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02/12/1907 Erstes Blatt
 
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springen um das schlafende Sneewittchen. Das war allcS allerliebst und die Kleinen hatten ihre Helle Freude daran. Am schönsten aber war es, als Sneewittchen in die Hütte der sieben Zwerge kommt, wo es von den sieben Schüsselchen ißt und aus den sieben Bechern trinkt und zuletzt in dem größten der kleinen Zwergbettchen einschläft. Nun aber die sieben Zwerge! Heisa, welch ein flinkes, fleißiges und fideles Völkchen. In wohlgeordnetem Zuge wie die Orgelpfeifen, der Größte voran, jeder mit seinem Säckchen aus dem Nucken kehren sie singend heim. Geradezu putjig war es anzuschauen, wie die Zwerge das schlafende Königskind finden, wie sie Rat halten und endlich in ihre Zwergeubettchen kriechen. Nach diesem 9lEt mußte sich der Vorhang mehrere Male heben. Die Kleinen konnten sich nicht satt sehen an dem zappelnden, lärmenden Zwergenvolk.

Aber auch der nächste Akt verfehlte seine Wirkung nicht. Den vor Eifer und Begeisterung glühenden Kmdergesichtern sah man es an, wie sehr sie sich um Sneewittchen bangten, als die böse Königin als verkleidete Bauersfrau in die Zwergenhütte kommt, um Schneewittchen zu vergiften. Mit begreiflicher Spannung erwarteten sie alle das folgende Bild. Der gläserne Sarg, in dem Sneewittchen nun lag, treu be- ivacht von den guten Zwergen, wurde angestaunt. Der schöne Prinz, der Sneewittchen vom Tode erlösen und die böse Stiefmutter bestrafen soll, konnte Nicht sehnlicher herbei­gewünscht werden, als am Samstag nachiiiiltag von den Kleinen. Erleichtert atmeten die andächtigen Zilschailer auf, als endlich der Prinz mit seinem Gefolge auftaucht, und Sneeivitlchen Dom Tode erwacht.

Lange rührten sich zahllose Händchen in lautem Beifall- klatschen. Von allen Seiten hörte manS begeistert rufen: ,DaL war schön". Damit hatten die kleinen Herrschaften durchaus recht, denn das Stück war bis in alle Einzelheiten lnärchenhaft inszeniert worden. Künstler lind Künstlerinnen hatten sich mit ganzer Seele in ihre Märchenrollen versenkt. Dorle Maifarth war das Sneewittchen, Helene Schu­mann die böse Königin. Der Prinz war Hans Lotz und Eduard von der Becke der drollige Minister.

Den heben Kleinen, dieSneewittchen und die sieben Zwerge" noch nicht gesehen haben, möchte ich sagen, daß sie ihre Eltern recht schön bitten müssen, damit sie auch einmal das reizende Märchenstück im Gießener Stadttheater sehen.

K. K. N.

SäugerLrauz Kretz n.

Die Jahreszeiten.

Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Jos. Haydn-

Jn aller Stiles und Bescheidenheit bat der Gießener Sängerkranz unter der Leitung des Herrn Albert Kasten eine ganz außerordentlich schöne und stilvolle Ausführung von Haydns letztem Meisterwerk vorbereitet. Wie verlautet, ist der Sängerkranz nicht ohne ein gewisses Hagen an die Einstudierung dieses Werkes gegangen, aber die Allzu bäng­lichen haben Unrecht gehabt, denn die gestrige Aufführung konnte auch dem verwöhntesten Musit'sreunoe ehrliche Freude bereiten. DaS war keine der üblichen Dilettantenausfüh- rungen, bei der Publikum und Kritiker Nachsicht üben mästen, keine jener musikalischen Darbietungen, bei denen der Applaus nur ein Ausdruck der Höflichkeit ist und der Kritiker alles schön finden muß, weil man ihm sonst den Text liest. Diese Haydnaufführung hatte freilich auch ihre Schwächen, aber sie verträgt eine offene Kritik und es kann die Veranstalter dieses Konzertes nur ehren, wenn fest­gestellt wird, bis zu welchem Grade der Vollendung ihnen das schwierige Werk gelungen ist. Um es kurz zu sagen, man kann den Gießener Sängerkranz zu seiner vortreff­lichen Wiedergabe der Jahreszeiten aufs herzlichste beglück­wünschen, denn sie stellt ein wirkliches Ereignis im Musik­leben unserer Stadt dar.

Haydns Jahreszeiten gehören zu denjenigen Werken der Musik, ja der Kunst überhaupt, die nie veralten, mag auch einzelnes in diesem Oratorrum nicht mehr ganz dem Zeitgeschmäcke entsprechen, wie beispielsweise die vielen öden Wiederholungen. Hierin folgte Haydn noch zu sehr seinen Vorbildern. Aber dort, wo er ganz allein seinem eigenen Genius folgt, dort ist er nahezu unerreicht, ja dort mutet er direkt modern an. Wollte man etwa Haydns Spinnerlied mit dem Richard Wagners vergleichen, so wäre es wohl sehr schwer zu sagen, welchem von beiden man den Vorzug geben soll. Ueberhaupt, diese Farbenpracht, diese Tonmalerei, diese Stimmung bei Haydn, und mit welchen verhältnismäßig einfachen Mitteln erzielt er seine grandiosen Wirkungen, wo die Modernen das ganze Raffine­ment ihres jetzigen Orchesters brauchen würoen. Um nur einiges herauszugreifen, sei an seine geradezu anschauliche Schilderung des Gewitters und der Jagd erinnert. Wie wundervoll sind die Winzergefänge und-Tänze. Wie packend schildert er hier die trunkene Luft, den immer rasender werdenden Tanz, das Girren der Fiedeln, das Jauchzen des fröhlichen Volkes. Recht eigenartig wirkt auch die Schilderung der trüben Marterstmrmung. Schwermütig

Nr.

Urlch-tn« «agirch außer Sonntag».

Dem Siebener Anzeiger gerben im Wechsel mit k hessischen Landwirt 3 ?ie Siebener Kamillen 1 glättet viermal tn bei H Avche beiflelegt und

Bpeimal wöchentlich das ßrclsblatl füi den Kreis Kietzen siernlprech-An- |d)lufe i. d. Redaktion 112 L ßerlag u. Expedition 51 J flbiffie tot Depeichenr (fölcfeea.

fienat?me vnzelgen x iii bte Tagesnumnier J vormittags 10 Uhr.

Erstes Blatt

157. Jahrgang

Montag Dezember 1907

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Veza q Sp re» Si monatlich 75 Vl., oiertel* jährlich Mk. 2.20 durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 W-, durch die Post Mk. L. mertel* tährl. ausichl Beüellg. Zeilenoreis lokal 15Vs^ auöroartl 20 iMenntq.

Derantwvrtlich tot den poltnlchen Teil: fi. Ander«on: i. ^emlle- ton und .VernnlchtesE P Wulkow tot Stadt u. Land' und .Äenchts«

Hotatioitsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.<Bnch° und Strindruckerei. B. Lange. Redaktion, Expedition und vruSrreU Schuler T. ä^ioenwü'6

^tiwmuiißSüUD aus dem Reichstage.

Berlin, 30. November.

Toujours perdrio! Die diesmalige Etatsdebatte scheint L.ns eine ganze Kettegroßer Tage" bescheren zu wollen, c: Drei Verhandlungstage haben wir hinter uns, und noch jeder brachte eine aufsehenerregende Rede des Kanzlers. Die wirkungsvollste und politisch jedensalls bedeutsamste 1 roar die heutige, die der Blockpolitik galt. Herr Dr. * Siemer von der Freisinnigen Volkspartei begann den Lag mit einer längeren Rede, die, in Ton und Inhalt . vortrefflich, an die besten EtatSreden Eugen Richters ge- vnahnte. Realpolitisches Verständnis hatte diese Rede dik- | liiert, und der jugendliche freisinnige Führer bewies, daß er bereits alle Register der parlamentarischen Rhetorik zm ziehen weiß. Mit patriotischem Schwung begann er, Ixnit ätzender Ironie ging er Herrn Bebel und dem Zentrum p Leibe, um dann sachlich, aber nicht trocken, im Rahmen des Etats die finanztechnischen, sozialpolitischen und

Aehrsragen des Reiches zu erörtern. Das Hauptstück seiner ftebe aber war die Erörterung der Blockpolitik, ihrer $ Möglichkeiten und ihrer Vorbedingungen. Seine Defini- JU tion der Blockaufgaben war ausgezeichnet, und die Art, oie er sich über die Zukunft des Blocks aussprach, verfehlte ihre Wirkung aus die beinahe verdutzten Antiblockparteien I r-icht. Wie unbequem diesen die klaren Darlegungen dieses besonnenen liberalen Politikers waren, Pas bezeugten sie mehrfach im Lause seiner Rede durch Heulen, Huhuruse < i.nb ähnliche Kundgebungen, die sich im Parlament einer Großmacht nicht eben sehr würdig ausnehmen.

Etwas manierlicher benahm sich der Antiblock, als ! der Kanzler,. an Dr. Wiemers Rede anknüpsend, das Nlockprogramm der Regierung entwickelte. Im Prinzip ' nit den Darlegungen des freisinnigen Redners, die er | dankenswert nannte, übereinstimmend, begann Fürst Bü­low die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit der Blockpolitik - zu erörtern. Seine Rede trug einen zwiefachen Charakter: An mal gab sie sich als eine Mahnung zum Zusammen- . galten an die Blockparteien, zum anderen als ein Avis f cn die Adresse des Antiblocks, nicht zu eifrig auf das Ver- i jQ0en des Blocks zu hoffen. Der gewandte Dialektiker Bülow \ ^rte dem Block seinen Hauptwiderpart, das Zentrum, ,ls lebendiges Paradigma dafür vor, wie gut eine Paarung liberalen und konservativen Geistes möglich sei, und welche politische Bewegungsfreiheit und Macht einer solchen Paa­rung innewohne. An dieses kluge Apercu schloß der Kanz­ler eine Erörterung der Gefahren, die dem Block drohen iönnten, und gab das Mittel an, diesen Gefahren zu be­gegnen : Die Blockparteien dürften keine Parteipoli- ^ik gegen einander treiben, sondern Rück- j ich t auf einander nehmen und Vertrauen -u einander und für die Regierung haben, ite ihrerseits alles tun werde, um trennende Fragen zu­

rückzustellen und den Blockparteien die gemeinsame Arbeit unbeschadet ihrer Parteigrundsätze zu ermöglichen. Großes Hallo im Zentrum und bei den Genossen, die ja nur von häuslichem Zank im Block ihr Heil zu erwarten haben. Aber der Kanzler ließ sich nicht beirren: Es muß vor­sichtiger operiert werden, sagte er natürlich nicht nur von den Parteien, sondern auch von der Regierung. Und mit diplomatischer Schläue fugte er hinzu:Auf Preußen läßt sich derBlocknichtsoohneweiteresüber- tragen, aber es muß in Preußen so regiert werden, daß der Block im Reiche nicht gefähr­det wird." Wie der Kanzler das im Einzelnen zu arrangieren gedenkt, verriet er nicht; dafür entwickelte er sein Programm für die Blockpolitik im Reichstage, das sich wohl hören ließ. Und er schloß, an ein Erlebnis im Sterbezimmer Bismarcks anknüpsend, mit der Erklärung, die glückliche Zukunft der Nation liege in der Verbindung altpreußischer konservativer Tatkraft mit deutschem weit­herzigem Liberalismus.

MTrrtMIIIH'1 Iwj arinr »wiriiaiiB'aiL» Kölnische K lüste.

Der preußischen Negierung ist zur Durchbringung der neuesten Polenvorlage eine Unterstützung von einer Seite zuteil geworden, von der man es am allerwenigsten Hütte erwarten können, und zwar von den Polen selbst. Selbst­verständlich sind es nicht die in Preußen selbst ansässigen Polen, sondern die des Auslandes und zwar der Donau­monarchie, die durch ihr jüngstes Vorgehen im Reichsrate der preußischen Regierung einen unschätzbaren Dienst er­wiesen haben. Zeigte es sich doch hierbei, daß die Polen ungeachtet aller politischen Grenzen sich noch immer eines Volkes fühlen und gewillt sind, solidarisch für einander einzutreten. Gerade hierin aber liegt eine große Gefahr, weil sich dabei zeigt, daß die alten Träume auf Wieder­herstellung eines polnischen Königreiches doch noch nicht jo ganz verschwunden sind, wie polnischerseits immer erklärt wird. An und für sich ist es ja richtig, wenn Herr Jazdzewsli im Abgeordnetenhause erklärte, die Polen könn­ten dem Wohlstände des deutschen Reiches nicht gefähr­lich werden, aber gerade nach dieser Hinsicht muß den Polen zugerusen werden: principiis obsta! Bei dem herr­schenden Fanatismus und der ersichtlich keimenden Gärung, die durch Agitatoren auf das eifrigste geschürt wird, wäre es keineswegs ausgeschlossen, daß Verblendete eines Tages einen Putsch versuchen, wie es ja nicht das erste Mal wäre, daß die Polen eine Erhebung versuchten. Daß sie bei einer solchen Unterstützung im Auslande finden würden, beweist das neueste Verhalten der Polen Oester­reichs. Es ist eine Anmaßung sondergleichen, daß diese Schlachtizen sich erdreisten, sich in die internen Ange­legenheiten eines anderen Reiches zu mischen, und doppelt bedauerlich ist es, daß diesem Gebaren nicht nur ge­bührend entgegengetreten wurde, sondern daß der christlich­

soziale Präsident des österreichischen Abgeordnetenhauses dieses Vorgehen sogar noch unterstützte. Hinterher mag diesem Herrn freilich die Erkenntnis gekommen sein, welch große Dummheit er begangen, und er sucht sie nun wieder gut zu machen, indem er erklärt, er sei mißverstanden worden. Bedauerlich ist es auch, daß von [eiten der öster­reichischen Regierung nicht sofort eine Erklärung im Par­lamente erfolgt ist und es kann wohl kaum als ausreichende Genugtuung angesehen werden, wenn der Minister des Aeußeren v. Aehrenthal dem deutschen Botschafter sein Be­dauern über den Zwischenfall a usspricht. Das öster­reichische Kabinett mag einen solchen Schritt zwar schmerz­lich empfinden, weil es für seine Mehrheit die Polen braucht, gleichwohl dürfte das aber nicht hindern, einem eng- befreundeten Reiche volle Genugtuung zuteil werden zu lassen.

Eine vornehme Zurückhaltung hat man bisher auch bei der Beratung der Polenvorlage im preußischen Abgeord­netenhause seitens der Regierung bewahrt, nur der natio- nalliberale Abgeordnete Friedberg hat die Affäre kurz ge­streift mit dem Bemerken, daß eine derartige heraus­fordernde Haltung nur Repressalien gegen die Polen herauf- beschwören konnte. Diese Haltung der Regierung mag zwar nobel gedacht fein, ob sie aber richtig ist, ist eine andere Frage, denn dies Schweigen könnte leicht mißver­standen werden und den Uebcrmut der österreichischen Polen noch weiter heraussordern; es könnte nichts schaden, wenn Fürst Bülow ober eine andere autoritative Stelle, wie schon einmal, einen kräftigen Wasserstrahl nach Wien senden würde, um die Herren Polen durch eine kalte Dusche zur Ernüchterung zu bringen. Jedenfalls haben die österreichischen Polen ihren preußischen Landsleuten mit ihrem Vorgehen keinen sehr guten Dienst geleistet; unsere Polen behaupten stets, loyale Staatsbürger zu fein, sie könnten den Beweis für ihre Gesinnung in diesem Mo­ment sehr leicht erbringen, wenn sie auch ihrerseits die Uebergrijje der galizischen Polen mit Entschiedenheit miß­billigen und zurückweisen. Die besten Freunde der pol­nischen Sache, und die Blätter derjenigen Parteien, die die Polenvorlage energisch bekämpfen, verzeichnen mit Eni> rüftung das Verhalten der österreichischen Polen, die sich über die Bedrückung ihrer Landsleute in Preußen be­klagen, während sie selbst im eigenen Lande die Ruthenen auf das allerschärsste knechten und niederhalten. Die, preußischen Polen hätten daher ein Recht auszurusen: Gott schütze uns vor unseren Freunden!

Berlin, 1. Dez. Die im Frühjahr dieses Jahres durch den Vortrag des Herrn Lueien Hubert in Berlin eingeleitete Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland auf kolonialem Gebiete soll ihre Fortsetzung in einem «Vorträge finden, den der frühere

Gieszenev Stttdtthe^ter.

Sneewittchen und die Zwerge.

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Sine Komödie für Kmder in 8 Bildern von E. A. Görner.

War das ein Jubeln unb Jauchzen am Samstag nach­mittag im Theater. In zahlrelchen^Scharen waren die kleinen Herrschaften herbeigekommen, umSneewittchen und die sieben ßroerge* zu sehen.Sneewittchen" unb immer wieder Sneewittchen", so schallte es an§ nimmer müden Kinber- ie'i Käulchen. Es war ein Fragen, Forschen unb Streiten burch- einander. So viel freudigen Lärm und freudige Erregung

?: hat bas Haus seit seinem Bestehen nicht gesehen.

Atit andächtigen, gewichtigen Mienen saßen sie alle da, - voller Erwartung die Augen auf den Vorhang gerichtet. Welche Herrlichkeiten, welche Ueberraschungen mochte er ver­bergen?! Ein kleines Schwarzköpfchen bat sehnsüchtig: »Snee­wittchen, ei, komm doch, ich wart ja schon." Und wirklich, Seemittchen muß die kleine Ungeduld gehört haben, denn gleich darauf rauschte der Vorhang in die Höhe. In lichten Glanz starrten die weit aufgerissenen Kinderaugen. Was gab e-s doch alles zu sehen? Prächtig geputzte llllänner und grauen tanzten, während die Musik schön wie im Märchen spielte. La war ein harlekin-bunt gekleideter Minister, der machte allerlei Spässe, schließlich fiel er sogar über seine eigenen Beine. Dann aber kam die Königin, die böse (Stiefmutter, ihr folgte das liebe Sneewittchen. Genau wie wir das schöne Prinzeßchen aus dem Rlärchenbuch kennen, so sah unser Sneewittchen auf der Bühne aus. Es hatte ein weißes seines Seidenkleid an, es hatte hübsche rote Backen und schöne rabenschwarze Ringellückchen. Solch einem Sneeivittchen jubelten im Nu alle Klnderherzen zu. , Dagegen mochten sie die böse Königin, die die Schönste im ganzen Lande fein wollte und die darum Sneewittchen nach dem Leben trachtete, - ganz und gar nicht leiden. Welch eine grausame, eitle l Königin war das! Sie ließ den Jäger Bertholo rufen, der i Sneewittchen in den tiefen, tiefen Wald führen sollte, um es iE M töten. Den finsteren grausigen Wald, wo man sich bangt '* unb fürchtet, haben die kleinen Theaterbesucher auch sehen rl dürfen. Wie rührend sah Sneewittchen aus, als es den L Jäger bat, er möchte es nicht töten! Böse unb herzlos sah der Jäger wohl aus, er war es aber nicht, benn er schenkte l- Sneewittchen das Leben. Wie nun bas verlassene Komgs- 13 künd ermüdet unter einen Baum sinkt unb einschläft, kommen |jl mit einem Linie leife und iacht die Lischen. Die hüpien und