Ausgabe 
9.7.1907 Erstes Blatt
 
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die früheren maßen nur 9 Dieter.

Auch sind die neuen

hauptsächlich früh morgens zwischen 3 und 4 und vormittags

xbe ein. Das yaupyacyuey früh morgens zwischen ö und 4 bet Nackt der- Zwischen 11 und 12 Uhr ausgesührt werden.

X. Vacha (Rhön), 7. Juli.

Der hiesige Nhönklub

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Zweigverein ernannte den Kommerzienrat Heyligen- staedt in Gießen und den Rittergutsbesitzer Rolle in Frauensee zu Ehre nur itgliedern und zwar mit Rücksicht auf die Verdienste, die sich beide um die Errichtung des Bismarckturmes auf bem Sechsen berg erworben haben.

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^maßen, daß eL heute Dtorgen eine Tiefe von ca. 9 m von >der Grundfläche an gerechnet aufwies. Es ist von Glück zu

iKaiserstraße vor dem Hause Nr. 101 ein mltes Lehm M ein, das seither als Keller benutzt wurde, \£o$ erweiterte sich, infolge Nachsturzes in

Kandel.

Holländischer Ver sichern ngs- und S e r i e n l o s schwindel. Von: Niederrhein wird gemeldet, daß holländisck Versicherungsgesellschasten, die in Preußen nicht zugelassen sind, i den niederrheinischen Grenzgemeinden trotzdem ein schwunghaflt Geschäft betreiben, namentlich in Kinderversicherungen. Deutscl Agenien, die derartige Geschäfte machen, sind in letzter Zeit melp lach empfindlich bestraft worden. Ebenfalls werden Aniveifunge zur Teilnahme an verbotenen Sertenlosgesellschailen massenha von Holland aus über die Grenze gebracht und zur Post gegeben Ein Einwohner aus einem holländischen Grenzorte, oei regelmäß' eine ganze ü'ienge derartiger Drucksachen beförderte, wurde wegc Lotterievergehens von: 'Schöffengericht zil 45u Di art Geldsira verurteilt.

Attiverßit«ts°Nacbs!chtsrr.

M ü n st e r i. W. Dr. ined. Joseph Arneth, Privatdozen für innere Diedizin und Assistent bei Geheimrat von Leube an Oe medizinischen Klinik der Universität Würzbtirg ist an Stelle de in den Ruhestand gegangenen Professors Dr. G. Sticker zur Oberarzt der inneren Abteilung des Städtischen Clemens-Hospital hier berufen worden.

hc. Frequenz der französischen Hochschulen. 9lac einer in der »Internat. Wochenschr. für Wissenscb., Kunst nn Technik" wiedergegebenen Statistik des französischen Unterrichts Ministeriums haben in deut abgelanfenen Wilitcrsemester 1906/0 die französischen Universitäten und Hochschtilen 38 197 Studierend beiderlei Geschlechts gezählt uiid zwar: 35638 niämiliche (3339 Franzosen und 2239 Ausländer) und 2559 weibliche (1364Französinne uiid 1195 Ausländerilinen). Aon diesen haben fhibiect: Rechts wissetischaft 15 551 (124 Frauen), Diedizin 8297 (796 Frauen Pharmazie 2290 (66 Frauen), Literatur 5710 (1105 Frauen), Natur. Wissenschaften, Philosophie usw. 6349 (468 Fraiien). Tie Parise Uiiiversität allein zahlte 15 789 Studenten: 7032 Juristen, 33G Mediziner, 2413 Literatur-Studierende, 2022 Naturwissenschaftle und 953 Pharmazeuten. Es folgen Lyon mit 2783, Toulouse m 2675, Bordeaux mit 2469, Nancy mit 1841, Montpellier mit 175; Lille mit 1560, Rennes mit 1498, Aix-Marseille mit 1269, Dijo mit 966, Poitiers nut 962, Grenoble nut 896, Caen mit 8L Besancoii mit 325, Clermont mit 281 Studierenden.^

Gsr!chr»;crat.

R. B. Dias Kriegsgericht der 2 5. Division vci urteilte heute feien Dragoner Pet^r Rauth von der 3. Schwadrv des Tragoner-Regts. Nr. 23 wegen gefährlicher Körper Verletzung und rechtswidrigen Wich senge brauchs zu 2 9)10 na t; Gefängnis. 9hauth war am Abend des 22. Juni mit einer Änzai älterer Kameraden bei einem Fäßchen Bier in bester Stimmun zusammen gewesen unb traf dann auf seiner Stube noch m einem der Mitzecher zusammen. Zuerst loaren sie sehr freunblii zueinander, bann aber änderte sich plötzlich die Situation un Nauth forderte den Kameraden in barschem Tone auf, sofort feil Stube zu verlassen. Tas war der Anlaß zu einem erregten War wechsel zwischen Beiden und Rauch 'zog plötzlich seine Klinge un schlug damit den Kameraden so heftig auf dm Kopf, daß eir blutende Verletzung entstand. Der Gardist Dietz war voi Bezirkskommiando Mainz ausgehoben und als Rekrut der Leil kompagnie des 115. Jnf.-Regts. überwiesen worden, hatte au, feinen Zustellungsbefehl erhalten. Er zog es aber vor, ihm teil Folge zu leisten, sondern begjab sich nach Luxemburg. Später wow er nach Frankreich gehen; auf dem Weg dorthin hatte er aber d deutsche Grenze zu passieren, und wurde dabei von der Behörde i Nedingen als fahnenflüchtig erkannt und festgenommen, wobei t noch erheblichen Widerstand leistete. Ter Angeklagte wurde wegc Fahnenflucht und Wider ft ands gegen die Staats gewfalt zu 9 Monaten Gefängnis und Versetzung in d 2. Klasse des Soldatenstandes verurteilt; er nahm die Stra sofort au.

Attsrft nnö

G. Z. Aus F r a n k f u r t wird uns unterm 7. ds. geschrieben: Eine Nachricht, die nicht verfehlen wird, Aufsehen in der Kunft- welt zu erregen,, lommt aus dem Städelschen Kunst-Institut: Tie Sammlungen unserer berühmten Galerie sind soeben um ein wert- .volles Werk der venezianischen Renaissance-Malerei ver­mehrt worden; das Städelscyc Institut hat ein bis jetzt so gut wie unbekanntes Bild ans der Blütezeit des Palma Vechio auö englischem Privatbcsitz erworben. Bon kommender Wocye an wird das Bild der öffentlichen Besichtigung zugänglich sein. Es ist eilt Bild von stattlicher Größe, im Format und in den Maßen dem berühmten Bilde TiziansHimmlische und irdische Liebe" gleichend, mit dem e§ auch die gleichen Modelle benutzt hat, denn man sieht bei einem Vergleich auf den ersten Blick, daß die beiden Frauen auf dem Bilde Tizians und die auf bem neuen Palma identisch sind. Die Szene stellt ebenfalls bet beiden, wenn ein Teutungsv-ersuch des Herrn Rud. Schrei) vom Städel­schen Instituts Recht hat, einen innerlich verwandten Vorgang dar, beiui, w wie man das Tizianische Werk heute deutet, ist -das eine Ueberredung zur Liebe dargestellt und'eine Werbung

Einserrdurrgerr zum LrrbakarSeiterstrelk.

Aus Tabakarbeiterkreisen schreibt man uns:

D i e Wahrheit ist bitter, dieses Empsinden hat wohl jeder unparteiische Leser, wenn er die Ausführungen aus Fabrikanten- kreisen liest. Schlankweg wird in Nr. 155 des Gieß. Anzeiger behauptet, der Schreiber der letzten Einsendung aus Arbeiterkreisen im Gießener AnzeigerWer hat Schuld", habe gleichzeitig den Artikel in der Oberhessischen Volkszeitung geschrieben, ohne nur den Schalten eines Beweises dafür zu haben, lieber solche Kleinigkeiten setzt man sich in Fabrikantenkreiscu hinweg, kommt es ihnen doch hauptsächlich darauf an, den Wortführern der Tabakarbeiter alles mögliche und unmögliche an die Rockschöße zu hängen; weshalb . geht man denn mit keinem Wort auf die sachlichen Gründe ein, doch sicher und gewiß, weil man es nicht kann, Nicht mit einem Wort sind die sachlichen Einsendungen widerlegt worden.

Ob ein Besitzwechsel in der Wiefecker Fabrik vorgekommen ist, war zunächst unwesentlich, der Verdienst der Arbeiter und Arbeiterinnen war bedeutend schlechter geworden und die Firma hätte die Pflicht gehabt, den Ausfall den Leuten zuvergüten. Das ist nicht geschehen. E§ heißt doch immer bei den Zigarrenfabrikanten, berechtigte Wünsche, berechtigte Lohnforderungen sollen erfüllt werden, waren das ui Wieseck und Wismar keine berechtigten Wünsche? Mußte man die Arbeiter wochenlang hinziehen? Ein Teil der Gießener Zigarrenfabrikanten will sich absolut nicht von den Arbeitern in das Arbeitsverhältnis hineinreden lassen, und doch haben zweifellos die Arbeiter das Recht, hierbet ein Wort mitzusprechen. Was sollten die Fabrikanten machen? fragen sie. Nun, die durchaus berechtigten Wünsche erfüllen. Im vorigen Jahr hatte man das Versprechen gegeben, im nächsten Jahr wieder eine kleine Lohnerhöhung eintreten zu lassen, weshalb Hal man das auch nicht gehalten, das war Pflicht und Schuldigkeit.

Endlich ist auch in beit letzten Eingesandt einmal ein offenes Wort, indem es heißt, es galt dem Schlag zuvorzukommen. 'So­mit geben .die Herren zu, daß sie die Aussperrung ausführten, um dadurch die Arbeiter zu willenlosen Lohnsklaven zu degradieren; denn eine vollständige Sklavenwirtschaft haben die Fabrikanten durchgeführt, indem die Arbeiter nicht aus der einen Fabrik in eine andere kommen können ohne die Genehmigung des Herrn Arbeit- gebers. Ist das nicht ein unerhörter Zustand? Gibt es nicht viele Gründe, die es notwendig machen, sein Arbeitsverhältnis zu wechseln?

Es ist dieses eine Behinderung des freien Willens und ge­eignet, die größte Unzufriedenheit hervorzurufen. Diese Unter­drückungen im Verein nut den geringen Löhnen sind auch die Gründe, die die Herren veranlassen, alles aufzubieten, um darzutun, als waren die Arbeiter an allem schuld, resp. die Wortführer der Arbeiter. Daß die Wortführer der Arbeiter nachdrücklich bekämpft werden und nach Leibeskräften gegen sie gehetzt wird, zeigt, wie tief die Herren die Arbeiter einschätzen, denn sie sagen sich, wären die Hetzer nicht, so wären die Leute zufrieden. Jeder verständige Mensch weiß aber, daß die Unzufriedenheit ihre Wurzeln m den Verhältnissen hat. Eine Rechts- und Machtfrage soll die Sache sein, das ist richtig, aber von den Fabrikanten wird sie zur Macht- frage gemacht; nicht gehalten und walten wollen die Arbeiter in den Fabriken, aber das Recht wollen sie haben, über die Höhe der Löhne und die Arbeitszeit ein Wort mitzureden, was doch vom gerechten Standpunkt aus ganz selbstverständlich ist. Daß unsere Statistik ohne Beweise zurückgcwiesen wird nehmen wir nicht an Heraus mit den Löhnen von denjenigen, die die vollen Tage und das ganze Jahr arbeiten, dann wird es sich zeigen, wer Recht hat. Es wird ferner behauptet, daß in allen Be­trieben die Löhne beträchtlich und fortgesetzt aufgebessert sind, aber die Arbeiter wissen nichts davon, nur im vorigen Jahre für 100 Wickel einen ganzen Pfennig mehr und für 100 Zigarren 2 Pfg. mehr, in einigen Fabriken 2 und 3 Pfg. mehr, aber es gibt Fabriken, die keine Organisierten haben, die haben bis heute den Lohn noch keinen Pfennig erhöht. Die Lohnerhöhung betrug 40 bis 60 Pfg. die Woche, und eine Familie braucht jetzt 2 bis 3 Mk. mehr in der Woche. Auch das Rohmaterial soll immer besser geworden sein; damit ist der Gipfel erreicht, wo eine Diskussion aushört. Tie Wortführer der Arbeiter haben nur im Auftrage der Arbeiter gehandelt und nur verlangt, was recht und billig ist: Ausgleich des Verdienstes bei der Firma Rinn u. Eloos mit dem früheren Verdienst und Gewährung der versprochenen Lohnerhöhuiig m diesem Jahre. Tie Ausgesverrten brauchen sich nicht zu bedanken, sie verdienen an anderen Orten im Berufe und m anderen Bernsen mehr, als ihnen die aiissperriingslustigeu Gießener Z igatrenf abrikanteu zahl en wo Heu.

/sagen, daß Niemand einen Schaden dabei litt.

sj Vilbel, 6. Juli. Das Bezirks fest des Hassia- -Bezirks Vilbel fand gestern in Petterweil statt. Es Kroaten über 20 Vereine au§ dem Bezirk Vilbel und den 'Nachbarorten erschienen. Zum Festplatz hatte man die Wiese an dem Denkmal Robert BlumS ausersehen, ivo eint 'der Freiheitsheld eine zündende Rede gehalten hatte. M : jdem Bezirksfest war das Fahnenweihfest des Vereins !Petterw eil verbunden. Die Festrede hielt Lehrer Ohlemutz, (namens des Bezirks sprach Will-Rendel, die Musik stellte die ^Kapelle der 80er aus Homburg v. d. H.

-0- Nidda, 7. Juli. Heute nachmittag 2x/2 Uhr fand Hier in der Gastwirtschaft H. Rullmann die Konstituierung des Bezirksausschusses des 10. Wahlbezirks !Nidda - Echzell durch das Landwirtschaststammer- ^Vorstandsmitglied Köhler-Langsdorf statt. Als Vertreter 'der Großh. Regierung war KreiSrat Boeckmann von Güdingen erschienen, der, vom Vorsitzenden Köhler-Langsdor vufs herzlichste begrüßt, sehr regen Anteil an den Verhand- (lungen nahm, insbesondere über die Frage: ^Was wird es (nun mit den freien landwirtschaftlichen Vereinigungen?" Mach erfolgter Vorstandswaht, au§ der das Landwirtschasts- ^kammer-Mitglied Gustav Lllogk zu Grund-Schwalhcim als Vorsitzender, Beigeordneter Friedrich Schmidt zu Echzell als Stellvertreter hervorgingen, wurden nach sehr angeregter ftnib lebhafter Diskussion die folgenden Resolutionen

Schienen von kräftigerer Beschaffenheit und die Bolzen eben­falls entsprechend starker. Endlich werden gewichtigere Schwellen benutzt. Da der Zugverkehr nicht gehindert werden kann, müssen die Arbeiten in den einzelnen kurzen Pausen,

vermischte».

* Berlin, 6. Juli. Ein E i f c r s u ch 13 b nMn a zwischer Eheleuten spielte sich heute vormittag in dem Hause Friedrich-: ftvaße 97 ab. Tort überraschte der 2? jährige Mechaniker Erwi!- i Ebel in einem Reftfaurant seine Frau bei einem Stelldicheir c mit einem Verehrer. Als die Treulose es ableh-nte, in die eheliche Wohnung zurückzukehren, versetzte ihr der Mann zwei Stiche n den Hals. Lebensgefährlich verletzt wurde die Frau in die Klini t gebracht, während der Mann in Haft genommen wurde. Z dem Wiener Juwelcndieb stahl wird gemeldet, daß bi- i Kriminalpolizei heute auch die beiden bisher noch nicht ermitteüei prachtvollen Perlenschnüre, die einen Wert von 96 000 Mk. Haber ? bei einem Pfandleiher aufgefunden und beschlagnahmt hat. (5 $ ist also jetzt die gesamte Beute des Lütte bis auf einige wenige wertvolle Sachen herbeigeschafft. Lütte dürfte sich tut Besitz vei etwa 4050 000 Mk. vereinnahmter Pfandgelder befinden, bod weiß man nicht, lvie hoch er seinen Komplizen Hörschel bedach hat. Wo sich die beiden Gauner befinden, konnte noch nicht er mittelt werden.\

Arbeiterbewegrrng.

RB Darrnstadt, 7. Juli. Der Streik der Möbel b transpor teure ist beigelegt worden. Tie Arbeiter haben bi r Arbeit bedingungslos wieder a u f g e n o m m c n, bod sollen sich die Arbeitgeber verpflichtet haben, in 814 Tagen ii W direkte Verbindung mit den Arbeitern, nicht mit den Verbänden f wegen Lohnerhöhung rc. zu treten. . **"'

iAießen, ein zweiter Preis, und Herrn Gilbert, Stenogr.- ÄZerein, ein dritter Preis zuerkannt:

** Sein 1. Stiftungsfest feierte am 6. und 7. d. M. der BtammtischMelitia". Samstag abend fand ein in allen Deilcn wohlgelungener Kvmmers mit humoristischen Vorträgen und Gestern ein sehr gut besuchter Ausflug nach Dutenhofen statt. Bci fröhlichem Tanz und komischen Vorträgen verfloß der Nachmittag nur zu rafch, und man trennte sich mit dem Bewußtsein, einige isehr vergnügte Stunden in unserem noch so jungen Stammtisch erlebt zu haben.

** I n A m e r t f a verstorbene Hess cn. Karl Sulzer tu§ Wetzlar, 80 Jahre alt, zu New-Porkl Frau Kail). Lochmann, geb. Dcchert, aus Dornheim, 71 Jahre alt, 511 Weehawkcn Hechts, N.--J. Frau Marie Schalter, geb. Diel, aus Hambach, 60 Jahre alt, zu Philadelphia. Frau Barbara S itterl e, geb. Walther, aus Mölsheim, 63 Jahre <alt, zu Erie, Pa. Frau Sofie Claus, geb. Blöser, aus Wahlheim, 66 Jahre alt, zu Erie, Pa.

w. Bad-Nauheim, 8. Juli. Prinzessin Frie­derike von Hannover, Königliche Prinzessin von Groß­britannien und Irland, Tochter des letzten Königs von Hannover und Schwester des Herzogs von Cumberland, und Gemahl Freiherr v. P a w e l - K a m m i n g e n sind zur Kur inBillaHoswin abgestiegeu. Ferner traf im Hotel 1.2(11 gufte Viktoria ein Sidi Mahmond Pascha, Mouverneur von Kairo, Aegypten.

-m Friedberg, 8. Juli. Wahrend gestern der Aestzug durch die Stadt marschierte, stürzte plötzlich auf der

1. Der 10. Bezirksausschuß (NiddoEchzell) beschließt, den V 0 r- stand der Landwirtfchaftskammer zu ersuchen, alsbald bei Großh. Regierung dahm vorstellig zu werden, im Feld- bereinigungsaesetz gesetzliche Bestirnmungeu zu treffen, dahingehend, daß durch Dtaßnahrnen bei Feldbereinigungen keine neuen Jagdberechtigungen hergeleitet werden dürfen.

Prof. Dr. Wim me r-Zweibrücken in einem tief durch­dachten und mit großem Beifall aufgenommenen Festvor­trag über die Frage:Tackle Gabelsberger an eine deutsche Einheitsstenographie?" Durch trefflich arrangierte festliche Versammlungen boten die Bingener Kunstgenossen den Teil­nehmern auch Stunden angenehmer Erholung.

") Großrechten b ach, 7. Juli. Zurzeit ist die Eisenbahnlinie U s i n g e n We i l m ü n st e r in der Ausführung begriffen, auch wird die geplante So (ms- bach ta lb ahn dein Kreise Wetzlar die, bisher entbehrte Verbindung mit dem Nachbarireise Usingen bringen. Nur die von allem Verkehr abgeschlossene Bürgermeisterei Groß­rechtenbach, der ehemalige H ü tt enb er g , muß noch immer vergeblich auf die schon lang ersehnte Bahnver­bindung WetzlarGroßrechtenbachButzbach verzichten. Tie Bewohner in den 14 Gemeinden hoffen sehr auf eine baldige Bahnverbindung wenigstens mit ihrer Kreisstadt Wetzlar.

p. Wetzlar, 9. Juli. Die Bahn von Wetzlar nach Ehringshausen bekommt im Lause dieses Jahres neue Geleise. Mit dem rechten Geleise hat man bei Station Aßlar begonnen nnd cs ist bis zu unserer Stadt scrtiggestellt. Vor der Geleislage erfolgt ein neuer Steineinschlag. Die jetzt zur Verwendung kommenden Schienen sind 15 Meter lang;

2. Der Bezirksausschuß erachtet es für durchaus unerläßlich, daß die freien landwirtschaftlichen Vereine weiterbestehen, öffentliche Versammlungen veran­stalten und im allgemeinen das öffentliche landwirtschaftliche Interesse anregen und wach erhalten u. dgl. ni. Aus diesem Grunde richtet der Bezirksausschuß an den Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Büdingen das dringende Ersuchen, alsbald den landwirtschaftlichen Bezirksverein Büdingen, d e n n e u e n V e r h ä l t n i s s e n a n g e m e f s e n, neu einzurichten und zu organisiereii.

f Um y26 Uhr wurde die erste konstituierende Sitzung des Bezirksausschusses Nidda-Echzell durch den Vorsitzenden Köhler- Langsdorf geschlossen mit dem Wunsche, daß der neugewählte Vorsitzende Gustav Mogk so bald als möglich die erste ordent­liche Sitzung berufen möge, um die gegenwärtig so sehr zahl­reichen landwirtschaftlichen Fragen der Beratung durch den fBezirksausschuß zu unterziehen.

-st Crainfeld, 8. Juli. An Stelle des seitherigen snach Rüsselsheim verzogenen israel. Religionslehrers Mann­theimer wurde dieser Tage Lehrer Heilmann aus Jena ^vertraglich angestellt.

= Lauterbach, 8. Juli. Die Mitglieder des Pro- Ivinzialaus schuss es der Provinz Oberhessen besich­tigten heute in Begleitung des Herrn Kreisrats v. Bechtold unter Führung des Herrn Bürgermeisters Stöpler unsere Wasser- und Elektrizitätswerke.

x Lauterbach, 8. Juli. Ein recht durchtriebener (und gefährlicher Dieb verspricht der kaum 13jährige Schulknabe G. Sch. von hier zu werden. Eine ganze 1 Reihe von Diebstählen und Einbrüchen hat der Junge in «letzter Zeit ausgeführt, ohne daß es gelang, des Täters habhaft zu werden. So wurden vor zirka sieben Wochen !dem Hanoier Gorsler mittelst Einbruchs 250 Mk. gestohlen, am 6, Juli wurde in der alten Molkerei zweimal ein- ^ebrochen und G^ld, Butter unb Käse gestohlen und am 0. Juli im Bahnhos Eisenbach. Endlich ist es der Polizei gelungen, den Tieb in der Person des vorgenannten Sch. zu ermitteln. Nach aiiscmgiichem Leugnen hat er denn land) bie Diebstähle zugestanden. Das Geld hatte er bei -Ausslügen, bie er sich leistete, zum größten Teil verjubelt. &eutc begann hier die P r ü f u n g der Pri v a t- Fo rst- kkandidaten unter bem Vorsitz des Forstrats Eulenseid. bAn ber Prüfung nehmen 12 Herren teil, währenb sich im vorigen Jahr 40 ber Prüfung unterzogen.

x Ober-Moos, 8. Juli. Der hiesige Krieger- Verein feiert am 4. und 5. August das Fest seiner -Fahnenweihe.

I. tz. Bingen, 7. Juli. Gestern und heute fand hier unter zahlreicher Beteiligung der 28. Verbands tag des j.HeI sen-Nassäuischen (Main-Rheingau-)Ver^- f b a n b e 5 ~ Gabelsbergcr Stenographen statt. jDie am Samstag beit 6. 1. M. .abgehaltene Jertreterver- lsammtung erledigte die geschästüchen Angelegenheiten, wäh- 'rend am -onntag das Berbandswettscyreiberi zahlreicher Verbandsinüglieder zum Kampse um wertvolle Ehrenpreise, die seitens der Stad't, der Großh. Handelblanimer, Gkü schaftsfirmen zu Bingen und von anderer Seite gestellt waren, vereinigte. In der öffentlichen Versammlung sprach

will auch Schrey, 'Der m dem irmimaichen 7511D eine ZUulirakloA des Kaliitv-Abenteuers, das -Ovid vorn Jupiter erzählk, erkennt, in k dem Bilde des Dalma ^seben. Bei Palma erblickt man L Frauen von blühender Schönheit, die Wunder ihrer Körper un- k verhüllt dem Beschauer zeigend, in blumigem Grase, am User T eines fflnftftrbmcnben Baches Hingelageri. Bei näherem Zm'ehe^ t. kann man sich leicht in die Szene hincnidc iken, die Ovid schilbert- Ter Gott, der sich in eine Frau verwandelt hat, um die keusch, j Tianaiüngerin Kallifto^ leichter zu betören, wirbt mit verhaltener Schönheit um feine Schöne. Tie Deutung bedarf natürlich der I 7 Nachprüfung, leuchtet aber cus inneren Gründen, und auch' kunsthistorisch betvachtct, durchaus ein. Auf jeden Fall ist das 3 Bild von großer, bezwingender Schönheit und stellt eine außer­ordentlich wertvolle Bereicherung unserer Galerie dar, die jetzl 1 durch ihre drei Neuerwerbungen der letzten paar Jahre den 1 neuen Rembrandt, den Lucas Cranach-Altar Und nun den neu^ 1 Palma ihre Stellung im Reigen der deutschen Galerien gaisi - wesentlich verbessert hat. Könnte man doch in die Zunuis: unseres Thea ters mit ebensoviel Hoffnungen blicken, wie auf { die Entwickelung der Gpterie, die jetzt, wie es scheint, einer neuen ' Blüteperiode entgegengeht. Ter eben vor Beginn der Theater-. - fetten erschienene Bericht unseres Schauspielhauses über die Tätig- » feit des verflossenen Winters ist nicht gerade erhebend. Bon r bemerkenswerten neueren Stücken treffen wir nur Hoffmannslhals ' Oedipus und die Sphinx", HeyermiannsKettenglieder", Wildes Ein idealer Gatte", ShawsHelden", SudermannsBlumen­boot", EurizicksElektra" undCvklop", WedekindsSo ist das Leben", AnzengtubersTer Gewissenswurm" (unglaublichetweiü 1 Novität für Frankfurt!), Hii^chfeldsMieze und Maria", Thomas b MannSFiorenza", FuldasTer heimliche König", Wildenbruch« Tie Rabenfteinerin". Als einzige Uraufführung von Bedeutung istFiorenza" zu nennen. Ulster den Neu-Einftudierung:n vermist man vor allem sehr schmerzlich Shakespeares ziönigsdrameu. 5 Hebbel ist sehr stiefmütterlich behandelt. Otto Ludwig ist woh. ' seit langer Zeit nicht in Frankfurt gegeben. Grillparzer wir: sehr siieimütterlich behandelt. Ibsen, Björnson, Wildenbruch könn­ten. viel, häufiger auf 'dem Spielplau sein, dagegen würde mans Stücke wieEin Erfolg^' von Paul Lindau gern vetmisfen. Ban L einem Geiste frischer, froher Tätigkeit, wie er in manchem anderen - Theater herrscht, spürt man bei uns noch immer sehr wenig, unc auch in der Inszenierung leiden wir nicht gerade an einem lieber maß glücklicher neuer Eingebungen. Die letzten Vorstellungen voi den Ferien gehörten Josef Kainz, der aber nur mit feinem _ für uns neuen Mephisto tieferen Eindruck machte. Dieser isi wirklich eine Glanzleistung.