Viertes Blatt
Air. Ä34
edd)tbii rüglich mit Ausnahme des 6onni3gS.
General-Anzeiger für Gderhchen
Jahrgang
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e« 5L Rehaktion:^^! 12. Tel.-AdruAnzeigerGießen,
Die ..Sietzener FamiUendlälter- werden dem Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das *Krttsblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
Samstag 5. Oktober 1907
Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen Unwersitäts - Buch- und Steindruderet.
R. Lange, Dießen.
Deutjches UcLch.
Berlin, 4. Okt. Die Nachricht, daß Kaiser Wilhelm in absehbarer Zeit zu einem Be s u ch e Kö n i g Le o p o l d s in Brüssel erscheinen lv-erde, wird trotz des Berliner Dementis von b-er französischen Presse aufrecht erhal- tca. Ter belgische gesandte in Berlin, Baron Greindel, weilt zurzeit in Brüssel. Möglicherweise verbindet er die Anwesenheit in seiner tz-eimat mit den Vorbesprechungen dieser Herrscherbegegnung.
— lieber die Einführung eines biologischen Unterrichts in den Schulen schweben, wie die „Nctt.- Ktg." hört, zurzeit Erwägungen an den zuständigen Stellen.
München, 4. Okt. Der bayerische Zentrumsabgeord- ncte Dr. Heim, dessen Differenzen mit der Parteileitung im letzten Wahllarnpse zu Svnbertandidatttren der radikalen Punschen Richtung gegen die offiziellen Parteikandidu- turen geführt haben, ist von seiner Landtagsfraktion nicht mehr in den Finanzausschuß gewählt, sondern durch Baron Moritz von Frankenstein ersetzt worden. Im Verdruß darüber ist Dr. heim nunmehr aus dem Parteivorstand der bayerischen Zentrumspartei ausgetreten und will dein Landtage fernbleiben.
— Im „Bayerischen Kurier" veröffentlicht dessen früherer Chefredakteur, Siebertz, eine Erklärung, in der er sagt, er habe sich überzeugt, daß seinem seinerzeitigen Gewährs- Timun für seine persönlichen Angriffe auf den General Kein: jede tatsächliche Grundlage fehlte. Siebertz nimmt die beleidigenden Aeuherungen gegen Keim mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück.
Deidesheim (Pfalz), 4. Okt. Der Zentrums führe r Dr. Julius Stiben ist in der letzten Nacht gestorben. Er war früher Landtagsubgeorducter und langjähriger Bürgermeister.
Rostock, 4. Ott. Eine hier abgehaltene Eisenbahnkonserenz zwischen Preußen uni) Mecklenburg hat die Be- rcitwilligkeitMccklenüurgs für einen Anschluß an die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft erbracht, lieber die beiderseitigen Bedingungen soll eine neue Konferenz Mitte November stattfinden.
Berlin, 5. Okt. Außer dem Kaiser wird auch der Kronprinz an der Beisetzungsfeier in Karlsruhe teilnehmen.
— Auf Veranlassung des Kultusministeriums finden zurzeit Erhebungen über die Zahl der in Preußen vorhandenen Krüppel und deren geistige und körperliche Pflege statt, die im Februar nächsten Jahres abgeschlossen sein werden. Auf Grund der hierdurch gewon- neuen Erfahrungen soll erwogen werden, ob es sich empfiehlt, Me Fürsorge für Krüppel, die zurzeit aus- jchließlich der privaten Wohltätigkeit überlassen ist, ähnlich wie die der Taubstummen und Blinden den Provinzial- verband e n zu überweisen.
AusScrnS.
Wien, 5. Okt. Im niederösterreichischen Landtage wurde gestern das Automobil-Steuergesetz angenommen. 3n einer lebhaften Debatte erklärten mehrere Abgeordnete vom Lande, daß, wenn der Automobil-Unfug nicht aufhöre, die Bauern ihre Straßen verbarrikadieren und für die Automobile unpassierbar machen würden. Ein Redner erklärte, falls der Kaiser das Gesetz nicht sanktioniere, werde man die beiden letzten Zeilen der B o l k s h y m n e streichen, die da lauten: Gut und Blut für unseren Kaiser!
S a l o n i ch i, 4. Okt. Bei E l k s ch u s u tötete eine griechische Bande fünf Bulgaren.
Newyorr, 4. Ott. Dem Blatte „American" zufolge wird Admiral Evans beschuldigt, die ihm von den Behörden während der taktischen Manöver des Atlantischen Geschwaders erteilten Befehle nicht ausgeführt zu haben. Es heißt, daß die Beziehungen zwischen dem Admiral und dem Marineamte äußerst gespannte seien.
S p o k a n e, 4. Okt. In Danville griff gestern eine au f g cre gte Volksmenge einen Trupp Hindus an und jagte ihn unter Steinwürfen in kanadisches Gebiet hinein. Die .Hindus waren vorher aus Kanada entflohen und hatten in Danville in einer Hütte Schutz gesucht. Auf die Angreifer wurden einige Schüsse abgegeben, die aber niemand verletzten.
Buenos-Aires, 4. Okt. IN der Provinz Cor- ri en tes ist eine Revolution aus gebrochen. Nach verschiedenen Scharmützeln gelang es den Revolutionären, mehrere Ortschaften zu besetzen. Während des Kampfes sind eine Anzahl Personen getötet oder verwundet worden. Die argentinische Regierung trifft Maßregeln zur Wieder- herstellung der Ordnung.
Marokko.
London, 4. Okt. Nach einer Meldung der „Mor- ning Post" aus Tanger ist man allgemein überzeugt, daß die Hauptstadt Fez nur auf den ersten Erfolg der südlichen Armee unter Muley Hafid warte, um sich für diesen und gegen Abdul Asis zu erklären. Muley Hafid gewinne täglich und stündlich mehr Anhänger unter der marokkanischen Bevölkerung, deren einzige Hoffnung auf ihn gestützt ist.
— Aus Casablanca wird dem „Daily Telegr." die Beilegung des Konfliktes zwischen dem spanischen und dem französischen Kommandanten gemeldet. Drude habe seine Truppen aus dem in der spanischen Zone liegenden Quartier zurückziehen lassen und dadurch seiner freundlichen Gesinnung besonderen Ausdruck gegeben. Die von den Stämmen verlangten und versprochenen ($ei* fein lassen noch immer auf sich warten.
Die Zollschranken der Vereinigten Staaten.
Washington, 4. Okt. Aus deutsch-atlantischem Kabel. Auf der Jahresversammlung der National Association o Cotten-Manusacturers, der auch deutsche und andere ausländische Delegierte beiwohnten, warnte Handelsminister Strauß davor, die Zollschranken des Landes zu hoch machen zu wollen, wchl man dadurch das Ausland
zu gleichem Vorgehen veranlasse. Er halte in dieser Beziehung die Grenze für erreicht und niemand habe dies deutlicher erkannt als Präsident Mc. Kinley, der für eine Tarifreform eingetreten sei, um den Vereinigten Staaten einen angemessenen Anteil auf den ausländischen Märkten zu sichern. Strauß wies auch auf die Bedeutung der gelben Rassen als Abnehmer von Baumwolle hin und meinte, sie würden noch mehr amerikanische Waren kaufen, wenn man sich gut mit ihnen zu stellen wüßte. Er erinnerte auch an den vorjährigen Boykott amerikanischer Waren bei den Chinesen, wodurch der Absatz amerikanischer Baumwolle im Jahre 1906 eine Einbuße von 20 Millionen Doll ars erlitten habe.
Ans Stadt und Land»
Gießen, 5. Okt. 1907.
* Aus dem Militär-Wochenblatt. Ordensverleihungen: Das Großkreuz des Roten Adlereordens mit Eichenlaub: dem Gen. der Inf. v. Eichhorn, kommandierendem General des 18. Armeekorps; den Stern zum Roten Adler-Orden 2. Klasse mit Eichenlaub: dem Gen.-Lt. v. Strantz, Kommandeur der Großh. Hess. (25.) Division; den Roten Adlerorden 2. Kl. mit Eichenlaub: dem Gen.- Major v. Dietl ein, Kommandeur der 50. Jnf.-Brig. (2. Großh. Hess.); dem Gen.-Major Kettler, Kommandanten von Mainz; den Konigl. Kronenorden 3. Kl.: dem Oberstlt. v. Geldern-Crispendorf, Kommandeur des 2. Großh. Feldart.-Regts. Nr. 61; den Konigl. Kronen- Orden 4. Kl. dem Oberlt. v. Schroter im Leib-Garde-Jnf.- Regt. (1. Großh. Hessen) Nr. 115, dem Oberlt. Poly im Jns.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hessen) Nr. 116.
)( Personalnachrichten von der Ober-Postdirek- tion Darmstadt. Ernannt sind: Postinspektor El- linghaus in Offenbach zum Telegraphendirektor, Post- inspekt. Wachtmann und Telegraph en in spekt. S ch n e i b_t in Darmstadt zu Ober-Postinspektoren. Verliehen ist der Titel „Poftsekretär" dem Ober-Postassistenten Schmitt in Osthofen, der Titel „Ober-Postassistent" dem Postassistenten Dambmann in Gießen und Ring in Guntersblum. Versetzt sind: die Postasfistenten Borner von Büdingen nach Schöneberg bei Berlin, Briddigkeit von Bad Salzhausen, und O e h l ke von Bad-Nauheim nach Berlin, He ch - l e r von Bad-Nauheim nach Charlottenburg und Nessel von Bad-Nauheim nach Offenbach. Angenommen wurden als Postgehilfe der Oberrealschüler O s w a l d in Gi e - ß e n; als Postgchilsin: Amalie Rettig in Darmstadt; als Telegraphengehilfinnen: Elisabeth Genter in Bensheim, Margarete Kr o ck, Rosa Schramm und Christine Walther in Gießen.
** Sämtliche preußisch-hessischen Gütertarife sind am 1. Oktober" d. I. mit Ausnahme der Darifhefte G und H, deren Ausgabe am 1. April nächsten Jahres erfolgt, neu herausgegeben worden. Gleichzeitig sind die Staatsbahn-Gütertarise durch Herausgabe eines neuen Teiles II „Gemeinsames Heft A" insofern vereinfacht worden, als in dieses Heft die sämtlichen in den einzelnen Tarifheften zerstreuten besonderen Bestimmungen, einschließlich des Uebergangstarifs für den Verkehr mit Kleinbahnen sowie der Bedingungen für die regelmäßige Beförderung von Milch und Arzneimitteln aufgenommen worden. Die einzelnen Tarifhefte'enthalten deshalb nur noch Entfernungen und Frachtsätze.
•• Anlagemnsik (Volkskonzert) findet Sonntag den 6. Oktober, vorm. IV/, Uhr, in der Südanlage nach folgendem Spielplan statt: 1. Ouvertüre z. Op. „Wenn ich König wär" von Adam. 2. Mein Traum! Walzer von Waldteufel. 3. Fantasie a. d. Op. ,Mignon" von Thomas. 4. Herzog Ernst-Marsch von Krauße. — Unsere Regimentsmusik konzertiert am Sonntag von 4.30 nachmittags ab im Philo- jophenmald.
-i- Klein-Linden, 4. Okt. In einer Wirtschaft wurde ein frecher Diebstahl verübt. Während die Wirtin Bier zapfte, schlich sich der Täter in den Laden und leerte die Kasse. Er wurde jedoch noch im Laden angetrofsen und zur Anzeige gebracht; der Dieb ist ein Bah narb eiter aus Großen-Linden.
k- Lang-iGons, 4. Okt. Nächstes Jahr soll in unserem Dorfe ein großes oberhessisches Bauern- f e st veranstaltet und mit einem ländlichen Trachtenfest verbunden werden. Unser Ort ist zur Abhaltung eines solchen Festes sehr geeignet. Vorbereitungen zu der Festlichkeit sind bereits im Gange.
Hs. Bad-Salz Hausen, 4. Okt. Die diesjährige Badc- saison wurde am 1. Oktober geschlossen. Die Bäderavgaoe ist ohne Aveifel des hohen Preisaufschlags wegen weit über 1000 igegen das Jahr 1906 zurück gegangen. Dagegen sind in diesem Jalwe höhere Einnahmen zu verzeichnen. An maßgebender Stelle n>trb zu erwägen sein, ob für nächstes Jahr bei niedrigem Preise einer Massenabgabe der Bäder, oder einer Minder ab gäbe bei hohen Preisen der Vorzug zu geben ist. Die Kurfremden waren mit der vorzüglichen Einrichtung des neuen Bade Hauses und der neugefaßten Trinkquellen sehr zufrieden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß Bad-Salzhanse-n angesichts der Lobes- spenden seiner diesjährigen Besucher für nächstes Jahr die besten Aussichten hat. ' "
)( Darmstadt, 4. Okt. Die hessischen Minister in h o chster Lebens g e f a h r. Auf der Fahrt zur Inspektion des hessischen Sta a t s w a sser,w er ke s Lauter-Nauhcim passierten heute mittag die hessischen Minister Ewald, Braun und Gnauth Exz. Exz. sowie der oberhessische Provinzialdirektor Geheime Rat Breidert in einem Automobil die Nebenbahn Friedberg-9ttdda bei D o r he i m. Bei dieser Station versuchte der Chaufseur noch vor dem, den Bahnhof verlassenden Zug, die durch keine Schranke gesperrte Strecke zu passieren. Dies gelang zwar, doch so, daß trotz allem Bremsen der Maschine der Zug bis dicht an das Auto herankam und dieses streifte. Ein Bruchteil einer Minute Verspätung des Autos fyätte sämtlichen Ministern den Tod bringen können. Den Ministern wurden auf ihrer Fahrt durch die Wetterau von der Bevölkerung, dch den Vorfall gehört hatte, die tebhastefteil Ovationen
dargebracht. — Der bes fischen Handwerker-Zentral» Genossenschaft Ä.-G. wurde von der Jury der Internationalen Tentovnstelling van Ambachtswerktuigcn (Handwerker-Werkzeugen) Paleis vor Volksfologt zu Amsterdam das Ehrendiplom zuerkannt. — 162 Einj.-Freiwillig e wurden am 1. Oktober in der Garnij'on Darmstadt eingestellt und zwar 68 bei dem Leib.-Garde-Jns.-Regt. Nr. 115, je 9 bei den beiden Drag.-Regimentern Nr. 23 und 24, 40 bei dem Feld-Art.-Regt. Nr. 25, 30 beim Feld- Art.-Regt. Nr. 61 und 9 bei dem Train-Bat. Nr. 18.
’ Mainz, 4. Okt. In der Sitzung der Stadwerordneten-i Versammlung wurde beschlossen, einen^archilckionisch sehr wertvollen Pumpbrunnen, den die Stadt Mainz von einem Privaten gekauft hat, vor dem bischöflichen Palars aufzustellen. Der Brunnen stammt wahrscheinlich aus dem in der Franzosen-I zeit zerstörten Kapuzinert'loster.
Frankfurt, 4. Okt. Vergangene Nacht starb nach längerem Leiden der frühere Kreisphyfikus der Stadt Frankfutt, Geh. Medizinalrat Dr. Wilhelm Grandhomme. Er war 1834 zu Usingen geboren und studiette in Göttingen, Würzburg unh Gießen. — Der fünfmal wegen Diebstahls und einmal wegen Sittlichkeitsverbrechen mit Zuchthaus vorbestrafte 52jäyrige Zigarrenmacher Gustav Bäcker aus Gießen, zuletzt wohnhaft in Vessungen, wurde hier wegen unsittlicher Handlungen, die er an Jungen und Vtädchen unter 14 Jahren vorgenommen hah verhaftet. Er hatte die Kinder mit in ein ihm überlassenes Zimmer geschleppt.
Erbach i. Rheingau, 1. Okt. Der gegenwärtig auf dem Schloß Reinhartshausen weilende Prinz Friedrich Heinrich von Preußen fuhr heute vormittag in seinem Automobil durch die hiesigen Ortssttaßen, als während des tobenden Gewitters ein Blitzstrahl in das Wohnhaus des Kaufmanns Rasche fuhr und das Haus in Brand setzte. Prinz Friedrich Heinrich war der erste, der aus dem Hause die Flammen emporsteigen sah und griff sofort überaus tatkräftig mit ein. Während er seinem Chauffeur die Weisung gab, in schnellem Tempo durch alle Ortsstraßen zu fahren, ergriff er selbst die Hupe und gab, so gut es ging, ford- gesetzt Alarmrufe ab. Sodann eilte er zum Brandplatze und beteiligte sich mit größtem Eifer an den Bergungsund Löscharbeiten, die bald recht schwierig wurden, da außer dem Rascheschen Hause auch die angrenzende ehemalige Metzgerei von Bungert von dem Feuer ergriffen: wurde. Beide Hofreiten brannten vollständig nieder.
* Kleine M itteilnngen aus Hessen und bei Nachbar st aaten. Ter Kaiser kommt am 20. November nach Schlitz, um der an diesem Tage dott ftattfinbenoen Hochzeit der Gräfin Vtargarethe beizuwohnen. — In Nidda hatte eine Frau im Herd Holz angezündtt. Sie kam rücklings der Feuerung zu nahe und, da an dem Herd das Türchen fehlte^ fingen ihre Kleider Feuer, und die Frau stand im, Augenblick in hellen Flammen. In ihrer Verzweiflung lief fie auf die Straße und schrie um Hilfe. Nachbarsleute löschten die Flammen, aber die Bedauernswerte hatte bereits tödliche Verletzungen davongetragen. — Auf der Karls Hütte bei S t a f f e l, a. d. Lahm geriet der 16jährige Heinrich Mai aus Nomborn mit der rechten. Hand in den Riemen der Sandbläsmaschine. Der Riemen erfaßte dabei den Rockärmel und zog M. in das (betriebe. Der, Unglückliche, der schrecklich zugerichtet wurde — die. ganze rechte Kopfseite wurde so schwer verletzt, daß das Gehirn bloßlag —; wurde bewußtlos in die Klinik n a ch Gießen^ befördert. —। In Glauberg verlor die Familie Lotz das älteste Töchterchen^ Das neunjährige Kind wollte. Gänse aus dem Bach ireiöcn^ An einer steilen Uferstelle rutschte es ab und fiel ins Was; er. Ein Ackersmann konnte Hilfe bringen. Das auftauchende Kind- von Krämpfen befallen, schlug aber heftig um sich, und der Retter mußre es wieder aus der Hand lassen. Als er es aufs neue erfassen konnte, war es bereits tot. —■ Mit^grorzen Festlichkeiten und unter sehr starker Teilnahme ist in Schlitz das 75jährige Bestehen der Firma Gg. Langheinrick),^sowie gleichzeitig das 25jährige Jubiläum des Mitinhabers der Firma, Herrn August Haag, gefeiert worden. — In dem Steinbruck) der Ohmtalbasaltwerke von Kanitzer unb Pistor zu Ortenberg hat sich ein tödlicher Unfall ereignet. Von einer Stelle, an betf etwa eine Viertelstunde vorher Sprengungen stattgefunden hatten^ löste sich ein Stein los und erschlug beim Ausfallen den unten ein Bruch etwa 20 Meter tiefer beschäftigten Arbeiter Kaiser. Der Mann war sofott tot, er hinterläßt eine Witwe mit fünf Kindern, von denen zloei noch nicht zur Schule gehen.
Gießener Strafkammer.
T; *ZjZ!-iILrZj ) ( Gießen, 4. Oktober. ।
Diebstahl.
Dtt Landwirt I o h. H ch. B. von Lindhcim hat bei eincni Wirtshausbesuch in Dudenrod dem- Wirt eine Bürue ent» wendet. Dies trug ihm, unter Berück,ichtigmrg seiner Vorstrafen^ drei Monate Gefängins ein. I
Beleidigung.
Die Inhaber der Firma W. Z., Wilhelm und Adolf Z. hiev haben gegen den Malermeister Josef F. in Neckarsulm wegen Beleidigung Privatklage erhoben, _ die am Schöffengericht mit Freispruch ausging. Gegen dieses Erkenntnis hatten sie Berufung eingelegt. Der Angeklagte hatte bei dem Reisenden der Firma ein Faß chemisch reines Bleiweiß be,teilt. wer Reisende versicherte ihm, daß er ihm ein Faß extrafeines Blei- weiß in Oel liefern werde, das er auch erhielt. Da das Gelieferten Ware, worauf er aufgefordert wurde, diese^ zuttickzu-- Firma an, unter gleichzettiger Zusendung einer Probe der ge- liefcrten Ware, woraus er aufgefordert wurde, die,e zuzurazu- schstcken, damit sie gegen gute umgetauscht rverde. ^nzwiiaM hatte der Angeklagte das Bleiweiß d^mifd) untersuchen laßen, wobei es sich herausstellte, daß es über 30 Pro',. ^chwer,pat enthielt. Er schrieb dies der Firma und fügte hinzu, da)z er den Kaufpreis entsprechend reduzieren werde und nod) etwa 10 Mk. Unkosten in Lkbzug bringe. Er knüpfte die Bemerkung daran, daß, falls er nicht innerhalb einer Woche Antwort habe, er die Sache der Staatsanwaltschaft zur Untersuchung wegen Betrugs anzeigen werde und bemerkte weiter,,ein solcher Schwindel sei ihm wcchrend seiner ganzen Tätigkeit im Gewerbe noch nicht, vor- gekommen und dies sei die erste Firma, mit der er so hereingefallen sei. Nach den F-eststellungen des Schöffengerichts hat der Reisende auf die Frage des Angeklagten, ob das Bleiweiß chemisch rein sei, absick)tlftl) nicht geantrjortet, sondern nur gesagt, die Ware sei exttasein; daß diese für den vereinbarten Preis chemisch rein nicht geliefert werden konnte, wußte der Ange tteigle nicht. Er war deshalb der Meinung, er sei durch die Handlmigsnxife des Reisenden argliftig getäuscht worden und dies sei für bett Laien ein Betrug, wenn es auch an dem gesetzlichen Tatbes nids- merkmal gebricht. Er l-at sich nach Ansicht des Schös>e:igench-ts so geäußert, wie er die ganze Sache auffaßte, er wollte den Schaden ersetzt haben, nicht aber die Firma tränken, sondern den Reisenden kennzeichnen. Er nahm deshalb die 'Wahrnelminng herechttgter Interessen M. .Wenn auch der etil des Briefes


