Ausgabe 
1.3.1907 Zweites Blatt
 
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zum nroficn Teil aus Herren bestehend, die

Das Urteil lautete auf Todesstrafe gegen Galbirsch.

Reichsanleihe

97.40 | Elektriz. Lahmeyer

Ubeischles. Eisen-Industrie

113.50

49.

Italien. Rente .

Berliner Handelsges . , 170.00

Börse, 1. März. Anfangskurse.

Elektriz. Schlickert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk

237.75

122.60

Harpener Bergwerk Lauranütte L-umburden E. B.

Nordd. Lloyd . . lürkenlose . ,

69.80

70.30

91.40

92.70

95.90

145.60 vl.75 87.20 66.70

98.00

3

356

do. Konsole do. Hessen Oberhessen

356 356% 356*70

188.10 . 136.40 . 242.00 . 82.7u . 155.50

Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank .

Deutsch-Amt. Bank

Diskouto-Komuiaudit. .

Dresdner Bank . .

Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio- Eisenlahn .

Gotthard bahn . .

Lombard. Eisenbahn .

Uesterr. Staatsouhn . . Bnuce-ilenri-Eisenbahn

. 136.40 . 242.40 . 172.00 . 182.60 . 155.40 . 214.00

. 113.75

. 80 00 . 145.40 . 142.00

3u/0 Mexikaner . 4>4°/6 Chinesen . .

Aktien:

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . .

Tendenz: fest.

ilerliner

Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank .

Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C.

Dresdner Bank . .

Tendenz; fest.

86.15

97.55

86.10

96 30

95.50

99.90

100.00

95.40

und Industrie, Glessen. Frankfurter i<ör«e. 1. März, 1.15 Uhr.

Ein politischer Mordprozetz.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

S. u. H. Dessau, 28. Februar.

. 220.00

. 239.75

. 29.70

. 125.50

, 145.50

. 137.70

. 115.00 . 243 00 . 209.50

der ausgezeichneten Künstlcrfchaar, die Direktor Brahm im Berliner Lessingtheater um sich versammelt hat.

** Der Universitäts-Bibliothek ist durch letzt- willige Verfügung der jüngst verstorbenen Frau Profesior S t e i n b r ü g g e, die damit das Andenken an ihren verstorbenen Gatten, dem Begründer der hiesigen Ohrcnklinik, an der Landes-Universität wach zu halten wünschte, der Betrag von 2 800 Mark zugefallen. Ferner hat Frau Steinbrügge noch einen größeren Teil der wissenschaftlichen Bibliothek ihres Mannes der Universitäts-Bibliothek als Geschenk überwiesen.

D a s S ch w u r g e r i ch t, das am nächsten Montag beginnt, wird lediglich über zwei Sachen zn befinden haben: 1. Gegen den Tag löhn er Hch. Riedel von Petschkendorf, wegen R o t z u ch t s - versnchs. Anklagevertreter ist Oberstaatsanwalt Theobald, Ver­teidiger : Rechtsanwalt Kaufmann. 2. Gegen den Former Ludwig Rohrbach von Lollar, wegen Brandstiftung. Anklage­vertreter: Gerichtsassessor Dr. Hetzel, Verteidiger: Rechtsanwalt -tr. Jung. Die erste Sache beginnt am Montag um 91/, Uhr vor­mittags und die zweite am Dienstag um 9 Uhr.

Gardisten-Verein. Am letzten Dienstag, 26. Februar, tagte in der Restauration Rolands-Eck, die Versammlung ehemaliger hessischer Gardisten. Rach kurzer Debatte wurde die Gründung einesHessischen Gar- disten-Vereins* beschlossen. Der Abend verlief in hei­terer Stimmung, und man freute sich die einstmaligen Lamaraden wieder zu sehen, was die Gründung des Vereins «Hessischer ©nrbi|tcnd wohl sicher stellen wird.

O Alsfeld, 28. Febr. Drei wichtige Bahn- vrojekte für den nordöstlichen Vogelsberg, die diesen mit dem Fuldatal in direkte Verbindung bringen sollen, werden von den beteiligten Gemeinden zurzeit lebhaft erörtert. So beschäftigte sich dieser Tage der Stadtvorstand wiederholt mit dem Eisenbahnprojekt AlsfeldAula Hün­feldMeiningen. Ein Teil dieser Strecke, HerSfeld Rieder-Aula, ist bereits im Bau. Das letzte Glied der Strecke soll von Alsfeld über Eifa, Lingelbach, Gehau, Breidenbach und Rieder-Jossa nach Rieder-Aula führen. DaS zweite Projekt ist Lauterbach MaarSchlitzRieder-Aula Hersfeld; es wird von den Städten Lauterbach und Schlitz lebhaft betrieben. Die dritte Linie soll von Fulda aus, dem Tale der Lüder folgend, in den Vogelsberg führen und eine Fortführung bis Birst ein erhalten.

** Doktor-Ingenieur. Der Diplom - Ingenieur Wilhelm Rover aus Gießen hat sich am 26. Februar d. I. an der Techn. Hochschule in Darmstadt der mündlichen Doktor- Jngenieur-Prüfung unterzogen undgut* bestanden.

" Hübsche Elfenbein-Arbeiten sind für einige Tage im Schaufenster von Julius Bach ausgestellt, die von der gen. Firma für einen Hauptmann der Schutztruppe in Kamerun entworfen und ausgeführt wurden.

bb. Butzbach, 28. Febr. Gestern fanden hier vor dem Staatsanwalt umfangreiche Vernehmungen vieler hiesigen Einwohner wegen verbotenen Glücksspiels statt. Die Anzeige erfolgte, wie verlautet, durch einen Gutsbesitzer, besten Sohn angeblich beim Glückspiel größere Schulden gemacht haben soll. Der Gastwirteverband wird dieses Jahr seinen Delegiertentag voraussichtlich am 23. und 24. April hier abhaltcn. Der hiesige Wirteoereinhat da§ folgende Pro­gramm zur.Unterhaltung seiner Gäste aufgestellt. Am 22. abends ist Empfang der Gäste und sommers. Den 23. vor­mittags nehmen die Delegiertensitzungen ihren Anfang, zu welchem außer dem Stadtvorstand auch der Kreisrat und die hiesigen Vertreter des Land- und Reichstages geladen werden. Für den Nachmittag ist ein Ausfliig nach Arnsburg geplant, und abends sindet Ball statt. Am 24. vormittags ist Be- nchtigung der Brauerei Melchior nut darausfolgendem Frühstück daselbst. Ein Ausflug am Nachmittag nach Bad-Nauheiiii ivird die Festlichkeiten beschließen.

Bad-Nauheim, 28. Febr. Im hiesigen frei­sinnigen Verein, der jetzt 108 Mitglieder zählt, wurde gestern nach einem Vortrag von Dr. Strecker folgende Resolution angenommen:Die vereinigten Freisinnigen Bad-NauheiiriS begrüßen das Zusammengehen der drei freisinnigen Fraktionen im Reichstage mit Freuden und hosten, daß es den Anfang eines weitergehenden Zu- saminenschlustes aller liberalen Kräfte unseres Volkes bedeuten '.iid. Sie bringen gleichzeitig den Namen Freisinnige Partei als zutreffende Bezeichnung der politischen Gesamt- lichlung der drei Gruppen zum Vorschlag.* Diese Resolution joll an die Parteileitung nach Berlin gesandt werden.

4 % Uesterr. Goldrente. . 478 % Uesterr. tsüberrente 4 zo Ungar. Goldrente . .

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel

einem als wohlbestallte Beamte, verschiedener Behörden, bekannt sind und die man nach dieser Richtung hin hoch schätzt, denen man aber, vom musikalischen Standpunkt aus, milde gesagt, abwartend gegenüber stand. Man weiß, daß sie alle während ihrer Militärzeit Hoboisten und tüchtige Musiker waren, aber dieseswaren* drängt sich manchem doch auf. Jetzt klopft der Kapellmeister auf, der Stab fliegt in die Höhe und ein schneidiger Marsch rauscht an uns vorüber; ihm folgt eine Ouvertüre, der ein großer Walzer, tadellos rhythmisch gespielt folgt; ein Solo für Flöte und Horn, prächtig geblasen schließt den 1. Teil. Im 2. Teil, unter anderen ein markig geschmettertes Trompetensolo und im 3. Teil neben schönen Modernen nls Schluß des Ganzen ein großes, patriotisches Tongemälde. Von Piece zu Piece hatte sich der gleich freundlich einsetzende Beifall gesteigert und wenn das Sprichwortwas Hänschen nicht lernt, lernt Han? nimmermehr* richtig ist, so war die veränderte FormWas Hänschen einmal gelernt hat, vergißt Hans nimmermehr* iür vorliegenden Fall die einzig zutreffende. Die alten Hoboisten haben gestrichen und geblasen, als wenn es keine Post, Eisenbahn, Gericht ober Steuer gäbe, als wenn sie noch heute deS Kaisers Ehrenrock trügen. Und ihr Dirigent hat sich als vorzüglicher Einüber und Leiter vollauf bewiesen. Was und wieviel Gutes die brave Kapelle aber für den schönen Zweck erstrichen und erblosen hat, daS wird später, nach dem 2. Abend am Sonntag nachmittag ver­öffentlicht werden.

** Gastspiel von Else Lehmann und Rudolf Rittner. Die Theatersaison nähert sich ihrem Ende; noch vier Wochen, und das alte Theater wird mit einer Festvor­stellung geschlossen werden; noch fünf Monate, und die Musen werden in das neue Heim ihren Einzug halten. Manches interessante Gastspiel hervorragender Künstler, wie Agnes Sorma, Irene Triesch, Albert Baffermann, Adalbert Matkowsky usw. hat das alte Haus gesehen, Gastspiele, die nur ermöglicht wurden mit Hülfe der reichen finanziellen Mittel des Theatervereins. Jetzt, wo sich unsere Theater- verhältniffe für einen gründlichen Wechsel vorbereiten, ist noch nicht abzusehen, inwieweit auch späterhin noch Mittel für Gastspiele von Koryphäen der Bühnenkunst durch den Theater­verein bereit gestellt werden können, und deshalb soll noch einmal im alten Hause ein besonders großartiger Gastspiel- abend stattfinden. Während Frankfurt sieh damit begnügte, im vorigen Winter Else Lehmann als Hanne und in diesem Winter Rudolf Rittner als Henschel zum Gastspiel einzuladen, wird es uns am nächsten Donnerstag, den 7. März vergönnt sein, beide Künstler in diesen ihren Glanz­rollen zusammen zu sehen. Mit Irene Triesch, die wir in vielen ihrer Rollen kennen, und Albert Bassermann, den wir im letzten Winter inStein unter Steinen* sahen, bilden Else Lehmann und Rudolf Rittner den Kern

Hamburg-Amerik. Bukett 149.60

Harpener Bergwerk. . . 220.25

Laurahdtte...... 240.00

5ordd. Lloyd.....128.80

Aus Stadt und Land.

Gießen, 1. März.

** Die Stadtverordneten-Versammlung bewilligte in ihrer gestrigen Sitzung 150000 Mk. für die Vergrößerung des Elektrizitätswerks. Eine Be­schwerde von Anwohnern des rechten Lahnufers wegen 'Ueberschwemmung ihrer Grundstücke wurde dadurch er­ledigt, daß beschlossen wurde, das Kreisamt um Anbringung von Durchlässen an den dortigen und neuen Kreisstraßen zu ^ersuchen. Die Beratung über die in Aussicht stehende neue /Anleihe soll am nächsten Donnerstag stattfinden, ebenso -die Entscheidung über den Neubau eines Ober-Neal- «schulgebäudeS.

- Eine neue Nebenbahnvorlage ist der Zweiten -Kammer zugegangen. Die Vorlage lautet in ihrem gründ- «legenden Artikel 1:

1 Unsere Negierung ist ermächtigt, den Unternehmern nachstehen' per 9lebcnba()nen gemäß den Bestimmungen des Gesetzes vom L9. Mai 1884 einmalige Beiträge aus Staatsmitteln zu den Kosten der Erbauung dieser Bahnen zu gewähren, und zwar

1. dem Unternehmer einer volljpurigen Nebenbahn von L i ch nach G r ü n b e r g den Betrag von 30 vom Hundert der wirklichen Baukosten, ausschließlich ber Kosten iür den Geländeerwerb, aber einschließlich der erstmaligen Beschaffung der Betriebsmittel; J

2. dem Unternehmer einer vollspurigen zweigleisigen Neben­bahn von Heddernheim nach Homburg den Beitrag von 15 000 Mark für das Kilometer der im Großherzogtum Hessen gelegenen Strecke;

8. dem Unternehmer einer vollspurigen Nebenbahn von B ü d e

t) e i m na ch Dietersheim einen Beitrag von 18000 Mk. für das Kilometer.

. Aus der Begründung für die Linie Lich-Grünberg ist hervorzuheben, daß die wirklichen Baukosten sich auf 1442 000 jMark belaufen werden, sodaß der Staatszuschuß etwa 432 000 Mark betragen wird.

" Die Prüfungsbestimmungen für die theolo-

-gische Fakultätsprüfung und die forstliche Hochschulprüfung ,an unserer Landesuniversität, die gestern mitgeteilt wurden, £nb nicht neu. Sie wurden lediglich erst jetzt zur allgemeinen Kenntnis gebracht, während bisher die rein akademischen Ortungen nicht im Regierungsblatt veröffentlicht wurden. ,Uebrigen§ ist für das ©tubiuni dec Forstwissenschaft auch (ba§ reife Zeugnis einer Ober-Realschule ausreichend.

L us dem Bureau des Stadttheaters 'Wegen neuerlicher Erkrankung von Frl. Schellenbcrg hat -uCQU Baprhammer die Rolle der Laura in der heutigen Men e siz v o rst el l u n g von Schmetterlingsschlacht über­nommen. Für den Ehrenabend unserer talentvollen und ^beliebten Sentimentalen gibt sich lebhaftes Interesse kund.

E e i t s - K o n z e r t e dec vereinigte,i Militär-Vereine un Neuen Saalbau. Das erste gcslein habend abgehaltene Konzert verlief in schönster Weise. Im ^Saale reicher /valmenichmuck, viele Uniformen, aber auch du § Mehrzahl l >uc >. en im bürgerlichen Rock verrieten in bei -Haltung, daß auch sie einst des Königs Rock getragen haben Selbstredend war auch die holde Weiblichkeit nicht au:-ge- schlossen, im Gegenteil, sie war zahlreich der freundlichen (Einladung gefolgt. Auf dem Podium ein wohlbesetztes

fc. Offenbach a. M., 27. Febr. Der Schwindler der bei der Schriftgießerei Roos und Junge 20 Zentner Schrift blei im Werte von 1010 Mk. herausgeschwinde.l hatte, wurde in der Person des Taglöhners C. Brauer verhaftet. Das Blei hatte er bereits an einen Frankfurter Althändler für 500 Mark verkauft und das Geld verspie.t. Brauer ist vor nicht langer Zeit ans dr Irrenanstalt entlassen worden.

j. Lützellinden, 28. Febr. Emen raschen Tod erlitt der Sohn des hiesigen Landwirts Friedrich Engel, der in der 2. reitenden Batterie des 4. Garde-Artillerie-RegtS. zu Potsdam diente. Er starb dort innerhalb dreier Tage an Typhus. Da feine Angehörigen die Uebersührung nach dem Heimatsdorf wünschten, wurde die Leiche in Potsdam von der ganzen Batterie und der Rcgimentskapelle an den Bahn­hof gebracht, wo DivisionSpfarrer Schmidt die Leichenrede hielt. Tie Beerdigung fand nun dieser Tage hier unter äußerst zahlreicher Beteiligung statt, der Kriegerverein gab dem 93er- storbenen ebenfalls das letzte Geleite. In dem dicht gefüllten Gotteshaus hielt Pfarrer K o ch die Trauerrede über die Worte Wir wollen wieder zum Herrn gehen.* Offiziere und Mann- schäften des Potsdamer Regiments hatten prachtvolle Kränze gesandt. Kanonier Ludwig Engel war erst 21 Jahre alt unb diente im ersten Jahre. In einem trostreichen Schreiben des Hauptmanns von Lauchart betont dieser, daß der Ver­storbene ein guter Mensch, ein braver Soldat und ein treuer Kamerad gewesen sei. Die Teilnahme mit der schwer ge­prüften Familie ist allgemein.

+ Frankenbach, 28. Febr. Hier ereignete sich ein furchtbares Unglück. Eine in der Zigarrenfabrik beschäftigte Mutter ließ ihre kleinen Kinder, die noch zu Bette lagen, allein zu Haus. Sie spielten später in der Stube und kamen dem Ofen zu nahe. Das 3 jährige Söhnchen erlitt so schwere Brandwunden, daß cs bereits tot war, als die unglückliche Mutter heimkam.

Frankfurt n. M., 28. Febr. Die Ochsenmetzger sind nunmehr mit dem Preise zurückgegangen und zwar von 95 auf 90 Pfg. das Pfund. Dieser Abschlag ist angesichts des bedeutenden Rückganges auf den letzten Viehmärkten durchaus unzulänglich. Nach fachmännischer Berechnung ver­dienen die Metzger unter den obwaltenden Umständen 25 bis 28 Prozent. Im Alter von 65 Jahren starb der ehe­malige sozialdemokratische ReichstagSabg. Adolf Sador. Er hat Frankfurt durch zwei Legislaturperioden im Reichstage vertreten (18841890). Als er zum erstenmal mit Leopold Sonnemann in ber Stichwahl stand (1884), kam auf eine Anfrage der hiesigen Nationalliberalen, wen sie wählen sollten, aus der Reichskanzlei in Berlin die telegraphische Antwort: Fürst wünscht Saborl______________

Vermischte».

* München, 28. Febr. Heute nachmittag wurde des Zirkusbesitzer Niederhofer Sohn von zwei Schutzleuten nach dem Terrain des früheren Niederhoferschen Zirkus geführt, um bei den Nachgrabungsarbeiten nach der dort vermutlich vergrabenen Leiche des ermordeten Hendschel zugegen zu sein. Um 21/2 Uhr gelang es, die Leiche unter großer Erregung aller An­wesenden auf io.em Zirkusplatze auszugraben. Auch die Geliebte Niederhofers ist verhaftet worden. In den Resten einer Westentasche wurde bei der Leiche eine goldene Uhr und ein Zwanzigmarkstück gefunden, sowie eine Geldbörse mit 70 Mk. Es geht jetzt die Version, daß Hentschel im Zirkus erschossen tuurbou nd daß die Wertsachen entweder in der Eile ober um einem späteren Verdacht zu begegnen, bei der Leiche belassen worden sind. Es gewinnt den Anschein, daß ein förmliches Kom­plott zur Beseitigung des Hetschel bestander hat. Die Polizei sucht auch einen angeblichen Kaufmann Philipp Laßmann, der vor kurzem 2Va Jahre Zuchthaus wegen Wechselfälschung und anderer Betrügereien verbüßt hat. Ebenso dringend wird ein Vari6to-Agent für photographische Vergrößerungen Namens Groß gesucht. Niederhöfer soll dem Untersuchungsrichter gestanden haben, daß er von dem Morde an Hentschel gewußt habe, aber nutzt er, sondern Groß, der angeblich in Wien sein soll, habe das Verbrechen begangen. Bei der Leiche wurde auch ein Fläschchen Gest gefunden. _____________________________

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hesieu am SamStag den 2. März: Bleist trüb. Keine erheblichen Niederschläge. Etwas wilder. Schwache südliche Winde.

phr eine deutsche Flottenspende gebildet. Die Sammlungen Orchester, rm Landkreise Königsberg haben bisher ein Ergebnis von etwa 13 500 Mk. gehabt. Die Sammlung soll fortgesetzt werden. Der Llusjchuß veröffentlicht einen Aufruf, in dem zu einer ein­maligen allgemeinen Sammlung zwecks Beschaffung größerer Summen zur Vermehrung der deutschen Flotte aufgeforbert und .die unverzügliche Bildung von Orts- und Zweigkomitees im Janzen Lande angeregt wird.

. Im Abgeordnetenhause war gestern das Gerücht

derbreitet, daß das Staatsministerium in seiner letzten Sitzung die Reform der höheren Mädchenschule abgelehnt hat. Darauf soll der Kultusminister erklärt haben, daß er Unter diesen Umständen von seinem Posten zurücktreten müsse.

Remscheid, 28. Febr. Das Kreiswahlkomitee der Sv- tzialdemo traten legte gegen die Wahl des Professors Eickhoff Widerspruch ein.

3-6 Portugiesen Serie I . 396 Portugiesen 111 4 xa u/o russ. Staatsaul. 19UÖ 4>$u.o japan. Staatsanleihe 496 Uonv. Türken vou lhu3 Türkenlose ... . .

196 Griech. Monopol-Aul.

196 äussere Argentinier .

Vor dem hiesigen Schwurgericht gelangte heute das gerickstlich: Nachspiel zu einem Wahlkrawall zur Verhandlung, dessen blutige Folge nach der Behauptung des Staatsministers v. Dallwitz im Anhaltischen Landtage die gräßliche Ermordung eineß jungen Micht sozialdemokratischen Arbeiters durch feinen sozialdemokra­tischen Arbeitsgenossen gelegentlich der letzten Reichstagswahlen ge­wesen sein soll. Bekanntlich kandidierte in Dessau der Vorsitzende der Freisinnigen Vereinigung Eisenbahndirektor a. D. Schrader als Kandidat der bürgerlichen Linken, während von sozialdemokratischer Seite der Redakteur Käppler ausgestellt war. In devStichwahl siegte Schrader. Die Sozialdemokratie hielt mit ihrer Enttäuschung nicht zurück. An der Agitation für den in Stichwahl gekommenen soz. Kandidaten soll sich auch der Schlosser Alois Galbirsch au* Ratibor sehr lebhaft beteiligt haben. Run wohnte Galbirsch mit einem Schlosser Paul Dänisch, einem Landsmann aus Kattowitz, im gleichen Quartier und bei einer Auseinandersetzung der beiden soll Dänisch, ein früherer Schutzmann, dem Galbirsch erklärt haben, er würde fürSchrader stimmen. Galbirsch suchte den Dänisch wiederholt in dessen Stube auf, um ihn umzustimmen, was den Erfolg hatte, daß ihn Ta­ktisch schließlich hinauswies. In seiner Wut soll Galbirsch zunächst mehrere Mitarbeiter veranlaßt haben, Dänisch durchzuprü- <6 ein. Später hat er verschiedenen Personen gegenüber erklärt, er wolle den Dänisch umbringen. Er schliff zwei Messer an einer Ofenkachel und erklärte, daß er diese dem Dänisch in den 'Leib rennen werde. Abends gegen 5 Uhr kehrte Dänisch nach iHause zurck. Galbirsch hatte ihn schon erwartet und richtete es so Jein, daß sie int gemeinsamen »Hausflur zusammentrasen. Sofort versetzte Galbirsch dem ahnungslosen Dänisch einen Stichin die 'D.ergegend und einen zweiten in das Genick. Be- .reits der erste Stich in die Brust hatte die beiden Herzkammern des Unglücklichen durchbohrt. Trotzdem stürzte sich Dänisch auf den Mordbuben und beide Gegner rangen noch eine Zeit lang mit einander, wobei Dänisch als der Stärkere oben zu liegen kam, stdoch infolge der tötlickien Verletzung bald kampfunfähig wurde Nun floh der Schwerverletzte in den Hof und brach dort zusammen Aber Galbirsch ließ noch nicht ab von ihm, sondern vollendete inne scheußliche Tat, indem er thm, in jeder Hjand eines der scharfen Messer, nacheilte utld in sinnloser Wut mit beiden Waffen aus ihn wsstach Dadei hob er den Dänisch wiederholt mit der höhnischen Frage tit die Höhe:Lebst du noch?" Schließlich Ichnitt er seinem Opfer noch die Kehle durch. Die .Zeugen des Vorfalles waren zuerst vor Schrecken wie gelähmt 'Dann aber holten sie Hilfe herbei, und drei beherzte Männer nahmen den Mörder fest. Dieser wurde in das Amtsgerichts- (gefangniß Jeßnitz überführt, unterwegs von der empörten Volks­menge redoch derartig verprügelt, daß ihn ein Arzt ver- : landen mußte. Bei seiner Abführung geberdete sich der Mörder wie em Wilder, sodaß man ihn schließlich an Stricken zum Ge- , fängmj schleifen mußte. Die Obduktion der Leiche des Getöteten ' Zynisch ergab, daß sie von nicht weniger als 23 Stichen durch- ' bohrt war. i