Mangel ßii Rücksicht Hiigcn neben den Pertretern der Presse die t Pflanzer, weil ihnen keine Gelegenheit gegeben werde, ihre t Wünsche und Beschwerden Herrn Dernbnrg vorzntragen- Offen- 1 bar ist auch hier die Knappheit der Zeit von Einfluß, und cs mag ( vielleicht das industrielle Interesse — Eisenbahn bau — dem Staats- I sekrctär für jetzt beachtenswerter erscheinen, als dasjenige der
2lns StaSt und Lnnv.
Gießen, 8. September 1907. ]
** Ordensverleihung. Wie uns aus Darmstadt i drahtlich gemeldet wird, verlieh S. K- H. der Groß- • Herzog dem Generaldirektor des Hoftheaters Werner : anläßlich seiner vierzigjährigen Zugehörigkeit zum Hof- theater das Komturrreuz des Beroienstordens Philipps des Großmütigen.
** Ru h e ft a n d s v e r s e tz u n g- Ter Lokomotivführer in der He,slsch-Preußtschen Eifenvahngemeinschast Joys. Seeth zu ließen wuroe auf sein Nachsucheu wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt. ~
** Zurückgenommene Ernennu n g. S. K. H. der G r o ß h e r z o g haben die Ernennung bex> Steuertom- nlissärs Regierungvrat Stroh zu Mainz zum Steuerkvni- nnsjär des Steuertommissarmts Gießeu auf dessen Nachsuchen zurückgenomuien.
** Po stp e r s o n a l u a chri ch te n. Versetzt sind: Postassistent Jak. Köhler von Bad-Rauheim und die Telegraphenassistenten Palm von Offenbach und Schneidler von Darmstadt nach Berlin; Telegrapheugehckfin Anna Vöglin v. Frankfurt a. M. nach Darmstadt. Etatsmäßig angesleUt: Telcgraphengehilfin Lorge in Mainz. Bestanden: die Poslselretärprüfung Post- assistent Georg Becker in Mainz. ^lngenounnen sind: als Postgehilfen Oberrealschüler Barth und Gymnasiast Beck in Mainz; als Telegraphengehilstn, Elsa Lnnbach in Mainz. Freiwillig ausgeschieden sind: Postgehilse Widerstein in Offenbach, Postgehilfin Großer in Darmstadt und die Telegraphen- gehiljinnen Engelhardt und Winter in Darmstadt und Stark in Mainz.
** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Hergers- hausen Jak. Helfrich auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. — Erledigt sind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. und 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Krrch-Brom- b a ch. Tem Fürsten zu Lvwenstein-Wertyeim-Rojenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg stehl das Präsenlarronsrecht zu. Mit der 1. Stelle ist Organistendienst verbunden. Tie mit einem kathol. Lehrer zn besetzende 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Over-Wöll- stad t.
** Sexual hygienische Belehrung der Schuljugend. In Nr. 246 der „Frkf. Ztg." vom 5. Sept, findet stch die Nvr^z: „Nun har auch das hessische Schutunniste- rium zu der wichtigen Frage der sexuathygienischen Belehrung der Schuljugend Stellung genommen. In einer soeben an die Direktionen der höheren Leh-ranstalten des Großherzogtnms gerichteten Verfügung druckt die oberste Schuldehvroe den Wunsch aus, daß den Abiturienten dieser Schulanftalten entsprechende Belehrungen nach dieser Richtung zu geben seien. Tas ist nach der „Darmstädter Zeitung" nicht ganz richtig. Die Ministerialavteilung für Schulangelegenyeiten Hal bereits 1905 Stelluirg zu der Frage genvimnen und im Frühjahr l. I. sind den Abiturienten der höheren Lehranstalten zu Tarm- stadt versuchsweise Belehrungen über die sittlichen und ge- sundheitllchen Gefahren geschlechtlicher Ausschweifungen, so- wie unmäßigen Atroholgeuusses in Form von Vorträgen durch den Vorstand des Grvßh. Kreisgesundheitsarntes erteilt worden. Tie Anordnung hat bei den Eltern der Schüler Billigung gesunden und wird im Lause des Schuljahres aus alle Vollan st alten des Landes ausgedehnt werden.
** D i e M anöver in Ob er Hessen- Am Donnerstag herrschte ausgiebiges Regenwetter, die Wege und Felder waren aufgeweichl- Trvtzvcm wurde auf dem Gefechtsgelände abge- kochl und Ververeuungen zum Biwuk getrosten, doch mußten die Truppeil abends 9 Uhr noch in Mastenquartieren untergebracht werden- Freitag früh begannen die Gefechte wieder, die fchlüpfrigen Wege machten das Marschieren sehr beschwerlich, am Abend wurden große Biwaks bezogen, die von vielen Schlachtenbummlern besucht wurden- Am Samstag wurden die Gefechte wieder ausgenommen und gegen Mittag beendet, worauf die Truppeil Quartier bezogen- Die allgemeine Kriegslage war die Festung Mainz, die von roten Truppen belagert wurde- Ein blaues Entsatzhecr wird im eigenen Lande von Norden her mit der Eisenbahn herangeführt, Frankfurt a- M. und Hanau sind von roten Truppen besetzt- Die blaue Armee ist von überlegenen Streitkräften nach Osten >über den Rhein zurückgegangen und hat bei Grünberg, Gießen und nördlich davon Front gemacht- Die roie Armee folgt nut ihrem rechten Flügel über Limburg auf Gießen- Sie hat Truppen zur Einschließung von Mainz abgezweigt. Den roten Truppen war die Ausgabe gestellt, zu verhindern, daß blaue Truppen, die zum Entsatz von Mainz heranrückten, aus den Bahnhöfen Friedberg, Hungen, Nidda und Stockheim ausgeladen wurden. Uni) so fpielten sich auch die Manöver nach den Richtungen der Bahnhöfe ab, die von blauen Truppen verteidigt wurden. Die 42. Infanterie-Brigade kampsle auf ben Höhen zwischen ''Nidda- und DUbbertal um den Besitz der Bahnhöfe Stockheim, Ranstadt, Nidda, die 49- Brigade um die Bahnhöfe Friedberg und Hungen, die 50. Brigade zwischen Heldenberg en-Windecken und Assenheim, die 41. Jnf.-Brigade hatte die Bahiihöfe Gedern und Biersteiii zu beobachten- Die 81 er, 80 er und 116 er rückten Freitag früh aus, Büdingen und Umgegend und haben jetzt in Ranstadt, Staden, Atockstadt bis Nidda Quartier bezogen, ihnen ist eine Abteilung der 27 er Artillerie und der 23 er Dragoner zugeteilt, da die Hanauer Ulanen bis auf etwa nur eine Schwadron wegen einer Pferdekrankheit nicht am Manöver teilnahmen- Innerhalb der 49. Brigade spielten sich in der Umgebung von Nicder-Wöllstadt, Friedberg und Wölfersheim intereiiante Gefechte ab. Am Donnerstag kämpfte die Brigade um die Höhcn von Ober-Wöllstadt und Nieder-Rosbach Die rote Partei bildeten 115 er, 2. Bat. 168 er und die dritte Komp- des 21. Pioiuer-Bat., die blaue die 116 er, 1. und drittes Bataillon 168 er, jeder Partei war eine Abteilung 24 er Dragoner, 25 er Artillerie und eine Munitionskolonne zugeteilt. Not wurde von Oberst Hutter, blau von Oberst von Linden au befehligt- Am Freitag galt es, den Bahnhof Hungen an- zugrcifen, das Gefecht fand bei Wölfersheim und Berstadt statt, die blaue Partei wurde zurückgeworfen, die Truppen bezogen zum Teil Biwak und zwar am Abhang des Wintersteins zwischen Ockstadt, Ober-Rosbach und dem Beinhardshof- Das Regiment 115 bezog Biwak bei Ober-Rosbach, während das 1- Bat. 168 er bei Ockpadt Vorpostenbiwak bezog. Das Gefecht begann auf den Höhen zwischen Ober- und Niederrosbach bis zum Sauerbrunnen, die 116 er umgingen, gedeckt durch die Waldungen, den Feind und griffen ihn unvermutet zwischen Löwenhof uird Beinhardshof an, besonders heftig wurde am Rosbacher Bahnhof gekämpft- Auch Teile der oO. Brigade hatten Biwak bezogen und zwar bei Heldenbergen und Rendel- Friedberg hat ca. 2600, Bildet ca- IcOU Mann Einquartierung. Am Montag beginnen die Divifionsmanöver- — Im südwefllichen Vogelsberg in den oberen Flußtälchen der Salz, der Nidder, der Brach: und des Seemenbachs manövrierte bitj 41. Jnf.-Brigade, dass ,Ap-
tillerie-Negiment ^Frankfurt", die 27 er Artillerie- Innerhalb dieser Truppenteile begann ein Gefecht auf den Höhen bei Fischborn und Nieder-Seemen- Die 87 er bezogen Biwak bei Bös- Gesäß und Nieder-Seemen, das Artillerie-Regiment „Frankfurt" bezog in und um Gedern, die 23 er Dragoner in Mittelseemen, die 27 er Artillerie bei Steinau Quartier. Samstag früh 7 Uhr ammelte sich die blaue Partei auf der Höhe 467 bei Ober- eemen, die rote bei Kirch-Bracht- Um die Höhe 467 entspann ich ein heftiges Gefecht- Rot machte einen Sturmangriff auf die Höhe und wurde ober abgeschlagen, als es dann Verstärkung erhalten hatte, gelang der Sturm und blau mußte sich bis nördlich Ober-Seemen zurückziehen- Auch die Artillerie griff ins Gefecht ein- Am Mittag rückten die Truppen in ihre Quartiere-
** Der Landes-Gewerbeverein hält, wie früher chon mitgeteilt wurde, am 22. Sept, seine Hauptver- ammlung in Schlitz ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Pfarrers Hotz-Schlitz über die Entwicklung der Gewerbe in Schlitz, ferner die Reform des Zeichenunterrichts an den Handwerkersonntagszeichenschulen (Berichterstatter Gewerbeschulrat Mayer in Darmstadt) und die Gesellenprüfungen in Hessen (BerichterstatterRegierungsrat Roack in Darmstadt). Rttt der Hauptversammlung ist eine Ausstellung der Gewerbeschule zu Alsfeld, der Großy. Webschule zu Lauterbach und der oberhessifchen Handwerkerschulen verbunden.
(R.) Oden hausen, 7. Sept. Bei der heute hier abgehaltenen Gemeinderatswahl wuroen die Landwirte Jak. Werner und Kasp. Schomder mit je 29 Stimmen wieder-, owie Landwirt Kasp. Konrad mit 43 und Gastwirt Haupt mit 36 Stimmen neug"wählt. Aiorgen utw übermorgen indet feit 10 Jahren wieder einmal hier Kirchweihfest tatt. Man hat also nicht nötig, wenn über die vielen Festlichkeiten geklagt wird, unserm Torfe die Schuld bei- zumejsen, indem es in dieser Beziehung gewiß sehr zurückhaltend ist.
lp S ch o 11 e n, 7. Sept. Ter Neubau unserer höheren Bürgerschule ist jetzt im Rohbau vollendet. Die Einweihung des stattlichen Gebäudes erfolgt im Sommer 1908. — Ter Schreinergeselle Aug. Schwab feierte sein 25jähr. Arbeitsjubiläum. Er ist seit 25 Jahren ununterbrochen in der Möbelfabrik von Wilhelm Grandhomme tätig. — In der Nähe des Bahnhofes sind mehrere industrielle ttnterneymungeu im Entstehen begriffen, auch eine Weberei und Zigarrensabrik sollen hier errichtet werden.
--- Büdingen, 6. Sept. Zu Gemeinderatsmitgliedern wurden gewählt in Altwiedermus Alb. KNickel, Hch. Müller I. und Christian Glanz IV.; in Bellmuth Gottfr. Zeiger, Karl Nies II., Aug. Scherer und Ludw. Reuter; in Bingenheim Wilh. Bauer, Wilh. Ullrich, Johs. Wilh. Bücher und Hch. Wilh. Böa)er; in T i e b a ch a. H. Frdr. Gerth VII., Hch. Seiler III., Phil. Eckert und Gg. Zieg III.; in Dudenrod Wilh. Bauer I., Wilh. Weinel ll. und Phil. Pipp; in Echzell Hch. Frdr. Schultheis, Phil. Stoll II., Phil. Präsried I. und Wilh. Stoll III.; in Eckartsborn Otto Schuchmann, Gust. Meyer und Louis Weber; in Effolderbach Karl Adam, Hch. Wilh. Beru- ges II. und Hch. Spitznagel VI.; in Geiß-Nidda W. Reinhardt, Konr. Scherer II. und Johs. Kcnr. Kreutz; in Gelte n a u Wilh. Ostheim II., Hch. Wenzel IV. und Wilh. Roos III.; in Langenbergheim Hch. Euler I., Ernst Kraft und Hch. Kniael; in Schwickartshausen Karl Seum, Louis dttes und Ernst Sckmeider; in W i v p e u b a ch Aug. Winter, Hch. Schneider und Hch. Kuab und in Wolf Karl Albrand, Hch. Wolf und Frdr. Kuhl.
R. B. Darmstadt, 8. Sept. Bor acht Tagen war, wie gemeldet, auf der Böll stein er Höhe im Odenwald der Mühlenbesitzer Klingen aus Ober-Kainsbach von einem jungen Burschen überfallen und mit dem Revolver bedroht worden. Auf seine Hilferufe kamen Leute hinzu und der Räuber flüchtete in den Wald. Jetzt ist es gelungen, den Attentäter in der Person des 17 jährigen Zeichners Ludwig Bundschuh aus Kirch-Brombach zu verhaften. Er hat die Tat eingestanden. — In der Nacht zum Dienstag voriger Woche war, wie wir berichteten, in Arheilgen der Hausierer Georg Reitz VI. mit zwei Bekannten namens Anthes und König in eine Rauferei gekommen, wobei Reitz das Messer zog und König so schwer durch einen Stich in die rechte Seite verletzte, daß er sofort in das hiesige Landeskrankenhaus verbracht werden mußte, während Anthes anscheinend mit einer leichteren Verletzung davonkam. An den Fwlgen seiner Verwundung ist nun König am Samstag gestorben. Wie die am Sonntag früh vorgenommene Sektion der Leiche ergab, hatte der Unglückliche einen mit außerordentlicher Wucht'geführten Stich in den Leib erhalten, so daß eine Rippe durchstochen und die Leber schwer verletzt wurde. Inzwischen hat sich auch der Zustand des Anthes so verschlimmert, daß er gleichfalls ins Landeskrankenhaus geschafft werden mußte und dort schwer krank darniederliegt. Der Attentäter ist vorgestern in Untersuchungshaft genommen worden.
.J. -tt- Wetzlar, 8. Sept. Em Dum me rj u n g e n streich hat hier eine angesehene Familie in arge Ungelegenheiten gebracht. Ein löjähriger abenteuerlich veranlagter Gymnasiast, dem die Schule und der den Lehrern wenig Freude machte, wußte sich in den Besitz einer größeren Geldsumme aus dem Vermögen seines Vaters zu bringen und reifte spornstreichs nach Berlin. Dort verjuxte er einen Teil des Geldes in der Gesellschaft junger Dämchen, denen er wertvolle Ringe und Ketten kaufte, beging aber auch die verblüffende Dummheit, Verwandte seiner Eltern aufzusuchen. Diesen fam _ber unerwartete Besuch des Reffen höchst verdächtig vor. Sie telegraphierten hierher und so wurde der Ausreißer denn schleunigst zu den Eltern zurückbeordert. Der Empfang in seiner Vaterstadt wird ihm hoffentlich für jein ganzes Leben zu denken geben.
Generalversammlung der Internationalen «er- einignng für gewerblichen Rechtsschutz.
(Unb. Nachdruck verboten.)
S- u. H. Düsseldorf, 6. Sevt.
. Ink Anschluß an die Verhandlungen des deutschen Vereins : für den Schutz des gewerblichen Eigentums tagte heute die - Internationale Bereinigung für gewerblichen : Rechtsschutz-
t Direktor von Schütz-Berlin eröffnete die Tagung mit einer , Begrüßungsansprache, worauf Prof. Dr. OsterrietH-Berlin > den Jahresbericht erstattete.
- Als Ort für die nächstjährige Tagung wurde Stockholm - bestimmt-
> Hierauf erstatteten die ausländischen Vertreter Bericht über , den Stand der Patentgesetzgebung in den einzelnen Ländern und ? die erreichten ober noch zu erstrebenden Verbesserungen auf dem i Gebiete des Patentwesens-
> Eine Resolution „Das Schweizerische Patentamt wird - gebeten, bei der Aenderung des Patentgesetzes auch eine Axnde-
rnng der Vorprüsungspraxis in modernem Sinne eintreten tu lassen" wurde mit erl-eblicher Mehrheit angenommen-
Professor Osterriet h - Berlin berichtete über die Berhiilt- nisse in Deutschland und insbesondere über die Ergebnisse der Tagung des Deutschen Vereins für gewerblichen Rechtsschutz- Be- chlüsse wurden nicht gefaßt-
(ßcridytsiaal.
Landau (Pfalz), 6. Sept. Die Strafkammer verhandelte heule gegen v i e r Winzer aus Rhodt wegen Weint ätsch nn g unb verurteilte die Wmzer Heinz und Üietzer zu je einem Monat Gefängnis und 500 Mt. Geldstrafe, Barth zu einem ÜJionat Gefängnis unb 200 Alk. Geldstrafe unb Biehler zu 600 Mk. Geldstrafe.
W i e n, 6. Sept. In dem Prozeß gegen bie siebzehn ruthenis ch en Studenten trat der Staatsanwalt von der Anklage des Verbreck)ens der fcljiveien Körperverletzung gegen den fluchtigen Krals, zurück; ferner ließ er wegen unzulänglicher Beiveise die Anklage gegen sechs Beschuldigte fallen, die sofort f r e i g e s p r o ch e n wurden.
Börsenwochenberichl.
Ter letzte Reichsbank-Ausweis hat einen Tropfen Wermut in den Freudenbecher der Börse gegossen, ließ er doch deutlich erkennen, daß die Flüssigkeit, die sich auf dem Geldmarkt zeigte, unb die wiederum das Vertrauen kräftigte, loeit mehr ein Produkt der Vorbereitungen b_er baute banque für den Ultimo gewesen ist, als ein Nachlassen des Bedarfs für Handel, Industrie und Landwirtschaft. Die Ansprüche, die an die Reichsbank gestellt wurden, waren so groß, daß die steuerfreie Noten- reform wieder um 19 Millionen überschritten wurde. Dadurch zog auch die Leihrate am offenen Markt wieder etwas an, der Privatdiskonto stieg auf 4;:/i Proz., nur kurzfristige Getder, sog. tägliches Geld, war zu 3 bis Ist? Proz. erhältlich, weil aus der Ultimoliquidation, für die man übergroße Vorbereitungen getroffen hatte, Geld übrig blieb, welches an der Börse ausgeliehen wurde. Durch die Wahrnehmung, daß man sich der Sorgen über die weitere Entwicklung des Getdmarttes zum Herbst noch nicht ganz entschlagen kann, ist die Spekutafion wieder zurück- haltenoer geworden, aber das Publikum nimmt heute doch mehr Käufe vor, als noch vor einigen Monaten und dadurch tvurde der Börse ein gewisser Halt gegeben. Insbesondere kann man Käufe, wenn auch vorläufig noch in bescheidenem Rahmen, in Anlagepapieren wahrnehmen. Tie deutschen Staats- unb Städteobligationen, sowie Eisenbahn-Prioritäten sind derart gedrückt, daß man eine Erholung wohl sicherlich in Aussicht nehmen kann, wenn nur die Spannung auf dem Geldmarkt erst einmal nachgelassen haben loirb; auch viele ausländische Rentenpapiere sind über Gebühr geworfen. Letztere wurden namentlich vom englischen Kapital gekauft, was zum Teil damit zusammenhängen mag, daß jetzt eine 6 proz. Japanische Anleihe zur Rückzahlung gelangt unb für diese Gelder andere Anlagen gesucht werden. Aber die Londoner Börse befindet sich überhaupt in besserer Verfassung und fängt jetzt auch an den Minenmarkt wieder zu bearbeiten, wobei man sich auf die besseren Ausbeuten stützt. Die steigenden Getreidepreise, ebenso die verschiedenen Fallimente haben diese Woche auf die Stimmung wohl etwas dämpfend gewirkt, aber sie konnten doch nicht verhindern, daß das Kursniveau sich weiter hob. Deutsche und ausländisi,e Fonds wurden fast durchweg höher bezahlt. Interesse zeigte sich für russische Fonds infolge der Unterzeichnung des russisch-englischen Abkommens, doch ging ein Teil der Avance durch die Ausbreitung der Cholera und die neuen; Unruhen wieder verloren. Chilenen erholten sich um 2 Proz. Helios-Obligationen stiegen 4 Proz., weil bie Chancen für eine Regelung der Petersburger Interessen sich gebessert haben. J8 a n V attien gewannen durchschnittlich 1 Proz., ebenso Schifffahrt s - und Eisenbahnaktien, aber Montanpapiere zeigen Avancen bis zu 10 Proz. Von anderen Industrie- papieren waren Zementwerte gefragt und höher, weil viele Unternehmen bereits die Produktion für 1908 ausverkauft hoben sollen. Von chemischen Werten stiegen Albert 16 Proz., von Maschinenfabriken Dürkopp 10 Proz., Kleyer 7 Proz., Wittener 8 Proz., ferner gewannen Zellstoff Waldhof 14 Prpz. und Wessel Porzellan 5 Proz.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankl urica* Börse, 9. Sept., 1.15 Uhr.
3^°/e Reichsanleihe . . 93.05 3% do. . . 82.90 3J4°/O Konsols .... 93.50 *6% do 83.00 3j^°/o Hessen ...» 91.50 3>$0/0 Oberhessen . . . 90.00 X% Oesterr. Goldrente . 98.15 4l/6% Oesterr. Silberrente 98 00 4% Ungar. Goldrente . . —.— 4.% Italien, Rente . . . 102.95 356 Portugiesen Serie I . 66.00 3% Portugiesen „ III 6630 4 'A °/0 rnss.Staatsanl. 1905 91 30 4>£oyo japan. Staatsanleihe 89.40 4% Conv. Türken von 1UU3 93.10 Türkenlose 141.00
4 -6 Griech. Monopol-Anl.. — 4% äussere Argentinier . —•— 3°/e Mexikaner < . . 61.50
4>i7o Chinesen .... 94.95
Aktien:
Bochum Guss, .... 206.10 Buderus E. W. . . . 114,50 Tendenz : still.
Berliner Börse,
Canada E. B 164.50 Darmstädter Bank . . . —.— Deutsche Bank .... 222.70 Dortmunder-Union C. . . 65.60 Dresdner Bank ... 136.70
Tendenz: schwach.
Elektriz. Lahmeyer . . . 114.00 Elektriz. Schnckert . . . 100.50 Eschweiler Bergwerk . . 212.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 192.00, Hamburg - Amerik. Paket!. 129.00 Harpener Bergwerk. . . 195.10 Laurah litte 220.59 Nordd. Lloyd 112.60 Obeischles. Eisen-Industrie 100.00 Berliner Handelsges. . . 151.40 Darmstädter Bank . . . 125.40 Deutsche Bank .... 223.70 Deutsch-Asiat. Bank . . 140.00 Diskonto-KommandiL . . 168.00 Dresdner Bank . . . 137.25 Kreditaktieu 198.80 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn .... 92.50 Gotthardbahn .... —.— Lombard. Eisenbahn . . 30.75 Oesterr. Staats Dahn . . . 141.30 P ri nce-H enn- Eisen b ahn . 126.50
9. Sept. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. « . — Laurahütte .... —.— Lombarden E. B. ... 30.80 Nordd. Lloyd .... 112.40 Türkenlose .»•«.• —.—
Kindermehl
■Krankenkost
Bestbewährfe gesunde und
magen
darmkranke
Nahrung für:
sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgebliebene Kinder.
I Darmstädter Möbelfabrik
Darmstadt, Heidelbergerstr. 129 . . ■. Kunstschreinerei
Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils.
Grösste, existierende, stets wechselnde
Sonderausstellung von ca. 300 M mustergültigen Wohnrliumen in jeder Preislage. 0 LN" Man verlange Preisliste mit Abbildungen. -MSO blä/a


