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8.11.1907 Zweites Blatt
 
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nr. 26S

Zweites Blatt L57. Jahrgang

Freitag 8. November 1907

Erlchewt täglich mit Ausnahme de- Sonntag-.

Die ..Gietzener ^amiltenblatter- werden dem /21 meigei* otermal wöchentlich beige! egt, das Krtisblßt: fUi den Krcti Stehen" zweimal wöcheuUich. Der ..kfefstsche caadwtrt" erscheint monatlich einmal.

General-Anzeiger für Gberhejsen

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RorattonSdruck und Vertag bei Brüh lachen Untverfitätfl - Buch» und 6tetnbcudetet, 9t Lange. Bietzen.

Redaktion. ExvediNon und Druckerei r 64)ul* * strotze ?. Expedition und Verlag, ew bL Redaktion t 12. XeL-SU>u An^gerGletzen.

poüt6jd)c Tsrgesjchan.

Bismarck unb -Harden.

Zum Prozeß Moltke-Hardcn erhält dieDtsch. ^gcsztg." folgende Zuschrift vom Grasen Finckenstein ans -chönberg bei Sommerau, Mitglied des Herrenhauses und

Reichstags:Im Prozesse Moltke-Harden hat Harden ich seiner Beziehungen zum Fürsten Bismarck laut und aus- ringlich gerühmt; er hat aber wohlweislich dabei ver- chwiegen, daß Fürst, Bismarck ihm, nachdem er in der Zukunst" eine Aeußerung Bismarcks über die Konserva- iven, die damals allgemeines Aussehen erregte, veröffent- icht hatte, sein Haus verboten hat. Fürst Bismarck hat :iir dies im Jahre 1897, ich war damals Landrat des ireises Herzogtum Lauenburg und häufig in Friedrichs- uh, selbst und zwar, obgleich die Veröffentlichung chon vor einiger Zeit erfolgt war, noch voll Aerger .egen Harden erzählt. Er sagte damals, er habe Harden geschickten Publizisten öfters bei sich zum Frühstücke ^efehen und, wie es seine Art war, bei den Gesprächen ein Blatt vor den Mund genommen. Bei einer derartigen sröhstücksunterhaltung sei auch seine Aeußerung über die .anjervativen gefallen, jedoch in ganz anderem Zusam­menhänge und in ganz anderem Sinne, wie sie von Har­en veröffentlicht worden sei. Diese Veröffentlichung sei n der Form, wie sie geschehen sei, ein Vertrauensbruch .nb eine grobe Taktlosigkeit. Er habe daher sofort an- .eordnet, daß Harden in Friedrichsruhe nicht mehr emp- aiigcn werde. Es ist dies tatsächlich auch nicht mehr ^efchehen. Ich stelle ergebenst anheim, von obigem bo­mbigen Gebrauch zu machen." DieDeutsche Tagesztg." hrerseits sügt hinzu:Wir glauben es dem Andenken es Fürsten Bismarck schuldig zu sein, daß wir diese Zu- chrijt veröffentlichen, deren Inhalt übrigens mit dein olltvmmen übereinsrimmt, was wir selbst aus dem Munde es Fürsten Herbert Bismarck mehrfach gehört haben."

Die Aenderung des Gerichtsverfasiungsgesetzes.

Gegen den Entwurf eines Gesetzes betreffend die lenderungen des Gerichtsverfassungs-Ge- etzes, der Zivilprozeßordnung, des Gerichtskostengesetzes nd der Gebührenordnung für Rechtsanwälte sprachen sich ie Aeltosten der Kaufmannschaft von Berlin nach eingehen- en kommissarischen Beratungen und nach Befragung des orporationsausschusses für Handel und Industrie aus. )ie Aeltosten der Kaufmannschaft kamen nach eingehender wüsung der Gesetzesvorlage zu dem Ergebnis, daß die mrjchtechterungen, die die Vorlage bringt, die Verbesfe- ungen derart überwiegen, daß sie sich vom Standpunkte er Kaufleute und Industriellen aus gegen die Novelle usspcechen müßten. Die Aeltesten fordern eine organische mfonn der gesamten Zivilprozeßordnung, eine Vermeh- ung der Richterstellen, Abschaffung des Hilfsrichterwesens nd eine bessere Vorbildung des Richterstandes in den Angelegenheiten von Handel und Industrie.

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Oberst a. D. Cädke.

In dem Prozesse gegen den Obersten a. D. fräbte wegen angeblich unbefugter Führung des Obersten- jlel§ hat die 8. Strafkannner des Landgerichts Berlin I l§ Berufungsinstanz gestern das sreisprechende Urteil des Schöffengerichts aufgehoben und Oberst Gädke wegen un- cjugter Führung des Obersten-Tckels zu 150 Dtk. Geldstrafe, MWWMI M- m ,W »IFfll ««MTaBtaHSEiXr l IMT.tMWJMMBJ

Bad-Nauheimer Briefe.

vin.

Wenn es so weiter geht, werden wir in Bad-Nauheim uch im Winter uns ganz großstädtisch Vorkommen dürfen. Erträge, Konzerte, Theater so war für Abwechselung esorgt. Ter Vortragsverein eröffnete den Reigen mit inem geistigen Ausflüge nach Süd-Amerika. Dr. 'änel hatte die Führung übernommen. Die Aussicht )ar leider nicht klar, weil das Medium des Lichtbilder- pparates nicht ganz nach Wunsch funktionierte. Der Vortragende sprach aus eigener Erfahrung, die er in lehrjährigem Aufenthalt in Chile gewonnen hatte.

Zwei Tage später sprach Oberlehrer Dr. Klein aus Netzen im Bildungsverein. Es war eine Vorfeier des 30. Geburtstages von Froiherrn vom Stein. Llus em Rahmen der gewaltigen Zeitereignisse vor hundert iahren, die mit genauer Kenntnis und weitem Blick ge- hildert wurden, trat die Persönlichkeit des großen Po- ckikers anschaulich hervor. Wie verdienen es jene großen Männer, daß wir zu ihnen ausschauen, zu ihnen, die ll das geschaffen haben, woraus die Freiheit und die 'lacht unseres heutigen Vaterlandes sich gründet, deren leitreichende Gedanken noch Menschenalter später die Richt- nien der Gesetzgebung werden konnten. Tie Kreisord- ung von 18721 Die Landgemeindeordnung von 1891! »a, es fehlt sogar nicht an Ausgaben, dre sie gestellt, nd die auch wir noch langst nicht gelöst haben.

Am 4. Sept, veranstaltete der Bildungsverein eine Auf- ihrung vonKabale und Liebe". Es war die Truppe des om Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung engag­ierten Wandertheaters, die uns eine Leistung bot, wie .e sich nur den besten unsers sommerlichen Kurtheater» n die Seite stellen läßt. Das harmonische Zusanimen- riel und das volle Verständnis für das jugendlich geniale Dichtwerk packten das Publikum sichtlich. Es kamen mir nwillkürlich 'die Gedanken aus Schillers Schrift wieder n den Sinn, in der er das Theater alsmoralische 'Jiiiftalt ehandelt. In der Tat! Wir haben wohl kein Erziehungs- littel, das die Menschcnseele kräftiger durchschüttelt und

event. 5 Tage Hast verurteilt. Der Staatsanwalt hatte vier Wochen Gefängnis beantragt.

Zur Kongofrage.

»Jndep. Belge" veröffentlicht oas Interview mit dem Geheimrat Prof. Oskar Lens über die Ztongosrage. Lens hofft auf eine Angliederung des Kongoslaates an Belgien. Eine eventuelle Angliederung an Frankreich, das bekanntlich ein Vorkaufsrecht besitze, würde selbst die Eng­länder beunruhigen, da hierdurch der französische Besitzstand in Afrika atlzn ausgedehnt würde. Im weiteren Verlaus seines schriftlichen Interview spricht Lens die Hoffnung aus, daß der Kongostaat sich weiter entwickeln werde; er miß* billigt die englische Kampagne wegen der angeblichen Greuel- taten und erklärt diesen Feldzug im Namen der Moral nicht für angebracht.

AnsLan-.

Wien, 8. Nov. Der Stand der KaVinetts- krise ist unverändert. Man spricht von einem in Aussicht stehenden Beamtenministerium mit dem derzeitigen Minister des Innern Bienerth als Kabinettschef.

Die christlich-soziale Partei tritt nun doch ins Ministerium ein. Geßmann wird Handelsminister, Ebenhoch erhält das neu zu gründende Arbeitsministerium.

Budapest, 8. Nov. Uebermorgen beginnen hier die zwei Tage währenden Beratungen des Mitteleuropäi­schen W i r t s ch a s t s v e r e i n s über Schaffung eines ein­heitlichen Scheckgesetzes in Ungarn, Oesterreich und Deutsch­land.

Haag, 7. Nov. Der Besuch des deutschen Kai­serpaares in Holland wird, wie offiziös bekannt ge­geben wird, in der ersten Hälfte des Monats De­zember stattsinden. Darnach scheint der Aufenthalt des Kaisers aus der Insel Wight nur auf 3 oder 4 Wochen berechnet zu fein.

London, 7. Nov. Der auf dringende telegraphische Bitten des Königs Eduard und der Königin Alexandra gefaßte Entschluß d e r d e u t s ch e n Kai­serin gemäß dem ursprünglichen Reiseprogramm den Kaiser nach England zu begleiten, erregt hier lebhafte Be­friedigung. Je näher der Tag der Ankunft des Kaifer- paares rückt, desto größer wird das Interesse, das die ganze Bevölkerung an seinem Besuch bekundet. Die Eisen­bahngesellschaften lassen von London sowie von den meisten südlichen Badeorten billige Extrazüge nach Portsmouth gehen, um recht vielen Engländern die Möglichkeit zu geben, den Kaiser und die Kaiserin bei ihrer Ankunft aus englischem Boden zu begrüßen.

Nach offizieller Mitteilung trifft der Kaiser Mon­tag morgen 11 Uhr in Portsmouth ein. Die Marine-Be­hörden werden zur Unterhaltung der Offiziere und Mann­schaften der deutschen Kriegsschiffe, die die Hohenzollern begleiten, Festlichkeiten veranstalten. Es sind auch besondere Theater-Vorstellungen in Aussicht genommen.

Der König von Spanien wird dem deutschen Kaiser bei seiner Anwesenheit in England einen privaten Besuch abstatten.

Im Holbone-Distrikt wurde gestern abend eine sozia­listische Versammlung abgehalten, in der Sozial ist en- sührer Hyndman erklärte, es sei den Sozialisten über­lassen worden, den Besuch des deutschen Kaisers zu rügen.

Wir werden eS dabei nicht bewenden (affen, sagte der Redner. Wir werden gegen den Besuch demon­strieren und dem Kaiser zeigen, was wir von seiner Behandlung Karl Liebknechts deuten.

Das zur Dreadnought-Klasse gehörige SchlachtschiffSuperb" ist heute nachmittag in Elswick vom Stapel gelaufen.

Paris, 7. Nov. Die auf morgen angesetzte marok­kanische Interpellation soll um einige Tage ver­schoben werden und wird wahrscheinlich am Montag oder Dienstag zur Sprache kommen.

Cettinje, 8. Nov. Die Untersuchung in der Bombenaffäre ergab, daß die Verschwörer verbreche­rische Anschläge gegen den Fürsten unternehmen wollten.

Mogador, 7. Nov. Die teilweise Ni.ederlage der von Mulay Hasid entsandten Verstärkung an die Ma- halla in Deskina wird bestätigt. Einzelheiten über die Kämpfe sind noch nicht bekannt.

Sofia, 7. Nov. In dem Entwurf der Adresse der Sohranje wird betont, daß die Reformaktion für die bulgarische Bevölkerung Macedoniens fein günsti­ges Ergebnis gehabt habe, und die Regierung aufge­fordert, alles zur Besserung des Loses dieser Bevölkerung aufzubieten. Die Sobranje verspricht in der Adresse der Regierung hierzu weitgehende Unterstützung.

Ale neue AngNiLlinitr.

Gießen, 8. Nov. 1907.

Am Montag wurde der Hörsal der neuen Universi­tätsaugenklinik und damit das neue schöne Gebäude völlig in Benutzung genommen, nachdem die Klinilsbel/andlung bereits kurz nach dem Univerfitätsfest in das neue Heim verlegt worden war. Mit Recht galt daher die erste Vor­lesung des Direktors der Klinik, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Vossius der Entwicklung der Augenheilkunde an un­serer Ludoviciana und dem neuen Heim, das ihr ge­schaffen wurde. Geheimrat Dr. Vossius führte darin aus:

M. H.! Erst heute sind die Lehrräume der neuen Klinik soweit fertig gestellt, daß ich die Vorlesungen beginnen kann. Bevor wir an u'nsere Arbeit gehen, möchte ich Ihnen indes noch einen kurzen Ueberblick üoer die Entwicklung oer Augen­heilkunde an unserer Landesuniversität geben und Sie in den Neubau einführen, damit Sie sich darin bald heimisch sühlen-

Die alte Stätte meiner Wirksamkeit liegt hinter uns. Wir sind eingezogen in einen schönen, behaglich eingerichteten 9ieu- bau mit großen, Hellen, luftigen Räumen und langen Korri­doren. Die St'liiuE iniD-et als .vea- und Lei/rst^Ue eilte Musteran­stalt. Viel Mühe und Aroeit hat es auf allen Seiten gekostet, bis der Neubau soweit gediehen ist; aber per aspera ab astra. Was man schwer errungen, wird einem noch einmal so Heb und teuer und über das Schöne vergißt man auch wieder leichter die Schwierigkeiten, die man gehabt hat.

Hierunter will ich einen Strich machen in dem Gefühl der größten Dankbarkeit gegen unseren erlauchten Landesherrn, gegen das Großherzogliche Ministerium und die hohen Ständekammem, die uns die Mittel zu diesem schönen Bau und zu seiner inneren Einrichtung bewilligt haben, in dem es eine Freude sein wird, zu lehren unb zu lernen, in dem die armen Kranken mit allem Komfort eines Krankenhauses behandelt und soweit als möglich von ihren Leiden geheilt werden sollen, in dem die Patienten auch darauf ist Rücksicht genommen sich nicht kalt, sondern warm und gemütlich angeheimelt kühlen sollen, damit sie die Trennung von ihrer heimischen Scholle und ihr Leiden nicht zu schwer empfinden.

Nach einem müaolick aus Die Entwickelung der Augenhech« künde, die Verhältnis mäßig jungen Datums ist erst 1873

aus selbstsüchtigen Alltäglichkeiten zu großen allgemeinen Interessen emporreißt, als ein echt künstlerisches Bühnen- werk. Vielleicht ist das der folgenschwerste und frucht­barste Schritt, den der Rhein-Mainische Verband auf dem Wege der Volksbildung überhaupt getan hat, daß er dieses leistungsfähige Wandertheater ins Leben rief. Dem Ver­nehmen nach ist der Erfolg überall, selbst in kleinen Landorten, überraschend gut Das Entgegenkommen des Nauheimer Publikums, das auch den Künstlern, die in­folge der mangelhaften Nachtverbindung mit Frankfurt

nicht mehr heim konnten, freundlich Quartier bot, er­mutigt zur häufigeren Wiederholung des Versuchs. Und gewiß wird auch das Renommee unseres Badeortes da­durch nur gewinnen.

Freilich, ganz rein ist keine irdische Freude! Eins störte auch die unseres Theaterabends. Während nämlich die teueren Plätze nahezu ausverkaust waren, standen gerade von den billigen viele leer. Die­jenigen Bevölkerungsschichten, denen in erster Linie der Bildungsverein geistige Anregung zu erleichtern bemüht ist, halten schwerfällig zurück. Nicht als ob es an den wenigen Groschen fehlte, die wir zur Deckung der Kosten erheben müssen. Denn die Wirtshäuser, an denen wir wahrlich keinen Mangel haben, waren auch am Theater­abend dicht besetzt. Und da geht für Alkohol, Tabak, Spiel und Musikautomat mindestens drei- und viermal so viel draus, als der Theaterabend gekostet hätte! Ja, während des Vortrags über Stein, der sogar unentgeltlich war, mußten wir es erleben, daß junge Leute lieber im vorderen Wirtszimmer für sich allein herumgröhlten und sich rote Köpfe antranken, als daß sie einmal eine ernste Belehrung aus der Geschichte ihres Vaterlandes mit an- gehört hätten, aus der selbst wirstudierten" Leute noch gar manchen inneren Gewinn ziehen konnten. Wenn das die Früchte unserer so mühsamen Schularbeit sind, wenn die Neigung, die größten Geister des Volkes kennen zu lernen, so gering ist, daß der alltäglich gewohnte Auf­enthalt im Kneipendunst dafür nicht ein einziges Mal aufgegeben werden kann dann hat am Ende doch wohl Prof. Gurlitt nicht so ganz Unrecht, daß un s er p äd a-

lgogisches System trotz aller Religionsstunden und I Katechismuslehren in eine Sackgasse führe.

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die im Alkohol den einzigen Feind einer edleren Herzenskultur sehen, aber einer der ernstesten und gefährlichsten ist er auf jeden Fall. Es scheint mir deshalb eine wichtige Sache, die Menschen an eine Geselligkeit zu gewöhnen, in der klare geistige Anregungen höher geschätzt werden, als die Seligkeiten des Rausches.

(Schluß folgt.) *

Der Radium Vorrat der Welt. Wie ber Chemiker Proi. Boidas anögerechuet hat, beträgt bie gesamte bekannte Menge reinen Radiums aus der Erboberflasche nicht mehr als e i n G r a m m. Diese Heine Radiummenge verteilt sich unter eine Reihe von In- flitiuen und Gelehiten. Tie veischiebenen wissenschaülichen Jiistitiite der Welt besitzen zusammen etwa 30 Eentigramm. Tie Socistü des Prodrits Chinnqnes hat etwa 30 lueiterere Eentigramm auf Lager und eine Reine von Fabrikanten besitzt zusammen euva -0 Eentigramm. Bon großen Gelehrten sind Sir William Ramsay, Sir William Erookas, Pros. d'Arsonval und Edison im Besitz von je 20 Milligramm; Mute. Eune hat 15 und Pros. Eordas und Becgnere haben je 10 Milligramm. Nicht mehr als höchstens 10 Eentigramm Radium sind im Besitz von unbekannten Personen. Radium wird gewonnen vermittels eines komplizierten Spltems von Waschungen und chemischen Reaktionen. Tas jetzt vorhandene Radium ist ganz ausPechblende von Joachimstadf hergestellt; taujend Tonnen dieses Biinerals waren nötig, um das einzige Gramm Radium zu gewinnen.

kleine Chronik aus Kunst und Wissenschast. Des Amerikaners peaift Anerbieten auf seine Kosten 12 Deutsch-Ameri­kaner aus eine Studienreise nach Tentschlaud zu schicken, wurde definitiv abgelehnt. Tie im Kleinen Theater in Betlui zur elften Aufführung gelangte Komödie von Bernhard Shaw, »Kapitän Braßbonnds Belehrung" ist m der Uebeisetzung von Stegiiied Trebitjch bei S. Fischer m Buchsorm erschienen. Tas Kuratorium der B a n e r n f e l ö ft i f t n n g zu Wien erkannte, wie W. T. B. meldet, Wilhelm Raabe m Braunschweig und Hurt Laß - w i tz m Gotha Ehrengaben von je 20uü K tonen z u. (Tie Zueikennung einer Ehrengabe an Raabe, den größten unserer heutigen deutschen Romandichter, ivtrd von allen Reichsdeutschen mit freudiger Genugtuung aiugenommeii werden. Tie Zusammen- Heilung inneres allverehrteu Raabe aber mit dem m weitesten Kreiseit unbekannten Gothaer Gyuinafialvro'esjor Laßivitz, Der ja ein sehr wackerer Alanii und tüchtiger Pädagoge sein mag und dessen philoiophijche Schriiten und Romane ganz achtbare Leistungen sein mögen, setzt denn doch die Ehrung nicht unerheblich herab. D. Red.)