Eine sehr interessante Nachricht, kommt ans Gingen. Der von den Nationalliberale n als gemeinsamer bürgerlicher Kandidat vorgeschlagenr Landwirt Lichtenstein erklärte, sein Möglichstes für die Kandidatur Schmidt tun zu wollen. Er selber zichtet also auf seine eigene Kandidatur. Demnach nüftten die Nativnalliberalen, wenn sie weiterhin trotzig t wollen, einen neuen Mann fucycn. .Klüger aber sie selbstverständlich wenn sie sich nun doch auf einigten, der ja selbst ihrem Auserkorenen lieber r selber. Dann roärc die Einigung im Kreise sofort w i c d e r h e r g e st e l l t?
neutsch-soziale Partei hat im Wahlkreise hon am Tage nach der Reichsragsauflösung mit ltlichen Wälue^. Versammlungen begonnen. Schon Auslösung wurden seitens dieser Part -i seit .Oktober Versammlungen ab gehalten Diese Rührigkeit ist .llos nicht ohne Eindruck und Einfluß auf die breiten ^ermassen. Die Liberalen dagegen haben noch hts, gar nichts in der Wahlangelegenheit auf dem iwe getaut!
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Die nat.-lib. „Köln. Ztg." bemerkt zu der hessischen bedauerlichen Konfusion zutreffend.
Wir meinen, angesichts solcher bedauerlichen Vorgänge sei es an der Jett, baß oie anerkannten Führer oer liberalen Gruppen einmal zu ver.cnltcher Aussprache zus^inmenträten, um verhindern ,baß durch derlei Maßnahmen von Lokal- organ i s a t i o n e n der G e s a m t l i b e r a i i § m u ä eine Schädigung erleide, von dec er sich vielleicht nicht wieder erholen wird, wenn er die ihm jetzt gebotene Gelogenheit, seine Leistungösöhigkeit zu erweisen, wiederum verpaßt. Bor b.cfem großen Zweck, vor der Erkenntnis, daß es diesmal für den Liberalismus gut, die Probe zu bestehen, soll und muß jede kleinliche Äk a ir d a t s h a s ch e r e i zurückstehen. So wollen es laut unzäyugen uns zugegangeuen Kundgebungen die liberalen Wähler aller Schattierungen, und sie oeriangen gebieterisch, gehört zu werden..
Wir meinen, es sollte möglichst sofort eine allgemeine liberale Volksversammlung nach einem günstigen Orte Hessens von hervorragenden libe- rolenMännern, die außerhalb der Parteivorst Und e stehen, emberusen werden, die eine grutiüliche Klärung wohl herbeiführen und den befangenen Darmstädter ..Beilern" die Augen öffnen tonnte!
Das höhere Schulwesen Oberhesscns.
8t. 83. Darmstadt, 1. Jan. 1907.
Die höheren Schulen in Obcrheften erfreuen sich andauernd einer ruhigen, stetigen Entwickelung. Beim Gymnasium in Gießen wird der Lehrkörper (12 Oberlehrer und 1 seminaristischer Lehrer) im Jahre 1907 derselbe bleiben, tote im zu Ende gegangenen Jahre. Die Schülerzahl desselben betrug Ende 1904 289, End, 1905 297 und stellte sich am 15. Mai 1906 au 292. Das Schulgeld ist ivm 600 Mk. höher, auf 27 000 Mk. berechnet. Di. sachlichen Ausgabe!. stellen sich, für 1907 auf 4500 Mk., d. i. 2U0 Mc. wehr, weil der Kredit für das physikalische Kabinett von 300 aus 500 Mk. erhöht werden muß, in welchem eine ganze Reihe wichtiger Apparate für die Lehrmittelsammlung beschaift werden muß; au soll die Einrichtung des Lehrsaals eine Verbesserung und die Sammlung chemischer Präparate eine .Erneuerung erfahren Die Gesamteinnahme für 1907 totrb auf :7 728 Mk., die Gesamtausgabe auf 73 140 Mk. berechnet, sodaß ein Zuschuß von 45 412 Mk. erforderltch ist.
Real gymnasium unb Real schule in Gießen, die zurzeit 28 Oberlehrer, 2 provisorische Lehrer und 7 seminaristische " chrer besetzen, erfordern infolge der starken Frequenz die Au- ■enung zweier weiterer Lehrer, eines akademiic^n und eines eminaristischen. Hier ist bet Beginn des Schuljahres 1906/07 in zwei unteren Klassen die Schülerzahl unerwartet so stark ange- wachsen (jede etwa 60 Schüler), daß eint Teilung ein treten mußte und zwei neue Lehrkräfte zunächst provisorisch angestellt wurden, nir welche im neuen Voranschlag definitive Stellen vorgesehen sind. Die Schülerzahl betrug Ende 1904 797, Ende 1905 820 und am 15. Mai 1906 944 Schüler. (Es ist das die höchste Schülerzahl von allen hö Heren hessischen Schulen. Die Oberrealschule Offenbach hat 888, die Lber- realsckule Worms 614 Schüler, das Realgymnasium Darmstadt 397, die Oberre.alschule Darmstadt 761, das Realgymnasium Mainz die Oderrealschule Mainz 878 Schüler. Annu d. Ref.) Das Schulgeld tu auf 87000 M k. für 1907 angejeöt, um 20500 M k. mehr als 1906. Die Gesamtaus-- gabe betragt 157 800 Mk., die Einnahme 126 217 Mk (darunter 38885 Mk. aus bet Stadlkasse), sodaß bet Zuschußbedars sich auf ;US3 Mk. belauft.
itluch für Gymnaftum und Realschule Fried berg ußte zur Beseitigung unerwi. isckster Unterrichtsvereinigung und r EnUastung eines Teils der Lehrer den 30 Lehrern, darunter -•"2 Oberlehrern, noch 1 akademischer Lehrer hinzugefügt werden. Die Sch-ülerzahl betrug Ende 1904 548, Eiche 1905 569 und am ,r Mai 1906 577. Das Schulgeld ist für 1907 um 6500 Mk. höher, d. i. auf 52 000 Mk. berechnet. 3ie Gesamteinnahme stellt sich 1907 auf 23 301 Mk., oie Ausgabe auf 61 645 Mk.. sodaß ein Zuschuß von 38 344 Mk. erforderlich ist. Unter den Entnahmen befindet sich ein Beitrag von 10 000 Mk. aus der Stadtkasfe Jtied- üerg.
Das Gymnasium zu Büd .ngen behält für 1907 seine 12 Lehrer, darunter 10 Oberlehrer. Die Schülerzahl betrug Ende 1904 186, Ende 1905 191 unk, am 15. Mai 1-906 193. Das Schulgeld ist auf 18 000 Mk. (500 Mk. weniger als im laufen* den Jahr.) veranschlagt. Gesamtausgabe: 61 645 Mk., Einnahme 23 301 Mk. (darunter 4147 Mk. aus Stadt-' und Präsenzkasse), Zuschußbedars 38 344 Mk.
DaS Gymnasium zu Lauoach behält seinen Bestand von 11 Lehrern, datuntc 7 Overlchrer. Die Sckptlerzahl betrug Ende 1904 91, Enbe 1905 90 und am 15. Mai 1906 93. Das Schulgeld ist auf ÖoOO Mk., d. t 920 Mk. weniger als im vergangenen 'tahre, festgesetzt. Gesamtausgabe.- 46 850 Mk., Gesamteinnahme (darunter als ständiger Beitrag des Gräflichen Hauses 10 000 Mk. und der Stadt Lauback- 4500 Mk.) 23 493 Mk., Zuschußbedarf - 23 357 Mk. gegen 1906 mehr 2775 Mk.
Die R e a l sch u l e zu A l s s e l d (10 Lehrer, darunter 6 Ober- lehret) zählte Ende 1901 169, Erd- 1905 71 und am 15. Mai 1906 185 Scl-ülcr. Das Schulgeld beträgt für 1907 16 380 Mk. (gegen 12 000 für 1906). Gesamtausgabe 39 760 Ml., Gesamt- cüinabme (darunter 6000 Mk. aus der Stadtkasse) 22 752 Mk., Zuschußbedars: 17 017 Mk., d. L weniger gegen 1906: 3527 Mk'
Die Realschule zu Bu tz b a ch (9- Lchrer, darunter 6 Ober- ;.ri'r) zählte Ende 1904 171, Ende 1905 158 und am 15. Mai l-’Ou 164 Schüler Das Schulgeld beträgt für 1907 14 500 Mk. (3000 Mk. mehr gegen 1906). Gesamtausgabe 40 785 Mk., Gesamt- Annahme (darunter aus der Stadtkasfe 7500 Mk.) 22 048 Mk., Zuschußbedarf mithin 18737 Mk.
Die Getamtzalst der Lehrerstcllen an den höheren Schulen messen.- betaust sich im neuen Voranschlag auf 53ö, davon 392 Tberlchreru ub 78 provisorische Lehrer, 7 Zeichen- resp. Handelö- 'ehrer und 78 seminaristische Lehret. In: neuen Etatsjahr sind 1 akademische Lehrer hinzugelommen uno zwar, wie die Erläuter-
**R zum Etat betonen, sämtlich als definitive. Da- Guch die Zahl -er provisorischen atademßchen Lehrer zuri
Zahl der Oberlehrer wiederum veroesftrt, sodaß jetzt nut noch 10.9 Prozent aller akademischen Lehrerstellen an den Gymnasien, Realgymnasien, Oöerrealschulen und Realschulen mit provisorischen Lehrern besetzt sind.
politische Lagesschcr«.
Die sozialistische Presse, auch die im verborgensten Winkel, prahlt gern mit der soz. „Wissen sch ast lichte rt" ihres gesamten Programms wie ihrer Ziele, obwohl die Anschauungen von den Zielen und namentlich von dem Endziel selbst innerhalb der Sozialdemokratie gar nicht aus allen Seiten geteilt werden. So hat Eduard Bernstein bereits im Mai 1901 in einem 'Lortrag vor dem Sozlalwisienschaftlichcn Studentenverein in Berlin an dem von Marx aufgestellten Endziel der Sozial- bcnwfratie vernichtende Kritik geübt. Gerade die soz. Wissenschaftlichkeit des Sozialismus, von der selbst die kleinsten unter den sozialdemokratischen Soldschceibern gern viel Wesens machen, hat Bernstein endgültig zertrümmert. Im Gegensatz zu dem sozialistischen Partei- Programm gab ec damals nicht nur die Berelendungstheone vollständig auf, sondern auch die Lehre, daß dec Arbeiter mehr an Werten erzeugt, als ihm an Lohn dafür vergütet wird. Er bezeichnete den Sozialismus als ein Stück von nicht wijjens chaftlich Erwleseneni und nicht wissenschaftlich Feststellbarem. Sozialismus ser eine Be- wegung zur Genossenschaftlichkeit. Auch auf einem sozial- demokratischen Parteitag erklärte Bernstein, nicht die Ziele, sondern die Bewegung, der Wille sei alles. — So löst sich die Sozialdemokratie auf in der Kritik des Bestehenden, und daZ Bessere, was, nach ihrer Anschauung, an Stelle der bestehenden bürgerlichen Gesellschaftsordnung zu setzen ist, stellt sich als ein reines Phantom heraus. Selbst Bebe! mußte auf dem Parteitag in Lübeck Bernstein eine Konzession machen durch die Ankündigung einer alsbaldigen Revision des Parteiprogramms Er erklärte, er habe gac nichts dagegen, daß man im nächsten Jahre schon eine Revisionskommission ein« setze. Dabei aber ist es geblieben, und die Sozialdeluokratie sucht immer noch weiter mit einem Programm und einem Endziel zu paradieren, das längst in die Brüche gegangen ist.
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Antisemiten gegen Liberale.
Wie die Lfebermannsche Presse, so unterstellt auch das Stöckersche „Reich" den Liberalen, daß sie die Absicht hätten, anstelle der Zentrumsnebenreg>erung eine „Nebenregie- rung des Liberalismus" zu schaffen. Dadurch würde man aber ans dem Regen in die Traufe kommen. Bezugnehmend aus den Satz der „Deutschsoz. Blätter": „der Weg aur Gesundung unserer deutschen politischen Verhältnisse fuhrt nur über die Trümmer des entschiedenen Liberalismus", fuhrt das „Reich" aus:
„Wir haben niemals ein Hehl daraus gemacht, daß wir auf demselben . cmdpunkl liehen, daß nicht eher eine reinliche Scheidung der Geister erfolgen wird, als bis das, was sich heute Jrei- sinn nennt, ymweggeiegt ist von dem politischen Kampiplatze, auf dem es .. -chcv nur Verwirrung angerlchiet hat .... Wenn wir daher Henle wieder den Rus erbeben: „Fort mit den freisinnigen Wölfen, die sich setzt miserem Volke in Schasskleide'.n nahen/ ' so um wir das in der festen Ueberzeugung: Wenn die Rechte und der vcrsländige Flügel der dlauouallm.ialen jugunfien des Freisinns geschwächt würden, so würde nicht nur unser Volk bald merken, daß es hinfort nicht nur unter Rulensireichen, sondern unter der Züchilgung mit Skorpionen zu leiden hätte, sondern auch bu Regierung würde zu der Emsicht kommen, daß sie die Geisler, die stü> jetzt in die Reihe der nationalen Parteien einjchmuggeln möchten, nicht mehr los wird."
Der Zweck dieser giftgeschwollenen Auslassungen ist natürlich kein anderer, als bie Lyristlichsozialen unb sonstigen Antisemiten, bie auf das Evangelium des „Reich" schwören, daran zu hindern, zugunsten von Freisinnigen an die Wahlurne zu treten. Unter dem Vorwande, daß der Freisinn nichts Befferes sei als die Sozialdemokratie, werden so von der eminent „nationalen" Partei der Christüch- Sozialen den sozialdemokratischen Kandidaten die Wege für den Einzug in den Reichstag geebnet. Allerdings werden die frommen Herren nur in wenigen Wahlkreisen den Ausschlag geben können.__________
Vom polnischen Srhulftreik,
Am 30. Dezember beschloß eine Masierwersammlung im galisi- schen Bezirk Jaros lau einstimmig eine Resolution, worin den polnischen Schulkindern in Preußisch-Polen für ihre Haltung gegen den Religionsunterricht in deutscher Sprache Anerkennung ausgesprochen und die gesamte polnische Bevölkerung Posens und West Preußens zur Boykottierung preußischer Waren aufgefordert wird. In der Resolution wird ferner gegen die ro-eitere Aufrechterhaltung des Dr eibund es protestiert, da dies eine „Verletzung der heiligsten Gefühle der polnischen Nation" sein würde. Tn: Resolution soll dem Polenklub des österr. Reichsrates und dem Wiener Ministerium des Aeußern mitgeteilt werden. Auch in einer Volksversammlung in Brody wurde eine ähnliche Reso lution gefaßt. ___________________________________________________
Geueralversammlm^d^Veäir^szuchtvercinsGießci für Vogelsberger Vieh.
(Schluß.)
Gießen, 29. Dezember 1906.
Vortrag des Landw ir l s cha f ts'leßr erS Franz-Lich über: „Maßnahmen zur Förberung der Viehzucht unter Berücksichtigung der Jungviehaufzucht und des Weibegcmaes". Der interaifante und mit lebhaftem Beifall aufgenommene Vortrag wies zuerst auf den vor Jahren erfolgten Niedergang der Viehzucyt hin: es war dies zu Der Zeit, als der Landwirt sein Hauvtaugenmerk auf den Aaerbau legte. Mer die hohen Frucht- brciie sanken von ihrer Höhe und der Getreidebau .dar iaum noch rentabel. Diese Veränderung brachte es mit sich, daß die Landivirle wieder dec Viehzucht mehr Juteresse entgegenbrachtcn. Die Vieh' und.Fteischpreiie stiegen mit dem größeren Wohlstand und Met-rbedarf des deutschen Volkes und zeigen auch jetzt noch leine Tendenz zum Niedergang. Diefe Tatsache hat auf betn Gebiete ber Viehhaltung einen großen Aufschwung verursacht, einzelne Züchter unb Vereine sind fortgesetzt bestrebt, das Zucket- vu> durch Reinzucht auf eine höhere Stufe zu bringen, und der Staat verächtliche Summen zur Hebung der Viehzucht bewilligt, die denn auch bereits große Fortschritte gemacht hat. Auf Dem anerkannten Wege müsse auch inbezug auf bie Zucht bes Vogelsberger Rindes weitergebaut werden. Als Grundlage gelten dabei i 1. Die Ankörung der für die Zucht geeigneten Tiere unb Zwar wlcher, bereu Eltern im Herdbuch eingetragen sind, 2. ge> naue Führung von Herdbüchern, 3. Stallschauen, 4. Förderung unb regelmäßige Beschickung ber Auslellungen und 5. durch Auf- ubur die Leistungen oer Herd!) ichtiere. Smb bie Voreltern gute Rutztiorc, io tonnen wir einen Schluß ziehen auf die Leistungen der Jungtiere u.bezug auf Milch üsttmg und Fettgehalt. Die lortgeietzten LeMngsnotierungen .«■ auch Aujfa-iuß über den
Futteraufwanr Der landw. Provmzialve^in ’ it sich bie Aus- aabe geitellt, über bie Leistungen ber Tiere in i>en beiden ober.?. Iuchtyöfen bie Kontrolle zu üben über Fütterung, Hawmg unö L'lcge ber Tiere, Futterverbrauch, M'lch-, Fleisch- und F.'ttlemung, daraus laisen sich bann Schlüsse ziehen, wie die Fülletuug eurch die Produkte sich lohnt. Bei ben prämiierten Tieren wird darauf gcieben, ob das Tier neben einem guten Rassechpus auch gute Leistungen unb Nutzungseigenschasten besitzt. Die Mainzer Aus- itellung 1906, bet ber 46 Vogelsberger Tiere ausgestellt waren, hat gezeigt, baß bie Zucht große Fortschritte aemacht har, nur die geringe Große der Tiere ist noch em Mangel. Um größer Tiere zu züchten, muß bei Jungviehaufzucht mal>r Sorgfalt qe> tojbmet werden. Tie jungen ftälber müssen 4 bis 5 Wocuen Muttermilch oder beim Auttränken Kuhmilch erhalten, btc jedoch eift auf Blulwärme gebraajt unb i i sa .derem Gefäß gegeben, werden muß. Auf 10 Kgr. Lebendgewicht kommen täglich zrrla 2 Kgr. u/rilch, also 20 Pioz. Im zweiten Monat beginnt man bie ersten festen Stosse zu füttern. Als Uebcrganq gebe man einige Wochen Magermilch, in Der der so hi ende Fettgehalt durch Leinsamen ersetzt wird. Auch gebe man zum Heu etwas phospl>or- sauren Kalt zur besseren Kiwu>.noildung. Das Heu muß das Tier Dom Boden nehmen, damir sich der Rücken frä tia entwickelt. Einen großen Fehler machen D : Landwirte bei Der Auswahl ber jungen Zuchttiere. Ist ein Kalb kräftig und ftarf, so wird ks. dem Metzger verkauft, während man meiiiens nur Die jaiwüchLren Jtiete amzieht. Dadurch leihet die Zucht ungemem. Im Sommer müfien die Tiere zur Weide gebracht werden, bann ist für Die gwßeren fein Beifutter zu reichen Wo feine größere Weide vorhanden ist, sollte unbedingt eine Laufhalle im Otartcn über Hof angelegt werden, damit die Tiere genügende Bewegung erhalten und sich körperlich lrästig entwicke.n Jeder Landwirt tonnte sich ein geringes Stück Ackerland zum Tunmielplay seines Bungvichs anlegen. An der Hand von 10 jährigen Beobachtungen stellte der Referent fest, daß Kälber bei richtiger Auszuckst täglich 1°/L—2 Pfund zunchtnen. Bullenkälber errcui.-n m;_ 12 Monaten em Gewicht von 312—325 Kgr., mit 18 Monoton Ich)—475 Kgr, Kuhkälber mit 12 Atonalen 300 Kgr., mit 18 Atonaten 400 Kgr. Jur ersten Jahre beträgt bie täglich mögliche Gewichtszunahme em Prozent im Verhältnis zum Lebendgewichi. Was an ber Pflege im ersten Jahr versäumt worden ist, loßt sich durch eine reichliche Fütterung int 2. unb 3. Jahr niemals nactj^len, ja dies ist oft für Die Entwicklung ber Milchanlaße uno die Empfänglichkeit des Tieres schädlich. Ern großer Fehler ist es, daß die Tiere zu früh zum Bullen kommen, dies sollte erst etwa mit 18 Monaten acsckxchen. In neuerer Zeit ist das Vogelsberger Rind viel durch das Simmentaler verdrängt woroen, doch dieses h- tgezeigt, daß es nicht alle drei Nutzungseigettschaiten als Fleische, Milch- und Zugtier besitzt, und so i|t b.' Vogetoberger Ras je als gutes Zugtier für den Landwirt unentbehrlich. (Lebh. Beifall.) — Der Vorfitzende erklärt, daß eine Jungvieh-oeidc für den Kleis Gießen Dringend nötig sei. Bei den Feldbereinigungsplanen wird dehörDlichersells stets eine Geinembeweioe vor- gesehen, das sollten auch Die Gemeinden ausführen. Bürgermeister Krämer-Steinbach glaubt, daß der s.Uiangel an land- liehen Arbeitern meist der Grund an dem geringen Weidegang Der Zuchttiere sei. Oekonomierat L e i t hi g e r - AtofelD hall es tot dringend nötig, daß ein größeres Tier gezüchtet werde durch torgfältige Auswahl Der stärksten Bullen uns d. ich zweckmäßige träitige Ernährung her Kälber. Daß dies möglich ist, zeigen die Zuchthofe. Die Vogelsberger Rasse sei so Fiem geworben durch die fckstechie Auswahl und F-llterung der Kälber und Md zu frühe Hindringen zum Bullen. Die meisten Landwirte löimten sich ganz gut m ifjren Gärten kleine Weiden an legen. Um 5V4 Uhr sevtoß Der Borsitzeiwe die Versammiung.
Aus S«aot ttno xaito,
Sprechstunden 1 ......... ■ ,.A t c.r, <7— ’ 8 Ubr abb5.
Gießen, ben 1. Januar 1907.
•• Die Hessische landwirtschaftliche Zeitschrift wird am 1. Januar 1907 durch die Landwtrt- schaftstammer für das Großherzoatum Hessen übernommen. Die Llitglieder der landw. Ptovüizialvereine ui Overhessen und Rheinhessen erhalten die Zeitschrrsl vorerst noch infolge eines Abkommens wie seither ohne Bestellung und unentgeltlich zugestellt.
•* * ** Die Freiwillig- Gießener Feuerwehr hielt am vergangenen Samstag im Hotel Einhorn ihre Weihnachtsfeier, verbunden mit Ueberreichung von Diplomen und DienstausLeichnungen für 20-, 15* und 10jährige Dienstzeit, ab. Brandlnspekior Wlegandt begrüßte im Rainen der Wehr die erschienenen Ehrcnnutgli-der, Gäste und Vertreter der Stadt und Regierung, besonders den neuen Vertreter der Regierung und knüpfte zugleich den Wunsch daran, daß Regierungsrat Sang ermann der hiesigen Wehr so entgegenkomme, ivie es sein Vorgänger, fRegierungSrat Wagner, getan habe. Nachdem die erschienenen Vertreter ihren Dank für die Einladung ausgesprochen hatten, begann die Ueberreichung der Diplome und DlenstauSzelchnungen. Im Namen der Stadt überreichte Herr Branddirektor Traber den Mitgliedern Greb, Fnedr. Schneider, Hch. Dielcr, Philipp Wild und Franz Zimmermann die von ber Stabt gestifteten Diplome für 15jährige Dienstzeit. Im Namen des Verbandes Heff. Feuerwehren verteilte dann Brandinspeltor Wiegandt die mehreren Mitgliedetn verliehenen Auszeichnungen (bestehend m Schnuren) für 20- und 10jährige Dlenst- zeit. Es erhielten Auszeichnungen für 20jährige Dienstzeit die Mitglieder Faber, Walter und Schwan, für 10jährige Dienstzeit die Alitglieder Fritz Appel, Pelec Berg, H. Herbert, A. Lehr, W. Nees, W. Sommerlad und C. Urbach. Dann begann die eigentliche Weihnachtsfeier, bestehend in Verlosung und Musikvorträgen. Zum Schluß hielt ein Tänzchen Mitglieder und Gäste noch lange beisammen.
gl. Daubringen, 31, Dez. Noch vor Eintritt des Winters ist das neue Schulgebäude im Rohbau unter Dach gebracht rvorden unb nimmt sich bereits jetzt mit seinem kleinen Turme, ferner Schieferdeckung recht stattlich aus. Der erste Stock ist massiv aus den im Gemeinde- wald reichlich in der Nähe vorhandenen Basaltsteiuen aufgeführt worden. Das Haus hat eine wunderschöne Lage, wie sie wohl selten in der Art anzutreffen ist. Es liegt nämlich unmittelbar an dem bis an das Dorf hcran- tretenben Waldrand, allerdings etwas versteckt, aber dafür in ruhiger und gesunder Umgebung. Das Gebäude enthält vier Schulsäle, von denen drei im Laufe des kommenden Sommers in Gebrauch genommen werden sollen. Der vierte Saal kann einstweilen bis zur spateren Verwendung zu einer Wohnung benutzt werden. Da die beiden hiesigen Schulklassen' seit langem überfüllt sind, wird mit Eröffnung des neuen Schulhauses eine dritte Klasse errichtet werden. Aftt der Errichtung des neuen Schulgebäudes ist einem dringenden Bedürfnis der Ge- Fertigstellung nntag, ben t ber „Ger- rüudung f eine Einu
rneinde abgeholfen. Hoffentlich läßt feine nicht zu lange auf sich warten.
(.D.) Große u-Buseck, 1. Jan. A 30. Dezember v. I. nachm. von 3 Uhr A mama" unter zahlreicher Beteilig'
■'4n<*r freiipill.igen Fe.uerw'


