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7.12.1907 Drittes Blatt
 
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Drittes Blatt

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ftldtttni tügllch mtl Nusnahmr des DonMv^g».

General-Anzeiger für Gberheffen

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Samstag 7. Dezember 1907

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dis letzte Vollst) ast Roo,'eveli.S i;fiiiLCrit, bei ctr nächste Kon­greß wastrjch-ei^lru) erst von dein Ciljc 1S03 neuge'wäylten Präsidenten e'uberusen werden dürste.S2 L.reindglen Staaten haben zw-ei,etlos dem ^»rästcenlen Roosevelt sehr viel zu berufen und sein N-chsosger täte im Interesse oeS Landes gut daran, wenn ec ctu) dorn von Roosevelt> 3c{d)fegciicit LI. ge ivei.er sortsch reiten würde.

gaben zu regeln, ander;eitS beschästrgt die Wahlrechts frage lebhaft die Gemüter und von der Stellungnahme der Re­gierung hierzu wird alles weitere abhängen, und zwar nid)t nur in Preußen, sondern auch im Reiche.

Neben diesen bedeutjamen Borgängen in den Parlamen­ten darf eine wichtige und interessante Rede nicht vergessen

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Gießen, 7. Dez.

KrisiS! So hallt der Ruf durch den ganzen deutsche! Zlätterwald. Zwar hatte schon bei Beginn der jetzigen Tagung das Damoklesschwert einer solchen über unserer j n n e r p o l i t i s ch e n S a g e geschwebt und man konnte mi. voller Berechtigung von einer latenten KrisiS sprechen, gleiche kto()1 aber hat niemand einen so schnellen und plötzlichen offenen Ausbruch erwartet. Fürst Bülow galt bisher stete cis ein Mann der sanften Tonart., der alles mit Glae6 land schuhen an fasse ;tnb zu energischen Maßnahmen fiel Licht aufraffen könne; diesmal aber hat er gezeigt, Dai ii auch anders kann. Unvermutet war er im Reichstags gebaude er schienen und hatte die Führer der Blockparteien in einer Despreck)ung zu sich gebeten, in der er ihnen kurzerhand eröffnete, daß es nicht so weiter gehen könnt Lud daß er die Konsequenzen daraus ziehen würde, wenn nicht die Blockparteien aufhören würden, sich untereinander ober die Regierung zu bekämpfen. Dann kam die sensatio­nelle Vertagung der Mittwochssitzung, über deren Oründe man sich allenthalben den Kopf zerbrach, da bii Nede des Kriegsministers doch nicht so wichtig erschien, nm eine solche Maßnahme zu rechtfertigen. Jedenfalls steht der Vorgang in der deutschen Parlamentsgeschichte einzig da, wie ja auch eine ähnliche Richtung, wie die Block- polllik, noch nie zu verzeichnen war. Grund zu seinem Vorgehen hatte der Reichskanzler wahrlich genug, denn es machte wirtlich einen sehr merkwürdigen Eindruck, wenn man sah, wie verschiedene Mitglieder der Blockpartei auf das schärfste Angehörige der befreundeten Parteien angriffen über schroff gegen die Regierung vorgingen. Eine bered)» fügte Kritik ber letzteren, ebenso eine Polemik gegen andere Parteien darf selbstverständlich auch unter dem Zeichen Ur Blockpolitik nicht unterbleiben, sofern sie sich in matz- tollen Grenzen hält, indessen mutz man offen zu geb en, daß rach dieser Hinsicht verschiedentlich stark gesündigt worden ijL Anderseits aber steht es auch außer Frage, daß mehrere der Herren am Ministertische den Fürsten Bülow in seiner Äolitik nur sehr wenig, resp. herzlich schlecht unterstützen, mb es mutzte daher als wenig glücklich bezeichnet werden, wenn der preußische Finanzminister v. Rh e in b a b e n sich ckemlich schroff gegen die FinanZvorschlage wandte und sogar He durch nichts begründete Bemerkung machte, daß die

zu einer We stillst zu werden. Der Gelehrte fajliedt seine -Jetraüiiuiigcn mit so.senden, bemerkenswerten Porten: Im all- gemeinen erwartete man &. A. in DeuüÄland, baü mit dem -erbst eine erhebli^e Minderung dec Geldkuapphed eintreten würde, man reynelc teilwe^e sa;on opümstllich auf eine Herab- sttzung des Diskonts von selten der Reichsoank. Aber nach der neueren Sendung d-c Dinge scheint biejer Optimismus nicht ge- Lechtfertigt zu sein, der lehre Ausweis der Reichsbank zeigt nach wie vor eine Spannung, die von vielen Seilen jür ernst angesehen wird. Auf der anueren Seite ist, abgesehen von ganz oercinzetten Ausnahmen Bautäckgtllt, ststches Leben auf allen G b.ekn ucr Produktion. Wa.)rschllickich si.w die wirklich .evustn etwas zu liberal ms AuS.ano, msbefonoere nach Nord­amerika ßeianb.cn Kapitalien bereits zurüäguoandert ooer in der Rückwano^rung begristen.

Man hat heute eingesehen, daß solchen Operationen, wie Ausgabe von Danknoteu in kleineren ©ummenjö und 20 Mart- Banmoten), der schärferen Einbürgerung des Scheckverkehrs, ber allgemeinen Einbürgerung des GrrovertchrS, teme umwälzende Einwirkung auf die Gestaltung bcS Geiür.mrkres zugeschrieben werden darf. Deshalb war es vieckeicht im gegenwärtigen Falle angemesien, über Gegcnwartsjorgcn, und über die Heinen Maß­nahmen hinweg die Ausmertsanckeit e.nm al aus bas große Pro­blem zu leinen, das sich mit den Porten zum Ausdruck bringen läßt:

Vielleicht stehen wir in einer Periode einer so starken 2Sirt- schaftSentwicklung, baß alle produktiven Faktoren in eurem un­geahnten Ltatzstabe von den Millionen Unternehmern der Erde in Anspruch genommen werden, während gleichzeitig die sicheren Erfolge j»ci ber geweigerten Lebenshaltung ber ungeheuren Je- völkerungsmassen den Unternehmern auch die Mdglwsteit bieten, den Faktoren, weiche sie in ihren Dienst stellen, eine höhere Vergütung zu gewähren dem Kapital einen höheren Zins, den Arbeitern einen Höheren Lohn.

Damit verbunden ist eine ungeheure Reichtumsfteigerung, in welcher sich diesmal auch energiicher als je bisher die großen Niassen der kleinen Kapitalisten beteiligen können,, weil auch die bescheidensten Kreditinstüute in der Lage sind, ohne die Sicherheit ihrer Existenz zu gefährden, für kleinere Einlagen und für kurze Einlagen höheren Zins zu geben. Gegenüber dieser Steigerung des Reichtums oben und unten spielt der Verlust an niedrig verzinsten. Staalspapieren keine nemienswerte Rolle, so­wohl wenn man die Gesamtheit ins 21uge faßt, wie auch, wenn man die einzelnen auf§ Korn nimmt, da doch ein großer, vielleicht der größte Teil derjeiägen Persönlichkeuen, die an Slaatspapieren verlieren, an anderen Stellen durch die intensivere Wirtschaft und den intensivererc Zins bei anderen Gelegenheiten profitieren.

Die schwierige Geldbeschaffung wirkt dauernd innerhalb dieser aufsteigenden Bewegung als eine Bremse gegen eine Ueberflutung des Marktes mit Produkten und bet Berufe mit ber Reuetablio- rung von Selbständigen. Gewiß werden sick; einige Kategorien von Gewerbetreibenden, auch einige Gruppeic der Landwirtschaft nur mit Schwierigkeiten in diesen Prozeß einfügen. Dieses Ein­fügen wird ihrren aber mit der Zeit gelingen. Gesunde fortschreitende Wirtschaften werden fiü) um gestiegenen Zinsfuß und um die Tatsache «rtwickckn, daß auch dem fieir.cn Kapitalisten möglich gemacht wird, nennenswerte Zinsen zu erringen.Geld­knappheit" ut diesem Sinne deutet nicht auf eine hereinbrechende Krise und auf einen Zusavunenbruch der bürgerlichen Gesell­schaft, sondern auf eine Gesundung unserer ganzen wirtschaftlichen Aerhältnisse, und nicht bloß der wirtschaftlichen Verhältnisse allein, sondern auch der sozialen. Die Lösung dessen, was man die soziale Frage nennt, liegt darin, daß es gelingt, die breiten Massen auch zu wirklichen Kapitalisten zu machen. Da§ ist bei hohem Zinssatz eher möchich, als bei niedrigem.

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arbeite, während es nach überwiegender lieber^eugung gerade dre indirekten togaben sind, die unter den minder­bemittelten Schichten der Bevölkerung böses Blut machen. Es wäre daher nicht uniTcheressant, zu erfahren, ob Fürst Bülow nicht bloß mit den Partei führ emr, sondern auch mit einigen seiner Minifterkvllegen ein Kolloquium bar» uber ab gehalten habe, wie man Blockpolitik machen kann. Lmmerhur hat ber Schritt Bülows Die beabsichtigte Wirkung Qzielt, die Dlockparreien sind in sich gegangen und haben Besserung gelobt, da arcderseits Fürst Bülow nicht gezögert tzätte, die KonsequenAen zu ziehen und aus dem Amte zu

)*c.,r instruktiven imü a-.i^j jür ben, ber in wirt- schastlicheu Fragen wenig bewandert. i)i, leicht verstandlicl>en llussatz. Tie große Lbirtschaftslrise in Amcrila, die auch ba5 urolx.ische (j-efUanö bereits start in Mitleidenschaft gezogen hat.

werden, die Der Scaatsseckre^är des Rsichstoloni^lamLZ Dernburg am Donners.ag in Frankfurt a. DL. gehalten hat. Es war das erste Mat, dag Dernburg nac) seiner ostafrilanIschen Studienreise Gelegenheit gehabt hat, vor einem größeren Zuhörerkreise über seine Beobachtungen zu sprechen. Mit unseren Kolonien geht es, wie Dernburg erfreulicherweise sagen fcnnic, au,warrS. Rach den Erfaß" rungen der Engninder bedarf e§ eines Zeitraums vo». 30 Jahren, bis eine Kolonie rentabel wirb. Uitjere Kolo­nien sind erst 20 Jahre alt, aber die Beispiele unserer wlonialen Besitzungen Togo und Qftafrika laften schon Vv- erkennen, daß es in unseren Kolonien eines Zeitraums vor. 30 Jahren gar nicpr erst bebürjen WxrD, um d.e Rentabililä. zu erzielen. Der Staatssekretär sprach sich vor allem jür jen Ausbau von Verkehrsstraßen aus uns sagte, daß dies. ,ich sehr bald verzinsen würden. D as sind sehr erjreu- Kche Aussichten, und es ist also zu hoffen, daß wir rcclji bald so weit sein werden, den (Gegnern unserer Kolonial- Politik mit Tatsachen cnigegenireten zu können.

Der amerikanische Kongreß ist am Dienstag in Lchhinbton mit einer Botschaft des P r ä j i d e n - ten Roosevelt erössnet worden, die unsere Thronrede vertritt und wie diese die Tages,ragen behandelt, sowie Die kommenden Geseyesentwürfe anzeigt. Allerdings ist sie beträchtlich länger geraten, weil Roosevelt gern die Ge­legenheit ergreift, Kicktll zu üben, wozu er sonst selten in Die Lage kommt. Ein bißchen Schönfärberei lauft babei begveisllcherweise mit unter, insbesondere dürsten sckne Be- merhingcn über die Finanzlage nicht allenthalben Beifall finden, zumal er über den Kernpunkt ziemlich leicht hinweg­huscht. Merkwürdig nimmt es sich auch aus, wenn ber Präsident erklärt, das A n t i t r u sc g e j e tz soll wirksamer gemacht und mit den gegenwärtigen Bedingungen mehr in Einklang gebracht weroen; demgegenüber weih alle Lüelt, daß Roosevelt in seinem Kampf gegen die Trusts jetzt.den Ruckzug antreten mntz, well er in seinen Maßnahmen doch etwas über das Ziel hinausgeschossen war. Anderseits aber vertritt der Präsident einen gesunden Standpunkt, wenn er die Forderung ausstellt, daß unbeschadet der Grundlage des Zwang-ZolljystemS die Tarife in gewissen Zwischen- räumen revidiert werden mühten, um den auswärtigen Handel zu ermutigen. Von Bedeutung sind auch die Vemer- tungeit Roosevelts zur Arbeiterfrage uni) sein Eintreten jür die Einführung des achtstündigen Arbeitstages. Desgleichen wünscht Roosevelt die gesetzliche Regelung einer Unfall- entschädigung für Arbeiter, da man in dem freien Lande Ainerrka bekanntlich hinsichtlich der staatlichen Ar- beiterversicherung seltsamerweise noch nichts getan hat, wäh­rend beispielsweise bei uns in Deutschland hierfür Millionen und Abermillionen bereits ausgegeben worden sind. Zfecht interessant ist es, daß ein republikanischer Präsident im Hinblick auf die Zunahme der Streiks und Aussperrungen ein Mittel fordert, um eine Schädigung der Allgemeinheit zu verhindern und die Sck)ajsung einer Behörde für zwangs- weise Untsrsuchuna der betreffenben Verhältnisse Vorschläge Weiter scheint Prä)ihciit Roosevelt eine Verstaatlichung des Bergwerksbesitzes zu wünschen, indem er den Befürchtungen Ausdruck gibt, oaß die Privatbesitzer leicht ungerechte und erpresserische Preise herbeisühren könnten. Einen großen Raum in ber Botschaft nehmen die Betrach­tungen über Heer und Flotte ein, und da ist eS denn überaus bemerkenswert, daß der Präsident für eine Ver­mehrung der regulären Landarmee sowie 23er=» st ärkung derma ritimenStreitkräfte una Hasen* bejeftigurigen sehr entschieden eintritt und ausdrücklub er­klärt, daß man die Hosjnung auf Sichemmg des Frievens laicht auf irgeub ein internationales Abkommen über Be­schränkung der Rüstungen fetzen dürfe. Bei Erwähnung Der auswärtigen Beziehungen wird da§ Verhältnis zu Japan in den Vordergrund gerückt und man kann sich Dabei eines gelinden Lächelns nicht erwehren, wenn man liest, baß einewarme Freundschaft ohne Unterbrechung bestanden habe" unb daß Amerika den zunehmenden Wohl­stand Japansmit herzlichem Wohlwollen" betrachte. Wie erinnerlich, hat mcht viel daran gefehlt, daß infolge der Reibungen in Ealifortllen es zu einem Kriege zwischen bei­den Läildern getanimen mirre und daß es umfufjenDer Be­mühungen der Diplomatie bedurfte, um den AuSvrnch eines blutigen Konfliktes zu vermeiden. Auch die Entsendung deS Geschwaders nach dem stillen Ozean galt allgemein als Drohung gegen Japan, unb man darf daher wohl an- nehmen, daß der liebenswürdige Passus in der Botschaft dazu dienen soll, die Verstimmung zu beseitigen, da ein Waffengang leicht für die Union verhängnisvolle Folgen nach sich ziehen konnte. Auch des TarifabkommenS mit Deutschland wird gedacht und betont, daß die deutschen Beschwerden berechtigt gewesen wäre:.; über die definllive Regelung der beiderseitigen Handelsbeziehungen sagt die Botschaft aber nichts. ES dürfte sich wohl um

scheiden, an dem er ersichtlich nicht klebt. Gleichwohl wird man aber nicht behaupten können, daß die Krisis nun vollständig vorbei sei, über das welleve taktische Vorgehen an Parlament hat man sich ja geeinigt, aber babei keines­wegs auch über die anstehenden Vorlagen, speziell über ikas Vereinsgesetz, das bei den Freisinnigen wegen des Sprachenparagraphen auf schärfsten Widerstand pogt Der imnerpollli che Himmel ist also nach wie vor bewölkt, ein Gewitter i't herauf gezogen, Blitze sind bereits hernieder- rezuckt, und wenn das Unwetter sich auch wieder verzogen tzad, wer will ja gen, ob eS nicht bald wieder kehrt

Gewitterschwül ist es auch in Preußen, wo das 1 Schicksal der Polendorläge noch nicht ganz sicher ist; L wenigstens ist sie in ber Kommission mit 19 gegen 9 Stim- men ab gelehnt worden, unb es ist sehr bemerkenswert, daß selbst bie Konservativen wegen der sie nicht befriedigen- f den Regelung der Enteignungssrage gegen die Vorlage ge­stimmt haben. 2-amll ist allerdings ihr Schicksal durchaus | noch nicht besiegelt, im Gegenteil ist anAunehmen, daß doch nocy eine Verständigung stattfindet, da die Vertreter der $ Lonservativen Partei ertlärien, daß sie in ber Zwischenzeit !, bis zur zweiten Kommissionslesnng zu Verhandlungen bereit j-eien, um eine anöerc Form der Enteignungsvorschristen zu finden, die ihren Wünschen entspricht Aber auch wenn die Vorlage im Plenum durchgeht, ist die Situation in Neusten auch immer noch recht schwierig, denn einmal gilt es noch die Finanzen im Hinblick auf die großen Aus­gaben zu regeln, andersells beschäftigt die Wahlrechts frage

^rostssor Dr. Adolph von W e n ck st e r n-ZrcSlau