157, Jahrgang
Erstes Blatt
Festausschusses der Vorsitzende Pjarrcr Walter die Gäste
aufgeben wollen.
und'
20. Generalversammlung des Evangelischen Bundes OB. W o r in s, 29. Sept.
Dienstag I. Oktober W07
VesrrgSYretSr monatlich7bPf.,oiertel- jährlich Mk. L20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post M. 2.— viertel jährl. ausschl. Bestetlg. Zeilenprei-: lokal 16Pst LuslvärtS 20 Pfennig.
Verantwortlich für den politischen Teil: L. Anderson; s. Feuilleton unb ^VecmischteZE P. Wittko' für »Stadt u. Land- und »Gerichts-
llotat!o«s6ru<.n6Berlag i»rvrgyl'schcn Ualv-Vuch- M Sieinfcrutferel. 8. Long«. Kedaliion. LxpedMen unü vcuck!»!: Lchuistrstz, 7.
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au^er Sonnlagl
Gießener Anzeiger .erben ini Wechsel mü em hcssifchen Landwirt ie Siebener .^amliiem Inttei viermal m der loche deigklegt und veima! wöchentlich das ,el$blatt für den Kreis iefccit. Fkrnwrech-An- bluij1.b.Webartionll2 -.„lag u. Lxpedttwn 51 Ibreße Depeschen: «nzetg-- Dicken, innahme w* Rnzetgen ir die Lagesnmnmer vormittags 10 llhr«
u5 der Wirksamkeit der Handwerkskammern.
Ueb'er das Tun und Wollen der Handelskammern erden wir durch deren sehr reichhaltige Publikationen fort- nfend unterrichtet, von den Handwerks- und Gewerbe-' mnnern hingegen gelangen tatsächliche Mitteilungen ver- iltnismäßig selten in weitere Kreise. Und doch loärc es icht nur für die unmittelbar Beteiligten, sondern für alle, ;e ijcin Handwerkerstand die verdiente Wertschätzung ent- -aenbringen, von Vorteil, tveim aus dem -Leben und trebcn jener kleingewerblichcn Organisationen häufiger nb ausführlicher berichtet werden könnte. Die Möglichkeit icrzu ist freilich gegeben, denn die Mehrzahl der be- -cssenden Kammern pflegt Jahresberichte herauszugeben, doch finden diese zumeist nur geringe Beachtung, schon us dem Grunde, weil die Vorkommnisse und Beobachtungen x den einzelnen Kammerbezirken erst in einer verallge- xeinerten, zujammenfassenden Darstellung ein charak- -ristisches Ansehen gewinnen. Es war daher ein nützlicher Schluß des letzten deutschen Handwerks- und Gewerbe-^ unmertages in Köln, die Jahresberiäste hinsichtlich der nordnung des Stoffes gleichmäßiger als bisher zu ge- alten unb auf Grund des in diesen Berichten enthaltenen Materials ein Jahrbuch herauszugeben, das als Otien- storungsmittel dienen könnte. Ob die Bearbeitung eines .üchen Jahrbuchs bereits im Werke ist, entzieht sich unserer enntnis, einstweilen hat das Reichsanrt des Innern sich der xusgabe unterzogen, aus Grund der Jahresberichte be- ugüch der Tätigkeit und der Bestrebungen der Handwerks- .nd Gewersbekammern einige allgemeine Angaben zu- amrnenzustellen. Hierzu werden zunächst die Berichte der ^unrnern von Altona, Leipzig, Chemnitz und Insterburg
Werks angeregt.
Wie es mit der wirtschaftlichen Lage des Handwerks im allgemeinen bestellt ist, läßt sich aus den einzelnen Kammerberichten nicht mit hinreichender Deutlichkeit erkennen. Häufig wird über die anhaltende Steigerung der Rohprodukte und Fabrikate geklagt^ Zahlreiche Lieferanten haben sich, wie aus Altona jestgestellt wird, zu Syndikaten zujammengeschlossen, denen der einzelne Handwerker machtlos gegenübersteht. Auch aus Leipzig wird über das Steigen der Materialpreise, gegen- seitige Preisdrückerei, ferner über Geltendmachung immer gesteigerter Lohnforderungen und anderer Ansprüche der Arbeiter lebhaft Klage geführt. In der Beurteilung des wirtschaftlichen Gedeihens des Handwerks scheinen sub- jeftiie Auffassungen die Unbefangenheit der Berichterstattung start zu trüben. Während nämlich von der einen Seite die Lage des Handwerks geradezu als eine bedrängte geschildert wird, wird von der anderen Seite die wirt- schastliche Entwicklung als besriedigend und aussichtsreich bezeichnet. Wir meinen, daß jedes auf die Gesamtheit sich erstreckende Einzelurteil Irrtümern unterliegen wird. Die einzelnen Gewerbearten müssen eben gesondert ins Auge gesüßt werden, da Licht und Schatten im Handwerk sehr ungleich verteilt sind.
genutzt. . .
Ein wesentlicher Teil der Tätigkeit der Kammern wrrd lach wie vor dem Leh r l i n g s we s e n gewidmet, dessen Regelung und Ucberwachung gemäß der Reichsgcwerbeord- iuag den Kammern obliegt. Man empfängt den Eindruck, aß die Lehrlingsfrage auch jetzt ihre wunden Punkte hat, ,aß aber ein allmähliches Fortschreiten wahrnehmbar ist. Uber den Mangel an ausreichendem Handoer kern ach wuchs wird mannigfach geklagt. Um der Abneigung gegen die Erlernung des Handwerks entgegen* .nwirken, lvird die Mitarbeit der Schule angerufen, dre >en Knaben in geeigneter Weise die erforderliche Auf- lärung über den Nirtzen einer geregelten Ausbildung im Handwerk bieten soll. Daß das not tut, erhellt aus einer Angabe der Lehrlingsvermittlungsstelle in Altona, bei velcher im Jahre 1906/07 116 Lehrherren, aber nur 74 Lehrlinge gemeldet waren. Die Ueberwachung der bei der Kammer angeschriebenen Lehrlinge geschieht durch Beauftragte nach bestimmten Anweisungen seitens der Kammern. Zu den Aufgaben der Beauftragten gehört auch das Anhalten der Lehrlinge zur Gesellenprüfung. Die Zahl der zur Prüfung sich Meldenden wird erfreulicherweise in den meisten Bezirken von Jahr zu Jahr größer. Um die aus der Schule entlassenen Knaben während ihrer freien Zeit angemessen zu unterhalten und zu beschäftigen, sind nicht selten Lehrlingsheime gegründet worden. Im Kammerbezirk Altona bestehen bereits 18 solcher Heime. In Sachsen hat die Negierung, wie aus Chemnitz berichtet wird, ihren Einfluß dahin geltend gemacht, daß zur Hebung des Interesses im Handwerk mehr als bisher Ausstellungen von Lehrlings- und Gesellenaröeiten veranstaltet werden, und hat ferner die Einrichtung von ständigen oder Wanderausstellungen für Werkzeuge und Maschinen des Hand-
pslitische Lage-Hcharr.
Die deutsche BolkSpartei.
Wenige Wochen nach der frei fiuni gen Volkspartei haben auch die süddeutschen Demokraten, die ihre polrtische Orga- nisation in der deutschen Volkspartei, besitzen, chren Par- teuag abgehalten. Mit um so größerem Interesse mußte
man dieser Tagung entgegensehen, weil die genannte Parter bekanntlich eine ziemlich radikale Stellung emnrmmt und erwartet werden mußte, daß im Hinblick auf diese Geftn- mmg der Eintritt der Fraktion in den Regierungsblock einer schaden Kritik unterzogen werden würde; denn in 'Süddeutschland kommt noch die Mneignng. gegen Preußen und gegen die preußischen Konservativen hinzu. Aber auch in'Konstanz war der Ausgang ähnlich wie in Berlin; es hat an lebhaften 2lngrisfen auf die Blockpolitik nicht gefehlt, verschiedene Redner, insbesondere der badifche Lcmdtagsabgeordnete Venodoy sprachen sich überaus abfällig über den Block aus, dessen Zertrümmerung er von Herzen wünschte; um so maßvoller sprach ab^r die Mehrzahl der Übrigen Führer, insbesondere der Reichstagsabg. Payer. Es ist ja erklärlich, daß die deutsche Volkspartei nach ihrer ganzen Denkweise sich im Block nicht recht wohl fühlt und eine konservativ-liberale Paarung für unmöglich hält, gleichwohl aber habe man keinerlei Veranlassung, die von Bülow gereichte Hand zurückzuweisen, vielmehr könne man durchaus mit ihm gehen, solange eben dabei das Parteiprinzip in keiner Weise verletzt wurde. Herr Payer betonte, daß an dem guten Willen des Fairsten Bülow nicht zu zweifeln sei und es sei als ein Fortschritt zu bezeichnen, wenn zu den Vorbesprechungen^über die Regelung politischer Fragen auch liberale Politiker hinzu- gezogen worden seien. Eine ähnliche Tendenz vertrat man ja auch aus dem Berliner freisinnigen Parteitage, wo gleichfalls die gemüßigte Richtung die Oberhand behrelt; in Berlin wie in Kvnstanz war man der Ansicht, daß eine Zertrümmerung des Blocks nur den Negierungsgegnern, wie auch den Gegnern des Freisinns Freude machen könne.
' Bestimmte Beschlüsse hinsichtlich der Blockpolitik sind in ' Konstanz nicht gefaßt worden, es bandelte sich um eine ■ allgemeine Aussprache, mit deren Verlauf man wohl zufrieden iü. Von sonstigen Fragen wurde noch die Reform des VereM.sgesebes berührt, weiter verlangte man die Abschaffung des K-asfenwahlrechtes in Preußen, womit man allerdings nach Lage der Sache nicht viel Wück haben wird; dann wurde noch die Arbeitersrage in den Bereich der Erörterung gezogen, ebenso die Lage der technischen Angestellten, während die Privatbeamtensrage erjt den nächstjährigen Parteitag beschäftigen soll. Gestreift wuroe schließlich noch die Frage der Einigung der Liberalen der drei freisinnigen Parteien, dre vorauchrchtlrch demnächst in Frankfurt a. M. den Gegenstand einer be- onderen Besprechung bilden soll. Allzuviel wird wohl üerbei kaum heraus kommen, die Ekilegenheit zu einem vollständigen Zusammenschluß wäre vielleick)t unmittelbar nach den Wahlen weit besser gewesen, wo die Wogen noch hoch gingen; schon damals aber kam nur ein ein einheitliches Zusammengehen der Fraktionen im Parlament zustande, das sich bisher ziemlich bewährt hat. Unter diesen Umständen ist es fragliw, ob man auf der neuen Konferenz weicer gehen wird, da wohl keine der in Frage kommenden Parteien ihren Standpunkt, der von dem der anderen doch in manchen Fragen nicht unbeträchtlich dijferiert, wird
Der evangelische Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen ist heute hier zu seiner 20. General-Versammlung zusammen getreten, und die alte Stadt hat ihm einen festlichen Empfang bereitet. Sieben 600 Delegierten und verschiedenen 5)aupt- Zweigvereinen haben sich auch etwa 2000 r^est- gäste aus Baden, Elsaß, Württemberg und Hessen einge* unden, um am heutigen Sonntag nachmittag zu Füßen des Neformationsdenunals eine deutschprotejtan- tische Kundgebung zu veranstalten. An dem sest- lichen Empfang haben sich alle Kreise der Bevölkerung beteiligt. Reicher Flaggenschmuck ziert die -Stadt. Das Zentrum der Ausschmückung bildet der Lutherplatz nut dem Reformationsdenknral, das Luther umgeben von seinen Mit- treitern, Friedrich dem Weisen von Sachsen, Philipp dem Großmüi.igen von Hessen, Melanchton und Reuchlin zeigen. Hier war es, wo heute nachmittag um 3 Uhr der Auftakt zur Bundesversammlung erfolgte.
Es wurden verschiedene Ansprachen gehalten und zahlreiche Kränze niedergelegt, u. a. im Namen des hessischen Hauptvereins von Pfarrer Walter-Worms. Er trug die Widmung: „Dem größten Deutschen."
Aus Kurhessen kam Oberlehrer Dr. Hofmann, der den Kranz des tzauptvereins Kassel mit dem Wahlspruch Philipps des Großmütigen nie bei-fegte: „In Treue fest, — das Wort Gottes bleibt in EwiKeit!" ,
Und zum Schluß wurde das alte Lied Luthers an* gestimmt: „Ein' feste Burg ist unser Gott."
Damit war nun die Feier beendet, und es folgte <y c |t * aottesdienst in zwei Kirchen, die ungeheuren Zuspruch fanden. In der Dreifaltigkeitskirche hielt Herr Pfarrer Eschenröder die Liturgie, Kirchengesangverein und Kiiaben- chor wirkten mit und Herr .Hauptprediger Geyer von.Dürnberg hielt die Festpredigt über 1. Thimotheus 1, 18 unh 19. In der Friedrühskirche hielt Herr Psarrer Pabst die Liturgie, Herr Lehrer Laubingers Kirchenchor sang und Herr Pfarrer Dr. Diehl ans Hirschhorn hielt die Festpredigt.
Die Begrüßun gs'feie r des Bundestages mutzte diesmal, des Andranges wegen, in vier Einzelversammlungen abaehalten werden. Äio Hauptverfammlung im Karpfen" leitete Pfarrer Walter-Worms. Für die Hess. Regierung war Kreisrat Geh. Reg.-'Nat Dr. Kayser, für das hessische Oberkonsistorium Konslstorialpräsident Nebel- Darmstadt, für die theologisä^e Fakultät der Landesuniversität Geh. Kirchenrat Professor D. Krüger und für die Stadt Worms deren Oberbürgermeister Kohler erschienen. Zunächst-^hjeß namens des Wormfer Zweigvereins und des
willkommen. , t _ .... . r
Es folgte die Begrüßungsansprache des Konsistorial- vräsidenten Nebel-Darmstadt, der aussührte:
Dem ev. Bund, da er auf hessischem Boden an den Usern, des Rheins in der durch große Erinnerungen geweihten Lutherstadt WormS tagt, oie wärmsten Grüße darzubringen, ist dem hessischen Oberkonsistorium ein Herzensbedürfnis. Eine hohe Aufgabe hat sich der etiang. Bund gesetzt die Wahrung deutsch-protestantischer Interessen. Was rann mehr mahnen, dieser Aufgabe treu zu bleioen, als der Boden, auf dem wir heute stehen, auf dem einst Deutschlands Kaiser und Reich aus unseren höchsten Besitz, die Freiheit der Gewissen, erstritten, uns ein Fuhlen und- Deulen nach deutscher Art gesichert haben. Ja, deutsche Art und protestantische Art sind untrennbar vereinigt, sie. haben sich durchgerr'ngen durch alle Unterdrückungen, politische, wie religiöse, sie beherrschen unser Volkstum so, daß auch Andersstehende ein Stück protestantischen Geistes, ein Sehnen nach geistiger Freiheit, in sich spüren. Erhalten wir uns diese höchsten Güter, aber führen wir, wenn ^uns em Kampf Darum auf genötigt wird, nur einen großzügigen Kampf. Ich weiß mich darin völlig eins mit Ihnen, nicht ein Streit um kleine Gebiete, nicht eine Befehdung derer, die unsere Art des Erkennens und christlichen Verständnisses nicht teilen, kann dem Protestantismus seine Große erhalten, im Gegenteil, es liegt im Wesen evangelischem Standpunktes, daß er vor jeder ehrlichen Glaubensüberzeugung Achtung empfindet, und er wäre nicht mehr evangelisch, wäre er anders. Was uns groß erhalten und unv immer größer werden lassen muß, ist, daß wir streoem auf der höchsten Stufe geistiger A!lsrü,tung zu stellen, daß wir einen christlichen Geist praktisch betätigen, daß wir unser Volk mehr und mehr mit protestantischem Geist durchdringen. Dann werden wir auf dem Gebiet, das mam , öffentliche Meinung nennt, wie bei den geordneten Organen umerer Reichs- und Staatsregierungen das^ Anfeyen ge^ niesten, das der Protestantismus für sich beanspruchen kaum . dann wird bei dem Kümpf der Geister um dre denyche: , Volksseele der Sieg unser bleiben. Was Sie anstreben, ' meine hochverehrten Herren vom evang. Bund, das wollen auch die deutschen Kirchenregierungen, und das wckl spezielb auch das hessische Oberwnsistorium. Rur der Weg, den wir beide gehen, ist verschieden. Aber das muß gesagt werden, was die Vertreter der offiziellen Kirche wollen, das bedarf der tragenden und fördernden Unterstützung aus dem evmcgelischen Volk heraus. Und in diesem Sinne be- arüsten wir oen evaslig. Bund als den Schärfer der Gewissen, als den Erzieher unseres Volkes zu protestantrschem Denken. Möge auch Ihre jetzige Tagung und alle dwfem hohen Ziel em gut Stück näher führen. Das walre Gott! (Lebh. Beifall.)
Hierauf nahm Oberbürgermeister Köhler das Wort.
Geh. Kirchenrat Krüger- Gießen: Er sei beauftragt, namens der theologischen Fakultät der Hess. Landesunr-' versität für die freundliche Einladung zur Bundesverfamm- lung zu danken. Auch er erinnere an die historische Bedeutung der Feststadt, denn hier sei es gewesen, wo Luther m des Reiches Acht und Liberacht getan worden sei, uno wo man vor allem seine Bücher und Schriften der Bernichtim^ anheimgegeben habe, weil die edle Kunst der Buchdruckermk nur für die lobenswerre und gute Sache des Glaubens da sei, wie sich die päpstliche Bannbulle ausgedrückt habe. Glücklicherweise sei dieser Bannstrahl gegen die damalrge Literatur wirkungslos geblieben; denn fcn)t Hütte wan vrcr Fünftel der literarischerl Produktion von danmls vemcchteu müssen und die herrliche Bewegmrg, die sich daran an- knüpfte, sei nicht zunc wenigsten deshalb so herrrcch, weid sie diese literarische Produktion hervorgerufen habe. Solcher Bannstrahle gegen Schriften, die sich mit Glaubens lachens 'befaßten, seien in der Folge noch viele ergangen von ]taat^ sicher, kirchlicher, kaiserlicher und päpstlicher Seite. Wir. haben es erst vor wenigen Wochen noch wreoer crtcot; daß ein solcher Versuch gemacht wurde. Ich habe we^v Neigung noch Auftrag, an diese neueste päpstsiich^ Enzyklika anzulmüpfen. Sie ist nicht an unsereAdrest-s gerichtet, und ich kann nicht als protestantischer ^pheologe^ meinen Kollegen von der anderen Fakulrüt beispringen,> schon um ihre Lage nicht zu erschweren. Ich würde es aber auch nicht für taktvoll halten, da ich und wir all? in den Verdacht kommen iönnten, pharisäerhaft zu. erscheinen. Wer sich mit den Einzelheiten dieser Carzyksika befaßt hat, weiß, daß sie sehr wesentliche Sätze enthalt, die in dieser und jener Form auch von protestantischer Seite vertreten werden, oder daß sie von der vrotestan- tischeu Theologie ebenfalls gelehrt sind. Es sind vielfach Sätze der sogenannten modernen Theologie, Spitze, die Die-' .enigen aus der Glaubenslehre nicht ausgctilgt schon möchten, die auch bei der Betrachtung der Religion den Begriff der Entwickelung nicht ausgeschaliet wissen wollen. Und. es steht doch leider so, daß noch in weiten Kreisen unseres Volkes manche sind, die im stillen denken: Hütten doch wir auch so esivas ähnliches für den Protestantismus. Wir haben aber in dieser Beziehung nichts zu fürchten. Mein diese Ue-berzeuguim muß noch eine ganz andere Kraft gewinnen, auf daß tein Sturm und auch Irin linder Morgenwind, der manchmal noch viel gefährlicher ist, sie erschüttern kann. Der Redner erörterte dann die Tagesordnung für die Hauptversammlung. Sie sei nicht trügerisch, sie fei aber auch nicht passiv, sie sei ei-geiitlich so richtig positiv. Das Ideal des deutsch-evartgelischen Pcannestund der deurfch- evangelifchen Frau solle gezeichnet werden und da nenne er als Vorbilder die ^tarnen Stein, Schleiermacher, Fichte und zuletzt Marsin Luther. Diese Männer seien alle Heroen, aber in gewissem Sinne auch alle Ketzer. Große Ketzer, jeder auf seinem Gebiet, und wer ihnen folgen moUc als Führern im sozialen religiösen und öffentlichen Leben, der mülle


