Ausgabe 
5.12.1907 Erstes Blatt
 
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©ine Automobil - Fernfahrt NewyorkParts ' l*ium sind die kühnen Teilnehmer der Autonrobilfahrt Peking ; taxt-s nach anstrengungsvollen und entbehrungsreichen Monaten > , n Ziele ihrer Fahrt, in Paris, cingetroffen, da taucht schon wieder kN Projekt ans, diesmal noch phantastischer, noch gefahrvoller, noch $ verwegener als die Fahrt durch China und das südliche Sibirien. < S'er »Platin^, der schon die Fernfahrt PekingParis organisiert ! lilt, bat ein neues Mittel gefimben, diese letzte Leistung des Auto- 4 Irobilismus zu überbieten: es gilt die Fahrt vcm Newyork nach v.^aris im Automobil, »ul* im Automobil, ohne Benutzung von Schiffen. Von 9tewyork über Chicago und St. Paiil führt die t Äoute des neuen abeliteuertichen Projektes nordwärts hinauf in die .fc li iswüsten LllaSkas ; der Winter, wo alle Flüsse und das Polarmeer < Klgefroren sind, soll benutzt werden, um sich der Hilfe von Schiffen 4, ; i eiitschlagen, die zugesroreiien Flußläufe können als Wege bienen ei rind die Eisdecke der Behring-Straße wird das Automobil von X f nein Erdteil zum anderen tragen. Durch die Schneewusten Sibiriens führt der Weg dann über Tomsk und Moskau nach ^ans. Der Plan also ist gefaßt und einstweilen fehlen nur noch t die Automobilisten, die nicht davor zurückschrecken, die fromme i» Absicht in die Tat umzusetzen.

* Eine kräftige Hochzeitspredigt hielt vor 60 Jahren ein Prediger in einem Dorfe des tuiirttem» hergischen Schwarzwaldes.Ihr Schwarzwälder!" donnerte ;11, ex. »Eure Hochzeiten, was sind sie? Bon Anfang bis zu et; Ende unchristlich und unordentlich. Da schaut einer ein ' S: Mädchen an, sieht sie aber bloß von außen. Sie ist schön, icid), Eann schaffen und dergleichen; aufs Innere seht ihr nicht. Ihr fragt: Was hat sie für Vermögen, ist sie i: eine stattliche Person zum Arbeiten? und dergleichen. Aber ^xmrs Innere, ob sie christlich, ob wohl gesinnt, ob rein vor Gott? Das wollt ihr nicht wissen. Und eure Hoch- ' zeiten? Recht tanzen, recht 1846 er trinken und wüsttun, ^das sind sie und nichts weiter!"-

k . * nervöser Herr hörte aus seinem einsamen Heimwege das Echo von Schritten hinter sich, und leise ^ Ahnungen von Wegelagerern und Halsabschneidern durch- zuckten sein Gehirn. Je schneller er marschierte, desto mehr ^beschleunigte der Manu hinter ihm seine Schritte, und ob- wohl der nervöse Herr die ungewöhnlichsten Kxeuz- und Querwege wählte, blieb ihm sein Hintermann auf den Fersen. Schließlich bog er in einen Kirchhof ein.Wenn ex mir <rudj hierher folgt," sprach er bei sich,kann über bsi seine Absichten kein Zweifel mehr bestehen." Und der Al Mann folgte ihm in der Tat, und vor Aufregung und Wut $d Zitternd, mochte der nervöse Herr Kehrt und trat ihm u. cmtgegen.Was wollen Sie?" fragte er.Warum folgen ?tI Sie mir?"Gehen Sie immer in dieser Weise nach ^aufe?" fragte der Fremde,oder machen Sie sich heute Erbend ein Extravergnügen? Ich bin aus dem Wege zu ' Sierrn Brown, und der Bahnhvssportier sagte mir, ich sollte ^.rur hinter Ihnen Hergeyen, da Sie nebenan wohnten.

Entschuldigen Sie meine Frage, aber gehen Sie heute abend überhaupt nach Hause?"

* Der Oratorienchor i m Zucht Hause. Aus Rb L ondon wird uns berichtet: Die Insassen des Gefäng­nisses zu^Wandsworth erlebten in diesen Tagen ein unge- rmohntes Schauspiel. Der Oratorienchor von Brixton stattete . 5 der Strafanstalt einen Besuch ab, und die tau,end Sträf- Imge versammelten sich zu einem Konzerte, an dem außer 1 ten Chore noch ein Jnstrurnentalquartett mitwirkten. Teile t; Ms demElias" und anderen Chorwerken wurden auf- tzeführt und nach den Schilderungen der englischen Blätter 8e fcutrr es ein ergreifender Anblick, wie die lauschenden Ge- i ll sangenen sich wortlos vorbeugten, nm kein Wort und keine Note zu verlieren. Der Anftaltsdirektor erzählt, daß er - rnemals in dem Gefängnis solch ein ergriffenes Schwei- 31 gen gesehen habe; wie festgebannt saßen die Sträflinge m c ui ihren Sitzen und lauschten den ungewohnten Klängen. 'G Es war der Viear von Brixton, der Reverend D. I. Waldron, , per zuerst auf den Gedanken kam, der Chor möge eine ' Keihe großer Strafanstalten besuchen. Im vorigen Winter k ourde zum ersten Male eine derartige Erlaubnis erteilt ii& und sofort im Gefängnis von Brixton ein Konzert veran- ir faltet. Der Anstaltsgeistliche erzählte darnach, daß er nie- chjmals die Gefangenen in so großer innerer Bewegung ge­sehen habe, wie nach den Oratoriengesüngen. Einzelne Hart- räckige, die stets widerspenstig sich gegen die Disziplin ge- sträubt hatten, zeigten sich nachgiebig und folgsam. In > einem der schlimmstenFälle" erklärre der Bekehrte, daß

Musik ihn so ergriffen habe. Die Wärter sind voller 'Lob für die Neuerung und behaupten, daß sie einen Glanz awen neuem Hoffen in die trostlose Oede des Sträflings- McfetnS tragen werden. Am 15. Dezember wird in dem YZefängnis von Brixton ein zweites Konzert für die Sträs- Ringe stattfinden.

Kleine Tageschronik.

Aus Duisburg ist der Kapellm eiste r der städtischen Zrpelle Steiniger seit 8 Tagen verschwunden. Der Ftüch- Uge hat Wechselverbindlichkeiten in Höhe von mehreren hundert- Lausend Mark hinterlassen. Ein Teil der Wechsel ist gefälscht.

1 In Glogau wollte die 11jährige Tochter des Rittmeisters Schlebrügge ein Buch aus einem Bertikow holen und zog so ^heftig an der Schublade, daß die auf dem Bertikow stehende trennende Petroleumlampe ins Wanken kam und auf das Mäd^ W-chcn fiel. Das Kind erlitt entsetzliche Brandwunden am ganzen c- Körper und starb nach einigen Stunden.

Die kürzlich in der Kohlengrube Naomi in Dconongabella lPennsylvanien) verschütteten 60 Bergleute sind noch nicht aufgefunden. Herzzerreißende Szenen spielten sich unter w den Frauen und Kindern ab, die sich trotz schwerer Schnee- stiirme an der Einfahrt der Grube aufhalten, als Bergleute die Nachricht brachten, daß sich drunten ein Klopfen ver- - nehmen lasse, das immer schwächer werde.

In R o st o k sind 60 Personen nach dem Genuß von Leber- - wurst teils schwer, teils leichter erkrankt. Zwei sind ge- ' storben. Eine Untersuchung ist eingeleitet.

i' An der italienisch-schweizerischen Grenze bei Cämpecologno k stürzte ein italienischer Zollwächter über eine 400 Meter hohe Felswand, als er im Gebirge Waren abholen wollte, die er M einem Schmuggler abgejagt hatte. Er war sofort tot.

£ir. Im Januar d. Js. fand die Hochzeit des Attachees bei ßcber russischen Botschaft in Paris, Fürsten M e s ch t s ch e r s k i mit "der Tochter des reichen russischen Kaufmanns Fomcnko statt.

Die Ehe gestaltete sich schon nach wenigen Monaten unglückliche bfc Die Fürstin kehrte mit einer alten Magd wieder nach Petersburg e zurück und scheint nach einem hinterlassenen Briefe Selbst- ümord begangen zu haben. Seit 5 Tagen sucht die Petersburger ic Polizei nach ihrer Leiche.

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Auttft und Wcffcnfcbah-

Photographische Aufnahmen des Merkur- .'Durchganges. Man schreibt uns aus Kassel: Der Privat- ae gelehrte Ernst Stephani hier hat auf seiner Sonnenwarte den ^Versuch unternommen, den Merkurdurchgang am 14. November ^photographisch zu fixieren. Owohl auch in Kassel am Morgen dieses Tages Regen und Nebel herrschte und dichte Bewölkung die "'Sonne zeitweise ganz unsichtbar machte, gelang es dennoch durch '^kleine Wolkenlücken mit dem Photoheliographen 25 Photographien av der Sonne während des Vorübergangs des Planeten aufzunehmen.

16 davon zeigen das kleine Planetenscheibchen deutlich und zu- gleich auf der Mine der Sonne, etwas nördlich vom Sonnen- ^öquator eine schöne große Fleckengruppe. Diese war am 9. Nov. )e; tun Ostrande der .Sonne aufgegangen und konnte am 9. und

10. November mehrfach photographier: wervm. Am 15. Nov., dem Tag nach dem Merkurdurchgang, war besseres Wetter, es konnten mehrere Photographien auf genommen und die Gruppe, deren einzelne Flecken ihre Form und Lage geändert hatten, ausgemessen werben. Sie bestand aus 4 größeren und 15 kleineren Flecken. Die vier größeren Waren von einer fast kreisrimden Penumbra umgeberu die einen Durchmesser von über 50 000 Kilometer hatte, also viernial so viel als der Durchmesser unserer Erde. Bei stärkerer Vergrößerung zeigte diese Fkeckengruppe die Form eines lachenden Gesichts, ähnlich dem Gesicht, das man im Vollmond mit bloßem Ange sieht.

Blinddarmoperationen. Die Zahl der Blind- dannentzündungen und auch die der Todessätte, ttotz operattver Eingriffe, hat bekanntlich in den letzten beiden Jahren zuge­nommen. Dr. Schßnwarth, der die Krankheit zum Gegenstände seiner Studien gemacht hat, veröffentlicht'deren Ergebnisse in der Münchener Medizinischen Wochenschrift. Als Ursache der Erkrankung wurde in den meisten Fällen Erkältung und Diätstörung angegeben, nur einmal Versetzung. Schömvarth beobachtete und operierte 100 Blindvarmkranke und zwar 23 im Frühstadium, 21 nach bereits eingetretener Eiterbildung, 7 im Zwischenstadium, 6 bei Bauchfellentzündung, 3 unter irriger Diag­nose und 40 im gewöhnlichen Verlauf. Unter Frühoperationen versteht Schönwarth solche, die innerhalb der ersten 48 Stunden vorgenommen werden. In den 23 Fällen zeigte sich bei den Kranken heftiger Schüttelfrost, veränderte Temperatur, erhöhter Puls und Druckempfindung in der Blinddarmgegend, die oft auch auf die rechte Bauchseite übergeht. Bei biefeu Kranken war auch eine Spannung der Bauchbecke auffällig. Schönwarth glaubt, baß es an der 5)and der bekannten Erscheinungen immer möglich sei, den richtigen ZeitMnkt für die Operation zu wählen, und daß die Krankenhausbehandlung viel besser sei, weil sie es dem Arzt ermögliche durch ständige Ueberwachung des Kranken den Verlauf bezw. den besten Zeitpunkt für die Operation abzuwarten, während in der Privatpraxis in der Regel sofort zur Operation geschritten wird.

Heilung von Ges chwüren durch Röntgen­strahlen. Die Röntg en theorie hat in der kurzen Zeit ihres Bestehens ungeahnte Erfolge, besonders auf dem großen Gebiete der Chirurgie zu verzeichnen, so daß der Kliniker ohne die ge­heimnisvollen Strahlen bald nicht mehr auskommt. Beeläre in Paris hat neuerdings Versuche mit Röntgenlicht bei bösartigen Geschwüren gemacht und damit, wie die Klinisch-Therapeutische Wochenschrift mitteilt, beachtenswerte Erfolge erzielt. Er konnte überall da eine Heilung zustande bringen, wo es sich um Ge­schwüre im Zellgewebe der Haut und der Drüsen handelte. Bei eitrigen Formen beobachtete er unter Anwendung der Röntgen­strahlen eine völlige Vernarbung der erkrankten Stelle. Bei Hautgeschwüren im Gesicht aber versagte die Röntgenbehandlung, wenn die Erkrankung die tiefe Schicht der Leberhaut bereits überschritten hatte. Bei den Epitheliomen der Schleimhäute hat die Röntgenbehandlung gleichfalls gute Wirkungen zur Folge. Perthes heilte auf diesem Wege Geschwüre an der Unterlippe einer Frau nach einer einzigen Bestrahlung. Auch bei Epithelioinen auf der Zunge wurden Heilungen mit Röntgenlicht erzielt. Bös­artige Geschwüre an den weiblichen Brüsten wurden durch Rönt­genlicht gut beeinflußt, wenn sie noch unter der Haut beweglich waren; sie vergingen dann häufig schnell und dauernd. Ein Erfolg blieb aber aus, wenn die Erkrankung schon auf den Brustkorb und die Rippen übergetreten war. Boelöre nennt die Röntgenstrahlen ein vorläufig noch zweischneidiges Schwert. Eine ihrer größten Gefahren sei die Ueberschreitung, der Dosis, und hier könne jeder Arzt irren, ohne daß er sich dessen bewußt sei. _ Tie nützliche Dosis sei nicht nur nach dem Alter des Patienten verschie­den, sondern es müsse auch mit dem wichtigen Faktor gerechnet werden, daß gewisse Organe gleichsam eine Jdionsynttasie gegen die Röntgenstrahlen besitzen.

Weihnachtsschrifien für die Jugend.

Schöne alte Singspiele lieißt ein Lieder- und Bilderbuch, das im Verlag der Jugendblätter, München II, er­schienen jst und dem man wünschen möchte, daß es in jede Familie, wo Kinder sind, Eingang fände. Es enthält 100 volks­tümliche Spiel- und Tanzlieder, die Wilhelm Lehichosf den Kindern des Volkes abgelauscht hat. Jedes Singspiel ist nach Wort, Melodie und Spielweise treu wiedergegeben und außerdem mit einem farbenfrohen und humorvollen Büde geschmückt. Dos Buch bezweckt in erster Linie die Erhaltung der Volkskinder-- lieber, die nach Wort und Weise im Aussterben begriffen sind. Daneben aber dient es auch der Ettveckung und Pflege der Spiel­lust unserer Schuljugend, zu deren dLutz und Frommen nur einige, leichte Tonarten und nur einfache Tonsätze gewählt worden sind. Echte und rechte Mütter werden mit ihren Kindern aufs neue im Ringel tanzen und die alten Liederleiern" oder auf dem Klavier begleiten. Als Weihnachtsgabe scheint es uns ganz besonders geeignet. Es ist ein Bilderbuch für jung und alt, ein Liederbuch für Familie und Schule und im weitesten Sinne ein Hausbuch schlichter Volkslyrik für das Volk.

Thetta von Gumperts Herzblättchens Zeitver- t r c i b. Unterhaltungen für kleine Knaben und Mädchen zur Herzensbildung und Entwickelung der Begriffe. 52. Band (1907), herausgegeben von Berta Wegener-Zell mit 15 Farbendruckbildern und zahlreichen Abbildungen im Text, Preis Mk. 6 gebunden. Carl Flemming Verlag A.--G., Berlin W. 35. Tas älteste Kinderbuch. Erziehliche Beiträge ohne aufdringliche pädagogische Tendenz, die spielend belehren und fördernd anregen, eine große Anzahl von praktischen Beschäftigungstafeln, die den Kindern eine liebe Unterhaltung für langweilige Stunden sind und dabei Fleiß entwickeln, eine Fülle von Märchen, Fabeln, Tiergeschichten, alle darauf berechnet, die Liebe zu den Tieren zu wecken. Das ist so eine Andeutung des reichen Inhaltes des soeben erschienenen neuen Bandes dieses Kinderbuches, das noch heute, wie einst vor 50 Jahren bei den Großeltern, den Jubel der Kleinen wecken und als Weihnachtsgeschenk begrüßt werden wird.

WittLerluren für LungeuLranLe.

Der Geschäftsbericht des Deutschen ZeuLralkornttees zur Bekämpfung der Tuberkulose enthält in seinen Ausführun­gen für die Generalversammlung vom 23. Mai 1907 über den Stand der Tuberkulosebekämpfung im Frühjahr 1907 folgende Stelle über Win ter kuren.

Gegen die Winterkuren besteht leider vielfach noch immer eine große Wneigung. Sehr bedauerlich ist nament­lich, daß auch viele Aerzte diese Abneigung haben, trotz­dem erwiesenermaßen die Heilerfolge in den Lungenheil­stätten im Winter ebensogut wie im Sommer sind. Es wird von den meisten Anstalten noch immer geklagt, daß im Winter sehr viele Betten leer stehen, während im Som­mer die Bettenzahl nicht für alle sich meldenden Kranken ausreicht, so daß diese auf eine lange Wartezeit ange­wiesen sind.

Im Winter, wo die Arbeit geringer ist, will der Kranke zu Hause sich schonen, um dann zu Beginn des Früh­lings die Heilstätte aufzusuchen. Nichts ist verkehrter. Zu Beginn des Winters ist der Zustand vielleicht noch ein solcher, daß eine Heilstättenkur gute Aussicht auf Erfolg bietet. Wenn der Kranke aber erst monatelang in der schlecht gelüfteten Stube hockt, bei wenig geeigneter Be- löstigung, so ist diese Aussicht sehr viel geringer geworden, wem: nicht ganz geschwunden. Gerade die Wintermonate bieten die größten Gefahren und fordern am meisten den Schutz in einer Heilstätte. Wenn der Kranke dann diese gekräftigt im Frühling verlassen kann, so hat er die beste Aussicht bei der dann günstiger werdenden Witterung unter Beachtung der Ratschläge, die ihm in der Heilstätte erteilt sind, seine Gesundheit weiter zu kräftigen. Hat er die Wintermonate, während welcher ja in den meisten Berufen die Arbeiten weniger drängen, zur Kirr benutzt, so kann er mit dem Beginn der umf angreig)cren und besser gelohnten

Arveitsgelebenheit die Tätigkeit wieder aufnehmen. Seines Kur wird nrcht beeinträchtigt durch die Furcht, daß er durch den Verlust der Arbeitsstelle oder in anderer Weise in seinem Verdienste dauernd Schaden erleide, eine Furcht, die nicht selten zu einem verfrühten Abbruch der Kur führt, mit dem Ergebnis, daß der scheinbar erreichte Erfolg in kurzer Zeit wieder stvegfällt. So sollte denn gerade im Winter jeder, der die Anzeichen einer Lungenkrankheit spürt, sich sofort ärztlichen Rat holen und, wenn ihm dann eine Heil­stättenkur empfohlen wird, diese ohne Säumen beginnen. Alle aber müssen dahin streben, daß dieser Grundsatz überall in ihrer Umgebung beachtet wird. Denn an der wirk­samen Bekämpfung der Schwindsucht zum Zwecke der Zu- rückdrängung der leider immer noch jo ausgebreiteten Krankheit hat die gesamte Bevölkerung ein großes In­teresse."

MiiikMLeiikbkrßtzl brr TsöksMk morrilniii eitern

47. Woche. Vom 17.23. November 1907.

Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 Unkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeilsziffer: 27,72 °;oe, nach Abzug vou 7 Crtsfreinoen: 15,6 °/qo.

Kinder

Es starben cm:

Zusammen:

Erwachsene:

1. L

im ebensjahr:

vom

2.15. Zahr

Lebensschwäche

1

1

Tuberkulose

1 (1)

1 (1)

Rose

1 (1)

1(1)

Bronchrtis

3

1

1

1

Inftuenza

1

1

Herzfehler

5(2)

5(2)

Lchlagfluß

1

1

Gallenstein

1 <1)

KD

Bruch

1 (1)

1 (1)

^erung[ücfung

1 (1)

1 ll)

Sumina: 16 (7)

12 (7)

3

1

A n m.: Tie m Klamment gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Ens;en gebrad^e Kranke fonuncu.

Märkte.

to. Frankfurt a. M., 5. Tez. (Tetegr. Ong.-Bericht des Gieß. Llnz.".) Anrtliche Notierungell der heutigen Viehmarkt- preise. Bimi Verkaufe standen: 34 Ochsen, 3 aus Oesterreich 1 Bullen, ;o aus Oesterreich,' 55 Kiche, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Rumänien, 725 Kälber, 206 Schafe und Hammel, 6 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schccklämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7983 Dtk. 2. Qualität 7173 Mk., 3. Qualität 6063 Mk.; Bullert 1. Qual. 6759, 2. Qual. 6365; Kühe 1. Qualität 7173 Mk., 2. Qual. 6567 Mk., 3. Qual. 5054 Mk., 4. Qual. 0000 Mk., 5. Qual. 0000 Mk. Kälber 1. Qual. 9295 Pfg., Lebendgewicht 5457 Pfg., 2. Qualität7582 Pfg., Lebendgewicht 43-48 Pfg., Schlachtgew. 5760 Pfg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 7800 Pfg., 2. Qual. 6064 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut, kein Uebersland; bei Kleinvieh lebhaft, Markt geräuntt.

Limburg a. d.L., 4. Tez. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen (nass.) 17,56 Mk., weißer Weizen 17,33 Mk., Korn 15,05 Dik., Gerste 11,41 Mk., Hafer 8.00 Mk., Erbsen 0,00 Mk.,. Kartoffeln 4,80 'Mk.

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MrcHLLÄ-e Nachrichten, Israelitische Neligionsgemeiude.

Hottesdremr in der Synagoge (SüdarUage). Samstag den 7. Dezember 1907: Vorabend 4.15 Uhr.

Morgens 9.00 Uhr. Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbatausgang 5.15 Uhr.

Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst.

Sabbatfeier am 7. Dezember 1907:

Freitag abend 4.00 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt.

Nachmittags 3.30 Uhr.

Sabbat-Ausgang 5.15 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr.

Gießener Wetterdienst.

BoranSsichtlichc Witterung für Hesteu am Freitag derv 6. Dezember: Wieist trüb. Leichte Regenfälle. Temperatur rote; heute. Westliche Winde.

OriginabPra^tniclOunflen.

Frankfurt a. M., 5. Tez. Die deutsche Kolonial-^ gesellschaft begann heute vormittag ihre diesiährtge Tagung'i mit einer außerordentlichen Hauptversammlung nuj großen Saal des zoologischen Gartens. Der Präsident, Herzog! Johann Albrecht von Mecklenburg eröffnete sie mit) dem Hinweis, daß die außerordentliche Hauptversammlung zus dem Zweck abgehalten werde, die neuen Satzungen der Gesell-? schäft zu beraten.

Paris, 5. Dez. Nach einer Meldung des ,,.Journal"j hat der Major Fitzgerald ein neues Schnellfeuer-- geschütz erfunden, für welches er 5 Millionen Mark ver­langt. Der Erfinder lehnte das Angebot des englischen Kriegsministers, das sich auf eine Million Mark belief, ab und er steht bereits mit verschiedenen anderen Regierungen^ in Unterhandlungen. Wie cs heißt, hat die russische Regie­rung 2 Millionen Mark geboten, während die Antwort der Vereinigten Staaten noch aussteht. Auch der deutscher Militär-Attachß hat großes Interesse für das neue Geschütz an den Tag gelegt.

Paris, 5. Dez.Echo de Paris" meldet aus Oran: Gerüchtweise verlautet, daß in der Nähe von Martimpre ein neuer Kampf zwischen Franzosen und Ma­rokkanern stattgefundetl habe, wobei 15 Franzosen ge­tötet oder verwundet worden sind.

kommt. |

Die Ausstellung

von felbitgefertigten Arbeiten meiner werten Schülerinnen in, Blusen, Li leider» und Lrostümen finbet Sonntag den 8. und Mon-1 tag den 9. Dezember, von vormittags 11 Uhr bis nachmutags 5 Uhr, in meiner Wohnung statt.

Zu regem Besuche lade besonders die verehrten Eltern, sowie Freunde und Bekannte ergebenst ein. 7430

Marie Sack, Lchem te SItiiltrhrfeS

Ecke West-Anlage. Schangcnstr. 22 p. Ecke West-'Anlage., Ueber eine neue Methode zur Desinfektion der Mund- und Nachenhvhle gibt ein Pro« spett der Firma Bauer L (Sic., Berlin S.W. 48, welcher Oec heutigen Nummer beigefügt ist, Auskunft. b*5/