157. Jahrgang
Erstes Blatt
▲ ▲ jährlich wll. L2v; ourry
4 7^ Abhole- tu Zweigstellen ji v3a Sh» ▼ monatlich 6s Pf.; durch
Die Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten
HL Virement
4
3
i
4
2 u
1
j
•J ä
3
3
5
-t
Wationüitiöeralcr Wartcitag.
Unberechtigter Nachdruck verboten.)
S. u. H. Wiesbaden, 6. Oktober.
Mittwoch 9. Oktober 1907 Bezugspreis, monatlich 7b Vf^vienet- jährlich Mk. 2LV; durch
rr. 237 ßrjchetttt iügltch außer Sonntags.
Gießenet Anzeiger ,erden im Wechsel mit em hessischen Landwirt ie Siebener Kamillen, löttet viermal in der Mt beigelegt und syei'nalrvöchentlichdas -.eirblatt iüt den Kreis jteten. Yerniprech-An- Hlutzf.d.RedattwnI12 ! !erlag u. C-xpedttwn 51 löiefle tüt Depeschen; Anzeige» Eichen.
Innahme es« Anzeigen ® ,"1T t)tC LageSnunnner ti vormittags 10 Uhr.
durch einige Vorsitzenden und einige der heute sehr zu unrecht angegriffenen Staatsanwälte und Verteidiger. Tie unnötige Tortur der Pre„e luyrt zu keinem Ziele, aber wir , tun besser, auch hier wie bei der, Behandlung Jugendlicher usw. zu warten ois zur Reform der ^.tra',- prozeßordnung, damit diese nicht verschleppt wirb.
Exzellenz Hamm (Bonn) forderte die Zulassung der Laien zur Strafkammer als Richter, weil gewerbs- oder berussmägrge Richter zu leicht in Schematismus verfallen. Wenn Laien am RiHtertisch sitzen, wird langsamer verhandelt, den ein^hien Fällen mehr Wert beigelegt, das Vertrauen der Bevölkerung zur Justiz wieder hergestellt. Dringend wünschenswert ist es, das; als Schöffen und Geschworene auch Arbeiter herangezogen werden. Wir wollen weit hinuntergreifen in das Volk, dieses erziehen< zum Vertrauen in die Rechtspflege. (Bravo!) Ich mochte ganz gerne Sozialisten am Richtertisch sehen. Ich bm uoerzeugt, daß viele Schöffen nicht so milde urteilen, wie mancher saflappe Jurist. Tcr Staats'.mwaU soll fich nicht nur als Polizcikommmar W« unb auch den Mut haben, von der Berfolgnng einer Lache ab- zusehen. Ein Fall aus dem praktischen Leben: Als ich Liaals- anwalt war, sollte ein Mann nach langen Jahren, als er von Amerika zurückgekommen ivar„ wegen Unzucht an einem Km de angeklagt toerden. Ter Vater des Zkindes kam entsetzt zu mir und sagte: „Jetzt ist meine Tochter 22 Bahre^alt, die ^-ache i)£ im Orte längst vergessen, und nun soll meine Tochter als Bkug^in vor Gericht. Das bringt neues Unglück über meine rMwilie. -öd), habe die Anklage niedergeschlagen, obgleich ich deshalb hatte zur Rechenschaft gezogen werden können. ~ Le Staate anst alte sollten auch den Mut haben, sich nicht nur als Pol^eikomminar zu fühlen. Ter Staatsanwalt sollte auch ahnragen, ivo das größere Interesse vorliegt, und lieber einmal eine ^ache laufen lassen. (Beifall.) , ... ... r _
Bei der Abstimmung wurde die R e j o l u t i o n m 1t g r o tz e r Mehrheit angenommen mit den Zusätzen, daß auch die Beseitigung des Zeugniszwanges der Presse und die geionderte Behandlung der Minderjährigen gefordert wird.
Generalsekretär Keinath (Stuttgart) befürwortete alsdann
bUCb^rt§ 8. Oft. Der Wechsel im Auswärtigen Amt wird von der Pariser Presse gleichmäßig als ohne
Petersburg ausgewählt worden war.
Petersburg, 8. Oft. Die Abberufung- des hiesigen beutn-ni Botschafters v. Schön wird von der deutschen Kolonie der russischen Hauptstadt allgemein bedauert. Man sieht ihn nur ungern scheiden aus dem Kreise, wo es ihm in der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Wirrens aelunqen ist, allgemeine Verehrung und Sympathie sich zu erringen, durch seine außerordentlich .herzliche, emfache Verkehrsart sowie durch das allgemeine Interesse, das er bei feder Gelegenheit für jeden Einzelnen wie für tee Gesamt- beit der Kolonie bekundete. Exzellenz v. Schön weckt angen- bticklich im Auslande. Botschaftsrat v. Miquel versicherte, daß die Berufung zum Staatssekretär des Aeußern^ Herrn v. Schön nicht unerwartet kam. lieber ben Nachfolger ü. Sckföns wird augenblicklich mit dem russischen Hofe ver- (,an£o'n bon, 8. Oft. In hiesigen politischen Kreisen legt man dem Rücktritt T f ch i r s ch k y s keine besondere Be- delitung bei. Tschirschky ist den hiesigen, diplomatischen Kreisen immer durch seine Zurückhaltung em fremder ge-
Tic seit längeren erwarteten Verschiebungen in hohen jiclten der Diplomatie sind nunmehr erfolgt, indessen at es dabei wie immer an Ueberraschungen nicht ge- .plt wenigstens soweit die Wahl der neuen Männer rr Betracht kam. Daß der Statthalter der Reichslande mtsmüdö war, ist kein Geheimnis geblieben, wenngleich iemanb an den Rücktritt im jetzigen Augenblick gedacht at. 13 Jahre hat Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langen- urg auf seinem verantwortlichen Posten gestanden, der roßen Takt und viel Geschicklichkeit erforderte und nie- iand wird ihm die Aneriennung verjagen können, daß r überaus segensreich gewirkt und viel dazu beigetragen at, die Gegensätze zu mildern. Allzuviel ist er dabei freilich icht in die Oesfentlichkeit getreten, aber man weiß, daß r unablässig an seinem Ziele arbeitete, die Germanisie- ' ungspolitil ohne überflüssige Härten durchzuführen. Selbst ' in Köller, der als Minister des Innern und Oberpräsident J on Schleswig-Holstein ein Draufgänger war, hat sich in ft Araßlmrg nicht unbeeinflußt durch den Statthalter ganz | trachtlich gemäßigt, und man darf es mit Genugtuung N erzeichnen, daß die reichsländischen Regierungskreise ganz i uergijch die Bestrebungen auf eine größere Selbständigkeit ttjaß-Lothringens zu fördern'bemüht sind.
Tie Bewohnerschaft wird es dem Fürsten danken, daß -nter seiner Amtsführung wichtige Reformen zustande ge- e ommen sind, vor allem die Neuregelung der Gemeinde-, »Tönung, die Aushebung der vorsintflutlichen Tür- und c-ensters. euer, dann aber die Aushebung des Diktaturpara- ;raphen und Einführung eines neuen Preßgesetzes. Sein stachftckgsr findet daher ein wohlbestelltes Feld vor, aus )cm es ihm nicht unschwer sein wird, gleichfalls Erfolge u ernten, wenn er auf der bisherigen Bahn fortfährt. m -As voraussichtliche Nachfolger Hohenlohes waren während 14 ,r oft ausgetauchten Gsrüchte von seinem Rücktritt die - rsch-edensten Personen genannt worden, törichterweise jo- 2 a: Prinz Eitel Friedrich, dann der Sohn des Fürsten, rbprinz Ernst, der frühere Kolonialdirektor und auch der Prinz von Schaumburg^LiPpe fehlte nicht, aber an den -rfeu W e de l hatte niemand gedacht. Er gilt als eine , ht gewandte Persönlichkeit, sowohl bewährt als Militär, rvic als Diplomat und nicht in letzter Linie wegen dieser
< C genjchaften dürste die Wahl auf ihn gefallen sein. Ziel' icht mag auch das Moment mit den Ausschlag gegeben haben, eine Persönlichkeit zu wählen, die gewissen Direkt men aus Berlin zugänglicher ist, als eine hohe fürstliche Persönlichkeit, was auf der einen Seite seine Vorzüge, auf der anderen Seite aber auch seine Nachteile haben
Man schritt nunmehr zur Beratung der vorliegenden Reso- lut'vnen. An erster Stelle begründete, von Beifall begrüßt, Gras v. Oriola den folgenden Antrag: t „
Ter Vertretertag der Nationalliberalen Partei erwartet von der nationalliberalen Fraktion des Reichstags,^daß sie nach wie vor mit aller Entschiedenheit für die nötige Stärkung und oen weiteren Ausbau unserer Flotte unter tunlicher Beichleumgung desselben eintritt. Ter Vertretertag erachtet es im besonderen als durchaus erforderlich, daß die Neubauten unserer den Neubauten anderer Staaten Bezug aui Gr-b-, Armtcrung^und Schnelligkeit mindestens gewachsen itnb und baß bie Altersgrenze der Linienschiffe herabgesetzt werde."
Tie Resolution des Vorstandes wurde einfhmmtg angenommen. (Lebhaftes Händeklatschen.) .
Tie zweite Resolution des V o r ft a nd es, lautete.
Ter Allgemeine Vertretertag in Wiesbaden wolle be,chUeßen: Tie ^Durchführung der Revision der Strafgesetzgebung ist eine Kulturaufgabe, deren baldige und gründliche „Losung vom ganzen deutschen Volke ersehnt wird. Bei der Revrnon ist als rrchtnrrg- gebendes Ziel ins Auge, zu fassen daß höherem Ma^ als dies heute der Fall ist den rechtlrä-cn und stttlicqen Anschauungen unserer Zeit und unseres Volkes Rechnung getragen werden muß. Was die an erster Stelle in Angriff nehmend<. Revision des Strafverfahrens betrifft, ist erforderlm;: Beteiligung des Laienelements in allen Gerichten der erstrn um) der Berufungsinstanz, allgemeine Einführung der _Berufmm Einschränkung des Legalitätsprinzips, Schutz der ^ugen gegen verletzende Behandlung und ehrgefahrdende Fragestellung, Ausdehnung der' Reckte des Beschuldigten und der Verteidigung vor allem im Falle der Verhängung der Untersuchungshaft.
Ter Referent, C aller (Straßburg) führte ans: Duser Antrag soll nicht von juristischen, sondern in dtt von po.i-
tischen Gesichtspunkten beurteilt werden, ^nüMe Gesetz- t-rpsiiina muß mehr dem allgemeinen V o l ks b w n ß t s e i n en tsp rechen? (Lebhaft« Seifalt) Tiefem Bewuhtiem s eh allerdings ein Kreis orthodoxer Juristen gegenuver. (Sehr richtig., Wir kranken daran, daß der Laie nicht die
für sein richtertiches Amt zu tragen hat. Es mrrd Pente, nach nieiner Meinung, zu viel gestraft, zu viel angeklagt. Um Bagateu fachen sollte sich der Richter nicht kümmern brauchen. Die oieso- lution soll als ein Appell an die Bundesstaaten wirken die Vorlage bald und in einer guten Form zu bringen. (Lckhafte^, anhaltendes Beifallklatschen.) ßFa ift
^uftisrat Landtagsabg. Haarmann (Dortmund). tLs ist ein Unsinn, einen Diebstahl im Mckfall mit Monaten zu bestrafen, anderseits aber Roheitsdelikte miÜ>e Ku behandeln.
Ein Zusatzantrag fordert Erweiterung des Recküsmittelster Berufung, ein zweiter Beseitigung des Zeugniszwang^, der Preße.
Amtsgerichtsrat Tr. Liepmann (Charlottenburg) bezeichnet sich als Reformjurist. Er müsse aber sagen, die Klagen über schlechte Behandlung der Zeugen feien Nicht begründet m unserer Gesetzgebung und der Strafprozeßordnung, sondeni in der ausnahmsweise n Handhabung der Besttrnmungen
kann. r
Ebenso hat die Neubesetzung des Auswärtigen Amt^ hinsichtlich der Wahl des Nachfolgers überrascht; denn auch an Herrn von Schön hatte niemand gedacht. Allzuviel weiß man in der weiteren Oesfentlichkeit nicht von ihm, nur daß er als ein überaus gewandter Diplomat gilt, der sich namentlich auf dem schwierigen und heißen' Terrain von KrPeichagen durchaus bewährt hat. Aber der Fall Tschir'fchü) zeigt, daß man wohl ein ganz guter Diplomat, aber lein allzu glücklicher Leiter des Auswärtigen Amts fein kann, und inan muß erst abwarten, wie Herr^ von Schön im Parlament abschneidcn wird, wo sein Vorgänger bekanntlich versagte. Herr von Tschirschky dürfte sich in Wien wesentlich wohler fühlen, als in der nicht immer angenehmen Atmosphäre der Wilhelmstraße.
° TaS ganze „Revirement", wie es in der Diplomatensprache heißt, beweist aber, daß Fürst Viilow sich trotz mancher Wühlereien des uneingeschrünlten Vertrauens des Kaisers erfreut, denn es steht außer Frage, daß er bei dem Wechsel hervorragend mitgewirkt hat; man erinnert sich vielleicht, daß vor einiger Zeit Graf Wedel nach Norderney berufen war und auch 5^err von Schön ist ein Vertrauensmann des Fürsten, durch den er auch für
(Fortsetzung.)
Nach fast ein stündiger Pause trat man um 3A3 Uhr in die Debatte ein, wobei an erster Stelle
Fleischer- Dresden spracy. Er, als Arbeiter, wolle die Gelegenheit benutzen, um die Stimmung der nation alen Arbeiterschaft in Sachsen streng zu skizzieren. Auf der einen Seite steht in Sachsen die konservative, auf der „anderen die sozialdemokratische Richtung. Die erstere hat das Mißtrauen der Arbeiterschaft erregt und mißmutig gemacht. ^ie Regierung brachte den Arbeitern durch von Polizeigeist diktierte MaLuaymcn kein Verständnis entgegen und trieb sie ins rote Lager. Sie^dursen aber überzeugt sein, daß ganz bcbcutenoe Teile der sacchychen Arbeiterschaft nicht überzeugt der Sozialdemokratie anhangen (Bravo.) Des weiteren kritisierte der Redner die Sozialpoluil des Zentrums und die Stellungnahnie Dasbachs gegen den Tarifvertrag der Buchdrucker. Sehr erleichtert wird die nächste „Neichs- tagswahl, wenn die Reichstags- und Landtagsfraktron in entschiedener Weise die Arbeiterfordernngen vertritt. (Levy. Bravo.) i
St üben bord (Landau, Pfalz) pflichtete den Ausfüyrungen Bassermanns und seines Vorredners bei und betonte die Bedeutung der Arbeiterfrage für die nationa1IiberaIc Partei. Tie Sozialdemokratie wolle unzufriedene Arbeiter. Denn in dem Augenblick, wo sie zufrieven seien, sägt die Pozial- bemofratie den Ast ab, auf dem sie sitzt. Sozialdemokratie wie Zentrum hätten sich Institutionen geschaffen, wre Organiw- tionen sehr gestärkt, wie Redneri chulen, jozialpvlitische Un.errichts- kurse usw. (Bravo.) .r,
Rechtsanwalt Tr. Mar w i tz - Berlin: A-'ie §<cktelüik nur durchzuführen, wenn die Regiening sich — oud) in Preußen zur Vermittlung zwischen konservativ-liberal bekenM. Pchhone bestimmt, daß sich der Vertretertag einstimmig zur Blockpolitir bekennt Ob wir dabei nüt dem Herzen sind, ist ganz ^'chgultig, diese Politik wirv uns in erster Linie vom getunten Ver,taiw diktiert Untere Führer geben uns Gewähr, daß wir auch bet der Blockpolitik keinen Teut von unserem Programm auigeden. (Lebhafter, anhaltender Beifall.) . <
Ich habe schon immer verlangt, daß die Partei wieder mehr liberal wird, weil wir sonst nicht vom Fleck kommen. Ter letzte Wahlkampf war in Südhannover der gehässigste seit langem. Turch das Betonen des Liberalismus i]t die Par Pt dort aus" der Verteidigungsstellung dahin gekommen, daß fte ;etzt wieder zum Sturm übergehen kann. (Bravo!)~ Zum Schluß bat der Redner die Abgeordneten, sich ter kleinen etaotc anzunehmen.
Vizepräsident Krause faßte das Ergebnis der allgemeinen Debatte unter allgemeinem Beifall dahin zuiammen. daß sich der Vertretertag allgemein zu den Ausführungen Basiermann^
solutivn: . m .
„Der Allgemeine 23ertretcrtag_ der natwnallibera^n Partei spricht die Üeverzeugung aus, daß die Fortfuh-nmg einer CraiU vollen Politik der preußischen Regierung gegen ba». cmbrangcm>e Pvlentum eine dringende dü-rwendigk^it im ^znteresie des ganzen» deutschen Volkes ist." 5 „ -
Rechtsanwalt Schirren-Kiel: In der Nordmar? toitrte man es nicht verstehen, ter Dänen zu vergessen, wenn man von den Polen spricht. Der Redner vefürivortete einen , Zusatzantrag, der mit dem Hauptantra-g einstimmige Annahine _iaiiu, daß die preußische Regierung wie bisher in tre.iVoller den Uebergriffen des Däiientums gegenübertreien wolle.
Eine Resolution: „Der Vertretertag halt eine baldige und durchgreifende Reftrm tes Wahlrechts zum p.e-ißiichen Abgeordnetenhause für eine unabweisliche Notwenoigkeit und ipruht die Erwartung ans, daß diese Frage au; die Tagesordnung des demnächst einzubenisenden preußischen Vertretertages gefetzt wird , wurde ebenfalls einsümmig angenommen.
Eine längere Debatte verursacht folgender Antrags „Der Veriretertag ter nationaiilberaleii Partei begrüßt me nationale Arbeiterbewegung in Deutschland und erblickt tu ihr eine erfolgreiche Sammlung der national gesinnten -erjeiter* ichaft. Der Vertretertag erwartet von allen nationallioeraleu Parteisreuiiden die llnterftützung der nationalen Ärbeiterbewe*
gVoße Bedeutung für Frankreich hingestellt, da, wie das Journal sagt, der Kaiser feine auswärtige Politik selbst leitet. Alle Berliner Korrespondenten loben die liebenswürdige Art Tschirschkys. Echo de Paris erinnert daran, daß .Herr v. Schön bei dem oamaligen Parier Botschafter Fürsten Münster Schwierigkeiten hatte, was ihn zu dem Uebertritt an den Koburger Hwf veranlaßte. Wenn Herr v. Mühlberg nach Rvnr ginge, so wäre endlich die Einheit der Leitung im Auswärtigen Amte wiederhergeftellt, was sel/r erfreulich wäre, denn nichts sei verdrießlicher als wenn viel Absagen auf freundschaftliche Ver-icherungen folgten. Fürst Radolin wird l^eute in Paris zurück erwartet.
die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg« ZeilenpreiS: lokclllbPs^ auswärts 20 Pfennig.
Verantwortlich
für den politischen Teil: L. Anderson; f. Feuilleton und EVernnfchtcs^ P. Wittko; für »©mbc, u. Land- und „Serichls^ Ko$attons6rud und Verlag der vrShl'schen Univ.-Buch- «nd Sieindruckerri. $L Lange. Uedaktion, Exyedttion und Druckerei; Schnlstrstz« 7.
9UTt93um Schluß brachte Generalsekretär Breithaupt aus Elisen-f felä bei Markt - Redwitz von einem nation ciUiberalen Verein, der fast ausschließlich aus A r ö eit e rit b e steht, einen Wunsch vor, dahm zu wirren, die Atrersgr-NoL seiner Jnvalibitätsgesetze von 70 Jahren heravzuietzen. '
Unter allgemeinem Beifall ine Beteutung tec heutigen P-ei-j Handlungen betonend, schloß Vizepräsident Krause den tigen Tag. - (Zorti^iotg^
Dentsehes Neich.
Elbing, 8. Ort. Der Kaiser mit dem Prinzen, Oskar traf um 12 Uhr im Sonderzuge in Elbing ein, wo sie von der Kaiserin und der Prinzessin Vittoriu- Luise, die im Automobil von Cadinen gekommen waren,' empfangen wurden. Die Ankunft in Eadinen erfolgte vor 1 Uhr.
Be rlin, 8. Okt. Gestern fand im Rerch-vpoft^ amt eine Konferenz der Oberpostdirektoren statt auf der die Neuordnung der Rang- und B e so l d u n g s v e r h ä l t n i s s e der Postbeamten beraten; worden ist. _ f r
— Nach Mitteilungen einer ftanzoftschen Kvlonial-f Zeitung wird der frühere Gouverneur von Deutsch-Ostaftrka^ Graf v. Götzen, demnächst in Paris einen deut-, s ch en K o l o n i a l v o r t r a g halten, als Erwiderung des' 'Vortrages, den der französische Deputierte unb ^lomal- Politiker Lucien Hubert int März dieses Jahres in Berlin gehalten hat. , , _
Trier, 8. Okt. Die hiesige Regierung entzog denk katholischen Pfarrer Opp in Namborn die Orts- s chulinspektion und den schulplanmäßigen Religionsunterricht. . , ,
München, 8. Okt. Das bayerische Minister rium hat das Gesuch des hiesigen Magistrats über Zu-> lassung der Feuerbestattung in Bayern und Einrichtung eines Krematoriums in München abge -> lehnt. ,
Karlsruhe, 8. Okt. An dem Leichenzug des Großherzogs nahmen auch die s o z i a l demokratischen Landtagsadgeordneten Rechtsanwalt Frank und der sozialdem. Redakteur Kolb teil.
•' Generalsekretär Keinath (Stuttgart; ui»uumt
n I folaenden Antrag, der nach kurzer Aussprache Annahme fand.
5 - „Der Allgemeine Vertreter tag ter Nationallibercuen Partei
spricht die Erwartung aus, daß das in Aussicht jtehende Gcictz betreffend das Reichs-Vereins- und Versammlungsrecht in freiheitlichem und nationalem Sinne gestaltet wird, rmd daß ^insbesondere die in einzelnen Bundesimaten bestehenden Freiheiten keine Einschränkung ersahren. , .
x Geheimrat Dr. Friedberg begründete daim fogende Re-
:-vJ kiä


