Ausgabe 
10.6.1907 Zweites Blatt
 
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Heer und Flotte.

Ter Besuch der Home Heer (engt Heimflotte) in den baltischen Gewässern ist, wie entgegen allen bisherigen Dementi zuverlässig verlautet, für Ende Juni bezw. Ansang Juli endgültig gesichert. Das englische Geschwader unter Führung des Dreadnought, des Flaggschiffes des Vize-Admirals Bridgeman wird u. a. außer Travemünde iind Neuiahrwasser, möglicherweise auch kiel anlauien.

srausendeDamen" konnte man gestern in der Bis- marckstraße beobachten. Das Renkontre endete damit, daß die Kleinste von ihnen durch Verabfolgung einer Anzahl Ohrfeigen an die Gegnerinnen Siegerin blieb und die anderen das Weite suchten.

I Bönstadt b.Friedberg, 9. Juni. Dieser Tage wurde hier ein 55 Jahre alter Knecht wegen SittlichkeitS- vergehens, begangen an seiner Dienstherrin, verhaftet und in das GerichtSgefängniS nach Altenstadt abgeführt.

Mainz, 8. Juni. Der Kaiser wird im August einer Truppenschau auf dem großen Sand beiwohnen.

Lützellinden, 9. Juni. Der Hüttenberger Sängerbund feierte heute sein zweites Bundesfesl unter sehr zahlreicher Beteiligung der Nachborvereine aus Großen-Lmben, Dutenhofen, Klein-Linden, SlUenbotf, Münch­holzhausen, Hochelheim, Volpertshausen, NeiSkirchen, Ober» Kleen, Groß-Rechtenbach und Niedcr-Klecn. Der inmitten eines Obstwaldes gelegene Festplatz war dicht besetzt. Nach dem Umzug durchs Dorf hielt Präsident Gilbert vom hiesigen Gesangverein eine Begrüßungsansprache, während der Bundespräsident Lehrer Qucnzer-Nieber-Klecn die Festrede hielt, die in einem Hoch auf den Kaiser, den eifrigen Förderer deS Volksgesangs, ausklang. Fräulein Zimmer- man überreichte eine prachtvolle, von Frauen und Jung­frauen gestiftete Fahnenschleife. Ein Massenchor der Bnndcs- vereine schloß die Feier und es reihten sich die GesangS- vorträge der 15 Gesangvereine an. Mit lebhaftem Beifall wurden die Chöre ausgenommen, und man kann wohl sagen, daß für ländliche Verhältnisse recht gute Leistungen jn Ge­hör gebracht wurden, zumal die meisten Vereine klein sind.

/\ Marburg, 9. Juni. Im Senatssaale der Uni­versität fand die zehnte Jahres-Versammlung der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck statt. Neben den in Marburg ansässigen Patronen und Mit- gliedern waren u. a. von auswärts emgetrofsen Museumsdirektor Dr. Böhlau, Kassel; Pfarrer D. Dr. Diehl, Hirschhorn a. 91; Geh. Hofrat Prof. Dr. Haupt, Gießen; Geh. Juslizrat Prof. Dr. Schmidt, Gießen; Bürgermeister Stahl, Friedberg; Generalsuperintendent D. Werner, Kassel. Ter Vorsitzende, Prof. Frhr. von der Ropp, begrüßte die Anwesenden und gedachte zunächst dec im verflossenen Berichtsjahre verstorbenen Patrone und Mitgliedern. Dem verstorbenen Prof. Justi hat die Kommission ihre erste Ver­öffentlichung, das hessische Trachtenbuch, zu verdanken. Prof. D. Wiegand ist zufolge einer Berufung noch Greiss- walt aus dem Vorstände ausgeschieden; an seine Stelle wählte die Versammlung Prof. Dr. Hcymann zum Vorstands­mitglied, sowie ferner Generalleutnant z. D. Beß in Mar- burg, Dr. Armbrust in Göttingen und Privatdozent Dr. Vogt in Gießen zu Mitgliedern der Konnniffion. Die Rechnung des Schatzmeisters, Geh. Archwrat Dr. Könnecke, ergab eine Einnahme von 12194 Mark gegenüber einer Ausgabe von 4591 Mark. Mit Dank begrüßte die Ver­sammlung den Beschluß der Stadtverordneten von Friedberg, der Kommission einen JahreSzuschuß von 1000 Mark für die Fortführung des Friedberger Urkun­denbuchs zu bewilligen. Sie hofft, daß dieses vorbild­liche Beispiel auch bei anderen Städten und Körperschaften ihres Arbeitsgebietes Nachahmung finden wird, zumal ver- schiebene von den im Gange befindlichen Unternehmungen sich dem Abschluß nähern und den verbliebenen Kassenbestand aufzehren werden. Zum Schluß wies Prof. Haupt daraus hin, daß die Kommission das erste Jahrzehnt ihres Bestehens vollendet habe und auf erfreuliche Resultate Hinweisen könne, wiewohl manche gleich zu Begmn in Angriff genommene Arbeiten noch nicht vollendet seien.

Homburg v. d. H., 9. Juni. Am 12. Juni abends trifft der Kaiser mit Gefolge hier ein, um bis zum 15. im Schlosse Wohnung zu nehmen. Prinz Heinrich von Preußen, der Groß Herzog von Hessen, Prinz Andreas von Griechenland, Prinz Battenberg und der Schwager des Groß- herzogs, Fürst HohensolmS-Lich, nehmen in den Renn­tagen im Saalburg-Restaurant Quartier, an welchem die Rennstrecke vorüberführt und' von welchem der Start vor der Kaisertribüne in 10 bis 15 Minuten zu erreichen ist. Der Verkehrsminister Breitenbach hat zum Kaiserrennen in Hom­burg Logis bestellt. So dürfte denn diese große Woche auch einen Strom von Passanten nach Homburg führen, zu­mal die Kurverwaltung an den Haupttagen, 13., 14. und 16. Juni, Doppelkonzerte von der Militärkapelle des Kürassier- Regiments Nr. 5, des Artillerie-Regiments Nr. 61 und des Dragoner-Regiments Nr. 24, Illumination, Leuchtfontaine, Feuerwerk rc. veranstaltet. Die Abreise des Kaisers erfolgt SamStag abend von Homburg nach Hamburg zum Nennen, von da auf der »Hohenzollern" nach Helgoland und zur Kieler Woche.

fc. Frankfurt a. M., 9. Juni. Durchgegangen ist der Rechtskonsulent Oskar Sippel, der vor li/s Jahren mit einem Privatier Rausch hier ein Beitrei­bungsbureau auf der Zeil aufgemacht, sich dann aber wieder von seinem Kompagnon getrennt hatte. Sippel soll größere Verbindlichkeiten in Gestalt von Gesälligkeitsakzep- ten hinterlassen, die ihm in vertrauensseliger Weise ge- geben worden waren.

Gerichtssaal.

EB Darmstadt, 8. Ium. Wegen S i t t l i ch k e i t S v e r- brechens gegen Paragraph 176, '21 bj. 3 des Strafgesetzbuchs holte sich heute vor der hiesigen Strafkammer der bisher unbestrafte Metzgermcisler Wilhelm Brückmann von Auerbach zu verant­worten. B. hatte seit Jahren unzüchtige Handlungen mit Knaben vorgenommen, trotzdem er selber -Frau und drei Kinder besitzt. Als jein Berbrechen bekannt ivurde, flüchtete er nach der Holland. Grenze,.wo er verhaftet wurde. Tie unter Ausschluß der Oeffent» lichkcil geführte Berhandlung schloß mit dem Resultat, daß der Angeklagte unter Zubilligung mildernder llmständL zu 1 Jahr 6 Ai onate n Ge t ängnis verurteilt wurde.

Sport.

Berlin, 9. Juni. Tas Kaiserpaar fuhr heute nach­mittag zur Ruder-Regatta nach G r ü n a u. Es fuhren u. a. mit: Prinz Oskar und Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, Staatssekretär v. Tirpitz, Tr. v. Studt. Sieger wurde der Per- leidiger des Preises, der Berliner RuderklubHellas", zweiter der Berliner Ruderklub. Im zweiten Achter siegte der Berliner Ruder­verein .Allemannia'. Im akademischen Lierer um den Wander­preis siegte, wie in den beiden Vorjahren, der Akademische Ruder­klub Berlin. _

* Kleine Tageschronik. Jn Udiiie (Italien) soll ein junger Wiener Gelehrter namens Robert Ester verhaftet worden fein, der ans der dortigen Bibliothek ein wertvolles Manu­skript entwendet haben soll. Eisler soll versucht haben, sich im Gefängnis mit einem Taschenmesser das Leben zu nehmen. Tie Verwundung sei ober nicht lebensgefährlich. Kirchhossdiebe ent- wendeten in der Meinung, Kostbarkeiten zu ftndeu, auf dem Fried­höfe S a n a r y bei Toulon den Sarg mit den Resten Michel Paschas, des im vorigen Jahre verstorbenen prooencialen Millio­närs, der eine Zeitlang türkischer Großadmiral war.ß Die ©ruft wurde am Sonntag leer gefunden. Don den Miffetätem fehlt jede Spur. Wie von der russischen Grenze gemeldet wird, übergoß un Torfe Groß-Ksionsch bei Czenstochau ein Arbeiter seine schlafe ndeFrau und seine vier Kinder mit Petroleum, zündete s i e an und entfernte sich darauf. Frau und Kinder wurden als verkohlte Leichen aufgesunden. Als Beweggrund der Tat werden NahruuaSsorgen angegeben. In Nürnberg erschoß der Bankbuchhalter Fehlhammer seine Frau und seinen neunjährigen Knaben, verletzte seinen vierjährigen Sohn lebensgefährlich und sich selbst leicht. Der Beweggrund sind verfehlte Spekula­tionen. In der Fruchtstraße im Osten Berlins stach der Arbeiter Schelitzky auf ihm begegnende und ihn anrempelnde Burschen los, tötete einen, verletzte einen zweiten lebensge­fährlich und» einen dritten leichter. Er wurde verhaftet. Die Münchener Rechtsstudcnten Paucksch und Hildebrand, die am Mittwoch eine Zillcrtaltour machten und nach Zürich weiter wandern wollten, werden vermißt. Bei einem Hausein- sturze in Camerano «Italien) wurden fünf Personen getötet und drei schwer verletzt.

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® Präsidiums an! '^künftig mit eiie von 65 Pfa 1 Abnehmern des wen, eine Sterbe- °S des Präsidiums dsgericht wird qe.

Fürst zu Wen. ls-Yohensolms-Lich dle Annahme der mstadt, bett. Vor- lm Prinzip ange. imWer", sowie ' auf dem Markt- |en an. Montags

'utbe linieret Nach- Uung bet Deutschen zuteil. Sie erhielt debullen Vogcls- e Tier erzielte 1905 iz den zweiten Preis, »ssreslauration.

Kandel.

Preis konvention in der Fahrrad-Industrie. Ter seit Jahren vergeblich angestrebte Zusammenschluß der deutschen Fahrradsabrikanten zwecks Erreichung einer Preiskonvention scheint nun endlich doch seiner Verwirklichung entgegenzugehen. Einer Dresdener dReldung zufolge ilt im großen ganzen bereits unter den maßgebendsten Fabrikanten eine Einigung erzielt wor­den, und nur eine einzige größere Firma soll mit ihrem Beitritt iwch zurückhalten.

Zur Lage. Ter Peffimismus, zu dem namentlich die tägliche Börsenberichterstattung zwingt, nimmt stetig zu. Tie allgemeine Unsicherheit und Unklarheit über den Geldmarkt sowohl wie über die Industrie haben eine Berslimmung geschossen, die man fich m verschärftem Maße kaum mehr oorslelleu faiuu Trotzdem zeigen sich für den Beobachter mancherlei Anzeigen, die auf eine sich nähernde Besserung schließen lassen. Es hat der Geldmarkt m der letzten Zeil unter dem Einfluß von Ausgleichsmaßnahmeu gestanden, auf. die wir eingehender zu sprechen kommen werden, wenn noch klarer zu sehen ist. Auch ist anzunehmen, daß in nächster Zeil chon sich stetere Verhältnisse herausbrlden werden, da nicht aUem

Dcrmif*tes»

* Ein Duell m l l tödlichem Au§ g a n g. Am 9. d.M. land in Triest ein Duell zwischen dem Jngeiileur und Landwehr- kutnant Hertl aus Wien und dem Jnfanterieoberleutnant Karl Weriiik infolge eines Wortwechfels statt. Hertl erhielt einen Stich ins Herz und verschied, Wermk einen schweren Säbelhieb über die Stirn. t ,

* Mit den Zähnen befreit. Aus der Gcsangenen- zelle des städtischen Krankenhauses in Gera ist wahrend der Nacht der 28 jährige Drucker E. Schaarschmidt entwichen. Die Flucht war von ihm zweisellos von langer Hand vorbereitet. Er hatte die ieinc der hölzernen Säulen, die vor dem Zcllenfensier angebradjt ist, nach und nach mit seinen Zähnen ,so weit durch­genagt, daß er sie durchbrechen konnte. Tie Beschädigung der Säule hat er dann mit gekautem Brot verklebt. Durch die ziem­lich Heine. Oessnung hat sich Schaarschmidt durchgezwängt.

* Die verkaufte Mißgeburt. Aus Dortmund wird geschrieben: Ein interessanter Fall von Beiseiteschassung eines Kindes kam vor dem hiesigen Bezirksausschuß zur Verhandlung. EmeHebamme hatte ein mit zweiKöpfen und vierArmen geborenes Kind einer dortigen Arbeiterfamilie, das sofort nach der Geburt gestorben war, an einen Jahrmarktsbudenbesitzer für 120 Mark verkrust. Ter Bezirksausschuß sprach der Heb­amme deswegen das Recht aus Führung deZ Prüsungszeug- nisses, das sie seit 20 Jahren besessen, mit der Begrünung ab, daß die sittliche Integrität und die, flbiolulg Zuverlässigkeit der Frau uW Mehr pordaiid.es seien,

beginnt.

Gießen, den 8. Juni 1907.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

J.L.: Eurschmann.

Gießener Strafkanimer.

H Gießen, den 6. Juni 1907. SittlichkeitSverbrecheu.

Tie Strafkammer verurteilte den 30jährigen verheirateten Musiker und Landwirt K. K. von W i e s e ck wegen Sitt­lichkeitsverbrechens zn einer Gefängnisstrafe von 3 I a h r c n und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ans 5 Jahre. Rach dem öffentlich vcrkündclen Urteil hat die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehende Verhandlung ergeben, daß der An­geklagte feit dem Jahre 1901 fortgesetzt mit mindestens 13 Knaben unter 14 Jahren unsittlich verkehrt hat. Tas Gericht bezeichnete die Strafe als eine recht milde Sühne für die ungemem fchivcre Tat, durch die eme große moralische Schädigung der Jugend heroorgernfen wurde. Ter Umstand, daß er seiner perversen Neigung nicht mit der nötigen Widerstandskraft eutgegeutreteu konnte und daß er liefe Nene zeigte, wirkte strafmildernd, fodaß von der verwirkten Zuchthansstraie abgefehen iverden konnte.

Ebenfalls ivegcii S i 11 l i ch k e 11 s v e r b r e ch e n s wurde der in Dorheim wohnhafte M a n r e r H. G. ans Worms zn 6 Ai o n a t e u Gefängnis unter Anrechnung eines Moncus der erlittenen Unlcrsnchungshast verurteilt. Er Hal ein fünfjähriges 'Mädchen unter dein Vorwande, es möge ihm ben Weg nach dem Lndwigsbrunnen in Bad-Nauheim zeigen, es anf einen Seilen­pfad gelockt und ihm Geld gegeben, um cs zur Ausführung seines Vorhabens gefügig zu machen. Er wurde bei Ausführung^ deS Verbrechens durch einen Passanten gestört, wodurch die Sache auch zur Anzeige gelangte. Seine durch einen Sachverständigen ieftgeslcllte geijiige 'Minderwertigkeit, das Geständnis unö der Umstand, daß das Kind keinen körperlichen, aud) wohl feiner Jugend wegen einen moralifchen Schadeii nicht erlitten hat, ließen die Erkemnmg der Minimalslraie zn.

eine wenig günstige Gegenwart sondern auch eine noch weniger günstige Zukunft, erstere für Bankaktien, letztere für Jndustriewerke, bereits eSkomtiert ,st. Auch hat man für die Industrie gar ferne sicheren Anhalte dafür, daß e5 mit ihr so schlecht wird, rote geroiffe Berichte es darstellen. Jedenfalls gibt sich das Bestreben auf Einschränkungen nun sehr deutlich kund und dies wurde ja von den verschiedensten Seiten besonders jedoch von den Großbanken als der Weg zur Befferung bezeichnet. Wir fürchten nur, daß gerade sie fpeziell darunter zu leiden haben wirb.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 10. Juni. (Orig.-Telegr. beSGießen. Anz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchimarttpreife. Weizen Alk. 21.0021.50, Kurhefsifcber Mk. 21.0021.50, La Plata Mk. 21.2522.25, KanfaS Mk. 21.2522.25, Roggen (hiesiger) Mk. 20.2520.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.2518.50, Fanken- felder Mk. 18.7519.00, Hafer 19.7620.50, MaiS Mk. 14.7515.00, Weizenmehl 'Ulf. 29.25-29.75, 0000, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Alk. 27.75, 3. Qualität Mk. 25.2525.75, Rogaenmehl 00 Mk. 29.0029.50,1. Qualität Mk. 28.0028.50, Weizenklete Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.5012.00, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Rieb Alk.00.0000.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

-*c. Frankfurt a. M., 10. Juni.(Telegr. Orig.-Bericht beS ,®ie& Anz.'). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarf tpreife. Zum Verkanfc standen: 533 Ochsen, 111 anS Oesterreich, 50 Bullen, 0 anS Oesterreich, 0 au6 Dänemark, 815 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 307 Kälber, 395 Schafe unb Hämmek, 00 Schafe anS Oesterreicli, 0 Ziegen, 1717 Schweine. Bezahlt ivnrbc für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen 1. Qualität 7880 Mk., 2. Qnal 70-74 'Mk., 3. Qual. 6366Alk.; Bullen l.Qual. 70 bi« 72 Alk., 2. Qual. 66-68 Mk.; Kühe l.Qual. 73-75 Mk., 2. Qual. 70-72 Alk., 8. Qual. 61-63 Alk, 4. Qual. 0000 Ml., 5. Qual. 00OODlk. Kälber: 1. Qual.96100 Psg., Lebendgewichts60 Pf., 2. Qnal. 8890 Pfg., Lebendgewicht 5054 Pfg., Schlacht­gewicht 6570 Pig. Schafe: 1. Qnal. 8200, 2. Qual. 7880 Pfg.,' 8. Qual. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qual. 5758 Pfg., Lebbgew. 45.0000.00 Pfg., 2. Qu. 56-00 Pfg., Lebendgew. 44.5000 Psg., 3. Qual. 4850 Psg. Lebendgetv. 00 Pfg. Geschäft: bet Horn­vieh mittelmäßig, Uebcrfmnb unbebeutene; bei Kleinvieh gut, feil) Ueberftanb.

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Bekanntmachung.

Am 12. lausenden Monats findet im Deutschen Reiche eine Bernis- und Betriebszählung statt. Diese Zählung hat den Zweck der Verwaltung und der Wiffenschast neue unb zuverlässige Nach­richten einerseits über die Zusammensetzung der Bevölkerung des Reiches nach Lerusen und andererseits über die Zahl und die Gröhe der gcwerblicherr und land- und forstwirtschaftlichen Be­triebe zu verschafien.

Es tonunen hiernach folgende Formulare zur Verteilung:

1. HauShaltungslisien,

2. Gewerbebogen,

3. Gewerbeformulare,

4. Land- unb ForsüvirtschastSkarten.

In der Hausbaltungsliste sind alle zur Haushaltung ge- hörigen Personen, ^einschließlich der Zimmerabmieter, Schlasganger usw. nachzuweisen, die in der Nacht vom 11. bis 12. laufenden Monats in dem betreffenden Haushalt übernachtet haben, gleichviel ob sie ständig ober vorübergehend anwesend, Inländer oder Aus­länder, Zivil- oder Militärversonen find, und einerlei, ob sie einen Beruf ausüben ober nicht. Vorübergehend abwesende Haushaltungs- Mitglieder find in der Hauöhaltunasliste unter B einzutragen.

Gewcrbeformnlarc ober Gewerbcbogcn sind auszufilllen für Handwerk, Industrie, Hausgewerbe, Heimarbeit, Baugewerbe, Handelsgewerbe, Bergbau, Salinen, Hütten, Gast- und Schcurkwirt-- schast, Berucherungsgewerbe, Vertehrsgewerbe, künstlerische Ge- werbe, Theater, Musik- und Schaustellungsgewerbe, Fischerei, ge­werbliche id. h. nicht ackermäßige) Gärtnerei.

Gewerbeformulare haben auszufüllen die Inhaber van Ge­werben, in denen 1, 2 oder 3 Personen einschließlich des Inhabers beschäftigt sind, vorausgesetzt, daß in dem Gewerbe keine UmtriebS- oder Kraftmaschinen «Motoren» verwendet, keine Motorwagen, Dampfkessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Damvssässer be­nutzt werden, und daß außerhalb der Betriebsstätte keine Personen iz. B. Heimarbeiter» beschäftigt werden.

Gcwerbebogeu «keine Gewerbeformulare) haben ans- zufüllen:

L Die Personen, welche ein oder mehrere Gewerbe, wenn auch nur zeitweise, mit 4 ober mehr Personen einschließ­lich des Inhabers betreiben, serner

2. die Personen, welche in ihrem Gewerbe Umtriebs- oder Kraftmaschinen «Motoren», bewegt durch Wind, Waffer, Dampf, Gas, Elektrizität usw. oder Motorwagen, Damps- kessel ohne Kraftübertragung, Lokomobilen, Damvssässer benutzen, auch bann, wenn weniger als 4 Personen be­schäftigt find,

3. die Gewerbetreibenden, welche außerhalb ihrer Betriebs- statte eine oder mehrere Personen «z. B- Heimarbeiter) beschäftigen. .. r._ . v

Betreibt eine Person mehrere Gewerbe, so nt für iedeS einzelne Gewerbe em Gewerbebogen auszufüllen.

4, Land unb Forstwirtschaftskarten müssen van allen Per­sonen ausgefüllt iverden, die eine land- unb forstwirt­schaftlich benutzte Fläche, sei es auch nur im kleinsten Um­tange, bewirtschaften.

Tie Formulare sind bis Mittwoch Mittag auszufullen, da die Eittfammluug bereits am Mittwoch Rachmtttag wieder

es geschätzten Blattes rch im Uebrigen in ach der Gerechligkiii Bahnhofteslauralion rllem dem Schivager Christian Krämer ? Die damals aller« nblidje Restauration ein mit derjenigen ch, gelang ed, die e:i. Dies ertanme l Ems seine Mahl« MM vsiegfi, da«. ,t als tzvWnaMn. jW ÄMchMg M. LMr hat <g ein md ubetnotnn t 'es zu d cm! eu, Ims ilten blieb.

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Gssenbcrhn-Zeitung.

Wie dieFrks. Zlg." oetiiiinmt, sind die ^ev()anblungen mit den fchweizeriichen, österreichischen und französlichen Eifellbahn- vcrivaltungeii letzt soweit gediehen^ daß wenigstens für den Ver­kehr mit diesen Ländern die neuen P e r \ o n e n t a r t f c am 1. Oktober d. Js. m Kraft treten können. Es besteht aber miet) begründete Aussicht, daß ebenso mit einem weiteren Teil des Auslands bis zum genannten Zeitpunkt die neuen Tarifverträge perfikt werden.

Arveiterbewegung.

fc. Frankfurt a. 'M., 9. Juni. In den Adleriverken (Kleyer) haben von den 100U nicht ausgesperrten Arbeitern vor­gestern und gcfiem 70U die Arbeit niedergelegt.

Berlin, 10. Juni. Ter Kampf im Baugewerbe tritt Henle in ein neues Stadium, da die Betriebe für folche Arbeils- ivillige wieder geöffnet sind, die zu den alten Bedingungen weiter­arbellen wollen. Tiefe neue Tallik der Arbeitgeber-Organisation Hal die Arbeiler-Orgaiiisalion ebenfalls zur Aenderung ihrer Taktik veranlaßt. Außer dem Beschluß, von jetzt ab auch Unorganisierte m den Streiklislen aufzunehmen und zu unterstützen, i|t weiter be- schlossen worden, alle Emzelforderungen der Spezialgruppen zurück- znsiellen und vorläufig nur die gemeinsamen Forderungen zu er- känipsen. Indessen blieb der Zemralverband der Bauhülfsarbeiter auch in seiner gestrigen Generalversammlung auf seinem bisherigen Standpunkte stehen und erhebt weitergehende Forderungen. Er ist mit der 8'/,stündigen Arbeitszeit nicht einverstanden und verlangt die Achtstundenzeit bei 60 Pfg. Stnndenlohn.

Bekanntmachung.

Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen wird, beginnend mit

Mittwoch, den 12. Juni

im Jmvslokale Tchulgcbändc, Neustadt 61 für die nächsten 5 bis 6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 bis 6 Ubr, ab- gehallcn werden. Jmpspfiichtig im lausenden Kalenderjahr find die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die rückständigen aus srühcren Jahren. ,, , t

Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpfiichtige Stmber haben, zur Benutzung bictcr öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in demielben vorgenommenen Jmpsnnaen uneutyclt- lich find. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Jmpmng seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse auf seine Kosten vewerksrelligen lassen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwvchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird.

Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufenden Jahre geboren find, auf Wunsch ihrer Lettreter geimpft.

Alle in einem Termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage spater abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals er­scheinen. t ~ Ä

Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränk­lichkeit beansprucht wirb, können gleichfalls dem Jmpsarzte in den öffentlichen Terminen vorgestellt werden.

Die Impflinge müßen mit reiner Wäsche und rein gewasche­nem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur att einem Arme mit Lymphe aus dem LandeSimpsinstitut geimpft.

Kinder aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden.

Gießen, den 10. Juni 1907. B%i

Eurschmann.J

VmilAll 11 Kind Al' Ueben sie am meisten, die zur Jj 1 <luv511 U. IkilllluL Erzielung^gefunderzarter Haut seit vielen Jahren bewährte Ai y r r h o l t n - S e i f e. be/n.

' "-----!--

ßpieipla« -er verrimgten Frankfurter Ztadttheater.

Opernhaus.

Dienstag den 11. Juni, abends 7 Uhr: ,Rünft(erblut* Lchanfpielhans.

Dienstag den 11. Ium, abends 7 Uhr:Husarenfteber/

Müller'schc Badeanstalt.

Wassenvärme am 10. Juni: 14 0 R.

Gießener Wetterdienst.

BoranSsichtliche Witterung für Hessen am DienStag den 11. Juni: Wechselnde Bewölkung. Leichte Regenfälle. Etwas kühler. Westliche Winde.