Viertes Blatt
Nr. 288
Samstag 7. Dezember 1907
157. Jahrgang
Ericherm tügttch mti AüSnahme bd Sonntags.
General-Anzeiger für Gberhchen
Die Botschaft ver°
in einem fremden Dorfe dahinlebt.
Er hat seine
wandelte den Alten mit einem Schlage.
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Hochfeiner, aromatischer Grünkern'- geschmack, appetitanregende Wirk» ung und bequeme Zubereitungsweise sind die besonderen Vorzüge von Knorr’s Grünkernmehl.
Klause verlassen und eilt nun heimwärts, die Geliebte auf- zusuchen. Die lange Schweigsamkeit ist schon gebrochen und im Ueberschwang seiner Freude hat er einigen Reise-
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Dt< »Oiktzcner §mnlttenb!8tter- werden dem rSinniger* otermal wöchentlich betgtiegt, bad „Krctsblafl Mr den Krtts Gietzeu" zweimal wschemUch. Der ^helysche LaüdwtrN' erfchemt »EU 1 ich einmal.
Gmnksm- hlehl
genossen sein Geheimnis mitgeteilt. Run, nach fünfzig Jahren, wird sie, so hofft der einstige Einsiedler, seine Frau werden und seinen Namen tragen.
Webaffton, Qrvebttton anb Dvmfetrt Gckml- ftrage 7 ürpebftton and tkrtag 6L Weöaftton. 113 teL-tilbi. Arc^gert#uöen.
Kandel. .
** Konkurse in Hessen, lieber bcn Nachlaß des am 26. August 1907 zu Ober-Mörlen verstorbenen Weißbinder- meisterZ Heinrich Jülius Born wurde am 22. Nov. das Lonkursverfahren ersk.net auf Antrag seiner Witwe Elisabeche Anna Marie geb. Dey, als gesetz.iche Vertretern der muwer* jährigen Kinder des Verstorbenen, seiner Erden, Antonie, Philipp Karl, Eva, Marie und Juliane Born, sämtlich za Ober-Mörlen, da die Uebsrschutdung des Nachlasses, insbesondere auch des dazu gehörigen Gesamtgurs glaubhaft gemacht ist. Rechtsanwalt S er i b a in Bad-Nauheim wurde zum Konkursverwalter ernannt Konkursssrdcrungen sind bis zum 10. Dez. bei dem Amtsgericht Bad-Nauheim anzumelden. — lieber das Vermögen der zu WormS unter der Firma Gebr. May bestehenden offenen Handclssesstlfchaft, sowie über das Vermögen der Inhaber dieser Firma, namens Otto May und Max May, beide Kaufleute in Worms, wurde am 21. Nov. das Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt Justigrat Klein in WormS wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 31. Dezember bei dem Amtsgericht Worms anzumelden. — lieber das Vermögen des Kaufmanns Louis M. I. E. Th. Lony in Gießen wurde am 29. Nov. das Konkursverfahren eröffnet Rechtsanwalt Naab in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Dez. bei dem Amtsgericht Gießen anzumelden. — lieber das Vermögen deS Kaufmanns Julius Berdux in Gießen wurde am 2. Dez. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Raab in Gießen wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforde-- rungen sind bis zum 24. Dez. bei dem Amtsgericht Gießen cm-- zumelden.
Vernehmung vor dem Kriminalkommissar Dr. Kopp ein interessantes Experiment vorgenommcn, das bewies, rote wenig Wert mitunter auf die Rekognition eines Augenzeugen gelegt werden kann. Ein Gescha'lsireund des Beschuldigten, der mit diesem eine entfernte Aehnlichkeit batte, wurde dem Belastungszeugen vorgestellt. Das hatte den Erlolg, daß P. erklärte, die Identität des ihm Vorgestellten mit dem Täter beschwören zu können. In der Haupt- verhandlnng vor dem Schöffengericht erklärte sich der Geschäftskollege des Angeklagten bereit, nut Einwilligung des Gerichts an Stelle des F. auf der Anklagebank Plag zu nehmen. Tie verletzten Kinder, deren Väter Stra'crnlrag gestellt lyatteii, wurden einstweilen in das BeraUrngSzimmer geführt. Ter Angeklagte wurde unter die inzwtfcl-en emgetretenen Zeugen gestellt, Das Experiment haue das eigenartige Resultat, daß einige der Mädchen den Geschä'lsireimd, andere wiederum den Angeklagten, den sie allerdings vorher schon gesehen hatten, als den Täter bezeichneten. Als F. den Platz auf der Anklagebank wieder betrat, behaupteten plötzlich alle Mädchen, ihn jetzt mit aller Bestimmtheit als den Attentäter wiedermei kennen. Tas Gericht sprach F. trei, da P. infolge seiner falschen Rekognition al§ unglaubwürdig erachtet wurde. Auf die Aussage von Kindern allein bin könne das Gericht einen unbescholtenen Alaun nicht einer Straftat für überführt erachten.
8Nan achte genau tiuf den Namen „EIAGGI“ unb denKrcmLstcru. BiAbGI für je 2 Portion.
vermißchtLA.
• Vergiftung durch Chrysanthemen. Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, daß größere Mengen von stark duftenden Blumen auf den menschlichen Organismus äußerst schädlich wirken können. Besonders gefährlich sind in dieser Beziehung sämtliche Liliaceen; weniger bekannt dürfte eß sein, daß auch dec Dust unserer Modedlmne Chrysanthemum unter Umständen tödlich wirken kann. Ein derartiger interessanter Fall wird uns aus Chimay gemeldet. Tort [eierte vor einigen Tagen eine ältere Dame ihren Geburtstag, und da es ihrem Freundeskreise bekannt war, daß das Chrysanthemum ihre Lieolingsblume sei, war sie mit diesen Kindern Floras reichlich beschenkt worden. Sämtliche Blumen, die sich zum Tert in Töpfen befanden, zum Teil abgeschmtlen in Vasen geordnet waren, wurden in dem Wohnzimmer auf* bewahrt, in dem auch da§ Ehepaar seine Mittagsruhe hielt. Als das Mädchen wenige Stunden spater den Kaffee brachte, fand eß die alte Dame tot; der Ehemann war besinnungslos. Man brachte ihn in ein Hospital, wo er noch heute so schwer krank darniederltegt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Sektion der Leiche der Frau ergab, daß nicht wie anfänglich angenommen em Herzschlag ihrem Leben ein Ende gemacht hatte, sondern daß dec Tod durch den Dust der Chrysanthemen, der außerordentlich giftig sein soll, herbeigeführt worden sei.
• Unter der Ue bcrschrist: „Ein neu er Frauenberuf?" schreibt der „Tag": „Rasieren oO Pfg., im Abonnement billiger. 1 Treppe.^ Wir gingen eben durch eine der geräuschvollsten Straßender Hauptstadt. „Warum kostet denn das Rasieren dort 50 Pfg. und dicht nebenan nur 15 Pfg.?" „Herren, die sich von gebildeten Damen rasieren lassen wollen, zahlen gern 50 Pfg." „Was Sie sagen! Können denn diese Damen von ihrem Erwerbe lebend „Warum denn nicht? Gut sogar. Eine Barbiergehilfin verdient durchschnittlich 2—300 Mk. monatlich und der Chef wird ein reicher Mann.* Ich fragte dann weiter: „Und was wird aus einer Bacbiecgehilfin später?" „Sie heiratet", war die Antwort. „Eine Barbiergehilsin hat nicht nur Gelegenheit, viele Herren kennen zu lernen, sondern auch dauernde Freundschaften zu schließen. Viele Herren gewöhnen sich so sehr an das fröhliche Geplauder dieser Gehilsinnen, daß sie nicht begreifen, wie sie sich früher von Männern rasieren lassen tonnten/
* Der Roman eines Eremiten. Aus Newyvrk wird berichtet: Robert O'Donnell, der „Eremit von Serfet)", Hot seine unwirtliche Mause verlassen und ist nun auf dem Wege nach Irland, seiner Heimat. Der Roman seiner Jugend nähert sich seiner Erfüllung. Es sind nun schon fünfzig Jahre darüber hingsgangen, da war der Einsiedler- greis ein gesunder, junger, fröhlicher Ire. Er liebt eine Schöne seines Torfes, er warb um ihre Hand, aber er wurde abgewieseu. Rob war damals ein heißblütiger Geselle, der Aerger über den unwillkommenen Korb war groß: er schnürte sein Bündel und zog über beit „großen Teich". In einem einsanren Lale errichtete er sich eine ft eine Hütte und fortan führte er als Anachoret ein stilles Leben freiwilliger Entbehrung. Um seiner Nahrung willen arbeitete er allerlei kleine Gegenstände, verdang sich bisweilen auch als Gärtner, aber nichts konnte den Eremiten von Jersey dazu bringen, seine ärmliche Klause endgültig zu verlassen; schweigsam flössen die Jahre dahin und niemals kam ein Wort mehr als das Unumgängliche über seine Lippen. Er selbst bereitete sich seine Nahrung und sein Lager. Vor drei Wochen aber ward der Einsiedler zum Notar gerufen, und hier empfing er die Nachricht, daß ein Verwandter in Irland ihm ein Vermögen von über 200 000 Mark hinterlassen habe. Die Nachricht schien ihn völlig gleichgültig zu lassen. Er zuckte die Achseln: „Wozu soll das mir wert fein, da ich die verloren, die mir teuer gewesen." Kurz darauf aber empfängt der Einsiedler Nachrichten von der Heimat. Und er hört dabei, daß die Iran, um deren Liebe er einst geworben, arm und vereinsamt
Neue Bücher.
29. November bis 3. Dezember. (Besprechung erlogt uaaj llusuiahl. Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt emgcfanötec Bücher wird nicht übernommen.)
Fred T. Jane: Ketzereien über Seemacht. Mit eine« Vorwort von Graf Ernst zu Neventlow. Leipzig, Friedrich Eu- geLnann. Preis 5.20 Mk.
AuS den Warenhäusern beider Welten. Die £)t* genifation der größten Berliner, Pariser und amerikanischen Warenhäuser. 3. verbess. Ausl, von „Was können wir aus den Warenhäusern lernen?" Berlin C., L. Schottländer 'n. Co. Preis 5 Mark.
Dr. -meb. Fritz Koch: Häßliche Nasen und ihre Verbesserung. Mit einem Vorwort von Prof. Gustav Eber lein. Berlin S. 14, Hans Baake Nachf. (L. Abet). Preis 50 P^g.
Theodor Etzel: Fabeln und Parabeln der Weltliteratur. Leidig, Max Hesses Verlag. Preis 1.80 Mk.
Hans Bethge: Die Lyrik des Auslandes in neuer Zeit. Leipzig, Max Hesses Verlag. Preis 1.80 Mk.
Klaus von Dechen t: Tas hört' ick hell crflingen. Gedichte. Berlin, Modernes Verlagsbureau: Curt Wigand. PreL 3 Mark.
Ernst Eckstein: Die Muse von Alexandria. Geschichten. Stuttgart, Adolf Bonz u. Co. Preis 2.63 Mk.
Adolf Hinze: Erscheinunb und Wirklichkeit. Eine Kritik der reinen Empfindung. Leipzig, Verlag für Literatur, Kunst und Musik.
Ernst Thiele: Das Christentum —- Die Religion der Entarteten und Unntünbigen im Laufe der Jahrhunderte. Leipzig, Verlag für Literatur, Kunst und Musik.
Literarischer Jahresbericht 19 0 7. Weihnachts- Katalog. Almanach 1908, h:rausgeg. v. d. Redaktion ,,N^rd intb Züd" unter Leitung von Detlev v. Liliencron. Gießem Feröersche llniversitutsbuchhandlung; Äug. Feecs; I. Riaer.che Universitätsbuchhandlung.
Hoffmanns Haushaltungsbuch für d"s Jahr 1908, für den täÄichen Gebrauch ein genutet und durch Bei, Viele er* läutert, nebst Küchen-Kalender, Wasch-Tab.l.'en, .N^tiz-Ka.ender-, Porto-Tarif und einem von Sophie Roberts verfaßten Ratgeber für beu Haushalt. Stuttgart, Julius Hofsmrnn. Preis 2 Mk.
Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Ausw.'hl für die Irgend von I. Baß (ilniv.-Bibl. f. d. I. Nr. 438 41). Stuttgart, Unisn, Deutsche Lerlagsgefellfchast. Preis g.h. 1 Mk., geb. 1.50 Mk.
I. C. Galz: Durch Chaos zum Licht. Versuch eines ausgleichenden D-omsntus. Frankfurt a. M., E. Gräser. Preis oO Vsg. \
F. A. Lange: Geschichte des Aiaterialismus und Kritik seiner Bedeutung in der Gegenwart. Volksausgabe. 2 Bänden Leipzig, Alfred Krsner. Preis Tart. 2 Mk.
W. Aletter: Lustige Lieder für fiDele Brüder ! 25 Lieder zum Miymgen, Mcusik und Text. Wiesbaden, W. Aleteer. Preis 50 Pfg.
Paul Raul: Die Wiener Schaubühnen in der ^ayon 1306/07. Berlin, Modernes Derlagsbureau Curt Wigand.
1001 Erzählungen für Jung und Alt. Nr. 2. Rudyard Kipling: Die Totenstadt. Heimliche und unheimliche Geschichten. Berlin, Hermann Hillger. Preis 20 P g.
bestens empfohlen:
1« Würze in Flfcch^°c.2°PfemiiK in WÜTfeln 10 Pfennig für 2 Teller. (Mehl- als 30 Sorten).
Acichsreg.erung uud SojralpolitrL.
S. R. Der Reichskanzler hat dieser Tage im Reichstage in ^iner sehr bemerkensjwerten Rede die Ziele dargelegt, denen <r in der inneren Politik zu folgen gedenkt, und bei dieser Hclcgenheit betont, daß „die FortssHUng einer gesunden, Lästtgen und vorurtellölvsen Sozialpolitit für Arbeiter und 9Iittesstand" in seinem Plan liege. Mit dieser Versicherung vird von neuem bekräftigt, daß die Sozialpolitik nach den Tundesrätlichen 2lbsichten auch fernerhin im Reichstage eifrig gefördert, werden soll. Fürst Bülow hat zctgleich die ein- ^lnen Pnnrte namentlich aufgeführt, die für die nächste Leit in dem sozialpolitischen Programm der Rcichsregierung (Lu erster Stelle stehen sollen. Da fnerben aufgezählt: das Aeick)sderinsgesrtz und Börsengesetz, die bekannte dtovelle gut Gewerbeordnung, die neue BejLimmungen über die Nacht- erbeit und die Maximalardeitszeit der gewerblichen Arbeiterinnen, über die Heimarbeit und die technischen Ange- srellten enthüllt, ferner bie Gesetzentwürfe, betreffend die Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit, den sogenannten fleinen Beäh^guugsnachtveis, sowie die Hilsskasjenvorlage. Endlich soll deimnächst noch ein Gesetzentwurf über Arbetts- kammern dem Reichstage Ergehen.
Der Umfang des hier gekLunzeichneten sozralpokitischen Programms könnte manchem allzu bescheiden erscheinen, noch mehr dürfte die Art und Weise, wie die Lösung der einzelnen Fragen beabsichtigt ist, zu Ausstellungen Anlaß Bieten. Jedoch wird im Auge §u behalten sein, daß dieses Programm selbstverständlich nur ein Teikstück der sozial- Psllliscl)en Zukunftspläne des leitenden Staatsmannes darstellen soll, dasjerllge Arbeitspensum nämlich, dessen Erledigung dem Neichslag für die soeben begonnene Tagung rugedacht ist. 2)tan wird, wie wir meinen, sehr zufrieden stin können, wenn es dem Reichstag wirllich gelingt, auch iair die Mehrheit der ihm zugewieseneu Aufgaben bis zum Commer nück)sten Jahres zu lösen. Wir wären dann um ein feilt!itfyed Stück auf dem sozialpolitischen Gebiet vorwärts- gTkommen und könnten mit Vertrauen der weiteren empor- prigenben Entwicklung in den nachfolgenden parlamenta- ceschen Sessionen entgegenseheu.
lieber die Stellungnahme der Reichsregierung zur Sozialpolitik gibt noch eine zweite Rede aus berufenem Munde willkommene Aufklärung. Auch der Stellvertreter des Reichskanzlers, der Staatssekretär v. Bethmann- tz o l l w e g hat dem sozialpolitischen Problemen Ausführungen gewidmet die eingehender Würdigung wert sind. Wir erfahren aus dieser Rede, daß im Reichsamt des Innern eifrige Erwägungen im Gange sind, in welcher Richtung der Ausbau des großen sozialpolitischen Gesamttverks am dringendsten fortgeführt werden müsse. Für die Errichtung eines alle einschlägigen Bestrebungen zusammen fassenden sllbstandigen Reichsamts, für die Schaffung also eines Z.eichsarbeitsamts scheint der neue Staats- fetoetär freilich wenig Neigung yt haben. Er will zwar um Gedanken vorläufig noch nicht grundsätzlich abweisen, lLöt aber mit einem gewissen Nachdruck hervor, wie un- 5$mein wichtig es fei, daß die den arbeitenden Bevöl- iMngsklassen gewidmete Wohlfahrtspflege, wie sie vom Leichsamt des Kinern ausgeübt werde, nicht von her* irrigen bei Zentralen stanz losgelöst werde, die auch die n-ateriellen Dedingungeu unseres Wirtsch astslebens zu beobachten und von Hturmnugen zu befreien habe. Der cm gedeutete Zusammenhang ist gewrL vorhanden, und es wäre wlllLommen zu heißen, wenn die Lusgestalllmg bei Mallichen Sozialpolitik in Anlehnung und unter An- -assung an die großen Triebkräfte nuferer sozialen Ent- sLltung erfolgen lönnte. D-azu gehören eilt großzügiges Erfassen der nationalen AufgcAen von einer höheren Barre aus als von den Zinnen ber Parteien und eine tatkräftige Initiative, die aus einer Bunten Vielheit einzelner FLoen ein einigendes Band zu knüpfen tiermag. Der Herr Staatssekretär nun scheint Willens, seine Kraft berart weitgestreciten Zielen widmen zu wollerr. Ihm liegt demzufolge besonders am Herzen, daß die Organisation der verschiedenen Berufsstände^ in Zweckmäßigen Formen sich vollziehe. Die ArbeitsLammern, für die ein Entwurf im Leichsamt des Innern serllggestellt ist, möchte er ausweiten zu organisatorischen Gemeinschaften, an denen auch die Handelsangestellten, Werkmeister und Dschrriker nach Maßgabe ihrer bemslichen Interessen Dntell lyaben sollen, ter hofft, daß auf diesem Wege intellektuelle Einwirkungen auf die politischen Parteien im Sinne gemeinsamen Strebens nach sozialem Frieden erfolgen könnten.
Noch von einigen anderen Zullmstsplänen lüftete die Rede des Staatssekretärs ein wenig den Schleier. So schweben Erörterungen über die Zulässigkeit einer Ausdehnung der Sonntagsruhe. Die Untersuchungen über die Wirkung der dem Handwert gegebenen -Organisationen gehen ihrem Abschluß entgegen und sollen die Unterlage für etwa erforderliche weitere Maßnahmen zur Erhaltung und Auffrischung des Kleingewerlws bieten. Fermer lassen die Vorarbeiten für die Reform der Arbciterversicherung, auf die wir noch in einpn besonderen Artikel ausführlich zurücktommen werden, erkennen, wie die vielum- srrittene Reform veranlagen wäre, mn zu einem t>ei> emfachten System den Uebergang zu finden.
ZeuLeuexperimenLe iiu GerichLSsaal.
Gin kriinmalpsychologifches Experiment, durch das die Glaubwürdigkeit do n Kinderaussagen festgestelü^werden sollte wurde in einem Prozeß vorgenommen, der bad odibffcn- aendit Berlin-Mitte bejchäüigte. Wegen tätlicher Beleidigung^nußte sich der Staumiann F. vor dem Strairichter öerantroorten. H. war im Sommer dieses Jahres m einem Stratzendahnwagen veryattet worden. Er wurde von einem Kaufmann Petersen beschuldigt, sich an einem kleinen Mädchen vergangen zu (jaben. Ilm L" bewegen, bag es sich um eine Persoiienverwechselung handle, wurde oei ocr


