Nr. 181
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Liehen
diesmal von
Rotationsdruck unb Verlag Sa vrühl'schen UniversitätSdruckerei. 9L Lang», dltften.
Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.V.
Tel. Rr. 6L Telegr^Adr. r Anzeiger Gießen.
Erscheint Mglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Siebener FamMrnblStter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der hessische Santmirr* erscheint monatlich einmal.
aus der Welt ichciden wollte, verlor nach der Tat den Mut sich zu erschießen und wurde dann verhaftet. Anlaß zu der Bluttat ist un* zweifelhaft LiedeSraserei gewesen.
politische Tagesschau.
lieber angeblich grausame Behandlung der Kriegsgefangenen in Südwestasrcka
durch die Deutschen wird in der Kapstadter Presse Klage geführt. Die Beschuldigungen gehen auf Erzählungen von Eingeborenen zurück und sind sonst durch nichts gestützt; sie werden daher nicht einmal in London sehr ernst genommen.
Ein englischer Geistlicher namens Bull behauptet, daß die Gefangenen der deutschen Truppen in Damaraland, hauptsächlich Frauen und Kinder, die gröblichsten Mißhandlungen zu erdulden hätten. Die Weiber wurden in den Lagern in vollständig na cktem Zustande nicht bester als Lasttiere behandelt und aus den geringfügigsten Ursachen bis aufs Blut geschlagen. Ihre Beköstigung war so unzureichend, daß sie oft vor Schwäche sich nicht rühren konnten. Die dergestalt arbeitsunfähig gemachten würden ebenfalls aufs unbarmherzigste gezüchtigt. Bull giebt zu, daß Erzählungen von Eingeborenen aus der Gegend zwischen Windhuk und Swakopmund seine einzige Quelle bilden, die er jedoch bei dem übereinstimmenden Inhalt dieser Erzählungen für zuverlässig hält und die deshalb im Interesse der Humanität sowie aller Deutschen, die ihre nationale Ehre hoch zu halten wünschen, der Veröffent- llchung dringend bedürften. Selbst in L ondon ist man über die wahren Beweggründe der Kapstädter Kolportage dieses gehässigen Eingeborenenklatsches keinen Augenblick im Zweifel. Das britische Mutterland hat fast durch seine gesamte Presse an den mit Unterstützung zahlreicher englischer Kombattanten vom Bischof von Zululand aufgedeckten Grausamkeiten bei der Unterdrückung des Kasternaufstandes in Natal schonungslos Kritik geübt. Durch die Einmütigkeit dieser Kritik hat sich nicht bloß Natal selbst, sondern das koloniale Solidaritätsgefühl von ganz Britisch-Südafrika empfindlich getroffen gefühlt, daher jetzt die Kapstädter Versuche, ein deutsches Gegenstück zu den peinlichen Vorgängen in Natal zu konstruieren und die allgemeine Aufmerksamkeit von diesen abzulenken.
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Jahre. Dazwischen gab es eine angenehme Abwechslung, als sämtliche Sänger nochmals „Mein Mütterlein" vortrugen, dem anwesenden Komponisten selbst dirigiert.
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* Zur Münchener „Sp ie l a f f är e" liest man am Bayr. Kurier: Da der Militärattachee der preußischen Gesandtschaft in München Major Egmont von Webs ky als Beteiligter an den Spielaffären von der Münch. Post offen genannt wird, so haben wir keine Ursache mehr, mit dem Namen zurückzuhalten. Major v. Websky hat im Verein mit dem Grafen Pocci, Grafen Max Emanuel Preysing und Frhrn. v. Griesenbeck das Glücksspiel betrieben. Gespielt wurde in der Wohnung des Freiherrn v. Griesenbeck. Da der Name des Majors nun bekannt ist, wird die Sache letzt instanziell verfolgt werden. Dabei wird van der Militärbehörde nicht bloß die objektive Tatsache der Beteiligung des Herrn v. Websky am Glücksspiel entgegen dem deklarierten Willen des Kaisers zu untersuchen sein, sondern auch die subjektiven Umstände des Betriebes. Bei der Gelegenheit sei angefügt, daß die Wechsel des Grafen Preysing, die Frhr. v. Griesenbeck in Umlauf setzte, auf 73 000 und 60 000 Mark, zusammen 133 000 Mark gingen.
Willig und freudig folgten die Sänger seiner vorzüglichen Leitung, und so klang das Lied innig, und wo es galt, üitd) packend. Reicher Beifall war der Lohn. Als letztes gemeinsames Lied klang hehr und feierlich: „Brüder, reicht die Hand zum Bunde", wieder von Pauly dirigiert. Dann
Gericht-saal.
sd. WilderudeSoldaten. Der Unteroffizier Wilh. Glock aus Muinz, sowie die Musketiere Georg Heß aus Weinheim und Karl Ofen loch aus Bürstadt, sämtlich von der 7. Kompagnie des Jns.-Regts. Nr. 117, Hutten sich vor dem Kriegsgericht wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt bezw. wegen Vergehens gegen das Jagdgesetz zu verantworten. Bei einer Felddienstübung entdeckten sic eines Tages das Nest eines Rebhuhnes mit Eiern. Der Unter-, offizier veranlaßte die Soldaten, die Eier auszunehmen, und alle drei vermehrten sie dann gemeinsam. Glock erhielt drei Tage, Heß zwei Tage Haft, der vorbestrafte Ofen- loch zwar Tage Gefängnis.
ft Marburg, 2. Aug. Das Schöffengericht verq urteilte heute einen streiken den Schreinergehilfen, der einen Arbeitswilligen angehalten und beleidigt hatte, zu 9 Mk. Geldstrafe. — Ein Student bezeichnete zwei Polizeibeamte mit dem Namen „Polypen". Das brachte ihm 30 Mk. Geldstrafe ein.
. , Ausstellung, Wie wie ,ür,lich berichteten
haben die Stadt und Brauereibesitzer Bichler die eheinoHne balle der Aktienbrauerei dem Berem Hundesporl für Gießen ^und Umgegend zwecks Veranstaltung einer Hunde-Ausstellung zur reien Verfügung gestellt. Die Ausstellung wird am 23. Sevtt iattlmden, und es wwd gebeten, das Unternehmen durch persön- !lchen Besuch, durch Stiftung von Ehrenpreisen und durch Ausstellen seines eigenen Hundes zu unterstützen. Wie häufig kommt ns vor daß jemand ohne es zu wissen, einen guten, ost wertvollen ^und besitzt, den er blos nicht ausstellt, weil „der Hund keinen Stammbaum hat, ein solcher wird aber gar nicht begehrt, im Gegenteil, em guter Neuling ist dem Preisrichter oft lieber als ein Jpiinb ans einer bekannten Zucht. Stelle barum jeder seinen Hund oous, die verhältnismäßig sehr niedrigen Standgelder stehen in Seinem Verhältnis zu den zahlreichen Preisen und Ehrenpreisen,
blieben die Sänger noch einige Stunden, noch manches Lied singend, in schöner Eintracht beisammen. Allgemein war die Stimme de§ Lobes über den genußreichen Nachmittag. Man sah ein: es gibt doch noch schöne und reine Vergnügungen auch ohne Musik und Tanz unb jene Ausgelassenheit, die oft zum schlimmen Ende führt. „Das war schöner als ein Fest!" so konnte man oft ausrufen hören. Möge dies für den Blind, der besonders das Volkslied pflegt, em Ansporn sein, auf dem betretenen Wege weiter zu schreiten!
(?) Friedberg, 2. Aug. Nach dem dieser Tage erfolgten Abschluß des Haushaltes der Stadt beträgt das Vermögen der Stadt rund 2 Millionen Mark, dem stehen Schulden von 1282122 Mi. gegenüber, davon sind aber nur 760 000 Mk. Gemeindeschulden, das Uebrige sind Werte für Gasfabrik und Wasserwerk. Tie Finanzlage hat seit den letzten Jahren eine wesentliche Besserung erfahren. Die Einnahme überschritt der Voranschlag um 72650 Mk. und betrug 470893 Mk.; die Ausgaben blieben um 7321 Mk. hinter dem Voranschlag zurück und betrugen 379 360 Mk., der Ueberschuß betrug älso 91541 Mk. Die Kapitalaufnahme betrügt 42 000 Mk. Das Rathaus soll Zentralheizung erhalten, es wurde beschlossen, Warmwasserheizung einzuführcn. Sie wurde an die Firma Jm- hosf-Bad-Nauheim für 2667 Mk. übertragen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Friedberg feiert am 4. August der Hochbau- aussehcr Hänsel sein 25 jähriges Dienstjubiläum. — Bei Königstein i. T. scheute wegen eines Automobils das Pferd des fahrenden L'anbbrief» trägcrS Lach, als er im Begriff war, einen Briefkasten zu entleeren. Bei dem Bemühen, das Pferd fcstzuhalten, stürzte Lack, der Wagen ging ihm über die Brust und verletzte ihn schwer. — In Höchst a. M. ist auS Furcht vor Strafe seit Dienstag Abend der 13jährige Sohn des Borarberters Barst verschwunden. — In Engelrsd wird am Sonntag, 12., und Montag, 13. August das Bezirksfest deS Bezirks- Krieger-Berbandes Herbstein gefeiert.
den Vogelsberg in verschiedenster Weise besingen. Das schmucke Festbüchlein wird den Mitgliedern eine willkommene Gabe sein.
(.) Heuchelheim, 2. Aug. Die im vorigen Jahre zum Abschluß gebrachte Zusammenlegung der Grundstücke hat für unseren großen Ort mancherlei Vorteile gebracht. Ist es doch nunmehr jedem Landmann möglich, überall zu jeder Zeit auf seine Grundstücke zu gelangen und sie ohne Benachteiligung der Anlieger zu bewirtschaften. Außerdem wurde eine Menge neuer Straßen aufgeschlossen und infolgessen herrscht überall eine rege Bautätigkeit. Durch den Geländeaustausch mit Gießen wurde zwar die ursprünglich unfern Ort berührende Grenze weiter nach der Stadt verlegt, allein bei der fortgesetzten Bautätigkeit wird das Dorf ihr bald wieder nahe kommen.
Odenhausen a. d. L., 2. Aug. Nahe bei der hiesigen Kirche ist in diesen Tagen auf Veranlassung des Archivdirektors Dr. Frhrn. Schenck zu Schweinsberg aus Darmstadt eine Ausgrabung veranstaltet worden, die die Reste eines stattlichen Turmes sowie zahlreiche Ziegelstücke, Gesäßscherben, Eisenteile u. bergt, zutage gefordert hat. Es handelt sich wahrscheinlich um die Trümmer eines im 13. Jahrhundert erbauten Sitzes der in dieser Gegend reich begüterten Dynasten von Merenberg. (Ob. Z.)
Ö Bersrod, 2. Aug. (Verspätet.) Am 22. Juli hatte der im vorigen Jahre gegründete Volkssängerbund Chattia einen Ausflug hierher unternommen. Sämtliche Bundesvereine waren erschienen. Nachdem Lehrer Wolf- BerSrod die Sänger begrüßt hatte, wurde von dem Gesanit- chor „Mein Mütterlein" von Pauly gesungen. Hierauf ergriff der Bundesoorsitzende, Lehrer Bürstlein-Reiskirchen, das Wort, sich über das vorgetragene Lied und den Gesang überhaupt verbreitend. Hieran reihten sich Einzelvortrage der Vereine, die fast durchweg Befferes leisteten als im vorigen
sodaß em Risiko für den Aussteller fast ausgeschlossen ist, wenn er nur einen einigermaßen schönen Hund hat. Auch Gelegenheit zum Verkauf und Ankauf von Hunden bietet die Ausstellung, ohne daß aus dem Verkaufspreis Prozente begehrt werden, wie dies bei anderen Ausstellungen meist der Fall ist. Schließlich gestattet die eintägige Ausstellung es einem jeden, seinen Hund morgens selbst zu bringen und abends wieder mitzunehmen, die Gefahren, die ein Bahntransport und der nächtliche Aufenthalt des Hundes im Aus- ftcnungSrQitm für diesen mit sich bringen, liegen also bei der ^'ebener Ausstellung nicht vor. Das demnächst erscheinende Pro- gramm wird Aufklärung geben über alles Nähere; zu beziehen wird es sein durch den Schriftführer des Vereins Hundesporl, Herrn Wilhelm Homberger in Gießen.
x* Post alisches. Jeder Landbriefträger führt auf seinem Bestellgang em Annahmebuch mit sich, welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Pakete, Nachnahmesendungen und Zeitungsbestellungen sowie der zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ein gleiches Annahmebuch führt jeder Inhaber einer Posthilfstelle für die bei dieser niedergelegten Wertsendungen usw. Es ist zweckdienlich, daß die Aufgeber die Eintragung der Sendungen eigenhändig besorgen oder sich wenigstens von der Buchung durch den Landbriefträger oder den Posthilfsstelleninhaber überzeugen.
** Vom VogelsbergerHöhenklub. Mit der Versendung des Protokolls der letzten Hauptversammlung verbindet der Gesamtvorstand die Verschickung einer zur Feier des 25jährigen Bestehensherausgegebenen Festschrift an seine Mitglieder. In der Hauptversammlung waren 14 Zweigvereine mit 798 Stimmen vertreten, neu eingetreten ist Kirtorf; im letzten Jahre war der Bestand 990 Mitglieder, 41 mehr als im Vorjahre, die Sektion Taufstein-Gießen hat um 15 Mitglieder zugenommen und auch die Stadtverwaltung Gießen ist mit 10 Mk. Jahresbeitrag als Mitglied beigetreten. Besonders tätig waren die Zweigoereine Alsfeld, Herchenhain, Laubach, Lauterbach, Gießen und Ulrichstein. Der Besuch des Hoherodskopf war gut, die Zahl der Uebernachtungen betrug über 200, insbesondere war das Klubhaus zur Ausübung des Schneeschuhsports im letzten Winter stark aufgesucht. Von der neuen Bahn Gedern-Grebenhain ist weiterer Zuzug zu erwarten. Von Bedeutung ist die unter Mitwirkung des Apotheker König (Schotten) herausgegebene Wegmarkierungskarte; erwünscht wäre eine größere Reklame in der Presse sowie die Herstellung eines farbigen Plakats. Das Hauptinteresse der Verhandlung wandte sich der Erbauung deS BiSmarcktunns zu, dessen Rohbauarbeiten bis Herbst d. I. fertig gestellt werden sollen. Der Turm wird im allgemeinen aus Basalt, nur einige Architekturglieder werden aus Lung- steinen erbaut. Der untere Turmraum wird in Verbindung mit einem Balkon stehen, der überwölbt wird. Zur obersten Aussichtsplattform soll eine steinerne Treppe geführt werden, der Turm soll eine Höhe von 22 Meter erhalten, der noch fehlende geringe Betrag soll durch Anteilscheine zu 10 Mk. aufgebracht werden, die Erbauung ist Architekt Hofmann in Herborn übertragen. Die Festschrift enthält das wohlgelungene Bild des Forstmeisters Diesenbach (Schotten), der seit 18 Jahren Vorsitzender des Vereins ist. Der erste Teil verbreitete sich über die Begründung 1881. Von den 14 Gründern in Schotten leben nur noch 6. Von Interesse ist die Ucbersicht über die Mitglieder, den höchsten Stand zeigte sie 1900, nämlich 1097, den geringsten 2 Jahre später mit 687; der zwecke Teil über die Tätigkeit, über Erstrebtes und Erreichtes, verbreitet sich hauptsächlich über die Entwicklung des Touristenverkehrs. Unter den übrigen Teilen sei angeführt eine Abhandlung von Prof. Dr. August Roschen über Ulrichstein im 30 jährigen und 7 jährigen Kriege, über Entstehung deS Namens „Vugelsbergk" in Mundart von E. Wiegand und eine Reihe von Gedichten, die — teilweise in Mundart —
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, , Heber eine vorgebliche „Ehe"-Jrrung" am schwedischen Königs hause tauchen in der Tagespresse Skandinaviens allerlei sensationelle Nachrichten auf. Danach handelt es sich um den künftigen Träger der schweb. Krone Gustav Adolf, dessen erst vor Jabresfrist geschlossene Ehe mit ber ältesten Tochter des Herzogs von Connaught Prinzessin M a r- garete binnen kurzem wieder gelöst werden solle. Angedeutet wird in diesem Zusammenhang weiterhin, daß die Initiative zu dem -rrennungsbeschlnsse durch die Prinzessin Margarete ergriffen worden sei. Auf höfischer Seite hat man es für nötig erachtet, den „übelwollenden Ausstreuungen" durch ein offizielles Dementi entgegenziitreten. Prinzessin Margarete weilt einstiveilen mit ihrem 8 Wochen alten Söhnchen auf englischem Boden, während ihr Gemahl sich zu einer längeren Dienstleistung zu seinem außerhalb der Residenz garnisonierenden Truppenteil begeben hat. Nach den getroffenen Dispositionen gedenkt der Thronfolger nach Absolvierung einer Dienstübung gleichfalls nach England zu reisen, um dort per- önlich mit seiner Gattin zusaminenzulreffen, beziv. mit ihr gemein- am die Heimkehr nach der schwedischen Hauptstadt anzutreten. Von dem Ergebnis dieser Begegnung dürfte also ivohl der weitere Verlaus der Geschehnisse wesentlich abhängen.
* Kleine Tages chronik. Zwei deutsche Studenten namens Stezemen und Ulrich gingen am 1. d. M. von Grenoble fort, um den Casoue de Nöron zu besteigen. Stezemen kehrte am 2. allein zurück und kann über den Verbleib seines Kameraden nichts angeben. Da man annimmt, daß dieser abgestürzt ist, sind drei Hilfszüge aufgebracht worden, um ihn zu suchen. — Unter dem Verdacht des versuchten Vatermordes sind in Berlin der 31jährige Schlosser Hermann Viergute und sein bei ihm wohnender 20 jähriger Bruder Hans, ein Handlungsgehilfe, verhaftet worden. Sie hatten auf der Straße einen schweren Deckel der Wasserlemmg abgehoben und ihn durch das Fenster auf das Bett ihres Vaters geworfen, ohne jedoch diesen zu treffen, worauf der Vater wegen versuchten Mordes Anzeige erstattete. Der Grund zu der Tat ist in familiären Zwistigkeiten zu suchen. — Im Kaisergarten zu Pichelswerder bei Berlin versuchte der 19jährige Kaufmann Arthur Ritter seine Schwägerin, die von ihrem Manne getrennt lebende Minna Eisermann auS Köpenick, zu erschießen und verletzte sie lebensgefährlich. Sie ward nach dem Krankcnhausc in Westend gebracht. Der Mörder, der ursprünglich mit seiner Schwägerin zusammen
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Ans Stakt rrnd Land.
Gießen, den 4. Aug. 1906.
*• Pfarrpersonalien. S. K. H. der Großherzog haben die Berufung de§ seitherigen Pfarrassistenten Johannes Stählin hier als zwecken Pfarrer des Diakoniffenhauses Elisabethenstift hier bestätigt.
*• Erledigt sind die Stellen des Oberförsters der Oberförsterei Offenbach tmb des Forstw arts der Forstwartei Mittel dick, Oberförsterei Mitteldick.
— Schlachthofstatistik. Im städtischen Schlachthaus wurden in 1905/06 geschlachtet: Ochsen 1176 (1904/05: 1234), Fasel 183 (159), Kühe 281 (283), Rinder 739 )668), Stiere 754 (607), Kälber 6584 (6468), Schweine 10 657 (11 395), Hämmel 941 (849), Schafe 305 (321), Ziegen 46 (39), Spanferkel 5 (43), Pferde 152 (134), außerdem 1 Esel! Der Rückgang der Schweineschlachtungen betrug also gegen das Vorjahr 738 Stück oder rund 7 Proz. An frischem Fleisch wurde eingeführt 1905/06 100 513 Kilogr., im Jahre vorher 128 744 Kilogr., also im letzten Jahre weniger 28 231 Kilogr. gleich 28 Proz. Im Schlachthausbetrieb wurden vereinnahmt: Schlachtgebühren 28 131,80 Mk., Beschaugebühren 11 409,45 Mk., Trichinenschaugebühren 4388,80 Mk., Wiegegebühren 2528,05 Mk., Stallgebühren 168,60 Mk., Futtergeld (seit 1. Januar 1906 eingeführt) 167,10 Mk., Diverses 6,52 Mk., im Ganzen 46 800,30 Mk. gegen im Vorjahr 46 545,13 Mk., also ein Mehr von 255,17 Mk.
"Gießener Volksbad. Im Juli wurden 12867 Bäd er verabreicht gegen 12531 im Juni 1906 und 15 758 im Juli 1905 oder un Durchschnitt pro Tag 415 Bäder gegen 418 im Juni 1906 und 508 tm Juli 1905. Der Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 5882 Männer, darunter 662 zu 10 93fa„ „ 1872 Frauen. „ 409 „ 10 „
Wannenbäder 1. Klasse 355 Männer, 139 Frauen, „ 2. „ 791 „ 661
Brausebäder 1. Klaffe 855 Manner, 140 Frauen, » 2. „ 1742 , 260 ,
Damps- u. Heißluftbäder, sowie Massage zus. 137 Männer, 33 Frauen. Die Personenwage wurde von 220 Personen benutzt und das Bad von o Personen besichtigt.
, _** Die Auferstehung, jenes Eldorado für bier- dursrtge eeelen, das die Staidt für eine eventuelle spätere Verbretterung der Wolke ngasse vor zirka li/2 fahren arckkaufte, ist dieser Tage niedergelegt worden, nach^ dem der Anlieger Metzgermeister und Wirt Trinkaus sich xmt, Stcckrt weaen der Erwerbung eines Teiles des nach Durchfuchrung der Straßenverbreiterung verbleibenden N^ru^dsrucks der Auferstehung geeinigt hat. Auch das JÄifau^eJauä an der Ecke der Wolkengasse und dem Seltcrsweg tmrd nunmehr niedcrgelegt, um auf dem so arrondierten Eckplatz imch Plänen des Architekten Metier einen modernen Neudan aufsilhren zu können. Es ist zu milnschen, daß erne wertere rege Bautätigkeit in der Wolkcri- gasic die Lerbreckerung dieses Stratzenzugcs, die snr den Verkehr sehr wichtig sein wurde, sehr bald ermöglichen
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Dritte 156. Jahrgang Samstag 4. August 1K06
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