Nr. 234
Viertes Blatt
Gchhetnl tSglich mit Ausnahme be3 SanntSgS.
General-Anzeiger Kr Gberheßen
S.»1?. Jahrgang
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 5L
Redaktion: 112. Tel.-AdruAnzeigerGreßen«
Die „Gießener $and!knNä!tcr“ werden dem Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Samstag 5. Oktober 1907
l aa Rotationsdruck und Verlag der Br6 huschen fIh Universitats - Buch- und Steindruckerei.
R. Lange, Gießen.
21#. iz^neraLversammlung des CvangeLLschen Bundes
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Darmstädter UöLetlsdlM, Darmstadt I
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den der
Um 11 Uhr vormittags trat in der DreifaUigkeitskirche )ie Hauptversammlun g zusammen. Nach einem einleitend ien Gebet des Womrser Festleiters, Pfarrer Walter, nahm der Üundesdirektor Reichstagsabg. £ic. Everling das Wort: Wir Lehen, so führte ec aus, aus dem Höhepunkt unserer Worurser Tagung uhd mir schauen noch einmal zurück in dankbarem Ge-
Zugleich mit der Generalversammlung hrelt am Mittwoch vormittag der hessische Hauptverein seine diesjährige Jahresversammlung ab. Ten Jahresbericht erstattete Pfarrer D. Waitz. Daran schloß sich die Rechnungsablage und ein kurz-er Bericht des Schriftleiters des Bundesorgans, Pfarrer Berck.
Tie Ausdehnung und Neueinführung der Straßenprozession in vorwiegend evangelischen Orten und die dadurch hervorgerufenen Unzuträglichkeiten führte zu einem auf genauesten Umfragen und Feststellungen beruhenden Bericht des, Vorsitzenden und einer Kundgebung der Versammlung .über die Straßenpro^esstonen in Hessen.
Um 1/23 Uhr begann im Festhaussaale und' dessen Nebenräumen das F e ft e s s e n, woran etwa tausend Personen teilnahmen. Pfarrer Walter sprach das Tischgebet. Erster Redner war der neue Bundesvorsitzende Generalleutnant von Lessel. Er schloß mit der Aufforderung, zu kämpfen für des Reiches Macht und Herrlichkeit, für die idealen und nrateriellen Güter unseres Volkes, und schloß mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog. Stehend sangen die Anwesenden die Nationalhymne.
Von den Wormsern sprach dann Pfarrer Pabst. Sein Hoch
Bahnen freilich fei kein Fortschritt möglich. Was wir bis jetzt Mir in geleistet haben, ist gegenüber den Franzosen, Engländern, Belgiern und Portugiesen geradezu kümmerlich. Zugleich muß ine verständige Eingeborenenpolitik getrieben werden. Tenn -iese Eingeborenen sind vorläufig noch der wertvollste Besitz, ►en wir in unseren Kolonien haben. Immerhin schon jetzt ist >ie Handelsentwicklung in den drei tropischen Kolonien erstaun- rch. In Ostafrika ist in den letzten zehn Jahren der Gesamt- /andel von 12,7 Millionen auf 36,2 Millionen Allrrk gestiegen; n Togo von 3,5 auf 11,7; in Kamerun von 9,7 auf 22,3 Mil- ionen Mark. Das sind Zahlen, die dafür sprechen, daß mit ►en geringen Mitteln unsere Verwaltungsbeamten draußen großes 'leistet haben, und in den Kolonien ein Wert steckt, von dem vir heute nur einen geringen Teil kennen.
Lebhafter Beifall lohnte den Redner. Sodamr erhielt Mis- ionsdirektor Haußleiter-Barmen, von der rheinischen,Mis- tlmSgesellschast, das Wort. Er spricht über „die evangelische Mission in unsern Kolonien".
In der 2. Volksversammlung am Abend sprach zunächst brosejsor Lic. N i eb er g all von Heidelberg über „Schleier- nacher undlFichteund diereligiös-sittlicheKraft > e s P r 0 t e st a n t i s m u s".
Dann sprach Oberpfarrer Dr. K ö l tz s ch von Chemnitz mit lammender Begeisterung über „Arndt und Stein und die rationäle Aufgabe des heutigen Protestantismus".
würden: man solle nicht überall Gegner sehen, wo man auch einmal Verbündete sinden könne. — Landtagsabgeordneter Goldschmidt spricht als Vertreter der .Hirsch-Tunckerfchen Gewerkschaften. Es sei sehr schwer, die Sozialdemokratie an einer bürgerlichen Politik miturbeiten zu lassen, die Sozialdemokratie sei eine Partei der Theorie, wenn man sie sich praktisch betätigenlasse, so werde man bald ihren Zusammenbruch erleben. Ein großer Teil der Arbeiter habe sich längst von ihr freigemacht. . Diese Bewegung sollte man unterstützen. Das sei praktische Sozialpolitik. — Reichstags- abgeordneter Schiffer- Düsseldorf vertritt die christlichen Gewerkschaften. Er erklärt, daß mehr als die Hälfte aller Arbeiter nicht Sozialdemokraten seien. Wenn die Sozialdemokratie vorzugsweise die Arbeiter im Reichstage und in den Kommunen vertrete, so liege dies an der Schlappheit der bürgerlichen Parteien. Man solle die jetzt sozialdemokratischen Arbeiter davon überzeugen, daß auch die bürgerlichen Parteien sozial denken und die Arbeiterinter- essen vertreten wollen. — Reif (Leipzig), Vertreter des Deutschen Handlungsgehllfenverbandes, beklagt, daß die Handlungsgehilfen immer noch sehr stiefmütterlich behandelt werden. Er erinnert an die fehlende Sonntagsruhe, die Lehrlingszüchterei, die Frage der Fortbildungsschule usw. Er hofft, daß durch ein gleiches Kommunalrecht t>ieje Zustände gebessert werden. — Reichstagsäbgeordneter Behrens vom Gewerkverein christlicher Bergarbeiter schildert die Verhältnisse im Ruhrgebiet. Heutzutage könne mit* getrost dem Arbeiter bei den Kommunalwahlen die gleichen Rechte geben wie den anderen Bürgern. — Reichstags- abgeordneter Fischbeck (Berlin) erklärt noch, daß die Sozialdemokraten in den Stadtverwaltungen alle Dinge nur vom Standpunkte der Macht betrachten.
Darauf erhielten die Referenten das Schlußwort. Stadtrat: Flesch (Frankfurt) stellt sich auf den Standpunkt, daß das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht auch in den Kommunen eingeführt werden müsse. Der Schrei nach dem Ausgleich sei der Schrei nach Versöhnung. — Bürgermeister Weis (Heidelberg! trägt als praktischer Gemeindebeamter Bedenken, ein allgemeines, gleiches Wahlrecht eiirzuführen. — Professor Löning (Halle) hebt hervor, daß das preußische. Dreiklassenwahlrecht eirtschieden beseitigt werden müsse, ebenso müsie das Hausbesitzerprivileg fallen. Das Grundprinzip jedes kommunalen Lebens [et d i e Gerechtigkeit, die immer im Arrge behalten werden müsse. Eine Ueberzahl von Arbeitern in den Kommunen sei nicht ratsam, auch andere Berufe müßten hier vertreten sein, Händler, Kaufleute, Gelehrte usw.
Nach verschiedenen persönlichen Bemerkungen schloß dann Prof. Gierke (Berlin) die Generalversammlung, indem er die Hoffnung aussprach, daß die Erörterungen reiche Früchte für die Stadtgemeinden tragen mögen._________
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in der Entwicklung oder beim Lernen zurück- bwivende Slüibcr, sowie blutarme, sich matt-' fühlende und nervöse überarbeitete, ieictit erregbare und frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommctts Hacmatogeu. Di4/?
Ter Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nerverstzstem gestärkt.
Dian verlange jedoch ausdrücklich das echte Dr. HommePS Haematogen uni) lasse sich keine der vielen Nachahmungen aufreden.
Am Abend begaben sich die Festteilnehmer im geschlossenen Zuge zum Reformationsdenknral, wo unter dem Eindruck der glänzend verlaufenen diesjährigen Tagung eine Schluß- f ei er stattfand.
Weit über dem Denkmal leuchtet in unzähligen elektrischen Glühlampen der alte lutherische Spruch: „Ein' feste Burg ist unser Gott". Von hohen Pilauen umlodern Flammen das Denkmal, und Kopf an Kopf gedrängt harrt eine ungeheure Mensck-en- menge. Reichs- und Landtagsabgeordneter Professor Dr. H i e b e r (Stuttgart) sprach kraftvolle Worte zu Ehren Luthers.
Wiederholt unterbrach brausender Beifall den Redner. Die Regimentskapelle hatte die Feier mit Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" eingeleitet, nun spielte sie das Lutherlied, und alle Anwesenden sangen es mit. Dann folgte die Niederlegung weiterer Kränze, so des anhaltischen Vereins und der bayrischen Protestanten. Dabei hörten wir noch manche packende Rede. Nach der Feier zogen die Bundesmitglieder mit Musik und Fackeln nach dem Bismarckdenkmal, wo ebenfalls mit innigdeutschen Worten, die Direktor Everling unter jubelndem Beifall sprach, ein Kranz niedergelegt wurde.
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In den Rahmen der öffenllichen Versammlungen während der Wormser Tagung fügten sich verschiedene aus allen Teilen Deutschlands, meist von 150—200 Hauptvereinsvertretern besuchten G e- samtvorftandssitzungen ein. Tie erste am Montag war neben Organisationsfragen hauptsächlich von dem Tätigkeitsbericht des Präsidiums ausgefüllt. Ter Bericht, erstattet von dem geschäftsführenden Vorsitzenden, Sic. Everling, legte Zeugnis ab von der großen Fülle der Arbeit, die seitens des Präsidiums im verflossenen Jahre zum inneren und äußeren Ausbau des evangelischen Bundes geleistet worden ist. Es kam denn auch zu einer erhebenden spontanen Kundgebung dankbarer Anerkennung und unentwegten Vertrauens zu der jetzigen, so erfolgreich geführten Bundesleitung.
Tie große Versammlung der Gefamtvorstmrdssitzung beschloß einstimmig eine Kundgebung des Vertrauens zur Bundesdirektion. Und nachdem über die durchaus geordneten Kassenverhältnisse Bericht erstattet und Entlastung erteilt war, wurde die,Vertrauenskundgebung auf die von Superintendent Wächtler geleitete Finanz- Verwaltung ausgedehnt.
Als Tagungsort der 21. Generalversammlung wurde Braunschweig aus Einladung des dortigen Hauptvereins in Aussicht genommen.
formation die Gewähr für eine gesunde nationale Entwicklung und einen wahren konfessionellen Frieden gegeben ist. Alle Protestanten aber bitten wir angesichts der rastlosen ultramontanen Kamvfesrüstung, sich mit uns einmütig zusammenzuschließen, damit zur Gesundung unseres nationalen Lebens unserem Vaterlanüe seine wertvollsten Segensgüter erhalten bleiben, damit neben der politischen Abwehr auch eine wirkungsvolle Weckung und Zusaw.menfassung der evangelischen Lebenskräfte den Ultramontanismus zur Einschränkung seiner Herrschaftsansprüche zwingt und so die Zeit herbeigeführt wird, wo unter der wohlabgewogenen Staatsoberhoheit die verschiedenen Konfessionen in edler Toleranz und walwer Parität in unserem großen deutschen Vaterhause einträchtig beieinander - wohnen.
Mit Gesang und Gebet wurde darauf die Hauptversammlung geschlossen.
LanSwirNchaft.
--- Ettingshausen, 2. Okt. In unserer Gernarkungi treten, die Feldmäuse so außerordentlich auf, daß die Landwirte für die Herbstaussaat — Korn und Weizen — befürchten und damit sehr zurüähalten. Durch das schöne Wetter der letzten Wochen haben sich die Schädlinge derart vermehrt, daß man auf den Aeckern selbst tagsüber ganze Scharen laufen sieht; es besindet sich Gang an Gang und auf den Kleeäckern ist ein Lauf am andern. Beim Pflügen der Stoppeläcker merkt man, daß die Ackerkrume vollständig unterwühlt ist, vielfach sind Kartoffelbüsche herausgewühlt. Um nun der furchtbaren Plage einigermaßen Einhalt zu tun, hat die Gemeinde ein großes Quantum vergifteten Weizen gekauft und kostenlos an die Landwirte verteilt. Aehn.li.ch wie hier liegen die Verhältnisse in den Orten der gesamten Umgegend.
Gerschts?aKL.
B.B. Darmstadt, 3. Okt. Vor der Strafkammer standi heute der Maurer Petro Hepp aus Dieburg, 32 Jahre alt. Er' ist oft vorbestraft, zuletzt mit lOjähriger Zuchthausstrafe. Don dieser waren ihm mehrere Atonale erlassen worden. Aber kaum kam er Ende v. I. heraus, als er wieder fein altes Mstier, nächtliche Diebstähle, aufnahm. Er lebte in Wiesbaden und trotzdem er sich im Zuchthaus mehrere 100 Mk. gespart hatte, führte er im Marz, April und Mai in 14 verschiederren Orten Hessens schwere Diebstähle aus, so in Dieburg, Reinheim, Babenhausen, Groß-' Bieberau, Messel, Roßdorf, Gr. Gerau, Bischofsheim etc. wo er1 Sachen un Werte von zusammen ea. 1300 Mk. stahl. Bei einer Haussuchung wurde ein Laster allermöglicher Gegenftände gefunden. Der Angeklagte ist geständig und behauptet nur deshalb zum Verbrecher geworden zu sein, weil er keine ordeutllche Arbeit habe finden können. Er wurde zu 5 Jahren Zuchthaus, einschließlich der 2 Jahre, die er kürzlich m Wiesbaden erhielt abz. 2 Monate Untersuchungshaft und 10 Jahren Ehrverlust verurteckt.
auf den Zentralvorstand fand stürmische Aufnahme.
Superintendent D. Meyer (Zwickau) brachte ein Hoch auf die Lutherstadt Worms aus, Superintendent Wächtler toastete ans Festausschuß. Daun sprach Dr. Schneider den Dank Wormser aus.
Nestle'5lÖ|
Pur Säuglinge, Rsccnvalescenten,Magenkranke,^ 8
O. B. Worms, 3. Oktober.
Gleichzeitig mit der Generalversammlung trat am Dienstag )CC im vorigen Jahre gegründete Verband der akademischen Orts- iruppen des Bundes zusammen. Der Verband umfaßt 8 Ortsgruppen. Von ihnen mären vertreten Leipzig, Halle, Tübingen, ftönigÄberg, Gießen und Darmstadt. Außerdem hatte sich -lne Reihe von Gästen eingefunden, u. a. Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Krüger-Gießen. Nachdem der Vorsitzende Dr. Moschler-Leipzig >en Verb'.mdstag eröffnet hatte, begrüßte sind, theol. Weidner rls Vertreter der akademischen Ortsgruppe an der Landesuniversi- tät den Verband auf hessisck-enr Boden und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Verhandlungen des Verbandes von Segen begleitet und von Erfolg gekrönt sein möchten. Es sprachen der crbandsschristführer sttw. Phil. Knauer über „die Entstehung römischen Primates", der Vertreter der Ortsgruppe Königs- ft.-rg stud. theol. Teike über „die Bedeutung des Syllabus" und >er Vertreter der Ortsgruppe Leipzig stud. theol. et Phil. Krieger Iber „die ultramontane Presse". Aus den sehr anregenden Liskussioneu heben mir besonders die lehrreichen Ausftihrungen >os Geheimrats Prof. Krüger und des Pfarrers Wörißhoffer hervor.
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In der gestrigen Abgeordnetenversammlung im ^sthause erhielt Reichstagsabg. Arning- Hannover chas Wort ,u einem Streifzug durch unsere Kolonien. Er ührte aus:
Die katholische Mission ist mit einem außerordentlichen Eifer mbei, die schwarze Bevölkerung in Afrika in ihre Kreise zu .teilen. Wir müssen demgegenüber dafür sorgen, daß der Anteil >er evang. Kirche nicht hinter dem der kath. zurückbleibt. Nicht wn Henle auf nwrgen, auch nicht in einem Jahrzehnt oder Jahr- lunbert, aber dock) mit der Zeit wird sicher ein großer Teil >er farbigen Bevölkerung Afrikas zu einem Faktor werden nrüssen n der christlichen Bewegung des Erdballs. Wir werden im Laufe >er Zeit mit einem stark bevölkerten Afrika nicht allein in tnsern, sondern auch in den Kolonien der andern Nationen 41 rechnen haben: wenn auch ein Teil dem Mohammedanismus mheim fallen wird. Wir haben aber nicht allein auf die
Auf das Telegramm an den Großherzog von Baden lief folgende Antwort ein: „Se. Kgl. Hoheit, der Großherzog lassen der Generalversammlung des Evangelischen Bundes für die Kundgebung der Teilnahme beim Hinscheiden Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs Friedrich herzlich danken. Auf allerhöchsten Befehl: Babo."
Verein für Sozialpolitik.
S. u. H. M agdebtir g, 2. Okt.
Im weiteren Verlaus der Vorverhandlung wies Dr. Voßberg (Schöneberg) darauf, hin, daß man die ,Arbeiter in den Kommunen Mitarbeiten lassen müsse. — Professor Dr. Weber (Berlin) sieht in der Sozialdemokratie keine Gefahr für, den Staat. Die wirtschaftlichen und sozialen Mißerfolge des Reiches seien größtenteils auf das Konto einzelner dynastischer Persönlichkeiten zu setzen. — Geheimrat Bücher- Leipzig beleuchtet die Frage, ob der großen Masse ein Interesse an der Kommunalpolitik beizubringen sei. Es sei ein Fehler, daß die Interessen einzelner Berufe gesondert vertreten werden. Es sei bedauerlich, daß viele Vertreter des Volkes die Interessen der Volksgeschichten gar nicht kennen. Tas Volk will aber Vertreter haben, die mit seinen Interessen vertraut sind, da dies aber bisher nicht der Fall sei, so sei also eine Verschiebung des Volkswillens vorhanden. Sozialdemokraten könnten ganz ruhig in der Gemeindevertretung vertreten sein. Hier sei der beste Ort für sie, wo sie sich blamieren könnten. Der Redner tritt für das allgemeine gleiche Wahlrecht auch in den Kommunen ein. Man solle sich nicht davor fürchten, daß zuviel Sozialdemokraten hineinkommen
Worms erklärt: Ter große geschichtliche Kampf zwischen Rom und Wittenberg muß als ein Wettkampf mit den Gaben des Geistes und den Werken der Liebe geführt werden, so daß ein friedliches Zusammenleben und Zusammenwirken der römisch- katholischen und evangelischen Mitbürger dadurch nicht gehindert wird. Ein Haupthemmnis zur Verwirklichung dieses Zieles ist der Ultramontanismus; denn die politisckie Vorherrschaft der Zentrumsvartei, die mit ihrer konfessionell-kirchlichen Waffenrüst eie unduldsamen Ansprüche eines ultramontanen v attjolisr f allen Lebensgebieten durchsetzen will, veranlaßt mit innerer Notwendigkeit die stete Störung einer wahrhaft friedlichen Gemeinbürgerschaft aller Volksgenossen. Wir begrüßen es darum freudig, daß im neuen Reichstag das Zentrum nicht mehr „die Achse ist, um die sich alles dreht", und wir fordern unsere Mitglieder und Gesinnungsgenossen auf, das Veistündnis dafür zu pflegen, daß nur durch dauernde Beseitigung der klerikalen Minderheitsherrschaft im Mutterlande der Re-
arbige Bevölkerimg der Kolonien Rücksicht zu nehmen, sondern oir müssen auch an die weiße Bevölkerung denken. Und die
Meidelbergerstr. 129.
H Fabrikationsbetrieb bedeutend erweitert. — Neueste Holz- trocknungsanlagen mit bewegter Luftzirkulation.
Grösste existierende übersichtlich arrangierte
d lenken an den, der uns bisher geführt hat. Heute ftüh hat der | Zentralvorftand einstimmig zum Nachfolger des verewigten Bundes- * jräjibenten Grafen zu Wintzingerode den Generalleutnant z. D. Exzellenz v. Lessel-Kvburg erwählt.
ii Generalleutnant z. T. von Lessel: Er nehme das ihm !l i'bertragene Amt an und habe bereite in der Vorstandssitzung n( einem Tanke für die ihm erwiesene Ehre Ausdruck gegeben. 4 ir gebe Dem Bunde die Versicherung, daß es sein ganzes Be- . treben sein werde, den Bund zu führen auf dem rechten Wege ! mb er hoffe, daß der 5)errgott ihm dabei Helsen werde.
Nunmehr hielt Prof. v. Witte (Halle) dem langjährigen Ißräiibenten und Ehrenpräsidenten des Bundes, dem am e, l8. Juli d. Js. verstorbenen Grafen von Wintzingerode die Ge- 3 'ächtnisrede.
it. Tann ergriff der Präses Landtagsabg. D. Hackenberg ? Hottenbach) das Wort zum Hauptvortrag über das Thema: Die . onfessionelle Spaltung und der evangelische j^Ounb. Im Anschluß daran wurde folgender Kundgebung 'p, .ugeftimmt:
Tie 20. Generalversammlung des evangelischen Bundes zu
iffe, kaufen Sie nur MM.........
p denn sie ist eiuzia in ihrer Art und attbewährt: sie über-
Man lasse 3$AGGIs Würze nur in MAGGIs OriginalfläschÄeu nachsüllen, weil trifft alle zmn gleichen Zwecke angepriesenen Präparate.
C*/i0] in diese gesetzlich nichts anderes als echte M^««l-Würz<; gefüllt werden darf. Tehv ßlldejicbig * Man verwende stets den Würzespa
vangelische Mission muß auf diese Entwickelung Rücksicht nehmen. Sin großer Vorzug der evang. Mission ist der Umstand, daß der uang. Missionar fast ausnahmslos verheiratet ist. Auch für die Kolonisierung hat das seine Bedeutung. Durch die Missionare vird der Beweis erbracht, daß sich weite Gebiete der tropischen Kolonien zur Besiedelung für deutsche Familien wohl eignen. Ohne


