Nr. 288
Zweites Blatt
157. Jahrgang
Samstag 7. Dezember 1907
Urlchetni täglich mti Ausnahme de« Sonntags.
Die ^Gtegener Familienblätter^ werden dem ellnjftfler* viermal wöchentlich berget egt. das „Kretsblati Mr öen Kreis Gießen" zweimal VöcheraUch. Der ^yesstjche Landwirt erscheint Monatlich einmal.
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General-Anzeiger für Oberhesfen
Rotationsdruck and Verlag bet Br0blichen Universität- • Brich- und 6tetnötudeiei, 8t Laug«. Bretzea.
Redaktion. Exvedttion and ®ruderet: Schal- stratze 1. Qcrpeöthon and Verlag । Esss- 6L Redaktwn:e« i la XeL-Whu
KtiMMUttgsvilü uns dem Reichstage.
B e r l i n, 6. Dezember.
So stürmisch die Debatten der letzten Tage, so jarblos und friedlich war der heutige Schwerinstag. Ein Mittelstandsantrag des Zentrums stand zur Beratung, ein Antrag, der sich u. a. auch mit der schwer löslichen Frage der Abgrenzung der Begri,se „Fabrik und Handwerk beschäftigte. Herr Trimborn, der den Antrag seiner Partei begründete, hatte nicht den Ehrgeiz, diese Frage zu lösen. Er überließ das dem „erleuchteten Geiste der Regierung", wie er ironisch betonte. Die Regierung wird sich kaum beeilen dieser Aujforderrtng zu folgen: Konnte sie die Grenze zwischen Fabrik und Handwerk ziehen, sie hätte es längst getan. Herr Trimborn schloß mit der Forderung einer vernünftigen H a n d e l s i n s p e k t i o n. Wie diese gestaltet werden soll, darüber waren die Meinungen geteilt. Herr P a ul i-Potsdam, der konservative Vertreter des Handwerks seit Jakobskötters Tagen, hielt eine kurze Rede, eine Rede, deren Motto das Lutherwort ist, das Herr Pauli über den Wallotbau zu setzen empfahl: Tu den Mund auf, hör bald wieder auf! An diese Mahnung kehrten sich freilich die anderen Redner nicht sonderlich, und es gab noch eine zeitraubende Debatte, in der die Herren Findel (nl.), Schmidt-Berlin (Soz.), Doormann Ar. Vp.) und Knlerski (Pole) sich beteiligten. Keiner der Redner brachte neue Gedanken vor, und das interesselose Haus vertagte, sobald es irgend anging, die Debatte auf Samstag 11 Uhr. Also eine kurze Sitzung steht in Aussicht. And das ist auch immerhin etwas.
polUtid>e Lagerschan»
Fatsche Schluffe.
Die „Köln. Ztg." eat Telegramm aus Berlin, Betitelt „ga Ische Sa) (uff e", worin gesagt wird, daß Die letzte Stellungnahme des Reichskanzlers dem Reichstage gegenüber als eine Einlentung zur Parlamentarismen Regierung ausgelegt worden sei. Bon der einen Seite wird das dem Reichskanzler als die Erfüllung einer fortschrittlichen Forderung augerechnet, von der andern Sette wird versucht, ihn taourch mri der Auffassung in Gegensatz zu tauigen, die man bei dem Kaiser ooraussetzt. Rach unserer Kenntnis der Dinge beruht sowohl jene Beurteilung als auch der Versuch, dem Reichskanzler beim Kaiser zu schaden, auf falscher Grundlage. Ware der Fall etngerreten, daß die vom Kanzler früher gehegte Hornung, mit der Bwckmehrheit geoeihlich ar- ierien zu tonnen, hinfällig genooroen wäre, so wurde der Kanzler dem Kaiser darüber Meldung erstattet haben, daß er nicht mehr in der Lage fei, das vereinoarte Regierungsprogramm ourchzujühren, und würde dementsprechend den Kaiser um seine Verabschiedung gebeten haben. Auch sei gesagt worden, daß der Reichstanzler, bevor er den Führern der Parteien die bekannte Mitteilung machte, dem Kaiser über die Lage berichtet und dann sein Verhalten den Weisungen des Kaisers angepaßt habe. Wir halten das für unzutrefsend und glauoen eher, daß der Reichskanzler ganz selbständig vorgegangen ist, zumal er voll- stänoig im Rahmen der oereinvarien Poiitir blieb, die aus k»er Voraussetzung einer Biocimehrheit beruht. Den Zweiflern, die an der Möglichkeit der Fortführung dieser Politik entstanden waren, mußte der Reichskanzler entgegentreten, und das tat er, wie ja auch die Folge gezeigt J^ai, sicher am besten, indem er den Aogeordneien reinen Wein darüber einschentte, daß er den Kaiser um Entbindung von seinem Amte bitten müsse, wenn er die Unmöglichkeit der Durchführung seines Blockprogramms erkennen sollte. Damit handelte er lediglich int Sinne der kaiserlichen Politik.
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Sämtliche Tarifverträge im deutschen Baugewerbe, die im Jahre luUo uom^en, sollen von oen uroengebern gekündigt werden. Die Erklärung für diese Maßnahme gibt angeblich das Geheim-Protokoll einer Generalver-
Gtctzeuer StaSttheater.
Die Schlierseer.
Fünfzehn Jahre sind vergangen, seitdem das Schlier- seer Bauerntheater unter Konrad Drehers, des Münchener ho,jchauspiel^rs, künstlerischer Leitung seinen Siegeszug durch Deutschlarid begann und in die Städte des mittet- uno norvoeulschen Landes einen Hauch der echten Hochgebirgs- romantii orachke. Millionen von Menschen Haden sich inzwischen an der bäuerlich-realistischen Darstellungskunst dieser Naturschai.jp ieler erfreut uno sind durch sie begeisterte Verehrer des deutschen tzochgebirgs geworden, in dem auch heute noch trotz aller Kulturfortschriite das Leben ursprünglicher dahmfließt, ais sonstwo in deutschen Landen. So ist es begreiflich, daß auch heute noch die Ankündigung „die Schlierseer kommen" die alte Anziehungskraft ausubt. lind in der Tat, es waren nicht die schlechtesten Schauspieler, die das neue Gießener Stadttheater gestern abend beietaen, und alle die zahlreichen Zuschauer, die sich an dem Stück Alpenwelt er;reuten, das die Schlierseer taten, werden die,en Theaiw abend nicht zu den verlorenen zählen. Ge- aeben wurde wiederum das Volksstück „Iägerb 1 ut", das Stück, das von allen Stücken dieser Art dis jetzt die meisten Ausführungen erlebte. Es enthält aile die Vorzüge und Fehler, die oie oberbaherischen Volksstücke überhaupt haben, von denen man in gewissem Sinne sagen kann, oatz man alle gesehen hat, rnemi inan eins gesehen hat. Es handelt sich barm um die alte Ge,chichte, daß der flotte Jägers-; manu ein ireuzbraves aber auch blutarmes Dirndl liebt, das außer dem Fehler seiner Armut noch den hat, einen Wildschützen zum Bruder zu haben. Der Widerstand der Eitern wird aber glücklich überwunden und die beiden Liebesleute kriegen sich zum Schluß. Diese an sich sehr em jache Handlung hat der Dichter mit mancherlei giünltch ei iahten Drum und Dran ausgesiattei, so daß das „Jagerblut" trotz aitcr Rührseligkeit einen treulichen Einvlta in die Hochg.'b.rgsromantii und in das Denken und Fühlen dtt Aelpter erhält. Eines aber hat das Stück, vor zahl
des
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HerAiuer Börse, 7. Dezember. Anfangskurs o.
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Canada KB.. . . barm stad ter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
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Harpeuer Bergwerk Laar au Ulte . .
k. um bar den E* B. .\ordd. Lloyd . . i ürkenloae . . .
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EJektnz. Lahuieyer . . . Elektnz. Stiiuckert . , . htichweüer Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amenk. Bakel!, harpeuer Bergwerk. . . Laurandtte ......
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reichen anoeren jeuier lä-aituug voraus: oie lustige Person, die es wie sie alle enthält, ist von dem Verfasser, Benno Rauchenegger, dem bekannten Vermittler alpinen Humors in den „Fliegenden Blättern", mit einer solchen Fülle derbdrastischer Komik ausgestattet worden, daß sie allein schon den ständigen Ersoig des Stückes gewährleistet. Das ist umsomehr der Fall, wenn für den Dorfbader Zangerl ein so hervorragender Darsteller vorhanden ist, wie ihn die Schlierseer in der Person ihres jetzigen künstlerischen Leiters Laoer Terofal besitzen. Auch diesmal verhalf er der Rolle wieder zu einem vollen Erfolg, trotz seiner Heiserkeit und trotzdem ec der alte Laver Terofal nicht mehr ist. Fünfzehn Jahre Bühnenleben gehen auch bei einem solchen Natur schauspieler nicht spurlos vorüber und zeigen sich in manchen Äußerlichkeiten, die von der frischen Ursprünglich teil, die ihm früher eigen war, nicht unbedenklich abweichen. Terofal gibt m. E. seinem Talent, zu karikieren, in Kleidung und Spiel zu sehr nach, um fetzt noch die harmlos-komische aber um so nachyaiterige Wirkung auszuuben, die ihm früher eigen war. Bedauer- lich war es vor allem, daß er den Schuhplattler durch [eine gesuchte übertriebene itoinit so sehr störte, und auch sonst wäre öfters weniger meyr gewesen. Aber dennoch kann gern anerkannt werden, daß er den von ihm ge- jchasfenoen Typ der schwätzenden, eß- und trinklustigen Dorj- baders auch diesmal wieder zu großem und ehrlich verdienten Erfolg verhalf und namentlich seine Schnada- hüpseln und das Lied „Frauenlob" waren inhaltlich und gesanglich köstlich. Neben ihm, der Seele der ganzen Ausführung, verdient an erster Stelle Eduard Pleithner genannt zu werden, der den Forftwart Niederacher lebenswahr uno natürtich wiedergav. Ihm paßte sich die Försterin der Therese Dirnberger trefflich au. Die Szene zwischen beiden im 4. Akt war reizend und künstlerisch oas Beste des ganzen Abends. Ein sehr cmsprechenoes Liebespaar waren Ludwig Wengg (per Försters,ohn) und Marie Erhardt (Loni) und auch der Hias des c^eorg Schuller verdient volles Lob, Von de^r übrigen Mit
sammlung des deutschen Arbeitgeber-Bundes für das Baugewerbe, das in die Hände des Vorstandes des Zentral- Verbandes der Maurer gelangt ist und von diesem veröffentlicht wird. Darnach hat der Arbeitgeberbund den Beschluß gejaßt, daß alle im Jahre 1908 zu vereinbarenden Tari,vertrüge bis zum 3L März 1910 oder bis zum 31. März 1909 und in weiterer Folge bis zum 31. März 1910 abgeschlossen werden müssen. Eine Verkürzung der Arbeitszeit, sofern bieje nicht über 10 Stunden beträgt, darf nur nach vorausgegangenem verlorenen Sireik und mit Genehmigung des Bundes-Vorstanoes eintreten. Der 1. Mai darf m keinem Vertrage als Feiertag zugestanden werden. Wie der Vorsitzende dazu erlautecno bemerkte, ist das Endziel darauf gerichtet, daß, falls nicht für alle Verträge eine Einigkeit erzielt weroen kann, dann sämtliche Vertrüge nicht in Kra,k treten und als letztes Mittel eine Aussperrung der Bauarbeiter größeren Umfangs, eventuell über ganz Deutfchiand durchge,uhrt werden soll.
Berliner daudelsgea . Dtuiuslädter Bank . , Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreuitaktieu . . . .
Baltimore- und Ohio-
Lisenlahn . . . . Gotthard bann . . . . Lomuard. Bisen bahn . Ueslerr. btaatsoann . . Bnuce-Hann-Eisenbahn
Zinsen jährlich ist zuguns^n des ^rmgeu oe.anrnt. Die erstere Gründung soll, dem Blatte zufolge, für die Baronin Vaughan beftünmt sein, der bekanntlich in morganatischer Ehe angetrauten Gattin des Königs.
und Industrie, Giessen.
Frankfurter Mörse, 7. Dezember, 1.15 Uhr.
Reichsanleihe do.
Konsols . . do. .
Hessen . . .
Uberuessen <
.\ordd. Lloyd . . . . , Ubeistilles. Eisen-Industrie
Teietoniscne üursöencnte
Glessenei Anzeigers, mitgeteik von der Bank lür Handel
. . 154.25 . . 125.iO . . 226.70 . . 137.00 . . 170.30 . . 137 25 . . 199.70
Gerichtsjaat.
x Frischborn, 6. Dez. 2Ks SchöfsengerichtLau- terbaa) beschäftigte sich dieser Tage mit der vor kurzer Zeit hier vorgelornnreiien Schlägerei. Mehrere junge Duriu-en tranken gerneiil,chastlich em Faß Bier uno hänselten hieroü oen taubsiuimnen Hadermehl. Aus oe.n Nachhaujegang p-L nun H. mit dem Wtejstr gegen einen der Burschen gegangen fern, woraufhin ihn der Ungeuagte Boß zu Booeit geiwgLN uno oer 2inge- tlagte Döring H. mit einem Prügel aus oen Kops ge,ch.agen have. Ein Urteil konnte nicht gesaln weroen, oa der z^gezogene Dotmetscher nicht in der Lage war, sich mit dem um inen
zu verstanoigen bezw. dessen Aussage wieoerzugeben.
RB Darmstadt, 6. Dez. Das Kriegsgericht der 2 5. Division verurteilte tn feiner heutigen Sitzung den Rekruten Bach vom Beziriskommanoo Frieooerg wegen Nic^t- gesteliuug bei semem Truppenteil zu 3 Monaten Gefängnis. Der Angeklagte war zu einer 14tägigen lleoung be.nu hei fischen Trainvataiuon einberusen worden uno hatte auch die Gesteilungsorore erhacken, es aber nicht für muig ge.-ucken, ihr ÖDlge zu leisten. Die hvi)e, weit üoer die son,i für sotipc Vergehe übliche Strafe reastseciigt sich dadurch, daß der Auge- kiagte schon häufig wegen ähnlicher Versaiuidigungen vorbeui-ast ist und sich auch während der Dienstzeit sehr schlecht gefügt hat. *
Essen, 6.Dez. Tas Schwurgericht verurteilte wegen Unterschlagung von 80 000 UJinrt den siadlischen Rendanten Brock aus Eeljeukirchen zu 7 dlloiiaten Gemuguis, der Schaden war gedeckt worden.
Tie Abtretung des Kougostaates.
Dem Blatte „So^" su,vrge tajuivct sich unter dem Budget der noch nicht veröffentlichten Dokumente über die
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wirkenden seien Anna Reil n;, is-iegmunu Magner und Anna Terofal (Wirt und Wirtin) mit besonderer Anerkennung erwähnt. Die Inszenierung des Stüaes stand aus der Höhe und war tank der reichhaltigen, unserem Siadt- iheater zur Verfügung stehenden Dekorationen vollendet und natürlich. Auch das Zusammenspiel war gut, was insbesondere in der belebten Wirtsi-ansszene des ersten Aktes voll zur Geltung kam. Der obligate Schuhplattler war bis auf die Mitwirkung Terosals trefflich. In den; Zwischenakten ließ sich ein alpines Terzett (Anna Rienol: ^treichzither, Karl Willner: Schlagzither, und Josef Riendi: Gitarre) mit vielem Erfolg hören. E S?
Ein vrachklang zum BesuvauSbruch 1906.
Dian schreibt uns: Im vorigen Jahre wurde dec kühne Forschermnt und das tapfere Aushalten des Leckers des Bejuv-Observaloriums während der Katastrophe viel gerühmt. Dem wird nun von C. Kümpel, dem Borsttzendeu des Werbeausschusses des Slenogr. Verbandes Stolze-Schrey, im Ilenogr. Unterhaltungsteile des von thm herausgegebenen Blattes ein Stoß gegeben. K. schreibt:
Uumütelbav unter dem Cbferuaioiium liegt das Besuvhotel, das bei dem Änsbiuch un Zahee 1906 hart niuqeiwmmeii wurde. Hier wurde damals der Wirt mit seinem Personal und mehieren Gäsien von einem Gabel,irom glühender irava emgeichlohen und drei Wochen lang gelangen gehauen. Ter befannie tzio'e,,or 'JJ{t im Observatorium hatte j i ch r e cl) 15 c 111 g in Sicherheit gebracht. Diese Oiachricht steht un Widerspruch mit der allgemeinen Annahme, Oay Pros. M. damals mutig auSgehalien yabe. Sie wurde mir aber verbürg! von dem Wirte sewfl, der letzt das Schweizer Hotel in Pompest beneibt. Ich muß ihm die Berautwortuug für |eme Angaben überlist,en. K b
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— Jur Bremenhavener Stadttheater hatte eine mit Benutzung einer englischen Sloüelleue geschriebene Kmnodie -Der m i u e r n a ch t 11 ch e B e s n w" von Wilhelm Georg bei chrer Uraufführung einen sehr starken Ersoig. In den, Werke steckt etwas von Frank Wedelmd'ichem Geiste.
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'1 enaeuz: ruhig.
Abtretung des Kongo st aates an Belgien ein Sehristfiück, das bezüglich d-er Gründungen, die der König aus der Krondomäne gebildet hat, Ausschluß gibt. Es ist darin eine Gründung enthalten, deren Zinsen 250000 Franks jährlich betragen und die zugunsten einer Person bestimmt sind, die der König noch später bezeichnen wird. n w - - - ------ ••
Eine andere Stiftung in der Höhe von 150 000 Franks ! vruyl ftye Umverfitäts-Vruckerei. ZchULftraße 7
Kolonialgesellschaft.
Frankfurt a. 9ju, 6. Dez. ^iach dem gestrigen Festmahl im Paimengarten nahm heute vormittag die ge,cha,i- liche Tagung der deutschen Kolonial-Gefelt- jcyaft im zoologischen Garten mit einer Vorstands,itzung ihren Fortgang. Mitgeteilt wurde, daß zwei populäre. Elfenbahn-Deuifchristen erschienen sind. Die eine i,t versaßt von Regierungsrat Dr. Zoepfl vom Reichvivionial- amt unter dem Titel „Wirtschaftliche Kowniaipoiilit". Die zweite unter dem Titel „W^ie machen wir un,ece icüIonien rentabel", versaßt von Dr. ing. Blum, Pro,e,sor in Hannover, und Dr. Gieße. Für d.e Kvlouialschuie Witzen- haus en wurde die übliche namha,ce UnierMtzung aus den Mitteln der Geselifcha,t bewilligt. Wetter tuurve der Etat sur 1906 genehmigt, der in Einnahmen und Ausgaben mit 305 7GU Mk. aofchl^eßL Ferner wurde em Antrag aus Uebernahme einer Garantie von 1200 Mt. sür Einrichtung von kolonialen Ferientur,en in Jena emimnuiig angenommen. Aus Anlaß der Anwesenheit des Herzogs Johann Wibrecht von Mealenburg jmoet heute bei Herrn und Frau Kommerzienrat Pafsavant-Gon- tard ein Diner statt, an dem u. a. auch Staatssekretär Dernburg tennehmen wird. Die Verlesung des Telegramms des Kaisers, die stehend angehört wurde, wurde mit jubelndem Beifall ausgenommen und begeistert stimmte die Verjanuniung in das dreifache Hoch em, das Herzog Johann Albrecht auf den Kaiser- ausorachte. Im weiteren Verlaufe der Beramngen bewilligte die Deutsche Holoniaige,cli)CL)a|t 10Oüu Mt. zur Erhebung des An- , iedelungsfonds für Ostasrtka; diefe Summe ist oefttmmt zur Unterstützung und weiteren Foroerung der deutschen Ansiedelung aut Meruberge., Den Abschluß der 2oiuyrigen Juoelse^er der Deutschen Bvlonialgejeiisiha,t bildete heute abend eine Fe ft vor stellung im Opern- hause.
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Verlobung der Fürsten von Bulgarien.
Auf SchiOi) iju.L, ivtc uuurvu. gemeldet wird,
gestern früh die Verlobung des Fürsten Ferdinand von Bulgarien mit der Prinzessin Eleonore zu Reuß-Kosrritz stattgesunden. Die Prinze,sin ist am 22. August 186U geboren, Fürst Ferdinand am 26. Februar 1861. Er war in erster Ehe vermählt mit oer Prinzessin Marie Luise von Bourtan-Parma und jett dem 19. Januar 1899 verwitwet. Seiner ersten Ehe sind zwei Prinzen, und zwei' Prinzessinnen entsprungen.


