D. Helmer von Pelchrzim n seiner Wohnung in der Grunewaldslraße erhängt. Major von Pelchrzim, der nach seinem Ausscheiden aus dem Heere die Stellung eines Standesbeamten inne hatte, soll sich zu dem Schritt durch ungünstige Familienverhattnisse veranlaßt gesehen haben. Hagen, 29. Juni. In Letmathe (Kreis Iserlohn) wurde heute früh eine sechzigjährige Schlosserwitwe, als sie ihr Haus verließ, von einem unbekannten, fein gekleideten Mann aus offener Straße überfallen; es wurde ihr ein lysolgetränkter Lappen in den den Mund gesteckt und der Bauch ausgeschlißt. Der Täter entfloh. Nürnberg, 29. Juni. Infolge Requisition der Staatsanwaltschaft in Duis­burg wurde ein hiesiger Einwohner verhaftet, verfälsche holländische Baliknoten angefertigt, die zwei in Duisburg verhaftete Holländer ausgegeben hatten. Göttingen, 29. Juni. Vergangene Nacht wurde in Einbeck das Postgebäude zerstört. Viele Wertsachen sind verbrannt. Mailand, 29. Juni. Der Sohn des bekannten Malers Nufsi erschoß seine Geliebte, eine Frau Eustoden Brera Galerce. Tann tötete er sich selbst durch einen zweiten Schuß. Tas Motiv der Bluttat ist Eifersucht.

Reichsgerichtsbrief.

Nachdruck verboten.

J.S. Leipzig, 29. Junl.

Tierhalterhaftung infolge gefährlichen Betriebes einer Pserdeurustcruug.

Bei einer Pierdemusterung in Mannheim kam der ver­storbene Ehemann der jetzigen Klägerin auf die Weise zu Schaden, daß er von einem vor ihm geführten Pierde an den Unterleib ge­schlagen und tödlich verletzt wurde. Tie zur Musterung bestimmten Pferde wurden auf der Landstraße in Abständen von'ea. 2 Meter hintereinander geführt. Auf das KommandoHalt!" blieb ter Knecht mit dem vor dem Verunglückten gehenden Pferde plötzlich (leben, während letzterer mit seinem Pierde noch einige Schritte machte und sein Pferd somit dicht an das Hinterteil des Vorder- pserdes heranrückte. Durch ten infolgedessen hervorgerufenen Reiz kam das Vorderpferd zum Ausschlagen und traf hierbei den Ehe­mann der Klägerin dieses Rechtsstreites in der vorbezeichneten Weise. Tie Klage ist auf § 833 B. G. B. gegründet und wird der Eigentümer des betreff. Vorderpferdes für allen der Klägerin ent­standenen Schaden haftbar gemacht. Ter Beklagte roenbet ein, daß der Verunglückte nach einem Sachverständigengutachten in höchstem Grade unvorsichtig gehandelt habe, da er als früherer Postillion wußte oder wissen mußte, daß man den Pferden von hinten nicht nahen darf und er trotzdem fein Pferd nicht sofort zum Stehen gebracht hat, als er sah, daß das vor ihm gehende P'erd stehen blieb.

Tas Landgericht Mannheim erFaimte infolgedessen auch auf Abweisung der Klägerin wegen eigenem Verschulden des Ver­unglückten. Auf die Berufung der Klägerin wurde das landgericht­liche Urteil vom Oberlandesgericht Karlsruhe dahin abtzeändert, daß der Schaden der Klägerin vom Beklagten zur Hälfte zu ersetzen fei. Ter Berufuugsrichter stellt fest, daß der Abstand, in dem die Tiere geführt würben, ca. 2 Meter betragen habe. Wenn der Verunglückte hätte die größte Aufmerksamkeit walten lassen, fo würde es ihm allerdings nicht schwer geworden fein, das Pferd in einiger Entfernung ebenfalls zum Stehen zu bringen, und habe er somit in der Annäherung allerdings fahr­lässig gehandelt. Seine Fahrlässigkeit fei jedoch nicht fo hochgradig, daß sie geeignet wäre, die Haftpflicht des Beklagten völlig auszu­schließen.

Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision beim Reichsgericht eingelegt, die aber erfolglos bieb. Der 4. Zivilsenat des Reichsgerichts erkannte aus Zurückweisung der Revision.

<8crid?t$|aal.

Essen, 28. Juni. Das Schwurgericht verurteilte heute ten 51jährigen Arbeiter TI u del aus Dorsten wegen Raubmordes, begangen an einem 13jährigen Mädchen, z u in Tode. Muckel hatte das Mädchen erdrosselt und ihm 5 Mark geraubt.

Sport.

Paris, 30. Juni. Ter Prix de France wurde bei dem heutigen Rennen ui Anleuil von dem d e u t s ch e n Pferde M i n u s (Geritten von Wallenberg; Eigentümer von Teepper- Laski) gewonnen.

Radfahren. Bei dem am Sonntag, 30. Juni, ver­anstalteten 2. Preistourentag des Rad-Klnb Germania Gießen über 50 km. wurden folgende Resultaten erzielt: 1. Kronenberg in 1 Stunde 36 Minuten; 2. E. Lauer in 1 Stunde 45 Minuten; 3. A. Kircher in 1 Stunde 46 Minuten; 4. Noll in 1 Stunde 4Z Minuten; 5. Dietrich in 1 Stunde öl Minuten; 6. C. Löwer als Seniur in 2 Stunden 1 Minute.

ßanöcl und verkehr, Volkswirtschaft.

DieSchiffsneubautenderHamburg-Amerika- Linie. Die Hamburg-Amerika-Linie hat bekannt gegeben, daß sie bei Harland u. Wolf in Belfast den Bau eines Weltrekord- schiffs in Auftrag gegeben hat. Deutschland soll also nach Fertig­stellung dieses Ozeanriesen änn Jahre 1910 zugleich mit dem schnellsten Ozeandampfer, über den der Norddeutsche Lloyd verfügt, auch den größten besitzen. Es wäre jeüensalls interessant, zu er­fahren, wie hoch die Kosten dieses Neubaues angenommen werden und wie deren Deckung beabsichtigt ist. Auf Grund der Bau­summen, die für die letzten RiesendampferAmerika" undKai­serin Auguste Viktoria" genannt werden, kann man ten Kvsten- punkt des neuen Schiffes auf ungefähr 20 Mill. Mark an- nehmen. Neben dieser Summe nehmen sich die 5 Mill. Mark Aktien zu 130 Proz., die ter Firma Wörmann für Ueberlassung ihrer 8 Dampfer des Afrikadienstes zugebilligt wurden, aller­dings recht bescheiden aus, und wenn auch anzunehmen ist, daß die Kosten des Neubaues sich auf eine Reihe von Jahren ver­teilen, so dürften auch die einzelnen Teilzahlungen doch Summen ergeben, die bei Berücksichtigung ter anderen noch nebenbei er­forderlichen Schiffsanschaffungen eine Kapitalbeschaffung durch Aktienausgabe mindestens so naheliegend erscheinen lassen, wie sie zur Bezahlung ter Wörmann-Dampfer notwendig erschien, meint dieN. Hamb. Ztg."

* Zur Preisermäßigung bei der Hamburg- Amerika-Linie. Tie Gefellschait bat, wie wir mitteilen, die Zwifchendecksprcise nach Newyork von 150 auf 140 Mk. herabgesetzt. Erst vor 3 Wochen sind die Preise von 160 auf 150 Mk. heran- gesetzt worden, ttuch im Vorjahr fanden zur Frühjahrs- und Sommerszeit ähnliche Ermäßigungen statt. In den Herbst- und Winlermonaten stiegen dann die Preise wieder bis 160 Mk. Es kommt dies hauptsächlich daher, daß zurzeit der Erntearbeiten in Europa die Auswanderung in der Regel schwächer ist. Auch ist in Amerika der Bedarf an Arbeitskräften nicht mehr fo lebha't. Im Mai des lausenden Jahres waren offenbar die Verhältnisse noch recht günstig. Denn wie aus dem amerikanischen Aus- wanderungsbericht hervorgeht, stieg die Gesamtemwandernng von Europa in diesem Atonat auf 176265 Personen; im Wlai 1906 wanderten aus Europa 144.137 Personen ein.

Märkte.

ic. Frankfurt a. M., 1. Juli. (Orig.-Telegr. desGießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarklpreise. Weizen Alk. 20.7521.00, Kurhcssischer Alk. 20.7521.00, La Plata Alk. 21.25-22.25, Kansas Alt. 21.25-22.25, Roggen (hiesiger) Mk. 19.7520.25, Gerste (Wetterauer) Alk. 18.2518.50, Fanken- felter Mk. 18.7519.00, Hafer 19.7520.50, Mais Alk. 14.7515.00, Weizenmehl Mk. 29.2529.75, 0000, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Alk. 27.75, 3. Qualität Alk. 25.2525.75, Roggenmehl 00 Mk. 29.50-00.00,,1. Qualität Pik. 28.50-00.00, SßeiAenUeie Alk. 11.00

bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.5012.09, Maiskeime Mk. ILSH bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk.0c),00-00.0O. Alles pev 100 Kg. ab hier.

Ic. Frankfurt a. M., l.Juli. (Telegr. Ong.-Vericht deS »Gieß, Anz/). Amtl. Notierungen der heutigen Viehwarktpreis e. Zun^ Verkaufe standen: 432 Ochsen, 66 aus OesUrreich, 51 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 798 Kühe, Werfen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 395 Kälber, 231 Schüfe und Hämmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1619 Schreine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlacl)tgewicht: Ochsen 1. Qualität 8083 Mk., 2. Qual 7376 Alk., 3. Qual. 6870Mk.; Bullen 1 Qual. 74 bis 76 Alk., 2. Qual. 6870 Mk.; Kühe 1. Qual. 7476Mk., 2.Qual. 7173 Mk., 3. Qual. 65-67 Mk, 4. Qual. 0000 Stf 5. Qual. 0000 Alk. Kälber: 1. Qual.9598 Pfg., Lebendgewicht?59 Pf., 2. Qual. 8590 Pfg., Lebendgewicht 5053 Pfg., Schlacht­gewicht 6570 Pfg. Schafe: 1. Qual. 8200, 2. Qual. 7880 Pfg., 3. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 6061 Pfg., 4ebdaew. 47.0047.50 Pfg., 2. Qu. 0000 Pfg., Lebendgew. 00.00-oo Pfg 3. Qual. 5355 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: schwere Jettschweine standen unter Notiz. Markt gut, kein Ueberstard.

Börsenwochenbericht.

= Frankfurt a. M., 28. Juni

Ein leichter Hoffnungsschimmer, daß auf dem Geldmarki die Spannung sich allmählich mindern und bald wieder nor­malere Verhältnisse zurückkehren werden, durchzog diese Woch^ die Börse. Zwar hat die Oesterreichisch-Ungarische Bank, die bisher an ihrer verhältnismäßig niedrigen Rate von 4V» Prvz. festhielt, sich veranlaßt gesehen, auf 5 Proz. zu gehen, um ihre Goldbestände besser zu schützen, aber an den maßgebenden Plätzen zeigte sich der Geldmarkt eher etwas williger. In den Leih­raten kam dies noch nicht zum Ausdruck, wohl aber in dem stärkeren Geldangebot in ter Ultimoliquidatiaci. Ganz gegen, alles Erwarten zeigte der Reichsbankausweis für die dritte Juni­wochs infolge ter starken Depositeneinlagen noch eine kleine Besserung und wenn die letzte Juniwoche auch eine stärkere An­spannung bringen wird, so glaubt man doch, daß im Juli die Mittel in erheblichem Maße zu den Kassen der Bank zurückfließen werten. Goldverschissungen aus Newyork haben bisher am dortigen Markte keine Störung hervorgerufen und diese Wahr­nehmung bestärkt die Hoffnung, daß in der nädjften Zell eine genügende Kräftigung des Geldmarttes eintreten wird, um den Ansprückien des Herbstes ohne Besorgnis entgegensehen zu tonnen. Jedenfalls herrscht an allen Märkten ein zuversichtlicherer Ton. Die Papiere, die seit längerer Zeit von schwachen Händen ab­gestoßen wurden, sind allmählich in kräftigere Hände übergegangen und dies gibt an und für sich dem Markte schon mehr Halt. Dazu kommt, daß, wie sich in ter Berliner Ultimoliquidation herausstellte, dort auch -einDeeouvert" vorhanden ist und last not least ist auch das Kursniveau stark herabgedrückt. Dies alles trägt dazu bei, eine zuversichtlichere Stimmung auf­kommen zu lassen. Das Geschäft freilich ist noch geringfügig. Das Kapital wandte sich vielfach ten neuen 4prozentigen deut­schen Staatsanleihien zu, die besser bezahtt wurden, auch 4prvz. deutsche Städteobligationen waren begehrt. Von fremden Renten haben Nüssen auf die. Erklärung, datz in diesem Jahre keine aus­ländische Anleihe mehr ausgenommen werden soll, etwas unge­zogen. Banken sind leicht befestigt, von Bahnen haben sich, amerikanische Sorten erholt, ebenso Mittelmeer. Anatolier lagen weiter schwach. Seit etwa 14 Tagen sind sie nahezu 15 Prvz. zurückgegangen. Montanpapiere sind durchweg einige Prozent gestiegen, Friedrichshütte sogar 7 Proz. Auch andere Jndustrie- papiere lagen fester. Albert haben von ihrem vorwöchigen Ver­lust 7 Proz. wieder eingeholt. Privatdistonto 43/* Pro-.

Meteorologische Beobachtungen

der Statisu Gieße«.

Juni Juli 1967

Barometer aut 0° reduziert

Temperatur der Liist

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

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= + 12,3' C.

Gießener Wetterdienst.

Boranösichtliche Witterung für Hoffen am Dienstag den 2. Juli: Meist trübe. Regenfälle. Temperatur nicht verändert. Schwache nördliche Winde.

GriginaNOrahtineldunge»»«

London, 1. Juli. In Norwich tötete ein Mann namens Jacob in einem Anfall von religiösem Wahn­sinn feinen 72 jährigen Vater und feinen 30jährigen Bruder.

London, 1. Juli. Ein Skandal, der in ganz Eng», land großes Aufsehen heroorrust, har fid) hier ereignet. Gegen einen General wurde ein Haftbefehl erlassen unter der Beschuldigung, die ihm andertrauten Gelder her, Vereinigung der Soldaten und Seeleute unterschlagen zu haben. Gegen Stellung einer hohen Kaution wurde er wieder in Freiheit gesetzt.

Paris, 1. Iult. Eine Petition, die für die Schonung des 17. Infanterie-Regiments bittet, sand tausende von, Unterschriften.

Lille, 1. Juli. Hier sind Meldungen über den Verbleib des vermißten Ballons Florean eingetrosfen, dec in Dünkirchen aufgestiegen war. Ter Ballon wurde in Nord­holland ausgefunden, aber ohne Insassen, welche am scheinend umgekommen sind.

N a r b o n n e, 1. Juli. Oberst Gerard ist gestern abend nach Paris abgereist. Die Ruhe ist vollständig wieder hergestellt.

San Franzisko, 1. Juli. Hier ist ein Dampfer von den Pribylom-Jnseln eingetroffen, der in Gemeinschaft mit einem Zollkutter der Vereinigten Staaten 29 japa­nische Seehundjäger sestgenommen hat, die bei der St. Pauls-Insel unberechtigter Weise jagten.

für Säuglinge, Reconvalescenten, Magenkranke.

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