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1.2.1907 Erstes Blatt
 
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Nr. 27

Erscheint täglich «ruber Sonntag».

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mir dem hessischen tanbrolrl die Siebener Zamlllkn- blätter viermal in der Woche beigelegt und zioeunal wöchentlich daß Ktclsblatl sür den Krtls Sieben. Fernsprech An- fchlußi d.Redaktion 112 Verlag u. Expedition öl Adresse für Teveschcn:

Anzeiger Gtcßcn.

ErfteS Blatt

157. Jahrgang

Freitag 1. Februar 190?

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Ilotationskud und Verlag -er Vrühsfchen Univ.-Vuch. und StelnömdereL B. Lange, vedaklion, Lxpe-Mon und Vruckerei: Lchulftrahe 7.

veza g»v reis: monatlich 7ÖÜL viertel* jährlich Mk. 2.20; durch Abbolc- u. Kweigslellen monatlich 65 Pi.; durch dieBost 'Dlf.2.uiertel- läbrL ausschl. BeitcUg. annahmt von Anjeige» sür die TageSmimmer bis vormittag» lu Ube, Zeilen preis: lokal 15IH, anSioärt» 20 Pfennig. Verantwortlich <üb den poliL und atigern, teil: V. Wittko; sür .Stadl und l'anb* unb .Genchtsfaal': Ern |1 Heß. für den An» zeig enteil: Hans Beck

Man schreibt unS:

Wie Eie gestern mittciltcn, hat die Zentrumsvartei für die Rhcinprovinz, Westfalen, Hessen-Nassau, daßGroßherzogtutn Hessen und die Rheinpfalz beschlossen, nur solche Kandidaten zu

5it Vcuftqe »Nummer umfaßt 10 Seite«.

Ier Aufmarsch Der Karteien zu Den Stichwahlen.

Gießen, 1. Februar.

Tie Begeisterung innerhalb der Parteien beginnt sich zu verlaufen, während der Termin der Stichwahlen nähcrrückl. Der,veilen werden im ganzen Reiche ftompromiffe abge- schlossen.

Tie konservativen Blätter haben da, wo eS sich um den Kampf mit den bozialdentokratcn dreht, die Losung auSgegebcn, überall für den bürgerlichen ftanbtbalcn ein« zutreten, gleichviel welcher Partei er onqehören ,nag. Wo ein kouservaltvcr Kandidat mit einem Soztaltslcn m Wahl steht, da soll sich hinwiederum nach ihrer Meinung von selbst verstehen, daß die bürgerlichen Parteien ohne Unter« schied der Richtling für diesen eintrelen. TaS ist der Block- gebaute, wie er der ReichSiegiernng ursprünglich vorgeschwebl hat, und dieser Blockgedanle ist nur dadurch erweitert, daß auch baß Zentrum als kompromißsähig angesehen wird.

Was daß Zentrunt anlangt, daß in einer sehr großen Reihe von Wahlkreisen in die Stichwahl kommt, so hat man behauptet, Erzberger halte die Parole ausgegeben, mit den Soziaibnnolraten zu gehen. Taß hat sich aber nachträglich nicht bestätigt, und wenn die ZentrurnSblälter, die führenden wenigstens, nicht Verfchleierungspolitik treiben, so wud daß Zemrum den Sozialdemokraten im wesentlichen keine Wahl- Hülse leisten, sondern gleichfalls vielfach mit den bürgerlichen Parteien paktieren. Mitunter auch mit den National- liberalen, die ihrerseits hier und da nicht abgeneigt sich zeigen, das Zentrum gegen die Sozialdemokraten zu unter­flögen.

Ein nationalliberales Parteiorgan, die »Rhein. Wests. Ztg.', hat sogar, der ofsiziellen nal.-Iib. Stichwahlporole zum Trotz, die sich im wesentlichen gegen die äußerste Linke richtet, auf eigene Faust eine Verteilung der Mandate in einer Reihe von Wahlkreisen vorgenommen. Und zwar eine Verteilung der Mandate zwischen dem Zentrum und den RatlonaUiberalen. Und die letzteren scheinen tatsächlich draus und dran zu sein, trotz der Gegensätzlichkeit zwischen Wational- hbcralen und Zentrum, in verschiedenen Bezirken zu Un- gunucn der Sozialdemokratie oder, wie z. B. m Rhein- Hessen, zu Ungnnsten des Freisinns Konipromtsie mit dem Zentrum herbeiznfnhren.

Taß auf diese Weise daß Zentrum zum mindesten nichts verlieren wird, daß unterliegt leinern Zweifel. Tenn hat, trotz der angestrengten Tätigkeit der Reichsregierung und eines großen Teiles dcß nichtllerikalen Bürgertums im ganzen Reiche, bereits in der Hauptwahl em Mandat mehr erobert, als im Jahre 1903.

Tie Freisinnigen lasten in den meisten Wahlkreisen ihren Wählern freie Hand. Dec freisinnige Landesau Sschuß für das G roß Herzogtum Hessen hat, wie wir der gestrigen Morgenausgabe derFrlf. Zlg." entnehmen, die zu durchfliegen wir erst heute Zeit fanden, am 30. Januar in Frankfurt eine Besprechung über die Stellungnahme dec Frei­sinnigen zu den Stichwahlen gehabt und beschlossen, im Wahlkreis Alsfeld-Lauterbach den nationalliberalen Kandidaten Wal lau gegen den Antisemiten Brndewald zu unterstützen. wird aber gleichzeitig vorausgesetzt, daß die National« beraten in Marburg für Herrn von Ger lach eintreten und in Waldeck ihren Beschluß, die antisemitische Kandidatur zu unterstützen, zu Gunsten bee freisinnigen Kandibaten Potthoff zurückziehen. Ter neue Parteisekretär bet Darmstädter Linkslibeialen scheint die Zeitungspropaganda nur sehr wenig zn kennen, da er es nicht für nötig hält, die hessische, also die zunächst beteiligte Presse über derartige wichtige Entscheidungen direkt zu orientieren.

In der Stichwahl zwischen dem seitherigen Vertreter beS Marburger Wahlkreises, Herrn von Gerlach unb dem Hanbibaten der wirtschaftlichen Vereinigung, Tr. Böhme haben die Sozia ldemokr aten die Wahlparole auSgegebcn, für den nationalsozialen Herrn von Gerlach zu stimmen. Tie Rationalliberalkn und das Zentrum haben biß jetzt noch nichts verlauten lassen, Tr. Böhme als im ersten Wahlgang 9077 unb bie übrigen Parteien zusammen 9448 Stimmen erhalten, sodaß also Herrn v. Gerlach die sozialistische Wahl- hülse wahrscheinlich nichts nützen wird.

Was die Sozia lde in o kralle anfangt, so stehen für sie die Aktien nicht günstig, obwohl in den führenden sozial­demokratischen Blättern man darauf veriveist, daß eme kolossal gesteigerte Arbeitsleistung der Partei für die Stich­wahlen notwendig ist und wohl aiich überall da, wo in bie Stichwahl kommt, aufgewandt werden muß.

Wie im Wahlkreise Gießen sich die Sozialdemokratie zu den gegnerischen Siichwahlkandidaten stellen wirb, ist noch nicht bekannt unb vorerst nur von gewisser Seite unverbindlich angebeutet worden. Tie gestrige .Erklärung* Heyligen- staedts im Inseratenteil des .Gieß. Anz.* spricht sich wiederum gegen jede Einschränkung des bestehenden Wahlrechts und des Koalitionsrechts ans soivie für den Ausbau der sozialen Ge- setzgebimg unb ber Arbeiter-, Witwen- und Waisenoersorgung, süc die berechtigten Interessen der Landwirtschaft und ocl Acbeilerstandes. Wir wollen hoffen, bau biese Verstcher- trngen bie beabsichtigte Wirkung auf bie Wählermassen haben

werben. WaS tm Besonderen die Bemerkung beß Herrn Kommerzienrats L. Heyligenstaedt über den .Gieß. Anz.' in dieser .Erklärung' betrifft, so erklären wir unsererseits, daß der .Gieß. Anz.' für feine Artikel selbstverständlich stets allein die Verantwortung trägt, seine Stellungnahme also nicht dem Willen oder ber Billigung anderer unterliegt. Unserer Ueberzeugung gemäß haben wir die Kandidatur Heyligenstaedt seither aufß wärmste befürwortet unb seinerzeit die von Herrn Heyligenstaedt unb dem liberalen WahlauS- schuß gemeinsam abgegebene Erklärung, baß sie von jeber persönlichen Kampf eSweise sich fernhalten wollten, mit Freuden begrüßt. Wir werden auch in Zukunft jeden von unß als kichttg erkannten Standpunkt in der unß jeweilig geeignet erscheinenden Weise vertreten. Während ber Auf­regungen beS Wahlkampfes ist bie von Anfang an ins Ange gefaßte Grenze wohl von allen aktiv Beteiligten überschritten worben. Laß ist inbeS eine alte Erfahrung, bie bei solchen An lösten regelmäßig wieberkehrt. unb bie unseres Erachtens kaum in bie Wagschale fällt. AiiSschlaggebend für bie Er­gebnisse einer Wahl sinb doch vor allen Tmgen bie posi­tiven Momente, bie für einen Stanbibalen mS Felb geführt lucrben, bereu Wirkung ja auch nicht auSbleiben kann.

Wir sinb heute gespannt auf baß Gesamtresnltat der Stichwahlen, aber man wird in den meisten deutschen Wahl, kreisen kaum besondere Ucberraschungen erleben. Die öffent­lichen und geheimen Kompromisse sind mehr ein politisches Handelsgeschäft als eine wirkliche Wahl. Wie der neue Reichs­tag arbeiten wird, wohin er seine Schritte lenken wird, das wird man ja sehen.

Aie Aortschung dcs Wahlkampfes.

Gießen, den 1. Februar.

Ein übler Wisch flog uns heute auf den Rcdaktions- tisch, baß 6. Wahlsliigblatt ber Dentschsozialen. Ter Verfasser ergeht sich in derartigen Lümmeleien, daß er sich dadurch selber richtet, auch wenn wir dazu schwiegen. Indes wird daß bornierte Pamphlet niutmaßlich in solchen Mengen im ganzen Wahlkreise verbreitet, daß wir unseren Lesern eine lachliche Richligslellung schulden:

Was bie Herren Heyligenstaedt, Biermann unb Fuhr über den Gieß. Anz. gesagt haben, ist unß längst bekannt und völlig glcichg«ltig, es berührt unsere Stellung zur liberalen Kandidatur selbstverständlich nicht im mindesten.

In der Angelegenheit beß notorisch bestehenben Paktes zwischen den Teutschsozialen unb bcm Zentrum würbe dem Gießener städt. Lehrer Kling, der em darauf dezügl. Inserat in unserer Expedition ausgeben wollte, vom Verlage des »Gieß. Anz.' folgender Brief geschrieben':

Gießen, 24. Jan. 07.

Herrn Lehrer Kling

Gießen.

Wir bedauern lebhaft, Ihre Erklärung zur Reichsiagswabl im Anzeigenteil unserer Zeitung nicht unierbrmgcn zu tonnen. Wollen Sie eine Erwiderung aui baß in ber gelingen Qiunimer Gesagte bringen, so bitten wir Sie höflichst, sich nut ber Redaktion in Verbindung zu setzen.

Ihr Manuskript geben wir Ihnen hiermit zurück. Hochachtungsv U

v pa. Verlag des Gießener Anzeigers H. Will.

Dieser höfliche Dries paßt aber den Herren durchaus nicht in den Kram und darum wird er von ihnen einfach totgeschwiegen. Wir haben gegnerische Zuschriften stets bereilwilligst veröffentlicht, auch solche von den Herren Tenlsch- sozialen, wie z. B. den Herren Pfarrer Schick und Tr. Werner, und stand für unß absolut nichts mi Wege, auch dieser Zuschrist im redaktionellen Teile Raum zu gewähren, während der Verlag den Etandpnnkt vertrat, daß jede Entgegnung am redaktionelle Aeußer>rngen nicht in den Inseratenteil, sondern m den redakt. Teil gehört. Zeit genug dazu, um die Redaktion deswegen anzugehen, hatte Herr Kling, da ihm der Bries des Verlages bereits um 10 Uhr am Vormittag zugestellt rourbt und dec Schluß der fRcbafiion regelmäßig erst um 1 Uhr emtvitt. Aber Her? Kling zog vor, deswegen in Stadl und Land gegen den »Gieß. Anz.' durch'Schädigungs- versliche vorzngehen, um in feiner hetzerischen Tätigkeii gegen den Liberalismus der Stadl Gießen em ihm wohlgefälliges Moment mehr zu besitzen. Ter gerade Sinn des ober Hess. Bauerntums möge nach alledem fern Ur­teil über Herrn Kling sprechen.

Selbstverständlich fällt mit der ihr eigenen Unart dir deutschsoziale Partei auch wieder über die durch die befannlc schwierige telephonische Verständigung mit außwärtS oct- uriachte Verstümmelung unserer ersten Nachricht von der Wahlparole deß ,Vorwärts' her und spielt dabei auf die vom Gieß. Anz. gelesene Franks. Ztg. an, bie bereits an jenem Vormittag bie richtige Nachricht gebracht habe. TaS ist ber Gipfelpunkt ber Albernheit. Es liegt für jeben Einsichts­vollen auf ber Hanb, baß jede Redaktion eine ihr zugehendc Lnginalnochricht sofort in Satz gibt, gleichgiltig, ob sie hinterher vielleicht bemerkt, baß ein anbereß Blatt über bie» selbe Sache anders unterr.chlet wird.

So versinkt nahezu bas ganze derbe Gelpinnst Rr. 6 der deutschsozialen Partei in sich selber, unb was übrig bleibt, fällt so wie so dem Fluche ber Lächerlichkeit anheim.

unterstützen, die sich verpflichten, il a. einzutretengegenjebeS Ausnahmegesetz auf religiösem Gebiet". Daß ein­zige Ausnahmegesetz, daß auf religiösem Gebiet zurzeit im Reiche noch besteht, ist der § 1 des JcsuiiengtsetzLß. Wer also Zentrum-- Hülse genießt, ist verpflichtet, für dessen Aufhebung cmzutrctcn. Ta nun Herr Köhler notorisch im ersten Wahlgange ZenlrumShülse genossen har und solche zweifellos auch im zweiten Wahlgange ge­nießen wirb, so ist auch er verpflichtet unb hat sich vielleicht bereuß Dcrpflid>tet, für die Auchebung des JesuilengesetzeS einzutreten. Wenn dies seiner Ueberzeugung entspriäU, so ist dagegen nichts zu erinnern. SS muß sich jetzt aber auch jeder Wähler beß. Herrn Köhler herüber klar sein, daß er, indem er für Herrn XL nimmt, zugleich silrdievöltigeAushebungbesJesui-, iengesetzeS stimmt. bars erwartet werben, baß die bis­herigen Wähler deS Herrn K. unter diesen Umständen doch Be- ucnten tragen werden, ihm noch einmal ihre Stimme zu geben.

Ter Wahlkomps in den Augen unserer Kinder.

Eine Mutter schreibt unß:

Wie ber Wahlkampf selbst feine Erregung in bie Kreise unserer Kleinsten hinemgeiragen bat, möge nachslebeiide kleine Episode aufl unierer Familie zeigen, die vietteicht die Heuerten der ver ehr liehen yteDatnon ebcnlo erregt, wie von uns Stiern: Kommt am Wahi- ing nufer Aellesler, 12 jährig, der em .großer Polinker' unb bcgeislcrier Anhänger TemduraS ui, in voller Erregung aus ber Schute beim unb erzählt, daß sie sich ber Wahl wegen i n der Klaffe falt geprügelt hätten. Er spricht Dec 'JJluuei cm Hosten und Fürchten bezüglich ber Wahl an», währetiböeiieii lerne beiden 9- und 7 jährigen Binder andachtsvoll feiner Weis- Heu lanichen. Ta fragt auch plötzlich der Ziveue, der doch auch nabt |o ganz unwistend fein möchte, treuherzig: ,'Dhiuet, ist pepligenflaebt ein S o j i a I ß e in o f r a i ?' Au' mein .Aem', fragt er wieder: .Was ist er beim?' Ter Aelteste lächelt nutleibig unb fchweigt. Ich zögere einenDloment mit Der21 ul- loort, um biete seinem VernanDiüS etwas anzupasten. Ta fährt mir unser Jüngster in bie Parade und erklärt mit großartiger panbbewegung, in der bie ganze Verachtung für soviel LUiwijien- tjeu liegt:Der halt f o wie wir!'

Tie AeichSregieruog und das Zentrum neuerdings.

Die .Äiordd. '21 Ug. Zig.' schreibt:

AuS Dbetftblefien wird unß geschrieben:In groet Wahlkrellcn ber Provinz fleht bat Zentrum gegen bie Voten in Der Stichwahl, tu Lublmitz-Glcuoig unb Koiel-Gioß-Ttebnitz. In beiben Areiten ucriiigt berhole gegenüber bem Zentiiunsian- DiDat über eine Aiehrhcit, bie nur durch enkjchicDenes Ein­greifen ber nationalen Wähler zu Gunsten Deß Zentrums in eme Mehrheit öciwanDelt werDeu föimte. ES uagi sich, ob em solches Emgreiien zu de'ürwonen ist, oDer ob man Das Zentrum und Die Polen ihren Kampf allein aiis'cchien lasten toll. In Der Klassisikanon der zu bekämpfenden Gegner, Die Der Reichskanzler in leinern eilueiicrbncf gegeben bat, stehen Die Voten gleich hinter den Sozialdemolraten. Schon danach wuiDe Der Einzug zweier Polen in Den Reichstag uuerwüulchicr fern als Das Verbleiben der beidenMandate beim Zentiiim. Hic^n kommt. Daß dos Zentrum in Schlesien eine Stichwahlparole ausgcflebcn hat, die vom nationalen Standpunkt aus benieöiqen bart, und Dazu noch, Daß Der trübere Vertretet, Graf öaUeitrem, am 13. Te.z. gegen ferne Partei tue Die kolonialen ForDcrimgen linnmie. Für icibe Kreise wirD für die bcutschgesrnnte Wäblerfchaft vollends Die Erwägung ausfchlaggebend lein muhen, daß Der Uebergang bet ManDate an das 'Jlaiionalpoleiinim den polmldien Uebernuit be» nachilich benarlen ivrrrDe, und Deshalb tollte jeder Deutsch-^ g e 11 n u t e Wähler m Lbertchleiien lerne Stimme gegen Die Pole n und für Die beiden Zenlru tanbibaien ab­geben.*

Ans Tarmstadt wird uns drahtlich gemelbet:

Im Jestlaale ber Tunigemeinbe fanb gestern abend eine stark besuchte nnuonaUiberale Ub u h l e r u e r f a m m 1 u n g |iau, m Der Reichstagsabg. Baffermann und ReichstagstauDiüat Tr. 0 f a ii n 11. sprachen. Außerdem nahm Redatieur Friedrich Deen bürg, Der Vater Des liolomalöireliore, Das Won und empiahl dringend eine Einigung oerRationaltiberalen und fi r e i (i n n i g e n für Die -rnchwahl.

Vom Zentraldureau der Nationalliberalen Partei in Berlin wird dem Darmstädter nahotiaUiberalen Wahlaiisjchliß fotgenDcS geschrieben:

,Jn den Verhandlimgen, Die wir gestern mit der Leitung der Freilinnigen Vollspartei hier über gegenjeitig in brn Sltchwuhten zu teineuDe Utnernützunq geführt bahnt, ist unß zngefagt tPüiDeit, Daß D e botugeii.'tm,äuget Der i r e i i i n n 14) e n V 0 1 lsparlei iuivetzliguch auigeiotOcrt werben, fut Den n a 1 i 0 n a 1 libe­ralen 41 a n D 1 D a 1 e n einzuireleir.'

Demnach wäre die Wahl Tr. OsonnS in Darmstadt gesichert.

In einer m Oppenheim abgehaltenen VertrauenSmänner- oerfamnilung bcS Bundes der Landwirte wurde ein­stimmig beschloffen, im Wahlkreise Ai a inz-O ppenhe i m bei der Stichwahl für Molt Han (Z.) einzuireien. Eine Verlrauensmänucr-Versammtung der Rationalliberalen beß WahlkceiieS Rtainz beschloß, ben nationallibcralen Wählern bie Ulbf'iimmung jreizustellen.

In Kassel richtete der nationalliberale Wahl, verein bie öffentliche Aufforderung an seine Anhänger, in der Stichwahl sür Latunann (D. Reformp.) emjulretcn.

Tie Parteileitung der Wetfcn beschloß, für hiezwischen Bürgeclichcii und Soziolbeniolraten flaüfmbeiibeti Stichivaylen keine Wahlparole auszugeben und bie Enlscheibung ben Wählern freizuficllen.

In den beiden Münchener Wahlkreisen, in denen am 5. Fcbluar Stichwahlen zwischen Sozialbemokraten unb libe­ralen siaitzusinbin haben, wird bag Zentrum den Sozial- bem otraten Wahlhütfe lern en.