L57. Jahrgang
Verantwortlich lür den politischen Teil: & Anderson; s. Feuilleton und ,öenni|d)teSN P. Wittko; für „Stadt u, Qanb* und »Gerichts-
Montag 8. September 1907 ve-ngsprets, monatlich 7b Ps^ viertel- jährlich M. LL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePostMk.2.—viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal IbPf* auswärts 20 Pfennig.
Nr. 211
Erscheint täglich außer Sonntag«.
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Erstes Blatt
Sie Gießen. Fernsprech-An- ZZZ General-Anzeiger für Ohechchen tut b“e Tagesnumme- liotatlonrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Lteindruckerei. S. Lange. Redaktion, Expedition und vruckereir Schnlftratzr 7. vio üormutags lu
politische Wochenschau.
Gießen, 9. Sept.
Die Flottenrede, die der Zent rum s-Abge- vrdnete Spahn kürzlich in Rheinbach gehalten hat, gibt noch immer reichlichen Stoff zu allerhand Betrachtungen. Es mußte natürlich einiges Aufsehen erregen, daß ein Zentrumsführer aus einmal so flottenbegeistert geworden ist unb größere Aufwendungen für die Flotte verlangt, als selbst die Vertreter der Regierung. Man mutmaßte anfänglich, daß Spahn indiskreterweise ein neues Flottenprogramm der Regierung vorzeitig bekannt gegeben habe. Diese Annahme war jedoch, wie man jetzt weiß, falsch. Reichskanzler Fürst Bülow und der Staatssekretär des Reichsmarlneamts, v. Tirpitz, sollen geradezu verblüfft gewesen sein, als sie in den Zeitungen die flottenfreundliche Rede des Zentrumsführers Peter Spahn lasen. Bei der letzten Flottenvorlage hatten sie doch dem Monarchen gesagt, daß vom Reichstage und insbesondere vom Zentrum nicht mehr zu erlangen sei, und nun kommt der Führer des Zentrums und straft beide Staatsmänner Lügen. Was muß nun der Kaiser von seinen verantwortlichen Ratgebern denken, die ihn so schlecht unterrichten? Das Zentrum ist ja bereit, alles und noch mehr zu gewähren, um das Reich wehrfähig zu erhalten, wie kann man da von einem unpatrio tisch en Verhalten dieser Partei sprechen? Hat der Reichskanzler ihr nicht in den Dezembertagen des vorigen Jahres bitter unrecht getan? Die „Vofsische Ztg." hat wohl nicht ganz unrecht, wenn sie meint, daß die Spahnsche Rede nicht für die guten Leute vom Lande gehalten worden sei, sondern für den Kaiser. Das Zentrum will wieder in Gnade ausgenommen sein und es liegt ihm viel daran, den unbequemen Reichskanzler zu beseitigen, der es gewagt hat, das Zentrum anzugrcifen. Die „Germania" gibt sich wenig Mühe, dieses nächste Ziel des Zentrums zu verhüllen. Das führende Organ des Zentrums schreibt: „Es klafft ein unüberbrückbarer Zwiespalt zwischen den Grundsätzen und Zielen des Kaisers und zwischen der inneren Politik, die Fürst Bülow seit dem 13. Dezember betreibt, zwischen der Kaiserrede und der gegenwärtigen Kanzlerpolitik. Wenn es regelrecht und folgerichtig bei uns zuginge, so müßte, wie der „Wests. Merkur" treffend bemerkt, Fürst Bülow die Kaiserrede mit seinem Entlassungsgesuche beantwortet haben. Oder aber Fürst Bülow müßte sich dazu entschließen, Umkehr zu halten und fortan die Auffassungen des Kaisers zur Richtschnur unserer Politik zu machen." „Das Zentrum weiß genau", so bemerkt dazu die „Voss. Ztg.", daß Fürst Bülow im Sinne der von der „Germania" und dem „Wests. Merkur" beliebten Entstellung kaiserlicher Worte nicht Umkehr halten wird. Es bleibt also nur die Forderung, der Kaiser solle je eher je besser einen anderen, dem Zentrum genehmen Reichskanzler zur Stelle schaffen. Die Herren machen ihre Rechnung ohne den Wirt. Die Krone hat durchaus keine Sehnsucht nach Wiederherstellung des Status quo ante 13. Dezember 1906."
Es gehört wirklich schon eine gute Portion Unverfrorenheit dazu, der jüngsten Rede des Kaisers in Münster eine solche Deutung zu geben, wie es die Zentrumsmänner tun. Der Kaiser hat in dieser Rede, die vielleicht die bedeutendste genannt werden kann, die der Monarch jemals gehalten hat, von dem schönen Bilde der Einigkeit gesprochen, das Westfalen biete. Dort sei es möglich gewesen, historische, konfessionelle und wirtschaftliche Gegensätze in versöhnlicher Weise zu einen in der Liebe und Treue zum gemeinsamen Vaterlande. Der Kaiser will dieses schöne Bild der Einigkeit gern auf das ganze Vaterland übertragen sehen und meint, das einzige Mittel hierzu sei die Religion.
Aleures Feuilleton.
Aus Frankfurt a. M. wird uns unter dem 8. d. M. geschrieben: Die er ste Premiere der neuen Spielzeit, die nicht unmittelbar nach den Ferien, sondern am 1. September beginnt, brachte uns gestern im Schauspielhause das ungewöhnlich bühnenwirksame Bernstein'sche Schauspiel „Der Dieb". Es ist begreiflich, daß Bernstein auf dem Theatermarkt gegew- wärtig einer der „gefragtesten" Autors: ist, denn wir haben seit langem, auch unter dem bühnenkundigen Franzosen, keinen Autor gehabt, der mit so ausgebildeter Technik die Bühne beherrscht Hütte wie Henry Bernstein eS in diesem Stücke tut. Der szenische Ausbau ist überraschend geschickt, wenigstens in den beiden ersten, Akten. Freilich liegt hier das Moment der Spannung von vornherein int Stoff, der — wenn auch Anklänge an verwandte Stoffe wie Augiers „Arme Löwin" vorhanden sind — sehr glücklich erfunden ist. Die Entlarvung eines Diebstahls, den eine Dame der Gesellschaft begangen hat, während ein junger Mann, der sie anbetet, die Schuld auf sich nimmt, die allmähliche Aufdeckung des wahren Sachverhaltes, das ist ein Stoff, der schon eine Fülle von Bühnenwirksamkeit birgt. Aber man muß es dem Verfasser auch lassen, daß er die Wirkungen mit außer- ordenttichem Geschick herausgeholt hat. Der dritte Akt fällt etwas ab, da es sehr schwer ist, einen Halbwegs gangbaren Ausweg aus der verwirrten Situation zu finden. Die Art, wie sich der Verfasser den Weg zum Ende bahnt, befriedigt uns nicht, weil er die Sache doch ein wenig zu leicht nimmt. Freilich darf man nicht außer Acht lassen, daß der ganze Ton des Werkes viel zu Jefjr auf äußerliche Spannungsreize angelegt ist, um den Zuhörer an einer ernsthaften Lösung Gefallen finden zu lassen. Die Vorstellung, die recht gut einstudiert war, bot Gelegenheit, eine der neuengagierten Damen, Frl. I l u s aus Nürnberg, in einer großen Nolle kennen zu lernen. Sie wurde von den Zuhörern mit ungewöhnlicher Wärme ausgenommen. Es scheint, daß wir in ihr eine sehr verwendbare Kraft gewonnen haben, eine Schauspielerin von großer Routine, scharfem Ver-
Muß es den Kaiser nun nicht schmerzlich berühren, wenn er sieht, wie von gewisser Seite gerade im Namen der Religion Uneinigkeit und Unfriede gesät wird? Ist das der Geist der Milde, von dem der Kaiser gesagt hat, daß in ihm sich alte und neue Landesteile, Bürger, Bauern und Arbeiter zusammentun und einheitlich in gleicher Treue und Liebe zum Vaterlande zusammen wirken sollen, damit unser deutsches Volk der Granitblock werde, auf dem unser Herrgott seine Külturwerke an der Welt weiter aufbauen und vollenden könne? Nein, vom Zentrum ist dieser Geist der Milde nicht zu erwarten. Wie schön konnten die Zentrumsmänner kürzlich in Würzburg über Toleranz reden, aber das praktische Wirken des Zentrums ist von Toleranz recht weit entfernt. Dem wirtschaftlichen und konfessionellen Frieden gingen wir sicherlich nicht entgegen, wenn es dem Zentrum gelänge, wieder Einfluß auf die Regierung und den Reichstag auszuüben.
Ter dieser Tage veröffentlichte Reichsfinanz-Abschluß hat das freundlrche Ergebnis eines Mehrertrages von 27 229 000 Mk. Dieser Mehrertrag ist darauf zurückzu- führen, daß die Einnahmen aus den Zöllen, Steuern und den Betriebsverwaltungen um 16 Millionen höher waren, als man im Etat vorgesehen hatte und daß bei denjenigen Verwaltungen, die Zuschüsse bekommen, über 11 Millionen Ersparnisse gemacht werden konnten. Tie Ergebnisse des abgelaujenen Finanzjahres lassen natürlich noch keine weitgehenden Schlüsse aus das Jahr 1907 zu, aber so viel läßt sich schon jetzt sagen, daß vor allem die recht wenig populäre Fahrkarlensteuer eine gründliche Enttäuschung gebracht hat. Recht guten Erfolg haben dagegen die Zigaretten- und die Brausteuer gehabt. Der Mehrertrag für das Jahr 1906 kommt nicht dem Reiche, sondern den Bundesstaaten zu gute, und zwar wird er nach den Bestimmungen der kleinen Reichsfinanzreform auf die Matri- kularbeiträge abgerechnet.
Es ist noch nicht lange her, als im Parlament das böse Wort vom „Giftbaum" der Börse fiel, das auch in Versammlungen zu agitatorischen Zwecken tüchtig nachgebetet wurde. Es verfehlte auch vielfach seine Wirkung nicht, obwohl jeder Einsichtige sich sagen muß, daß die Börse zur internationalen Regulierung des Geldmarktes eine unbedingt notwendige Institution ist, die in jeder Weise gefördert werden muß. Es läßt fich ja nicht leugnen, daß mancherlei Auswüchse bestanden haben und insgeheim noch besteyen mögen, und niemand mag dies mehr beklagt haben, als die interessierten Kreise selbst, aber die Abneigung gewisser Kreise gegen die Börse brachte eS dahin, daß dte Regierung dem Drängen dieser auf politischem Gebiete einflußreichen Stellen nachgab und ein Börsengesetz schus, dessen einschneidende Bestimtnungen durch die Parlamentsmehrheit noch verschärft wurden. Die Folgen dieses Vorgehens tonnten nicht ausbleiben, in dem Bemühen, das böse Geschwür zu beseitigen, hatte man auch gutes Fleisch mit dem Operationsmesser entfernt, das heißt Bestimmungen getroffen, die den .Börsenverkehr in Deutschland bedenklich einengten. So war es kein Wunder, daß dem Börsenverkehr schwere Schädigungen erwuchsen, zumal ein nicht unbeträchtlicher Teil der Geschäfte nach ausländischen Börsen abwanderte und hoher Verdienst dem deutschen Geschäft entging. Schließlich sah man in Regierungskreisen ein, daß man doch zu weit gegangen war und suchte durch eine Novelle eine Milderung der Dinge herbeizusühren, wobei man aber im vorigen Reichstage bei der Mehrheit, welche die Angelegenheit in der Kommission bedenklich in die Länge zog, wenig Entgegenkommen fand. Mit der Reichstagsaufwsung siel auch diese Materie unter den Tisch, aber der Umschwung in der Re- giernngspolitik brachte auch aus diesem Gebiete eine Aende- rung, in dem Fürst Bülow alsbald wissen ließ, daß er den Wünschen der Linken in Bezug auf die Börsengesetzgebung entgegenkommen wolle. Diese Erklärung wiederholte auf dem in Hamburg stattgehabten Ban krertage auch der Unterstaatssekretär Ritter, der ausführte, daß stand und sicherer Herrschaft über ihre Mittel. Ob sie Empfindung hat, scheint uns dagegen zweifelhafter, als nach ihrem Debüt.
Dr. Z.
— Die Polarexpedition Kapitän Mikkelsens mar am 20. Januar 1906 aus Southampton abgesegelt Einar Mikkelsen, ein Offizier der dänischen Flotte, hat seine Reise unternommen, um ernsthafte geographische Untersuchungen im hohen Norden auszuführen. Berichte von Eskimos, die auf schwimmenden Eisfeldern nach dem Mrden getrieben waren und bei der Rückkehr von einen: neuen Routinen t, den sie getroffen hätten, erzählten, und die Tatsache, daß die Meeresströmung, die durch die Behringstraße nach Würben geht, sich in euiHl östlichen und einen ^westlichen Arm spaltet, sodaß sich ihr ein großes Land als Hindernis entgcgcnzustellen scheint, .hatten den Forscher (er ist erst 29 Jahre alt) bestimmt, den Plan zu einer Expedition nach diesem unbekannten Lande zu entwerfen. Er fand die Unterstützung der englischen und amerikanischen Geographischen Gesellschaften, imb auch von Privatleuten, besonders von der Herzogin von Bedford, wurden ihm Mittel zur Verfügung gestellt- Ein Schoner von 66 Tons. 67 Fuß lang und 18 Fuß breit, ein kräftig gebautes und zum Schutz gegen den Eisdruck besonders versteiftes Fahrzeug, Gourde erworben und erhielt den Namen „Herzogin von Bedford". Das Schiff verließ Viktoria (Britisch-Kölumbien) im Mai 1906 zu seiner auf ztvei Jahre berechneten Expeditwn,1 deren Basis Banks-Land sein sollte. Von Anfang an hatten die Forscher mit widrigen Verhältnissen zu kämpfen. Das Wetter war außerordentlich schlecht und ungünsttg, und nur mit Mühe gelang es, Kap Barroso, den nördlichsten Punkr von Alaska, zu erreichen, wo das ganz auf Segel an- gewiesene Schiff durch Windstille und Nebel lange Zeit im Eise sttll Hegen mußte» Dann gelangte eS nach Point Hope, wo es eine Woche laich einen furchtbaren Sturm zu überstehen hatte und dann auf Packeis traf, das durch die Meeresströmungen ihm eittgegengetrieben wurde- In einem Brief vom 15. August er- llärte der unerschrockene Forscher jedoch, daß er trotz all dieser Hindernisse die Msicht hab»' seine Aufgabe! zu erweitern und
die Reichsregierung den größten Wert auf die Verabscbie- duna des Börsengesetzes lege, das berufen sein soll, den Börsenverkehr in gesicherte und wirtschaftlich gesunde Bahnen zu lenken und ihm eine gute Grundlage zu schaffen. In welcher Richtung sich die Reformpläne der Regierung bewegen, verriet allerdings der Regierungsvertreter nicht und man wirb erst den Entwurf abwarten müssen, um zu sehen, wieweit es der Regierung mit ihren Vorsätzen ernst ist. Auf dem Hamburger Bauüertage forderte man Abänderung der geltenden Vorschriften über den Terminhandel in Wertpapieren, die sich in volkswirtschaftlicher und lokaler Beziehung gleich wenig bewährt haben, beim die Kursbewegung am Effektenmarkt sei in schädlichster Weise beeinflußt worden, ferner sei die ohnehin schon bestehende Geldteuerung durch unnütze Steigerung des Bedarfes an Umlaufsgeldern verschärft worden, was alles zu einem Rückgang des kleineren und mittleren Bankgewerbes geführt habe. Eine Resolution fordert im Hinblick hierauf die Abschaffung des Börsenregisters und die Wiederzulassung des Terminyandels in Anteilen von Bergwerks- und Fabrirunternehmungen, ebenso wie die Erweiterung des Kreises der zur Erhebung des Spiel- oder Disse- renzeinwandes nicht berechtigten Personen. Ob die Regierung diesen Wünschen Gehör schenken wird, läßt sich heute noch nicht sagen, in vollem Umfange wird sie diesen wohl kaum nachkommen, weil sie andernfalls befürchtet, bei der Rechten auf Widerstand zu stoßen. Immerhin aber ist zu erwarten, daß die letztere aus anderen politischen Gründen, nicht allzu großen Widerstand entgegensetzt, so daß hoffentlich eine Reform erzielt wird, die geeignet ist, ein ersprießliches Verhältnis auf diesem hochbedeutsamen wirtschaftlichen Gebiete herbeizuführen.
Ungefähr gleichzeitig mit Rußland hat auch Persien ein Parlament bekommen. Dieses Parlament hat aber, ebenso wie die russische Reichsbuma, bisher noch herzlich wenig leisten können, denn in Persien hat sich bis jetzt, ebenfo wenig wie in Rußland, das politische Leben in ruhige Bahnen leiten lassen. Die freiheitlichen Reformen sino gekommen, aber sie haben noch keine Leben spendende Bedeutung erlangen können und bei der allgemeinen Unsicherheit der innerpolitischen Zustände vermag dort keiner zu sagen, ob die liberalen Reformen von heute nicht morgen schon wieder abgeschasft werden.. Es fehlt das Zutrauen der Bevölkerung zu den Leitern des Staatsschisses und damit ist der Revolution der denkbar beste Nährboden gegeben.. Ein Opfer dieser traurigen Verhältnisse ist jetzt Emin es Saltaueh, der persische Premierminister, geworden. Der Ermordete galt für einen Erzreaktionär und man mochte wohl befürchtet haben, daß der im Frühjahr dieses Jahres zum Premierminister ernannte Emin es Sal- taneh, der sich schon früher allen liberalen Persern verhaßt gemacht hatte, die liberalen Reformen der letzten Jahre wieder aufheben werde.
Laiett-Geburtshülse bei Haustieren.
Abg. Köhler hat bei der Zweiten hessischen Kammer folgenden Antrag eingereichi:
Die Abgeordneten Dr- Elsas und Genossen haben zum Etat des Departements deA Kirchen- und Schul- ivesens für das Rechnungsjahr 1907 und 1908 des Königreichs Württemberg, zu Kapitel 65, einen Antrag (Beilage Nr- 94) eingebracht, der von der Württembergischerü Zweiten Kammer am 19. Juni 1907 und später auch von der Ersten Kammer in folgender Fassung angenommen wurde:
„Die Königliche Negierung zu ersuchen, dahin zu wirken, daß Einrichtungen getroffen werden, wodurch im Interesse der bäuerlichen Bevölkerung auf An- trag der Gemeinden geeigneten Personen Gelegenheit zur Ausbildung in der Geburtshilfe bei Haustieren gegeben wird-"
Der Anttag Elsas und Gen- eittspricht m. E. einem Bedürfnis, das übrigens noch durch die Verhandlungen ün Wärrlembergischcu Landtage am 19- Juni 1907 aufs eingehendste begründet wurde-
Ich beantrage deshalb:
Die verehrtiche Zweite Kammer wolle beschließen, Groß- her-ogliche Regierung zu ersuchen:
die Beaufort-See zu erforschen, zu ivelchem Zwecke er biet Jahre in der Eisregion bleiben müßte- Während des Winters 1906 wurden eifrige Vorbereitungen für das neue Jahr getroffen, und am Ende dieser Jahreszeit hatten die Forscher die Abjicht, eine Reise über das arktische Eis zu unternehmen, mit Groß- Island alö Basisl Mikkelsen und der amerikanische Geologe Lessingwell wollten einen Vorstoß von etwa 120 englischen Meilen nach ^Norden unternehmen, dann sich nach Osten wenden und ihren Weg zurück zur KÜste^ suchen, so einen Kreis Jum etwa 300 Meilen beschreibend- Sie hofften, hierbei die Streitfrage über das>Vorhandensein von Land im Norden i)cr Darrow-Spitze zu lösen- Äkan befürchtete indes, daß Mikkelsen das gleiche traurige Ende wie Andree gefunhen hat- Jetzt aber veröffentlicht ein Londoner Blttt ein Telegramnr aus Gibbon (Alaska), aus dem hervorgeht, daß Miklelscn und zwei andere Mitglieder der Expedition, die ihr Schiff verlassen hatten, um Land zu suchen, ihre Reise durch das Eis durchgeführt haben und sich wohlauf befinden-
— Heute, nm 9. September, wird Graf L e o T o t st o i 79 Jahre alt, und am 6. September tonnte er auf eine 55jährige schriftstellerische Tätigkeit zurückbticken. ^leneren Berichten zwolge soll er sich geistig und körperlich mehr als bisher schonen, da er eine tträsleabaahme spüre. Er ist jetzt mit dem Ordnen seiner Papiere, Korrespotldenz u. s. w. beschäftigt. Unter seinen unveröffenllichtelt Arbeiten soll sich ein fertiges Manuskript „Unsinnige Träumereien' bestnden.
— En a fängt zu dichten an. Nach Londoiter Blätter- rnelduitgen hat die Königin von^Spanien ein einaktiges Lustspiel versaßt, das im Oktober im Schloß Sandringham aufgesuhrt lverdcn tvird.
B r e m e n, 7. Sept. Mit dein gestern abgegangenen Reichs- postdampser „Fürst Bülorv" reift die deutsche Mar i ne - Expetz i l i o n unter der Leitung des Ptarineslabsarztes Dr. Stephan nach A u ft r a l i e n ab, um die am Bismarck-Archipel von Dr. Stephan im Jahre 19U3 begonnene Sudjeesorschungen forl- zuie^el'


