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09/10/1907 Drittes Blatt
 
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157. Jahrgang

Drittes Blatt

r. 237

a tf >/>r nin 'M-euß' u I vischen Knechte ein freier Staatsbürger, der für die ösfent-

Aufhevung oer tz^vUNr^r^asilgkL'N IN o Anaeleaenheittn seines Landes in hervorragenden:

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ihre Werke von Lodz zn entfernen beabsichtigen. Der wiri­sch aftliche Unter g-ang der unglücklich, en Stadt erscheint damit besiegelt.

DieBoss. Ztg." meldet aus Warschau: Das hiesige Kriegsgericht füllte am 7. und 8. Oktober 13 To d e s -r urteile.

Petersburg, 8. Okt. Die Vertretung einer großen russischen Firma in Persien sandte verzweifelte Tele- gramnre, in denen sie Hilfe von der Regierung fordert,, da ihre Waren boykottiert und ihre Laden ausgeraubt werden. .

rfcfceM ISgNch mit Ausnahme des Sonn^gS.

)ieStetzene. Zamittenblätter" werden dem Änzeiger^ oiermal wöchentlich beigelegt, das «retrblatt für den Kreis Stehen" zweimal öchentttch. Der ..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.

nun einmal nicht^ hemmen läßt und mit der Blüte des Deutschen Reiches in hohem Maße in Zusammenhmrg steht. Die Regierung hat es nun mit der berühmtenmitt­leren Linie" versucht, indessen überwog dabei der agrarische Einschlag, der in weiten Kreisen beträchtliche Mißstimmung hervorrief. Aber auch in den Kreisen des Handels und der Industrie ist man keinesfalls ein Gegner der Land­wirtschaft und des Bauerntums, sondern wünscht seine tatkräftige Förderung, soweit eben darunter nicht andere Erwerbsstände zu leiden haben. Auch nach dieser Hinsicht kann gar manches getan werden. Man weiß, wie beispiels­weise der Landarbeitermangel schädigend wirkt und eine Abhilfe dringend iwt tut, die freilich keinerlei Ein­schränkung der Freizügigkeit und dergleichen bringen dürste. Indessen steht es außer Frage, daß die Regierung nach wie vor der Entwicklung der Landwirtschaft und des Bauerntums das größte Interesse entgegenbringen wird; hat doch Fürst Bülow selbst vor einiger Zeit erklärt, daß er sich als Grabschrift wünsche:Dieser war ein agrarischer Kanzler". _______________

Schwanzvieh jeder gehabt hatte. Dies hatte nun alles em Ende. Albrecht von Thaer lehrte damals die deutschen Landwirte, an die Stelle der Dreifelderwirtschaft die Frucht- wechselwirtschast zu fetzen. Damit fiel bie Brache ganz ort und es sand ein regelmäßiger Wechsel in dem Anbau von Halmfrüchten und von Blattpflanzen statt. Die An­hänger der Dreifelderwirtschaft, die mit zähem, altpreußi- chem Konservativismus durchaus am alten festhalten woll­ten, waren zwar empört, und der Landrat von Schütz ver- tieg sich sogar im Fahre 1812 zu der kühnen Behauptung, die Dreifelderwirtschaft sei auf die hl. Dreieinigkeit be­gründet. Das neue Betriebssystem siegte aber doch, und die Produktion der deutschen Landwirtschaft konnte sich auf Grund des Ediktes von 1807 infolge der segensreichen Wirk­samkeit Lhaers und Liebigs, des Erforschers der Bedin­gungen der Pflanzenentwicklnng und Ernährung im letzten Jahrhundert vervierfachen, indem sich die Erzeugung von Getreide verdoppelte, in dec Viehzucht aber eine Zunahme der Produktion von mindestens 100 Proz. eintrat. So konnte dann auch die Fleischproduktion sogar das Wachstum der Bevölkerung überholen und obendrein dcks Schlacht­gewicht des Viehs sehr erheblich zunehmen. Die Vielheit^ ganz zerstreut liegender und im Durchschnitt sehr kleiner- Grundstücke, Don denen zahlreiche noch in 2300 Einzelpar­zellen, zum Teil von der Größe eines Kleiderschrankes, zer­fielen imt) von den Höfen der Besitzer oft sehr weit ent­fernt lagen, nahm nun fast allenthalben ein Ende und hat sich nur noch in sehr wenigen deutschen Gebirgsgegenden erhalten, wie z. B. iin Vogelsberg.

Naturgemäß ging mit dem Anbau neuer Bodenklassen eine Erhöhung der Produktionskosten des Getreidebaues Hand in Hand, und das AnzLeyen der Getreide- u n d F l e i s ch p r e i s e war von einer sehr erheblichen Auf- wärtsbewegung der Güterpreise begleitet. Freilich hatte die 1807 begründete Agrarreform eine recht verhängnisvolle Wirkung im Gefolge. Sie hat die ländliche Bevölkerung mobilisiert, sie hat den Grund gelegt zur Abw awderu n g vom Lande. Viele Söhne der länderreichen Bauern­familien wollten nicht besitzlose Landarbeiter bleiben; die Freizügigkeit gestattete ihnen, in die weite Welt zu ziehen. Die kleinen Landwirte hatten nutzt mehr die alten Nutzungs­rechte, wie Werdegang und Holzleserecht rc. und wurden so in ihrer Existenz erschüttert. Die Großbauern aber wurden zu Ablösungssummen verpflichtet und mußten mehr rechnen und an Löhnen sparen. Die Industrie dagegen be­gann höhere Löhne zu zahlen und so die Landarbeiter an sich zu locken. Dazu trat die allmähliche Einführung zahlreicher landwirtschaftlicher Maschinen, die dem Landarbeiter viel an Arbeit raubten, insonderheit die Dampfdreschmaschine machte die wesentlichste Winterarbeit früherer Zeiten überflüssig, da neben gewissen gewerblichen Verrichtungen, die seitdem von selbständigen Dorfhandwerkern besorgt werden, das Aus- dresa-en des im Sommer geernteten Getreides die Hauptbe­schäftigung der Landarbeiter in den kurzen Wintertagen ge­wesen war. Eine Lösung dieser überaus wichtigen Lcuw- arbeiterfrage, die sich, wie Prof. Pohle in seiner Schrift über die Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens im 19. Jahr- . hundert (B. G. Teubner in Leipzig) bemerkt, erst nach einer = wesentlichen Verstärkung des ländlichen Klein- uni) Mittel-

Faktor der Gesetzgebung.

Das Edikt vom 9. Oktober 1807 beseitigte u. a. den Flur­zwang, der die Landwirte einer Gemarkung genötigt hatte, au f ihrem Anbaulande einen im wesentlichen gleichen Frucht­bau mit übereinstimmenden Bestellungs-, Aussaat- und Ernte fristen einzuhalten. Auf dem Drittel der Ackerflur, das regelmäßig alljährlich brach gelegen hatte, hatten die Grund­besitzer gemeinsame Weiderechte gehabt, ebenso auf den Ge- treidefewcrn, sobald die Ernte eingebracht war. Infolge­dessen war es nur ganz ausnahmsweise möglich gewesen, den Allbau von Klee und anderen Futterkräutern sowie

(1807 9. Oktober 1907.)

Der 9. Oktober ruft die Erinnerung an eine wirtschafts- olitische Tat von außerordentlicher Bedeutung vor hundert wahren wach. Am 9. Oktober 1807 erschien das berühmte ditt Friedrich Wilhelms III. von Preußen betr. den erlcrch- erten Besitz und freien Gebrauch des Grundeigentums, sowie ie persönlichen Verhältnisse der Landbewohner.

Wir, Friedrich Wilhelm ic. rc. tun kund und fügen iermit zu Nüssen. Nach eingetretenem Frieden hat uns' ie Vorsorge für den gesunkenen Wohlstand unserer getreuen lntertanen, dessen baldigste Wiederherstellung und möglichste rhöhung vor allem beschäftigt. Wir haben dabei erwogen, es bei der allgemeinen Not die uns zu Gebote stehenden Mittel übersteige, jedem einzelnen Hilfe zu verschaffen, ohne en Zweck erfüllen zu können, und daß es ebensowohl den un- rläßlichen Forderungen der Gerechtigkeit, als den Grund­ätzen einer wohlgeordneten Staatswirtschaft gemäß sei, .kles zu entfernen, was den einzelnen bisher hinderte, den Wohlstand zu erlangen, 'den er nach dem Maß seiner Kräjte

Der deutsche Bauernstand.

Es sind jetzt gerade 100 Jahre verflossen, daß die Leib- 1 en schäft des Bauernstandes aufgehoben und seine An- ' wrigen zu freien Bürgern erklärt worden find. Wie 1 ,ncfy andere befreiende Tat stammt d iese Maßnahme der Zeit der tiefften Erniedrigung und Demütigung eußens, und sie sollte dazu dienen, an der Wieder^ Ladung Preußens mitzuarbeiten. Es war klar, daß t freier Bauernstand mit umso größerer Lust und Liebe der Monarchie hängen und sofort alle seine Kräfte ran setzen würde, um das darniederliegende Land einer neu Blüte entgegenznführen. Diese Erwartung hat nicht auscht. Aus jenen Kreisen rekrutierte sich der größte .! der Krieger der Befteiungskämpfe, aus denen Preußen eder groß hervorging, und in der Folgezeit bis heute t der Bauernstand als eine der festesten Stützen der onarchie. Mail kann wohl sagen, daß kaum ein Stckat ßer Deutschland sich eines so hoch entwickelten und telligenten Bauernstandes erfreut, wie Deutschland, wvr- unser vorzügliches Schulwesen einen nicht geringen rteil hat. Freilich hat es der Bauernstand nicht leicht, ? Früchte fallen ihm nicht ohne weiteres in den Schoß, ch es bedarf schwerer Arbeit, und ganz abgesehen von r Witterung ist der Ertrag für den sauren Schweiß ost rzlich gering, wenn die allgemeine wirtschaftliche Lage tc Depression herbeigeführt hat. Namentlich hat der inernstand in unseren Zeitläuften schwer zu kämpfen; r den Großgrundbesitzer ist es ja leichter, vermöge der m bequem zugänglichen Hilfsmittel höhere Erträge zu zülen, aber der mittlere und kleinere Bauer hat einen rgemein schwierigen Kampf ums Dasein durchzufechten, ns diesem Grunde ist mehr als einmal die Hilfe des raates angerufen worden, und nicht in letzter Linie im nteresse der Landwirtschaft ist seinerzeit die Schutzzoll- ilittk eingeleitet und namentlich gelegentlich des jüngsten olltarifes weiter ausgebaut worden. Gewiß wünschen le Parteien eine kräftige Unterstützung der Landwirt- )aft und speziell des Bauerntums, aber über die Wahl r Mittel gehen die Meinungen bekanntlich weit aus- nander, und verschiedentlich bezweifelt man sehr stark, ) die Schutzzollmaßnahmen den erwarteten Segen bringen erden. Es muß oberster Staatsgrundsatz sein, daß kein rwerbsstand zu Ungunsten des anderen bevorzugt loer- darf; in dieser Hinsicht ist bei uns oft genug aus

-ustriellen Kreisen geklagt worden. Es steht außer Frage, Deutschland aus einem Agrarstaat sich in einen

Rüben und Hackfrüchten auf dem Ackerlande zu pflegen. Nun aber konnte endlich diese sog. Dreifelderwirtschaft, die rund 1000 Jahre zuvor zur Zeit Karls d. Gr. nach Deutschland gekommen sein soll, aufgegeben werden. Zuerst war auf dem Felde nur Getreide gebaut worden, und so hatte der Landmann stets zu wenig Futter gehabt. Dieser Umstand aber hatte geboten, daß nur wenig Vieh gehalten wurde und dessen Ernährungszustand schlecht gewesen war. Damit aber hatte wieder eine geringe Düngerproduktion zusammen gehangen und diese hatte die natürliche Folge gehabt, daß der Ertrag an Körnern und Stroh auf dem Ackerlande nicht hatte gesteigert werden rönnen. Noch heute steht übrigens die russische Ackerwirtschaft ans dieser nied­rigen Stufe und leidet schwer unter der damit zusammen­hängenden Ausraubung der natürlichen Fruchtbarkeit des Bodens. Seit etwa Jahresfrist ist ja freilich auch dort die Aufhebung der rechtlichen und agrarischen Sonderstellung der Bauern angebahnt. Die russischen Bauern können jetzt auch das volle Eigentum am bisherigen Anteillande er­werben, die Ueberweisnng ihres Anteils zu vollem Eigen fordern und mit ihm aus der Feldgemeinschaft ausscheiden. Der Uebergang zu rationellem landlvirtschaftlichem Betriebe wird aber dort wohl noch längere Zeit erfordern, als die ländliche Bevölkerung DeutschlarrdS iut vorigen Jahrhundert dazu nötig hatte. Vorläufig wenigstens erntet Rußland verhältnismäßig weniger Getreide aw Deutschland, und so lebt denn die Ätasse der russischen Bevölkerung immer noch in einem Zustande chrouijcher Unterer.:ährrm'g, und die Sterblichkeit in den Notstandsgouvernements ist doppelt so groß wie in Deutschland. Die durch das nun erst all­mählich verschwindende minderwertige landwirtschaftliche Betriebssystem fortwährend hervorgerufcne Erschöpfungches Bodens und abnorme Verminderung des Viehbestandes zeitigt also in Rußland no ä- tyeutc Zustände, die den unseren vor einem Jahrhundert ähnlich sind.

ES kam, wie Freiherr v. d. Goltz in seiner Schilderung der trostlosen Zustände im damaligen Preußen erzählte, vor, daß Kühe wegen ungenügender Ernährung so schwach wur­den, daß sie, wenn der sommerliche Weidegang anfing, nicht allein aufstehen und gehen konnten, sondern nut dem Schwanz aus eine Sck)lei,e gezogen und so auf die Weide ge­schleppt werden mußten. Solche Tiere wurden Schwanz-

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber lemerlcr

Verantwottlmg-)

Nachmittagö-Vorstettnug int Neuen Theater.

Vorigen Sonntag besuchte ich eine Nachmittags-Vorstellung im Theater. Obwohl sie mich in küllstlemscher Hinsicht durchaus beirie- digte, habe ich mich doch entschlossen, keine Nachmittags-Vorstellung. mehr zu besuchen, bis sich die Direktion zu einer Maßnahme gegen bummlrge Theaterbesucher entschließt. Nämlich während b-e s g v n z en erften Aktes, ja auch in den iolgenden, gehen di c T üren zum Zuschauerrau m w'i e in einem Sau bc n- schlag auf und zu. Ich möchte der Direktion empfehlen, einmal eine solche Vorstellung vom 8. Parkett aus auzusehen, um einen Begriff davon zu bekommen, wie angenehm es ist, wenn mau nicht nur durch das sorttvährende Geräusch gestört, sondern aud) noch jedesmal durch das eruslrömende Tageslicht geblendet wird. Wer also einigermaßen empfindlich ist, der bleibe Nachmittags-Vor­stellungen so lange fern, bis die Direktion anordnet, daß von den Dienern während des Spieles niemand in den Zuschnuerraum ein- gelassen wird. An großen Theatern besteht diese Maßnahme, die auch auf die Abeudvorstellungen auszudehnen wäre, schon langst. Nach der Einführung würde das Publikum schon pünktlicher i verden.______ AL..2.Ü,

Maße sich interessiert, aus einemHalbtier", aus das Adel und Bürgertum bisher mit Verachtung herabgesehen hatten, ein mit der fortschreitenden Fortbildung an dem Stulln rieb en seiner Nation sich beteiligender, ja vielfach, wie in Hessen, als maßgebend beeinflussender, wichtiger und rvertvoller

u erreichen fähig war."

Mit diesen Worten I)wb das Edikt an, das nicht weniger »edeutete, als die Aushebung der Erbuntertänigkeit in ßreußen, des Rechtes, Unrecht zu tun, wie eS der Königs- icrger Nationale)ionom Kraus bezeichnet hat. In einzelnen teilen Deutschlands war die Erbuntertänigkeit oder Leib­igenschaft der Bauern schon Ende des 18. Jahrhunderts lusgehoben worden. Markgraf Karl Friedrich von Baden var der erste deutsche Fürst, der 1783 diese Reform in seinen Landen durchgesührt hatte. Kaiser Joseph II. war freilich u Oesterreich auch ihm zwer Fahre voranaegangen. Im Fahre 1797 folgte Schleswig-Holstein diesen Beispielen. In Preußen dagegen bedurfte es erst der politischen Ereignisse >es Jahres 1806, bis man sich zu gleichem Vorgehen eut- chloß. Das preußische Edikt aber gab den Anstoß für die gleichen Maßnahmen in allen übrigen deutschen Landen. Zm Jahre 1811 machte ein Erlaß des Großherzogs Lude- uig I. in Hessen der Frondieustschast der Bauern ein Ende. Württemberg aber kam 1817, Bayern erst 1818 nach.

Hardenberg war es, der zum Preußenkönige geäußert hatte:Wir müssen dasselbe von oben aus machen, Majestät, ivas die Franzosen von unten auf gemacht haben." Der Freiherr vom Stein aber, der größte Sohn des Lahngaues, war der Unterzeichner des Edikts, das alle Bauern Preußens spätestens vom Martinitage 1310 ab persönlich frei machen und aus der Erbuntertänigkeit entlassen sehen wollte.

Die Folgen dieses Edikts waren von ungeheurer wirt- schafts-politischer Bedeutung. Aus ihm heraus erwuchs ein neuer Stand und dieser schuf in Wahrheit die moderne rationelle Landwirtschaft. Hat doch die Land­wirtschaft im vorigen Jahrhundert eine Umgestaltung er­fahren, die nicht geringer war an Umfang uno Bedeutung, wenn sie auch zum Teil nach ganz anderer Richtung ging, als die ungefähr gleichzeitige Umgestaltung der Industrie. Solange der landwirtschaftliche Betrieb nca) auf der Arbeit unfreier Bauern ruhte, standen der Einführung emer inten­siven Betriebsweise unübersteigbare Hindernipe im Wege. Aus einem Produktionsmittel, das träge und unordentlich seine Arbeiten verrichtet hatte, wurde nun^ der ^Bauer ein

Kandel.

Bautätigkeit in Rheinland-Westfalen. Der Versandt des VerkaufSvereins Westfälischer Kalkwerke im September betrug 3252 Doppelivagen, Ringofenban- und Düngekalk gegen 3549 im August und 3876 D.-Wagen im September 1906. Bis jetzt ist noch keine Belebung der Bautätigkeit, wie sie sonst im Herbst üblich ist, eingetreten. , m .

N'ew-Porker Käufermarkt. Ein weiterer Preis­rückgang für" Rupfer scheint/ wie aus Newyork gemeldet wird, un­vermeidlich. Der Vorratüberfchuß wird auf 100 000 t. geschätzt.

ß u m Getreidehandei mit Südrußl an d. Der Vorstand des Vereins der Hamburger Getreidehändler hrtt be­schlossen, die Mißstände im füdrufsischen Getreidehandel, die Nicht- ersülliing von Verträgen, Nichtzahttmg von Pinälen pnd Preis­unterschieden zur Kenntnis des Russischen Handelsnänisteriuins zu bringen. Den anderen großen deutschen und niederländischen Fach- veremen sollen die Namen der russischen Händler ausgegeben werden, die sich ihren Verpflichtungen entziehen. Von den betreffenden Vereinen wird hinsichtlich des letzteren Punktes die Gegensettigkett erbeten. .. ____

Mittwoch 9. Oktober 1907

y\A. Rotationsdruck und Verlag der Brühl^chen f Universitäts - Buch- und Steindruckereü

H R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckereir Schul­straße 7. Expedition und Verlag: es© 51.

Redaktion-.^WI12.Tel.-Adr^AnzeigerGießen.

........(j..... v. ____ . ... . ,.v besitzes und einer Umgestaltung der sozialen Gliederung vieh^ genannt, und im Frühjahr erzählten ^sich 5 au.it wohl der ländlichen Bevölkerung ermöglichen ließe, ist im £nlei?>

uttö Flotte.

Berlin, 8. Ott. An hiesiger amtlicher Stelle wird die englische Blättermeldung, daß im Anschluß an die Hebung der Paeisie-Flotte ein d e u t s ch e s Ge sch w a d e r unter dem Prinzen Heinrich eine Amerikafahrt unternehmen werde, als unzutreffend bezeichnet.

Karlsruhe, 8. Ott. Der Kaiser ernannte der Karlsruher Ztg." zufolge nach der gestrigen BeisetzungS- feier den Großherzog von Baden zum General­inspekteur der 5. A r m e e i n s p e k t i o n unter Persön­licher Überreichung der KaSinettsordre.

Norfolk (Virginia), 8. Ott. Das Linienschiff Kentucky" der Bereinigten Staaten strandete auf der Höhe von L a m b e r t p o i n t in Virginia. Man versucht, es mit Hilfe von Schleppschiffen wieder flott zu machen.

Aus dem Zarenreiche.

'London, 8. Ott. Aus Petersburg wird gemeldet, daß Posnanski, der Eigentümer der größten Baum­wollspinnerei in Lodz sich entschlossen habe, feine ganze Fabrik von Lodz nach Moskau zu verlegen. Die revo­lutionäre Bewegung in Lodz ist so ausgeartet, daß kein Direktor und kein Beamter ihres Lebens sicher sind. Täg­lich und stündlich werden die grausamsten Verbrechen in Lodz verübt. Die Schreckensherr­schaft ist so unerträglich geworden, daß viele andere F-a- brikbesitzer dem Beispiel Posnanskis folgen wollen und