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09/11/1907 Drittes Blatt
 
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Nr. 264

Drittes Bla

157. Jahrgang

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General-Anzeiger für Oberhejsen

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das Zwar Wasserspülung hat, aber noch nicht an b?c Kanali­sation angeschlossen ist, wird eine Summe von 650 Mark ve- willigt.

(Mnkem- Mehl.

H- Arndt, Bahnhofstr. 39, I>r. Kipper, Wilhelmstr. 2. Jleyerhoff, Süd-Anlage 7.

Oermii^tes.

* Das Glück in der Lotterie. Alle Lotteriespieler und wer spielt nicht in der Lotterie? werden mit einem gewissen Interesse nachstehende Berechnung lesen, die der Köln. Ztg." aus Elberfeld zugeht. Ein ebenso seltenes wie eigenartiges Jubiläum so heißt es da konnte heute ein Elberfelder Bürger feiern. Heute vor 50 Jahren hat er als 23jähriger Jüngling von seinem Vater ein Viertel des Loses Nr. 60 883 übernommen, das sein Vater damals schon 27 Jahre gespielt hatte. Das Los befindet sich also schon 77 Jahre in der Familie. Allzuviel Glück hat es seinen Besitzern nicht gebracht, denn der Vater tonnte während der 27 Jahre nur den ihm zustehenden Anteil eines Gewinns von 100 Talern im Betrage von 21 Talern sowie einige Freilose einheimsen. Sein Sohn war noch weniger glück­lich. Ihm siel während der 50 Jahre nur der gleiche Ge­winn sowie einige Male ein Freilos zu. Für einen Rechen­meister wäre es eine dankbare Aufgabe, auszurechnen, wel­chen Betrag die Familie jetzt ihr eigen nennen könnte, wenn sie das Geld für das Los die 77 Jahre hindurch zinsbar angelegt hätte. Mit Zins und Zinseszins dürfte sich ein neues Sümmchen ergeben.

Samstag 9. November 1907

Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'schen

i lln^ersuäts ' Buch- und Slemdruckeret.

I H R. Lange, Gießen.

Aas star zöjljche Knbvuch.

Der französischen Deputiertenkammer ist in diesen Tagen ein Gelbbuch über Marokko zugegangen, das d.azu bienen soll, den für die Marokko-Expedition geforderten großen Kredit ausführlich zu begründen und die Maßnahmen der Regierung zu rechtfertigen. Das Gelbbuch umfaßt eine große Reihe von Aktenstücken und erstreckt sich über mehr als anderthalb Jahre, nämlich die Zeit von Januar 1906 bis Oktober 1907. Im allgemeinen sind derartige Ver- össentlichungen über diplomatische Affären ziemlich trocken, und es ist keine Seltenheit, daß aus Grund der diplo­matischen Höflichkeit, sowie des Staatsinteresses gerade die interessantesten Stücke der Oeffentlichkeit nicht preisgegeben werden; oft auch wird die Auswahl in tendenziöser Absicht getroffen, und so eingerichtet, daß sie nach ganz bestimmten Seiten hin wirken muß. In dem neuen französischen Gelb buch ist von alledem kaum etwas wahrzunehmen, zu­mal ja die Tinge ziemlich klarliegen und keinerlei Ver­wickelungen zu befürchten sind. Für uns in Deutschland hat das Gelbbuch natürlich ein ganz spezielles Interesse, denn es enthält überwiegend den Notenwechsel zwischen Berlin und Parks und gibt gleichzeitig auch wertvolle Ausschlüsse über die Haltung unserer Regierung. Das Gelb­buch bestätigt in allen seinen Teilen, daß Deutschland eine streng loyale Haltung gegenüber Frankreich bewahrt hat, daß aber auch Frankreich seinerseits offen und ehrlich Deutschland gegenüber, und stets in Berlin Mitteilung von seinen Absichten gemacht hat. Es ist begreiflich, daß unter solchen Umständen die gegenseitige Verständigung stets unter den liebenswürdigsten Formen erfolgte, und es darf als ein erfreuliches Moment verzeichnet werden, daß man es in dem Gelbbuch nicht verschweigt, welcher herzlichen Ton­art sich die französische Botschaft in Berlin gegenüber den Vertretern der deutschen Reichsregierung befleißigte. Es wird u. a. mitgeteilt, daß der französische Botschafter Cambon den Staatssekretär v. Tschirschky, als dieser zum Vortrage beim Kaiser nach Wilhelmshöhe fuhr, gebeten hat, dem Kaiser zu sagen, wie sehr man in Frankreich dankbar fei für die Gesinnungen Deutschlands. Aber ebenso können die Franzosen aus dem Gelbbuch ersehen, daß man deutscher­seits in jeder Weise der schwierigen Lage in Marokko Rechnung zu tragen versucht hat. Der Gesamteindruck des Gelbbuches wird zweifellos sehr günstig fein und dazu beitragen, die Beziehungen zwischen Deutschland und Frank­reich weiter zu bessern. Man wird endlich auch au der Seine beginnen, Deutschlands Verhalten objektiver zu be­urteilen, und es ist bezeichnend, daß man der Versetzung des deutschen Gesandten Rosen von Tanger nach Teheran und seine Ablösung durch den Frankreich sehr willkommenen bisherigen Generalkonsul v. Romberg in Sofia ein neues Zeichen für die Bereitwilligkeit Deutschlands erblickt, alle Vorschläge Frankreichs hinsichtlich Marokkos wohlwollend zu prüfen. Bei einer derartigen Sachlage wäre es sehr wohl denkbar, daß eine Begegnung des französischen Staats­oberhauptes mit unferm Kaiser, die unter Lonbet nicht zu­stande kam, jetzt doch in Monaco erfolgen kann.

DieMetzener ZamkNendlätter" werden dem ,ilnjetfler* viermal wöchentlich beigelegt, das Krefsblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der..hessische Landwirt" erschemt monatlich einmal.

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Die nach- i sind Sonntag, den 10 Xov. von

siebenden & v 1 Zi 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts mir

Sitzung Ser Sta-tverorSueten.

Gießen, 7. ^iouember.

(Schluß.)

Gg. Simon besitzt an der Lahn auf der Insel Wiesen, die ef nur unter Benutzung eines Rotweges durch das Elektrizitäts­werk betreten kann. Da er auch gegenüber Wiesen besitzt, will er zur besseren Verbindung einen Steg über den Untergraben errichten. Die Versammlung erteilte die Genehmigung unter Der Bedingung, daff Simon den Weg durch das Elektrizitäts­werk aufgibt und eine Anert'ennungsgebühr von jährlich 3 Mk. zahlt.

^Es hat sich wegen des Abladens von Kohlen usw. als zweck­mäßig herausgestellt, daß am Theater eine kleine Strecke, etwa 7 Meier, der jetzt chauffierten Straße gepflastert wird. Der oafür erforderliche Kredit von 200 Mark wird bewilligt.

Für die Entwässerung des städtischen Hauses Lahnstraße 5,

Für die Räumlichkeiten des Hochbauamts und des Armenamts wurden seither 1100 Mark Miete bezahlt. Ta durch die Einführung der Kanalisation der Wasserverbrauch sich außerordentlich gehoben hat, wird auf Antrag der Vermie­terin beschlossen, den auf die Stadt entfallenden Mehrverbrauch zu übernehmen und deshalb die Miete um 24 Mark jährlich zu erhöhen.

Im Jahre 1904 wurde mit der Gewerkschaft Gieße­ner B r a u n st e i n we r ke ein Tauschvertrag abgeschlossen, der diesen die Schlackenablagerung auf einen Weg und Wasser­läusen, die als solche nicht mehr benutzt weroen, ermöglicht. Da das Bergwerk mehr erhielt, muß es noch eine Summe heraus- zahlen. Tie Festsetzung des Betrags, die spater vereinbart werden Wllte, i\t nunmehr Erfolgt. Man einigte sich auf 3ö0 Mark; die Versammlung erklärte ihre Einwilligung.

Bei einem Reubau von Karl Nikolaus im Schiffeaberger Weg erfolgte eine Regulierung der Straßenstuchtlinie. Nikolaus tritt 3 Zehntel Quadratmeter Gelände an die Stadt ab und erhält 6,8 Quadratmeter. Er hat bei einem Einheitspreis von 15 Mk. für den Quadratmeter noch 97,50 Mark an die Stadt zu zahlen. Alan stimmt auch diesem Tauschvertrag zu.

Bei der neuen Irren an ff alt ist lt. Vertragsbestimmun­gen ein Waldstreifen von 20 Meter Breite stehen ge­blieben, der den dahinter liegenden Gebäuden Schutz gewähren und gleichzeitig den Einblick in die Anstalt verhindern soll. ES hat sich nunmehr herausgestellt, daß durch den hierdurch bedingten mangelhaften Luftzutritt mehrere Gebäude zu feucht sind. Tie Bauleitung möchte deshalb den Streifen durch Aus­holzen lichten, die Deputation stimmt zu unter der Bedingung, daß das gewonnene Holz der Stadt gehört. Stadtv. Tr. Wim- menauer stimmt dem zu, hat aber das Bedenken, daß bei zu starker und plötzlicher Ausstolzung der Streifen gefährdet ist, da er u. a. gegen Stürme nicht mehr widerstandsfähig genug sein werde. Man muffe deshalo vorsichtig und ganz allmählich Vorgehen. Die Versammlung beschließt, daß Stadtv. 2r. Wimmenauer die Sache an Hand von Akten prüfen un5 ent­sprechende Vorschläge machen soll.

Es war beabsichtigt worden, eine Zentralstelle in der Stadt zu errichten, um jederzeit Dienstmauner auch telephonisch erreichen zu können. Da die Dienstmünner, wie das Volizeiamt mitteilt, nicht auf die Angelegenheit eingehen wollen, wird die Sache nicht weiter betrieben.

_ Der Bund für Mutter»chutz in Berlin hat ein Ersuchen an die Stadt gerichtet, unter Zuziehung von Frauen eine Kommission zur Prüfung der Frage einzusetzen, ob für uneheliche Schwangere ausreichend gesorgt fei. Man beschloßt, daß die Armendeputation uiuer Mithilfe der in der Müchkuche tätigen Damen ein entsprechendes Gutachten ausaroeiten soll.-

Tie Ausstellungsleitung der Heimarbeiter-Ausstel­lung zu Frankfurt a. M. hat um Bewilligung eines Zu­schusses nachgesucht. Frankfurt giot 150J0 Marc, Offenbach 2000 Mark und Darmuadt 300 Mark. Mit Rücksicht darauf, daß die Ausstellung auf unparteiischer Grundlage beruht und auch für Gießen und Umgebung Interesse hat, hat bie sozialpolitische Kommission beantragt, 200 Mart zu bewilligen.

Stadtv. H a u b a ch spricht sich dagegen aus, während Stadtv. Kru mm anges. der hohen Wichtigkeit der Sache die Bewilligung des Betrages befürwortet. Auch der Vorsitzende tritt für die Bewilligung ein, zumal derartige Anstellungen in anderen Ge­genden segensreich gewirkt hätten. Die Bewilligung der 200 Mark wird abgelehnt und die Sache nochmals an die Finanz­deputation verwiesen.

Dem Kron bauer'scheu Quartettverein wird die Turnhalle der höheren und erweiterten Mädchenschule für 34 Abende im November unentgeltlich überlassen. Eoenso überläßt man dem Ausschuß für Volksoorlesungen einen Saal in der Oberrealschule zu den früheren Bedingungen.

Für fctic Beschaffung von Kabeln für die Dynamoma­schine und eine fahrbare Pumpe werden die erforderlichen Be­träge bewilligt.

Bei der Beizung der höheren und erweiterten Mädchen- f ch u l e ist die Einstellung einer Hilfskraft für die Winlermonate erforderlich. Tie Kredüforderung hierfür 400 Mark wird genehmigt.

Zum stellv. Vorsitzenden für das Gewerbe- und für das Kaufmannsgericht wird anstelle des seitherigen Beigeord­neten Eurschmann dessen Nachfolger Beig. Keller gewähll.

Zu Beisitzern für die bevorstehende Stadtverordnetenwahl werden die Stadtv. Helm, Eichenauer, Orbig, Haulvch, Huhn, Brück, Jughardt und Faber gewählt. Der Wahltermin ist, wie auf An­frage erklärt wird, noch nicht festgesetzt.

Zwei Gesuche um Erlauonis von Wirtschaftsbetrieben werden nicht befürwortet.

handelt, die aber Damenbedienung erhalten feil. Das zweite Gesuch betraf ein neues Hotelrestaurant an der Ecke der Friedrich­straße und des Wetzlarer Weaes. Hier wurde die Vedürsuisfrage verneint. Ein drittes Gesuch für Käiserallee 24, bei dem es sich um den Uebergang einer besteheirden Wirtschaft auf den Sohn des seitherigen Inhabers hairdelt, findet Befürwortung.

Hieraus ergreift Stadtv. Euler das Wort, um sich in län­geren, teilweise sehr erregten Ausführungen, gegen einen Herrn W. zu wenden, der den Stadtverordneten bei der Behandlung der Kanalgebührensrage in ösfentlichen Versammlungen vorge- worsen habe, sic hätten sich von ihrer Eigenschaft als Haus­besitzer bei ihren Beschlüssen bestimmen las,en.

Stadtv. Krumm bringt noch einen Fall zur Sprache, der die zehnprozentige Garantieleistung für Kabelbe^ug betrifft und bittet, dem Manne entgegenzukommen, soweit es die bestehenden Grundsätze zulassen. Auch mehrere andere Redner sprachen sich in diesem Sinne aus.

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Der Appetit erwacht, die gc.sttgen und körvcrlichcn Kräfte werden ra,u) geh oben, das Gesamt N erverch stcm genurkt.

y rv-, - ---- 7.v--------. Man verlange jedoch ausdrücklich das ccg:c Lr. Hommclls

Dammstratze 39, bei d-m es nch um eine beiteljeiibe Wirtschaft' Haematogen und lasse stch keine der vielen Nachahmungen aufreden.